Inhalt: Rosi wächst in dem kleinen Ort Crasna im ungarisch-rumänischen Grenzland auf. Ihr Leben als Kind und Jugendliche ist nach dem Tod des geliebten Vaters und Ehemanns besonders stark von familiärer Nähe, Traditionen und einer unbeschwerten Jugend geprägt, obwohl der Krieg bereits vor der Tür steht.
Mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten bricht diese Welt radikal zusammen. Rosi und ihre Familie werden von einem Tag auf den anderen mit weiteren Juden der Stadt verschleppt. Ihre Stationen führen sie durch mehrere Konzentrations- und Vernichtungslager, wo man sie systematisch demütigt. Symbolisch dafür steht das Abrasieren von Rosis markantem rotem Haar, das sie vom Tate, dem verstorbenen Vater, geerbt hat. Sie verliert im Lauf dieser Zeit einen Großteil ihrer Familie und wird Zeugin unvorstellbarer Grausamkeit und Brutalität. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Lea gelingt es ihr jedoch, eine innere Stabilität zu bewahren und sich zu ermutigen, durchzuhalten. Sie klammert sich an schöne Erinnerungen der Vergangenheit und schwört sich, nach Hause zurückzukehren und sich nicht brechen zu lassen. Um den Leser so nah wie möglich an das Geschehen heranzuführen, ist das Buch aus der Perspektive von Rosi verfasst. Man erlebt das Grauen und den Triumph durch die Befreiung direkt durch ihre Augen.
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| Rosi und Lea, erstellt mit KI |
Meinung: Selten hat mich eine Lebensgeschichte so mitgenommen wie die von Rosi Grünstein, die 96-jährig vor ein paar Jahren in New York starb. Ich bin nicht unvorbelastet mit dem Thema und habe schon einiges an Lektüre und auch Filme / Dokumentationen durch, die mich nächtelang nicht schlafen ließen. Aber oft musste ich innehalten, und mitunter hatte ich das Gefühl, nicht weiterlesen zu können, ohne laut zu weinen oder zu schreien vor Wut und Fassungslosigkeit.
Sie sind mir total ans Herz gewachsen, Rosi, Lea, der kleine, kluge und lustige Jecheskel, der Sejde (Opa), und vor allem die Mama, die mich in vielen Dingen an meine eigene erinnert hat. Die wollte, dass Rosi und Lea zusammenbleiben, nachdem man sie und den jüngeren Bruder (der unerlaubt zur Mama in die Reihe läuft) von den beiden Schwestern trennt. Diesen Wunsch erfüllen die beiden ihrer Mama. Was sie erleben auf diesem Weg durch die Hölle von Auschwitz, Bergen-Belsen und anderen "Arbeitslagern", was sie erleiden, davon kann sich kaum jemand einen Begriff machen, der "nur" hört, dass Hitler und die Nazis sechs Millionen Juden getötet haben. Einzelschicksale sind eindringlicher, schrecklicher, unbequemer und darum wichtiger als bloße Zahlen im Geschichtsunterricht.
Das Buch ist wunderschön aufgemacht. Besonders schön fand ich die passenden Psalmverse zu Beginn eines jeden Kapitels. Ich war wenig erstaunt, zu erfahren, dass Rosi trotz der grauenvollen Ereignisse, die ihre Familie zerstört haben, nie an Gott gezweifelt hat, und dass ihre Enkelin Nechama ihn in ihrer Danksagung auf den letzten Seiten hervorhebt. Ohne deine Hilfe, schreibt sie, wäre dieses Buch nie zustande gekommen.
Fazit: Ein erschütterndes, aber ungemein wichtiges Buch, das in den höheren Klassen zur Schullektüre gehören sollte. Denn Rosi war sehr entsetzt und auch verletzt, als sie hörte, dass viele junge Menschen mit dem Begriff "Holocaust / Shoa" nichts mehr anzufangen wissen. Überwunden hat sie ihr Trauma nie - aber den Mut gehabt, ein neues Leben zu wagen. Unbedingte Leseempfehlung! L'chaim, Rosi!
Bewertung: 💫💫💫💫💫




























