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Mittwoch, 27. April 2016

Agentenkram aus dem Hochglanzherrenmagazin: The Night Manager (BBC / AMC, 2015)

Keine Angst, der Titel des Beitrags klingt schlimm, aber die Serie ist es ganz und gar nicht. Was sich in der Mini-Serie zwischen Tom Hiddleston und Hugh Laurie entwickelt, ist große Schauspielkunst und ein noch größeres Vergnügen, wenn man James Bond mag, der bekanntermaßen in teurer Kleidung und exotischen Locations am besten zur Geltung kommt. Und obwohl ich kein 007-Kenner bin, habe ich mich bisher - durch die Hälfte der Serie - prächtig unterhalten.

Inhalt so far: Jonathan Pine (Tom Hiddleston), Ex-Soldat, sehnt sich nach einem ruhigeren Leben und hat es mehr oder weniger als Nachtportier in einem Hotel in Kairo gefunden. Dort sucht ihn eine geheimnisvolle Dame auf, die ihn bittet, Dokumente zu kopieren, die streng geheim sind. Pine kann es nicht lassen: er liest die Akten und geht mit der Schönen ins Bett. Wenige Tage später ist sie tot, ermordet von den Männern des Gangsterbosses und Wirtschaftmoguls Richard Onslow Roper (erst unfreiwillig komisch, dann subtil einschüchternd: Hugh Laurie). Pine trauert und lässt sich nach Zermatt versetzen. Die britischen Behörden bekommen Wind von der Geschichte, werden auf Pine aufmerksam und setzen ihn mit neuer Identität und einer kriminellen Vorgeschichte auf Roper an, um diesem das schmutzige Handwerk zu legen.

Meinung: Von der Geschichte war ich zuerst nicht sonderlich angetan, außer von Tom Hiddleston und den schönen, exklusiven Drehorten wie die Schweiz, Mallorca und Ägypten. Ein kleiner Downer war auch die Art, mit der Hugh Laurie den steinreichen und gefährlichen Waffenhändler spielt: der erste Eindruck von ihm ist der eines zweitklassigen Mick Jagger-Imitators in einer Agentenparodie: enge, rote Hosen, eine junge, freizügige Frau im Arm, rotzige Sprüche und eine polierte Tonsur, die in "House M.D." diskret mit einem Haarteil kaschiert wurde. So wirklich ernst konnte ich ihn nicht nehmen - anfangs. 

Aber ab der intensiven Szene der (von Pine inszenierten) Entführung seines kleinen Sohnes hat sich mein Urteil verbessert. Da blitzt ein bisschen Dr. House durch, der auch im Umgang mit Jonathan Pine nicht mehr ganz verschwindet. Er gibt sich bewusst patriarchisch-väterlich, als er durch seine Informanten erfährt, dass Pine eine enge Beziehung zu seinem Vater hatte, der in Belfast bei einem Einsatz getötet wurde, und erklärt Pine zu einem Mitglied der "Familie" - sicherlich kommt es da noch knüppeldick hinter der freundlichen Fassade.

Pine bleibt auf seinem Anwesen in Mallorca (supertolle, großzügige Architektur, da möchte frau sofort einziehen und Tom Hiddleston als Sonnenöl-Eincremehilfe am Pool und im Bett sitzen haben!), und beobachtet das Kommen und Gehen der "Familie", teils mit skeptischen, teils mit waidwunden Blicken. Besonders Frauen vertrauen sich ihm an, und so kommt es auch, dass Ropers giraffenlange Geliebte Jed mit ihm anbandelt, die ebenfalls ein Geheimnis hat.





Fazit: Ich bin erst mit der ersten Disc der Staffel durch, freue mich aber wie Schneekönig auf die kommenden Folgen. Das liegt - ich gestehe - vor allem an Tom Hiddleston. Der Mann hat etwas an sich, das über Talent und gutes Aussehen hinaus geht. In dem Cast, der an sich superb besetzt ist, leuchtet er unter all den zwielichtigen Gestalten des Roper-Universums wie eine kleine Sonne, auch wenn er als Jonathan Pine hin und wieder den toughen Verbrecher und kaltblütigen Geschäftsmann mimt, um Roper an der Nase herumzuführen. Bisher eine absolute Empfehlung!





Samstag, 23. März 2013

House MD ~ Staffel 8

Ahm... ok. Wir haben es getan. Uns gestern die achte und letzte Staffel von Dr. House gekauft, obwohl ich die siebte schon sch*** fand und das auch schamlos öffentlich gemacht habe. Aber ach, was tut ein Fanherz nicht alles, selbst wenn es nur ein Ex ist. Wirklich, ich mochte House. Den Typ und die Serie. Was ich damit erlebt habe, ist mir bei keiner anderen Serie vorher passiert. Ich hatte soviel Spaß an den ausgetüftelten Charakteren und Geschichten, in denen der zu behandelnde Patient eigentlich zur Rahmenhandlung wurde, dass ich nicht nur eifrig mitgerätselt, spekuliert und diskutiert, sondern mich auch auf schriftstellerischer Ebene davon habe inspirieren lassen.

Das besondere an der Figur Gregory House war für mich, dass er und all die Figuren um ihn herum im Kern ganz anders waren, als sie nach außen hin schienen. "Everybody lies" traf nicht nur auf die Patienten zu, sondern für jeden - ob Arzt, Patient, Freund oder Liebhaber. Dass das von Fans geforderte "Huddy" in die Binsen geht, war abzusehen und wie ich finde, ein grober Verstoß der Macher, denn die talentierte und im Grunde sympathische Lisa Edelstein zieht gegen den Übergott Hugh Laurie natürlich den kürzeren und erhält in der achten Staffel kurzerhand "House"-Verbot.

In den späteren Staffeln mochte ich Lisa Cuddy zwar nicht mehr so sehr (fing bei ihrer Baby-Manie in Staffel 5 an), aber mir haben die Kabbeleien zwischen ihr und House immer gut gefallen, solange da nichts Ernsthaftes im Busch war. Außerdem fand ich House in der Mentorenrolle extrem gut, in die er bei seinem ersten Team Chase, Foreman und Cameron mehr oder weniger freiwillig geschlüpft ist.

Darum sind für mich die ersten drei Staffeln auch die besten - danach hätte meinetwegen Schluss sein können.

Trotzdem haben wir als Fans nun die komplette Reihe, wenn auch vielleicht nur der Vollständigkeit halber. Das Bonusmaterial auf der letzten Staffel haben wir uns bereits angesehen, und ich war total beeindruckt, mit wieviel Leidenschaft die Leute - Produktion, Schauspieler und Techniker - bei der Sache sind, um etwas zu kreieren, das außergewöhnlich sein sollte und es auch wirklich war. Denn trotz nachlassender Qualität und Quoten im Lauf der Jahre gibt es einen zweiten House bestimmt so bald nicht wieder... ganz zu schweigen von so einem schnuckeligen Doktor wie Robert Chase / Jesse Spencer. (O;




Freitag, 25. Januar 2013

Dr. House gets the Blues


Ich wollte Hugh Laurie sehen. Und dafür bin ich vor beinahe zwei Jahren, im April 2011, (uff, schon so lange her!) extra in den (für mich) hohen Norden gefahren (ohne “It’s not Lupus”-T-Shirt.^^), wo sein erstes Konzert stattfand.

Mein Fazit: Die Maske leistet bei Dr. House ganze Arbeit, aber trotzdem hat der Mann etwas, was viele andere nicht haben: Er kann singen!

Link zum Konzertbericht


Dienstag, 15. Januar 2013

Seelenverwandte ~ House und Holmes

Von meiner Leidenschaft für “House MD” (nur echt im Original - also meine Leidenschaft!) habe ich ja bereits berichtet. Meine Lieblingsstaffel ist die erste, denn da sieht man den *Mensch* House hinter dem *A*** House hervorblitzen, was später nicht mehr oft der Fall war.
 
 
www.hallofseries.com

 
Irgendwie hat sich die Figur im Lauf der Jahre nach rückwärts entwickelt, bis sie ab Staffel 7 bis zum Ende nur noch kindisch und nicht nachvollziehbar agiert und reagiert hat. Das ohnehin für viele recht dürftige Identifikationspotential wurde lieblos verpulvert. Schade.

Wie auch immer, der Bericht (*Klick*) verbindet meine Begeisterung für Dr. House und Sherlock Holmes, die viel gemeinsam haben. Gut kombiniert, möchte ich sagen. Oder auch "Elementary, my dear Watson."





Montag, 7. Januar 2013

Britische TV-Serien...



… sind mein *guilty pleasure*. Und das nicht nur, weil die Engländer so herrlich schrullig sind und einen Humor haben, der meinem eigenen entgegenkommt. Auch ihre historisch fundierten TV-Epen wie “Brideshead Revisited” oder britische TV-Krimis haben es mir angetan.

 


 Allerdings mit einer Einschränkung: ich bin sehr auf Schauspieler fixiert. So entgeht mir vielleicht die eine oder andere gute Produktion, aber ich brauche mindestens ein mir bekanntes und sympathisches Gesicht, um mich für einen Film oder eine Serie erwärmen zu können.

Gerade bin ich dabei, “Fortysomething” zu entdecken, die Serie von 2003 mit Hugh Laurie als von der Midlife-Crisis gebeutelter Dr. Paul Slippery. Nach der zweiten Folge habe ich die chaotische Familie in mein Herz geschlossen.

Und Benedict Cumberbatch ist einfach hinreißend als der fast schon anormal ritterliche und altmodische Rory.

War er da tatsächlich bereits Ende Zwanzig? (O;