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Dienstag, 18. August 2026

Catsitter zum zweiten...

 Nachdem wir letztes Jahr unseren Job als Catsitter so verlässlich und verantwortungsbewusst erledigt haben, war klar, dass wir diese Saison wieder als Pflegemamas der Katzengang unseres Cousins angetreten sind. Für uns ist das eine große Ehre und auch ein Spaß, denn die vier Samtpfoten (Leo ist leider nicht mehr dabei) sind alle so süß und echte Charakterköpfe. Und sie wussten auch noch, wer wir sind, denn wie jeder Katzenfan weiß, haben die Tierchen ein unglaublich gutes Gedächtnis.

 

Mit Gizmo, Felix, Maxl und Lilly (KI)

 

Etwas mühsam und erschwerend kam hinzu, dass Felix nun aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion täglich eine Pille vor dem Fressen zu sich nehmen muss, die wir mit allen Tricks und Raffinessen versuchten, ihm schmackhaft zu machen, da wir mit dem Nutella nicht so ganz einverstanden waren, das er hingebungsvoll vom Napfrand schleckt und in dem wir seine Medizin verstecken sollten. Kurz und gut, wir machen es immer noch, denn Felix lässt sich nicht bluffen und besteht auf seine süße Vorspeise (soviel zum Gerücht, Katzen wären nicht fähig, Süßes zu schmecken). 

Ärger allerdings hat uns allen - Mensch und Tier - die Hitze zugesetzt. In den letzten Wochen gab es fast ununterbrochen über 35°C. Ich bin für die sanitäre Einrichtung der Hausherren Felix und Gizmo zuständig und war jedesmal nach der Reinigung schweißgebadet. Es ist an sich ohnehin keine Arbeit, um die man sich reißt, aber bei solchen Bedingungen, mit megaschwerem Mineralkatzenstreu und zwei älteren Herren, die nicht immer exakt die Mitte des Klos treffen, war die Bullenhitze nicht eben förderlich. Neben schwitzen habe ich oft gekeucht und gestöhnt, bis die großen Brocken abgetragen waren. Allerdings bin ich froh, dass ich nicht zimperlich bin, was das angeht. Auch wenn unsere Kater Toby und Mikkel leichteres, geruchsneutrales Streu aus Holzpellets haben, das man sogar übers WC entsorgen kann, und ich mir oft wünschte, das wäre dort genauso. Aber ach - ich liebe sie ja auch, den Felix und den Gizmo, und möchte, dass ihre Toiletten keinen Grund zur Beanstandung geben. Katzen sind sehr reinliche Gesellen, und nehmen eine unsaubere Umgebung persönlich.

 

Lilly und ich 

 

Mein Lieblingspflegekätzchen - wenn ich denn eines haben sollte - ist Lilly. Wir waren verstört und traurig, als unser Cousin vor seinem Urlaub erzählte, dass es ihr nicht gut geht und die Tierärztin vor kurzem einen Tumor im Maul festgestellt hat. Falls es ihr schlechter gehe, sollten wir sie anrufen, damit Lilly nicht leiden muss. Merkmale wären Probleme beim Fressen und viel Sabber. Wir haben noch von Mamas Bestand aus Gesundheitsprodukten das pulverisierte Vulkangestein Zeolith, auch bekannt als "der Stein des Lebens". Google meinte auf Nachfrage, dass es auch Tieren hilft und in Japan speziell Katzen damit ein langes Leben von über zwanzig Jahren erreichen. Also nicht lang gefackelt. Bei Antritt unserer "Dienstzeit" mischten wir Lilly und Maxl, den Freigängern, eine Messerspitze Zeolith unters Futter und baten Jesus, sie zu schützen. Das ist jetzt fast drei Wochen her, und Lilly geht es richtig gut! Sie hat sogar zugenommen. Der Geifer wurde weniger und ist fast weg. Vielleicht - so vermuten wir - war der Tumor ein Geschwür, das durch das Zeolith geschrumpft ist. Jedenfalls sind wir mächtig stolz auf Lilly, ihren Appetit und ihr Fell, das altergemäß nicht mehr das weichste ist, aber doch wieder schön durch das Zeolith und unsere tägliche Fellmassage, auf die sie schon schnurrend wartet nach den Mahlzeiten. Was Lilly mir bedeutet, kann ich schwer erklären, denn ich sehe sie ja nicht häufig. Aber ich bin ganz verzückt von ihrem ernsten Gesichtchen, ihrer Lebenserfahrung und Weisheit, mit der sie abends am Teich zu unseren Füßen philosophiert, und ihrer kleinen, zähen Statur. Sie haust, wie ihr Sohn Maxl, hinter und in der Scheune und entfernt sich nie weit vom Grundstück. Unser Cousin sagte, sie tauchte einfach irgendwann auf und ist geblieben. Das macht sie in meinen Augen noch liebenswerter.

 

Rien ne va plus! Gizmo mit dem Roulette

 

Den beiden Wohnungskatzen haben wir ein paar Spielsachen besorgt. Wir sind nur morgens und abends für etwa eine Stunde da, so dass wir fanden, sie bräuchten zwischendurch ein wenig Unterhaltung. Vor allem der anhängliche Felix braucht Aufmerksamkeit und Gesellschaft. Auf fruchtbaren Boden sind unsere Bemühungen kaum gefallen; aber wir haben die beiden doch mal am Roulette mit klackenden Bällen erwischt. Und beim Radioeinschalten. Das war ein Schreck! Der lief nämlich einmal, als wir ankamen. Erst eine Nachricht aus Kroatien, sie seien wohl über die Fernbedienung spaziert, ließ uns aufatmen und -lachen. 

Es war wieder ein Abenteuer mit den vieren. Der sonst recht scheue Maxl hat uns sogar eine Ratte gebracht, was offenbar ein Geschenk sein sollte; seitdem ist er erstaunlich schmusig und wagemutiger als Gizmo im zwischenmenschlichen Umgang. So, nun ist es wieder Zeit, nach der Meute zu schauen. Unser Cousin hat nämlich seinen Urlaub um einige Tage verlängert...

 

 

Donnerstag, 14. August 2025

Ferienjob Catsitter ~ verantwortungsvoll, aber supertoll!

 Seit fast zwei Wochen versorgen wir fünf Katzen, während deren Halter im Urlaub ist. Zwei davon sind Wohnungskater, die anderen drei halten sich hauptsächlich draußen und in der anliegenden Scheune auf. Ich war zuerst etwas verunsichert, ob ich der Aufgabe gewachsen bin. Zwar haben wir selbst Mikkel und Toby, doch für fremde Katzen zu sorgen, ist eine andere Sache. Man muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Füttern und Klo sauber halten reicht nicht. Unsere Pflegekatzen sind Ansprache und Zuwendung gewöhnt, sowohl die drinnen als auch die "Wilden".

 

Mit der kleinen alten Dame Lilly.

Der erste Tag war auch tatsächlich etwas holprig in dem Bemühen, die richtige und rationelle Reihenfolge zu finden, doch wer uns sehr geholfen hat, war Felix. Er erinnert vom Wesen her an unseren Toby: charmant, zutraulich und wortgewaltig, hat er uns den Einstieg so gut erleichtert wie er konnte. Sein WG-Kumpel Gizmo gehört dagegen zur schüchternen Sorte wie Mikkel. Das finden wir jedoch nicht weniger liebenswert, und manchmal hat Zurückhaltung und Distanziertheit ja auch ihren Grund und etwas Positives. Der Halter meinte zu uns, es sei ok, wenn wir die Näpfe füllen; Gizmo würden wir vermutlich selten bis nie zu sehen bekommen. Wir fanden das zwar schade, aber verständlich, wenn er zu Fremden kein Vertrauen fasst. Umso mehr hat er schon am dritten Tag überrascht, als er im Wohnzimmer saß und sich malerisch von der Abendsonne bescheinen ließ, ohne sich um uns zu kümmern.

 

Gizmo

 Zu nahe kamen wir ihm nicht und haben uns erst mal um unsere Aufgaben und Felix gekümmert, der sich bald auf unseren Besuch zu freuen schien. Oft fing er uns schon am Treppenabsatz oder unten im Erdgeschoss ab. Das Haus gehörte übrigens Oma Lisbeth. Jetzt wohnt einer ihrer Enkel darin, das macht die Besuche noch einmal besonders besonders. 😊 In der ersten Zeit saßen wir oft mit Felix am Küchentisch und hatten feuchte Augen, überwältigt von Erinnerungen und auch Felix, von dem wir uns schwer trennten, da er so offensichtlich Gesellschaft und Streicheleinheiten schätzt. Die Vorstellung, er sitzt da noch und vermisst menschliche Geschäftigkeit, nachdem wir fortwaren, ist vielleicht zu menschlich gedacht für unabhängige Katzen, und trotzdem konnten wir sie nicht abschütteln. Zumal Felix erstaunlich menschenbezogen ist.

 

Der Charmeur Felix

 

Es ist für alle Katzen das erste Mal, dass der gewohnte Mensch für längere Zeit außer Haus ist, und dafür - das haben wir ihnen lobend erklärt - machen sie es wirklich gut. Keine unangenehmen Überraschungen, Protest oder sonst irgendwelche Aktionen haben wir feststellen und beseitigen müssen. Im Gegenteil; selbst der scheue Gizmo wurde zutraulicher und ließ sich sogar zu Gesprächen und zum Schmuse-Modus verleiten. Es sind ganz besondere Katzencharaktere, jeder einzelne. Obwohl wir es vorher bereits wussten, beweisen Felix und Co. wieder aufs Neue, dass jedes Tier eine einzigartige Persönlichkeit hat. Selbst die Wilden sind uns gewogen, die nach den beiden an der Reihe sind mit der Fütterung.

 Jeden Abend sitzt die kleine Lilly mit uns am Teich und lauscht unseren Gesprächen. Sie ist sicher fast zwanzig Jahre alt und einfach rührend! Sie kommt uns auch sehr weise vor. Wenn wir uns mit Lilly beschäftigen, wundert es uns, weshalb wir nur eine Katze hatten in unserer Haustierlaufbahn, während alle anderen Kater waren. Man sagt, dass Katzen oft einfühlsamer sind als ihre männlichen Artgenossen. Auf Lilly trifft das auf jeden Fall zu. 

 

Quad-Lilly
 

 Wir waren sehr verblüfft, als sie spürte, dass wir traurig waren und versuchte, uns zu trösten. Mit Köpfeln, Schmusen und dem Teilen ihres Futters, das sie uns vor die Füße legte, brachte sie uns auf andere Gedanken. Von den beiden anderen kennen wir leider die Namen nicht; doch auch sie kommen uns gelegentlich besuchen. Der eine dem ernsten Gesicht nach ein Nachfahre von Lilly und scheu, der andere schwarzweiß getigert und lautstark. 

 Gizmo haben wir übrigens mit Katzengras und einem Baldriankissen geködert. Vor allem Ersterem konnten weder er noch Felix widerstehen. Da er scheinbar etwas von einem Perser in sich und einen sehr dicken Pelz hat, kommt ihm die Verdauungshilfe offenbar zugute. Allerdings passen wir auf, dass sie sich nicht übernehmen. Beide sind schon etwas älter und haben eine Routine entwickelt, wo Veränderungen nicht mehr so leicht sind. Da sind Katzen uns Menschen doch ziemlich ähnlich. Aber man merkt, dass ihnen durch die neuen Entdeckungen nicht langweilig wird.

 

Mjam Mjam...

 

Gäbe es Catsitter als Berufsbezeichnung, die offiziell anerkannt wird, hätte ich wohl meine Berufung gefunden. Vormittags und abends verbringen wir mindestens eine Stunde mit den kleinen Tigern, und wir wissen jetzt schon, dass wir alle fünf vermissen werden, wenn der Urlaub unseres Cousins vorbei ist...

 

 

Samstag, 1. April 2023

Wann wird's mal wieder richtig Frühling?

 Es fing so gut an. Pünktlich am 21. März, dem kalendarischen Frühlingsanfang, schien die Sonne und blühten die Krokusse und Minitulpen in unserem Garten. Damit hatte es sich dann aber weitgehend. Die folgenden Tage waren ein Mix aus Sonne (wenig), Hagelschauer (mehrmals) und Regen und Sturm (heftig und oft).

 

Blumenpracht am 21. März

 Und dabei sehne ich mir so sehr nach wärmeren Temperaturen. Genau wie meine beiden Katerchen, die trotz Nieselregen nach draußen drängen und dann ganz enttäuscht und verärgert mit nassem Fell und gerümpfter Nase ins Trockene zurückkehren. Immerhin grünt es im Hof jetzt explosionsartig durch den übermäßigen Niederschlag, so dass ihr über den Winter eher trostloses "Gehege" wieder interessanter und lebendiger wird mit Regenwürmern, Insekten und Vögeln. Ich mag es, den zweien zuzusehen, wie sie lustige Sprünge zum Besten geben und sich balgen oder Verstecken spielen. Den Solarbrunnen von letztem Jahr haben wir in den vergangenen Wochen aus dem Winterschlaf geweckt, und er tut seine Dienste, so gut er eben kann. 

Apropos solare Energie: Seit Anfang März haben wir sechzehn Module auf dem Dach, von denen "überflüssig produzierter" Strom ins Netz eingespeist wird und uns somit eine Kleinigkeit dazuverdienen lässt. Die Produktion ist selbst bei sonnenlosen Tagen aktiv. Eine clevere Sache bei den steigenden Heizkosten, auch wenn der lärmige Einbau von den vielen Handwerkern für den seniblen Mikkel mit so viel Stress verbunden war, dass er und Toby für einen Tag umgezogen sind, um dem Krach von Bohrern und dem geschäftigen Treiben im ganzen Haus zu entkommen. Allerdings muss man sagen, dass die Firma Enpal und ihre Mitarbeiter fix und zuverlässig in weniger als einer Woche das Kind geschaukelt hatten. Kann ich nur empfehlen!

 

Am Brunnen vor dem Tore...

 Nicht nur deswegen wünsche ich mir, dass es bald richtig Frühling wird. Der Winter war lange genug da. Unsere Linde treibt gerade erst schüchtern die Knospen aus - vielleicht ahnt sie, dass noch nicht der geeignete Zeitpunkt ist, ihr grünes Kleid anzulegen, das uns im Sommer so wohltuend Schatten und ein angenehmes Klima selbst bei über 30°C beschert. Als Trost bleiben mir die unübersehbaren Vorboten des Frühlings, wie der wunderschöne Magnolienbaum in der Nachbarschaft. Ich hatte gestern einen eher miesen Tag, doch auf dem Weg zum Einkaufen konnte ich nicht an der Blütenpracht vorbei, ohne ein Foto zu knipsen. 


Faszinierend!


Selbst das Haus dahinter sieht aus wie in einem Märchen. Ein frontales Foto davon habe ich mir dann aber doch verkniffen. Und ein Aprilscherz. Mir wollte irgendwie auch keiner einfallen; zudem sind in diesen Zeiten, glaube ich, die wenigsten zu Scherzen aufgelegt. In den April geschickt worden bin ich nämlich auch schon lange nicht mehr. Oder ich bin einfach abgeklärter geworden.




Dienstag, 26. April 2022

Happy Birthday, Mikkel & Toby!

 Unsere Purzelchen (aus denen mittlerweile "die Burschis" geworden sind) feiern dieser Tage ihren ersten Geburtstag. Wann genau, wissen wir leider nicht, da das Datum nicht schriftlich festgehalten ist bzw. sie aus Katzenwürfen stammen, die auf der Straße gefunden wurden. Anfang Juli kamen sie dann über die Tierpersion und mithilfe einer lieben Freundin zu uns.

 

Muskelpäckchen Mikkel

Erstaunlich ist, wie unterschiedlich sie sich entwickelt haben. War Mikkel zu Beginn noch ein wenig strubbig, tolpatschig und kleiner als Toby und an dessen Rockzipfel, so ist er heute ein stattlicher, athletischer Kerl mit großem Katerkopf und breiten Pratzen. Er liebt es, possierlich mit seiner Stoffmausi zu spielen, auf dem Schaukelstuhl zu schlafen oder über Umwege auf die Sauna und in den Zwischenraum der offenen Decke zu springen, um dort stundenlang unsichtbar zu bleiben, bis ein schmeichelndes "Mikkel!" in Kombination mit dem Geraschel der Leckerli-Tüte ihn wieder hervorlockt. Überhaupt verfügt er über eine enorme Sprungkraft. Ein zwei-Meter-Kartonstapel bewältigt er ohne Hilfsmittel außer den Krallen. Und sein Revier durchstreift er majestätisch wie ein König.


Toby, das Goldmännchen


Bei Toby hatten wir lange die Befürchtung, dass er nicht genug frisst, da er im Vergleich zu Mikkel sehr zart und leicht ist und sich feinsinnig wählerisch gibt. Selbst mit zwölf Monaten sieht er noch wie ein Kätzchen aus mit den großen Ohren und dem spitzen Gesicht. Wir glauben inzwischen, dass eine Abessinier in ihm steckt - zumindest teilweise. Das erklärt auch seine unbändige Neugier, die uns manchmal ein paar Nerven kostet - etwa, wenn er wie ein roter Blitz nach draußen entwischt ist. Glücklicherweise hören beide sehr gut auf ihre Namen und fühlen sich in fremdem Territorium etwas überfordert, so dass sie wieder umkehren. Trotzdem möchten wir den Vorgarten durch einen Zaun katzensicher machen, weil der Balkon scheinbar nicht mehr ausreicht.

 

Rundumaussicht auf dem Balkon

 

Nach zehn Monaten mit den beiden können wir es uns ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Auch wenn ihre Sehnsucht nach Unbekanntem nicht so leicht zu stillen ist (was man gut verstehen kann und ich es mir dennoch nicht so stressig vorgestellt hatte), würden wir sie auf keinen Fall hergeben. Vielleicht gelingt es uns ja, ihren ohnehin recht großen Wirkungsbereich noch zu erweitern. Schließlich sollen die beiden glücklich und zufrieden sein. Oder, wie es in der Werbung so treffend hieß: "Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch."


Der Lieblingsplatz



Freitag, 17. Dezember 2021

Jahresrückblick 2021

Alle Jahre wieder gegen Weihnachten... der Jahresrückblick. Für mich ein positiver. Ehrlich. Trotz Corona und dem damit verbundenen politischen Rumgegurke, einem Ungeimpften-Status (man mag es kaum mehr zugeben), und einem mehr oder weniger isolierten Alltag. 

Als ganz großer Segen erweisen sich die beiden Katerchen Mikkel und Toby, die Anfang Juli bei uns eingezogen sind und sich zu prachtvollen und lieben und süßen Familienmitgliedern "mausern". Mit ihnen wird es selbst im wenig abwechslungsreichen Pandemie-Leben nicht langweilig. 

 

Was guckst du?!

 Wenn sie nicht gerade auf ihrem Kartonstapel ein Nickerchen halten oder like Bosses die Lage überblicken, sind sie stets zu Spielen, Streichen und Streicheleinheiten aufgelegt und freuen sich ihres Daseins. Auch die Kastration vor einer Woche haben sie gut überstanden und sich danach umso mehr gefreut, ein schönes Zuhause zu haben und bleiben zu dürfen. Und wir, unsere Burschis nach sechs Stunden Abwesenheit wohlbehalten wieder verwöhnen zu können. Toby und Mikkel sind eine klassische Win/Win-Kombination, und ich wundere mich, wie ich anfangs Bedenken haben konnte, mich je wieder an andere Katzen als an Knitz und Joschi zu gewöhnen und mein Herz von tierischen Mitbewohnern stehlen zu lassen.



Ein weiteres Highlight war - wie bereits im letzten Jahr - das Familienwandern. Man kann sich kaum vorstellen, wie wohltuend die Ausflüge in die Natur für uns alle sind. Keiner mag mehr darauf verzichten, egal wie das Wetter ist. Ob Sonne, Nebel oder gar Nieselregen - sonntags sind wir draußen. Geht es mal nicht (einmal mussten wir unsere Tour aufgrund Schneeregens abbrechen), ist der Tag nicht komplett für mich.

Zum Geburtstag der Eltern haben wir ein Album mit einem Überblick unserer bisherigen Touren über www.fotokasten.de gestaltet und drucken lassen, das seitdem auf dem Wohnzimmertisch liegt und immer wieder gern angeschaut wird. Die Qualität der Fotos ist gigantisch! Wer ein persönliches Geschenk sucht, wird dort garantiert fündig. Die Software kostet ein bisschen Aufwand, ist aber nach kurzer Einarbeitungszeit leicht zu bedienen und macht Spaß. Das fertige Produkt hat alle Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.



Last but not least bin ich durch eine gute Freundin zu einem Abo von Disney+ gekommen, und obwohl wir (nicht mehr) so die Fans sind, findet man im Angebot sehenswerte Filme, die man entweder zum ersten Mal sieht oder mit nostalgischem Gefühl neu entdeckt. Auch die Dokumentationen sind interessant, etwa die der ehemaligen Disney-Chefzeichner Frank Thomas und Ollie Johnston, die sich auch privat gut verstanden und ergänzt haben. Ein abonnierter Kanal ist eine tolle Alternative zu den häufigen Schreckensnachrichten im Fernsehen. 

Zwischenmenschlicher Kontakt von außerhalb hat freilich weitgehend gefehlt, was schade war. Restaurantbesuche und Kino fielen flach wie gehabt, und das vermisse ich am meisten in der aktuellen Situation. Ich dachte am Ende von 2020, Corona wäre spätestens dieses Jahr Geschichte. Weit gefehlt. Mittlerweile befürchte ich, dass es uns noch ziemlich lange begleiten wird. Aber man soll die Hoffnung nie aufgeben. Vor allem nicht angesichts der bevorstehenden Festlichkeit, als Jesus auf die Erde kam und uns das Himmelreich und ein Leben in Fülle auch schon in der Welt versprochen hat. Davon bin ich fest überzeugt. Was soll mich da noch schrecken?



In diesem Sinn wünsche ich euch allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr!



Dienstag, 10. August 2021

Mikkel und Toby ~ die herzallerliebsten Purzelchen

 Etwas mehr als fünf Wochen sind sie nun bei uns, die neuen Hausgenossen. Und wir haben schon eine Menge erlebt. Lustiges, vor allem, denn die beiden spielen, balgen und kuscheln so schön miteinander, dass wir oft alle nur dasitzen und ihnen zugucken. Langweilig wird es nie, und manchmal herrscht sogar fast zu viel Action für meine Verhältnisse.


Der kleine Charmeur

Als Überraschung entpuppt sich Mikkel, der immer noch scheuer und zurückhaltender ist als sein Kumpel Toby. Aber sobald er Vertrauen gefasst hat, erweist er sich als ein richtiger Schmusebär und pocht auf Streicheleinheiten und Körperkontakt, anders als Toby, der immer noch quengelt, wenn man ihn hochnimmt, aber ansonsten der Waghalsige des Duos ist. Trotz der Tatsache, dass Toby neugieriger ist und auch vor kurzem als Erster den Balkon erkundet hat, hat er etwas Gemütliches und eine Gelassenheit, die Mikkel noch ein bisschen fehlt. Andererseits sind gerade ihre unterschiedlichen Charaktereigenschaften reizvoll.

Bisher hatten wir hauptsächlich Einzelkatzen, daher ist es zauberhaft zu sehen, wie lieb die beiden miteinander umgehen. Unsere letzten kamen eher "notgedrungen" zusammen und haben sich nie so wirklich gut vertragen. 

Umso schöner, dass beide in der zunächst fremden Umgebung und Situation einen guten Freund hatten, an den sie sich kuscheln konnten und können.

 

Toby schläft gern...

 

Mittlerweile gehen sie im Haus eigene Wege, doch für die Nacht kehren sie ins Atelier zu ihren POÄNG-Schlafstühlen oder dem Hängesessel zurück, die von uns Menschen nur noch mit Bedacht besetzt werden, um die Purzelchen nicht zu verärgern. Apropos Hängesessel: Mikkel ist die erste Katze, die ich kenne, die freiwillig und genießerisch schaukelt. Vielleicht fährt er auch gern Auto, dann wäre der Tierarztbesuch nicht ganz so stressig.


...Mikkel auch. In schaukelnden Höhen.

 Insgesamt sind sie schon ziemlich gewachsen, was man allerdings nur sieht, wenn man die ersten Fotos betrachtet. Irgendwie kommen sie mir immer noch sehr klein und zart vor mit ihren jetzt drei Monaten. Zäh zwar, wenn man sie beim Herumpurzeln beobachtet, aber doch schutzbedürftig. Da wir in der verkehrreichen Innenstadt wohnen und das Haus als ehemaliges Ladengeschäft groß ist und zwei Stockwerke hat, nehmen wir uns vor, sie als Wohnungskatzen zu erziehen (wobei Toby schon vom Duft der weiten Welt infiziert ist). Doch auch mein katzenerprobter Cousin riet mir dazu, der eigentlich immer Freigänger hatte und seine beiden Kater nun ausschließlich im Haus hält. 

Es wäre schön, wenn man den Hof katzensicher machen könnte, damit sie dort stromern und spielen können. Denn die wärmenden Strahlen der Sonne und darin baden mögen beide, bisher mit einer Glastür dazwischen.

 


Ein bisschen problematisch ist die Sache mit den Katzenklos. Vielleicht waren sie beide noch zu klein, um mit acht bzw. neun Wochen von der Mama getrennt zu werden, denn was zunächst gut geklappt hat, scheint nicht mehr ganz so einfach: nach ausgiebigem Toben oder Schlafen vergessen sie mitunter, wo ihre Toiletten stehen. Da sie es nicht mit Absicht machen und uns nach einem Malheur ernst anschauen, schimpfen wir nicht, doch es ist schon ein wenig irritierend, weshalb das Geschäft manchmal danebengeht. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mit unseren früheren ähnliche Herausforderungen hatten. Aber ich denke, sie lernen es mit der Zeit. 



Wir tun unser Bestes, um ihnen ein Katzenparadies auf Erden zu bieten, und es wird anerkannt und geschätzt. Und Joschi und Knitz gucken schnurrend vom Himmel herunter und grinsen breit, weil wir wieder ein paar Kätzchen zum Verwöhnen gefunden haben, die perfekt zu uns passen.





Donnerstag, 8. Juli 2021

Nach fast zehn Jahren wieder Katzenmama

 Ganz ehrlich: eigentlich wollte ich keine Katzen mehr, nachdem mein Butzebär vor neun Jahren im Alter von 22 zu seinem Kumpel Knitz in den Katzenhimmel gegangen ist. Zu schmerzlich war der Verlust, zu groß später die Verantwortung, noch einmal für zwei Katzenbuben zu sorgen. Und irgendwie fürchtete ich auch, mein "Mojo" im Umgang mit den Samtpfoten verloren zu haben - obwohl ich von Katzen umgeben war, seit ich vier war. Es gab viele Gründe, die ich nicht alle aufzählen mag. Jedenfalls wollte ich kein Haustier mehr.

 

Mikkel & Toby

 Doch eine Freundin war anderer Meinung und erzählte von Kerstin, die eine Tierpension unterhält und gerade kleine Kätzchen vermittelt. Wir müssten uns nur schnell entscheiden, denn Reservierungen sind nicht so gern gesehen (was verständlich ist), und Katzenbuben in der Minderheit. 

Freitag, den 2. sind wir Einkaufen geflitzt für unsere zukünftigen Purzelchen, und am nächsten Tag waren sie schon da: die heißgeliebten, weil überaus goldigen und unwiderstehlichen Katerchen Mikkel und Toby. Die Namen hatten wir sofort, und sie passen sogar zu ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten. Und ich kann mir jetzt nicht mehr denken, weshalb ich mich so lange dagegen gesträubt habe. Sie sind erst knapp eine Woche da und schon richtige Familienmitglieder. 

Mikkel, der kleinere, ist noch ziemlich schüchtern, während der rote Toby ein echter Draufgänger und Model ist, nachdem er seine Scheu überwunden hatte. Aber so unterschiedlich sie sind: wir lieben sie beide gleich, denn sie machen unheimlich viel Spaß und sind einfach nur Zucker. Nicht zu unterschätzen sind ihre seelsorgerlichen Qualitäten, die allen Katzen ohne entsprechende Ausbildung eigen sind. Nachweislich sind Katzenhalter gesünder als Nicht-Katzenhalter und haben weniger Stress.


Toby

Mit ihren ca. neun und acht Wochen sind die zwei noch unglaublich klein und zart, obwohl ich den Eindruck habe, dass sie seit Samstag schon gewachsen sind, vor allem der Rote. Der ist ein ordentlicher Feger, doch beim Spielen, Balgen und Toben ist ihm der ansonsten zurückhaltende Mikkel ebenbürtig und manchmal fast zu derb. Wir haben schon so viel zu erzählen über die Purzelchen, dabei kennen wir uns noch nicht mal eine Woche. So sind Katzen; sie schleichen sich ins Herz und erobern nicht nur das, sondern beschlagnahmen die gesamte Wohnung. Mikkels und Tobys Spielzimmer ist vorerst "nur" das Atelier, und tatsächlich gibt es darin so viel zu entdecken, dass ihnen der Gedanke an draußen offenbar noch gar nicht gekommen ist. Schnurren können beide nach Gewähr einer Bedenkzeit wie die Großen.

 

Mikkel

Ein bisschen Erziehung bzw. Einhalt brauchen sie jedoch schon; auch wenn viele behaupten, das sei bei Katzen sinnlos, gibt es eine Tonart, bei der sie wissen, was sich nicht gehört und besser nicht wiederholt werden sollte. Zwar erklimmen die beiden immer noch die Pflanzen, springen aber nach einem energischen "Nein!" nicht mehr auf den Tisch (zumindest nicht in unserer Anwesenheit). Dass Mikkel noch nicht ganz stubenrein ist, ist nicht schlimm. Er hat den Umzug von der Pension zu uns nicht ganz so gut verkraftet wie sein älterer Freund. Bis gestern hat er oft jämmerlich nach den anderen Katzen gerufen. Zum Glück war Toby da und ist im Allgemeinen auch erstaunlich liebevoll im Umgang mit ihm. Als müsste er ihn über den Abschied hinwegtrösten und ihm versichern, wie gut sie es erwischt haben mit uns. 

Da sage noch einer, Katzen seien nicht sozial. Und außerdem macht Mikkel jeden Tag Fortschritte, für die wir ihn ausgiebig loben.

 

Mensch, such' dir einen anderen Platz!


Ständig könnte ich Fotos von den Süßen machen, und abends können wir uns alle kaum von ihnen trennen. Selbst Dinge, die vorher wichtig waren, werden einfach vergessen oder verlieren an Bedeutung. Ich bin im siebten Katzenhimmel! Ein bisschen Bedenken habe ich noch wegen Freigang, wenn sie älter sind (alle unsere bisherigen waren Freigänger und haben davon gern Gebrauch gemacht), und es wäre mir beinahe lieber, sie blieben in der weitläufigen Wohnung. Doch bei uns stehen immer alle Türen offen, und ich bezweifle, dass ihnen die gute Stube auf Dauer ausreicht. Aber wir werden sehen. Bisher sind sie noch so mini, dass man sie mitunter sogar auf 65 qm² suchen muss.

Und jetzt wird's Zeit, ihnen wieder meine Aufwartung zu machen. Katzen sind das Wundervollste! 

Übrigens, die teure Erstausstattung, die wir uns haben verleiten lassen, zu kaufen, hätten wir uns komplett sparen können. Der Katzenkorb wird nur als Sprungbrett benutzt und kaum eines Blickes gewürdigt, und als Spielzeug bevorzugen sie Bastfäden, welke Blätter, Papierkörbe und Hosenbeine statt Rasselbälle. Damit beschäftigen sie sich stundenlang.



Sonntag, 16. Februar 2014

Sympathische Zeitgenossen: Katzenmänner

Die Maler Gustav Klimt und Pablo Picasso, Mark Twain, Ernest Hemingway (der auf Jamaica ein Heim für Streuner einrichtete) und Heinrich Heine dekorierten sich gern und oft mit Katzen oder / und priesen deren Unabhängigkeit. Viele Schriftsteller und Dichter setzten ihrer Katze ein lyrisches Denkmal. Vermutlich liegt es daran, dass Künstler und Katzen so gut miteinander harmonieren. Die Katze lässt sich ebenso wenig sagen, was sie tun oder wie sie sich verhalten soll, und genauso wenig ist sie bereit, sich unterzuordnen. Schon deshalb gefällt mir das Wesen der Katze besser als das eines Hundes, wenngleich ich zugebe, dass auch Hunde über Charakter verfügen.

 

Pexels / Pixabay

 Merkwürdig ist ja, dass man im Allgemeinen behauptet, Frauen und Katzen seien das ideale Paar, weil sie beide hinterhältig und trügerisch sanft sein können, um bei der erstbesten Gelegenheit die Krallen auszufahren. Währenddessen hält man die Symbiose Mann und Hund für edel, ehrlich und rechtschaffen. Die meisten Männer scheinen mit Katzen in den Augen der Allgemeinheit kein glückliches Händchen zu haben. Aber auch hier wird mit Klischees gespielt. Ich zumindest kenne einen ausgesprochenen Katzenmann, und das ist mein Vater. Er besaß von klein auf stets Katzen, und als wir eigene in der Familie hatten, konnte man ein Phänomen beobachten, das allen gängigen Klischees Lügen straft: Unsere Kater liebten den Mann in der Familie über alles. Während wir anderen zwar auch gelegentlich gnädigerweise unsere Momente bekamen (schließlich öffneten wir tagtäglich die Dosen für sie), wurde mein Vater mit überlautem Schnurren, spielerischem und manchmal auch blutigem Kräftemessen und Sprüngen auf den Bauch beglückt, wo sich die kleinen pelzigen Sieger dann stundenlang zu einem Schläfchen zusammenrollten


Und ist es nicht irgendwie seltsam, dass gerade durch das Klischee, Männer seien nicht gemacht für Katzen, es einem ganz warm ums Herz wird, wenn man das Gegenteil bewiesen bekommt? Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Sean Connery zum Dreh von James Bond ein Kätzchen mitnimmt. Oder dass Marlon Brando nur in Gegenwart seiner Katze Text gelernt hat. Das sind doch Kerle, zu denen - rein klischeemäßig - eher ein unterwürfiger Hund passt. Aber anscheinend schätz(t)en Brando und Co. das freie, unberechnenbare Wesen der Katze genauso wie viele Künstler vor ihnen, die für ihre Sensibilität und Freiheitsliebe bekannter waren. Solche Bilder und Anekdoten haben dann doch einen gewissen Überraschungseffekt, oder?

Weniger überraschend dagegen die Tatsache, dass auch Mr. Spock bekennender Katzenmann ist. Schließlich sehen wir ihn in "Star Trek" selten die Contenance verlieren (außer zu Ponfarr-Zeiten^^), er ist intelligent, findet stets die Lösung zum Problem und hat mehrere Leben, wie es eben Katzenart ist. Kein Wunder also, dass sich Schmusetiger wohlfühlen bei ihm.