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Mittwoch, 13. November 2013

Walt Disney's Arielle, die Meerjungfrau

Lasst uns über Disney sprechen. Jeder hat einen Lieblingsfilm aus der Zeichentrickfabrik, der ihn als Kind besonders beeindruckt hat und den man auch als Erwachsener immer wieder sehen kann. 

Eins vorweg: Arielle ist es bei mir nicht. Ich liebe das Dschungelbuch wie verrückt, und ich weiß, dass für mich kein besserer Disney mehr kommen kann. In diesem Film stimmt einfach alles bis auf den letzten Quadratzentimeter Gänsehaut am Schluss: Story, Zeichnungen, Figuren und die Musik (die mir in Disney-Filmen nicht selten auf die Nerven geht). Vielleicht poste ich mal einen Extra-Beitrag zu meinem All-Time-Favourite - gestern war "Arielle" dran.

Ich weiß nicht, was viele an dem unglücklich verliebten Meermädchen finden. Ich fand sie komisch, oft verblüffend dilletantisch gezeichnet und ziemlich bockig und einfältig obendrein. In der Hinsicht hat sie famos zu ihrem auserwählten Prinzen Eric gepasst, für den als reales optisches Pendant offenbar Mel Gibson herhalten musste. Selten habe ich zwei in meinen Augen so unsympathische Zeichentrickfiguren erlebt (nichts gegen echte Mr. Gibsons!!!), und aus dem Dritten im Bunde, dem ekelhaft schlabbernden sabbernden Bobtail des Prinzen, hätte ich nicht nur einmal am liebsten Hundegrütze gemacht (nichts gegen echte Hunde!!!).

Gefallen hat mir der Kapellmeister Sebastian. Eigentlich hat er für mich den Film gerettet. Nicht nur, dass er dem undankbaren Job als Arielles Aufpasser mit einem weichen Kern in der harten Schale nachgegangen ist, er hat auch für einige schmissige Nummern gesorgt, die im Ohr bleiben. Besonders "Küss sie doch" und der Schlachtgesang des Kochs oder "Unter dem Meer" sorgen für gute Laune und haben selbst mir ein Grinsen entlockt.




Meine Lieblingsfigur war aber tatsächlich der weise "Daddy" Triton. Er liebt seine aufmüpfige und tolldreiste Tochter über alles und nimmt ihretwegen ein großes Opfer auf sich, indem er den Vertrag mit der Meerhexe (Klasse, die Ursel!) auf seine Kappe nimmt. Das war sehr großherzig von ihm. Auch, dass er Arielle und Eric ihr Glück gönnt, nachdem - wie bei Disney-Filmen halt so üblich - der Showdown (der mich - Zufall? -  an den zweiten Teil von "Pirates of the Caribbean" erinnert hat) ein zuckriges Happy End eingeleitet hat.

In Hans Christian Andersens Märchen  geht die Geschichte weniger glimpflich aus. Trotzdem wird die Seejungfrau für ihre Tapferkeit und ihren Großmut belohnt, als sie selbstlos auf den Prinzen verzichtet. Wenn man sich an die Vorlage erinnert oder sie durch "Arielle" erst kennen lernt, dann würde ich sagen, haben sogar die grottigen Figuren und teilweise zu albernen Szenen im Film ihre Berechtigung...

Außerdem in eigener Sache: Ich wollte als Kind nie Prinzessin, dafür aber eine Meerjungfrau sein. Noch ohne Arielle-Einfluss, Gucci-Täschchen und Wikinger-Prinz.

Fazit: Nette Unterhaltung für die Kleinen, dank Gruselfaktor Ursula in Begleitung Erwachsener empfehlenswert.


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