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Freitag, 8. Februar 2013

Ein Plädoyer für Wassermänner


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Keine Angst, ich werde nicht esoterisch. Mit Astrologie habe ich nichts mehr am Hut, seit ich mich als Teenager damit ein bisschen beschäftigt und festgestellt habe, dass die den Tierkreiszeichen zugeordneten Eigenschaften auf wenige bis gar keine Bekannten zutreffen, und wenn doch, war / ist das vermutlich Zufall. Was ich bin, werde ich hier nicht verraten (man könnte Schlüsse ziehen…), aber jedenfalls kein Wassermann. Das ist in folgender Hinsicht bedauerlich:

Ich liiiiebe den Wassermann als Fabelwesen, und besonders den kleinen naseweisen von Otfried Preußler. Da kann das langweilige Einhorn einpacken.

In der Grundschulbibliothek im Keller habe ich mir - kaum des Lesens mächtig - dieses Buch immer und immer wieder ausgeliehen, um in die Unterwasserwelt des kleinen Wassermanns zu tauchen, seine irgendwie heute unspektakulären Abenteuer zu erleben und vor allem: die unbeschreiblich eigenwilligen und liebevollen Zeichnungen zu bewundern. Den heimelig-muffeligen Geruch des kartonierten Einbands habe ich immer noch im Gedächtnis und manchmal sogar in der Nase.

In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir das Buch als Erwachsene gekauft (ich habe es früher nie besessen - irgendwie war der Kick größer, in die Bücherei zu gehen und nachzusehen, ob der Wassermann gerade verfügbar für mich war), aber heute hat es eine prosaische EAN-Nummer hinten und einen wasserabweisenden Schutzeinband.

Es wird dennoch immer einen Ehrenplatz einnehmen, denn wie gesagt, ich bin verrückt nach Wassermännern (wobei mir auffällt, dass ich ganz viele kenne - astrologisch betrachtet)  und wäre ab und zu gern selbst einer. Oder eine Wasserfrau.