Translate

Posts mit dem Label Corona werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Corona werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 6. April 2022

Alles wieder im (Corona-)Butter? Und meine Aufräum-Aktion.

 Zurzeit scheint sie ja jeden zu erwischen, ob geimpft oder nicht: die Omikron-Variante des Coronavirus, und das nicht immer mit mildem Verlauf. Aktuell gibt es mindestens drei Fälle in meinem näheren Bekanntenkreis, auch unter Geboosterten.

Umso erstaunter bin ich, dass seit gestern keine Maskenpflicht in Läden mehr gilt und auch sonst sämtliche Einschränkungen der letzten zwei Jahre zurückgefahren werden - wohl, weil das Infektions- bzw. Seuchenschutzgesetz außer Kraft tritt. Ich muss mich wundern, denn anders als die Spanische Grippe von vor über hundert Jahren ist Covid-19 nach besagter Zeitspanne leider noch nicht Vergangenheit - ich habe eher den Eindruck, es ist ansteckender denn je. Jedenfalls werde ich nach wie vor umsichtig sein und unter mir fremden Menschen die Maske tragen, auch wenn andere meine Vorsicht belächeln. 

 

 

Mir fehlt der alltägliche Umgang mit anderen schon, auch Kino und Kultur, aber ganz ehrlich, man hat sich in der langen Zeit seit März 2020 eingewöhnt in die Beschränkungen und sich weitgehend damit arrangiert, die Abende daheim zu sein. Vielleicht ist man dadurch auch ein wenig bequem geworden - das kann ich zumindest an uns beobachten.

 Da wir in den letzten Wochen durch das Virus ebenfalls keine große Sprünge machen konnten, habe ich die Gelegenheit genutzt und die Wohnung etwas entrümpelt und auf Vordermann gebracht. Und siehe da, es hat mir richtig Spaß gemacht! Anders als meine Oma selig bin ich leider keine Putzfee mehr (früher hatten die Ordnungsgene noch Durchschlagskraft) und zudem gerade ein wenig schlapp, so dass ich auf die nun blitzeblanke Behausung doppelt stolz bin. Zwar ist sie noch nicht vollends sauber, aber den letzten Teil knöpfe es mir vor, sobald ich wieder Zeit habe. Und die muss ich mir nehmen, das geht nicht mal so nach der Arbeit. Der geplante Frühjahrsputz war nämlich ein Tagwerk von 11:00 - 20:00 Uhr.


Sonnenuntergang vom Balkon aus


Wenn man so lange nicht mehr gründlich geputzt hat wie ich (kurz mal Staubwischen zählt nicht), ist es ein total schönes Gefühl, nach Hause in eine veränderte Wohnung zu kommen, in der man sich wieder neu wohlfühlt. 

Für mich war der Großputz auch deshalb ein voller Erfolg, weil ich mich beim Aufräumen normalerweise schnell ablenken lasse von Dingen, die ich ewig nicht mehr in den Händen gehalten habe, oder nach der ersten Anstrengung die Segel streiche. Ich dachte, ich kann nicht mehr so ordentlich und strategisch putzen wie früher, und obendrein mangelt es mir momentan an der nötigen Energie. Wie schön, dass ich mir das Gegenteil bewiesen habe. 

 


 

 Jetzt möchten wir noch das Wohnzimmer und Treppenhaus hell streichen, und auch ein paar andere Bilder aufhängen. Vorher sah unsere Wohnung laut Gästen wie ein Museum aus, da wir uns bei der Einrichtung von der Belle Epoque inspirieren ließen (die ich immer noch faszinierend finde, möbeltechnisch). Mittlerweile wirkt sie ein bisschen moderner, aber immer noch originell. Was gut ist. Wenn man draußen keine Abwechslung findet, muss man sie sich halt drinnen schaffen... 😉


Dienstag, 22. März 2022

Wertvolle Erfahrungs-Tipps gegen Corona

 Eigentlich hatten wir nicht damit gerechnet, hielten wir doch sämtliche Maßnahmen und Restriktionen ein und sind seit zwei Jahren mehr oder weniger unter uns: letzten Monat hat uns Corona erwischt. Ob Omikron oder Delta, spielt keine Rolle, doch mit Erschöpfungszuständen, Schwäche und vor allem Atemnot, die benommen macht und die Brust zuschnürt, ist nicht zu spaßen. Allerdings kam ein Krankenhausaufenthalt als Alternative nie in Betracht.

 

Die Doterra Hausapotheke

 

Das Gebot der Stunde: nur keine Panik. Stattdessen Gottvertrauen und Heilmittel anwenden. Und das taten wir, regelmäßig und ausdauernd. Mit natürlichen Ölen von Doterra (besonders bewährt haben sich Weihrauch und Air), dem Inhalieren von Meerwasser und Smoothies haben wir dem fiesen Virus den Kampf angesagt.

Die Öle sind außerordentlich wohltuend im Raumdiffuser neben dem Bett und als Massage. Auch beim direkten Inhalieren kehrt spürbar neue Kraft in die Zellen. Man kann die hoch antibakteriell und entzündungshemmenden Öle Air und Weihrauch in destilliertem Wasser mischen oder direkt mit speziell aufbereitetem Meerwasser einatmen. Als sehr hilfreich und belebend erwiesen sich zudem Algen-Bäder, die zusätzlich für eine Entgiftung des Körpers sorgen.

Sämtliche  Produkte sind hier erhältlich. 

Ausgesprochen gut war auch das unaussprechliche, auf pflanzlicher Basis hergestellte Umckaloabo, für das nicht zu Unrecht omnipräsent geworben wird.


Meerwassser und Inhalator

Wer keinen Inhalator für die Öle besitzt, kann auf den schon genannten Diffuser oder den altbewährten Wasserdampf über dem Kochtopf zurückgreifen. Die Erleichterung setzt schnell ein, und der Kopf wird freier. Abends gab es einen vitaminreichen selbstgemixten Smoothie, angereichert mit der ABC-Kur von Ringana, und Massagen mit Doterra-Ölen. Das streichelt nicht nur die Gesundheit, Haut und Seele, sondern riecht auch noch gut! Auch nicht zu vergessen bzw. zu unterschätzen: ausruhen, selbst wenn alles andere erst mal liegenbleibt und man das Gefühl hat, nutzlos zu sein. Gesundheit ist wichtiger als Fleiß.

Was uns ebenso ermutigt und gutgetan hat, waren die gegenseitige Achtsamkeit und Hilfe im Haushalt untereinander. Alleine bzw. völlig isolliert möchte man in so einem Zustand nicht sein. Covid-19 ist kein Zuckerschlecken. Ganz raus sind wir noch nicht, wenn auch nicht mehr ansteckend und aus der Quarantäne, die zu mehreren gar nicht so schlimm war. Wichtig ist, dass wir wieder alle auf die Beine kamen. 

 

Noch ein bisschen groggy...

 Ich würde mich freuen, wenn dieser Erfahrungsartikel Mut macht. Er zeigt, dass man auch mit natürlichen Mitteln gegen einen Virus angehen kann, der in der Tat nicht von Pappe ist. Konsequent muss man halt sein, aber das fiel uns angesichts der spürbaren Fortschritte und dem Wiedererhalt unserer Gesundheit nicht schwer.

Die letzten beiden Sonntage waren wir sogar wieder wandern, wenn auch mit mehr Pausen als gewöhnlich. Doch es macht Spaß und beweist, dass wir unsere Energie wieder zurückgewinnen und es aufwärts geht.


Freitag, 31. Dezember 2021

Guten Rutsch und Happy New Year 2022!

 Mit diesem Tag wäre auch das letzte Jahr geschafft, das wie das vorletzte von der Pandemie geprägt war. Ich hatte Anfang 2020 tatsächlich angenommen, es wäre spätestens im Sommer desselben Jahres vorbei... wie man sich täuschen kann. 

Auch gab es im Zusammenhang mit Corona einige Vorfälle, die mich persönlich betroffen (gemacht) haben und Freundschaften, die auf einmal keine mehr waren. Das hat mich wohl am meisten bestürzt. Nicht die vielen Fakten, Zahlen und andere Konstrukte, mit denen viele argumentieren und diskutieren. Statistiken kann man fälschen und beschönigen bzw. verschlimmbessern. Zudem wirken sie auf Papier bzw. im Internet abstrakt und unpersönlich. Ein Freund von Zahlen war ich nie, dafür aber von emotionaler Intelligenz, die 2021 leider nicht trendy war. Zwischenmenschliche Beziehungen lassen sich nach der Spaltung in der Gesellschaft in Impfbefürworter und Impfgegner nur schwer wieder kitten. 

Ich hoffe sehr, dass das 2022 möglich ist und man trotz unterschiedlicher Meinungen wieder mehr aufeinander zugeht, auch wenn - so wie es aussieht - weiterhin Abstand und social distancing gewahrt werden müssen.

 

TillVoigt / Pixabay

Trotzdem blicke ich postiv nach vorne. Denn irgendwann muss Corona die Puste ausgehen, so wie allen Epidemien und Seuchen in der Geschichte. Schon jetzt liest man vereinzelt, dass die Erkrankungen allgemein nicht mehr so schwer verlaufen, da die Virusvariante Omikron zwar ansteckender, aber schwächer sei als die vorigen. Und zwar sowohl bei Geimpften als auch Ungeimpften. Die angekündigte Impfpflicht im Februar wird hoffentlich verfallen; immer mehr Politiker, die sie forderten, ändern ihre Meinung. Vielleicht auch, weil die Impfung nicht hielt, was die Regierung anfangs versprach. 

Aber ich will nicht davon sprechen; irgendwann hat man einfach genug von dem ganzen Hickhack und wird müde, davon zu hören und zu lesen. Daher möchte ich euch einen wundervollen und unbeschwerten Start ins neue Jahr mit viel Segen, Erfolg, Glück und Hoffnung wünschen.💗🍀 Und natürlich sehnen wir uns alle danach, wieder etwas Normalität ins Leben einkehren zu lassen. Ich wünsche mir, dass das ganz bald Realität wird.

Falls ihr Neujahrsvorsätze habt (von denen ich auch ohne Maske schon lange Abstand genommen habe), kommt hier ein Tipp: 

Formuliert sie positiv ("Ich fange an, zu..." statt "Ich höre auf mit..."), das stärkt laut einer schwedischen Studie die Motivation und hilft beim Durchhalten. Die obligate Quellenangabe? Kai Pflaumes wissenswerte Quizsendung "Wer weiß denn sowas?!"



Sonntag, 26. Dezember 2021

13 Jahre Büchertreff. Und das Ende.

 Nach dreizehn Jahren, in denen ich mich gern und auch mit erstellten Themen und Leserunden am Forenleben des "Büchertreff" beteiligt habe, wurde vor ca. einer Woche eine Sperre meines Kontos verhängt. Grund dafür waren meine Beiträge und besonders mein letzter im Smalltalk-Bereich, in dem es um die Corona-Impfung ging. 

 


   Ohne Hintergedanken einer Provokation habe ich dort meine Meinung und Skepsis zur Impfung kundgetan, die von denen der anderen User abweicht. Obwohl gut begründet mit persönlicher Erfahrung meiner Impfschäden und akuten Fällen von Folgeerscheinungen wie Herzrhythmus-Störungen in meinem Bekanntenkreis, die weniger glimpflich ausgingen, war der Gegenwind enorm. Auch vor Beschimpfungen und persönlicher Beleidigung schreckte man nicht zurück. Meldete ich mich nicht auf entsprechende Beiträge, hieß es, ich "hätte nicht genug Arsch in der Hose", um meinen Standpunkt zu verteidigen bzw. mit Quellenangaben zu untermauern (weil es die angeblich nicht gäbe) oder die Zahlen und Fakten gelten zu lassen, die mir um die Ohren gehauen wurden. Die streite ich gar nicht ab, bin jedoch auch hier skeptisch, was deren Wahrheitsgehalt angeht. Und ich finde, das darf man sein, zumal sich nun allmählich herauskristallisiert, dass die Impfung allein die Pandemie nicht bekämpfen kann und auch Nebenwirkungen hat, die unter Umständen schwerwiegender sind als eine Erkrankung an Covid-19 (wobei ich das nicht verharmlose).

Als man mich wiederholt als Schwurbler, Querdenker und Lügner bezeichnet hat und nach einer Blockierung meines Accounts verlangte, "weil man Schwurbler schon im realen Leben akzeptieren muss, aber nicht auf Foren", habe ich mit einem Vergleich pariert, der mir leidtut und für den ich mich nach der Sperre beim Administrator entschuldigt habe. Es gäbe keine Worte der Entschuldigung für einen solchen Vergleich, hieß es als Antwort, und man sei "mehr als überrascht", dass ich nach so langer Zeit, in der ich nicht negativ auffiel, derart unangemessen reagiert habe. 

Ganz ehrlich, ich bin es auch. Denn ich lege viel Wert auf einen höflichen Umgang, auch im Online-Bereich. Aber irgendwie - und das soll keine Rechtfertigung sein - war das Maß einfach voll. Ich empfand die aggressive und beleidigende Art der Impfbefürworter schon als Mobbing, und hätte ein Eingreifen der Moderatoren der Fairness halber früher erwartet. Nicht, dass man Partei für meinen Standpunkt ergreift, aber doch wenigstens zur Mäßigung aufruft, ehe die Diskussion eskalieren konnte. Es wurde auch tatsächlich einmal verhalten gemahnt, doch der Ruf der Vernunft ging unter und ist nach der Entwicklung der Situation nun hinfällig, hatten die anderen doch recht mit ihrer Unterstellung, "es käme Stimmung in den Thread", wenn ich wieder mitmische.

 


Die Sperre macht mich traurig und beschäftigt mich mehr, als sie es sollte. Wenn man so lange einem Forum treu geblieben ist, dann ist der Abschied nicht leicht. Vor allem, wenn er dermaßen ungut vonstatten geht. Wäre ich öfter in den dreizehn Jahren verwarnt worden, hätte ich den Rauswurf verstanden. So aber zeigt er mir, dass Meinungsfreiheit in Sachen "Impfen - Pro und Kontra" nicht erwünscht ist und man meine Beiträge und mich als "geoutete Ungeimpfte" nicht mehr wertschätzt. 

Mein erster Post zum Thema hatte zum Inhalt, dass mich die Spaltung der Gesellschaft sehr belastet. Ich war der Ansicht, vielen Mitgliedern - ob geimpft oder nicht - würde es ähnlich gehen. Offenbar ist das nicht der Fall, solange man zur Mehrheit der Geimpften gehört und der Panikmache von Politik und Medien Glauben schenkt. Übrigens gibt es in meinem Umfeld auch Ärzte, Pfleger/innen und Akademiker, die sich der Impfung nicht unterziehen wollen.

Ja, Corona ist schlimm. Sehr sogar. Aber Angst bekämpft die Pandemie noch weniger als die Impfkampagnen es tun, die mir ein wenig vorkommen wie der Mut der Verzweiflung. Vorsicht ist nach wie vor angebracht, ohne Frage. Auch die verordneten Maßnahmen bleiben uns wohl noch eine Weile erhalten. Doch vielleicht darf man Hoffnung haben, dass die Pandemie irgendwann ihren Schrecken verliert. Zum Alltag gehört, aber nicht mehr in der Dimension, wie wir sie seit zwei Jahren erleben. 

 


Mein Büchertreff-Konto bleibt gesperrt, trotz der Tatsache, dass ich um die Löschung des Beitrags bat, der dazu führte. Ich habe keinerlei Ambitionen, eine neue Community zu suchen. Das, was ich mir dort aufgebaut habe (und ich spreche nicht nur von meiner Eigenschaft als Autorin), hat lange wachsen müssen. Außerdem habe ich mich willkommen gefühlt, war ein etabliertes Mitglied, dessen Beiträge und Themenerstellungen von anderen gern gelesen und angenommen wurden. Und wo ich mich mit Gleichgesinnten zum Thema Lesen austauschen konnte. Von denen ich auch ihren Buchgeschmack kennengelernt und tolle Empfehlungen erhalten habe, die ich sonst nie entdeckt hätte.

Falls ein Büchertreffler dies hier liest, so möchte ich dich um Verzeihung bitten für den Eklat im Thread. Und auch um ein bisschen Verständnis für meine Position. Ich habe es nicht böse gemeint, habe einmal durch die andauernden Grobheiten die Nerven verloren (in der Diskussion habe ich niemanden persönlich beleidigt oder von meiner Meinung zu überzeugen versucht; vielleicht ist das noch nachzulesen, wenn meine Smalltalk-Beiträge mittlerweile nicht komplett entfernt wurden) und wurde in eine Ecke gedrängt, in die ich nicht gehöre. Niemand möchte sich gern beschimpfen lassen, und die Meinung zu verbieten und sich nach einer Entschuldigung unversöhnlich zeigen, halte ich ebenfalls nicht für förderlich in den fragilen zwischenmenschlichen Beziehungen der aktuellen Zeit, sei das on- oder offline. Bleibt gesund und passt aufeinander auf.

Und sucht keinen Schuldigen, an dem ihr euren Frust über die Einschränkungen auslasst. Das gilt für beide Seiten. Denn so werden wir nicht wieder zu einem friedlichen Miteinander zurückkehren können. Schlimm genug, dass es soweit gekommen ist.

Bilder: Christine Wirth


Freitag, 17. Dezember 2021

Jahresrückblick 2021

Alle Jahre wieder gegen Weihnachten... der Jahresrückblick. Für mich ein positiver. Ehrlich. Trotz Corona und dem damit verbundenen politischen Rumgegurke, einem Ungeimpften-Status (man mag es kaum mehr zugeben), und einem mehr oder weniger isolierten Alltag. 

Als ganz großer Segen erweisen sich die beiden Katerchen Mikkel und Toby, die Anfang Juli bei uns eingezogen sind und sich zu prachtvollen und lieben und süßen Familienmitgliedern "mausern". Mit ihnen wird es selbst im wenig abwechslungsreichen Pandemie-Leben nicht langweilig. 

 

Was guckst du?!

 Wenn sie nicht gerade auf ihrem Kartonstapel ein Nickerchen halten oder like Bosses die Lage überblicken, sind sie stets zu Spielen, Streichen und Streicheleinheiten aufgelegt und freuen sich ihres Daseins. Auch die Kastration vor einer Woche haben sie gut überstanden und sich danach umso mehr gefreut, ein schönes Zuhause zu haben und bleiben zu dürfen. Und wir, unsere Burschis nach sechs Stunden Abwesenheit wohlbehalten wieder verwöhnen zu können. Toby und Mikkel sind eine klassische Win/Win-Kombination, und ich wundere mich, wie ich anfangs Bedenken haben konnte, mich je wieder an andere Katzen als an Knitz und Joschi zu gewöhnen und mein Herz von tierischen Mitbewohnern stehlen zu lassen.



Ein weiteres Highlight war - wie bereits im letzten Jahr - das Familienwandern. Man kann sich kaum vorstellen, wie wohltuend die Ausflüge in die Natur für uns alle sind. Keiner mag mehr darauf verzichten, egal wie das Wetter ist. Ob Sonne, Nebel oder gar Nieselregen - sonntags sind wir draußen. Geht es mal nicht (einmal mussten wir unsere Tour aufgrund Schneeregens abbrechen), ist der Tag nicht komplett für mich.

Zum Geburtstag der Eltern haben wir ein Album mit einem Überblick unserer bisherigen Touren über www.fotokasten.de gestaltet und drucken lassen, das seitdem auf dem Wohnzimmertisch liegt und immer wieder gern angeschaut wird. Die Qualität der Fotos ist gigantisch! Wer ein persönliches Geschenk sucht, wird dort garantiert fündig. Die Software kostet ein bisschen Aufwand, ist aber nach kurzer Einarbeitungszeit leicht zu bedienen und macht Spaß. Das fertige Produkt hat alle Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.



Last but not least bin ich durch eine gute Freundin zu einem Abo von Disney+ gekommen, und obwohl wir (nicht mehr) so die Fans sind, findet man im Angebot sehenswerte Filme, die man entweder zum ersten Mal sieht oder mit nostalgischem Gefühl neu entdeckt. Auch die Dokumentationen sind interessant, etwa die der ehemaligen Disney-Chefzeichner Frank Thomas und Ollie Johnston, die sich auch privat gut verstanden und ergänzt haben. Ein abonnierter Kanal ist eine tolle Alternative zu den häufigen Schreckensnachrichten im Fernsehen. 

Zwischenmenschlicher Kontakt von außerhalb hat freilich weitgehend gefehlt, was schade war. Restaurantbesuche und Kino fielen flach wie gehabt, und das vermisse ich am meisten in der aktuellen Situation. Ich dachte am Ende von 2020, Corona wäre spätestens dieses Jahr Geschichte. Weit gefehlt. Mittlerweile befürchte ich, dass es uns noch ziemlich lange begleiten wird. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben. Vor allem nicht angesichts der bevorstehenden Festlichkeit, als Jesus auf die Erde kam und uns das Himmelreich und ein Leben in Fülle auch schon in der Welt versprochen hat. Davon bin ich fest überzeugt. Was soll mich da noch schrecken?



In diesem Sinn wünsche ich euch allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr!



Donnerstag, 20. Mai 2021

Wandern mit der Family ~ eine neue Leidenschaft

Letztes Jahr hatte ich es schon mehrmals erwähnt: Corona hat uns zu hiesigen Backpackern gemacht. Heißt, wir checken das Wetter, suchen uns eine Wanderroute in der Umgebung aus (anfangs ganz old school mit Karte, jetzt mit einer App auf dem Smartphone), verstauen ein üppiges Picknick in unsere zweieinhalb Rucksäcke und los geht's. Meist erst im Auto, dann zwischen sechs und acht Kilometern zu Fuß. Wenn Petrus uns nicht allzu gnädig gestimmt ist, kommen auch ein paar Knirpse - Taschenregenschirme - ins Gepäck. Die haben wir bisher allerdings kaum gebraucht. Was immer mit dabei ist, ist meine Handykamera. Seit ich nun doch ein Smartphone mein eigen nennen kann, fotografiere ich damit unheimlich gern. Ein Muss auf unseren Touren ist immer das Selfie-To-Go, das mittlerweile von jedem souverän in Kauf genommen wird. Manchmal sogar mit Grimassenschneiden. Und natürlich haben wir uns alle vier mit robusten, aber schicken und bequemen Wanderschuhen ausgestattet.
 
 
Mai 2021 bei der Greifenwarte Guttenberg
 

Unsere Touren führen uns an die verschiedensten Orte, und oft sogar dahin, wo ich selbst noch nie gewesen bin. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass es keine zehn Kilometer von meinem Wohnort entfernt ein gigantisches Mausoleum eines seinerzeit berühmten Unternehmers gibt, das unseligerweise nach der Reichspogromnacht im Jahr 1938 geplündert und geschändet wurde. Zwischen 1980 und 2012 wurde es in Teilen rekonstruiert und wiederhergestellt. 

Heute kann man es sogar von innen besichtigen, was wir uns zunächst nicht trauten, bis vorbeigehende Passanten uns darauf aufmerksam machten, dass das Tor geöffnet werden kann. Angesichts der Popularität des Steinsfurter Wohltäters und dem Schicksal seiner verschollenen Urne, der seiner Frau und der seiner Pflegerin wurde ich richtig ehrfürchtig, wozu auch die Erhabenheit des Mausoleums beigetragen hat, das mitten im Wald fast ein bisschen exotisch, weil orientalisch, wirkt. 

Wenige hundert Meter weiter in den Wald hinein liegt dann ein großer Judenfriedhof, auf dem Herr Weil nicht bestattet werden durfte, weil er auf eine Kremation bestand. Darum ließ er auch die Grabstätte errichten, die aber mehr für fröhliche und gesellige Zwecke mitkonzipiert worden war. Wie unfassbar traurig, dass daraus nichts wurde. Immerhin steht nun vor dem Mausoleum, das dem Jerusalemer Tempel nachempfunden ist, ein großer Tisch mit zwei langen Bänken. Vielleicht um Herr Weils seligen Angedenkens. Das wäre zumindest eine kleine "Entschädigung", wenn man davon überhaupt sprechen kann. 

 

Blick vom Inneren des Mausoleums, Waibstadt.

 Jedenfalls hätte ich mir gewünscht, dass der Mann, der viel für die Region und die Menschen getan hat, nicht in Vergessenheit geraten und mehr gewürdigt worden wäre. Ein kleiner, nach ihm benannter Weg in den Wald hinauf erinnert an ihn, aber ich finde, man hätte die neu renovierte Stadthalle nach ihm benennen sollen. "Hermann-Weil-Halle", das klingt irgendwie fast episch.

So auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln finde ich total interessant. Auch die Eltern erzählen auf den Wanderungen gern über ihre Kindheit und was man damals noch alles hatte bzw. entbehren musste. Oder dass nicht alles schlechter war, nur weil es weniger Komfort gab. Beinahe unvorstellbar, dass in den 1950 / 60er Jahren fast jeder Haushalt Vieh wie Hühner und mindestens eine Sau besaß und damit weitgehend Selbstversorger war, zumindest auf dem Dorf. Apropos Nostalgie: auf selbigem Trip waren wir vor kurzem, als wir von Stebbach nach Gemmingen gewandert sind, dem Geburtsort meiner Mama. Das fand ich sehr süß und rührend, wie sie sich über alles gefreut und uns gezeigt hat, wo die Nachbarn und Bekannten gewohnt hatten. Und dann trafen wir tatsächlich noch jemand von früher!


Kurz übers Feld, auch in Waibstadt.

 Insgesamt sind die Wanderungen durch Wald und Flur für jeden von uns ungeheuer bereichernd. Wir sehen viel Neues und Ungewöhnliches, tauschen uns aus, lernen dazu, haben Spaß mit unseren Fotos und den Wald-Selfies, trainieren unsere Ausdauer und freuen uns auf die zünftige Brotzeit, ein Highlight unserer Touren. Mittlerweile nehmen wir auch Kaffee und Kekse mit neben den belegten Broten / selbstgebackenen Brötchen, Gemüse, Eiern und Snacks und mit Traubensaft gemischtem Wasser, denn manchmal verfliegt die Zeit schneller als es uns lieb ist. Aber wir haben es nie eilig. Im Gegenteil. Nur können wir es oft gar nicht abwarten bis zu den Wochenenden, wo dann die nächste Wanderung geplant wird. Für mich ist das sehr erstaunlich, weil ich vorher immer eher dachte, Wandern sei irgendwie eine spießige Sache. So blöd kann man sein. Wer sich gut mit seiner Familie versteht und sie trotzdem besser kennenlernen möchte, dem kann ich Wandern wärmstens empfehlen. Komisch, dass die meisten Leute, wie wir, erst seit der Pandemie darauf gekommen sind, als Familie gemeinsam etwas zu unternehmen. Vielleicht dehnen wir sie in Zukunft sogar mehr in den Schwarzwald aus und machen eine Ganztagestour. Dort gibt es nämlich auch fast magische Orte. Und wenn mich nicht alles täuscht, öffnen demnächst auch wieder Gaststätten und Restaurants, falls wir mal unser Picknick vergessen oder zu wenig vorbereiten. Letzeres war jedoch noch nie der Fall. 

 

These shoes are made for walking...

 

Nicht nur, dass Wandern ein tolles Erlebnis ist; irgendwie hat es auch etwas Philosophisches und Gemütliches an sich. Häufig sind wir zu viert auf weiter Flur, sehen Eichhörnchen, Rehe und winzigkleine Mäuschen durchs Unterholz oder an den Bäumen hochflitzen. Oder wir sitzen auf einer verlassenen Bank mitten im Nirgendwo, während wir einträchtig unseren Proviant mampfen oder in die Luft gucken. Dann ist das ein wenig ein Gefühl, als ob alles ganz friedlich wäre und die Welt stillsteht. In der hektischen und auch leider sehr unruhigen Zeit überall schätzt man Momente wie diese umso mehr.

Wanderführer für die Umgebung sind ja jetzt schwer im Kommen; obwohl ich Bücher und Karten aufgrund der Haptik bevorzuge, finde ich die WanderApp Komoot besonders praktisch. Man kann sogar Routen speichern und archivieren. Oder ganz neue entdecken.









Mittwoch, 28. April 2021

In der Töpferwerkstatt von Cobie Smulders' Onkel David Anthony

Durch unsere KUNSTraum-Workshops (die coronabedingt auf Eis liegen) habe ich vor ein paar Jahren den Engländer David Anthony kennengelernt. Ein sehr sympathischer und netter Typ, der seit über dreißig Jahren in der Nähe von Heidelberg lebt, wo er eine eigene Töpferwerkstatt betreibt und seinerseits Kurse in Nicht-Krisen-Zeiten anbietet. Und er hat für Filmfreaks und Marvel-Fans ein ganz besonderes Renommee, denn er ist der Onkel von Schauspielerin Cobie Smulders. 

 

David in seinem Element

Mitte April hat er uns eingeladen, seine neuen Räumlichkeiten zu besichtigen und auch selbst aktiv zu werden, was Keramikmalerei betrifft. Ich war beeindruckt. Von allem. Die tolle Werkstatt, das urige Ambiente, das zwar direkt an der Hauptstraße liegt, aber bäuerlichen Charme versprüht mit ein paar Siedlungen drumherum und Hühnern und Pferden in Hinterhöfen, das passt so richtig zu David.

Und wie schön war es, mal wieder ein wenig länger mit jemandem zu plaudern, den man lange Zeit nicht gesehen hat. Obwohl ich nicht so der Small Talk-Typ bin, hatten wir doch jede Menge Gesprächsstoff, während ich mich am Bemalen einer Seifenschale und eines Tellers versucht habe. Tatsächlich klingt das einfacher als es ist. Ganz neu ist mir das Medium Keramik und Ton ja nicht, aber mit Pinseln gezielt ein Motiv aus dem Kopf aufgetragen habe ich noch nie. Zuerst hatte ich irgendwie einen Mordsrespekt vor dem blanken Teil. Die Keramikfarbe trocknet beim Auftragen; sehr schnell also. Verbessern ist da nicht. Aber dann dachte ich mir, es wird mein erster Versuch. Macht nix, wenn der danebengeht. David war ebenfalls der Meinung und sagte, wir sollten uns einfach austoben mit den Farben und verschiedene Dinge ausprobieren.



Zeit fürs Zaudern blieb also nicht. Mein erstes Stück, die Seifenschale, fand ich dafür, dass das Motiv spontan entstand, ganz ok. Wirklich happy war ich mit dem Teller (im Bild unten). Durch Einritzungen in die Farbe mit einem Messer wirkt es sehr fein und detailliert. Wir sind gespannt auf das Endergebnis nach dem Brennen im Ofen. David erklärte uns, dass die Keramikfarben sich - wie Glasur - noch verändern. Im Unterschied zur Glasur verlaufen sie jedoch nicht, so dass die Muster erhalten bleiben.

Ich habe den Nachmittag richtig genossen. David glaube ich auch, obwohl er der Coronakrise trotz fehlender Kunsthandmärkte viel positives abgewinnen kann. Zum Beispiel, dass er mehr Zeit für sich selbst hat. Mir geht es ja irgendwie auch so. Auch wenn ich es vermisse, dass Unternehmungen wie diese früher selbstverständlich waren. Oder ein Restaurantbesuch. Und Kino. Vor David hätte ich allerdings nicht gewusst, wer Cobie Smulders ist...



Donnerstag, 4. März 2021

In Gedenken an Heinz-Dieter Trapp

 Am Montag starb ein Bekannter von mir mit Mitte Siebzig an Corona, der lange Zeit im Haus meiner Eltern gelebt hat, genauer gesagt von 2005 bis 2018. Er kam im Rahmen des Projekts "Betreutes Wohnen" als Patient einer psychiatrischen Einrichtung zu uns, nachdem die "Vorbesitzerin" ihn nicht mehr verpflegen konnte / wollte. 

 

Foto: Karl Schramm


Und in der Tat erwies sich Herr Trapp (den ich nie "Heinz-Dieter" nennen konnte, wenngleich er es uns mehrmals anbot) als ziemlich eigenartig. Obwohl als schizophren diagnostiziert, hatte ich eher den Eindruck, er gehörte dem Asperger-Spektrum an, auch und gerade, weil er häufig von seinem "Wahn" sprach - etwas, das Schizophrene meines Wissens nach nicht tun. 

Er liebte klassische Musik, Beethovens Fidelio und Don Pasquale und Märklin-Eisenbahnen. Mehr interessierte ihn eigentlich nicht, und im Lauf der dreizehn Jahre gab es nichts anderes, mit dem man ihn begeistern oder seinen Horizont hätte erweitern können. Menschen, die ihn nicht näher kannten, hatten ihn, seine kleine dünne Gestalt und sein Auftreten als höflich und auch "goldig" bezeichnet. Er wusste zu formulieren und schenkte großzügig Sekt und Weinbrandbohnen - Dinge, die er selbst mochte. Er tat es auch dann noch, wenn man seine Aufmerksamkeiten ablehnte. Vielleicht im Bemühen, Ärger abzuwenden, den er selbst immer wieder heraufbeschwor. 

Allerdings wäre mir lieber gewesen, er hätte sich etwas mehr Mühe gegeben, sich in ein soziales Zusammenleben zu integrieren. Denn mitunter war er sehr nervend in seiner mehr als schrulligen Art. Empathie ging ihm völlig ab. Seine Gespräche kreisten ständig um sich selbst und die erwähnten Themen, ohne auf sein Umfeld einzugehen. Ich kann mich an Vorfälle erinnern, die mich fast zur Weißglut getrieben haben, und ich bin im Allgemeinen ein geduldiger Mensch.

Trotzdem tat es mir leid, von seinem Tod zu erfahren. Nachdem er in eine andere Familie an einen anderen Ort kam, die weniger nachsichtig mit ihm und seinen Macken war, blieb er dort nicht lange und hatte wohl eine regelrechte Odyssee vor sich; etwas, das ihm zutiefst widerstrebte, saß er doch am liebsten den ganzen Tag in seinem Zimmer, ohne einen Finger zu rühren. Da er sich nie körperlich betätigte und sein jahrzehntelanger Medikamentenkonsum enorm war, machten offenbar gegen Ende seine Muskelfunktion und sein geschwächter Körper schlapp. Sein ereignisloses, aber für ihn erfülltes Leben endete auf der Intensivstation. Das hätte ich ihm nie gewünscht und auch nicht erwartet. Die Nachricht - heute Mittag telefonisch überbracht von einer seiner Betreuerinnen - hat mich doch sehr erschüttert. Ich frage mich, ob er jetzt Beethoven beim Komponieren zusehen kann. Und wer seine Eisenbahnen erbt. Wer an ihn denkt, wem er wichtig war. Nicht zuletzt deshalb möchte ich ihm hier ein Andenken bewahren. 

Als wir uns im November 2019 sahen, machte er mir sogar ein für ihn in zweifacher Hinsicht ungewöhnliches Kompliment: mein Roman "Vom Ernst des Lebens" hatte er laut eigenen Worten zweimal gelesen, wo er ansonsten nur Kurt Kusenberg als Autor kennt und liest. Seine weiteren Bücher stehen / standen sauber verschweißt im Regal. Da war ich wider Willen richtig gerührt.

Den Wunsch, in einem gläsernen Schneewittchensarg bestattet zu werden, wird man ihm wohl nicht gewähren. Aber den braucht er im Himmel ja nicht. Und ich hoffe sehr, dass er jetzt dort und glücklich ist. Vielleicht begegnet er ja auch unserem Joschi, der nach schönen jungen Frauen, der Musik und Modelleisenbahnen hoch in seiner Gunst stand.



Montag, 8. Februar 2021

Galerie und "Mein Rollladenshop" mit drei "L"

Seit im WIRTHs HAUS aufgrund Corona keine Raumvermietung, keine Veranstaltungen und keine Workshops mehr stattfinden können, haben wir unsere Räumlichkeiten ein wenig verändert bzw. den Platz für uns vergrößert. 


Ein Teil des neuen spacigen Ateliers

 

Das Atelier zog in Raum II, wo Nicole sich nun nach Belieben ausbreiten und austoben kann mit Farbe, Pinsel und Leinwänden, und das sieht richtig toll aus und freut mich sehr für sie, da es hinter der Eingangstür im vorderen Bereich recht eng war. 

Da insgesamt mehr Platz ist, haben wir alle drei Bereiche, d.h. Raum I, II und das Art Café, zu einer Galerie verwandelt, die man auch als Laufkunde besichtigen und besuchen kann (unter Einhaltung der Hygienekonzepte). Es lohnt sich auf jeden Fall. Wer möchte, kann beim Anschauen und dem Versinken in die Farbenpracht der vielseitigen Bilder auch einen Kaffee oder Cappuccino schlürfen.

 

Im Art Café mit den originellen Lockdown Friends

 

Unser Online-Rolloshop konnte durch den Umzug des Ateliers auch ein bisschen großzügiger und übersichtlicher gestaltet werden unter Einsparung von Ecken und Wänden. Das gefällt mir besonders gut, denn jetzt komme ich ohne weiteres auch an die kleinsten oder hochgelegenen Zubehörteile, ohne mich verrenken zu müssen. Zwar hat unser Lager immer noch den typischen Werkstatt-Charme, aber es soll ja auch kein Verkaufsraum sein. Und irgendwie war bei uns ohnehin das meiste bisher provisorisch, selbst als wir unser Ladengeschäft noch hatten. Obwohl wir natürlich bemüht sind, eine heimelige Atmosphäre zu schaffen und uns das immer gut gelungen ist. 

 Ich bin allerdings jedesmal heimlich amüsiert, wenn Kunden aus der Umgebung vorbeikommen, um quasi "vor Ort" einzukaufen. Es irritiert dann doch sehr, eine Art Depot zu betreten statt einen Verkaufsraum mit ausgepreister Ware. Und die urige Schreinerwerkstatt - seit Jahrzehnten unverändert - hat schon viele erstaunte und bewundernde Blicke geerntet. Ich glaube aber, dass die meisten Kunden das ungezwungene Ambiente zu schätzen wissen. Besonders, wenn sie erkennen, dass jemand Ahnung hat von der Materie. Und der Großteil bestellt sowieso übers Internet.


Guten Tag! Ich bin Ihre virtuelle Assistentin.

Die Arbeit im Shop macht mir erstaunlich viel Spaß, obwohl sie nicht viel mit Kreativität zu tun hat. Vielleicht, weil ich etwas Nützliches tue, nachdem ich lange Zeit keine richtige Beschäftigung hatte und ich nicht recht wusste, was mit mir anfangen. Überfordern tut mich der Job nicht; in der Regel wird am Montag vom Hersteller angeliefert, und wenn es gut läuft, sind wir innerhalb von zwei bis drei Tagen fertig und die verpackten Rollos an den Endkunden verschickt. Kleinere Bestellungen, die über die ganze Woche laufen, sind im Nu erledigt. Zeit für andere Dinge oder kleine Pausen und eine Tasse Kaffee gibt es eigentlich immer. Und wir sind froh und dankbar, dass wir den Shop haben. Ohne ihn wären wir nicht so gut durch die Krise gekommen. Man merkt eben doch, dass in Zeiten des Lockdowns viel zuhause getan wird bzw. man verstärkt online einkauft.

 

*Klick dich zum Shop*

Für uns hat sich der Rolloshop wirklich als Segen entpuppt, auch wenn ich technisch nicht versiert bin und noch nie einen Rollladen eingebaut habe. Aber dafür sind ja die Männer da... (O; Wobei wir Mädels auch ganz stolz sind, dass wir die mitunter recht schweren Rollladenpanzer stemmen können. Eine Art "Work"-Workout machen, ohne ins Fitness Studio gehen zu müssen, sozusagen.

Trotz Lockdown freuen uns immer auf (mit Maske versehene) Besucher, selbst da das "WIRTHs HAUS" momentan offiziell für Raumvermietungen bis auf Weiteres geschlossen ist. Es ist es schön, wenn hin und wieder jemand vorbeikommt, ein bisschen mit uns plaudert und sich an den Bildern erfreut. 

Die können übrigens auch im Internet bewundert und erworben werden auf der  

Seite von Nikky. 





Donnerstag, 26. November 2020

Corona- oder Herbstblues? Vielleicht ein bisschen von beidem...

Seit Corona bzw. März läuft das Jahr 2020 ja irgendwie auf Sparflamme. Aufgrund der vielen Verordnungen und ständig wechselnden Maßnahmen ließen sich Arbeit und Freizeit kaum aktiv gestalten, wie zum Beispiel mit Fernurlaub (nicht dass ich den jedes Jahr hätte oder bräuchte), Treffen, Konferenzen und Feiern und kulturellen Besuchen von Kino, Theater oder Konzerten. Stattdessen gilt Home Office, "social distancing", Mundschutzmaske auf beim Einkauf und in der Schule und mehr oder weniger Aufmüpfigkeit der Regierung gegenüber, weil man sich seiner Grundrechte beraubt fühlt. Wenigstens sind die Freitagsdemonstrationen vor unserem Haus untersagt, in denen die Menschen ohne Maske und Abstand symbolisch die Demokratie zu Grabe tragen (ich lasse das mal unkommentiert...).


 

Glücklicherweise bin ich gern in meiner schnuckeligen Wohnung und brauche nicht ständig Action oder andere Menschen um mich herum, damit ich mich nicht langweile. Auch bin ich einer gewissen Routine nicht abgeneigt und kann darin sogar Positives entdecken. Kino und kulturelle Verantstalungen vermisse ich wohl am meisten, aber auch einfach mal Bummeln in der Stadt. Erst jetzt wird mir bewusst, wie oft ich das früher gemacht habe. So ganz unbeschwert losrennen ist nun nicht mehr ("Hab' ich denn auch die Maske einstecken?").

Spazieren gehen wir nach wie vor, denn frische Luft ist auch ohne Corona wichtig. Besonders die längeren an Sonntagen mit der Familie genieße ich. Letztens hatten meine Eltern Geburtstag, und wir haben Gans im nahegelegenen Restaurant bestellt und im Atelier bei Kerzenlicht gemeinsam mit Onkel und Tante gefeiert. Ich habe zwar kein Foto, aber sie war riesig und sehr lecker! Kein Geburtstag wie sonst, möchte man sagen. Der bleibt bestimmt noch lange in Erinnerung. Irgendwie war es auch urig und schön. 

 

Nach der Party

 

Und trotzdem wünsche ich mir nichts mehr, als dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können. Viele unken ja, dass dies erst der Anfang wäre oder Covid-19 nun dauerhaft zum Alltag gehören würde und nur eine Impfung entsprechenden Schutz brächte. Bei letzterem Punkt bin ich skeptisch. Immerhin infizieren sich viele Grippe-Geimpfte immer noch mit den Viren. Und überhaupt: von Impfungen halte ich aus gutem Grund nicht besonders viel. Lieber booste ich mein Immunsystem mit anderen Mitteln. Hier bin ich dankbar, die Möglichkeit zu haben, auf natürlichem Weg gesund und fit zu bleiben. Als Familie greifen wir alle auf Produkte von Ringana und Juice Plus zurück, die sich für uns bewährt haben und zudem umweltfreundlich und nachhaltig hergestellt werden - vom Inhalt bis zur Verpackung. 

Der Mundschutz für Unterwegs und im zwischenmenschlichen Umgang außerhalb der Familie muss freilich sein, auch wenn ich ihn nicht wirklich kleidsam oder effektiv finde. Allerdings bin ich über die aggressive Reaktion mancher Maskengegner, vor allem auf sozialen Medien-Plattformen, schon erstaunt. Klar, sich das Teil über das halbe Gesicht zu streifen und damit rumzulaufen ist kein Vergnügen, aber ich bin optimistisch, dass es nur vorübergehend ist, schon allein der Schulkinder wegen. Manchmal fürchte ich allerdings, dass der gesellschaftliche Abstand und das Maskentragen beibehalten werden könnten, wenn sich herausstellt, wie viel weniger Ansteckungen klassischer Erkältungskrankheiten es in diesem Jahr gegeben hat. Das fände ich schade, zumal man hört, dass sich viele mittlerweile an die Maßnahmen und vermummten Leute in den Straßen gewöhnt haben. Dann wären wir auf dem besten Weg dazu, Bakterien und Viren, die uns ständig umschwirren und eine starke Abwehr aktivieren, zu unseren Feinden zu erklären und uns somit zu Sagrotan-Weichlingen, die jedes Staubkörnchen fürchten.

 

Hrrmmpf...
 

Alles in allem bin ich gerade ein bisschen melancholisch drauf und schiebe es auf den Herbst, in dem ich immer am liebsten in den Winterschlaf-Modus fallen würde. Denn jammern steht mir eigentlich nicht zu. Unser online-Rollladenshop floriert nach wie vor, so dass wir auch keine wirtschaftlichen Einbrüche beklagen müssen wie viele andere Unternehmer und Gastronomen vor Ort. Manchmal, d.h. normalerweise einmal pro Woche, liefern wir die Ware sogar selbst an, wenn sie zu lang oder sperrig ist für die Post oder im Umkreis von 50 km bestellt wurde. Im Sommer sind wir sogar an die bayerische Grenze gefahren. Auch das ist etwas, das mir sehr viel Freude macht, kommt man doch raus und sieht etwas anderes. Fast so wie Urlaub. (O;

 


Und zum Schluss empfinde ich große Dankbarkeit, dass ich privilegiert bin. Das klingt vielleicht ein bisschen schwülstig, aber wenn man genau darüber nachdenkt oder Lebensgeschichten aus dem Bekanntenkreis oder aus den Medien erfährt, ist es wahr. Eine Freundin aus Nigeria hat uns Dinge erzählt, die wir uns hier gar nicht vorstellen können oder mögen. Dass sie ihr Geburtsdatum nicht weiß, ist dabei schon nebensächlich. In ihrem Land wurde sie aufgrund ihres christlichen Glaubens und der Politik ihres Mannes verfolgt, und sie musste mit fünf Kindern fliehen, die heute in der ganzen Welt verteilt sind. Im Nachhinein, sagt sie, war es gut so, und sie ist trotz dem Erlebten eine fröhliche Frau, die gerne lacht und sich in unsere Herzen geschlichen hat. Und dennoch gewinnt ein vorübergehender Lockdown angesichts einer solchen Geschichte eine völlig andere Dimension. Ich finde, man sollte so etwas bedenken, bevor man sich hier über ein Wanken der Demokratie und Einschränkung der persönlichen Freiheit beschwert.






Freitag, 21. August 2020

Bilanz zum bisherigen Corona-Jahr 2020

Zeit, mal wieder ein bisschen philosophisch zu werden, und dieses Jahr bietet bisher eine Menge dazu. Denn es ist ein Jahr, das keiner von uns ähnlich erlebt hat, gelten doch Pandemien in der westlichen Hemisphäre als so gut wie ausgerottet. Das Corona-Virus hat uns eines Besseren belehrt. Als wir so feucht-fröhlich ins neue Jahrzehnt hineingefeiert haben, jeder voller Pläne und Hoffnung, hatte noch niemand an Einschränkungen des öffentlichen Lebens und "social distancing" gedacht, obwohl das Virus bereits im Umlauf war. Lange wurde die Gefahr ignoriert, und als sie schließlich Europa erreichte und publik wurde, war meine erste Reaktion "Das kann doch nicht sein!" und "Falls doch, ist da etwas Merkwürdiges im Labor passiert, das man uns verschweigen möchte, damit nicht die ganze Welt in Panik verfällt."

 

 

Wirklich ernst genommen habe ich persönlich die Situation erst Mitte März, als plötzlich Veranstaltungen selbst in unserer kleinen Stadt auf unabsehbare Zeit verschoben oder komplett abgesagt wurden und ich in meiner Bankfiliale auf den herzigen Spruch stieß "Wir begrüßen Sie mit Herz, nicht mit der Hand". Mittlerweile ist diese Filiale seit Monaten nur noch für "Laufkunden" zugänglich, die Geld ein- oder auszahlen. Und natürlich betritt man sie mit Maske und maximal zu dritt. Ich habe damals ein bisschen geschmunzelt, als eine Freundin mir erzählte, in Italien sei das der Normalfall auch in Läden. Kurze Zeit später kam er dann auch zu uns, der unabwendbare Lockdown. Ein letzter Einkauf in der Kurzwarenabteilung meines Vertrauens, und wir hatten sie - oder besser, sie hatte uns - die Ausnahmesituation Corona. Zum Glück sind meine Familie und ich bei guter Gesundheit, ernähren uns ausgewogen und haben den festen Glauben in Gott, dass alles gut wird. Ich glaube, hätte ich auf all die (Fake-)News und Nachrichten Wert gelegt, wäre ich wohl ausgeflippt.

Gelitten haben wir unter dem Lockdown nicht wirklich, auch wenn mir die lokalen Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffende, die auf ein Publikum und Tantiemen angewiesen sind, leid getan haben bzw. leid tun (kann es als ehemalige Einzelhandelskauffrau gut nachempfinden) und ich es immer noch tragisch finde, dass z.B. Schausteller nicht arbeiten dürfen und Schulkinder dauerhaft Masken tragen müssen. Überhaupt, die Kinder... aber das Thema würde ausufern, daher möchte ich es hier nicht vertiefen. 

Unser Online-Shop, über den wir Rollläden und Zubehör verkaufen, ging überraschend gut weiter, sogar besser, da viele Menschen wohl endlich Zeit hatten, etwas zu Hause in Angriff zu nehmen, was lange liegengeblieben ist. Das sah man ja auch in den Baumarktketten, die erstaunlicherweise geöffnet blieben; anders als kleine Läden, die jetzt mehr denn je um ihre Existenz ringen. Allerdings wurde man dort auch erfinderisch und bot einen Lieferservice an, markierte Schaufenster für die Kunden, damit die Ware genau beschrieben werden konnte und offerierte Tagesmenüs auf Rädern, teilweise sogar angeliefert mit Oldtimern vom Museum.

Bekannte von mir bestellten über Facebook ihre Püppchen-Doppelgänger. Wohl auch, um mich in den schweren Zeiten finanziell zu unterstützen und mich häkelmäßig zu beschäftigen. Die Auslandspost, mit der ich normalerweise verschicke, war ja praktisch lahmgelegt. Selbst jetzt kommen Päckchen ausschließlich mit horrend hochpreisigem Premiumversand nach den USA, wo meine Stammkundschaft sitzt. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Sabina, Stefan und Klaus! Es war mir ein Vergnügen, euch bzw. euren Liebling im Miniformat zu kreieren.


Beffan für Hannah

 

Einfallsreich war man also, auch wenn es natürlich bis heute nicht an die üblichen Umsätze heranreicht. Trotzdem fand ich den Lockdown und die damit einhergehenden Regeln nicht so schlimm, bin ich ohnehin gern daheim und habe es mir dort gemütlich und kuschelig gemacht. Gerade in der kalten Jahreszeit war das keine Strafe. Auch wenn es abgedroschen klingt: es hatte auch etwas Gutes, mal runterzufahren und sich bewusst zu machen, in welchem Überfluss und Luxus wir leben, den wir als selbstverständlich und unser gutes Recht betrachten, genau wie die Freiheit, die derzeit kontrovers diskutiert wird. Aber im Großen und Ganzen finde ich, dass wir die Krise ganz gut meistern. Fast ein wenig Panik geschoben habe ich nur, als das Klopapier an der Börse hätte gehandelt werden können und so knapp war, dass ich mir wie ein Schatzsucher vorkam, als ich die letzte Packung auf der am Morgen gelieferten Palette abgreifen konnte. Der Run auf Klopapier - das "weiße Gold" - war in der Tat ein bisschen Weltuntergangsstimmung, wäre es nicht so hysterisch komisch gewesen und auch ärgerlich für die Zuspätgekommenen, zu denen ich lange gehört habe.

 

Kruzifix!

 

Als Corona anfing, den Alltag zu beherrschen mit Maskenpflicht, Verschwörungstheorien, Verharmlosungen und selbsternannten und beglaubigten Virologen, von denen jeder eine andere Meinung hat, habe ich gehofft, der Spuk sei spätestens im Sommer vorbei, wenn die Temperaturen steigen. Wie man sieht, habe ich mich ziemlich verrechnet. Denn jeder hat das Recht auf Urlaub und Fernreisen, vom dem der Deutsche freilich Gebrauch macht, Risiko hin oder her. Und so verbreitet sich das Virus munter weiter. Auch das ist etwas, das ich nicht verstehe. Die Sturheit, mit der auf Dinge beharrt wird, die in "normalen Zeiten" dazugehören. Vielleicht meint mancher, in diesem verrückten Jahr stehe ihm Urlaub und somit ein Stück Gewohnheit mehr zu denn je, aber mal ehrlich: sind überfüllte Strände und kulturelle Besuche unter einer Schwitzmaske, die man nur selten abnehmen darf, Erholung? Da bleibe ich lieber auf Balkonien und mache es mir zuhause schön. Hin und wieder gehen wir auswärts essen, denn das war schon früher eher die Ausnahme und daher immer ein Erlebnis. Was Kultur und Sehenswürdigkeiten angeht, haben wir das Familienwandern mit Picknick für uns entdeckt. Bei heißem Wetter suchen wir waldige Wege, und wir sind erstaunt, wie viele sehenswerte Plätze es in unserer Umgebung gibt und wie viel Spaß wir alle haben. Mittlerweile sind unsere Wandertage ein Highlight der Woche, auch wenn das Wetter in letzter Zeit etwas zu schwül war, um weite Touren zu unternehmen.


Mmmm... leckerlecker!

Ich bin optimistisch gestimmt, dass Corona bald der Vergangenheit angehört wie die Spanische Grippe vor hundert Jahren, die in Europa immerhin zwei Jahre lang grassiert hat. Allerdings habe ich auch von Pessimisten gehört, Covid-19 würde nun zum Alltag werden wie andere, harmlosere Virenerkrankungen. Dann hoffe ich, dass genug geforscht wird, um die Menschen vor schweren Verläufen der Krankheit zu schützen. In erster Linie kann jeder selbst etwas dafür tun. Nicht nur die verordneten Maßnahmen einhalten, sondern das Immunsystem stärken mit Obst und Gemüse und evtl. Nahrungsergänzung. Wer Näheres zum Selbstschutz erfahren und eigenverantwortlich handeln möchte, kann sich gerne hier mal umsehen und schlau machen. Es lohnt sich, etwas Neues zu wagen und ausgetretene Pfade zu verlassen. Und nicht vergessen: immer flexibel und vernünftig bleiben, vor allem in Zeiten wie diesen. Die Demokratie geht uns deshalb nicht verloren, dafür aber hoffentlich bald Corona.

 


Sonntag, 2. August 2020

Freiheit die ich meine...

Die Welt ist  - mal wieder - aus den Fugen und teilt sich. In Coronaleugner / Weltverschwörungstheoretiker und solche, die es mit der Vernunft noch halten, aber in derben Kraftausdrücken auf die anderen schimpfen. Auch das findet nicht unbedingt meine Zustimmung, doch diese Empörung kann ich besser verstehen als die Sturheit, mit der das Persönlichkeitsrecht verteidigt wird, das im Übrigen niemandem hier in Abrede gestellt wird. Corona ist kein Hirngespinst der Regierung, mitnichten. Das kann ich guten Gewissens behaupten, da ich in einem "Hot Spot" wohne, in dem es viele Infizierte und auch an der Pandemie Erkrankte und Verstorbene gibt.

Anfangs war ich ebenfalls skeptisch und wusste nicht, wie das Ganze einordnen, den Lockdown, die Klopapierknappkeit, Maskenpflicht, die Abstandsregeln (an die sich übrigens so gut wie keiner mehr hält).

Doch ich Schlafschaf halte mich an die Maßnahmen, so unbequem sie sein mögen, und wundere mich über Leute, die zu Tausenden in Berlin und auch vor meiner Haustür jeden Freitag mit uralten Hippie-Protestsongs für "Freiheit" und "Meinungsrecht" demonstrieren und sich dabei noch ironisch als zweite Corona-Welle bezeichnen. Ja, wir leben in einer Demokratie, in der jeder das Recht hat auf freie Entfaltung. Aber ist es den "Freiheitskämpfern" nicht klar, dass es damit zu Ende ist, wenn das, wofür sie kämpfen, verwirklicht wird? Rücksichtslosigkeit würde ohne das Gesetz / unsere Demokratie (denn sie ist und bleibt unsere Staatsform!) an der Tagesordnung sein. Alles, was getan wird, bliebe ohne Konsequenzen. Irgendwann sogar Mord und Totschlag, denn wenn jemand den anderen beleidigt hat, wäre es ja sein gutes Recht, Selbstjustiz zu üben. Ist das die Freiheit, die angestrebt wird?

In vielen drastischen Fällen ist die Polizei jetzt schon machtlos oder mischt sich nicht mehr ein, weil Respekt vor der Obrigkeit mit Füßen getreten und mit Fäusten niedergemacht wird. Vernünftige Argumente zählen nicht mehr, da man egoistisch auf seinen Standpunkt pocht, so unsinnig der auch sei. Erst heute wurde im Radio ein junger Mann befragt, weshalb er im Barber-Shop keine Maske trägt wie vorgeschrieben, worauf er allen Ernstes meinte, in Apotheken und Bäckereien trügen die Verkäufer hinter der Plexiglasscheibe ja auch keine... Bei so einer Antwort könnte einem schon mal die Maske - Verzeihung, der Kragen - platzen.

Mich macht das betroffen. Denn ich finde, dass alles, was das Gemeinwohl und das Wohl des Einzelnen gefährdet, falsch ist. Meinungsfreiheit hin oder her. Eine andere Meinung zu haben schadet nicht, wohl aber die Mittel, mit der diese Meinung oft durchgesetzt wird. Man widersetzt sich nicht nur der Demokratie, sondern auch der Schöpfung, die so gedacht ist, dass jeder in Frieden und gegenseitigem Respekt voreinander leben kann (leider schon lange nicht mehr, aber umso achtsamer sollten wir versuchen, es zu ermöglichen). Menschen sind verschieden, und dennoch wäre es so einfach, auf einen Konsens zu kommen, was die Pandemie betrifft, die real in allen Ländern der Erde grassiert. Oder haben sich die Regierungshäupter, Bill Gates und Konsorten alle abgesprochen, die Weltherrschaft zu übernehmen? Was würde das denn bringen? Kurz und knackig und vor allem nachvollziehbar beantworten kann das wohl keiner.




Ich bin für Freiheit. Für Meinungsverschiedenheit. In Ausnahmesituationen wie dieser ist es jedoch wichtig, an einem Strang zu ziehen, damit sich etwas ändert. Leider scheint das menschlich unmöglich zu sein. Für mich umso mehr Grund, auf Gott zu vertrauen und mich unter seinen Schirm zu setzen. Insofern habe ich keine Angst um mich und meine Familie oder überhaupt vor der Misere, in der wir momentan stecken. Angst macht alles schlimmer. Aber wenn ich dazu beitragen kann, dass die Angst weniger wird, dann trage ich zum symbolischen Schutz von anderen und mir selbst die (auch von mir höchst verabscheute) Maske in öffentlichen Einrichtungen und befolge Regeln, die in Krisenzeiten sinnvoll sind, wie etwa den Mindestabstand und Hygienekonzepte. Natürlich erfordert das Umgewöhnung, sogar ein bisschen Mühe. Aber mal ehrlich, man bricht sich doch kein Bein dabei. Wie gesagt, ich habe mich zu Beginn sehr gegen die Maskenpflicht gesträubt, mir dann aber welche genäht, die hübsch sind und mich leichter atmen lassen als die medizinische Variante. Dass beides nicht besonders viel nützt, ist mir bewusst, und trotzdem vermittelt es anderen - vielleicht ängstlicheren Naturen oder Risikogruppen - dass man die Pandemie ernst nimmt.

Die Bewunderung und den Respekt vor den sogenannten "Rebellen" habe ich schon lange verloren. Für mich sind das Egoisten, die selbstgefällig die Augen vor Tatsachen verschließen und unflexibel auf ihre Rechte beharren, die sie nach Corona wieder haben können. Schließlich sind wir demokratisch. Wer das nicht glaubt, der kann meinetwegen in einer Diktatur leben und dort für Freiheit kämpfen...