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Freitag, 30. August 2013

Freiluftkino - mit Logenplatz!

Mitten in der Stadt zu wohnen, hat nicht immer Vorteile. Seit ich vom Südteil der Stadt dorthin gezogen bin, geht es zuweilen nachts recht laut zu - auf der Straße unter mir. Egal, ob das heimtrudelnde Nachtschwärmer oder betrunkene Störenfriede sind. An die gewöhnt man sich jedoch mit der Zeit. Manchmal wird der Platz vor meinem Haus allerdings auch für Feste oder Veranstaltungen wie das missverständliche "Public Viewing" benutzt. Da helfen nicht mal Ohropax, und die einzige Alternative besteht darin, gute Miene zu machen oder sich unter die lärmende Menschenmenge zu mischen und mitzugrölen.

Ich finde es eigentlich auch ganz gut, wenn der neu gestaltete Burgplatz genutzt wird, an dem die mittelalterliche Stadtmauer rekonstruiert wurde. Trotzdem atme ich immer auf, sobald die umtriebigen Wochenenden vorüber sind und die Nächte wieder einigermaßen still.




Von meinem Schlafzimmerfenster aus habe ich einen ungehinderten Ausblick auf die Leinwand und verstehe sogar jedes Wort (wird übrigens jeder zweite Schauspieler von Sascha Rothermund synchronisiert oder klingen alle deutschen aktuellen Sprecher wie er?). Das ist richtig cool!

Ich fand den Film allerdings ziemlich albern, ein bisschen wie "Pirates of the Caribbean" im Wilden Westen. Und wenn ein Schauspieler einen ohnehin skurrilen Charakter aus seinem Repertoire parodiert, wirkt das eher peinlich als originell - auch wenn man Johnny Depp heißt, den ich in seiner komischen Totemmaske und dem ausgestopften Raben auf dem Kopf zuerst gar nicht erkannt habe.

Ich glaube, es gibt noch ein paar Filme zu sehen. Bin mal gespannt, welche das sind.





Dienstag, 27. August 2013

Mir ist kalt...

... den Satz kennt man ja aus Film und Fernsehen. Meist steht es dann nicht gut um den Betreffenden. Heute geht es mir genauso. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der *heiße* Hochsommer, den ich so sehr mag, mal wieder viel zu kurz war ( jaja, ich sollte nicht meckern - trotzdem hätte es für meine Begriffe öfter Tage über 30°C geben können), oder ob ich etwas ausbrüte. Tatsache ist, ich fühle mich elend - körperlich. Was schon lange nicht mehr der Fall war.

Tatsächlich kann ich mich an ein ähnliches Krankheitsgefühl mit Temperatur, rauem Hals und morgendlichen, sehr lästigen Hustenanfällen gar nicht erinnern. Ich weiß nicht einmal, wann ich meinen letzten Schnupfen hatte. Selbst in den Wintermonaten oder zu periodischen Grippeattacken konnte ich nie mitjammern und schniefen, was mir manchmal selber komisch vorkam - auch wenn ich entsprechend mit Nahrungsergänzung vorsorge, die sich bewährt hat. Und jetzt nur ein kleiner Wetterumschwung, und schwupps bin ich im Eimer. Sehr ominös.

Vielleicht hat es außerdem etwas mit Stress zu tun. Und mit der Erkenntnis, dass spätestens Ende August wieder die Christstollen und Spekulatius in den Supermärkten ausliegen (ich hab sie schon gesehen, gestern!). Verrückt. Warum verkauft man die weihnachtlichen Süßigkeiten eigentlich nicht gleich übers ganze Jahr. Ich kenne zumindest einen, der sich darüber freuen und Christstollen auch zum Mittagessen verzehren würde. Der hat aber - unter uns - auch nicht wirklich alle Tassen im Schrank.




Vielleicht muss ich doch auswandern. Nach Bora Bora oder Hawaii. Irgendwohin, wo immer die Sonne scheint, und wo man nicht so hektisch lebt wie hier und den Augenblick genießen kann. Einfach mal nichts tun, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Das haben wir Mitteleuropäer im Allgemeinen verloren und verlernt. Wir haben es so eilig, dass wir bald wie in Australien Weihnachten draußen im Garten feiern können.

Darum werde ich mir jetzt eine Tasse Tee kochen, mich ein bisschen entspannen und von der Südsee träumen und später evtl. eine Runde "Go Vacation" im Seeresort absolvieren. Prima zum Ablenken und eine meiner momentanen Lieblingszeitverschwendung, die (bisher) nicht langweilig wird - besonders zu zweit mit den eigens erstellten Miis spielen macht riesigen Spaß, auch wenn die Steuerung zunächst ein bisschen störrisch daherkommt. Man kann sich ja steigern, in jeder Beziehung... und hoffentlich bald wieder fit werden.



Samstag, 24. August 2013

Rezension "Neverwhere" ~ Neil Gaiman

Der Vollständigkeit halber gehört eine Rezi einfach dazu, selbst wenn ich meine Meinung über den Roman schon mehrmals kundgetan habe und sie sich im Wesentlichen bis zu Seite 368 nicht geändert hat.

Handlung:  Der gutmütige Büroangestellte Richard Mayhew lebt an der Seite seiner kühlen und dominanten Verlobten Jessica ein unauffälliges Dasein, mit dem er im Großen und Ganzen zufrieden ist. Ausgerechnet an einem (für Jessica) wichtigen Geschäftstermin liest er auf der Straße ein verletztes Mädchen auf und lässt - sehr zum Ärger seiner Verlobten - das Meeting sausen, um dem Mädchen zu helfen, das unter keinen Umständen ins Krankenhaus will. Damit beginnt für Richard ein Abenteuer voller unerklärlicher Phänomene, merkwürdiger und gruseliger Gestalten, sinnloser Gewalt, Rattenflüsterern, eingeschlossener Engel und harten Prüfungen in einem Untergrund-London, für das Zeit und Raum keine Rolle zu spielen scheint. Richard fällt es schwer, sich dort zu behaupten, aber als er es schließlich schafft, merkt er, dass er Freunde und Selbstbewusstsein gewonnen hat.




Meinung: "Neverwhere" war mein erster Abstecher ins Fantasy-Genre und hat mich positiv überrascht. Neil Gaiman erzählt keine Klischees von arglistigen Zwergen, lieblichen Elfen, monströsen Drachen, blutrünstigen Werwölfen und Vampiren (zumindest nicht offiziell^^), sondern eine Geschichte mit einem für mich hohen Wahrheitsgehalt - mehr oder weniger symbolisch und mitunter auch gnadenlos schaurig. Er zeichnet dabei nicht nur die Figuren auf anschauliche Weise (bis auf die seltsam blasse Heldin Door sind fast mir alle und besonders Richard ans Herz gewachsen); es gelingt ihm auch, ein Motiv fantasievoll aufzubereiten, das sich aus der Bibel, Sagen und Märchen zusammensetzt. Sehr schön fand ich, dass Charaktere wie der windige Marquis de Carabas und die toughe Hunter nicht die sind, für die man sie zu Beginn des Buches hält. Auch nehmen Dinge eine Wendung, mit der man als Leser nicht unbedingt rechnet. 

Ein weiterer Pluspunkt war die Verquickung der Personennamen mit jeweiligen Orten bzw. Sehenswürdigkeiten in London und die geschichtlichen Andeutungen auf das Untergrundbahn-System. Für jeden Fan dieser Metropole ein witziger Wiedererkennungs- oder Aha-Effekt. Manche Handlungsstränge wie z.B. das Verschwinden von Doors Familie hätte ich mir trotzdem ein bisschen ausführlicher gewünscht. Vor allem gegen Ende hapert es ein bisschen an Erklärungen - auch wenn ich es ganz gut finde, dass man gelegentlich zwischen den Zeilen lesen muss.

Fazit: Ich glaube, "Neverwhere" wird mein einziger Fantasy-Roman bleiben. Nicht, weil er mich nicht überzeugen konnte - ganz und gar nicht. Aber ich denke, was Plot und Charaktere betrifft, wird er wohl einmalig und nicht zu toppen sein. Obwohl ich ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln hatte, habe ich mich super unterhalten gefühlt - gerade weil die Story für mich bei aller Absurdität und Phantasie nachvollziehbar war und Gaiman sehr geschickt biblische Motive und Vorstellungsvermögen in einer sehr eigenen Welt miteinander verwoben hat. 

Ein Lesespaß der besonderen Art, den ich vor allem auch durch unsere vielschichtige Leserunde auf dem Büchertreff hatte.

Bewertung:





Donnerstag, 22. August 2013

Mein Etsy-Shop

"Tinnef" stammt aus dem Hebräischen und bedeutet soviel wie "Unsinn" oder auch "Schund" bzw. "nutzlose Dinge". Verbreitet war der Begriff besonders in der Ganovensprache. Wurde wertloser Plunder erbeutet, sprach man abfällig von Tinnef.

Die Sachen auf meinem Etsy-Shop sind ganz bestimmt nicht wertlos, aber auch nicht unbedingt lebensnotwendig, sondern für Individualisten mit Sinn für das Besondere. Darum finde ich den Namen recht passend.

Eigentlich wurde da aus einem Hobby ein wenig mehr. Vor ein paar Jahren fiel mir ein Anleitungsbuch über die japanischen Häkelfiguren, die sogenannten "Amigurumis", in die Hände, und ich war sofort Feuer und Flamme. Der Haken dabei: ich konnte nicht häkeln! Seit ich es in der dritten Klasse gelernt habe, ist einiges an Zeit vergangen, und ich bin nicht wirklich so der Handarbeitsfreak. Wie so oft, wurde mir das in der Schule ein bisschen verleidet. Aber die Amigurumis - als Haustiere der Mangas werbewirksam gepriesen - waren sooo süß! Die musste ich haben.







Also habe ich mir das Heft gekauft und mir das Häkeln wieder beigebracht. Die Schrift war auch für Dummies wie mich bestens erklärt, so dass bald eine ganze Bande der gehäkelten Gesellen meine Wohnung bevölkerte. Die ersten Exemplare waren noch ein wenig locker und unbeholfen, aber Übung macht bekanntlich den Meister. Ein grüner Affe und ein Tiger aus verschiedenen Brauntönen thronen auf meinem Schrank und genießen die Aussicht und ihr Erstgeburtsrecht, indem sie bei mir bleiben.

Meine Favoriten sind nach wie vor die Fliegenpilze. Sie sind nicht nur fix gemacht, sondern geben auch ein prima und originelles Nadelkissen ab, sind also kein Tinnef im engeren Sinne. Mädels und kleinen Prinzessinnen kommt natürlich das Einhorn gut an und alles, was rosa ist. Und jung gebliebene Erwachsene tragen ihr Amigurumi trendbewusst an Handtaschen und Rucksack oder als Glücksbringer in der Tasche. Manche fragen mich, ob es mir nicht leid tut, meine Amigurumis wegzugeben. Im Gegenteil! Ich bin froh um jedes Stückchen Platz, das ich für weitere Figuren machen kann.



Dienstag, 20. August 2013

Oma Dorle

Meine Oma mütterlicherseits hat heute Todestag. Sie ist nicht alt geworden - gerade mal Anfang 60, und schon länger nicht mehr da als mein halbes Leben. Und trotzdem habe ich noch lebhafte und gute und schöne Erinnerungen an sie - in den letzten Jahren leider nicht mehr, als sie schon von ihrer Krankheit, Schmerzen und Medikamenten gezeichnet war. Leider habe ich sie dann auch nicht mehr häufig besucht; etwas, das mir heute ein bisschen wehtut.

Ich habe sie gern in Erinnerung, wie sie vorher war: Warm und weich und nach Kernseife duftend und so richtig zum Anlehnen und Reinfallen-lassen, wenn man Kummer oder sich das Knie aufgeschrammt hatte. Zu meiner Zeit waren das die Omas noch, weich und altmodisch, mit Kittelschürze und Brille und gern auch mit mehr auf den Rippen als notwendig. Ich komme mir gerade richtig alt vor, wenn ich bedenke, wie die Großmütter heute aussehen - wenn sie sich überhaupt "Oma" nennen lassen.


Nicht nur im Aussehen war meine Oma Dorle eine Wolke. Als gelernte Hauswirtschafterin war sie unübertroffen und gnadenlos perfekt im Handarbeiten, Putzen, Kochen, Backen und Ordnung halten. Ihre Mittwochvormittage, in denen sie bei uns zuhause mein Zimmer blitzblank geputzt hat, waren immer heiß ersehnt von mir.^^  Wenn ich von der Schule kam, wusste ich schon in wohliger Vorfreude, dass ich mal wieder eine ganz neues Raumgefühl erleben würde.

Von ihrer Kochkunst und der Küche will ich gar nicht reden, und tu' es jetzt doch: ihre selbstgeschabten Spätzle und der Sauerbraten mit Endiviensalat (mit Vorliebe von uns in die Bratensoße getunkt) lassen mir heute noch das Wasser im Mund zusammenlaufen. Bei Familienfeiern musste dieses Gericht unbedingt auf den Tisch. Speziell für mich hat sie öfter Griesknöpflen gebacken, weil das nicht jeder mochte - und auch daran denke ich mit Wehmut. Weil, egal, woher man das Rezept bekommt oder wer es zubereitet: so wie bei Oma schmeckt's nie mehr.

Schade, dass ich beide Omas recht früh verloren habe. Vor kurzem starb die Mutter meiner angeheirateten Tante mit 91 Jahren, die für mich irgendwie ein kleiner Oma-Ersatz war. Wir haben uns nicht oft gesehen, aber sie war so nett, gewitzt, unternehmungslustig und fit bis ins hohe Alter, und zudem so, wie ich mir eine Oma vorstelle. Irgendwie ein bisschen traurig, dass es die Kittelschürzen-Generation wohl bald nicht mehr geben wird.


Samstag, 17. August 2013

Zwischenbilanz Leserunde "Neverwhere" ~ Neil Gaiman

Also, den Vergleich mit "Harry Potter" nehme ich reumütig zurück: Neverwhere ist auf gar keinen Fall eine Kindergeschichte. Obwohl in Grundzügen Parallelen vorhanden sind und ich gewisse Szenen und Gestalten in den Potter-Filmen ebenfalls ganz und gar nicht jugendgerecht empfand, toppt Neverwhere diese um Längen - und zwar in beschriebenen Grausligkeiten sowie in der psychologischen Tiefe.

Wir sind inzwischen beim 15. Kapitel von zwanzig, und ich bin sehr beeindruckt von Neil Gaimans Hintergrundwissen und der Art, wie er Dialoge schreibt und der Leichtigkeit trotz des tatsächlich ernsten Themas, das er auf eine groteske und mitunter amüsante Ebene gebracht hat. Im Prinzip wird in "Neverwhere" mit London Below die Hölle und deren Bewohner beschrieben, die in das reale, "obere" Leben eingreifen können und einem einzigen Herrscher unterstehen, gegen den nur noch die "Rattenmenschen" Widerstand leisten - so zumindest meine Interpretation. Das gelingt ihm auf vergnügliche, aber auch nachdenklich stimmende Weise.

Und es wurde mir schon sehr bald klar, dass der Autor sich schamlos an dem Buch der Bücher bedient hat. Aber so geschickt, dass ihm das keiner übel nimmt - viele große Schriftsteller, gerade wohl im Fantasy-Bereich - orientier(t)en sich an der Bibel. Wenn man es genau nimmt, ist sie wohl auch das spannendeste und unterhaltsamste Werk der Literatur überhaupt; das geben sicher auch Atheisten unumwunden zu. Jedenfalls ist "Neverwhere" eine überaus gelungene Mischung aus Spiritualität, Legenden, Popkultur und Allgemeinwissen.

Den Spaß an dem Roman habe ich aber vor allem der Leserunde zu verdanken. Als Langsamleser hätte ich nicht vermutet, dass ich so fleißig zu jedem Kapitel etwas poste und mit den anderen vier Teilnehmern diskutiere, was einem so nebenbei noch neue Einsichten eröffnet. Schon interessant, wie unterschiedlich Leser dasselbe Buch analysieren und verstehen.




  



Donnerstag, 15. August 2013

Danke!

Ich fühle mich heute einfach danach: Ich möchte Danke! sagen, und zwar zu all den Fans meiner Romane, die selbige und mich durch den Büchertreff kennen gelernt haben. Da wäre Dani, die mir so freundlich und tatkräftig ihre Hilfe angeboten hat, als ich auf dem BT noch ein Frischling war.

Meine herzlichsten Grüße und Küsse gehen ebenfalls an

Mareike die Strandläuferin, Pandämonium, Mara, Diana / Vicidog und Floxine, der Gewinnerin meines letzten Quiz. Und natürlich an alle Teilnehmerinnen unserer Leserunde im Februar, an die ich immer noch gern denke. Ihr habt super mitgemacht!




Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es für mich bedeutet, dass ihr nicht nur einen meiner Romane gelesen habt bzw. lesen wollt. Ich weiß, meine Geschichten sind weder Mainstream noch leicht verdauliche Kost, geschweige denn, dass sie sich in ein festgelegtes Genre kategorisieren lassen, daher weiß ich euer Interesse, eure Begeisterung und wunderschönen Rezensionen meiner Bücher doppelt zu schätzen.

Die Mehrheit von euch wünscht sich ja eine Fortsetzung von "Vom Ernst des Lebens" (ist das wirklich ein fieser Cliffhanger am Ende?), und ich würde euch das gerne erfüllen. Leider fühle ich mich derzeit nicht in der Lage dazu - in meinem beruflichen Leben und in RL im Allgemeinen geht es momentan drunter und drüber, und irgendwie sind mir Miles und Rupert schon ziemlich entglitten - wahrscheinlich übern großen Teich. Ich möchte es aber im Auge behalten - schließlich soll man nie Nie sagen. Schon gar nicht, wenn man damit anderen eine kleine Freude machen kann.

Ich hoffe, es ist okay, dass ich euch auf meinem Blog ein Denkmal setze. Falls jemand Einwände hat, bitte vortreten. (O:

Bildquelle: pixel2013 / Pixabay



Mittwoch, 14. August 2013

Apropos Tage...

... heute mach ich's kurz - bin etwas in Eile. Aber einen verspäteten Beitrag zum "Linkshänder-Tag" (ähem... wann gibt es denn den kleinen Zeh-Tag - oder besser gesagt: *wann* ist der?) will ich als bekennender Lefty und hoffnungsloser Rechtshänder-Aspirant doch leisten. *Klick*




Donnerstag, 8. August 2013

Weltkatzentag

Mittlerweile gibt es ja für alles Tage: Männertag, Angebrannter-Keks-Tag, Flipflop-Tag... aber der für die Katze ist mir als inzwischen katzenloser Katzenfan eine Erwähnung wert - auch wenn ich finde, dass für Katzenbesitzer jeder Tag im Jahr einer ist und man ihnen an den restlichen 364 Tagen dieselbe Aufmerksamkeit widmen sollte, weil sie das einfach verdient haben.




Meine beiden Katzenjungs waren etwas ganz Besonderes - kein anderer Kater wird mich je so liebevoll umarmen und mir mit seiner rauen Zunge den Hals lecken wie der Joschi es getan hat. Wenn ich daran denke, hat das etwas Rührendes, Erheiterndes und zugleich Schwermütiges für mich. Und trotzdem möchte ich - sollte ich irgendwann wieder ein Samtpfötchen haben - es nicht an seinen Vorgängern messen.

Mein anderer war ziemlich knitzig, weswegen wir ihn bald in "Knitz" umgetauft haben, obwohl er eigentlich Columbus hieß, weil er so naseweis und entdeckerfreudig war, und manchmal auch ein bisschen heimtückisch. Keinen Ton hat er gesagt, wenn er sich mal bei der Nachbarin hat verwöhnen lassen oder sich eine Schikane für Joschi hat einfallen lassen. Richtig böse konnte ihm dafür aber keiner sein - Joschi schon gar nicht.




Da wir sie sehr geliebt und verwöhnt haben, waren sie länger bei uns, als wir es uns erträumt hätten - und dennoch nicht lange genug. Knitz wurde als "kränkliches" Spätsommerkatzerl 12 Jahre alt, und Joschi sogar fast 22. Macht's gut, ihr zwei! Bis irgendwann!





Samstag, 3. August 2013

Kaiser Sößchen ~ Review "The Usual Suspects"

Im Archiv gegraben und nach langer Zeit mal wieder angeschaut: "The Usual Suspects" (Die üblichen Verdächtigen), mit Gabriel Byrne, Kevin Spacey und ein paar anderen Schauspielern, denen man Mitte der 1990er eine große Zukunft voraussagte, die heute aber kaum jemand mehr kennt.

Damals schienen Cop / Gangster-Filme ja groß in Mode zu sein - heute kräht kein Hahn mehr danach, oder? Irgendwie sind die aber auch alle gleich, und alle auch gleich schnell wieder in der (wohlverdienten) Versenkung verschwunden. Ich denke da an Tarantinos "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction", oder "Liar/Deceiver" mit Tim Roth und Chris Penn. Fast vergessen auch "Miller's Crossing" (zu Unrecht, eigentlich, denn der ist wirklich gut) - ebenfalls mit Gabriel Byrne.

Jedenfalls war es recht sonderbar, den Film mal wieder zu sehen und die bittere Tatsache festzuhalten, dass sich mir die preisgekrönten "Usual Suspects" selbst nach so langer Zeit nicht mehr erschließen als beim ersten Mal. Alles daran ist kryptisch und umständlich, und wenn Kevin Spacey / Verbal Kint über Gabriel Byrne / Dean Keaton sagt, für Cops muss alles simpel sein, dann wünscht man sich, der Film hätte mehr das Augenmerk auf die Cop-Perspektive gerichtet als auf die von Kayser Soze (Spoiler?).

Ich fand den Plot ziemlich wirr und über weite Strecken total langweilig, gerade weil er so konfus war. Wahrscheinlich habe ich mir die DVD nur wegen Mr. Byrnes blauen Augen, den dunklen Locken und seiner wahnsinnssexy Nase gekauft - tatsächlich horte ich mehrere (auch zweitklassige) Filme mit ihm in der Hauptrolle, weil er mir so gut gefällt - aber auch, weil er ein wirklich toller Schauspieler ist.

Sehr lachen mussten wir ja, als über Kayser Sozes Abstammung spekuliert wird: Deutsch und Türkisch. Was bitte soll denn an Soze und Kayser mit Y deutsch sein? Handelt es sich vielleicht um eine regionale Tunke zu einem kaiserlichen Gericht wie dem Kaiserschmarrn? Nachdem wir das spitzbekommen hatten, hat uns der Film plötzlich richtig gut unterhalten, und jedes fassungslose "Kayser Soze!" wurde zu einem ärgerlichen "Kaisersoße!" oder der Henkersmahlzeit, die sich die Opfer aussuchen durften (Sorry, das klingt jetzt echt spinnig, aber so bin ich hin und wieder).

Eine wirkliche Kritik kann ich nicht abgeben. Dazu war mir der Film zu kompliziert. Aber die epische  Musik im Abspann fand ich dann doch recht gelungen. Manchmal denke ich, man konzipiert Filme absichtlich so umständlich in der Hoffnung, sie hätten das Zeug zum Kult-Klassiker. Das mag gelegentlich klappen - bei den üblichen Verdächtigen ging die Verwirrung und das ganze "Wer ist Kayser Soze?" in die Hose (Achtung Wortspiel!). Immerhin gab es in "Dr. House" noch zwei oder drei Referenzen auf den Film. Kein Wunder: der Regisseur Bryan Singer hatte auch in der Serie ein Wörtchen mitzureden. Also rasch mal ein bisschen Schleichwerbung einstreuen...

Ach, und dort posaunt der langweilige Dr. Taub ganz fies des Rätsels Lösung aus, als sich Dr. Foreman "The Usual Suspects" auf Tivo anschauen will: Natürlich ist Kayser Soze der Mann mit denselben Initialen im richtigen Leben.


Bewertung: verwirrte, aber amüsierte






Donnerstag, 1. August 2013

Das fiel mir auf: der Papst und "die Brüder"

Als vorgestern die Schlagzeile "Sie sind unsere Brüder" im Zusammenhang mit Schwulen und dem neuen Papst (Franziskus? Bin nicht so bewandert mit Heiligen und Kirchenabgeordneten *hüstel* ) auftauchte, dachte ich zuerst: Alle Achtung! Der traut sich ja was! Das ist beinahe so, als würden die Kirchenchristen endlich zugeben, dass die Wurzel ihrer Religion im Judentum zu finden ist. Gewagter Vergleich, ich weiß. Aber Homosexuelle sind schließlich genauso Menschen wie der Rest der Menschheit - nicht mehr und nicht weniger (und im Übrigen auch nichts Besonderes - auch wenn Leute wie Herr Wowereit das gern so hätten).

Jedenfalls fand ich es erstaunlich, dass das Oberhaupt der lustfeindlichen und zuweilen schnell verurteilenden katholischen Kirche sich zu so einer freimütigen Äußerung hinreißen lässt. Vielleicht, dachte ich, braucht er als Neuer ja auch noch ein paar Fans unter den Christopher Street Day-Veranstaltern, und so ein bisschen fishing for compliments ist da wahrscheinlich nicht die verkehrteste Taktik. Und ehrlich gesagt, er wirkt zumindest auf mich nicht so päpstlich seriös wie sein Vorgänger Ratzinger oder der charismatische Papst aus Polen. Da heiligt der Zweck wohl ein bisschen Populismus.

Aber dann fand ich heraus, dass er mit "Brüdern" die schwulen Priester meint - und war echt entsetzt. Will er damit etwa die Misshandlungen und den Missbrauch in Klöstern verharmlosen, unter denen Kinder und Jugendliche zu leiden haben und für den Rest ihres Lebens traumatisiert sind, weil sie seelische Narben davontragen?!

Ein Priester hat weder schwul noch hetero zu sein, lieber Franziskus! Er muss als asexuelles Wesen im Zölibat leben - so hat das deine Kirche befohlen und angeordnet. Hätte sie das nicht, könnten Priester heiraten und müssten sich nicht an wehr- und hilflosen Buben vergehen, um ihre Triebe zu befriedigen. Denn das ist G'tt ein Greuel. Nicht die Heirat per se, sondern das, wie es hinter kirchlichen Mauern zugeht, und wohl auch im Vatikan. Das lässt sich mit einem so toll klingenden Satz wie deinem nicht einfach schön reden.

Sympathiepunkte hat der Neue mit dieser Bemerkung bei mir nicht sammeln können. Wirklich nicht.