Als eine Rezension möchte ich den folgenden Artikel nicht bezeichnen. Ich werde mich auch einer Bewertung weitgehend enthalten, denn dieses Buch, das mir eine Freundin zum Lesen gab, hat mich so sehr getriggert, dass ich es nicht zu Ende gelesen und bei etwa Dreiviertel aufgegeben habe.
Die Autorin Marion Bender ist Motivationsrednerin und als solche durch ihre krassen Erfahrungen erfolgreich und gefragt. In "Aufstehen beginnt im Kopf" erzählt sie ihre Lebensgeschichte, die geprägt ist von Krankenhausaufenthalten und zahllosen Operationen bereits im Kindesalter. Da sie durch eine Fehlbildung im Gesichtsbereich zum Mobbingopfer wird, findet sie ihr Glück bei den Tieren. Ihre Großeltern besitzen einen Reiterhof, auf dem sie sich selbst sein kann und akzeptiert wird. Auch sportlich ist sie - mit 21 Jahren nimmt sie an einem Turnier teil, das folgenschwere Konsequenzen hat. Durch einen Reitunfall wird sie querschnittsgelähmt. Mit der Hilfe ihrer Familie und dem Willen, nicht aufzugeben, therapiert sie sich gegen die niederschmetternden Prognosen der Ärzte selbst.
Meinung: Das Buch liest sich leicht und ist auch spannend und humorvoll geschrieben. Warum ich es trotzdem abgebrochen habe, will ich kurz erklären. Die Erfahrungen, die die Autorin mit Ärzten und der Schulmedizin macht und der Umgang im Krankenhaus, bei dem kaum oder gar nicht über den Tellerrand geschaut wird, mussten wir als Familie ebenfalls machen. Darum hatte Mama früh beschlossen, die Gesundheit eigenmächtig in die Hand zu nehmen. Und sie war erfolgreich - wie Marion und ihre Familie, die den Mut hatten, dem unmenschlichen System des "Gesundheitswesens" entgegenzutreten und Alternativen zu suchen. Mama hat so ihren Vater gerettet, und auch bei ihrer Mutter war sie erfolgreich. Was aber vom Ärztepersonal niemand zugeben wollte (bis auf eine Krankenschwester, die nach der Auskunft vom Oberarzt gerügt wurde) und man Oma trotz nicht mehr vorhandenem Krebs dennoch bestrahlte - was zu ihrem frühen Tod geführt hat.
Auch wir anderen bekamen im Lauf unseres Lebens Prognosen, die uns am Aufstehen hätten hindern können - wäre da nicht Mama mit ihrem Wissen, ihrem unerschütterlichen Glauben und ihrer ermutigenden Art gewesen. Doch als sie selbst ins Krankenhaus musste, weil wir als ihre Familie keinen anderen Ausweg wussten, haben wir am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, buchstäblich ausgeliefert zu sein, wenn man eigentlich mit Hilfe rechnet. Die detailierten Schilderungen von Marion, als sie im Krankenhaus liegt und sich Komplikationen ergeben, die nichts mit ihrer Lähmung zu tun haben, waren schwer zu lesen für mich. Denn genauso lief es bei Mama ab. Und im Gegensatz zu Marion hatte sie niemanden, der für sie eintrat. Der ein Veto einlegte und sagte: "Das bekommen wir selber hin!" Lange hatten wir deswegen Schuldgefühle, bis wir uns sagten, dass Gott die Zeit hier auf Erden bestimmt. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack. Das Buch hat die Bilder aus der Intensivstation erneut aufgerührt, die Momente zwischen Hoffen und Bangen, die Kaltherzigkeit des Personals, unsere vergeblichen Versuche, zu intervenieren oder Alternativen unterstützend einzusetzen, die belächelt wurden.
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| Jesus und Mama beim Schabbes (KI) |
Das Buch ist interessant für Menschen, die ihr "Glück" und ihre Gesundheit bisher in die Hände von "Experten" legten, aber bereit sind, in Eigenverantwortung zu handeln, wenn sie sich bei Experten nicht gut aufgehoben fühlen. Da zeigt Frau Bender Wege durch eigene Erfahrung auf, was wirklich wertvoll ist. Für mich war es eher qualvoll, weil die Sache für uns bei Mama nicht gut ausging, als wir auf Ärzte angewiesen waren. Auf unsere aktuelle Situation kann ich das Gelesene nicht anwenden. Dass ein Umdenken im Kopf stattfindet und nicht an der Weisheit anderer hängt und Unmögliches möglich werden kann, wissen wir schon lange.
Müsste ich das Buch bewerten und wäre ich nicht persönlich so sehr betroffen von der Gleichgültigkeit und Empathielosigkeit vieler Schulmediziner, würde es gute drei Sterne erhalten.





































