"Der Gefangene von Alcatraz" (Originaltitel: Birdman of Alcatraz) aus dem Jahr 1962 ist ein US-amerikanisches Filmdrama von John Frankenheimer, das auf der Biografie des Schwerverbrechers Robert Stroud basiert. Burt Lancaster verhalf dem Werk mit seiner Darstellung des Protagonisten zu großem Erfolg und erhielt dafür eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
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| Der Zwerg |
Handlung: 1918: Der impulsive Robert Stroud verbüßt im Bundesgefängnis Leavenworth eine Strafe wegen Totschlags. Als er dort im Streit einen Wärter ersticht, wird er zum Tode verurteilt. Durch den unermüdlichen Einsatz seiner Mutter wandelt US-Präsident Wilson das Urteil jedoch in lebenslange Einzelhaft um, die Stroud im Isolationstrakt des strengen Gefängnisdirektors Harvey Shoemaker (Karl Malden) antreten muss. Während einer Freistunde findet Stroud einen verletzten Spatz im Hof, nimmt ihn mit in seine Zelle und pflegt ihn gesund. Diese Zufallsbegegnung wird zum Wendepunkt seines Lebens. Er beginnt, Kanarienvögel zu züchten, erforscht autodidaktisch Vogelkrankheiten und entwickelt wirksame Heilmittel. Im Laufe der Jahrzehnte verwandelt er seine Zelle in ein funktionierendes Labor, verfasst hochgeschätzte Fachbücher und erlangt weltweite Anerkennung als Ornithologe. Später heiratet er eine Vogelliebhaberin, die ihm einen Preis überreicht, was allerdings zum endgültigen Bruch mit seiner Mutter (Toll: Thelma Ritter) führt.
Als Strafmaßnahme gegen seine wachsenden Erfolge und seinen Einfluss wird Stroud schließlich in das Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz verlegt. Dort verbietet ihm Shoemaker das Halten von Vögeln vollständig. Stroud nutzt seine verbleibende Kraft daraufhin, um Bücher über die Mängel des US-Strafvollzugs zu schreiben und für die Menschenwürde von Gefangenen zu kämpfen. Und er wird älter und älter...
In der Realität durfte der echte Robert Stroud auf Alcatraz übrigens tatsächlich keine Vögel halten – seine wissenschaftliche Arbeit fand ausschließlich zuvor in Leavenworth statt. Auch war es ihm nicht gestattet, den Film anzusehen, der zudem ein deutlich sympathischeres und geläutertes Bild von Stroud zeigt, als es historische Quellen nahelegen.
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| Mit Feng Shui wird's wohl nichts |
Meinung: Der Film war einer der ersten "Erwachsenenfilme", die ich sehen durfte, als er im Fernsehen lief. Und er hat mich so beeindruckt, dass ich danach wochenlang Vögel malte und ein bisschen in den sympathischen Burt Lancaster verliebt war. Als ich ihn nun erneut ansah, konnte ich meine Begeisterung nicht mehr so ganz nachvollziehen, obwohl ich nach wie vor finde, dass Burt Lancaster und auch sein Gegenspieler Karl Malden (bekannt aus "Die Straßen von San Francisco") großartig sind in ihren Rollen. In einer kleinen Nebenrolle trat auch "Kojak" Telly Savalas als Mitgefangener auf, was nett war. Aber irgendwie hat doch der Zahn der Zeit an dem Film genagt. Ein bisschen zu schwarzweiß und behäbig kam er daher und war mit über zwei Stunden deutlich zu lang. Aber es war schön, dass Robert Stroud trotz der lebenslangen Haft einen Sinn im Leben fand, indem ihm der kleine Sperling im Nest vor die Füße gelegt wird. Überraschend: Sperlinge können tatsächlich über zwanzig Jahre alt werden! Besonders gefallen hat mir der stille und geduldige Wärter Bull Ranson (Neville Brand), der beim Abschied von Stroud nach Alcatraz trotz ihrer anfänglichen Antipathie füreinander feuchte Augen bekommt und verspricht, sich um die Vögel zu kümmern, die Stroud nicht mitnehmen darf zu seiner letzten Station. Ein Leben hinter Gittern mit dahingeworfenen Knüppeln zwischen die Beine und trotzdem nicht resignieren, das ist die Botschaft des Films. Auch, wenn es nicht leicht ist: der in Gefangenschaft aufgewachsene und dressierte "Zwerg" kehrt nach einem kurzem Geschmack der Freiheit wieder zu seinem Ziehvater zurück, weil er sich dort sicherer fühlt.
Hut ab übrigens vor Burt Lancasters Fingerspitzengefühl für Vögel: Ich finde es gar nicht so einfach, sie in die Hand zu nehmen, wenn es die Situation erfordert.
Bewertung: 💫💫💫 und ein halber 💫




























