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Freitag, 30. Januar 2015

Musikalische Untermalung beim Kreativ-Sein

Mit Musik geht alles besser, sagt man ja so. Aus meiner Erfahrung kann ich das hundertprozentig unterschreiben. Lästige Hausarbeiten, Bügeln und Geschirrspülen gehen leichter von der Hand, wenn nebenher das Radio läuft oder die Lieblings-CD. Momentan bin ich an einer kleinen Spielerei bzw. als Co-Autorin bei einer Fantasy-Geschichte tätig. Der Einstieg war recht einfach; wenn man eine zündende Idee hat, setzt man sie im Normalfall mit Leidenschaft in die Tat um. Was aber, wenn man irgendwann mittendrin hängt und feststellt, dass es vielleicht an der nüchternen Umgebung liegt, in der man arbeitet? Wir waren ein bisschen verzweifelt, als uns klar wurde, dass es einfach zu ruhig ist im Zimmer und wir beide gern mit Musik im Hintergrund schreiben.

Allerdings - etwas Aufregendes und Modernes durfte es nicht sein, damit die Grundstimmung nicht verloren geht. Mehr die orchestral-epische Schiene. Etwas, das zu unserer Geschichte passt, die geheimnisvoll ist und von einer fremden Welt handelt. Also die YouTube-Kanäle nach epischer Instrumentalmusik abgeklappert. Es gibt dort eine Menge davon. Eigentlich viel zu viele, um die Musik zu finden, die einem vage im Kopf herumschwirrt. Häufig nervt das total Bombastische, ein andermal stört der Mönchsgesang im Hintergrund. Bis ich auf einen Soundtrack stieß, der genau das ist, was wir suchten.






Ich kenne die Serie nicht einmal, aber die Musik hat mich sofort gepackt, auf emotionaler und kreativer Basis. Unaufdringlich und trotzdem unglaublich atmosphärisch und gänsehauterzeugend, bietet sie einen üppig und wunderschön gewebten Klang-Perserteppich und schickt die Fantasie auf Reisen in vergangene Zeiten und in gigantische Landschaften und Szenen, die vor dem inneren Auge entstehen. Egal, ob man auf dem Sofa relaxt, vor dem Schreibtisch sitzt oder den Pinsel schwingen möchte.

Ich habe mir den Soundtrack ganz altmodisch auf Tonträger schicken lassen, doch er ist auch als Download erhältlich und eine lohnende investition für jeden, der eine Schwäche hat für epische, folkloristische Orchestralmusik so wie ich. Und vielleicht auch für andere.



Freitag, 23. Januar 2015

Leseprobe "Fairlight" (III)



"Fairlight" ist eine meiner früheren Geschichten. Damals war ich fasziniert von allem, was britisch ist, von der Belle Epoque, opulent ausgestatteten Filme darüber und dem Ersten Weltkrieg. Allerdings vermeide ich es, zu detailliert auf Schlachtenszenen einzugehen. Der Krieg bildet nur die Rahmenhandlung und die Zeitspanne, in der einige meiner Romane spielen. Manchmal dient er dazu, meine Protagonisten zu dem gemacht zu haben, was sie nun sind, oder um Traumata aufzudecken und pathologisches Verhalten zumindest teilweise zu erklären.

Im engeren Sinn eine Familiengeschichte, handelt "Fairlight" von abgelegenen Herrenhäusern, deren unheimlichen und rätselhaften Bewohnern und drei dort zufällig gestrandeten Medizinern, von denen einer, Dr. John Raeburn, ganz besonderes Interesse an dem jüngsten der Fairlight-Brüder hegt und später herausfindet, dass es für seinen Beschützerinstinkt tatsächlich einen tiefer gehenden Grund gibt.

Das Thema ist nicht ganz leicht zu verdauen, düster wie die Atmosphäre des Buches und die Sprache gelegentlich ein bisschen altmodisch. Dazu stehe ich - ich mag es nicht, wenn in historischen Romanen modernes bzw. hippes Deutsch verwendet wird oder Ausdrücke darin vorkommen, die auf keinen Fall in die entsprechende Periode passen. Das nimmt nach meinem Empfinden die Glaubwürdigkeit.



Zur Leseprobe geht es unter "weitere Informationen"


Donnerstag, 15. Januar 2015

Neujahrsvorsätze ade (Warning: Mecker-Post)!

Ehrlich gesagt, ich verstehe sowieso nicht, warum man sie sich jedes Jahr aufs Neue vornimmt, die guten Vorsätze. Aber vielleicht ist es ein bisschen so ein Zwang der menschlichen Natur, weil es keinen geeigneteren Zeitpunkt gibt, um mit schlechten Gewohnheiten zu brechen. Könnte ich mir vorstellen. Meine letzten jedenfalls habe ich wieder nicht halten können, dabei waren sie gar nicht so unmöglich utopisch; zumindest ein paar davon nicht.

Allein der Wunsch, wieder öfter ins Kino zu gehen, ließ sich nach einem viel versprechenden Auftakt nicht realisieren. Mein Filmgeschmack ist weitgehend anders als der des hiesigen Programms und der Mehrheit der Zuschauer. Wenn ich mir Familien-, Migranten- oder *humorige* Betroffenheits-Filme wie "Honig im Kopf" von und mit Til Schweiger ansehen müsste, würde ich alternativ lieber einen Handstand mit Überschlag machen. Und leider kamen von der Sorte viel zu viele Filme dieses Jahr. Insgesamt habe ich es 2014 zwei mickrige Male auf einen roten Chintzstuhl geschafft. Vielleicht sollte ich mir für die Zukunft vornehmen, ein Programmkino zu betreiben, das jedes Wochenende "Lawrence von Arabien" zeigt.^^

Lesen, ja. Das habe ich mir auch vorgenommen, weil es mit dem Schreiben derzeit ein wenig hapert. Romane wie auch Filme können da eine gute Inspiration sein, doch auch hier schraube ich meine Ansprüche anscheinend zu hoch. Früher konnte mir der Schmöker nicht dick genug sein. Letztes Jahr war ich froh, dass ich mich mal zu einer Leserunde aufraffen konnte. Das Buch selbst war zwar eine ziemliche Enttäuschung, aber der gute Wille zählt, und es hat mir im Endeffekt richtig gefallen, mal wieder mitreden zu können. Inzwischen bin ich an einem weiteren kleinen Roman, den mir meine Tante letzte Woche geschenkt hat. Einer dieser Tierromane, die seit "Ein Kater namens Bob" wie Pilze aus dem Boden schießen. Bisher ist er ganz nett, zugegeben, auch wenn der Erzähler mit seiner selbstherrlichen Art nervt und die Scottish Fold "Norton" ein solcher Wunderkater ist, dass ich dem Autor die biografische Glaubwürdigkeit nicht so ganz abnehme. Und dann nennt man die Neuauflage des Buches auch noch "Klappohrkatze"! Als wäre Bob nicht schon ein kräftiges Zugpferd, muss auch noch Til Schweiger Pate stehen. Naja. Die Marketingstrategen halt.

Was meine weiteren Vorsätze und Erwartungen betraf, so ist die Bilanz nicht allzu rosig. Ich hatte mir vorgenommen, wieder entspannter zu sein, lustiger und aktiver. Nicht dass ich faul wäre, aber bestimmt gäbe es das eine oder andere, das mir mehr Spaß bringen und mein Leben wieder abwechslungsreicher machen würde. Eine neue Sportart oder eine neue Fremdsprache lernen. Öfter zu verreisen. Die finanziellen Mittel für ein paar Extravaganzen haben. Mich nicht von anderen beeinflussen zu lassen und mich deswegen mies zu fühlen.

Das sind Dinge, die häufig schwer durchführbar sind, wenn man es mal soweit hat kommen lassen. Manchmal denke ich auch, diese ganzen Facebook-Weisheiten von wegen "Be yourself!" und Veränderungen sind überbewertet. Früher hat man das von selbst und ganz normal gemacht, ohne ständig mit der Nase darauf gestoßen zu werden. Wahrscheinlich ist es das, was es den meisten Leuten so schwer macht, Veränderungen an sich und anderen zu akzeptieren, sich entweder beschwingt den Gegebenheiten anzupassen oder ihnen bewusst zu trotzen und dennoch kein schlechtes Gewissen zu haben. Und das ist vielleicht der nächste Vorsatz nach einem halben Jahr Facebook, das sich, unter uns, nicht wirklich lohnt (Korrektur: mein Fehler! Ich werbe einfach nicht clever genug): ich halte mich ab jetzt zurück und logge mich nicht jeden Tag dort ein. Mal sehen, wie lange ich den Vorsatz halten kann...



Donnerstag, 1. Januar 2015

"Austenland" (2013) Review

Wie angekündigt, kommt meine Rezension zu "Austenland", der die Ehre hatte, der letzte Film des alten Jahres zu sein. Gepasst hat das wie die Faust aufs Auge zu Silvester: knallig bunt, abgefahren, und irgendwie auch romantisch mit einem Neuanfang, der kitschig und schön zugleich war.

 Wer mein Blog ein bisschen verfolgt, wird wohl wissen, dass ich per se keine Liebesfilme oder -komödien mag. Und trotzdem fand ich "Austenland" recht gelungen und habe mich richtig gut dabei unterhalten. Die weibliche Hauptfigur hätte ich mir weniger forsch gewünscht (schließlich ist sie Jane Austen-versiert und somit nicht zwingend ein Vamp, der allen Männern den Kopf verdreht), aber die originelle Idee und die übrige Besetzung haben mich dafür ein wenig entschädigt.




Inhalt: Die Amerikanerin Jane Hayes ist um die dreißig und immer noch Single. Schuld daran sind laut ihrer Freundin Jane Austen und deren Kreation des aufrechten und illusorischen Mr. Darcy, der in Gestalt einer Pappfigur von Colin Firth in ihrer Wohnung haust.

Um ihrem echten Mr. Darcy zu begegnen, reist Jane nach London ins Austenland, einem Themenpark, der komplett auf die Regency-Zeit und Jane Austen ausgerichtet ist und Fans aus der ganzen Welt anlockt. In England angekommen, freundet sie sich mit einer Gleichgesinnten (unheimlich komisch: Jennifer Coolidge) an. Gemeinsam erkunden sie den Park und stoßen dabei auf verkleidete Schauspieler, die angewiesen wurden, ein Auge auf sie zu werfen, um das Jane-Austen-Feeling des gebuchten Pauschalpakets bei den Gästen nicht vermissen zu lassen, denn was wäre Jane Austen ohne Männlein und Weiblein auf Freiersfüßen?

Jane erwählt ihren Mr. Darcy in Stallknecht Martin, doch sie ahnt nicht, dass die teils exaltiert, teils gelangweilt wirkenden Angestellten des Parks nach einer strikten Regel handeln, die da heißt, die Mauerblümchen heftigst zu umwerben... schließlich soll der Urlaub in einer anderen Zeit unvergessen bleiben und weiterempfohlen werden. Es kommt, wie es kommen muss, und dann doch wieder ganz anders. Jane Austen-mäßig eben.

Meine Meinung: In einem Themenpark aus vergangenen Epochen wäre ich auch gerne mal Gast, besonders, wenn die Männer vollendete Kavaliere sind und einer Frau kurzerhand aus rein praktischen Gründen den Unterrock zerreißen, nämlich um sie im Herrensitz galant aufs Pferd vor sich zu platzieren und sie danach auf Händen tragen. Von den schmucken, niedlichen Zimmern und der damaligen Mode ganz zu schweigen. Schade, dass Austenland nur fiktiv ist.

JJ Feild parodiert seine Rolle als Gentleman der BBC-Austen-Verfilmungen mit Bravour (auch wenn er als Henry Nobley anfangs ein wenig blutleer wirkt), und die laute und geradlinige Elizabeth "Charming" (Jennifer Coolidge) hat mir gut gefallen. In ihrer unbekümmerten Art hat sie der betont auf Emanze gemachten Hauptdarstellerin Keri Russell schon beim ersten Zusammentreffen die Show gestohlen. Die Nebendarsteller sind allesamt irgendwie schrullig und daher liebenswert - auch wenn sie ihren beiden amerikanischen Gästen nur Blendwerk bieten. Ein Highlight war für mich das aufgeführte Theaterstück, in dem die Schauspieler gewollt hölzern und unprofessionell agieren.

Das Ende hat mich dann doch überrascht. Na ja, nicht wirklich. Obwohl ich ihre Bücher nicht kenne, weiß ich doch so viel, dass  sich Jane Austen auf die kurze Formel "Jedes (optional widerspenstige) Töpfchen findet mal sein Deckelchen" (oder umgekehrt?) zusammenfassen lässt. Und genauso so war's in Austenland. Vorhersehbar, aber irgendwie zum Seufzen schön. Denn just nachdem Jane von ihrer Jane Austen-Manie ein für alle Mal geheilt ist, findet sie ihren Mr. Darcy. Oder besser gesagt, er sie.

Fazit: Ein Familienfilm, der natürlich besonders die Austen-Liebhaber/innen begeistert. Da ich keine bin, und den Film dennoch sehr nett fand ( mit JJ als Bonus...), würde ich ihn jedem Zuschauer empfehlen, der ungewöhnliche romantische Geschichten zu würdigen weiß - oder besser gesagt: jeder Zuschauerin. Für die Mehrzahl der Männer dürfte "Austenland" zu wenig actiongeladen sein - aber ist ja bei Jane Austen nicht anders.


Bewertung:
und ein halber