Translate

Sonntag, 31. März 2013

Das bunteste Osterei



Normalerweise hoppelt der Osterhase bei mir nicht vorbei... auch dieses Jahr nicht. Aber da wir den kältesten März seit 130 Jahren haben und er vermutlich kein Winterfell hat, sei der Hoppelhase hiermit entschuldigt (oder bestätigt seine Abwesenheit nur das, was ich schon immer geargwöhnt habe: dass er mit den Eiern so wenig zu tun hat wie einer der Klitschkos mit einem Tütü und nur die Vorstellung daran amüsant ist?).

Na, wie auch immer - ich habe zur Selbsthilfe gegriffen und mir ein Ei gelegt, weil der Osterhase mich wieder mal von der Liste gestrichen hat. Das ist kein verfrühter Aprilscherz. Seit gestern ist mein fünfter Roman "Ausnahmsweise doppelgleisig" bei Amazon erhältlich und hofft auf viele Leser.

Leicht gemacht habe ich es mir mit der Veröffentlichung nicht. Merkwürdig, dass es mich immer noch Überwindung kostet. So langsam sollte sich doch eine gewisse Abgeklärtheit und Routine eingeschlichen haben, aber ich bin jedesmal vor dem Erscheinen einer meiner Titel furchtbar aufgeregt. Ob sich die ganzen Mühen überhaupt auszahlen? Hat jemand Interesse? Versteht man, was ich sagen will? Sowas fragt man sich dann paradoxerweise.

Es ist auch erstaunlicherweise nicht so einfach, Testleser zu finden. Viele sagen zwar zu und sind geschmeichelt, aber meist fehlt die Zeit für eine gründliche Lektüre des Manuskripts. Doch ich denke, wir haben es trotzdem ganz gut hinbekommen - ich bin halt einmal mehr drübergegangen als bei den anderen Geschichten.

Eine typische Schutzengelgeschichte ist "Ausnahmsweise doppelgleisig" nicht und überrascht mit Wendungen, die man von einem Engel nicht unbedingt erwartet. Ein Engel sollte nach menschlicher Vorstellung fehlerfrei sein, und das ist Seraphin in dem für ihn ungewohnten Terrain ganz und gar nicht. Nicht dass er über die Strenge schlägt oder ein gefallener ist, doch er erregt wider Willen die Aufmerksamkeit seines "Schützlings" und vor allem die von Brankos Kollegen, was ihm beinahe zum Verhängnis wird.

Ich habe es geschrieben, als ich meine wilde Bayern-Phase hatte. Der gemäßigte Dialekt, in dem sich die Protagonisten unterhalten, ist wahrscheinlich erst mal gewöhnungsbedürfig, aber ich wollte sie authentisch haben, und da ich meine Charaktere immer in meinem Kopf reden höre, wäre es mir nicht richtig erschienen, sie auf Hochdeutsch palavern zu lassen.

Allen meinen Freunden, Blog-Lesern, Fans und Followern wünsche ich Frohe Ostern! Falls euch der scheue Hase begegnet, teilt es mir mit, damit ich mit ihm nächstes Jahr ein Hühnchen rupfen kann. Aber ich fürchte fast, das wird nichts mehr. Eher tritt ein Klitschko im Deutschen Fernsehballlet und Tütü auf... oder alle beide beim vollendeten Pas de deux.






Bildquelle: Pexels / Pixabay

Freitag, 29. März 2013

Wahre Schätze ~ Die Märchen von Hans Christian Andersen

Geliebt habe ich sie als Kind. Nichts Schöneres, als sich an Mama oder Papa zu kuscheln und einem Märchen zu lauschen, das in der Phantasie durch Stimme und Illustrationen Wirklichkeit wird. Ich hatte (und habe) eine Ausgabe von Hans Christian Andersen-Märchen, geschenkt bekommen von Tante und Onkel, der man ansieht, wie sehr sie gemocht wurde. Zerlesen, vergilbt, und leider auch mit Spuren von Silberglitter darauf - weil ich sie als respektloser Teenager als Beschwerer meiner künstlerischen Werke zweckentfremdet habe. Der Einband ist satiniert, und trotzdem habe ich nie den Versuch unternommen, die Flecken zu entfernen. Mittlerweile gehören sie zum Buch wie die Seiten darin.



Die Märchen von Hans Christian Andersen haben für mich eine besondere Wirkung seit jeher.

Ich will nichts Schlechtes über die Grimm-Brüder sagen, aber verglichen mit Andersen kommt ihre Sammlung fast bäuerlich und plump daher. Grausam sind die Andersen Märchen zwar oft auch (man denke nur an den armen Tannenbaum, für den Hochmut vor dem Fall kommt!), aber sie sind sprachlich und inhaltlich von einer Brillanz, Bittersüße und Poesie, bei der mir heute noch Tränen über die Wangen laufen. Vor kurzem habe ich behauptet, kein Buch könnte mich zum Schluchzen bringen - und habe völlig die Märchen von Hans Christian Andersen vergessen! Entweder bin ich übermäßig sensibel, oder er trifft heute noch einen Nerv - und nicht nur meinen.

Vielleicht macht den Reiz auch seine tiefe Gläubigkeit aus, die in fast jeder Geschichte auf unnachahmliche, aber nicht kitschige Weise zum Ausdruck kommt. In Andersens Märchen werden die Verlierer zu Gewinnern, die vermeintlich Hässlichen zu Schönen und die Außenseiter und Verachteten zu Akzeptierten und  von G-tt Geliebten.

Ich erinnere mich an Nächte beim Zelten, in denen ich meinen Freundinnen  aus diesem Buch vorgelesen habe. Was haben wir mitgelitten mit der kleinen Seejungfrau in ihrer unerwiderten Liebe zu dem jungen Prinzen, und welche Qualen sie dafür auf sich nimmt! Aufgrund ihrer Einschränkung als Mensch gelingt es ihr trotz gegenseitiger Zuneigung nicht, sein Herz zu erobern, und dennoch geht sie aus ihrem Abenteuer als Siegerin hervor - mit der Aussicht auf eine unsterbliche Seele.

Seine weniger bekannten Geschichten berühren mich besonders stark. Heute noch. Mehr als damals vielleicht, weil ich finde, dass sie nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Meine Lieblingsgeschichten sind "Die Kröte" und "Der Engel". Taschentücher bereithalten!

Besitzt eigentlich noch jemand die oben abgebildete Ausgabe mit Aquarellen von Ruth Koser-Michaëls? Ich habe fast das Gefühl, es gibt sie nicht mehr... zumindest nicht mehr die mit Gerda und der alten guten Zauberfee aus der "Schneekönigin" auf dem Cover.

Dienstag, 26. März 2013

Aus aktuellem Anlass...

... weise ich heute auf Pessach bzw. das Passafest hin, das dieses Jahr auf den 26. März bis 2. April fällt. Selbst wer mit dem Judentum nichts am Hut hat, wird erstaunt sein, wie viele Parallelen es zu dem christlichen Osterfest gibt.



Es soll ja Leute geben, die nicht einmal mehr über *dessen* Ursprung sicher sind - da hilft das Nachlesen dieses Artikels bestimmt. (O;


Pesach sameach vekascher! und ein frohes und gesegnetes Osterfest!


Bildquelle: Gellinger / Pixabay



Montag, 25. März 2013

The (dark) Side of the Angels

Auf meinem Bücherforum (nicht meins, aber das, auf dem ich mich häufig aufhalte), haben wir im Smalltalk-Bereich eine interessante Diskussion über die Serie "Sherlock". Gerade rätseln wir darüber, inwieweit Sherlock Holmes und sein "Erzfeind" James Moriarty identisch sind. Leider bin ich kein ausgesprochener Kenner der Bücher, so dass ich nicht weiß,  ob die beiden "Uber-Fans" Steven Moffat und Mark Gatiss bei den vielen Andeutungen die Originalfiguren im Hinterkopf haben, aber es ist schon interessant, darüber ein wenig zu phantasieren.

Es nervt ja schon manchmal, diese subtilen Wortgefechte zu verfolgen und überflüssigerweise auch zu analysieren (was man als Fan eben so tut), aber es kommt mir schon so vor, dass Moriarty als Spiegelbild Sherlocks angelegt wurde, der zwar genauso launenhaftes Kind sein kann wie Moriarty (großartig in der Rolle: Andrew Scott), aber im Gegensatz zu ihm das Gute will. Trotzdem sind beide besessen von Rätseln und sich nicht nur in dieser Hinsicht ähnlich. Sherlock ist "consulting Detective", während sich Moriarty gern als "consulting Criminal" bezeichnet. Und da schließlich jeder Mensch zwei Seiten hat - die eine mehr oder weniger ausgeprägt -, liegt der Schluss nahe, dass Moriarty Sherlocks böse Seite verkörpert, die unterdrückt bzw. vernichtet werden muss.

Sehr gut zum Ausdruck kommen die Gemeinsamkeiten im mysteriösen Showdown auf dem Krankenhausdach in der "Reichenbach"-Folge, die - wie ich finde - großes Kino ist trotz der markigen Sprüche. Moriarty konfrontiert Sherlock mit seiner "gewöhnlichen" Seite ("You're ordinary. I'm disappointed in you.") und provoziert ihn damit prompt ("I may be on the side of the angels, but don't think for one second that I am one of them."). Auch Sergeant Sally Donovan äußert diesbezüglich häufig im Lauf der Serie Bedenken, nämlich dass Sherlock im tiefsten Inneren ein Psychopath ist. Die sind vermutlich gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen, wie man meinen sollte. Langeweile ist ein Motiv, das beide - Sherlock und Moriarty - antreibt und das sie zu Dingen anstiftet, die für Außenstehende unverständlich sind. Und Langeweile kann ein Motivator sein, Schlimmes zu verursachen, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Vielleicht wäre Sherlock gelegentlich ebenso skrupellos wie Moriarty, oder - unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen - der Schurke sitzt nur in seinem Kopf, und Sherlock hat eine verbrecherische Ader und lässt ihr mittels der Fantasiefigur James Moriarty freien Lauf. Andeutungen darüber macht Moriarty genug. Umso tragischer wäre es dann, dass Sherlock springt - denn die Scharfschützen würden folglich ebenfalls nur in seiner Einbildung existieren. Stellt sich die Frage, wie John Watson ihn sehen und sogar von ihm bedroht werden konnte, wenn es wahr wäre und Moriarty tatsächlich Sherlocks Hirngespinst.... und geht Molly Hooper lieber mit dem bösen Buben in Sherlock aus als mit gar keinem? Ist Moriarty Sherlocks imaginärer Feind bzw. das personifizierte Böse in ihm? Fragen über Fragen... Puh, naja. Das ist jetzt mein Hirngespinst, und ich glaube selber nicht wirklich daran. Soweit würden Moffat / Gatiss nicht gehen. Ihre Serie ist schon geheimnisvoll und ominös genug. Komisch nur, dass die Theorie von Moriarty als Sherlocks zweitem Ich sich hartnäckig hält.

Eigentlich ist Andrew Scott ein sehr Netter, glaube ich, der auch Benedict Cumberbatch mag. Aber das ist ja der Vorteil von überzeugenden Filmschurken: privat sind es meist Schmusekätzchen, die keiner Fliege was zuleide tun können.







Samstag, 23. März 2013

House MD ~ Staffel 8

Ahm... ok. Wir haben es getan. Uns gestern die achte und letzte Staffel von Dr. House gekauft, obwohl ich die siebte schon sch*** fand und das auch schamlos öffentlich gemacht habe. Aber ach, was tut ein Fanherz nicht alles, selbst wenn es nur ein Ex ist. Wirklich, ich mochte House. Den Typ und die Serie. Was ich damit erlebt habe, ist mir bei keiner anderen Serie vorher passiert. Ich hatte soviel Spaß an den ausgetüftelten Charakteren und Geschichten, in denen der zu behandelnde Patient eigentlich zur Rahmenhandlung wurde, dass ich nicht nur eifrig mitgerätselt, spekuliert und diskutiert, sondern mich auch auf schriftstellerischer Ebene davon habe inspirieren lassen.

Das besondere an der Figur Gregory House war für mich, dass er und all die Figuren um ihn herum im Kern ganz anders waren, als sie nach außen hin schienen. "Everybody lies" traf nicht nur auf die Patienten zu, sondern für jeden - ob Arzt, Patient, Freund oder Liebhaber. Dass das von Fans geforderte "Huddy" in die Binsen geht, war abzusehen und wie ich finde, ein grober Verstoß der Macher, denn die talentierte und im Grunde sympathische Lisa Edelstein zieht gegen den Übergott Hugh Laurie natürlich den kürzeren und erhält in der achten Staffel kurzerhand "House"-Verbot.

In den späteren Staffeln mochte ich Lisa Cuddy zwar nicht mehr so sehr (fing bei ihrer Baby-Manie in Staffel 5 an), aber mir haben die Kabbeleien zwischen ihr und House immer gut gefallen, solange da nichts Ernsthaftes im Busch war. Außerdem fand ich House in der Mentorenrolle extrem gut, in die er bei seinem ersten Team Chase, Foreman und Cameron mehr oder weniger freiwillig geschlüpft ist.

Darum sind für mich die ersten drei Staffeln auch die besten - danach hätte meinetwegen Schluss sein können.

Trotzdem haben wir als Fans nun die komplette Reihe, wenn auch vielleicht nur der Vollständigkeit halber. Das Bonusmaterial auf der letzten Staffel haben wir uns bereits angesehen, und ich war total beeindruckt, mit wieviel Leidenschaft die Leute - Produktion, Schauspieler und Techniker - bei der Sache sind, um etwas zu kreieren, das außergewöhnlich sein sollte und es auch wirklich war. Denn trotz nachlassender Qualität und Quoten im Lauf der Jahre gibt es einen zweiten House bestimmt so bald nicht wieder... ganz zu schweigen von so einem schnuckeligen Doktor wie Robert Chase / Jesse Spencer. (O;



Donnerstag, 21. März 2013

Appetithappen "Ausnahmsweise Doppelgleisig"

In Kürze werde ich meinen fünften Roman veröffentlichen (Termin vermutlich Anfang April), in dem es um Branko Schuster - einen erfolgreichen Münchner Unfallchirurgen - und seinen Schutzengel geht, der sichtbar wird. Von höchster Stelle wurde entschieden, dass Branko himmlischen Beistand nötig hat, da es in seiner Ehe gewaltig kriselt.



 Der Engel Seraphin ist allerdings nicht befugt, in die Geschehnisse einzugreifen bzw. sie zu verändern - er kann nur Impulse geben, um den freien Willen der Menschen nicht zu beeinflussen. So nistet er sich bei dem anfangs skeptischen Branko ein und sorgt für Turbulenzen, die weder von ihm selbst noch von seinem Auftraggeber beabsichtigt waren.

In der folgenden Leseprobe sorgt Seraphin erst einmal für klare Verhältnisse unter Kollegen.

Dienstag, 19. März 2013

Verrückter Traum

Ich gebe zu, es klingt verrückt und wahrscheinlich völlig realitätsfremd, aber dafür sind Träume ja da: Ich möchte irgendwann nach Bora Bora in Französisch-Polynesien, und wenn es mir dort gefällt, also nicht langweilig wird, auch da leben.



Das liegt nicht nur an Tony Marshalls schmachtendem 70er Jahre-Hit (obwohl ich den - man höre und staune - unglaublich toll finde und der mir sogar bei entsprechender Stimmung die Tränen in die Augen treibt!). Nein, ich glaube einfach, dass Bora Bora abseits vom Tourismus eine Reise wert ist. Leider ist das Leben auf der Insel ja auch ziemlich teuer.

Trotzdem. Manchmal stelle ich mir vor, wie es da so wäre: mit Delfinen schwimmen, Sonnenbaden, Fisch essen (ich könnte vehementer Pescetarier werden) und erntefrisches Obst naschen, Kokosnussmilch schlürfen, in Hängematten schaukeln, Sonnenauf- und -untergänge bei einem Glas Wein beobachten. Lange aufbleiben und den Deckenventilator im Schlafzimmer auf Hochtouren laufen lassen. Schwitzen. Weil ich das besser finde als frieren. Die Schafskälte hierzulande geht mir langsam auf den Senkel.

Wenn ich aufstehe (zu einer Zeit, die ich bestimme und nicht der Wecker), gleite ich von meiner Bambushütte statt unter die Dusche ins kühle Nass des Pazifiks direkt zu meinen Füßen. Ich würde ein paar neue Sportarten ausprobieren; schnorcheln und vielleicht auch surfen. Am Strand entlangreiten, im Schatten einer Palme dösen und lesen und so viel mehr... alles ohne Terminplanung oder Erwartungen, denen man gerecht werden sollte. Ach ja, das wäre paradiesisch.

Arbeiten müsste ich natürlich auch. Am besten etwas, das ich mit einem Hobby verknüpfen kann. Oder schreiben, wenn mir danach ist. Fotografieren wäre auch gut und käme mir entgegen. Ich könnte Kalender herstellen; solche, die ich jedes Jahr kaufe, um meiner Sehnsucht ein bisschen Vorschub zu leisten und um meinen Traum nie aus den Augen zu verlieren. Oder ich werde Pfleger für verletzte gestrandete Schildkröten.

Ernsthaft, ich glaube, ich würde mich trotz des Inselcharakters nicht langweilen. Zumindest für eine bestimmte Zeit nicht. Und ich wage zu behaupten, auch nicht danach. Man sagt ja, dass Insulaner glücklicher sind als Binnenbewohner. Irgendwas muss da ja dran sein, wenn es nicht sogar statistisch erwiesen ist.

Und wenn ich es doch täte, mich langweilen, dann würde ich zu meiner Jugendstilvilla nach Melbourne jetten und beim Shoppen in Buchläden und Boutiquen jegliche Hemmungen fahren lassen. Das ist nämlich mein zweiter Traum.

Einen dritten habe ich auch noch. Aber der ist streng geheim... (O;

Bildquelle: Mariamichelle / Pixabay

Samstag, 16. März 2013

Leseprobe: Fairlight


 


Eine kleine Warnung vorab: bei dieser Geschichte geht es teilweise recht derb und drastisch zu. Fans von Liebesromanen nach klassischem Muster, Zartbesaitete und Feelgood-Literatur-Liebhaber werden vermutlich nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil mich die ambivalenten Verhältnisse der Upper Class in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts fasziniert haben.

Das Quiz, bei dem es diesen Roman  (ohne Versandkosten innerhalb Deutschlands) zu gewinnen gibt, läuft noch bis morgen. Um 20.00 Uhr werde ich dann Glücksfee spielen und den Gewinner per E-Mail benachrichtigen.



Mittelengland, Herbst 1916

Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust. Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen und die Bewohner des Anwesens genauer zu beobachten… 

Freitag, 15. März 2013

Zuletzt gesehen: Parade's End

Also, ich liebe ja Filme. Und die viktorianisch / edwardianische Epoche (die ich vermutlich verkläre). Und Benedict Cumberbatch. Darum war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir Tom Stoppards Verfilmung des Klassikers von Ford Madox Ford zugelegt habe. Aber um ehrlich zu sein, die sechsteilige Miniserie der BBC stand nun recht lange im Regal, bevor ich mir gestern vornahm, sie anzuschauen.

Eines vorweg: Zu richtiger Begeisterung konnte ich mich nicht hinreißen lassen. Kameraführung und besonders die opulente Ausstattung von Kostümen über Räume und Atmosphäre waren für mich als Fan der 1900 - 1920 Jahre natürlich ein Augenschmaus. Jedes Detail war einen zweiten Blick wert und genau so, wie man sich diese Zeit vorstellt. Das hätte man wirklich nicht schöner hinbekommen können, und ich war erstaunt, wie ästhetisch selbst die Landschaftsaufnahmen waren, sei das beim Golfen, beim Zugfahren oder Kutschenzockeln durch die diesigen Yorkshire-Moore. Wäre die Serie für einen Oscar nominiert gewesen, hätte sie vermutlich in der Kategorie "Bestes Setting" einen erhalten.

Die Darsteller dagegen waren eine Enttäuschung. Obwohl Benedict Cumberbatch kürzlich vielleicht zu Recht für seine Rolle als "the last of British Gentlemen" Christopher Tietjens ausgezeichnet wurde, gefällt er mir in anderen Produktionen viel besser. Dabei stand nicht einmal die Optik im Vordergrund (obwohl ich mich erst an sein biederes, untersetztes Aussehen, den ständig sauren Gesichtsausdruck (hat auch nicht viel zu lachen, der arme Mann) und den nuscheligen Yorkshire Akzent gewöhnen musste), sondern vielmehr die für mich gefühlte Emotionslosigkeit aller Figuren. Ich konnte nicht einmal ordentlich Mitleid für Mr. Tietjens entwickeln, der sich von seiner promiskuren Frau Sylvia manipuliert fühlt und sich dennoch aufgrund Konventionen und Traditionen nicht von ihr trennen will oder kann und nicht einmal sicher ist, ob das Kind, für das er sorgt, von ihm ist.

Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs lernt er die Frauenrechtlerin Valentine Wannop kennen und verliebt sich in sie. Aber bis zu Folge Fünf passiert überhaupt gar nichts außer gepflegter Langeweile, und wenn Christopher und Valentine sich endlich mal treffen, platzt ihr Rendezvous durch dumme Zwischenfälle, bevor es überhaupt zur Sache geht. Fand ich irgendwie ziemlich gemein, die Zuschauer so hinzuhalten. Und als es dann soweit ist, wird auch schon der Abspann eingeblendet... Bummer!

Die beiden Frauen mochte ich überhaupt gar nicht. Sylvia war mir zu durchtrieben, und Valentine kam mir viel zu kindlich und altklug vor.

Ein bisschen hat mich die Serie an den Film "Der englische Patient" erinnert, mit dem ich trotz guter Kritiken auch nicht warm wurde. Perfekte Ausstattung, tolle Bilder, gutaussehende Schauspieler, eine ambitionierte Dreiecksgeschichte - aber leider ohne das gewisse Etwas.

Bewertung:






Bildquelle: Pinterest

Donnerstag, 14. März 2013

Roman Nr. 5


Demnächst möchte ich "Ausnahmsweise Doppelgleisig" als Roman herausbringen. Ich habe ein bisschen herumexperimentiert, ein Cover gebastelt und die Datei überarbeitet und formatiert. 

Von meinen Testlesern gab es bisher positives Feedback. Trotzdem gehört doch immer eine große Portion Überwindung dazu, das eigene Werk zu veröffentlichen und es somit "zum Abschuss freizugeben". (O; Dass Kritik oft auch wenig sachlich, fast schon persönlich und für den Betreffenden verletzend sein kann, gerade im anonymen Internet, habe ich selbst schon erfahren - und das kann man nicht immer so einfach abschütteln wie Staub von den Füßen.

Hier mal der Klappentext, der auf der Abbildung schlecht lesbar ist:

Der erfolgreiche Unfallchirurg Branko Schuster steht kurz vor seiner Scheidung, als er die Bekanntschaft eines mysteriösen, aber naiven Fremden macht, der sich als Seraphin Engel vorstellt und durch nichts zu vertreiben ist.

 Wohl oder übel nimmt Branko ihn zu sich. Er stellt fest, dass Seraphin Fähigkeiten besitzt, die nicht nur ihn als rationalen Wissenschaftler in Erstaunen versetzen, sondern alle, die Brankos neuen zweiten Schatten kennen lernen - mit bald unangenehmen Folgen für beide...

Die Geschichte ist circa 240 Seiten lang (oder kurz) und es sei verraten, dass das irdische Dasein für Seraphin kein leichtes ist und es bisweilen scheint, als würden er und Branko die Rollen tauschen.

In welches Genre ich "Ausnahmsweise Doppelgleisig" einordnen würde, weiß ich nicht - es unterscheidet sich völlig von meinen bisherigen Sachen, die historisch / kriminalistisch angehaucht, weniger humoristisch sind und auch umfangreicher. Vielleicht am ehesten zu "Erzählung", denn obwohl es um Schutzengel geht, hat die Geschichte wenig mit Lebenshilfe und schon gar nichts mit Esoterik zu tun. Ich finde, selbst oder gerade in Bereichen, die mit Spiritualität zu tun haben, sollte man den Humor und den Blick fürs Wesentliche nicht verlieren.

Und ich bin - wie jedes Mal vor einer Veröffentlichung - ganz schön aufgeregt und freue mich zugleich riesig darauf, das Buch als fertiges Produkt in den Händen halten zu können. Schön wäre es auch, wenn ich mit "Ausnahmsweise doppelgleisig" meine zweite Leserunde organisieren könnte, weil mir die erste echt viel Spaß gemacht hat. Vielleicht wäre diese Geschichte sogar geeigneter, da sie weniger komplex und nicht so lang ist wie "Das Bildnis des Grafen".


Dienstag, 12. März 2013

Klappe "Sherlock" die dritte!!!

OK. Auf die Gefahr hin, zu nerven: Ich muss wieder mal ein bisschen mein Fangirl zum Austoben aus dem Käfig lassen, bevor Schlimmeres passiert... Die dritte Staffel von "Sherlock" ist gerade in der Mache; offizieller Drehbeginn ist am 18. März!!! Juhu! Yay! Yipiiieee! Asdfghjkl!

Ich bin zwar ein Spätzünder, was die Serie betrifft und habe sie erst auf DVD so richtig zu würdigen gewusst, doch da es erst zwei Staffeln mit insgesamt sechs Folgen gibt, hab ich Sherlock und "Jawn" (warum eigentlich die komische Schreibweise - hat Sherlock einen Sprachfehler oder ist er ständig müde und gelangweilt und meint eigentlich "Yawn"?) schrecklich vermisst.

Ein Serienjunkie bin ich nicht und nie gewesen - heißt, ich finde grundsätzlich keinen Ersatz, wenn meine Lieblingsserie eine Pause einlegt. Und die von "Sherlock" war aufgrund der vollen Terminkalender beider Hauptdarsteller viel zu lange, um überhaupt noch an eine Fortsetzung zu glauben, deren erste Folge wahrscheinlich im Herbst im deutschen TV ausgestrahlt wird. Dabei hat man uns in der letzten Folge der zweiten Staffel mit einem so fiesen Cliffhanger abgespeist, dass die eigentlich unvermeintlich ist - die Fortsetzung. Ich bin ja mal echt gespannt, wie Sherlocks "Wiederauferstehung" vonstatten geht und vor allem, wie Watson darauf reagiert. Im Original fällt er bei Holmes' Anblick in Ohnmacht - obwohl Martin Freeman das als kleiner Hobbit Bilbo Beutlin grandios hinbekommen hat, wünsche ich mir eine andere Option. Nicht gerade Tränen, aber ein bisschen mehr Gefühl wäre für die Emos ganz nett, oder? Schließlich hat ihn Sherlocks angebliches Ende ziemlich mitgenommen, und auch Sherlock hat zuvor auf dem Dach des Gebäudes am Mobiltelefon ein paar Tränchen verdrückt und mit ungewohnt emotional aufgewühlter und kloßiger Stimme "Goodbye, Jawn" geflüstert.

Oh, und das große Rätsel, wie Sherlock seinen Abgang vorgetäuscht hat und inwieweit die Pathologin Molly Hooper darin involviert war, das interessiert natürlich auch. Ich dachte zuerst, sie hat ihn auf die Schnelle geklont (hätte sie auch einen Sherlock, der sie endlich mal auf die Art beachtet, die sie sich von ihm wünscht), aber das wäre dann doch zu simpel und nicht Holmes-mäßig.

Ach ja, noch etwas: ich bin ja schon gottfroh, dass sie Benedict Cumberbatch nicht den Kopf kahl rasiert haben (ein böses Gerücht, das umging, weil Sherlock weder von Watson noch anderen sofort erkannt werden wollte - und mir darum plausibel vorkam), aber ein bisschen können die wildromantischen Locken noch wachsen...


Montag, 11. März 2013

Ausnahmsweise Doppelgleisig



Ein paar unveröffentlichte Manuskripte liegen noch in meiner Schublade bzw. verlottern in den Tiefen meiner Festplatte, und irgendwie habe ich neulich aus heiterem Himmel den Nerv gefunden, eine 2008 verfasste Geschichte über einen brillanten Unfallchirurgen und dessen Schutzengel auszugraben, die ich glücklicherweise zu Ende geschrieben habe (keine Selbstverständlichkeit!).

Es war merkwürdig, darin zu stöbern. Mit ca. 240 Seiten ist sie nicht besonders lang, sondern eher kurz für meine Verhältnisse. Aber ich musste an einigen Stellen laut lachen; etwas, das mir bei meinen eigenen Arbeiten extrem selten passiert und mir fast peinlich war. Obwohl die Geschichte teilweise sentimental und auch ernst ist, kommt der Humor nicht zu kurz. Besonders süß finde ich Seraphin, den naiven Schutzengel, der sich zum ersten Mal als "materialisierter" Mensch auf der Erde mit weltlichen Gebräuchen zurechtfinden muss und dabei von einem Fettnapf in den nächsten tappt. 

Hinter "Mehr Informationen" verbirgt sich die Stelle, die mich bisher am meisten amüsiert hat: ein Gespräch zwischen Seraphin und einem weiteren Schutzengel, der jedoch - im Gegensatz zu Seraphin - noch das hundertprozentige Privileg des Engel-Seins besitzt. 

Sonntag, 10. März 2013

Quiz: Mein Roman "Fairlight" zu gewinnen!

Ein Schmankerl für alle Fans von mysteriösen, düsteren Familiengeschichten: Ich verlose ein signiertes Exemplar meines Romans "Fairlight", der von vier ungleichen Brüdern und ihrem despotischen Vater handelt. Die Gewinner werden am 17. März ausgelost und über E-Mail benachrichtigt.




Inhalt: 

 Mittelengland, Herbst 1916

Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust. Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen und die Bewohner des Anwesens genauer zu beobachten…

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beanwortet  bis zum 17. März folgende Frage:

Wie lautet der Titel des ersten veröffentlichten Romans von Christine Wirth?

  1. Fairlight
  2. Das Bildnis des Grafen
  3. Furchtlos zum Himmel
  4. Vom Ernst des Lebens

(Pst... Hinweise gibt's auf meiner Homepage)

Die Antwort schickt bitte unter dem Betreff "Quiz" mit eurer Postanschrift per E-Mail an: chris009@gmx.net.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Einsendeschluss ist der 17. März um 20.00 Uhr.

Weitere Regeln:


- Eure Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben und nur zum Zweck des Gewinnspiels benötigt. Nach der Verlosung werden sie gelöscht. 

- Ich versende deutschlandweit. Ins Ausland verschicke ich nur, wenn das anfallende Porto erstattet wird.

- Falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht, übernehme ich keine Haftung.
-

Freitag, 8. März 2013

Inspiriert von George Mallory und Sandy Irvine: "Furchtlos zum Himmel"



Dieser Roman war mein erster "ernsthafter" Versuch, zu schreiben (und ich hoffe, man kann es mehr als nur einen "Versuch" bezeichnen). Die Idee dazu basiert auf den Erlebnissen der Bergsteiger George Mallory und Sandy Irvine, von denen ich bereits berichtet habe.

Damals - etwa 1999 / 2000 - hat mich das Schicksal der beiden am Mount Everest verschollenen Pioniere derart fasziniert, dass ich alles Mögliche über die beiden buchstäblich verschlungen und absorbiert habe - selbst die Reiseroute von 1922 von England mit dem Schiff nach Bombay / Indien und von dort aus über Tibet zum Everest. Und dabei habe ich es mit Reisebeschreibungen gar nicht so. Doch der charismatische George Mallory und sein junger Kamerad Andrew "Sandy" Irvine hatten mich völlig in ihren Bann gezogen. Alles, was mit ihnen zu tun hatte, weckte meine Neugier und bald darauf den Wunsch, ihre Geschichte in ureigener Form niederzuschreiben.

 In erster Linie schreibe ich stets für mich selbst, daher gab es nicht den Druck von außen, der auch gar nicht nötig gewesen wäre: wie aufregend und schön war es, in vergangene Zeiten einzutauchen, in denen Berührungen und offene Zuneigung zwischen erwachsenen Männern noch normal waren und die dennoch ritterlich von romantischer Liebe zu einer einzigen Frau geschwärmt haben. Mein Protagonist Gareth Preston ist so einer - ein Idealist und Romantiker, und trotzdem fortschrittlich in vielen Dingen und ein Mann seiner Zeit. In einer Zeit, in der jemand, der etwas auf sich hielt, den musischen Künsten zugetan war und Freundschaft bis in den Tod pries (der Erste Weltkrieg steckte den Briten noch in den Knochen), und seine schöngeistigen Ideale verklärte.

"Furchtlos zum Himmel" ist im Jahr 1923 angesiedelt und beginnt mit der Überfahrt von Liverpool nach Bombay. An Bord lernt der Leser die verschiedenen Charaktere kennen (alles Männer!). Gareth Preston - zweiter Leiter der zukünftigen Expedition - schließt besonders herzlich Bekanntschaft mit dem Neuling Timothy Milford, dem alle anderen Mitglieder aufgrund seiner Unerfahrenheit im Hochgebirge eher Misstrauen entgegenbringen. Doch Gareth lässt sich nicht beirren, zumal er nicht nur als Mentor glänzen kann: Bald werden die beiden Freunde und gegen alle Unterschiede und Widrigkeiten ein gutes Gespann, denn Timothy Milford erweist sich trotz seiner Jugend als treuer und zuverlässiger Begleiter, der den Älteren nicht in Frage stellt.

Ich habe nicht mit Details gespart, und die Sprache des Ich-Erzählers Gareth Preston ist der Zeit angepasst - vielleicht wirkt sie für heutige Verhältniss ein bisschen schwülstig. Aber ich finde, die Geschichte ist spannend und entführt in eine andere Zeit und eine Welt, die heute ein wenig von ihrer Exotik und an Zauber verloren hat, nachdem jeder einigermaßen gesunde Mensch auf bezahlten Touren den höchsten Berg der Welt erklimmen kann.

Ob es meinen fiktiven Protagonisten gelingt, die Spitze zu stürmen, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten... (O;

Das Buch umfasst 582 Seiten, ist somit mein umfangreichstes und ebenso wie meine anderen Werke auf Amazon erhältlich.

Mittwoch, 6. März 2013

Was haben andere Menschen davon, dass es dich gibt?

Hm... das war die Frage des Tages, gelesen in einer E-Mail an mich. Es ging dabei um ein Seminar, das "Wertevolles Leben" vermittelt und das sich auf Werte besinnt, die in der Geiz ist geil-Mentalität und der steigenden Zahl von Burnout- und Mobbingopfern so gut wie in Vergessenheit geraten sind.

Gemeint ist mit der Frage nicht, ob man seinen Schatz glücklich machen kann, indem man ihn so wenig wie möglich ärgert oder sich so perfekt ins persönliche Umfeld eingliedert, dass man quasi leuchtet, wenn man einen Raum betritt (wobei das eine bewunderswerte Eigenschaft ist, an der ich noch feilen muss). Es geht um mehr. Um einen Unterschied. Um meine Berufung, in der ich auflebe und Erfüllung finde und dabei andere unterstütze und fördere. Und schon kam ich mir überfordert vor. Wie kann ich andere fördern in ihren Begabungen, wenn ich mit meiner eigenen Unzulänglichkeit zu kämpfen habe? Wenn ich manchmal glaube, dass ich gar keine Berufung habe?

Gut, ich war lange überzeugt, dass Schreiben das ist, was ich am liebsten mache und das ich auch ganz gut kann. Aber in den letzten Jahren hat meine Überzeugung einen empfindlichen Dämpfer verpasst bekommen - zu oft vergleicht man sich mit anderen und fühlt sich dann mies. Dass das nicht der richtige Weg ist, weiß ich. Ich glaube aber, dass ich mir nicht vorwerfen kann, nicht alles probiert zu haben. Faul war ich in der Beziehung nie, habe unermüdlich Verlage angeschrieben, Buchhandlungen kontaktiert und mich bei Selbstkostenverlagen persönlich vorgestellt, ehe mir klar wurde, dass die Aussicht auf eine eventuelle Verfilmung meiner Romane nie seriös sein kann. Zum Glück habe ich dort nie einen Vertrag unterschrieben - selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich den oftmals horrend hohen Selbstkostenzuschuss nie aufbringen können.

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich immer mehr zu der Annahme neige, dass ich mich zu sehr auf eine Sache konzentriert habe. Vielleicht ist es meine "Berufung", mehrgleisig zu fahren. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass mich Schreiben zwar über Jahre ausgefüllt und glücklich gemacht hat, ich mein Pulver aber offenbar verschossen habe und mich zu schnell von Selbstzweifeln übermannen lasse.

Keine Frage, das Gefühl ist wundervoll und oft von Endorphinausschüttungen begleitet, wenn ich Lesern mit meinen Geschichten Freude bereite. Was aber, wenn nichts mehr nachkommt? Muss ich mich unter Druck setzen, weil ich dachte, Schreiben ist für mich das A und O, und mir momentan keine wirklichen Alternativen einfallen wollen? Ich hoffe nicht.

Als professioneller Autor können die wenigsten leben. Der Buchmarkt ist hart umkämpft, und entweder bringt man Massenware, die bereits dutzendmal kopiert wurde (unbefriedigend), oder man entdeckt eine Nische, in der man ewig auf weitere Entdecker wartet (auch nicht so doll). Man braucht ein dickes Fell, um sich zu behaupten, Werbeexperten und -kampagnen und nach Möglichkeit noch einen Agenten wie in Hollywood. Und dann sitzt man den ganzen Tag am Schreibtisch in stickiger Luft und verrenkt sich das Hirn auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Geschichte, auf die die potentielle Leserschaft nur gewartet hat. Für mich ist jetzt allein die Vorstellung ein Alptraum.

Komisch, wie man seine Meinung ändern kann. Früher hätte ich ein Leben am Schreibtisch mit meinen Phantastereien als Himmel auf Erden bezeichnet, und der Ausdruck "Hirn verrenken" wäre mir im Zusammenhang mit kreativem Schreiben nie eingefallen. Wahrscheinlich hätte ich noch die Arroganz besessen, zu lachen, wenn man mir nahegelegt hätte, eine andere Berufung zu wählen.

Ein bisschen traurig macht mich die Frage schon. So sehr ich darüber gegrübelt habe: ich kann nicht mit einem hervorstechenden Talent dienen, das für andere von Nutzen wäre... nicht einmal mehr mit dem Geschichtenerzählen. Jedenfalls nicht auf Knopfdruck, und vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis mich wieder die Muse küsst, die treulose.

Das Seminar werde ich mir trotzdem mal anhören. Schaden kann's nicht. Vielleicht finde ich ja eine in mir verborgen schlummernde Begabung.



Sonntag, 3. März 2013

Buchmesse Neckarsteinach und ein Resümee zur Leserunde "Das Bildnis des Grafen"


Gerade komme ich von der Buchmesse in Neckarsteinach bei Heidelberg. Ich wurde von einem guten Freund darauf aufmerksam gemacht, denn obwohl sie in meiner Nähe stattfindet, hätte ich ansonsten gar nichts davon gehört. Er meinte, ich solle mich dort an den Ständen vorstellen und Kontakte knüpfen. Das war nett gemeint, und ich habe mir das Ganze auch angeschaut, bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Buchmesse nicht dafür geeignet ist, meine Romane bekannter zu machen oder einen Verlag zu finden, der sie in die Buchläden bringt. Es werden dort Lokalautoren bei Lokalverlagen präsentiert, nach Möglichkeit mit einer lokalen Geschichte oder in Mundart / Dialekt geschriebenen Gedichten.

Auch über meinen Grafen habe ich schon oft die Frage gehört: "Ach. Interessant. Lokale Geschichte von einem Edelmann hier aus der Gegend?" und fühle mich dann fast fies, wenn ich verneinen muss. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Leute an Lokalgeschichten reizt. Klar, man erkennt seine eigene Umgebung unter Umständen wieder, erfährt Geschichtliches oder (fiktiv) Kriminelles und das kann auch sehr spannend sein - für mich ist es nichts. Darum konnte ich mich auch nicht überwinden, an einem Stand, der "Die Pälzer Biwel" anbot, meine Visitenkarte zu hinterlassen...

Die Leserunde zu "Das Bildnis des Grafen" ist nun fast vorbei - meine fleißigste Posterin hat den Roman heute beendet. Schade eigentlich. Ich habe sie gern begleitet, die kleine, aber feine Runde, und die Gedanken meiner Leser zu verfolgen und gelegentlich zu kommentieren, war eine tolle Erfahrung, vor der ich umsonst soviel Fracksausen hatte am Anfang. Dass ein paar Fragen offen blieben, finde ich ganz gut, denn so kann jeder die psychologische Schauergeschichte auf seine Art auslegen.

Es hat ihr gefallen, und ich glaube, ich habe einen neuen Fan gewonnen.  (O: Und 1899 Hoffenheim hat schon wieder gegen Bayern München verloren...

Bildquelle: litoff.blogspot.com