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Donnerstag, 28. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (VI)



Obwohl es mir fernliegt, einzelne Teilnehmer über den grünen Klee zu loben, so muss ich doch sagen, dass mich die Akribie und die Aufmerksamkeit einiger Leser, mit der sie die Geschichte auf sich wirken lassen, sehr beeindruckt. Sie machen sich Notizen zu verschiedenen Stellen, um sie später zur Sprache zu bringen und sie entweder von mir beantworten zu lassen oder von selbst auf des Rätsels Lösung zu kommen.

Eine Teilnehmerin findet besonders Carrick Escaray sympathisch und lässt sich von den Begründungen Renoirs - der mittlerweile neben seiner Tätigkeit als Psychologe zum "Hobbydetektiv" avanciert ist - nicht davon abbringen, zu glauben, dass der Graf nichts mit den Geschehnissen zu tun haben kann, die Valentine in seinen Zustand versetzt haben, der, wie wir jetzt wissen, nicht nur auf ein Kriegstrauma zurückzuführen ist. Ich mag das. Diese Überzeugung, dass Carrick trotz der erdrückenden Beweise gegen ihn nicht der Schuldige ist. Denn wenn wir ehrlich sind, spricht doch vieles, wenn nicht gar alles, gegen ihn. Die Visionen Valentines, in denen der verschollene Graf ihm erscheint, wären vor Gericht schließlich kein schlagendes Argument.

Mit Kapitel 12 geht es nun allmählich wirklich dem Ende zu, und auch hier finde ich es verblüffend, dass das Tempo der Leserunde nicht schneller bzw. nicht vergessen wird, zu den einzelnen Kapiteln eine Meinung zu posten und den zuletzt gelesenen Abschnitt zu analysieren. Ich kenne ganz andere Verhaltensweisen, wobei ich die nicht weniger schätze ("Dein Buch war so spannend, ich musste es in einem Rutsch durchlesen."). Aber dass man sich derart intensiv mit einer Geschichte beschäftigt und immer wieder neue Fragen dazu auftauchen, ist eben der Vorteil einer Online-Leserunde. Die sind auf dem Büchertreff übrigens auch ohne die Teilnahme des entsprechenden Autors unterhaltsam und aufschlussreich. Andere Blickwinkel erweitern ja bekanntlich den Horizont - man muss sich nur darauf einlassen.

Ich freue mich sehr über die Aufmerksamkeit, die meiner Geschichte damit zuteil wird. Vielleicht spicken auch mal andere Bücherwürmer in die Runde und werden durch die Diskussion neugierig auf den "Grafen". Ich würde es jedenfalls werden...

 

 

Dienstag, 26. Februar 2013

Altmodisch

Ich bin altmodisch. Ziemlich sogar. Fast schon beängstigend für mein Alter. Nicht nur in technischen Angelegenheiten, sondern wortwörtlich. In meinem Kleiderschrank (Erbstück von meinem Opa, alt. Aus Holz. Knarrend.) befinden sich Hemden und Hosen, die ich vor zehn Jahren getragen habe und die ich gelegentlich immer noch anziehe, nicht nur, weil ich tatsächlich noch gut reinpasse. Ich stehe immer noch auf Schlaghosen und finde, dass ich in Skinny Jeans bescheuert aussehe und im Allgemeinen zu kurze Beine habe für die heiße Röhre oder das schicke Blazerkostüm. Shoppingsucht? Handtaschentick? Erweiterter Schuhschrank? Fehlanzeige. So etwas habe ich nicht.

Stattdessen gehe ich gern in Museen und überlege, was die ausgestellten Gegenstände zu erzählen hätten, wenn sie reden könnten. Durch wie viele und welche Hände sie wohl gegangen sein mögen. Ein zerrupfter, einäugiger Teddybär kann mich zu Tränen rühren.




Mit neuen Filmen und Musikrichtungen kann ich generell wenig anfangen. Die diesjährige weibliche Oscargewinnerin kenne ich nicht (habe mich aber für Daniel Day-Lewis gefreut, als er sein drittes goldenes Männchen pflücken durfte), und über den Gangnam-Style bin ich als eine der Ewiggestrigen zufällig beim Zappen gestolpert. Fand ich richtig überbewertet, auch wenn's lustig anzuschauen war. Aber warum der Hype um das Gezappel (ok, ich weiß: Gangnam ist schon wieder out.)? Das habe ich von Michael Jackson professioneller in Erinnerung.

Schauspieler der alten Schule wie Errol Flynn, Peter Cushing und Basil Rathbone können sich meiner zeitlich unbegrenzten Wertschätzung erfreuen, während die gerade angesagten entweder gar nicht mein Geschmack treffen oder phasenweise ganz interessant sind, um irgendwann in meine nostalgische Gedankenkiste gestopft zu werden ("Ach ja, das war die Mel Gibson-Phase... komisch, was ich an dem mal fand?!").
 
Ich muss trotz begeisterter Kritiken keine aktuellen Bestseller lesen, weil ich weiß, dass ich lieber Bücher mag, die leise sind und wo die Seiten nicht vor sämtlichen Körperflüssigkeiten triefen (obwohl ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, "Shades of Grey" zu meiner Bettlektüre zu machen - und wenn es nur wäre, dass ich was zu kichern habe vorm Einschlafen). Wer mag, kann das gerne tun.

Denn natürlich hat jede(r) das Recht, zu tun und lassen, was er / sie will. Vielleicht haben es "moderne" Leute in manchen Bereichen einfacher - Leute, die entweder dem Zeitgeist voraus sind und den Trend erschnuppern (der Idealfall!) oder die mit dem Strom schwimmen. Ich maße mir nicht an, das zu beurteilen. Manchmal wäre ich auch gern eine *typische* Frau, die George Clooney bei seiner heutigen Wohltätigkeits-Stippvisite in Baden-Baden zujubelt, Dessous trägt (nicht mehr lange, wenn Herr Clooney in der Nähe weilt), bei IKEA "nur" Teelichter kauft und mit ihren Freundinnen stundenlang telefoniert oder chattet, Dean und Sam aus "Supernatural" anhimmelt und ihrem *Göga* damit auf die Nerven fällt. Aber das kann ich nicht. Ich bin halt altmodisch. Und eigentlich stehe ich dazu.

Bildquelle: Pezibear / Pixabay


Sonntag, 24. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (V)


Über die Hälfte haben wir jetzt geschafft, und ich bin fast ein bisschen traurig, dass sich unsere Runde damit dem Ende entgegen neigt. Es ist toll und ein gutes Gefühl, zu sehen, wie besonders zwei der noch aktiven Teilnehmer sich mit der Geschichte und den Figuren beschäftigen und ihre Schlüsse ziehen, miteinander diskutieren und rätseln, was es mit den Familien Whitehurst und Escaray auf sich hat. Ich habe mich in den letzten Tagen virtuell ein wenig rar gemacht - es scheint mir, dass mich jemand im Internet stalkt, auch wenn das vielleicht nur paranoide Vermutungen sind. Ganz raushalten kann ich mich natürlich nicht, dazu bin ich viel zu neugierig... Interessant finde ich, wie sich der Leser doch schon recht bald ein Bild der jeweiligen Charaktere macht und diese Meinung, unabhängig von dem Handeln der Figur, weitgehend beibehält. 

 




 So fiel mir auf, dass Valentine bei vielen zwiespältige Gefühle hervorruft, während der Graf Carrick Escaray einen unbeirrbar treuen Fan hat und beim nächsten Leser blasiert wie Dorian Gray und ein wenig *over the top* wirkt. Gaspard ist immer noch ein Sympathieträger, jedoch wird nun auch deutlich, dass er Fehler macht und sich häufig von seinen Gefühlen leiten lässt (worüber ein Psychotherapeut erhaben sein sollte).

Manchmal mische ich mich ein, um das Verhalten der Figuren plausibel darzulegen, aber eigentlich möchte ich es meinen Lesern überlassen, das, was sie lesen, zu interpretieren. Schließlich muss sich eine Geschichte in der Regel von selbst erklären. Man hat ja nicht bei jeder Lektüre den Autor in Reichweite.

Für alle Fälle kann man mir Fragen stellen, die ich entweder in Spoiler setze (danke, Büchertreff, für diese ungemein praktische Funktion!) oder ganz zum Schluss beantworten werde, wenn jeder der Teilnehmer fertig ist mit dem Buch.

Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir nun etwa bei Kapitel 10. Ab da wird das Geschehen, das solche verheerenden Auswirkungen auf Valentine hatte, Stück um Stück aufgeklärt, denn es beginnt mit einem immer wiederkehrenden Alptraum des jungen Soldaten, der in den weiteren Kapiteln durch Renoirs gesammelte Informationen aus Dokumenten, Berichten von des Grafen nahestehender Personen und eine Hypnosesitzung seine Auflösung erfährt.

Übrigens: Es gibt Orangenhaine in England in herrschaftlichen Gärten (ob sie blühen und Früchte tragen, ist eine andere Frage - aber auch in Großbritannien scheint zuweilen die Sonne), und Autos gehörten um die Zeit der Jahrhundertwende des letzten Jahrtausends schon zum Alltag, besonders in industrieorientierten Gebieten und Großstädten. Telefon in begüterten Haushalten sowieso (es wurde bereits 1876 von Graham Alexander Bell erfunden).


Samstag, 16. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (IV)...


... und eine kurze, klugsch***erische Abhandlung zum Verhalten eines meiner Protagonisten.



Inzwischen sind wir so ungefähr beim fünften Kapitel angelangt (die Kapitel sind recht lang - heute würde ich sie in kürzere Abschnitte unterteilen). Leider sind ein paar der Teilnehmer aufgrund Zeitmangels aus der Runde ausgestiegen... das fand ich sehr schade, schmälert aber nicht die Lust und den Eifer, dabei zu sein. Allerdings muss ich mich häufig bremsen, nachdem ich freundlich ermahnt wurde, nicht zuviel zu erklären, weil man auf die Lösung gern selbst kommen möchte. Absolut verständlich!

Es bleibt spannend, wird aber kompliziert. Neben dem auf mysteriöse Weise verschollenen Titelhelden gibt besonders Valentine Whitehurst meinen lieben Mitlesern Rätsel auf. Vielen erscheint sein Verhalten merkwürdig, oft kindisch, dann wieder sehr erwachsen, ergo unberechenbar. Wenn man die Geschichte zum ersten Mal liest, bekommt man diesen Eindruck ziemlich schnell: Valentine ist sprunghaft, und er wirkt nicht einmal rührend oder sympathisch in seiner Kindlichkeit und den absurden Gedanken, die bis hin zu Wahnvorstellungen reichen. Der junge Mann ist schließlich um die achtzehn Jahre alt - zur damaligen Zeit nicht volljährig, aber streng genommen schon erwachsen.

Vergessen werden sollte jedoch nicht, dass Valentine niemals zuvor von Zuhause weg war, bevor er ins Ausland auf eine höhere Schule geschickt wurde, und dass ihn die Ereignisse im Krieg und auch die Geschehnisse kurz zuvor (die noch im Dunkeln liegen) schwer traumatisiert haben. Er leidet wie viele heimkehrende Soldaten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung - eine heute anerkannte Krankheit, deren Erforschung Anfang des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen steckte und bei eben jenen jungen traumatisierten Heimkehrern vom Ersten Weltkrieg als "Bombshell disease" diagnostiziert wurde.

Valentine zeigt typische Symptome dafür: Katatonie, übersteigertes Empfinden, Panikattacken und epileptische Anfälle, sogar Suizidgedanken, die ihm laut eigenen Angaben eine Stimme einflüstert. Wikipedia weiß sogar noch mehr und zählt weitere Verhaltensmuster von Menschen in Valentines Situation auf.


Darüber hinaus möchte ich betonen, dass "Das Bildnis des Grafen" keine reine Kriminalgeschichte ist, sondern mit übersinnlichen Elementen spielt. Ob Valentines ambivalente Beziehung zu dem Grafen Carrick Escaray verstandesmäßig geklärt werden kann, bleibt abzuwarten (und ich hoffe, meine Leser sind weiterhin begierig darauf zu erfahren, wie es weitergeht).


Freitag, 15. Februar 2013

Wie schreibe ich einen Roman?

Naja, entweder ganz altmodisch mit Stift und Papier oder am PC, sagen die Pragmatiker und Prosaiker. Aber ein bisschen mehr gehört schon dazu. Am wichtigsten ist die Idee (möglichst eine, die nicht jeder hat), Phantasie  und die Begeisterung, die ein Autor für sein unter seinen Händen entstehendes Werk empfinden sollte.

Gehe ich von mir selbst aus, so bin ich momentan recht froh, an nichts "ernsthaft" zu arbeiten, denn meine Begeisterung schlägt nicht selten in so etwas wie Besessenheit um (ich mag das Wort nicht und schon gar nicht die Bedeutung dahinter, finde aber kein passenderes), und ich beschäftige mich rund um die Uhr mit meinen Charakteren und der Geschichte, die nicht nur Emotionen wecken soll, sondern auch einigermaßen logisch und nachvollziehbar aufgebaut sein möchte.

Insofern ist Schreiben außer Kunst manchmal ebenso eine richtige Herausforderung, um nicht zu sagen Schwerstarbeit (Spaß macht es trotzdem, sonst wäre es ja sinnlos, überhaupt anzufangen).



Bru-nO /Pixabay



Daher sind ein paar Tipps bestimmt hilfreich. Ein *Klick* führt zu meinem Artikel, in dem ich berichte, was man außer Schreibutensilen noch so braucht. Und das ist nicht unbedingt ein Doktortitel.



Sonntag, 10. Februar 2013

George Mallory und Andrew "Sandy" Irvine

Männergeschichten, Abenteuer, Drama und Freundschaft üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus. Den Grundstein dafür hat vermutlich neben Karl May der Bergsteiger George Herbert Leigh Mallory gelegt (1886 -1924, rechts im Bild - links Sandy Irvine), der in seiner Heimat Großbritannien so etwas wie eine Legende ist und zu Lebzeiten womöglich noch berühmter war. Nicht zuletzt war sein Schicksal und die vorangegangene, mehrmonatige Reise nach Tibet eine Quelle der Inspiration, die mich zum Schreiben eines Romans bewogen hat. 

 


 1924 brach George Mallory zu einer Expedition zum Mount Everest auf, von der er nie mehr zurückkehrte, als er sich gemeinsam mit dem zweiundzwanzigjährigen Andrew Irvine am Morgen des 8. Juni aufmachte, den Gipfel zu erklimmen. Fast genau fünfundsiebzig Jahre nach seinem rätselhaften Verschwinden fand eine deutsche Expedition den gut erhaltenen Leichnam Mallorys knapp unterhalb des "Second Step". Sein Gefährte Irvine bleibt verschollen.

Viele Alpinisten und Experten vermuten, dass George Mallory vor Sir Edmund Hillary den Everest bezwungen hat - im Gegensatz zu diesem von der Nordflanke aus, die unter Experten als die unwegsamere Route gilt. Beweise hierfür wird es wohl nie geben und die Spekulationen nie abreißen, aber es spricht doch einiges für eine erfolgreiche Erstbesteigung.

Heute Abend um 19.30 Uhr läuft im ZDF eine Dokumentation über die beiden tapferen Pioniere. Bin richtig gespannt darauf. 

 



Mein Bericht auf Pagewizz über George und Sandy wurde mit der "Editor's Choice" geadelt, auf die ich sehr stolz bin.



Freitag, 8. Februar 2013

Ein Plädoyer für Wassermänner


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Keine Angst, ich werde nicht esoterisch. Mit Astrologie habe ich nichts mehr am Hut, seit ich mich als Teenager damit ein bisschen beschäftigt und festgestellt habe, dass die den Tierkreiszeichen zugeordneten Eigenschaften auf wenige bis gar keine Bekannten zutreffen, und wenn doch, war / ist das vermutlich Zufall. Was ich bin, werde ich hier nicht verraten (man könnte Schlüsse ziehen…), aber jedenfalls kein Wassermann. Das ist in folgender Hinsicht bedauerlich:

Ich liiiiebe den Wassermann als Fabelwesen, und besonders den kleinen naseweisen von Otfried Preußler. Da kann das langweilige Einhorn einpacken.

In der Grundschulbibliothek im Keller habe ich mir - kaum des Lesens mächtig - dieses Buch immer und immer wieder ausgeliehen, um in die Unterwasserwelt des kleinen Wassermanns zu tauchen, seine irgendwie heute unspektakulären Abenteuer zu erleben und vor allem: die unbeschreiblich eigenwilligen und liebevollen Zeichnungen zu bewundern. Den heimelig-muffeligen Geruch des kartonierten Einbands habe ich immer noch im Gedächtnis und manchmal sogar in der Nase.

In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir das Buch als Erwachsene gekauft (ich habe es früher nie besessen - irgendwie war der Kick größer, in die Bücherei zu gehen und nachzusehen, ob der Wassermann gerade verfügbar für mich war), aber heute hat es eine prosaische EAN-Nummer hinten und einen wasserabweisenden Schutzeinband.

Es wird dennoch immer einen Ehrenplatz einnehmen, denn wie gesagt, ich bin verrückt nach Wassermännern (wobei mir auffällt, dass ich ganz viele kenne - astrologisch betrachtet)  und wäre ab und zu gern selbst einer. Oder eine Wasserfrau.



Dienstag, 5. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (II)



Aaah! Ich bin so glücklich und geschmeichelt und asdfghjkl (*keineWortehabevorBegeisterung*)!!!

Nach dem zweiten Kapitel des Grafen vergleicht man meinen Roman mit den Meistern Oscar Wilde und Edgar Allan Poe!!! Ich bin zwar kein ausgesprochener Kenner von beiden (tatsächlich habe ich keine einzige Gruselstory von Letzterem gelesen - sollte ich dringend nachholen), aber es freut mich ungemein, dass meine altmodische Schreibe (die ich übrigens nicht im Alltag oder meinen moderneren Geschichten verwende) nun nach einigen Startschwierigkeiten so gut ankommt. 




Auch Meinungen darüber, dass die Charaktere einzigartig, somit keine Kopien von anderen Autoren seien und trotzdem nachvollziehbar und verständlich, haben mich schier an die Decke schweben lassen vor Glück. Als Everybody's Darling kristallisiert sich der Psychologe Gaspard heraus, während Valentine scheinbar keinen leichten Stand unter meinen Lesern hat. Macht aber nichts; ich hatte ihn nicht als Sympathieträger angelegt, und bisweilen kann er sogar recht durchtrieben sein.

Nach all den Enttäuschungen bezüglich meiner Romane habe ich irgendwie ein bisschen mehr positives Feedback aber auch verdient. Stelle ich mal in aller mir angeborenen Bescheidenheit  fest. Kritik, wenn sie denn berechtigt ist, kann mich jetzt nicht mehr schrecken.

Manchmal denke ich, meine Leser trauen sich vielleicht gar nicht recht, mir den Marsch zu blasen. (O; Also, wenn einer von euch wunderbaren Bücherwürmern das hier liest: ich bin offen für alles.


Montag, 4. Februar 2013

Na sowas! Gary Oldman war mal jung!

Wenn der Name Gary Oldman fällt, denkt man zuerst an einen verzottelten, tätowierten Sirius Black aus den erfolgreichen Harry Potter-Filmen oder an einen mittelalterlichen Schauspieler, der Blockbuster wie Batman oder den Spionagethriller "Tinker Tailor Soldier Spy" um seine differenzierte Charakterstudie bereichert.

Weniger bekannt sind seine Rollen in Independentfilmen, so wie die des Rosenkranz in Tom Stoppards "Rosencrantz & Guildenstern are dead", in dem er gemeinsam mit Tim Roth eine höchst eigene Interpretation des Hamlets-Intimus zum Besten gibt, die von Kritikern mit dem Wortwitz von Monty Python oder dem legendären Komikerduo Laurel & Hardy verglichen wird.

 


 Dieser Film gehört zu meinen absoluten Favoriten. Nicht nur aufgrund der Wortspiele und der fast kammerspielartigen Atmosphäre auf Schloss Helsinör, sondern vor allem wegen der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, die sich auch privat seit Beginn ihrer Schauspielkarrieren kennen und schätzen. Man merkt, dass sie gute Freunde sind und beim Drehen im Karstgebirge von Jugoslawien (bekannt aus den "Winnetou"-Filmen) viel Spaß hatten.

Fragt man Mr. Oldman nach seinen persönlichen Lieblingsfilmen, so wird "Rosencrantz & Guildenstern are dead" garantiert in der Liste auftauchen.





Samstag, 2. Februar 2013

Leserunde "Das Bildnis des Grafen" ~ Erste Eindrücke





Puh. Es scheint, dass ich mir umsonst einen Kopf so groß wie ein Heißluftballon gemacht habe, was meine "Feuerprobe" betrifft: die supersüßen Leute, die mitlesen, sind bis jetzt begeistert und vor allem gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht und können es kaum abwarten, weiterzulesen. Ich finde, das ist das größte Kompliment, das einem Autor gemacht werden kann. Nichts Schlimmeres als langweiliges Gelaber, das am Ende zu nichts führt (sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form).

Ich lese pflichtbewusst mit und kann es manchmal gar nicht glauben, dass ich das geschrieben habe und wieviel Spaß ich damit hatte. Schon komisch, irgendwie.

Wenn man mich fragt, woher ich die Idee für "Das Bildnis des Grafen" hatte, kann ich das gar nicht wirklich beantworten. Es war einfach in mir und wollte raus, und vieles kam mir auch erst im Prozess des Schreibens. Allerdings war der "Graf" recht störrisch und nicht - wie normalerweise - an einem Stück geschrieben. Zwei Jahre habe ich gebraucht, bis das Manuskript fertig war, die sechsmonatige Pause mit eingerechnet, in der mich auf halber Strecke der Mut verließ.

Schade, dass ich immer noch einige unfertige Sachen herumliegen habe, die es evtl. wert wären, daran weiterzuarbeiten. Doch mittlerweile ist - wie man so sagt - zuviel Wasser den Bach runtergeflossen, um alte Dinge wieder vorzukramen.

Jedenfalls macht mir die Leserunde sehr viel Freude, denn es ist ein gutes Gefühl, wenn andere auch Spaß haben an den Geschichten, in die man wirklich viel Herzblut fließen hat lassen und Energie gesteckt hat. Und besonders gut gefällt mir, dass ich ein bisschen den "Besserwisser" spielen darf (ohne zuviel zu verraten, natürlich) und auch Fragen zur Entstehungsgeschichte und das Drumherum auftauchen.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Have a break, have a reading circle


josealbafotos / Pixabay



Wahrscheinlich werde ich im Februar nicht allzu viel Zeit zum Verbrechen lösen, bloggen und das Internet haben, sieht man von der Begleitung meiner Leserunde auf dem Büchertreff einmal ab. Ich möchte es gut machen und mich voll auf die Diskussion und Fragen konzentrieren. Entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben ist Multitasking nämlich kein Talent, das jedes weibliche Wesen automatisch beherrscht.

Und dann ist da natürlich noch RL, das einen immer wieder einholt, in dem man Mutlitasking mehr oder weniger freiwillig üben kann und das glücklicherweise auch noch existiert.



Bildquelle: DariuszSankowski / Pixabay

Dienstag, 29. Januar 2013

Überraschung! Meine Babies auf einen Blick!

Obwohl ich weder Geburtstag noch sonst irgendein Jubiläum habe, hat jemand Liebes beschlossen, mir eine Freude zu machen. (O:

Und diese Überraschung ist wirklich geglückt: zum ersten Mal kann ich meine Romane in "Lebensgröße" auf einem Fleck sehen, anfassen, in den Händen wiegen, beschnuppern und bewundern. Das war so schön, dass ich sofort ein Bildchen mit den entsprechenden Beigaben knipsen musste. Und was soll ich sagen, ich bin ein bisschen stolz auf mich.




Der Chianti wird vermutlich am Abend geköpft, denn der Anblick versetzt mich schon irgendwie in Ekstase Feierlaune. Unter uns: ich bevorzuge ja Roséweine, aber sagt man nicht, dass zu einem Buch ein gutes Glas Rotwein am stilechtesten ist?

Nähere Informationen zu den Bücher gibt es auf meiner Autorenseite. 

 

 

Sonntag, 27. Januar 2013

Vorbereitung zur Leserunde und ein erschreckendes Geständnis




Am 1. Februar beginnt auf dem Büchertreff die Leserunde zu meinem Debütroman. Dort werden ihn zwölf Leute mehr oder weniger zeitgleich lesen, untereinander darüber diskutieren und mir Fragen stellen, vielleicht auch Kritik üben (bitte nicht zu harsch).

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Zum einen ist mir bewusst, dass meine Romane nicht wirklich dem Massengeschmack entsprechen und sie gelegentlich sehr persönlich sind. Außerdem muss man dran bleiben und sich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren, da "der Graf"  mehrere Handlungsstränge verfolgt, die man im Kopf behalten sollte. Ein wenig geschichtliches Wissen wird auch vermittelt - immerhin handelt es sich um einen *historischen* Roman. Also keine leichte Lektüre für zwischendurch.

Zum anderen ist es recht lange her, dass ich das Buch geschrieben habe, und entweder ist mein Gehirn geschrumpft oder ich habe keinen Zugang zu meinem Mindpalace mehr: teilweise kann ich mich an Einzelheiten der Geschichte kaum oder gar nicht erinnern! Und das, obwohl ich im Allgemeinen ein ziemlich gutes Gedächtnis selbst (oder gerade) für scheinbar unwichtige Dinge habe. Auf weiten Strecken wird es wohl so sein, dass ich mich mit meinen Erstlesern gut identifizieren kann. Hat auch was, oder?

Ich hoffe, dass jeder viel Spaß hat und trotz der Komplexität der Geschichte etwas für sich daraus mitnimmt. Und dass ich trotz Unsicherheiten die Leserunde kompetent begleiten werde. Zugegeben: ich freu' mich ja tierisch darauf und kann es kaum abwarten, bis es endlich losgeht. (O:

Und jetzt laufe ich zu meinem Kalender mit Südseeimpressionen und hake den Sonntag ab. Irgendwie scheint mir der Januar dieses Jahr extrem lang zu sein.

 

Samstag, 26. Januar 2013

Leseprobe: Das Bildnis des Grafen (Kap. 12 / Teil 2)



Nachdem Renoir einen Verdacht gegen seinen Patienten Valentine hegt, beschließt er, diesen damit direkt zu konfrontieren.

Achtung: Dieser Ausschnitt enthält einen sogenannten Spoiler!

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Winnetou und Old Shatterhand, Sherlock und John und Fackeln im Sturm

Männerfreundschaften haben meine literarische Richtung geprägt.

Ich schreibe bevorzugt über ungewöhnliche Beziehungen unter dem "starken" Geschlecht, die in der Gegensätzlichkeit meiner beiden Protagonisten häufig Belastungsproben ausgesetzt sind.

Beeinflusst haben mich dabei sicher Filme und Bücher wie die von Karl May oder auch die Geschichten von Sherlock Holmes respektive Dr. House, dessen einziger Freund Dr. Watson bzw. Dr. Wilson ist.

 

Stocksnap / Pixabay


Vermutlich war ich das einzige weibliche Wesen, das die Nase rümpfte, wenn eine potentielle Heiratskandidatin für Little Joe auf der Ponderosa in "Bonanza" aufkreuzte. Glücklicherweise hatte sie oft ein blaues Kleid an, was bedeutete, sie würde das raue Wild West-Dasein bis zur nächsten Episode nicht überleben.

Überhaupt: Frauen in Film und Literatur sind mir meist zu zickig, zu schwach oder übertrieben tough. Außer das Haselnuss-Aschelbrödel in der tschechischen Verfilmung fällt mir gerade keine Figur ein, die meine unverhohlene Sympathie hat.

*Klick* auf den Link, um meine männlichen Lese- und Filmtipps aufzurufen.










Freitag, 25. Januar 2013

Dr. House gets the Blues


Ich wollte Hugh Laurie sehen. Und dafür bin ich vor beinahe zwei Jahren, im April 2011, (uff, schon so lange her!) extra in den (für mich) hohen Norden gefahren (ohne “It’s not Lupus”-T-Shirt.^^), wo sein erstes Konzert stattfand.

Mein Fazit: Die Maske leistet bei Dr. House ganze Arbeit, aber trotzdem hat der Mann etwas, was viele andere nicht haben: Er kann singen!

Link zum Konzertbericht


Mittwoch, 23. Januar 2013

In Gedenken

Eigentlich könnte dieser Eintrag für viele - besonders Nicht-Tierbesitzer - albern sein, darum schreibe ich ihn für mich selbst in Gedenken an meinen wundervollen, süßen, unnachahmlichen Kater "Bärle / Hoschi / Hoboken / Joggele / Hosenmann / der große Bauer" Joschi, der sich heute vor einem Jahr von uns verabschiedet hat.

Er fehlt mir immer noch sehr, gemeinsam mit den kleinen Ritualen, die im Umgang mit ihm meinen Alltag aufgehellt haben. Inzwischen überwiegen die guten und schönen Erinnerungen an ihn und nicht die trostlose Traurigkeit über die Lücke, die nicht mehr gefüllt werden kann. Mein Joschi war wirklich special. Ein Geschenk. Richtig toll. Jeder sagt das über "sein" Tier, und mit Recht.


Joschi im November 2011


Ich hatte nie Ärger mit ihm, dafür viele unvergessene Jahre, die einen Großteil meines Lebens ausgemacht haben. Wenn ich über ihn schreibe und daran denke, klopft mir das Herz. Kein anderer Kater, sollte ich je wieder einen haben, wird mich umklammern wie er und mir (und nur mir (O;) mit seiner rauen Zunge den Hals abschlecken. Einmal war er nachts versehentlich eingesperrt und sein Katzenklo nicht in Reichweite - da hat er sich zu helfen gewusst und bauernschlau in die Dusche gemacht, wo seine Hinterlassenschaft schnell und problemlos entsorgt werden konnte. Nie hat er irgendetwas kaputt gemacht oder zerbrochen (man hört ja allerhand chaotisch-berüchtigte Geschichten mit Katzen und Porzellanvasen respektive Christbäumen), und es war doch nie langweilig mit ihm.

Seine liebenswerten Eigenheiten und Macken haben ihm Charakter verliehen, aber er war vor allem gutmütig, verschmust und sehr zuvorkommend und geduldig gegenüber "seinen" Menschen und kleinen Kindern, die mit ihm spielen wollten und ihn dabei derber anfassten, als er es gewohnt war. Ein Katzen-Gentleman vom Schnurrhaar bis zum schwarzen Fußballen. Gegenüber Fremden ein wenig misstrauisch, aber das war uns ganz recht. Immerhin mussten wir zwei Jahre von den insgesamt zweiundzwanzig ohne ihn sein. Seine abenteuerliche Geschichte gibt es hier: Mein Kater Joschi.

Auf seinem kleinen, mit Steinen abgesteckten Grab im Garten unter der Linde haben bis vor kurzem Stiefmütterchen geblüht. Zuerst wollte ich kein *sichtbares* Grab für ihn (er ist ohnehin nicht mehr dort, sondern zusammen mit seinem Kumpel im Katzenhimmel), aber jetzt gibt mir die Bepflanzung und Pflege doch ein wenig Trost. Und irgendwann, da bin ich mir sicher, sehen wir uns wieder. 

 

 

Dienstag, 22. Januar 2013

Das ist doch nicht koscher! ~ Ja, was denn nun?

Die Kaschrut oder was darf man als orthodoxer Jude essen? *Klick*




Valentine Whitehurst, der junge Soldat in meinem Roman “Das Bildnis des Grafen”, ist jüdischer Herkunft, und sein Arzt und Psychologe Gaspard Renoir fragt sich beim gemeinsamen Weihnachtsmahl mit Lilian und Melvin nicht zu Unrecht, ob Yorkshirepudding koscher ist und von Valentine überhaupt verzehrt werden darf. In der Überschrift (Link) findet sich eine Vereinfachung der Regeln, die sehr viel komplizierter sind als nur das Verbot des Verzehrs von Schweinefleisch.


Quelle Foto: BRBurton23 / Pixabay

Leseprobe: Das Bildnis des Grafen (Kap. 12 / Teil 1)



Diese Szene ist ein Schlüsselerlebnis für den Psychologen Gaspard Renoir, da er danach seinen Patienten in einem anderen Licht sieht. In einem, das ihm gar nicht gefällt...

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Montag, 21. Januar 2013

Mein literarisches Highlight des Jahres 2012

 
Kurzbeschreibung Amazon:
 

Völlig überraschend trifft Elio seine erste große Liebe: Der Harvard-Absolvent Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der italienischen Riviera zu Gast, wo er ein Buch abschließen will. Oliver ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Die Zuneigung ist gegenseitig, doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt. In einem kurzen Sommer zwischen Obsession und Angst, Verlangen und Verzweiflung suchen zwei Menschen nach dem Augenblick der absoluten Erfüllung.

 




Meine Meinung:

Eigentlich bin ich kein Freund von Liebesgeschichten. Trotzdem hat mich dieses Buch auf eine Empfehlung hin neugierig gemacht. "Ruf mich bei deinem Namen" ist das erste Buch, das ich nach einer mehrmonatigen Leseflaute zur Hand genommen habe - und es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ruhig, unaufgeregt, gefühlvoll und ohne eine Spur von Pathos oder Bewertung einer erblühenden Liebe zwischen zwei jungen Männern, versteht es André Aciman, die Verwirrung und die Begierde des jugendlichen Ich-Erzählers in eine Geschichte zu verwandeln, die noch lange im Leser nachhallt. Besonders schön fand ich neben der poetischen Sprache und den verzweifelt-leidenschaftlichen Beschreibungen, dass keiner der beiden Protagonisten einen Stempel aufgedrückt bekommt, der sie für die Gesellschaft in den 1980er Jahren, in denen die Erzählung angesiedelt ist, brandmarken würde. Es gibt kein "schwul" oder "bi", sondern einzig die Emotionen zweier Menschen, die sich unwiderstehlich zueinander hingezogen fühlen und die darüber doch sehr unsicher sind.

Oliver, der amerikanische Gast, gibt sich dem Professorensohn Elio zunächst spröde gegenüber, doch nach und nach entdeckt Elio Gemeinsamkeiten, von denen er glaubt, auch Oliver müsse sie bemerken. Beide lieben Gedichte, sind Außenseiter, unsicher und schüchtern, wenngleich der gut aussehende Oliver diese Eigenschaften mit Sarkasmus, zahllosen Affären in der Stadt und Lassier-Faire überspielt. In seiner Begierde nach dem sieben Jahre älteren Mann fühlt sich Elio verletzt und zugleich wertlos und "falsch". Er beginnt eine Affäre mit der Nachbarstochter, um Oliver zu vergessen und sich zu beweisen, dass er "nicht gegen die Natur" ist, doch Oliver bekommt er nicht aus dem Kopf. Als es ihm schließlich gelingt, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen und mit ihm zu schlafen, verliert er sich in einem Strudel aus Selbsthass und Zerrissenheit. Für Oliver scheint es nicht mehr als ein Spiel zu sein, doch kurz vor seiner Abreise in die Staaten gesteht er Elio, ihn von Anfang an begehrt zu haben. Sehr lebendig geschildert sind die oft ein wenig kryptischen Gespräche zwischen den beiden und das, was sie miteinander verbindet. Erinnerungen an Kleinigkeiten und Orte, die nur für Liebende eine besondere Bedeutung haben.

Ihre Wege trennen sich, doch ganz aus den Augen verlieren sie sich nie. Oliver heiratet, gründet eine Familie und kehrt irgendwann zu Elios Familie als Feriengast zurück, doch Elio lebt mittlerweile in den Staaten, so dass sich nur ein kurzes Telefongespräch ergibt. Als sie sich später wieder treffen, weigert sich Elio, Olivers Einladung anzunehmen, da die Begegnung mit seiner Frau zu schmerzhaft wäre. Doch es zeigt sich, dass auch Oliver den italienischen Jungen nie so recht vergessen konnte. Gänsehaut hatte ich beim Schluss:

"Ich bin wie du", sagte er. "Ich weiß noch alles."

Ich stutzte sekundenlang. Wenn du noch alles weißt, hätte ich gern gesagt, und wenn du wirklich bist wie ich, dann wirst du dich, wenn du morgen abreist, ehe du die Tür des Taxis zuschlägst, wenn du dich schon von allen anderen verabschiedet hast und es in diesem Leben nichts mehr zu sagen gibt, nur dieses eine Mal mir zuwenden, vielleicht auch nur im Spaß oder als Nachgedanke - ein Gedanke, der mir alles bedeutet hätte, als wir zusammen waren - und wirst mir, wie damals, ins Gesicht sehen, meinen Blick festhalten und mich bei deinem Namen rufen."

Fazit: Ein wirklich lesenswertes, wunderbares Buch, das nachdenklich stimmt und ganz sicher noch mehrmals von mir gelesen wird! Ich bin restlos begeistert von der Melancholie und dem Einfühlungsvermögen, das Aciman in dieses feine, nie vulgär wirkende Werk gesetzt hat.

Bewertung:  

👍👍👍👍👍



Donnerstag, 17. Januar 2013

Eine Lanze für Fanfiction brechen. Oder wie alles begann...

Da ich ein sehr visuell geprägter, beobachtender und Medien interessierter Mensch bin (mit Medien meine ich Bücher und Filme - Technologie weniger… setzt mich vor ein IPad, und ich rätsle stundenlang, wo zum Henker eigentlich den Anschaltknopf ist), waren meine ersten Gehversuche in Richtung Schriftstellerei die des Fanfiction-Schreibens. Ich war ungefähr zehn oder elf und ein großer Fan von Michael Landon und seinen Serien “Bonanza” und “Unsere kleine Farm” (und nein, ich werde nicht rot und stehe dazu, beides auf DVD zu besitzen und immer noch gelegentlich anzusehen).

Mit einer Freundin fing ich an, kurze Geschichten zu Bonanza zu schreiben, sowie später zum bayerischen “Tatort” mit den Kommissaren Ivo Batic und Franz Leitmayr. Meinen Fanfiction-Höhepunkt erreichte ich mit dem Verfassen eines “House MD”-Epos, von dem einige Teile online stehen.
 


Ich weiß, dass Fanfiction von “kultivierten” Lesern häufig als “Schund” oder “niveaulos” belächelt wird, doch wer sich die Mühe macht, auf www.fanfiction.net ein paar Stories zu lesen, wird feststellen, dass es dort - wie bei richtigen Büchern - Geschichten gibt, die wahnsinnig gut geschrieben sind und emotional bewegen, unabhängig davon, ob es sich um Harry Potter oder Sherlock Holmes handelt.

Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß mit meiner Fanfiction, in der ich mal so richtig die Sau rauslassen konnte. (O;

Mein OTP (Own True Pairing) war übrigens weder Huddy noch Hilson… und das Weiterentwickeln der bereits vorgegebenen Figuren war / ist eine gute Übung, um nicht einzurosten, wenn einem partout keine eigenen Charaktere einfallen wollen.

Link: Mein Fanfiction-Bericht für Dummies



Dienstag, 15. Januar 2013

Seelenverwandte ~ House und Holmes

Von meiner Leidenschaft für “House MD” (nur echt im Original - also meine Leidenschaft!) habe ich ja bereits berichtet. Meine Lieblingsstaffel ist die erste, denn da sieht man den *Mensch* House hinter dem *A*** House hervorblitzen, was später nicht mehr oft der Fall war.
 
 
www.hallofseries.com

 
Irgendwie hat sich die Figur im Lauf der Jahre nach rückwärts entwickelt, bis sie ab Staffel 7 bis zum Ende nur noch kindisch und nicht nachvollziehbar agiert und reagiert hat. Das ohnehin für viele recht dürftige Identifikationspotential wurde lieblos verpulvert. Schade.

Wie auch immer, der Bericht (*Klick*) verbindet meine Begeisterung für Dr. House und Sherlock Holmes, die viel gemeinsam haben. Gut kombiniert, möchte ich sagen. Oder auch "Elementary, my dear Watson."





Sonntag, 13. Januar 2013

Malen und Zeichnen

Selbstporträt


Neben dem Schreiben bin ich von Kindesbeinen an sehr an Farben, Stiften und leeren Papierbögen interessiert. Es gibt Filmaufnahmen, in denen ich als Dreijährige vor einer provisorischen Staffelei sitze, die mein Vater angefertigt hat, und eifrig Farbe auf Malerkittel und Block verschmiere. Zu meinen entstehenden Bildern habe ich Geschichten erzählt - vielleicht weil mir klar war, dass sich außer mir niemand einen Reim auf meine Kunst machen konnte.

Heute greife ich zu meinem Leidwesen nur noch selten zu Skizzenblock und Bleistift (und noch weniger häufig zu Farben), aber meine Begeisterung für bildende Kunst ist geblieben. Ich mag nicht nur abstrakte Gemälde oder spartanische Arbeiten, sondern auch die erstaunlich überrealistischen Werke der Präraffaeliten. Wo immer eine Ausstellung dieser Künstlergruppe in meiner Nähe stattfindet, besuche ich sie.

*Klick*

Samstag, 12. Januar 2013

Jeremy Irons, Anglophilie und wohin das führt...

Was hat Jeremy Irons mit meinen Romanen zu tun? Auf den ersten Blick eigentlich nichts. Wenn da nicht meine Schwäche für England, Film und britische, großgewachsene und geheimnisvoll wirkende Schauspieler mit sonoren Stimmen wäre… die Liste ließe sich um einige jüngere Kollegen erweitern, doch zu der Zeit, in der meine Geschichten nur so aus mir herausgesprudelt sind (ach ja, good ol’ times…), war er meine ganz besondere Inspiration.

 


Denn er gehört für mich nicht nur zu den vielseitigsten Charakterdarstellern, sondern verkörpert authentisch den vollendeten Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Er hat die melancholischsten, dunkelsten Augen, ist athletisch gebaut, schamloser Raucher und… ein gnadenlos guter Reiter! So verwundert es nicht, dass Jeremy Irons in buchstäblich jeder meiner Geschichten auftaucht, meist als einer der Hauptprotagonisten - in seinen besten Jahren.

Aber nicht nur Mr. Irons leihe ich mir gern mal aus, wenn ich über meine Figuren nachdenke und sie entwickle. Als begeisterter Cineast picke ich mir ein paar (oder alle) meiner Lieblingsschauspieler und lasse sie in Settings von düsteren Herrensitzen, im Paris der 1950er Jahre oder in vermeintlichen Spukschlössern agieren.

Dass sie als Objekte meiner wilden Phantasie herhalten, müssen die Herren und Damen ja nicht wissen, und ich bin hoffentlich diskret genug, um einen Wiedererkennungseffekt zu vermeiden (Psst… das war jetzt wirklich ein Geheimnis. Nicht weitersagen).