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Montag, 30. Dezember 2013

Jahresrückblick 2013 und Schumi

Wie immer zwischen den Jahren und Dollerei und Juxraketen werde ich ein bisschen melancholisch. Viel zu schnell gehen die 365 Tage eines Jahres vorüber, und immer schneller, je älter man wird. War nicht erst Silvester 2012? Komisch eigentlich, warum das jeder so empfindet. Ich habe zumindest noch keinen Erwachsenen das Gegenteil behaupten hören.

Mein Jahr 2013 war keines, das mir aufgrund glücklicher Ereignisse im Gedächtnis haften bleiben wird. Viel wahrscheinlicher geht es als das Jahr der Umbrüche und Veränderungen in meine persönlichen Annalen ein - ich bin kein großer Freund von beiden, auch wenn man an Herausforderungen bekanntlich wächst.

Privat und beruflich hat sich einiges getan, auf das ich - wenn ich ehrlich bin - gut hätte verzichten können. So schön berufliche Narrenfreiheit ist, vermisse ich doch ein bisschen die Routine eines geregelten Arbeitalltages. Momentan bin ich noch dabei, meinen Platz zu suchen im neuen Konzept. Man sagt ja, aus Krisen gehe man gestärkt hervor - entweder trifft das nicht auf jeden zu oder meine Krise ist noch nicht komplett überwunden. Aber immerhin ist das, was schlimm gewesen ist, weitgehend überstanden oder hat sich als Mücke anstatt eines Elefanten herausgestellt. Natürlich hat man an so manchem Brocken noch zu knabbern; insgesamt bin ich jedoch froh und vor allem dankbar, dass meine Lieben gesund sind.

Wie zerbrechlich und was für kostbare Güter Wohlbefinden und Gesundheit sind, hat mir u. a. der Skiunfall von Michael Schumacher gezeigt. Obwohl ich ihn nicht persönlich kenne, tat mir die Nachricht über seinen lebensbedrohenden Zustand weh und beschäftigt mich immer noch, mehr vielleicht als es sollte. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles erdenklich Gute und viel Kraft.

Auch an die Schwester einer Freundin denke ich oft, die dieses Jahr völlig unvermutet in eine Situation geraten ist, die Stärke von einem selbst erfordert und die Gnade unseres Schöpfers.

In diesem Sinn gehe ich mal mutig voran ins kommende Jahr (was bleibt mir anderes übrig? (O;) und hoffe auf ein leichteres, freudigeres als das letzte. In der Hauptsache wünsche ich mir einfach mehr Unbeschwertheit, die ich irgendwie und irgendwo zwischen 2010 und 2013 verloren habe.




Samstag, 28. Dezember 2013

Neues Jahr - neuer Platz. Für ein schmuckes Familienerbstück

Ein Beitrag in eigener Sache. Ich muss mich von einem Erbstück meiner Oma trennen. Leicht fällt mir das nicht, weil ich das zweiteilige Wohnzimmerbuffet aus Nussbaumholz immer noch schön und vor allem originell  finde. Die Krux dabei: es steht überall im Weg herum.




Der Stil (späte 1950er / frühe 1960er Jahre) passt nicht in meine viktorianisch anmutende Wohnung, so dass das edle Stück - übrigens ein Unikat meines Großvaters, der Schreiner war - zuerst ein Dasein im Keller und nun in einer Art Abstellkammer fristet. Trotzdem: ich habe es sehr gern gehabt und fände es schön, wenn es in gute Hände käme respektive an jemanden, der es zu schätzen weiß und nicht auf billige Massenware Made in China aus ist. Es ist ziemlich schwer, aber wie gesagt, man kann es auseinandernehmen.

Mein Vater bietet es auf ebay an, zum Startpreis von einem Euro. Um ehrlich zu sein, es täte mir leid, es zu diesem Preis weggeben zu müssen... obwohl es mir nach einiger Überredungskunst von seiten meiner Familie einleuchtet, dass es in beiden Wohnungen einfach zu dominant wirkt.

Es hat nur minimale Gebrauchsspuren, noch alle Schlüssel und Böden und einen kleinen Spiegel über der linken Schublade. Die verzierten Glasfenster sind verschiebbar. Früher hatte ich dahinter meine Porzellankatzen-Sammlung aufbewahrt. Der untere Schrank ist in zwei Fächer aufgeteilt und wurde von mir als Stauraum für große Brettspiele genutzt, während im oberen hauptsächlich Bücher und DVDs untergebracht waren.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich ein neuer, netter Besitzer findet, der es so in Ehren hält wie ich.



Freitag, 27. Dezember 2013

Sherlock returns!



ENDLICH! Nach zweijähriger Durststrecke für die Fans der BBC-Serie kehrt Sherlock am Neujahrstag auf den (britischen) Bildschirm zurück! Einen Auftakt und Vorgeschmack auf die dritte Staffel gab es bereits am 24. Dezember mit der Mini-Episode "Many happy Returns", über die ich ehrlich gesagt nicht so glücklich war. Es kommt mir eigenartig vor, dass Sherlock John Watson über eine Videobotschaft "aus der Gruft" seine Rückkehr ankündigt. Ich meine, wo bleibt denn da der große Überraschungsmoment für den trauernden John? Auf der Strecke doch.

Aber vielleicht kann man die erste Folge auch ohne das im Hinterkopf genießen. Erlesene Testzuschauer haben jedenfalls einhellig befunden, dass man das unerwartete Wiedersehen zwischen Arzt und Detektiv nicht besser hätte machen können. Bin sehr gespannt - vor allem, wie Sherlock John seinen angeblichen Abgang vom Dach des St. Bart's Krankenhauses erklärt. Was er in der Zwischenzeit ohne John gemacht hat, wird wohl aus der Mini-Ep ersichtlich. Fürs Bienenzüchten in Surrey und sich dort aufs Altenteil zurückzuziehen, ist Benny-Sherlock eben zu energetisch...

Wer danach sucht, findet viele Spoiler über die kommende Staffel im Internet. Ich möchte hier gar keine posten, obwohl ich gegen den einen oder anderen Hinweis oder Infos nichts einzuwenden habe. Schade finde ich, dass Sherlocks Erzfeind Moriarty nicht mehr mit von der Partie ist. In der ersten Folge wird wohl in Rückblenden erklärt, wie genau Sherlock den von Moriarty erzwungenen Sturz überlebt hat, aber leider wird der geniale Andrew Scott von einem Bösewicht (oder zwei) ersetzt, der meiner Meinung nach nicht halb so gefährlich und bedrohlich wirkt. Aber bevor ich kritisiere, sollte ich es mir erst anschauen, gell? Trotzdem: verglichen mit Moriarty wirkt der Professoren-Look des Neuen irgendwie altbacken, und ich werde den gelangweilten Kindskopf vermissen.

John Watson ist nach einer siebenmonatigen Trauer-Witwenzeit übrigens auch nicht untätig geblieben (Spoiler?), und genau genommen war er ja derjenige der beiden, der hin und wieder einen Abstecher in die *weibliche* Psyche und vor allem Physis macht, um seine Hormone in Schuss zu halten - für Sherlock praktisch undenkbar und so fremd wie die Tatsache, dass die Erde um die Sonne kreist: Der gute John lernt eine neue Liebe kennen, die ihm über den angeblichen Tod Sherlocks hinweghilft. Witzigerweise gespielt von Martin Freemans Lebenspartnerin Amanda Abbington. Ein Happy End wird es für das innig vertraute Paar nicht geben, das darf ich als Leser der Holmes-Geschichten schon mal prophezeien. Aber es hätte irgendwie ja auch nicht in eine so ungewöhnliche Männerfreundschaft gepasst, oder?

Die graue Maus und Pathologin Molly Hooper ist natürlich wieder ebenso dabei wie Polizeichef Lestrade und sein ewig über Sherlock nörgelnder Assi Anderson. Der hat jetzt im Gesicht zu viel, was Lestrade auf dem Kopf zu wenig hat. Apropos: Gesichtsbehaarung spielt wohl eine wichtige Rolle, zumindest in der ersten Folge, in der sich John Watson aus Gram einen biederen Schnauzer hat stehen lassen. Was mit dem geschieht, bleibt nicht lange ein Geheimnis: dem heimgekehrten Sherlock missfällt er - also ab damit. Und damit Sherlock bleibt, tut der treue Watson wirklich alles. Aber ehrlich gesagt: ohne sieht er auch einfach smarter aus (wenn schon nicht jünger^^). Und natürlich darf auch Mrs. Hudson / Una Stubbs nicht fehlen, die gute Seele der Baker Street.

Wann der deutsche Ausstrahlungstermin ist, steht noch nicht fest. Ich schätze aber, es dauert nicht sehr lange, da Sherlock eine Serie ist, die sich hauptsächlich durch Merchandise-Artikel und DVD-Kollektionen finanziert. Für den US-Markt und Großbritannien ist die komplette Staffel auf DVD bereits für Mitte Februar geplant. Ich freu' mich schon drauf!




Dienstag, 24. Dezember 2013

Merry Christmas! / Weihnachtsgrüße



Allen meinen Lesern, Nicht-Lesern, Blogger-Kollegen, Cumberbabes und *normalen* verrückten Menschen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Auf dass 2014 noch schöner und besser für euch wird
und viele angenehme Überraschungen bereit hält!

To all my followers, non-followers, fellow bloggers, Cumberbabes and *regular* crazy people a merry Christmas from the bottom of my heart!

May next year be even kinder and greater than last one with lots of pleasant surprises to come! 

~*~




Quelle Gedicht: Pinterest

Sonntag, 22. Dezember 2013

Ein Meisterwerk: Lawrence of Arabia / Lawrence von Arabien (1962)

Oh, ich liebe diesen Film! Und nein, ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass ich wegen Peter O'Toole voreingenommen bin (vielleicht ein bisschen...).




In erster Linie ist der Star des Films die Wüste. Unglaublich, wie jede Szene - wirklich jede, ich habe darauf geachtet - wie ein Gemälde wirkt.

Peter O'Toole als T. E. Lawrence ist eine tolle Wahl, und es scheint, als wäre ihm die Rolle des ambivalenten Kriegshelden auf den geschmeidigen, eleganten Leib geschneidert. Aber tatsächlich wurde sie ihm von US-Kollege Montgomery Clift weitervermittelt, der in den homosexuellen Tendenzen von Lawrence (im Film nur angedeutet) einen Zusammenhang zu seinen eigenen fürchtete. Briten sind da halt weniger zart besaitet... (O;

Die Riege damals großer und aufstrebender Hollywood-Stars gibt sich in "Lawrence von Arabien" die Klinke in die Hand;  auch eine Tatsache, die mich fasziniert. Ein junger wilder Omar Sharif an der Seite des noch wilderen Hitzkopfes  Auda Abu Tayi / Anthony Quinn zu sehen, dazwischen ein kultivierter, zurückhaltender Prince Faisal / Sir Alec Guiness ist für feinsinnige Cineasten schon ein besonderer Genuss.

Eindrucksvoll fand ich auch die Figur des türkischen Hauptmanns (José Ferrer), dem der arme Lawrence durch eigenes Verschulden und sein exotisch-kaukasisches Aussehen in die gierigen Hände fällt. Uh, da lief mir echt ein Schauer über den Rücken! Man hat irgendwie sofort gespürt, dass der Hauptmann nichts Gutes im Schilde führt und von dem britischen Offizier mehr als angetan war ("Your eyes are blue"), als er ihm das wallende Gewand von den schmächtigen, alabasterweißen Schultern reißt.

Die Szene der Folterung und anschließenden Vergewaltigung, von der der echte Lawrence in seinen Memoiren später schreibt, ist subtil und vor allem Letzteres natürlich nicht einmal angedeutet, sieht man von dem voyeuristischen Hüsteln des Hauptmanns hinter der halb geöffneten Tür ab. Trotzdem hinterlässt die Szene, als Sherif Ali / Omar Sharif den misshandelten Lawrence wortwörtlich aus dem Dreck zieht, einen beklemmenden Verdacht, der zur Gewissheit wird, als Lawrence sich bei der Einnahme des damals von den Türken besetzten Damaskus in einen Blutrausch steigert, der selbst den mit ihm kämpfenden Arabern Rätsel aufgibt - kannten sie ihren Anführer bisher doch eher diplomatisch und britisch-unterkühlt.

Bevor er sich jedoch als abgestumpfte, hirnlose Kampfmaschine bewähren soll, zieht Lawrence in letzter Minute die Reißleine, widersetzt sich den Befehlen von oben und kehrt nach England zurück.




Wie gesagt, ein großartiger Film, der nicht nur hervorragend unterhält und trotz der Überlänge von dreieinhalb Stunden nie langweilig wird. Er erzählt auch ein Stück Geschichte aus einer Zeit, die mich aus verschiedenen Gründen begeistert, brilliert mit einem exzellenten Cast und einer wahnsinnig guten orchestralen musikalischen Untermalung, welche die einzigartige Atmosphäre und die gigantische Wüste perfekt vertonen. Gekrönt natürlich von einem zuerst unbeholfen und täppisch erscheinenden Peter O'Toole, der im Lauf des Films eine Verwandlung zu einer fast überirdischen Lichtgestalt für die arabischen Stämme durchmacht, um sich wieder nach einem "gewöhnlichen" Leben zu sehnen.

Fazit: Nicht nur geschichtlich und vom ästhetischen Gesichtspunkt aus interessant, sondern zudem eine detailierte Charakterstudie eines Mannes, der bei allem politischen Individualismus an der andersartigen Mentalität der Araber scheiterte. Auch wenn er den geschichtlichen T. E. Lawrence und die damit verbundenen Ereignisse der Arabischen Revolte nicht ganz korrekt wieder gibt, sollte der Film in keiner anspruchsvollen Videothek fehlen.


Bewertung:
 






Dienstag, 17. Dezember 2013

Smaugs Einöde ~ für mich eher blöde



Gerade komme ich aus dem Kino und mache mich mal wieder unbeliebt. Für mich war der zweite Teil der Hobbit-Trilogie von Peter Jackson nämlich eine Riesenenttäuschung. Nichts, überhaupt gar nichts rechtfertigt meiner Meinung nach den Hype um den Film. Wären die tollen Landschaftsaufnahmen nicht gewesen und die schönen Städte in den Wäldern und am Wasser, ich wäre nach der ersten halben Stunde eingenickt. Die Spinnen hatten ja noch einen gewissen Grusel-Faktor, bei dem ich verschreckt die Äuglein zugekniffen und mit Popcorn um mich geschmissen habe, um sie mir vom Leib zu halten, aber (fast) alles andere habe ich im ersten Teil besser bzw. schon mal gesehen.

Eigentlich wollte ich mit den positiven Dingen anfangen. Das Unglück ist nur, dass es die in "Smaugs Einöde" kaum gab. Na schön, ich würde gerne wissen, in welchem Dojo die Elben ihre akrobatischen Kampfkünste erlernen und verfeinern und welches Glätteisen sie für ihre Wallemähnen verwenden. Orlando Bloom als Legolas und Lee Pace als sein Vater waren wirklich beeindruckend. Damit hat es sich aber auch schon.

Die erfundene "Liebesgeschichte" zwischen der Elbin Tauriel und dem komischen Zwerg war so überflüssig wie das Endlosgeschwätz der grottigen, mottigen Echse (irgendwann hätte ich ihr am liebsten die schlapprige Gurgel zugedrückt!), die in Sachen Hässlichkeit und Plumpheit dem Lindwurm Fuchur aus der Unendlichen Geschichte locker das Wasser reichen kann. Womit wir beim Hauptpunkt meiner Kritik angelangt wären: der Titelheld. Ich weiß nicht, ob es an der Synchronisation lag, oder ob Benny dem Vieh auch einen so unerträglich süffisanten und fast schon koketten Tonfall verleiht. So stellt man sich keinen gefährlichen Drachen vor, der dem bösen Sauron dient. Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht, ob ich Lust habe, es nachzuprüfen, sobald der Film auf DVD erscheint.

Und die Orks! Mir wurde schon richtig schlecht, wenn ich sie nur habe sehen müssen. Im ersten Teil mag das Schlachtengetümmel ja noch angebracht gewesen sein (obwohl ich mich auch da gelangweilt habe), aber jetzt war es einfach too much. Ich hatte den Eindruck, dass die drei Stunden halt irgendwie aufgefüllt werden mussten, und wenn es überflüssige Szenen sind, wenn juckt's? Mich.

Eine nicht minder unangenehme Überraschung war für mich Stephen Fry als der verlotterte Bürgermeister von Bree. Ich mag ihn einfach nicht, weder als Schauspieler noch als Rampensau. Zum Glück war seine Rolle dann eher klein. Zu groß dagegen die von Richard Armitage alias Thorin Eichenschild, der es fertig gebracht hat, dem zum Statisten verkommenen Hobbit die Schau zu stehlen mit markigen Sprüchen und Heldentum, das ihm aus jeder Pore trieft. Mal echt jetzt: für diese Miniauftritte als Stichwortgeber musste Martin Freeman extra nach Neuseeland reisen? Ich glaube, der wollte nur schönen bezahlten Urlaub machen. Vermutlich ist der anerkannte Frauenschwarm ein Superschauspieler - ich kenne ihn nur als Thorin und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich ihn in dieser Rolle ziemlich lächerlich finde. Zu der Ehre des Schauspielers muss jedoch gesagt werden, dass wohl jeder mit Fleisch-Hand-Stulpen lächerlich wirkt.

Handlung, ach ja, die gab es auch ein bisschen. Teilweise sogar recht symbolträchtig, wenn man an die Geschichte und den uralten Streit um Land denkt. Als die Zwerge endlich ihr altes Reich wiedersehen, war das der Zeitpunkt im Film, der mich gerührt hat. Da habe ich sogar ein paar Tränchen verdrückt. Vertrieben zu werden und dann zurückzukehren, um festzustellen, wie sehr sich die Heimat verändert hat, ist wohl eine Situation, die jeder nachvollziehen kann.

Aber wenn noch einer sagt, Smaug sähe seinem aparten Sprecher ähnlich, dann fange ich an, eine Plaudertasche zu werden, bis ich denjenigen vom Gegenteil überzeugt habe oder Feuer spucke. Ach, und da fällt mir doch noch etwas Positives ein: der trockene Kommentar meiner Begleitung, als die Zwerge vor Smaugs Feuer flüchten: "Gleich gibt's Fruchtzwerge. Das kleine Steak für zwischendurch."


Bewertung: knappe
inkl. Elben-Bonus






Bildquelle: Pinterest


Montag, 16. Dezember 2013

Abschied von Peter O'Toole (1932 - 2013)

Als ich gestern von Peter O'Tooles unerwartetem Tod im Videotext erfuhr, hat mich das schon getroffen. Ich kann mich jetzt nicht als ausgesprochenen Fan bezeichnen, aber es gab eine Phase, in der ich mich ausführlich mit dem irischen Schauspieler befasst und auch viele seiner Filme angeschaut habe.

Lawrence von Arabien besitze ich immer noch auf DVD und würde den Film nie hergeben. Obwohl ich der über dreistündigen Handlung nie so ganz folgen konnte, fand ich die epische Musik, die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen der Wüste und besonders Peter O'Toole / Lawrence einfach unwiderstehlich und gigantisch gut. Wie blau seine Augen waren, und wie golden sein Haar! Dazu das Draufgängertum, in dem er Errol Flynn nicht unähnlich war (eine Persiflage an ihn folgt 1982 in der Klamotte "My favourite Year" - auch heißgeliebt von mir in meiner Peter O'Toole-Phase).

Irgendwie macht es mich immer ein bisschen traurig, wenn alte Hollywood-Größen gehen. Sie wachsen halt nicht nach. Schauspieler mit dem Charisma eines O'Toole, Errol Flynn, Gene Kelly oder Gregory Peck findet man heutzutage nur noch vereinzelt, wenn überhaupt.

Auch die Geschichten, die die alte Garde der Schauspielrecken zu erzählen hatte, suchen wohl ihresgleichen. Peter O'Tooles Biografie zu lesen war für mich unterhaltsamer als jeder Abenteuerroman, auch wenn vielleicht einiges dazugedichtet wurde oder man im Lauf der Zeit Dinge verklärter oder dramatischer sieht, je nachdem, wie man sie sehen will.

Anfang des letzten Jahrhunderts aufzuwachsen, hat die Leute doch sehr geprägt. Es gab viele Verbote und Gebote, die man heute als lächerlich empfindet. Hängengeblieben ist bei mir, dass Peter O'Toole ein umerzogener Linkshänder war - man bezeichnete die linke Hand als die böse Hand - und aus diesem Grund bis ins Teenageralter im Schlaf das Bett nassgemacht hat. Aber selbst solche Geschichten beschreibt er mit einem Augenzwinkern. Okay, er hatte sicher auch dunkle Seiten - das Trinken war wohl eine davon. Was eben ein waschechter Ire ist...

Es hat mir trotzdem leid getan. Mit 81 Jahren ist man heute noch nicht wirklich alt oder lebenssatt. Peter O'Toole, der letztes Jahr seinen Abschied von der Theaterbühne bekannt gegeben hat, war es offenbar. "Ich habe die Leidenschaft verloren" soll er gesagt haben, und wenn ich ehrlich bin, ist das so ungefähr der traurigste Grund, um abzutreten. Verständlich zwar, aber wer sagt denn, dass sie nicht wiederkommen kann, die Leidenschaft?

ChinChin, Peter O'Toole. Du warst einer der Größten!

P.S. : Ich warte auf ein Biopic mit Tom Hiddleston in der Hauptrolle! (O;




 


Samstag, 14. Dezember 2013

Eine kleine Biografie von 2011


Diese Biografie stand eine Zeit lang auf dem Autorenportal Pagewizz. Es gibt sie dort nicht mehr, weil "persönliche" bzw. Erfahrungsberichte nicht mehr erwünscht sind (es sei denn Erfahrungsberichte über ein bestimmtes Produkt)  und Pagewizz sich mittlerweile als Plattform für professionelle Texter und Journalisten versteht. Für meine Schreibe ist da nicht mehr so wirklich Platz. No hard feelings...

Es fällt mir nicht ganz leicht, den Artikel hier einzustellen, doch er sagt viel über mich aus und hilft vielleicht einigen, mich besser zu verstehen. Außerdem hat er vielen Lesern Mut gemacht, die Ähnliches erlebt haben (leider konnte ich die Kommentare zum Bericht nicht mit hinüber retten).


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Kinderzeit - auf den ersten Blick unbeschwert... aber prägend

 



Dieser Bericht wird ein bisschen persönlich. Ich hoffe, nicht zu sehr, denn ich neige dazu, meine Gefühle mit mir durchgehen zu lassen, wie mir die letzten anderthalb Jahre gezeigt haben, die alles andere als ein Honigschlecken waren. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, dass ich - eigentlich optimistisch, fröhlich und fantasievoll - ein recht komplizierter Mensch bin.

Von klein auf habe ich eine halbseitige Lähmung. Keiner weiß so wirklich den medizinischen Grund; entweder Sauerstoffmangel während der Geburt oder eine Folgeerscheinung der unzähligen Impfungen, die ich als Frühchen über mich habe ergehen lassen müssen. Die Ärzte prophezeiten mir ein Leben im Rollstuhl oder bestenfalls auf Krücken. Überrascht habe ich alle, als ich nur etwas später als der Durchschnitt laufen lernte. Krankengymnastik, Beinschiene und Übungen zuhause gehörten zum Alltag, und ich glaube, dass daher meine Krankenhausphobie rührt, die ich nie überwunden habe. Glücklicherweise bin ich selten krank und brauche auch keine Medikamente, so dass ich mich als Kind und Teenager nicht sehr von meinen nicht behinderten Freundinnen und Freunden unterschied. Überhaupt: als behindert habe ich mich nie betrachtet. Alles, was andere Gleichaltrige machten, wollte ich auch tun und habe es durch eisernen Willen auch geschafft. Reiten, Schwimmen, Radfahren, am Sportunterricht teilnehmen... alles Dinge, an denen ich Spaß fand und die mir das Gefühl gaben, kein Außenseiter aufgrund einer körperlichen Einschränkung zu sein.

 

Der Ernst des Lebens...  beginnt nach der Grundschule


Nach der vierten Klasse kam ich aufs Gymnasium. Fast alle meine Freundinnen waren auf anderen Schulen, und ich hatte es schwer, Anschluss zu den neuen Klassenkameraden zu finden. Es gab Fächer, in denen ich gut war. Englisch, Deutsch und Religion. Das, was mir vorher sehr viel Freude gemacht hat, nämlich der Sportunterricht, wurde zur Qual. Früher bekam ich Anerkennung dafür, dass ich daran teilgenommen habe - jetzt wurde ich regelmäßig als Letzte für Mannschaftssportarten ausgewählt und bekam meine physischen Unzulänglichkeiten nicht nur von Mitschülern zu spüren. Fast schlimmer waren die Lehrer, die mir vorwarfen, mir die "Rosinen" herauszupicken, wenn mir etwas zu schwer schien, oder solche, die Hänseleien oder Handgreiflichkeiten keinen Einhalt geboten. Manche sahen meine Behinderung nicht und beschimpften mich als ungeschickt. Noten? Gab es in Sport nicht mehr. Selbst auf ein "Mit Erfolg teilgenommen" habe ich später vergebens gehofft. Wie sehr mich das Verhalten von damals verletzt hat, habe ich erst in jüngster Zeit rekapituliert und verstanden. Ich hoffe, dass man das heute auf Schulen anders handhabt.

Nach Abschluss der neunten Klasse verließ ich das Gymnasium, um die Mittlere Reife und anschließend eine Lehre als Einzelhandelskauffrau zu machen.


 

 Begabungen und Erfolge... sind nicht abrufbar


Mit meiner Familie habe ich ein Geschäft aufgebaut, das zu der Zeit, als ich es als Selbständige übernahm, ganz gut lief. Wir waren auf Ausstellungen, Fortbildungsseminaren und jagten jedem Trend in der Bastelbranche hinterher. Nebenbei habe ich ernsthaft das Schreiben angefangen und zwei Romane veröffentlicht. So weit, so gut.

Anfang 2010 machten sich erste Burn-Out-Erscheinungen bemerkbar. Beruflich hatte ich mich verausgabt, viel investiert, nicht viel zurückbekommen. Dazu kam die Enttäuschung, dass offenbar niemand Interesse an meinen Büchern zeigte. Die Meinung, ich schreibe halt "über Themen, die nicht so populär sind" fand ich als Entschuldigung ein bisschen dürftig. Natürlich gibt es auch positives feedback, was mir viel bedeutet hat. Trotzdem waren meine Unbeschwertheit und mein Selbstwertgefühl plötzlich wie weggeblasen. Ich hatte keinen Appetit mehr, war apathisch und mutlos und wollte oft gar nicht aufstehen, weil mir alles so sinnlos schien.

Als ich nur noch 45 Kilo wog und ein Schatten meiner selbst war, schleppte mich meine Mutter zum Arzt, der zugleich auch Psychotherapeut ist. Der stellte Perfektionismus, selbst auferlegten Leistungsdruck und ein straffes Bindegewebe fest (immerhin!). Gefallen hat mir mein Zustand selbst nicht. Dank meiner Familie, meinem Willen und nicht zuletzt meinem Glauben an Gott, den ich nie verloren habe, geht es mir heute wieder besser. Ich weiß, dass ich mich nicht anstrengen muss, um geliebt zu sein und zu werden.




Meine Schreibblockade macht mir immer noch zu schaffen, aber ich bin doch stolz auf das, was ich bisher erreicht habe. Demütigung und Verletzungen von Menschen sind schlimm und können sich wie in meinem Fall unbewusst durch das gesamte Leben ziehen. Daher bin ich froh, dass ich mein Problem erkannt habe und mir jetzt erst mal eine Pause gönnen darf. Alles andere wird sich finden.



Donnerstag, 12. Dezember 2013

Mord(s)-Weihnachten ~ Autorenlesung mit Lilo Beil

Gestern war eine Premiere für mich: Ich war zum ersten Mal auf einer Autorenlesung, die ich sogar selbst mitorganisiert habe und naturgemäß ziemlich nervös war, wie der Abend verlaufen würde. Unser WIRTHs-HAUS hat sich in den letzten Monaten stark gewandelt und ist nun ein Ort für Seminare, Raumvermietung und Veranstaltungen. Die erste große fand gestern Abend statt, und sie war wunderschön und rundum perfekt. Dazu trugen nicht nur der Glühwein (der ganz schön reinhaut bei mehr als einem Becher^^) und das eigens für die Lesung kreierte Gebäck bei - eine Art Mega-Dominostein mit Marzipan und einer Deko aus einem blutenden Herz. Sieht makaber aus, war aber superlecker! Und wahnsinnig originell. Darüber wurde viel gelacht.




Das Thema der Lesung lautete nämlich "Mord(s)-Weihnachten", da Lilo Beil aus ihren Büchern (u.a. auch Krimis) rund um Winter und Weihnachten vorlas. Ich muss sagen, ich war ordentlich beeindruckt, auch von der Moderation (Kompliment an Frank und seinen Einsatz an dieser Stelle, der das persönliche Treffen mit Lilo erst möglich gemacht hat)!

Erst mal hat Lilo das Ambiente total treffend gefunden - es gab sogar eine Geschichte am Glühweinstand und eine, in der ein dreiarmiger Kandelaber erwähnt wird - zwei davon hatten wir aufgestellt! Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass man sich während der Lesung ungezwungen von Tisch zum Buffet bewegen konnte, und vor allem, dass Lilo nicht nur vorgelesen, sondern gelegentlich eine Anekdote zu dem oft autobiografisch gefärbten Hintergrund erzählt hat. Während ihrem "Wunschzettel der Tiere" war das etwa zwanzigköpfige erlesene Publikum sogar zum Mitreimen aufgefordert.



Teilweise sind ihre Geschichten schon recht schwarzhumorig. Besonders die unschuldig wirkenden Stubentiger, über die sie, nebst Hunden, gerne schreibt, haben es faustdick hinter den Samtohren. Über Stanislaus und seine Instinkte beim Kosewort "Mausi" oder dem schönen französischen Frauennamen "Merle" war ich ja schon ein bisschen entsetzt. Gut, dass wir keine Katzenhasser eingeladen hatten, die es unbestreitbar gibt...

Auch während der Lesung gab es immer wieder Interaktion mit den Zuhörern, so dass man das Gefühl hatte, die Autorin mache sie zu verschwörerischen Mitwissern ihrer ausgeklügelten und hintersinnigen Geschichten. Zuweilen stimmten sie mich richtig nachdenklich. Einige hatten ein offenes Ende, und jeder konnte sich selbst ausdenken, ob die Story nun ein Happy End hat oder nicht.




Als Zugabe las sie aus "Maikäfersommer" vor (mit der Entschuldigung, dass im Sommer kein Weihnachten ist), und ich glaube, das war mein persönliches Highlight. Dort werden Ereignisse beschrieben, die sie so oder so ähnlich als Kind mit ihrer Familie erlebt hat. Und ist es nicht schön, aus einer Kindheit zu erfahren, die lange vor der eigenen stattgefunden hat? Für mich als Nostalgie-Fan hatte das einen ganz besonderen Charme. Und obwohl Lilo aus einer Pfarrersfamilie stammt, ging es in ihrem Haushalt offenbar nicht hyperfromm zu. Find' ich gut.

Nach der Lesung hat sie sich Zeit genommen, um Bücher zu signieren und sich gut gelaunt fotografieren zu lassen und nett in meine Kamera zu lächeln (Sorry für die teilweise schlechte Qualität - ich habe mit Blitz geknipst). Anschließend konnten wir "unter Kollegen" noch ein bisschen fachsimpeln, wobei wir herausgefunden haben, dass wir beide eine Vorliebe für Sherlock Holmes und die britische Literatur im Allgemeinen haben. Tatsächlich war Lilo Englischlehrerin!  "Das Bildnis des Grafen" hat sie sich für ihre Bekannte signieren lassen und wird ihr den Roman - nachdem sie ihn selbst gelesen hat - zu Weihnachten schenken.^^ Ein wirklich toller und gelungener Abend! So kann es gern weitergehen!





Freitag, 6. Dezember 2013

(Ge)wicht(el)ige Aufregung am Nikolaus

Schon seit Ende Oktober wuseln sie auf dem Büchertreff herum: die fleißigen Weihnachtswichtel. Sie stalken ihr zugeordnetes Wichtelkind, spionieren dessen Profil aus, ergründen den Buchgeschmack und Vorlieben bezüglich der essbaren Beigaben und / oder kleiner Dekogegenstände. Pünktlich zum Nikolaus (und der Deadline fürs Wichteln) kam mein Päckchen an (eher ein Paket!). Ich war völlig überwältigt und *flabbergasted* im positiven Sinn.



Am meisten wohl von einem Brief aus der Baker Street Nr. 221b in London, den mir Sherlock Holmes' Vermieterin Mrs. Hudson mit den besten Grüßen an meine Lieben durch die Zeiten schrieb. Das war so goldig und unübertroffen süß, dass ich vor Rührung fast geweint habe! Sherlock Holmes / Benedict Cumberbatch hatte keine Zeit für mich, aber dafür prangte sein Porträt nicht nur auf dem edlen Briefpaper, sondern auch auf dem Glas selbstgemachtem Christmas Pudding (mjam!), dem England-Geschenkpapier und - Tusch! - einer CD mit viktorianischen Weihnachtsliedern, die der Meister höchstpersönlich für mich ausgewählt hat.



Von den Leckereien darf ich gar nicht anfangen! Ich war soooo entzückt über den Eifer und der Mühe meines Wichtelchens. Ehrlich gesagt, ich mag Kekse und Plätzchen nicht so sehr - ich finde die meisten zu staubig oder zu süß. Die von Strandläuferin haben mich vom Gegenteil überzeugt! Ehrlich, das sage ich nicht nur, um ihr zu schmeicheln. Die Kekse nach altem viktorianischem Rezept (drei verschiedene Sorten) sind die Wucht mit drei Ausrufezeichen. Das war auch die einhellige Meinung meiner Familie... ich muss die tolle Hirsch-Metalldose ein bisschen unter Verschluss halten, damit ich noch was davon habe bis Weihnachten.^^




Besonders viel Mühe hat sich meine strandlaufende Wichtelmama auch mit den übrigen Kleinigkeiten gemacht. Die Teelichter wurden mit Wachsmalstiften in den Farben des Union Jack verziert, und es sind genau zwölf Stück - weil es nach englischer Tradition noch zwölf Tage bis Weihnachten sind! Gut, dass die Post keine Verspätung hatte (habe ich mich jetzt auch nicht verrechnet?^^).



Außer den erwähnten Dingen befand sich noch allerlei Tee, Schokotäfelchen, ein bunter Schokonikolaus, eine putzige getöpferte Maus, Zuckerstangen, Zimt und Orangenscheiben im Organzasäckchen und eine große Tasse "Keep Calm and Carry On" im Paket. Original aus London, wie mir der Herstellungsstempel verrät. Die kann ich am Abend jetzt mit der passenden Weihnachtsmusik gleich einweihen. Ach ja: Das Buch - die Hauptsache - wurde unter dem unverhofften Geschenkeregen fast ein wenig zur Nebensache. Aber nur fast. Es war - wie sich das für ein britisches Holmesian Päckchen gehört "The Sign of Four" in der BBC- Ausgabe. Heißa Juchee!
 



Liebe Strandläuferin, du hast mich ganz ganz ganz und superglücklich gemacht! Die Maus hat einen Ehrenplatz im Setzkasten, die Kekse schweben in akuter Lebensgefahr und das Buch ist viel schöner und griffiger als meine bisherigen Ausgaben der Serie! Ich kann dir nicht genug danken für die tollen und aufregenden Geschenke, mit denen du voll ins Schwarze getroffen hast!

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ich hyper-aquarelliere!

Im Rahmen der Malkurse, die im November angelaufen sind und abwechselnd als Tages- oder  Wochenseminar in unserem ehemaligen Laden stattfinden, habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt: Das Malen mit Aquarellfarben. Ich dachte bisher immer, dass das nichts für mich ist. Man hat keine oder kaum Kontrolle über den Farbverlauf, kann nichts verbessern und wenig nachträglich bearbeiten, und außerdem haftet in meiner Vorstellung dem Aquarellieren irgendwie etwas Spießiges an - Ölmalerei ist viel cooler. Dachte ich. Daran habe ich mich bisher allerdings nicht gewagt.



Mittlerweile hat sich meine Meinung geändert. Vielleicht ist Aquarellieren und Landschaftsmalerei spießig - aber es macht einen Mordsspaß. In unserem Atelier habe ich ein wenig mit Farben und auch Aquarellstiften experimentiert und war erstaunt, wie schön und ansprechend meine Werke geworden sind, obwohl ich weder viel Zeit in die Bilder investiert habe noch von dem Ehrgeiz beseelt war,  meine Zimmerwände mit eigenem Gekleckse zu behängen.






Ich liebe es eigentlich, ganz lange an einem Bild zu sitzen, eventuell mich auch über Tage hinweg damit zu beschäftigen. Bei der Aquarellmalerei bleibt einem in der Hinsicht dazu in der Regel nicht viel Spielraum, und man muss recht zügig malen, was aber durchaus seinen Reiz hat. Oft sah man die Effekte erst ganz zum Schluss, wenn das Wasser auf dem Papier vollständig getrocknet war.




Und gerade der Überraschungseffekt ist es, der das Malen mit Aquarell für mich so spannend macht. Zuerst wollte ich ja abstrakt gehen, aber es hat sich dann doch herauskristallisiert, dass Pastelltöne und Motivmalen mehr meine Sache sind. Ich könnte gerade ein Bogen nach dem anderen bemalen, so viel Freude habe ich daran. Denn obwohl ich mich momentan auf Landschaften eingeschossen habe, kann ich anderes ja immer noch versuchen und mich überraschen lassen.



Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent, Advent...



Während das diesjährige Chanukka-Fest bereits seit dem 28. November bis zum 5. Dezember gefeiert wird, zündet man die erste Kerze im christlichen Kulturkreis erst heute an.

Dieses Jahr habe ich keinen Adventskalender (*Sniffle*), dafür aber zwei Kränze! (O: Einen fürs Wohnzimmer (siehe Bild, auf dem ein ruhiger Hintergrund angebracht gewesen wäre) und einen runden für den Esstisch (der vielleicht später noch zu Ehren kommt). Beide sind selbstgemacht, und ich finde sie beide total niedlich, auch wenn der kleinere schon einige Jahre auf dem Buckel hat und fast altbacken wirkt. Der abgebildete wurde ein wenig aufpoliert, mit frischen Tannenzweigen, Candy Canes und Patchwork-Anhänger einer lieben Kundin, die jedes Jahr zu Weihnachten eine nette selbstgefertigte Kleinigkeit vorbeibringt.

Heuer haben wir sogar seit Ewigkeiten mal wieder einen Baum... nämlich den, der zu Dekorationszwecken die Jahre zuvor im Laden stand.

Ich bin kein Fan von künstlichen Christbäumen, aber der Umwelt zuliebe drücke ich zu diesem Anlass zwei Augen zu. Außerdem muss ich immer an den armen kleinen Tannenbaum von Hans Christian Andersen denken, sobald Anfang des neuen Jahres die ausgedienten verkrüppelten, nackigen Bäumchen die Gehwege versperren. Da ist mir ein langlebiger doch lieber, den man bei Bedarf einfach im Keller oder Speicher verstauen kann.



Samstag, 30. November 2013

Die Nachwirkungen des Auffahrunfalls am 27. November

Einen Tag nach dem Unfall sollten wir uns am Morgen auf dem Revier zur Zeugenvernahme melden und außerdem festmachen, ob wir Anspruch auf Schmerzensgeld erheben. Letzteres haben wir nicht getan, auch wenn das viele nicht verstehen.

Ich bin mehr als froh, dass der Unfall für uns relativ glimpflich ausging und möchte ihn eigentlich auch schnell vergessen. Das wäre durch elend lange Behördengänge nicht möglich.

Leider fand ich bisher weder eine Meldung in der Lokalzeitung noch im Internet. Es würde mich schon interessieren, wie hoch der Sachschaden war, denn der ist sicherlich keine Lappalie. Viel wichtiger ist mir jedoch, dass es dem Fahrer, der mich versehentlich auf die Motorhaube nahm, nach einem erlittenen Schleudertrauma wieder besser geht, wie uns der Polizist auf dem Revier versichert hat. Er sagte außerdem, dass es nach den bereits protokollierten Zeugenaussagen erstaunlich sei, wie wenig uns passiert ist. Hätte ich langsamer reagiert oder wäre nur einen halben Meter weiter vorn gewesen, hätte es aus sein können mit mir.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich kaum erinnern kann, wie ich reagiert habe, außer dass ich die Hände in Richtung Motorhaube ausgestreckt und mich (wahrscheinlich) so kräftig und intuitiv abgestoßen habe, dass ich seitlich nach hinten auf die Straße fiel, weg vom Auto. Das wurde von dem Kleinbus nach dem Aufprall ungefähr noch zehn Meter weiter geschubst und kam erst dann zum Stillstand. Nicht auszudenken, wenn es mich mitgeschleift hätte...

Mein linker Ellenbogen bzw. meine Pobacke zieren phthaloblaue Flecken, aber das ist tatsächlich alles, womit ich angeben Schmerzensgeld verlangen könnte. Ich kann sogar bereits auf meiner Wii Konsole sporteln und Schwimmen gehen.

Klar, manchmal zieht es ein bisschen im unteren Rücken, wenn ich mich ungeschickt bzw. abrupt bewege oder lange gelegen habe, aber hey, das vergeht. Ich bin ja selber platt, dass ich ohne Knochenbrüche und / oder innere Verletzungen aus der Geschichte rausgekommen bin. Neben meiner Reaktionsschnelligkeit und einem scheinbar hollywoodreifen Abgang aus der Gefahrenzone hat mich nämlich - so einfältig das klingt - tatsächlich eine höhere Macht vor Ärgerem bewahrt, so dass ich wenig Körperkontakt mit dem außer Kontrolle geratenen Auto hatte. Mir wurde schon ein wenig flau, als mir durch die Worte des Polizeibeamten bewusst wurde, wie knapp ich einer wirklich ernsten Gefahr entronnen bin, und das ohne größere Anstrengung - jedenfalls habe ich es in dem Moment der Angst so empfunden. Es gibt ja diesen Spruch "Über sich selbst hinauswachsen", und ich glaube, das habe ich mithilfe der Engel um mich herum auch getan. Man hat mir praktisch Flügel verliehen, und das war garantiert kein nach Bullenpisse schmeckender Powerdrink.

Schwieriger gestaltet sich jetzt das Unterwegs-Sein als Fußgänger. Am liebsten würde ich jedem Autofahrer, der anhält, um mich die Straße überqueren zu lassen, vorbeiwinken und erst dann gehen, wenn weit und breit kein fahrbarer Untersatz mehr zu sehen ist.

Ein bisschen verliert man das Vertrauen in die Konzentration der Autofahrer, wenn man in einen solchen Unfall verwickelt war. Nicht, dass ich traumatisiert wäre, aber ich bin doch aufmerksamer und vorsichtiger im Straßenverkehr.





Mittwoch, 27. November 2013

Von einer Armee Schutzengel umgeben...

... war ich heute. Ich kann selbst noch nicht richtig glauben, was mir vor wenigen Stunden erst passiert ist und vor allem, dass ich und meine Begleitung nicht mehr als ein paar blaue Flecke davongetragen haben.




Auf unserem Spaziergang gingen wir über eine Ampel, und ein Autofahrer hält, um uns passieren zu lassen. Ich denke erst (komischerweise) ob wir ihn vorbeifahren lassen sollen, doch er hält, weil wir als Fußgänger Grün haben. Ich lächle ihm zu und will gerade die Hand heben und mich bedanken, als ich merke, dass das Auto einen Satz nach vorne macht - direkt auf uns zu.

Ihr könnt euch kaum vorstellen, an wie viele Dinge gleichzeitig ich da gedacht habe. Erst mal: "Warum fährt er wieder, wenn wir die Straße noch nicht überquert haben?" Dann: "Wo ist meine Begleitung (die ich, wie mich selbst, schreien höre)?" Und ich sehe das Licht des Autos unmittelbar vor mir und strecke die Hände aus, während mir durch die Wucht des Aufpralls die Mütze vom Kopf fliegt. Und dann geht alles so schnell, dass mir irgendwie die Worte fehlen. Ich werde angefahren, falle hin und denke noch "Nur weg vom Wagen."

Auf der Straße liege ich nur kurz und rapple mich wieder auf. Nichts tut weh, alles lässt sich bewegen. Ich habe nicht einmal wirklich Schmerzen gespürt, als ich gefallen bin. Meine Begleitung nimmt mich in den Arm, und ich versichere, dass ich ok bin. Der Fahrer des Wagens steigt aus und will den Notarzt rufen, ebenso wie eine Zeugin, die ihre Adresse für eine eventuelle polizeiliche Befragung notiert. Ich bin kein bisschen benommen, stehe auch nicht unter Schock und sage, dass ich keinen Krankenwagen brauche. Überall auf der Straße liegen Scherben.

Als die benachrichtigte Polizei eintrifft, wird das Bild klarer: ein Kleinbus ist auf den PKW aufgefahren. Der Fahrer des PKWs klagt über Nackenschmerzen. Sein Heckfenster ist völlig kaputt, und beide involvierte Wagen sehen ziemlich schlimm aus.

Der Polizist nimmt unsere Personalien auf und bittet uns, morgen nochmal für den Bericht aufs Polizeirevier zu kommen, falls wir uns doch verletzt hätten. Mein Tokus tut im Nachhinein ein bisschen weh und mein Ellenbogen ist aufgeschürft, aber soweit sind wir beide in Ordnung. Meine Begleitung, die rechtzeitig ausweichen konnte, meinte, ich sei wie ein Stuntman gefallen. Muss wohl so gewesen sein.

Ich brauche jetzt erst mal Zeit und Pause, das alles zu rekapitulieren. Merkwürdig, wie surreal eine solche Situation ist. Und komisch auch, dass wir uns kurz zuvor darüber unterhalten haben, wie dankbar man für jeden Tag sein darf.

Das ist *mein* Schutzengel-Erlebnis.


Bildquelle: Pinterest


Sonntag, 24. November 2013

Gute Laune Macher ~ Spongebob Schwammkopf

An sich mag ich Zeichentrickfilme nicht mehr so sehr. Besonders die neuen, in denen die Hauptarbeit der Computer macht und man oft nicht sicher ist, ob die Figuren real oder animiert sind, stoßen auf wenig Anklang. "Avatar" mag noch so toll sein von der Story her - ich finde die Grafik einfach irgendwie bescheiden und austauschbar. Auch Disney ist nicht mehr das, was er mal war. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich kein Fan mehr bin und die Geschichten über die Jahre meiner Meinung nach schwächer und klischeemäßig wurden - ich finde, wenn es schon Zeichentrickfilme sein müssen, sollte man sie auch als solche erkennen.

Eine rühmliche und erwähnenswerte Ausnahme ist für mich "Spongebob Schwammkopf". Als ich die Serie zum ersten Mal sah, war ich fasziniert und nicht selten gerührt. Nicht nur von den liebenswerten Charakteren und den lebensnahen Geschichten, sondern auch vom Konzept, das animierte mit realen Szenen vermischt (etwa dass Spongebob zu einem hundsgewöhnlichen Haushaltsschwamm mutiert, sobald er die sichere Unterwasserwelt von Bikini Bottom verlässt). Das war überraschend, originell und auch charmant frech. In Erinnerung ist mir auch noch der Mann im Gorillakostüm, der Patrick Star und Spongebob von einer Bildschirmseite zur nächsten jagt. Auf so etwas muss man erst mal kommen, und ich glaube, die Macher haben einen schrägen und zugleich etwas schwarzen Humor, der bei kleinen und großen Zuschauern einen Nerv trifft.

Vielleicht können Erwachsene in den Geschichten um Spongebob Schwammkopf, Patrick Star, Thaddäus Tentakel und Mr. Krabs sogar mehr Tiefsinn erkennen als das ursprüngliche Publikum ab 0 Jahren. Der Erfolg der Serie gründet sich gewiss nicht nur auf technische Finessen und witzige, oft absurde Episoden, die teilweise überdreht wirken. Was mir an "Spongebob" so sehr gefällt, ist die Vielseitigkeit der Figuren und vor allem Spongebobs unerschütterlicher Optimismus, seinen Eifer und seine Art, wie er mit den anderen Meeresbewohnern umgeht. In keinem von ihnen vermutet er Schlechtes und betrachtet jeden als Freund - nicht einmal der miesepetrige, eitle Tintenfisch Thaddäus ist vor seinen Avancen sicher. Manchmal setzt er sich mit seiner naiven Grundhaltung ordentlich in die Nesseln, aber am Ende ist er der lachende Gewinner, ohne andere verspottet zu haben oder ihnen das Leben schwer zu machen.

Seinem sonnigen und einfältigen Naturell gemäß ist sein bester Freund Patrick Star, der jeden Spaß von Spongebob mitmacht und nur selten aus der rosa Haut fährt - etwa wenn Spongebobs versprochenes Valentinsgeschenk nicht rechtzeitig ankommt. Dass der arme Thaddäus von den beiden dauergestresst ist, kann man ihm nicht einmal verübeln, hält er sich doch für ein verkanntes Künstlergenie, das von den kichernden Nachbarn nicht gewürdigt wird.

Sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der Spongebob nicht kennt: *Hier* gibt es einen Artikel zur Serie, den ich auf Pagewizz im Rahmen eines Wettbewerbs verfasst habe (er kam nur auf den vierten Platz, aber wie Spongebob sagen würde: Hauptsache, wir sind dabei gewesen.^^).








Mittwoch, 20. November 2013

*Glücks-Bringer*

Die Themenwoche der ARD bietet mir heute meinen Aufhänger zum Beitrag. Was ist eigentlich Glück, und wann sind wir bzw. bin ich besonders glücklich?

Abgesehen vom Offensichtlichen (Liebe, Familie, Gesundheit, Kreativität, Freude, Spaß und Erfolg haben, gutes Essen auf dem Tisch...) sind das bestimmte Erinnerungen, die entweder ein vertrauter, angenehmer Geruch hervorruft oder ein Lied zu einer denkwürdigen Gelegenheit, das Streicheln und Schnurren einer Katze, das Betrachten von Fotos, und auch Musik und Filme. Besitz eher weniger.




Läuft seltenerweise z. B. gerade "His Latest Flame" im Radio, fangen meine Füße zu zucken an. Obwohl der Text ein schwerer Schlag ist für den armen Elvis, springen meine Endorphine auf und ab wie wild und manchmal bin ich so ergriffen von seiner Stimme, dass ich kaum Luft bekomme.^^ Ich finde, dieser Song ist das Beste, was der King je abgeliefert hat, und das will für einen Fan wie mich eine Menge heißen.

Sehnsüchte und Glücksgefühle weckt "Bora Bora" von Tony Marshall. Wie er das Flair der Insel eingefangen hat, finde ich überhaupt nicht kitschig oder schwülstig, sondern einfach nur zum Heulen schön. Wahrscheinlich will ich deswegen auch irgendwann mal dort hin (und bin dann enttäuscht, dass ich mir den Strand nicht zum Zimmer nehmen kann). Schlager sind an sich nicht so mein Ding, aber dieser trifft mitten in mein mitunter extrem sentimentales Herzchen.

Dann wären da noch eindeutige *Glücksmacher* von meinen Lieblingsinterpreten Chris Issak und Buddy Holly - sicher bin ich nicht die Einzige, die bei "Dancin'" verschwenderisch Hormone ausschüttet - glücklicher Natur, versteht sich. Dazu trägt auch der hypnotische Rhythmus bei. Man kann sich fast in eine Art Trance tanzen.

Ein Zufall ist es wahrscheinlich nicht, dass an Chris Isaak auch ein echt guter Elvis-Imitator verloren gegangen ist.




Wissenschaftlich erwiesen ist übrigens, dass das Hauptthema von "Pirates of the Caribbean" die meisten Zuhörer glücklich macht. Es spielt scheinbar nicht einmal eine Rolle, ob sie die Filmtrilogie (für mich immer drei Teile - der vierte zählt nicht!) mit dem täppischen Capt'n Sparrow gesehen haben oder nicht. Irgendeine geheime Zutat hat die Melodie, die jeden zum Grinsen bringt. Da hat der Komponist Hans Zimmer sozusagen buchstäblich einen Glückstreffer gelandet. Vielleicht sollte man sich mit "He's a Pirate" als Motivations-Song in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen berieseln lassen.

Gute Filme und Serien gehören ebenfalls zum Glück - jedenfalls zu meinem. Auf die dritte Sherlock-Staffel muss ich ja leider bis Anfang 2014 warten *schnüffi*, und so habe ich neulich beschlossen, meinen Kanada-Export von "Little House on the Prairie" (Unsere kleine Farm) nach Jahren mal wieder anzuschauen. Allein der Gedanke, dass jetzt erst mal für eine Weile was Gescheites im Fernsehen bzw. auf  DVD läuft, macht mich glücklich. Ich liebe die sympathische Pionierfamilie Ingalls, und ich mag die tiefsinnigen Geschichten, die alles andere vorgaukeln als heile Welt, dabei aber immer eine optimistische Grundstimmung vermitteln, ohne ins Moralinsaure abzudriften.

Michael Landon war schon früh so etwas wie ein Vorbild für mich, und wenn ich jetzt im "reifen" Alter das auf mich wirken lasse, was er zu Lebzeiten geschaffen hat, dann muss ich sagen, war er seiner Zeit weit voraus und auf seine Art ein Pionier. Ein philosophischer nämlich - amerikanische Mentalität hin oder her!

Ach ja - natürlich bin ich auch glücklich, wenn ich eine Geschichte zu Ende gebracht habe. Meistens. Es passiert auch, dass ich traurig bin, weil ich meine Figuren und die Zeit, in die ich sie gesetzt habe, nun verlassen muss. Aber das ist eher selten der Fall. Oft überwiegt doch das gute Gefühl, etwas begonnen und beendet zu haben.

Und bevor ich es vergesse, werde ich selbst ein bisschen philosophisch: Glück hat viel mit Dankbarkeit zu tun.







Bildquelle: Pinterest


Samstag, 16. November 2013

Das Buch im Buch: Leseprobe "Fairlight"

Im Bücherforum ging es vor kurzem um "Das Buch im Buch." Soll heißen, welches Buch von Protagonisten in einem Roman gelesen oder vom Autor erwähnt wird. Ich fand die Idee so originell, dass ich gleich mal recherchiert habe, ob so etwas in meinen eigenen Romanen auch vorkommt.

Und siehe da, in fast allen meinen Werken wird Bezug auf Klassiker der Literatur genommen. In "Fairlight" spielt sogar ein Gedicht von Robert Browning eine Schlüsselrolle. Ich mag solche auf den ersten Blick unbedeutenden Details, die sich später doch als wichtig erweisen und beim Leser einen Aha-Effekt auslösen.


 


Unter "Weitere Informationen" gibt es die Leseprobe, in der sich Morgan Thorpe als Hobbydetektiv beweist und einiges aus der Vergangenheit der rätselhaften Fairlight-Sippe aufdeckt.

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Mittwoch, 13. November 2013

Walt Disney's Arielle, die Meerjungfrau

Lasst uns über Disney sprechen. Jeder hat einen Lieblingsfilm aus der Zeichentrickfabrik, der ihn als Kind besonders beeindruckt hat und den man auch als Erwachsener immer wieder sehen kann. 

Eins vorweg: Arielle ist es bei mir nicht. Ich liebe das Dschungelbuch wie verrückt, und ich weiß, dass für mich kein besserer Disney mehr kommen kann. In diesem Film stimmt einfach alles bis auf den letzten Quadratzentimeter Gänsehaut am Schluss: Story, Zeichnungen, Figuren und die Musik (die mir in Disney-Filmen nicht selten auf die Nerven geht). Vielleicht poste ich mal einen Extra-Beitrag zu meinem All-Time-Favourite - gestern war "Arielle" dran.

Ich weiß nicht, was viele an dem unglücklich verliebten Meermädchen finden. Ich fand sie komisch, oft verblüffend dilletantisch gezeichnet und ziemlich bockig und einfältig obendrein. In der Hinsicht hat sie famos zu ihrem auserwählten Prinzen Eric gepasst, für den als reales optisches Pendant offenbar Mel Gibson herhalten musste. Selten habe ich zwei in meinen Augen so unsympathische Zeichentrickfiguren erlebt (nichts gegen echte Mr. Gibsons!!!), und aus dem Dritten im Bunde, dem ekelhaft schlabbernden sabbernden Bobtail des Prinzen, hätte ich nicht nur einmal am liebsten Hundegrütze gemacht (nichts gegen echte Hunde!!!).

Gefallen hat mir der Kapellmeister Sebastian. Eigentlich hat er für mich den Film gerettet. Nicht nur, dass er dem undankbaren Job als Arielles Aufpasser mit einem weichen Kern in der harten Schale nachgegangen ist, er hat auch für einige schmissige Nummern gesorgt, die im Ohr bleiben. Besonders "Küss sie doch" und der Schlachtgesang des Kochs oder "Unter dem Meer" sorgen für gute Laune und haben selbst mir ein Grinsen entlockt.




Meine Lieblingsfigur war aber tatsächlich der weise "Daddy" Triton. Er liebt seine aufmüpfige und tolldreiste Tochter über alles und nimmt ihretwegen ein großes Opfer auf sich, indem er den Vertrag mit der Meerhexe (Klasse, die Ursel!) auf seine Kappe nimmt. Das war sehr großherzig von ihm. Auch, dass er Arielle und Eric ihr Glück gönnt, nachdem - wie bei Disney-Filmen halt so üblich - der Showdown (der mich - Zufall? -  an den zweiten Teil von "Pirates of the Caribbean" erinnert hat) ein zuckriges Happy End eingeleitet hat.

In Hans Christian Andersens Märchen  geht die Geschichte weniger glimpflich aus. Trotzdem wird die Seejungfrau für ihre Tapferkeit und ihren Großmut belohnt, als sie selbstlos auf den Prinzen verzichtet. Wenn man sich an die Vorlage erinnert oder sie durch "Arielle" erst kennen lernt, dann würde ich sagen, haben sogar die grottigen Figuren und teilweise zu albernen Szenen im Film ihre Berechtigung...

Außerdem in eigener Sache: Ich wollte als Kind nie Prinzessin, dafür aber eine Meerjungfrau sein. Noch ohne Arielle-Einfluss, Gucci-Täschchen und Wikinger-Prinz.

Fazit: Nette Unterhaltung für die Kleinen, dank Gruselfaktor Ursula in Begleitung Erwachsener empfehlenswert.


Bewertung:
 




Sonntag, 10. November 2013

Unser Malkurs ~ ein voller Erfolg!

Freitagnachmittag und den ganzen Samstag war ich sehr beschäftigt - mit Zeichnen und Malen. In diesem Posting habe ich von den Vorbereitungen berichtet, die bereits viel Spaß gemacht haben.

Erstaunlich war, dass am vergangenen Freitag, für den wir das Thema Zeichnen geplant hatten, ganz andere Ergebnisse herauskamen als bei der "Generalprobe".



Wir waren insgesamt zu fünft, und alle Teilnehmerinnen waren total nett, pflegeleicht und richtig enthusiastisch. Zwei davon haben jahrelang keinen Stift oder Pinsel mehr zur Hand genommen, und trotzdem oder gerade deshalb war der Kurs für alle äußerst befriedigend (mit Ausnahme von mir, aber nur über eine kurze Durststecke hinweg. Dazu später mehr...).

Für den ersten Tag stand das Vertrautwerden mit Bleistift, Schraffur und grafischen Formen und Linien an. Dazwischen konnte sich jede an unserem "Kaffeetisch" mit Tee, Kaffee, Keksen und Lebkuchen bedienen. Auch Entspannungsübungen wurden gemacht, weil man mit der Zeit eventuell doch ein wenig verkrampft beim konzentrierten Zeichnen. Ich fand jedes einzelne Bild gelungen, selbst meine. Und das, wo ich eigentlich ziemlich selbstkritisch und streng mit mir bin. Das Schöne und Entspannende an diesem Kurs war, dass es nicht darauf ankam, gut zu sein und so zu zeichnen, wie es normalerweise der "Guru" vorgibt, um ein Lob zu erhalten. Interessant, wie verschieden die Handschriften der einzelnen Künstlerinnen waren, und wie man doch erraten konnte, welches Bild zu wem gehörte, weil jedes seine persönliche Note hatte.



Der Samstag stand ganz im Zeichen von Farbe, verschiedenen Techniken und als Abschluss dem Mischen von Gouache an einer großen Wand. Verblüfft hat mich dabei, wie gut ich mit Aquarell zurechtgekommen bin - ich habe das nie gern gemacht, und die drei mehr oder weniger abstrakten Bilder, die ich am Ende fabriziert hatte, waren doch akzeptabel, auch wenn ich merkwürdigerweise immer beim Motiv von Muscheln hängen geblieben bin. Was das wohl über mich aussagt?^^

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das wir gerichtet haben (Salat und Ravioli mit Trüffelfüllung - Mjamm mjamm!), ging es gestärkt an die Abschlussaufgabe: dem Experimentieren mit Palette an aufgestellten Wänden, die als Staffeleien fungierten. Wir durften mit Grautönen (Schwarz und Weiß) und den Grundfarben Gelb, Rot und Blau arbeiten, wobei wir uns zwischen letzteren für zwei entscheiden sollten.

Ich entschied mich für Gelb und Rot. Es war spannend, wie wortwörtlich vielschichtig eine Palette aus vier Farben sein kann. Meine Resultate enthalten weder ein reines Braun noch ein reines Grün, selbst wenn es so aussieht. Alles gemischt!



Das Malen mit den Gouachefarben stellte mich vor eine Herausforderung, als es ans Eingemachte ging: Irgendwie hatte ich mir die Konsistenz gefügiger vorgestellt, und ich war ein bisschen frustriert über die Zähigkeit, mit der ich zu kämpfen hatte. Nach dem fließenden Aquarellmalen war das schon ein ziemlicher Kontrast. Es könnte aber auch an der Art des Papiers gelegen haben, das ich auf die Wand gespannt hatte, oder ich habe zu pastos angefangen. Den übrigen Teilnehmerinnen hat nämlich die Gouachemalerei noch mehr Spaß gemacht als die Aquarelle. Allerdings habe ich mich ebenfalls mit den Farben anfreunden können und nach einer Kaffeepause und einem tiefen Atemzug ging es dann auch gleich viel besser. Der Vorteil von Gouache liegt darin, dass man nach einer kleinen Trockungsdauer das Bild noch verändern kann, wenn es einem nicht so gut gefällt. Man erhielt zudem auch Inspiration beim Umherschlendern und dem Betrachten der anderen entstehenden Kunstwerke.



Gegen Ende hatte jede Teilnehmerin einen tollen, stressfreien Tag verbracht und ungefähr zehn Bilder zum Nach-Hause-Nehmen, von denen wohl einige bald die Wohnzimmerwände verschönern werden. Und wir hatten es in unserem Kurs doch gar nicht darauf angelegt, schöne Bilder zu malen! (O:


Freitag, 8. November 2013

Schmerzlicher Blick in die Vergangenheit



In meiner Stadt gab es bis zum Jahr 1938 reges jüdisches Leben. Damals war sie noch kleiner als heute, doch sogar die noch kleineren Nachbarsorte hatten ihre eigenen Synagogen - ein jüdischer Friedhof findet sich ebenfalls nicht weit entfernt, der allerdings nur noch in Bruchstücken bzw. stark verwitterten Grabmälern vorhanden ist.

Demnächst jährt sich wieder die unselige Kristallnacht, die dafür sorgte, dass alles, was die Gemeinden an Kultur und Wissen durch die jüdischen Mitbürger bereicherte, buchstäblich über Nacht verschwand. Nicht nur war das ein düsteres Kapitel unserer jüngsten Geschichte; es hat Deutschland unleugbar ärmer an Vielfalt gemacht.



Ich war auf dem Synagogenplatz, um Fotos zu machen, weil ich es wichtig finde, dass man nie vergisst, welches Verbrechen an der Menschheit hier begangen wurde - blind und taub gegen jede Form von Nächstenliebe, Zivilcourage  und Vernunft. Da ich selbst mich dem Judentum sehr verbunden fühle, war es emotional nicht leicht, mir den Schrecken zu vergegenwärtigen, den die Leute empfunden haben mussten, als sie Zeuge davon wurden, wie ihre Gotteshäuser in Flammen aufgingen. In allen betroffenen Städten stand damals ironischerweise die Feuerwehr einsatzbereit neben den niederbrennenden Synagogen, um das Überspringen des Feuers auf benachbarte *arische* Grundstücke zu verhindern.

Heute stehen auf dem Platz Bürogebäude, ein Friseurgeschäft und heruntergekommene Asylantenwohnblocks. Die Überbleibsel dessen, was ihn über ein Jahrhundert ausgemacht und sich bis vor fünfundsiebzig Jahren wie selbstverständlich ins Stadtbild eingefügt hat, wirkt jetzt beinahe exotisch. Mich hat das sehr nachdenklich und traurig gestimmt.




Irgendwie gab es mir Trost, dass die Gedenktafel darauf hinwies, dass sich die Gemeinde mit Beschämung und Trauer an diese Zeit erinnert. Und dass in größeren Städten Synagogen wieder aufgebaut wurden und werden. Schade nur, dass wir wohl nie wieder die Selbstverständlichkeit erreichen, friedlich und ohne Misstrauen und Vorurteile Seite an Seite zu leben.



Montag, 4. November 2013

Der Gewinner in der Kategorie Längster Filmtitel...

... dürfte "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunter kam" sein, aus dem Jahr 1995 mit dem damals total angesagten linkisch-charmanten Hugh Grant (wer einen längeren kennt, belehre mich bitte im Kommentarbereich eines Besseren).

Ein großartiger Film mit einer herzerwärmenden Botschaft und liebenswerten, schrulligen Charakteren von Morgan der Bock über den kriegsgeschädigten Johnny (ich sage nur *Bomb Shell*) und den wortkargen, aber tatkräftigen und rüstigen Zwillingen Tumber Tom I und Tumber Tom II bis hin zu dem streitlustigen Reverend Jones, der 82 ist, aber von allen auf Mitte Sechzig geschätzt wurde. Und Wahnsinn, wie knackig Mr. Grant mal aussah in Hosenträgern und Knickerbockers!

Die Handlung: Im Jahr 1917 kommen die beiden Engländer George Garrad und Reginald Anson nach Wales, um dort das Land und den Hügel Ffynnon Garw (sprich: Finnengarow) zu vermessen. Um in der Karte eingezeichnet zu werden, muss der Hügel (der eigentlich Garth Hill heißt und somit tatsächlich ein "Hügel" geblieben ist) mindestens tausend Fuß hoch sein. Es fehlen jedoch etwa zwanzig zum Eintrag. Die Waliser - überzeugt davon, dass die "Fremden" sie zum Narren halten - sind in ihrer Ehre und ihrem Stolz gekränkt und beschließen, dass die Schmach so nicht hingenommen werden kann.

Trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten und Unterschiede raufen sie sich zusammen und setzen die Landvermesser mit unlauteren Mitteln fest, um gemeinsam daran zu arbeiten, ihren geliebten Berg höher zu schaufeln, damit er neu vermessen und eingetragen werden kann. Währenddessen kommt der schüchterne Reginald der resoluten Betty näher und überwindet seine Kriegsneurose, die ihn bislang an einer Beziehung gehindert hat.




Meinung: Simpel, die Story, sollte man meinen. Ist sie auch. So simpel, dass sie wieder genial ist. Dazu tragen vor allem die tollen Schauspieler bei und die authentische Atmosphäre, gleich, ob das nun die walisischen Bewohner mit ihren Macken oder das stimmige Setting betrifft. Man hat sofort das Gefühl, in dem ollen Zweitakter der beiden Kartografen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Wales zu reisen.

Sehr nett finde ich auch die Idee, die Geschichte in Rückblenden von dem alten Mann erzählen zu lassen, der seinerzeit als Junge seinen Opa fragte, wo die lange Bezeichnung "Der Engländer der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunter kam" eigentlich ihren Ursprung hat.

Die zarte Liebesgeschichte zwischen der forschen Betty und Reginald hat etwas Rührendes, und man ist froh, dass der vom Krieg traumatisierte Bub jemanden findet, der "auf ihn aufpasst", denn irgendwie scheint Hugh Grant mit jeder Geste und der hilflosen Mimik an mütterliche Instinkte zu appellieren.

Unerwähnt lassen möchte ich nicht die wirklich zauberhaft folkloristisch anmutende, ins Ohr gehende Musik von Stephen Endelman. Sie ist nämlich der fünfte Stern in meiner Bewertung. Na schön, der viereinhalbste.

Fazit: Immer wieder schön und ein Ausnahmefilm für Cineasten, die mehr Wert auf Charaktere und Aussagekraft legen als auf Ka-Boom und überspannte Dramatik. Wer's noch nicht kennt, unbedingt nachholen.


Bewertung: 




 

Bildquelle: Pinterest

Samstag, 2. November 2013

Pflanze einen Baum!

Ein bisschen neidisch war ich ja schon, als ich erfuhr, dass mein Papa einen Baum in Israel gepflanzt und dafür eine Urkunde bekommen hat. Immerhin sollte man das einmal im Leben getan haben, einen Baum pflanzen. Das wusste schon der alte Luther.

Gerade habe ich auf Hase Hatschis wunderbarem Berlin-Blog gelesen, wie ich ganz ohne Mühe und Schweiß genau das tun kann und obendrein einen Beitrag für die Umwelt leiste.  Ich habe mich für eine elegante Robinie entschieden, weil ich - unter uns - diesen Baum dem Namen nach nicht kannte.

Tolle Sache und auf jeden Fall wert, sie weiterzuverbreiten!

Hier ist der Link dazu: I plant a tree.

Mein Blog hat eine Robinie gepflanzt.


Also, in die Hände gespuckt, Ärmel hochgekrempelt und den virtuellen Spaten gezückt!