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Freitag, 30. August 2013

Freiluftkino - mit Logenplatz!

Mitten in der Stadt zu wohnen, hat nicht immer Vorteile. Seit ich vom Südteil der Stadt dorthin gezogen bin, geht es zuweilen nachts recht laut zu - auf der Straße unter mir. Egal, ob das heimtrudelnde Nachtschwärmer oder betrunkene Störenfriede sind. An die gewöhnt man sich jedoch mit der Zeit. Manchmal wird der Platz vor meinem Haus allerdings auch für Feste oder Veranstaltungen wie das missverständliche "Public Viewing" benutzt. Da helfen nicht mal Ohropax, und die einzige Alternative besteht darin, gute Miene zu machen oder sich unter die lärmende Menschenmenge zu mischen und mitzugrölen.

Ich finde es eigentlich auch ganz gut, wenn der neu gestaltete Burgplatz genutzt wird, an dem die mittelalterliche Stadtmauer rekonstruiert wurde. Trotzdem atme ich immer auf, sobald die umtriebigen Wochenenden vorüber sind und die Nächte wieder einigermaßen still.




Von meinem Schlafzimmerfenster aus habe ich einen ungehinderten Ausblick auf die Leinwand und verstehe sogar jedes Wort (wird übrigens jeder zweite Schauspieler von Sascha Rothermund synchronisiert oder klingen alle deutschen aktuellen Sprecher wie er?). Das ist richtig cool!

Ich fand den Film allerdings ziemlich albern, ein bisschen wie "Pirates of the Caribbean" im Wilden Westen. Und wenn ein Schauspieler einen ohnehin skurrilen Charakter aus seinem Repertoire parodiert, wirkt das eher peinlich als originell - auch wenn man Johnny Depp heißt, den ich in seiner komischen Totemmaske und dem ausgestopften Raben auf dem Kopf zuerst gar nicht erkannt habe.

Ich glaube, es gibt noch ein paar Filme zu sehen. Bin mal gespannt, welche das sind.





Dienstag, 27. August 2013

Mir ist kalt...

... den Satz kennt man ja aus Film und Fernsehen. Meist steht es dann nicht gut um den Betreffenden. Heute geht es mir genauso. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der *heiße* Hochsommer, den ich so sehr mag, mal wieder viel zu kurz war ( jaja, ich sollte nicht meckern - trotzdem hätte es für meine Begriffe öfter Tage über 30°C geben können), oder ob ich etwas ausbrüte. Tatsache ist, ich fühle mich elend - körperlich. Was schon lange nicht mehr der Fall war.

Tatsächlich kann ich mich an ein ähnliches Krankheitsgefühl mit Temperatur, rauem Hals und morgendlichen, sehr lästigen Hustenanfällen gar nicht erinnern. Ich weiß nicht einmal, wann ich meinen letzten Schnupfen hatte. Selbst in den Wintermonaten oder zu periodischen Grippeattacken konnte ich nie mitjammern und schniefen, was mir manchmal selber komisch vorkam - auch wenn ich entsprechend mit Nahrungsergänzung vorsorge, die sich bewährt hat. Und jetzt nur ein kleiner Wetterumschwung, und schwupps bin ich im Eimer. Sehr ominös.

Vielleicht hat es außerdem etwas mit Stress zu tun. Und mit der Erkenntnis, dass spätestens Ende August wieder die Christstollen und Spekulatius in den Supermärkten ausliegen (ich hab sie schon gesehen, gestern!). Verrückt. Warum verkauft man die weihnachtlichen Süßigkeiten eigentlich nicht gleich übers ganze Jahr. Ich kenne zumindest einen, der sich darüber freuen und Christstollen auch zum Mittagessen verzehren würde. Der hat aber - unter uns - auch nicht wirklich alle Tassen im Schrank.




Vielleicht muss ich doch auswandern. Nach Bora Bora oder Hawaii. Irgendwohin, wo immer die Sonne scheint, und wo man nicht so hektisch lebt wie hier und den Augenblick genießen kann. Einfach mal nichts tun, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Das haben wir Mitteleuropäer im Allgemeinen verloren und verlernt. Wir haben es so eilig, dass wir bald wie in Australien Weihnachten draußen im Garten feiern können.

Darum werde ich mir jetzt eine Tasse Tee kochen, mich ein bisschen entspannen und von der Südsee träumen und später evtl. eine Runde "Go Vacation" im Seeresort absolvieren. Prima zum Ablenken und eine meiner momentanen Lieblingszeitverschwendung, die (bisher) nicht langweilig wird - besonders zu zweit mit den eigens erstellten Miis spielen macht riesigen Spaß, auch wenn die Steuerung zunächst ein bisschen störrisch daherkommt. Man kann sich ja steigern, in jeder Beziehung... und hoffentlich bald wieder fit werden.




Samstag, 24. August 2013

Rezension "Neverwhere" ~ Neil Gaiman

Der Vollständigkeit halber gehört eine Rezi einfach dazu, selbst wenn ich meine Meinung über den Roman schon mehrmals kundgetan habe und sie sich im Wesentlichen bis zu Seite 368 nicht geändert hat.

Handlung:  Der gutmütige Büroangestellte Richard Mayhew lebt an der Seite seiner kühlen und dominanten Verlobten Jessica ein unauffälliges Dasein, mit dem er im Großen und Ganzen zufrieden ist. Ausgerechnet an einem (für Jessica) wichtigen Geschäftstermin liest er auf der Straße ein verletztes Mädchen auf und lässt - sehr zum Ärger seiner Verlobten - das Meeting sausen, um dem Mädchen zu helfen, das unter keinen Umständen ins Krankenhaus will. Damit beginnt für Richard ein Abenteuer voller unerklärlicher Phänomene, merkwürdiger und gruseliger Gestalten, sinnloser Gewalt, Rattenflüsterern, eingeschlossener Engel und harten Prüfungen in einem Untergrund-London, für das Zeit und Raum keine Rolle zu spielen scheint. Richard fällt es schwer, sich dort zu behaupten, aber als er es schließlich schafft, merkt er, dass er Freunde und Selbstbewusstsein gewonnen hat.




Meinung: "Neverwhere" war mein erster Abstecher ins Fantasy-Genre und hat mich positiv überrascht. Neil Gaiman erzählt keine Klischees von arglistigen Zwergen, lieblichen Elfen, monströsen Drachen, blutrünstigen Werwölfen und Vampiren (zumindest nicht offiziell^^), sondern eine Geschichte mit einem für mich hohen Wahrheitsgehalt - mehr oder weniger symbolisch und mitunter auch gnadenlos schaurig. Er zeichnet dabei nicht nur die Figuren auf anschauliche Weise (bis auf die seltsam blasse Heldin Door sind fast mir alle und besonders Richard ans Herz gewachsen); es gelingt ihm auch, ein Motiv fantasievoll aufzubereiten, das sich aus der Bibel, Sagen und Märchen zusammensetzt. Sehr schön fand ich, dass Charaktere wie der windige Marquis de Carabas und die toughe Hunter nicht die sind, für die man sie zu Beginn des Buches hält. Auch nehmen Dinge eine Wendung, mit der man als Leser nicht unbedingt rechnet. 

Ein weiterer Pluspunkt war die Verquickung der Personennamen mit jeweiligen Orten bzw. Sehenswürdigkeiten in London und die geschichtlichen Andeutungen auf das Untergrundbahn-System. Für jeden Fan dieser Metropole ein witziger Wiedererkennungs- oder Aha-Effekt. Manche Handlungsstränge wie z.B. das Verschwinden von Doors Familie hätte ich mir trotzdem ein bisschen ausführlicher gewünscht. Vor allem gegen Ende hapert es ein bisschen an Erklärungen - auch wenn ich es ganz gut finde, dass man gelegentlich zwischen den Zeilen lesen muss.

Fazit: Ich glaube, "Neverwhere" wird mein einziger Fantasy-Roman bleiben. Nicht, weil er mich nicht überzeugen konnte - ganz und gar nicht. Aber ich denke, was Plot und Charaktere betrifft, wird er wohl einmalig und nicht zu toppen sein. Obwohl ich ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln hatte, habe ich mich super unterhalten gefühlt - gerade weil die Story für mich bei aller Absurdität und Phantasie nachvollziehbar war und Gaiman sehr geschickt biblische Motive und Vorstellungsvermögen in einer sehr eigenen Welt miteinander verwoben hat. 

Ein Lesespaß der besonderen Art, den ich vor allem auch durch unsere vielschichtige Leserunde auf dem Büchertreff hatte.

Bewertung:
👍👍👍👍






Donnerstag, 22. August 2013

Mein Etsy-Shop

"Tinnef" stammt aus dem Hebräischen und bedeutet soviel wie "Unsinn" oder auch "Schund" bzw. "nutzlose Dinge". Verbreitet war der Begriff besonders in der Ganovensprache. Wurde wertloser Plunder erbeutet, sprach man abfällig von Tinnef.

Die Sachen auf meinem Etsy-Shop sind ganz bestimmt nicht wertlos, aber auch nicht unbedingt lebensnotwendig, sondern für Individualisten mit Sinn für das Besondere. Darum finde ich den Namen recht passend.

Eigentlich wurde da aus einem Hobby ein wenig mehr. Vor ein paar Jahren fiel mir ein Anleitungsbuch über die japanischen Häkelfiguren, die sogenannten "Amigurumis", in die Hände, und ich war sofort Feuer und Flamme. Der Haken dabei: ich konnte nicht häkeln! Seit ich es in der dritten Klasse gelernt habe, ist einiges an Zeit vergangen, und ich bin nicht wirklich so der Handarbeitsfreak. Wie so oft, wurde mir das in der Schule ein bisschen verleidet. Aber die Amigurumis - als Haustiere der Mangas werbewirksam gepriesen - waren sooo süß! Die musste ich haben.







Also habe ich mir das Heft gekauft und mir das Häkeln wieder beigebracht. Die Schrift war auch für Dummies wie mich bestens erklärt, so dass bald eine ganze Bande der gehäkelten Gesellen meine Wohnung bevölkerte. Die ersten Exemplare waren noch ein wenig locker und unbeholfen, aber Übung macht bekanntlich den Meister. Ein grüner Affe und ein Tiger aus verschiedenen Brauntönen thronen auf meinem Schrank und genießen die Aussicht und ihr Erstgeburtsrecht, indem sie bei mir bleiben.

Meine Favoriten sind nach wie vor die Fliegenpilze. Sie sind nicht nur fix gemacht, sondern geben auch ein prima und originelles Nadelkissen ab, sind also kein Tinnef im engeren Sinne. Mädels und kleinen Prinzessinnen kommt natürlich das Einhorn gut an und alles, was rosa ist. Und jung gebliebene Erwachsene tragen ihr Amigurumi trendbewusst an Handtaschen und Rucksack oder als Glücksbringer in der Tasche. Manche fragen mich, ob es mir nicht leid tut, meine Amigurumis wegzugeben. Im Gegenteil! Ich bin froh um jedes Stückchen Platz, das ich für weitere Figuren machen kann.



Dienstag, 20. August 2013

Oma Dorle

Meine Oma mütterlicherseits hat heute Todestag. Sie ist nicht alt geworden - gerade mal Anfang 60, und schon länger nicht mehr da als mein halbes Leben. Und trotzdem habe ich noch lebhafte und gute und schöne Erinnerungen an sie - in den letzten Jahren leider nicht mehr, als sie schon von ihrer Krankheit, Schmerzen und Medikamenten gezeichnet war. Leider habe ich sie dann auch nicht mehr häufig besucht; etwas, das mir heute ein bisschen wehtut.

 

Oma macht Party

 

 Ich habe sie gern in Erinnerung, wie sie vorher war: Warm und weich und nach Kernseife duftend und so richtig zum Anlehnen und Reinfallen-lassen, wenn man Kummer oder sich das Knie aufgeschrammt hatte. Zu meiner Zeit waren das die Omas noch, weich und altmodisch, mit Kittelschürze und Brille und gern auch mit mehr auf den Rippen als notwendig. Ich komme mir gerade richtig alt vor, wenn ich bedenke, wie die Großmütter heute aussehen - wenn sie sich überhaupt "Oma" nennen lassen.

Nicht nur im Aussehen war meine Oma Dorle eine Wolke. Als gelernte Hauswirtschafterin war sie unübertroffen und gnadenlos perfekt im Handarbeiten, Putzen, Kochen, Backen und Ordnung halten. Ihre Mittwochvormittage, in denen sie bei uns zuhause mein Zimmer blitzblank geputzt hat, waren immer heiß ersehnt von mir.^^  Wenn ich von der Schule kam, wusste ich schon in wohliger Vorfreude, dass ich mal wieder eine ganz neues Raumgefühl erleben würde. Auch, wenn ich mittlerweile weiß, dass meine Mama häufig darunter gelitten hat, ihren Gutsherrenanforderungen nicht gerecht geworden zu sein.

Von ihrer Kochkunst und der Küche will ich gar nicht reden, und tu' es jetzt doch: ihre selbstgeschabten Spätzle und der Sauerbraten mit Endiviensalat (mit Vorliebe von uns in die Bratensoße getunkt) lassen mir heute noch das Wasser im Mund zusammenlaufen. Bei Familienfeiern musste dieses Gericht unbedingt auf den Tisch. Speziell für mich hat sie öfter Griesknöpflen gebacken, weil das nicht jeder mochte - und auch daran denke ich mit Wehmut. Weil, egal, woher man das Rezept bekommt oder wer es zubereitet: so wie bei Oma schmeckt's nie mehr.

 

Sauerbraten und Spätzle à la Oma

 

 Schade, dass ich beide Omas recht früh verloren habe. Vor kurzem starb die Mutter meiner angeheirateten Tante mit 91 Jahren, die für mich irgendwie ein kleiner Oma-Ersatz war. Wir haben uns nicht oft gesehen, aber sie war so nett, gewitzt, unternehmungslustig und fit bis ins hohe Alter, und zudem so, wie ich mir eine Oma vorstelle. Irgendwie ein bisschen traurig, dass es die Kittelschürzen-Generation wohl bald nicht mehr geben wird.


Samstag, 17. August 2013

Zwischenbilanz Leserunde "Neverwhere" ~ Neil Gaiman

Also, den Vergleich mit "Harry Potter" nehme ich reumütig zurück: Neverwhere ist auf gar keinen Fall eine Kindergeschichte. Obwohl in Grundzügen Parallelen vorhanden sind und ich gewisse Szenen und Gestalten in den Potter-Filmen ebenfalls ganz und gar nicht jugendgerecht empfand, toppt Neverwhere diese um Längen - und zwar in beschriebenen Grausligkeiten sowie in der psychologischen Tiefe.


Wir sind inzwischen beim 15. Kapitel von zwanzig, und ich bin sehr beeindruckt von Neil Gaimans Hintergrundwissen und der Art, wie er Dialoge schreibt und der Leichtigkeit trotz des tatsächlich ernsten Themas, das er auf eine groteske und mitunter amüsante Ebene gebracht hat. Im Prinzip wird in "Neverwhere" mit London Below die Hölle und deren Bewohner beschrieben, die in das reale, "obere" Leben eingreifen können und einem einzigen Herrscher unterstehen, gegen den nur noch die "Rattenmenschen" Widerstand leisten - so zumindest meine Interpretation. Das gelingt ihm auf vergnügliche, aber auch nachdenklich stimmende Weise.

Und es wurde mir schon sehr bald klar, dass der Autor sich schamlos an dem Buch der Bücher bedient hat. Aber so geschickt, dass ihm das keiner übel nimmt - viele große Schriftsteller, gerade wohl im Fantasy-Bereich - orientier(t)en sich an der Bibel. Wenn man es genau nimmt, ist sie wohl auch das spannendeste und unterhaltsamste Werk der Literatur überhaupt; das geben sicher auch Atheisten unumwunden zu. Jedenfalls ist "Neverwhere" eine überaus gelungene Mischung aus Spiritualität, Legenden, Popkultur und Allgemeinwissen.

Den Spaß an dem Roman habe ich aber vor allem der Leserunde zu verdanken. Als Langsamleser hätte ich nicht vermutet, dass ich so fleißig zu jedem Kapitel etwas poste und mit den anderen vier Teilnehmern diskutiere, was einem so nebenbei noch neue Einsichten eröffnet. Schon interessant, wie unterschiedlich Leser dasselbe Buch analysieren und verstehen.




 
 




Donnerstag, 15. August 2013

Danke!

Ich fühle mich heute einfach danach: Ich möchte Danke! sagen, und zwar zu all den Fans meiner Romane, die selbige und mich durch den Büchertreff kennen gelernt haben. Da wäre Dani, die mir so freundlich und tatkräftig ihre Hilfe angeboten hat, als ich auf dem BT noch ein Frischling war.

Meine herzlichsten Grüße und Küsse gehen ebenfalls an

Mareike die Strandläuferin, Pandämonium, Mara, Diana / Vicidog und Floxine, der Gewinnerin meines letzten Quiz. Und natürlich an alle Teilnehmerinnen unserer Leserunde im Februar, an die ich immer noch gern denke. Ihr habt super mitgemacht!




Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es für mich bedeutet, dass ihr nicht nur einen meiner Romane gelesen habt bzw. lesen wollt. Ich weiß, meine Geschichten sind weder Mainstream noch leicht verdauliche Kost, geschweige denn, dass sie sich in ein festgelegtes Genre kategorisieren lassen, daher weiß ich euer Interesse, eure Begeisterung und wunderschönen Rezensionen meiner Bücher doppelt zu schätzen.

Die Mehrheit von euch wünscht sich ja eine Fortsetzung von "Vom Ernst des Lebens" (ist das wirklich ein fieser Cliffhanger am Ende?), und ich würde euch das gerne erfüllen. Leider fühle ich mich derzeit nicht in der Lage dazu - in meinem beruflichen Leben und in RL im Allgemeinen geht es momentan drunter und drüber, und irgendwie sind mir Miles und Rupert schon ziemlich entglitten - wahrscheinlich übern großen Teich. Ich möchte es aber im Auge behalten - schließlich soll man nie Nie sagen. Schon gar nicht, wenn man damit anderen eine kleine Freude machen kann.

Ich hoffe, es ist okay, dass ich euch auf meinem Blog ein Denkmal setze. Falls jemand Einwände hat, bitte vortreten. (O:

Bildquelle: pixel2013 / Pixabay



Mittwoch, 14. August 2013

Apropos Tage...

... heute mach ich's kurz - bin etwas in Eile. Aber einen verspäteten Beitrag zum "Linkshänder-Tag" (ähem... wann gibt es denn den kleinen Zeh-Tag - oder besser gesagt: *wann* ist der?) will ich als bekennender Lefty und hoffnungsloser Rechtshänder-Aspirant doch leisten. *Klick*



Carina Chen / Pixabay

Donnerstag, 8. August 2013

Weltkatzentag

Mittlerweile gibt es ja für alles Tage: Männertag, Angebrannter-Keks-Tag, Flipflop-Tag... aber der für die Katze ist mir als inzwischen katzenloser Katzenfan eine Erwähnung wert - auch wenn ich finde, dass für Katzenbesitzer jeder Tag im Jahr einer ist und man ihnen an den restlichen 364 Tagen dieselbe Aufmerksamkeit widmen sollte, weil sie das einfach verdient haben.




Meine beiden Katzenjungs waren etwas ganz Besonderes - kein anderer Kater wird mich je so liebevoll umarmen und mir mit seiner rauen Zunge den Hals lecken wie der Joschi es getan hat. Wenn ich daran denke, hat das etwas Rührendes, Erheiterndes und zugleich Schwermütiges für mich. Und trotzdem möchte ich - sollte ich irgendwann wieder ein Samtpfötchen haben - es nicht an seinen Vorgängern messen.

Mein anderer war ziemlich knitzig, weswegen wir ihn bald in "Knitz" umgetauft haben, obwohl er eigentlich Columbus hieß, weil er so naseweis und entdeckerfreudig war, und manchmal auch ein bisschen heimtückisch. Keinen Ton hat er gesagt, wenn er sich mal bei der Nachbarin hat verwöhnen lassen oder sich eine Schikane für Joschi hat einfallen lassen. Richtig böse konnte ihm dafür aber keiner sein - Joschi schon gar nicht.




Da wir sie sehr geliebt und verwöhnt haben, waren sie länger bei uns, als wir es uns erträumt hätten - und dennoch nicht lange genug. Knitz wurde als "kränkliches" Spätsommerkatzerl 12 Jahre alt, und Joschi sogar fast 22. Macht's gut, ihr zwei! Bis irgendwann!





Samstag, 3. August 2013

Kaiser Sößchen ~ Review "The Usual Suspects"

Im Archiv gegraben und nach langer Zeit mal wieder angeschaut: "The Usual Suspects" (Die üblichen Verdächtigen), mit Gabriel Byrne, Kevin Spacey und ein paar anderen Schauspielern, denen man Mitte der 1990er eine große Zukunft voraussagte, die heute aber kaum jemand mehr kennt.

 


Damals schienen Cop / Gangster-Filme ja groß in Mode zu sein - heute kräht kein Hahn mehr danach, oder? Irgendwie sind die aber auch alle gleich, und alle auch gleich schnell wieder in der (wohlverdienten) Versenkung verschwunden. Ich denke da an Tarantinos "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction", oder "Liar/Deceiver" mit Tim Roth und Chris Penn. Fast vergessen auch "Miller's Crossing" (zu Unrecht, eigentlich, denn der ist wirklich gut) - ebenfalls mit Gabriel Byrne.

Jedenfalls war es recht sonderbar, den Film mal wieder zu sehen und die bittere Tatsache festzuhalten, dass sich mir die preisgekrönten "Usual Suspects" selbst nach so langer Zeit nicht mehr erschließen als beim ersten Mal. Alles daran ist kryptisch und umständlich, und wenn Kevin Spacey / Verbal Kint über Gabriel Byrne / Dean Keaton sagt, für Cops muss alles simpel sein, dann wünscht man sich, der Film hätte mehr das Augenmerk auf die Cop-Perspektive gerichtet als auf die von Kayser Soze (Spoiler?).

Ich fand den Plot ziemlich wirr und über weite Strecken total langweilig, gerade weil er so konfus war. Wahrscheinlich habe ich mir die DVD nur wegen Mr. Byrnes blauen Augen, den dunklen Locken und seiner wahnsinnssexy Nase gekauft - tatsächlich horte ich mehrere (auch zweitklassige) Filme mit ihm in der Hauptrolle, weil er mir so gut gefällt - aber auch, weil er ein wirklich toller Schauspieler ist.

Sehr lachen mussten wir ja, als über Kayser Sozes Abstammung spekuliert wird: Deutsch und Türkisch. Was bitte soll denn an Soze und Kayser mit Y deutsch sein? Handelt es sich vielleicht um eine regionale Tunke zu einem kaiserlichen Gericht wie dem Kaiserschmarrn? Nachdem wir das spitzbekommen hatten, hat uns der Film plötzlich richtig gut unterhalten, und jedes fassungslose "Kayser Soze!" wurde zu einem ärgerlichen "Kaisersoße!" oder der Henkersmahlzeit, die sich die Opfer aussuchen durften (Sorry, das klingt jetzt echt spinnig, aber so bin ich hin und wieder).

Eine wirkliche Kritik kann ich nicht abgeben. Dazu war mir der Film zu kompliziert. Aber die epische  Musik im Abspann fand ich dann doch recht gelungen. Manchmal denke ich, man konzipiert Filme absichtlich so umständlich in der Hoffnung, sie hätten das Zeug zum Kult-Klassiker. Das mag gelegentlich klappen - bei den üblichen Verdächtigen ging die Verwirrung und das ganze "Wer ist Kayser Soze?" in die Hose (Achtung Wortspiel!). Immerhin gab es in "Dr. House" noch zwei oder drei Referenzen auf den Film. Kein Wunder: der Regisseur Bryan Singer hatte auch in der Serie ein Wörtchen mitzureden. Also rasch mal ein bisschen Schleichwerbung einstreuen...

Ach, und dort posaunt der langweilige Dr. Taub ganz fies des Rätsels Lösung aus, als sich Dr. Foreman "The Usual Suspects" auf Tivo anschauen will: Natürlich ist Kayser Soze der Mann mit denselben Initialen im richtigen Leben.


Bewertung: verwirrte, aber amüsierte


👍👍👍





Donnerstag, 1. August 2013

Das fiel mir auf: der Papst und "die Brüder"

Als vorgestern die Schlagzeile "Sie sind unsere Brüder" im Zusammenhang mit Schwulen und dem neuen Papst (Franziskus? Bin nicht so bewandert mit Heiligen und Kirchenabgeordneten *hüstel* ) auftauchte, dachte ich zuerst: Alle Achtung! Der traut sich ja was! Das ist beinahe so, als würden die Kirchenchristen endlich zugeben, dass die Wurzel ihrer Religion im Judentum zu finden ist. Gewagter Vergleich, ich weiß. Aber Homosexuelle sind schließlich genauso Menschen wie der Rest der Menschheit - nicht mehr und nicht weniger (und im Übrigen auch nichts Besonderes - auch wenn Leute wie Herr Wowereit das gern so hätten).

 

rainhard2 / Pixabay

 

 Jedenfalls fand ich es erstaunlich, dass das Oberhaupt der lustfeindlichen und zuweilen schnell verurteilenden katholischen Kirche sich zu so einer freimütigen Äußerung hinreißen lässt. Vielleicht, dachte ich, braucht er als Neuer ja auch noch ein paar Fans unter den Christopher Street Day-Veranstaltern, und so ein bisschen fishing for compliments ist da wahrscheinlich nicht die verkehrteste Taktik. Und ehrlich gesagt, er wirkt zumindest auf mich nicht so päpstlich seriös wie sein Vorgänger Ratzinger oder der charismatische Papst aus Polen. Da heiligt der Zweck wohl ein bisschen Populismus.

Aber dann fand ich heraus, dass er mit "Brüdern" die schwulen Priester meint - und war echt entsetzt. Will er damit etwa die Misshandlungen und den Missbrauch in Klöstern verharmlosen, unter denen Kinder und Jugendliche zu leiden haben und für den Rest ihres Lebens traumatisiert sind, weil sie seelische Narben davontragen?!

Ein Priester hat weder schwul noch hetero zu sein, lieber Franziskus! Er muss als asexuelles Wesen im Zölibat leben - so hat das deine Kirche befohlen und angeordnet. Hätte sie das nicht, könnten Priester heiraten und müssten sich nicht an wehr- und hilflosen Buben vergehen, um ihre Triebe zu befriedigen. Denn das ist G'tt ein Greuel. Nicht die Heirat per se, sondern das, wie es hinter kirchlichen Mauern zugeht, und wohl auch im Vatikan. Das lässt sich mit einem so toll klingenden Satz wie deinem nicht einfach schön reden.

Sympathiepunkte hat der Neue mit dieser Bemerkung bei mir nicht sammeln können. Wirklich nicht.






Freitag, 26. Juli 2013

Literarisches Neuland: "Neverwhere / Niemalsland" von Neil Gaiman



Man sollte es ja nicht für möglich halten: *Ich* greife zu einem Fantasy-Roman! Und finde das, was ich bisher gelesen habe, richtig gut! Viele, die meinen Geschmack kennen, wissen, warum das so außergewöhnlich ist: Fantasy ist nicht mein Ding, absolut nicht.

Die mitunter fast hysterische Begeisterung für Harry Potter ist für mich schwer zu verstehen (ein oder zwei Verfilmungen habe ich gesehen, weiß aber nicht mehr, welche Teile, so öde fand ich's - und für hundsgewöhnliche Muggels sprechen die Darsteller ohnehin chinesisch), und vorhersehbare LoveRomanceFantasy à la Twilight geht gar nicht - ich hab's versucht. Eher prügelt man mich zu einer Rosamunde Pilcher-Schmonzette im Zweiten - da gibt es wenigstens tolle Landschaften zu bestaunen, wenn schon kein Anspruch.

Neverwhere scheint ähnlich gestrickt wie Harry Potter. Ob J. K. Rowling sich davon hat inspirieren lassen? Die Frage stellt sich unwillkürlich, nachdem die Eltern des Mädchens Door, das magische Kräfte hat, von dem abgrundtief Bösen ermordet wurden und das nun auch nach dem Leben von Door trachtet, die daraufhin von "London Below" nach "London Above" flüchtet und dort von dem herzensguten, einfach gestrickten Richard Mayhew gefunden wird, für den damit ein unglaubliches Abenteuer beginnt. Auch einen ähnlichen Namen gibt es, der an den fiesen Lord Voldemort erinnert. 

Oder vielleicht folgen beide Autoren ja nur dem klassischen Fantasy-Muster - das kann ich als "Grünschnabel" nicht so genau beurteilen. Und trotzdem fesselt mich die Geschichte. Das liegt diesmal nicht nur an Benedict Cumberbatch, der in einer neuen Hörspielversion von BBC Radio dem Engel Islington eine gewaltige Stimme verleiht (Oh, ihr habt es geahnt, oder?

Neil Gaiman schreibt lebendig und atmosphärisch und mit schaurigen Einschüben, bei denen dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken läuft; genauso, wie ich es liebe. Kopfkinomäßig. Und ich mag die Details, mit denen er seinen Figuren Macken und somit Tiefe verleiht. Außerdem ist mir der Protagonist Richard Mayhew mit seiner unfreiwilligen Troll-Sammlung und der Höhenangst bisher total sympathisch. In letzterem konnte ich ihm total nachempfinden - aufgrund meiner Höhenphobie fahre ich nicht einmal mehr in diesen pobeligen Riesenradgondeln, die einem nur bis zum angezogenen Knie reichen. Jaja, man wird nicht jünger...

Was mir ebenfalls gut gefällt an dem Buch, sind die altmodisch-ungewöhnlichen, buchstäblich nach Moder riechenden Aufzüge der Unterweltbewohner und dass viele von ihnen nach bekannten Stadtvierteln und Plätzen Londons benannt sind. Auf so etwas muss man erst mal kommen!

Ab Anfang August werde ich mit anderen Interessierten auf meinem Bücherforum an einer Leserunde über den Roman teilnehmen. Ich muss mich ordentlich zusammenreißen, um nicht voranzupreschen - und ehrlich: Das ist mir noch nie passiert. Schon gar nicht bei Fantasy. Bin sehr gespannt, ob das Buch hält, was es bisher verspricht (Ich habe schon das zweite Kapitel durch. Aber nicht verraten!).









Dienstag, 23. Juli 2013

Gewinnspiel: Vom Ernst des Lebens

Ich habe die Spendierhosen angezogen (langsam werden sie ein bisschen eng^^), und verlose wieder einmal einen meiner Romane. Diesmal handelt es sich um "Vom Ernst des Lebens", die Geschichte der beiden ehemaligen Oxfordkommilitonen Rupert Grayson und Miles Mayhew - beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht, und doch verbindet sie eine Freundschaft, die sich auf einer für Rupert ominösen Reise nach Paris vertieft. Denn dort lernen die zwei nicht nur, wie man als Engländer im Ausland punkten kann (oh, bin ich böse!), sondern auch gegenseitiges Verständnis. Besonders Miles, der selbstbewusste, rede- und weltgewandte Gentleman, entdeckt Qualitäten in dem Bücherwurm und angehenden Professor Rupert, die er diesem anfangs nicht zugetraut hätte.

Kurzbeschreibung Amazon:

London, 1958: Der lebenslustige Miles Mayhew bedrängt seinen ehemaligen Oxford-Kommilitonen Rupert Grayson in einer Spontanaktion, für unbestimmte Zeit gemeinsam nach Paris zu reisen. Rupert, der sich lieber hinter Büchern vergräbt und Kontakte scheut, hält zwar wenig davon, kann jedoch nicht ablehnen. Miles scheint vor etwas zu fliehen, denn er checkt im Pariser Hotel unter falschem Namen ein und gibt Rupert als seinen Bruder aus. Dieser macht sich seine eigenen Gedanken über Miles’ Flucht aus England, da Miles nicht darüber reden möchte und sich recht geheimnisvoll gibt. Nach und nach vertieft sich ihre Freundschaft; Miles hilft Rupert, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, während Rupert auf seine zurückhaltende Art dem Freund Dinge aus dessen Vergangenheit entlockt, die Miles lieber verschwiegen hätte…



Ich werde oft gefragt, ob "Vom Ernst des Lebens" von mehr als nur Freundschaft zwischen zwei Männern handelt. Normalerweise würde ich sagen: Finde es heraus. Doch da ich weiß, dass einige Leser nichts mit sogenannter "Gay Romance" am Hut haben, kann ich das wohl verneinen. Gelegentlich gibt es Hinweise darauf, dass Rupert mehr in Miles sieht als nur einen Freund - besonders, da dieser einen recht ungezwungenen Umgang mit Rupert pflegt. Aber er tut das ohne die Absicht, den eher ängstlichen und zurückhaltenden Freund zu etwas zu zwingen. Es ist einfach Miles' Art, seine Wertschätzung auszudrücken. Überdies ist er in einer "expliziten" Szene betrunken und besorgt um Rupert.

Geschrieben habe die Geschichte innerhalb von acht Wochen. Es war meine bestimmt schnellste, die ich je an meine Festplatte verfüttert habe, noch völlig inspiriert von einem Wochenendtrip nach Paris. Meine Begeisterung für Bücher, Filme, Kino und vergangene Zeiten kommt in "Vom Ernst des Lebens" ebenfalls zum Tragen.

Die Charaktere hatte ich genau vor Augen, und ob man es glaubt oder nicht - ich kenne zumindest einen Miles und ganz viele Ruperts, wenngleich Rupert ein wenig überspitzt wirkt, fast wie eine Karikatur. Von Miles würde sich der eine oder andere bestimmt gern eine Scheibe abschneiden, was Spontaneität und Tatkraft angeht. Er fackelt nicht lange, und sagt auch mal, was er denkt, wobei er weitgehend diplomatisch bleibt. Es gibt solche Menschen, nicht nur in Romanen. Beinahe unerträgliche heitere, unternehmungslustige Zeitgenossen, deren Charisma und Optimismus man bewundert und auf die man bisweilen sogar ein bisschen neidisch ist, weil ihnen alles zu gelingen scheint.

Trotzdem ist Miles kein Übermensch. Er hat Fehler und vor allem Ängste, hinter die Rupert erst mit der Zeit kommt.

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Was müsst ihr tun, um die beiden auf ihrem denkwürdigen Trip begleiten zu können?

Ganz einfach: Schreibt an

chris009@gmx.net unter dem Betreff "Quiz" bis zum 3. August, von welchem begnadeten Schauspieler, Tänzer und Entertainer der Hotelpage Julien schwärmt. Lieferadresse nicht vergessen!

Um 20.00 Uhr am Stichtag wird das Los entscheiden. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und würde mich nach dem Beenden der Lektüre riesig über eine Rezension auf Amazon und eurem Blog (sofern vorhanden) freuen!


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Die unvermeidlichen Regeln:

- Eure Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben und nur zum Zweck des Gewinnspiels benötigt. Nach der Verlosung werden sie gelöscht.
- Ich versende deutschlandweit. Ins Ausland verschicke ich nur, wenn das anfallende Porto erstattet wird.
- Falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht, übernehme ich keine Haftung.



Donnerstag, 11. Juli 2013

Kesse Beach Boys

Schon merkwürdig: ich dachte immer, ich muss über mich hinauswachsen oder etwas Großes erreichen, um glücklich zu sein. Aber inzwischen merke ich, dass es oft auch die kleinen und bunten Dinge sind, die mir Freude machen, auch wenn sie ziemlich spinnig sind. Zum Beispiel meine Amigurumis. Die haben keinen wirklichen Nutzen, und vielleicht finden sie manche auch albern und doof. Für mich ist es der ideale Zeitvertreib, um zu entspannen und mich zugleich inspirieren und einfach mal "die Seele baumeln" zu lassen.

Ich bin ganz verliebt in diese einfache, aber kreative Häkeltechnik, und besonders toll finde ich, dass man mit ein bisschen Übung eigene Entwürfe gestalten kann. So wie ich meine beiden Beachboys. Wenn es nach mir ginge, würde ich nichts anderes mehr machen. Beruflich, meine ich. Nur ein Püppchen nach dem anderen häkeln. Tricky waren eigentlich nur die Frisuren, denn die mussten sitzen - auch ohne Drei Wetter Taft. Und ich hatte eine genaue Vorstellung, wie sie aussehen sollten, was die Angelegenheit nicht gerade vereinfacht hat. Umso stolzer bin ich jetzt auf das Ergebnis.^^




Die Größe von dem kleineren beträgt etwa 20 cm, der Große ist um die 22 cm. Ich habe - Asche über mein Haupt - während dem Arbeiten keine Anleitung geschrieben, da ich kein Multitasking-Talent bin. Die zwei sind Prototypen und daher unverkäuflich. Wenn es unter euch Lesern Amigurumi-Fans gibt, die zu wenig Zeit haben, um sich ihr eigenes Maskottchen zu fertigen, besucht mich doch mal in meinem Etsy-Shop. Da biete ich eine Auswahl von süßen Figürchen an. Sie machen sich übrigens immer gut als Mitbringsel und sorgen für manchen Lacher vom Beschenkten. Apropos Lacher: neulich schenkte mir jemand, der mich genau kennt, etwas, das mich dazu brachte und zum Thema passt. So ähnlich sieht das wohl bei mir aus, auch wenn ich nur mit *einer* Nadel fuhrwerke.




Nett ist auch, wenn das Amigurumi etwas in den Gesichtszügen vom Charakter des neuen Besitzers widerspiegelt oder man es mit dem entsprechenden Hobby des Beschenkten ausstattet.

Das Surfbrett der beiden ist doppelt gehäkelt und könnte evtl. auch mit einem Karton im Inneren verstärkt werden.







Montag, 1. Juli 2013

Beruflicher Neustart und ein paar philosophische Gedanken dazu

Leichtgefallen ist uns der Entschluss allen nicht: nach einigen beschwerlichen Jahren als kleines Einzelhandelsgeschäft, das sich nach einer Sortimentsänderung auf Unikate und Geschenkideen spezialisiert hat, werden wir nun den herkömmlichen Verkauf nach fast vierzig Jahren Kaufmannserfahrung mit einer Sommeraktion ausklingen lassen.




Irgendwie ist das schon ein komisches Gefühl, auch wenn ich ahne, dass der Fachhandel, so wie er über Jahrhunderte bestand, wohl aus der Mode kommt. Ich bin in diesem Laden praktisch großgeworden, habe mich eingebracht und ihn stolz übernommen, nachdem ich meine Lehre als Einzelhandelskauffrau abgeschlossen hatte. Und ich hatte viel Spaß, solange er brummte und ich den Kunden mein Wissen über diverse Basteltechniken bei Beratungen oder Kursen weitergeben konnte - auch wenn ich nicht die geborene Verkäuferin bin.

Er hat viele Metamorphosen durchlaufen, der Laden - für einige Kunden fast zu viele. Oft waren sie ganz schockiert und fielen aus allen Wolken, wenn sie feststellen mussten, dass es nach dreißig Jahren nun mal kein Makrameezubehör und  Peddigrohr mehr gibt und stattdessen losen Tee und Knabbereien aus biologischem Anbau. Weil man sich an Altes eher gewöhnt und Neues in der Regel erst mal misstrauisch beäugt. Das geht mir nicht anders.

Und trotzdem möchte ich nach vorn schauen und optimistisch in die Zukunft - Veränderungen sind nicht schlecht, sondern öffnen Türen und erweitern den Horizont.  

Der Laden wird nicht geschlossen (aller Unkenrufe zum Trotz). Er verändert sich nur, wie schon so oft in vier Jahrzehnten.

Unsere Kunden haben sich immer wohlgefühlt bei uns, und das soll auch weiterhin so sein. Viele bezeichnen unseren Laden als "Kleinod", der in einer Großstadt wie Heidelberg die Aufmerksamkeit erhielte, die er verdiene. Es ist schon ein bisschen traurig, dass man wirklich viel Liebe und Herzblut in den Laden gesteckt hat in der Hoffnung, etwas Außergewöhnliches zu bieten, an dem die Leute Freude haben  - und dann feststellen zu müssen, dass Individualismus und Qualität gar nicht mehr so sehr gefragt sind. Aber wenn alles neu ist, kann alles ganz anders werden.

Und jetzt muss ich doch ein paar Tränchen verdrücken... entschuldigt mich bitte.


Freitag, 28. Juni 2013

Übertrieben!

Hm, tja. Ich neige leider zum Extremen. Vor etwa einem Monat habe ich ja angefangen, auf meiner Wii herumzuzappeln, und zwar durchschnittlich eine Stunde pro Tag. Ich bin nach wie vor begeistert von den vielen Möglichkeiten und der Genauigkeit, mit der das Gerät diverse Körperfunktionen, den Schwerpunkt und das Gewicht misst (den Körpertest mache ich allerdings nicht so gern - die Übungen für die motorischen und geistigen Fähigkeiten überfordern mich oft... (O;). Meine Lieblingsspiele sind derzeit "Kung Fu" und der "Spielmannszug" - etwas, das ich am Anfang Null gerafft habe, weil mein Rhythmusgefühl quasi nicht vorhanden war. Da habe ich also schon eine Verbesserung erfahren, ebenso wie bei einigen Koordinationsspielen.

Die Yoga-Posen sind immer noch kein Honigschlecken; mit anmutiger Kraft habe ich es nicht so sehr (ist das nicht ein Paradox?). Vor allem die anspruchsvollen, auf einem Bein oder den Zehenspitzen ausgeführten fallen mir schwer, und Instabilität nach all der schweißtreibenden Mühe bescheinigt zu bekommen, ist nicht gerade motivierend, es weiter zu versuchen. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, gell? Außerdem muss ich ja kein Guru werden. Und den herabschauenden Hund bekomme ich ganz gut hin, wenn erst mal endlich meine Fersen ansatzweise den Boden berühren.


Uffzi... gleich... gleich hab' ich's!


Meine bevorzugte Yoga-Pose ist allerdings der Sonnengruß - weil ich da meist gelobt werde und ihn tatsächlich gerne mache. Auch wenn ich derzeit umsonst grüße - die will sich einfach nicht von ihrer wärmsten Seite zeigen.

Worauf ich eigentlich hinauswollte - mein persönlich zusammengestelltes Trainingsprogramm aus Muskel- und Yogaübungen ist wider meinen Ansichten doch noch ausbaufähig: Das "Klappmesser", bei dem ich regelmäßig Lob meines virtuellen Trainers eingeheimst habe ("Du machst es klasse!"), hätte ich wohl besser auf einer speziellen Turnmatte ausgeführt. Vorgestern habe ich nämlich festgestellt, dass meine Rückenwirbel eklig aufgescheuert sind, weil der Boden für diese Übung einfach zu hart ist. Das tut schon ziemlich fies weh und eitert sogar ein wenig - auf ein Foto verzichte ich an dieser Stelle mal lieber.

Ich habe das Klappmesser jetzt gelöscht und durch das Horizontale Stretching ersetzt, bis der Rücken verheilt ist. Danach schaffe ich mir eine Isomatte an, auch wenn die sich auf meinem Orientteppich recht unvorteilhaft ausnimmt.






Bildquelle Yogakatze: jonathansautter / Pixabay




Dienstag, 18. Juni 2013

"Das vergessene Kind" ~ John Matthews

Manchmal habe ich richtig Glück: Diesen über 500 Seiten spannenden Krimi habe ich von einer lieben Nachbarin bekommen, die gelegentlich gebrauchte Bücher bei mir vorbeibringt, damit ich sie entweder lese oder zu Kleingeld auf Booklooker mache. Letzteres ist bei ihren Büchern meist der Fall, da es sich bei der Lektüre im Gros um Frauenliteratur oder stark politisch gefärbte Thriller handelt. Beides nicht so wirklich mein Genre. 





Handlung und Meinung: "Das vergessene Kind" von John Matthews hat jedoch meine Neugier geweckt - es geht nicht um Liebesgedöns und politische Verschwörungen (nicht vorrangig, zumindest), dafür um einen mysteriösen elfjährigen Jungen, der bei einem Verkehrsunfall Mitte der 1990er Jahre seine Eltern verliert und während der Therapie unter Hypnose durch einen Psychologen beginnt, Französisch im südlichen Dialekt zu sprechen, ohne die Sprache zu kennen. Das soll es tatsächlich geben: man nennt dieses Phänomen "Xenoglossie." Der englische Junge, Eyran, erzählt von einem weiteren Buben in seinem Alter, der in seinen Träumen verspricht, Eyran zu helfen, die Eltern zu finden, mit deren Tod sich Eyran nicht konfrontieren will. "Gigo", wie er seinen Freund bezeichnet, hat scheinbar dasselbe Schicksal erlitten und fühlt sich solidarisch mit Eyran. 

Der Psychologe Lambourne bittet eine Parapsychologin aus den Staaten um Hilfe, und bald finden sie heraus, dass es keineswegs Unsinn oder Geltungssucht ist, was Eyran unter Hypnose erstaunlich detailliert berichtet: 1963 wurde "Gigo" unter nie aufgeklärten Umständen in einem Weizenfeld vergewaltigt und so schwer verletzt, dass er wenige Tage später starb - sein richtiger Name lautet Christian Rousselot. Damals wurde der junge Gendarm Dominic Fornier mit dem Fall betraut. Als Täter kommt ein verdächtiger Landstreicher in Frage, doch dessen Schuld konnte nie eindeutig bewiesen werden. Dennoch wird er verhaftet und kurzerhand ein Prozess gemacht: der Mann verbringt sein restliches Leben hinter Gittern.

All die Jahre nagt der Fall an Dominics Gewissen. Er heiratet Christians Mutter, nachdem deren Mann sich aus Kummer um den Tod des geliebten Sohnes das Leben nahm (auch die Beziehung Dominic - Monique kommt nicht zu kurz und ist sehr schön beschrieben). Der mutmaßliche Täter hatte in der Verhandlung von einem grünen Sportwagen in der Nähe des Tatorts geredet, so dass Dominic Fornier nicht umhin kann, zu glauben, den Falschen verhaftet zu haben. Für den Leser steht der wirkliche Täter übrigens von Anfang an fest, aber das tut der Spannung keinen Abbruch - im Gegenteil.

Als die Parapsychologin Marinella und Lambourne sich dreißig Jahre später aufgrund einiger älteren Zeitungsartikel mit ihm in Verbindung setzen und er nach England eingeladen wird, ist er zunächst skeptisch, doch mehrere Indizien lassen darauf schließen, dass Eyran und Christian in der Tat so etwas wie Seelenverwandte sind. Doch kann man dem schwer traumatisierten Jungen und seinem "zweiten Ich" Christian zumuten, einen Mord zu schildern - noch dazu den eigenen?

Mit der Erzählperspektive hatte ich zunächst Probleme, da sie rasch gewechselt wird und ziemliches Tempo ins Buch bringt - ich bevorzuge eigentlich ruhige Romane. Auch das Thema bzw. das Tatmotiv an sich ist schwer verdaulich: ein hochangesehener Anwalt und spätere Politiker steht auf junge Knaben und besucht selbst nach der Mordtat ungestraft einschlägige Etablissements. Kein heißes Eisen wird ausgelassen: Schießereien in Bars, Erpressung, Schmiergeldaffären. 

Fazit: Und trotzdem liebe ich dieses Buch. Die "Guten" sind sympathisch (mit Abstrichen nur die publicity-geile Marinella Calvan, deren größter Wunsch es ist, bei Ophrah Winfrey Lorbeeren einzuheimsen und somit ihrem Beruf zu gesellschaftlicher Akzeptanz zu verhelfen), die "Bösen" verachtenswert, und was mich besonders fasziniert hat, waren die psychologische Komponente, die sorgsame Recherche und das lebendige Flair der verschiedenen Zeitepochen von 1960 zu den 1990er Jahren. Ich konnte jeden Ort, jede Begebenheit bildhaft vor mir sehen (was nicht immer positiv war), und selbst die Gesichter der Protagonisten nahmen trotz sparsamer Personenbeschreibung Gestalt an. Nicht zuletzt sorgt der originelle und brisante Plot dafür, dass man "Das vergessene Kind" kaum aus der Hand legen kann. Ein Muss fürs Freibad, Baggersee oder Balkonien.

Bewertung: Volle Punktzahl!

Bildquelle: matuska / Pixabay


👍👍👍👍👍




Freitag, 14. Juni 2013

Rezension "A Study in Scarlet"



Den Titel fand ich schon immer ziemlich ominös. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie hat er mich stets abgeschreckt, das Buch zu lesen. "A Study in Scarlet" bezieht sich nicht nur auf das Blut, das der Täter, dem Holmes auf die Schliche kommen soll, als Zeichen an der Wand hinterlässt. Im Lauf der Geschichte erfährt der Leser von einer weiteren Greueltat, die sich Jahrzehnte zuvor ereignet hat - verübt und verewigt in scharlachroter Erde.

Handlung und Meinung: In diesem ersten Band lernen sich Detektiv und Arzt auf ziemlich unkonventionelle Art im Labor des Krankenhauses St. Barts kennen. Es ist recht amüsant, wie schnell Sherlock Holmes und Dr. John Watson zueinander finden bzw. der etwas blasierte Holmes Watson gar keine andere Wahl lässt als sein Mitbewohner zu werden. Trotz vieler Unterschiedlichkeiten in Charakter und Gewohnheiten stellen sich die beiden rasch aufeinander ein und halten ihren Haushalt ganz ohne die Hilfe ihrer (im Buch eher nebensächlichen) Vermieterin Mrs. Hudson in Schuss. Wirklich dubious ist an Holmes eigentlich nur, dass er weniger Allgemeinwissen als ein Drittklässler aufzuweisen hat - dafür in seinem Kopf aber alles vermeintlich Nebensächliche speichert, was anderen entgeht und somit einen eigenen Beruf kreiert, mit dem er Kohle machen kann und offenbar nicht schlecht lebt, wie die Räumlichkeiten der Baker Street beweisen. Auch eine Art, zum Stadtgespräch zu werden. (O;

Der Fall selbst hat mich eigentümlich berührt, da er - man denkt es nicht und wird letztendlich überrascht - nicht nur tragisch, sondern auch überaus romantisch ist - ein ungewöhnlicher Plot für eine klassische Detektivgeschichte. Sir Arthur Conan Doyle bedient sich eines uralten Musters der Literatur, nämlich des Hasses eines von Unrecht Getriebenem, der den Tod eines Weggefährten und dessen adoptierter Tochter rächen will, wofür er ein halbes Leben lang um die halbe Welt reist und seine Mission schließlich in London erfüllt sieht. Erstaunlich dabei ist, wie unsentimental und dennoch emotional und daher nachvollziehbar der "Rächer" Jefferson Hope auf den Leser wirkt. Ich habe nur Sympathie für ihn empfunden, denn das Unrecht, das ihm zugefügt wurde, hat mich tief erschüttert, nachdem man im zweiten Teil der Geschichte in die Vergangenheit und nach Utah in die Vereinigten Staaten geführt wird, um die Gründe für seine Unversöhnlichkeit zu erfahren. Fünf Kapitel ohne die Hauptprotagonisten - das war gewöhnungsbedürftig. Doch in diesen Kapiteln lernt der Leser vieles über die US-amerikanische Geschichte und die der Mormonen im Besonderen. Außerdem sind John Ferrier und Tochter Lucy, die Verlobte von Jefferson Hope, ebenso interessante Charaktere wie Jefferson Hope selbst. Die Gepflogenheiten der Mormonen wirken sonderbar - und auch die drei haben damit so ihre Probleme. Obwohl es John Ferrier zu Ansehen und Wohlstand bringt in Utah, kann er sich nicht mit den Ritualen der Gemeinde identifizieren - er bleibt zur Verwunderung der übrigen Bewohner ledig (keine einzige Frau hat er!) und daher ein widerwillig geduldeter Außenseiter.

Als seine hüsche, aber ebenso "sture" Tochter Lucy sich in den Abenteurer Jefferson Hope verliebt, der nicht der Gemeinde angehört, ziehen sich über ihr und John Ferrier endgültig düstere Wolken in Form von anonymen Drohungen zusammen, und sie planen mit Hope einen Fluchtversuch. Doch zwei heiratsfähige junge Männer des Clans nehmen die Verfolgung auf mit dem Ziel, Lucy als weiteres Glanzstück ihres jeweiligen Harems zu gewinnen... und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Fazit: So tragisch das Ganze endet, haben mich Originalität und Struktur des Falles sehr angesprochen, und auch Holmes' Reaktion, dem Mann das Gefängnis ersparen zu wollen, zeigt ihn wieder einmal von seiner menschlichen Seite. Man war teilweise verblüfft über die Fäden, die Arthur Conan Coyle so virtuos zusammengefügt hat und dem Geschick, mit dem er sich eines völlig "unbritischen" Themas annahm. Einen Stern Abzug gibt es nur, weil ich Holmes und Watson im zweiten Teil zunächst schmerzlich vermisst habe - aber was hätten zwei viktorianische Gentlemen - eingefleischte Junggesellen noch dazu - in Salt Lake City unter Cowboys und Polygamisten verloren?

Bewertung: 

  👍👍👍👍


Samstag, 8. Juni 2013

"Bella Italia"



So lautet der inoffizielle Name unseres Balkons, sobald wir ihn mitsamt Hollywoodschaukel und Topfpflanzen sommertauglich gemacht haben. Das war in den letzten Tagen der Fall, in denen endlich mal wieder nach der verheerenden Regenflut die Sonne die Oberhand gewonnen hat. Viel herumschwadronieren möchte ich daher heute gar nicht - es ist zudem Wochenende, an dem ich bei schönem Wetter lieber draußen bin als meinen PC zu füttern.

Aber ich habe ein paar Fotos gemacht, die ganz gut das Feeling wiedergeben, das uns in unserem "Bella Italia" erfasst. Leider ist die Hollywoodschaukel trotz Schutzfolie über den Winter ein bisschen marode geworden und deshalb nicht besonders fotogen. Wahrscheinlich bleibt uns nichts anderes übrig, als uns eine neue anzuschaffen - geflickt ist sie schon mehrmals.

Viel Spaß mit meinen Balkon-Impressionen! (O:

Ich setze mich jetzt noch ein bisserl raus und lese, bevor's Tomaten mit Mozzarella gibt - natürlich in Bella Italia.





Mittwoch, 5. Juni 2013

Sherlock vs. Holmes

Zur Zeit bin ich im Sherlock Holmes-Fieber, und das dank Benedict Cumberbatch und der BBC-Serie schon seit November 2012. Die Sonderedition mit allen Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle wartet noch darauf, gelesen zu werden, aber zum Glück gibt's ja auch handlichere Taschenbuchausgaben, an die ich mich nun gewagt habe - natürlich im englischen Original. Ich mag Sherlock Holmes und seine weisen Sprüche wie "To a great mind, nothing is little".

Er ist zuvorkommend, höflich, einfühlsam - aber auch manchmal fast kindisch, impertinent und von sich selbst so überzeugt, dass es schon mehr als Arroganz sein könnte. Oft geht er damit selbst dem phlegmatischen Watson auf die Nerven, der ihn eigentlich bewundert für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Detektiv.

Gestern habe ich mir seit langem mal wieder eine der Uralt-Verfilmungen mit Basil Rathbone und Nigel Bruce zu Gemüte geführt, nämlich "The Hound of the Baskervilles" von 1939.

Basil Rathbone ist für mich einer der ganz Großen, und er wird es immer sein als Schurke und Errol Flynn-Gegenspieler in Filmen wie "Unter Piratenflagge" und "Robin Hood".

Als Sherlock Holmes - fast tut es mir leid, zu sagen - ist er m. M. nach charakterlich nicht so sehr geglückt. Angesichts der äußeren Erscheinung und der markanten "Adlernase" hätte Sir Arthur ganz bestimmt verzückt die Hände zusammengeschlagen, doch was Holmes' Art und Macken angeht, wirkt Mr. Rathbone zu brav und zu vornehm. Natürlich hat er damit der Figur Sherlock Holmes seinen Stempel aufgedrückt (auch diverse Nachfolger-Holmses wie Peter Cushing und Jeremy Brett schwimmen in Basils Fahrtwasser), doch der literarische Holmes kann auch mal völlig aus der Reihe tanzen und sich einen feuchten Kehricht scheren um viktorianische Konventionen.

Geprägt durch Sir Rathbones Bild in den Filmen fand ich es dann auch merkwürdig zu lesen, dass Sherlock Holmes während einer Kundenkonsultation ungeniert und demonstrativ den Klienten angähnt, um seine Langeweile zu betonen, oder dass er ungehemmt kichert, wenn ihn etwas amüsiert. Wie ein Spürhund auf alle viere geht und eifrig an Dingen schnüffelt, um eine Fährte aufzunehmen. Sieht man das Basil je tun? Verliert er je die Contenance?

Nicht, dass ich seine Verdienste als Sherlock Holmes schmälern möchte. Wirklich dran am Original ist er aber nicht. Von Nigel Bruce als cholerischem Sidekick Dr. Watson rede ich lieber nicht. Nicht missverstehen. Ich finde beide Schauspieler klasse, nur: Watson ist kein Typ, der so rasch in die Luft geht wie Mr. Bruce, der für solche Rollen offenbar prädestiniert war.

Da sind mir die beiden Herren aus der Serie doch näher dran an Sir Arthurs Hirngespinst und Nemesis. Martin Freeman, der den traumatisierten, zurückgekehrten Soldaten mit einer gewissen Leidensfähigkeit verkörpert, die ihn trotzdem nicht am Leben verzweifeln lässt, ist alles andere als ein Hitzkopf. Das ist auch gut so, denn dafür neigt Sherlock-Cumberbatch zu Schnellschüssen und Impulsivität, auf die Watson-Freeman ausgleichend einwirken kann (vorausgesetzt, er möchte es). Irgendwie sind da die Rollen genau vertauscht im Vergleich zu Rathbone / Bruce. Vielleicht hat man die beiden letzteren einfach nicht gegen den Strich besetzen wollen, zumal Sherlock Holmes als distinguierter Gentleman besser kommt als ein aufgeblasener Kindskopf. Schön, dass Benedict Cumberbatch beides sein darf... ich glaube, seine Ambivalenz macht gerade den Erfolg und den Reiz der Serie aus.




Was Robert Downey Jr. und Jude Law betrifft, kann ich mir kein Urteil erlauben; die Filme habe ich nicht komplett gesehen und es eigentlich auch nicht vor. Aber das Video ist köstlich! Und heute Abend schaue ich mir evtl. den nächsten Holmes-Oldie meiner etwas zu Unrecht verstaubten Collection an. Denn eines muss ich zugeben: Basils Morgenrock ist eleganter als Benedicts.^^



Montag, 3. Juni 2013

Es wird schlüpfrig...

Als jemand, der ein wenig nostalgisch angehaucht ist und Altes oft in Ehren hält (ich besitze immer noch den ollen Steiff-Teddybär, den mein Onkel und meine Tante mir zu meiner Geburt geschenkt haben), beschäftige ich mich gerne mit den Ursprüngen von Dingen, sei das in technischen, medizinischen oder geschichtlichen Bereichen.




Vielleicht macht mir deswegen die Recherche zu meinen Geschichten soviel Spaß: Man erfährt immer Neues, das eigentlich schon ganz alt ist und das im Lauf der Zeit perfektioniert oder geändert wurde, so dass man es nur noch in "moderner" Form kennt. Wer hätte zum Beispiel vermutet, dass die ersten Verhüterlis aus Schildplatt bestanden? Oder andere für den mehrmaligen Gebrauch vorgesehen waren? Nicht zu glauben? Hier ist der Artikel dazu: *Klick* (der übrigens nichts mit Recherchen zu meinen Büchern zu tun hat...)


Bildquelle: vreichel / Pixabay









Mittwoch, 29. Mai 2013

Meine Romane und ich

Manchmal kann ich es ja immer noch nicht fassen, dass ich fünf (!) Romane veröffentlicht habe - und dabei noch gar nicht so alt bin... Im Allgemeinen bin ich nicht wirklich diszipliniert, und vieles, was ich mit Enthusiasmus anfange, versandet häufig so schnell, wie ich dafür entflamme (tatsächlich habe ich nie damit gerechnet, dieses Blog regelmäßig bis jetzt zu führen). Hinzu kommt meine perfektionistische Ader: bleibe ich bei einer Sache, muss sie in meinen Augen einwandfrei sein, sonst bin ich nicht zufrieden. Recherche ist selbstverständlich, aber auch Emotionen, Drama und vor allem Originalität sind mir wichtig in meinen Romanen.

Hier stelle ich sie noch einmal einzeln in chronologischer Reihenfolge vor, mit der jeweiligen Kurzbeschreibung bzw. dem Klappentext:





Das Bildnis des Grafen

England, Winter 1917
Der französische Psychologe Gaspard Renoir wird vom Earl of Whitehurst nach Yorkshire beordert, um dessen kriegsgeschädigten Neffen Valentine zu kurieren. Im Park des Herrenhauses trifft der Arzt Mallord Grimby, der Renoir und seinem Patienten den Aufenthalt in einem verwaisten Schloss anbietet, in dem Mallord früher beschäftigt war. Der Schlossherr Carrick Escaray verschwand auf rätselhafte Weise. Genauso rätselhaft erscheinen das Schloss selbst, Mallord und seine Umwelt. Als Renoir beginnt, über Escaray Hall und seine früheren Bewohner Nachforschungen anzustellen, stößt er im Dorf auf heftige Ablehnung und Unverständnis. Ein Geheimnis umweht die Escarays, das offenbar eines bleiben soll. Auch der Landarzt Elwyn Hazelgrove – einst Ziehvater des jungen Carrick – scheint mehr zu wissen, als er preisgibt. Nach und nach entwirrt Renoir mit Hilfe seines jungen Patienten das Geflecht zwischen den beiden seit Generationen verfeindeten Familien Whitehurst und Escaray.
Seiten: 502

Vom Ernst des Lebens

London, 1958
Der lebenslustige Miles Mayhew bedrängt seinen ehemaligen Oxford-Kommilitonen Rupert Grayson in einer Spontanaktion, für unbestimmte Zeit gemeinsam nach Paris zu reisen. Rupert, der sich lieber hinter Büchern vergräbt und Kontakte scheut, hält zwar wenig davon, kann jedoch nicht ablehnen. Miles scheint vor etwas zu fliehen, denn er checkt im Pariser Hotel unter falschem Namen ein und gibt Rupert als seinen Bruder aus. Dieser macht sich seine eigenen Gedanken über Miles’ Flucht aus England, da Miles nicht darüber reden möchte und sich recht geheimnisvoll gibt. Nach und nach vertieft sich ihre Freundschaft; Miles hilft Rupert, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, während Rupert auf seine zurückhaltende Art dem Freund Dinge aus dessen Vergangenheit entlockt, die Miles lieber verschwiegen hätte…
Seiten: 200

Fairlight 

Mittelengland, Herbst 1916
Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust. Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen.
Seiten: 400

Furchtlos zum Himmel

England, 1923
Der Bergsteiger Gareth Preston begibt sich mit einem Expeditionstrupp erfahrener Alpinisten nach Tibet, um als Erster den höchsten Berg der Welt zu besteigen. Auf der abenteuerlichen Reise über den Ozean und durch Indien lernt er den blutjungen Neuling im Team kennen und schätzen, sehr zum Missfallen der übrigen Expeditionsteilnehmer. Die Anziehungskraft ist gegenseitig, und Gareth nimmt Timothy Milford unter seine Fittiche. Eine Entscheidung, die nicht ohne Folgen bleibt....
Seiten: 582

Ausnahmsweise doppelgleisig

München, 2000
Die Ehe des erfolgreichen Unfallchirurgen Branko Schuster steht auf der Kippe; er und seine Frau Annika leben getrennt voneinander, da er jahrelang ein Verhältnis mit der wesentlich jüngeren Krankenschwester Carolin Cremer hatte. Auf der Beerdigung seiner dreiundachtzigjährigen Mutter sieht er einen Mann bei Annika und der gemeinsamen Tochter Jana stehen, von dem er annimmt, es sei Annikas neuer Lebensgefährte. Doch der Fremde folgt ihm, stellt sich als Seraphin Engel vor und scheint ein wenig wunderlich zu sein. Er redet von einer Aufgabe, die mit Branko zu tun hat und lässt sich durch nichts vertreiben. Branko nimmt ihn vorläufig bei sich auf, weiht jedoch am nächsten Morgen seinen Vorgesetzten Dr. Wolf-Horvath ein, der die psychiatrische Abteilung leitet. Allerdings gibt es keinen Insassen dieses Namens, auch in der näheren Umgebung nicht. Branko nimmt den Fremden wieder mit nach Hause, der sich erstaunlich anhänglich und hilfsbereit zeigt. Er hilft Branko, seinen schwierigen Klinikalltag zu meistern und hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Bald erregt Brankos ständiger Begleiter allgemeine Aufmerksamkeit und stellt nicht nur dessen Leben völlig auf den Kopf.
Seiten: 240 




Ich freue mich über Feedback und auch Rezensionen bzw. Meinungen zu meinen Büchern! (O:

Montag, 27. Mai 2013

Wii fit bist du?

Nachdem ich die Wii-Konsole  mit Balanceboard im Verwandtenkreis getestet habe, bin ich nun Besitzer einer eigenen. Etwas für die Fitness zu tun, und das auch noch mit minimalem Aufwand, ist schließlich nie verkehrt. Und ich habe gemerkt, dass ich etwas dafür tun muss - mein tägliches Trampolintraining habe ich in der letzten Zeit nämlich sträflich vernachlässigt. Außerdem ist das Bellicon für die Ausdauer und die Gelenke ganz gut - für die Beweglichkeit und optimale Körperbeherrschung eher weniger.




Der erste Besuch als virtuelles Mii bei meinem persönlichen Trainer war dann auch eher niederschmetternd: mein biologisches Alter lag deutlich über meinem realen, wenngleich der Doktor vor wenigen Jahren ein ziemlich ordentliches festgestellt hat - damals lag es zwölf Jahre darunter. Was ich vor allem meinen Organfunktionen und meinem Bindegewebe zu verdanken hatte und weniger meiner körperlichen und geistigen Fitness.

Nun habe ich mir vorgenommen, täglich mit der Wii zu trainieren, so wie empfohlen mindestens eine halbe Stunde. Ist ja schon ein tolles Gerät, und auch absolut seriös mit großem Spaßfaktor. Allein das zweite Ich - das Mii - zu erstellen, macht Laune. Ich habe ziemlich herumprobiert, bis ich mit mir zufrieden war, aber nicht zu lange - es warten noch so viele andere interessante und witzige Gimmicks in der Konsole. Da ich Anfänger bin, starte ich nicht besonders anspruchsvoll. Die Balancespiele zählen bisher zu meiner bevorzugten Kategorie, und dort vor allem die Kugelspiele und das Pinguin-Picknick, weil ich da auch einen gewissen Erfolg verbuche.

 

Sieger beim schwindelerregenden Hindernisparcours



Schwer tue ich mich erstaunlicherweise mit Yoga. Habe ich bisher unterschätzt. Als Laie dachte ich bisher, man nimmt beim Yoga *einfach* meditative Posen ein und geht "Ohm"-mäßig in sich. Dass Muskeln gedehnt werden, von deren Existenz ich keine Ahnung hatte, ist mir tatsächlich neu. Auch ist es gar nicht einfach, während der Übungen seinen Schwerpunkt zu halten und im Gleichgewicht zu bleiben ohne das Board unter den Füßen zu verlieren. Dranbleiben möchte ich aber auf jeden Fall. Schön finde ich, dass man selbst bei Misserfolgen motiviert wird, es weiter zu versuchen.

Was ich so gar nicht abkann, sind die Rhythmus- und Aerobic-Spiele. Zum Glück ist bei mir weniger die Fettverbrennung nötig als der Muskelaufbau, wofür es noch mal extra Übungen gibt. Die fange ich an, sobald ich im Balancieren ein bisschen sicherer bin.





Freitag, 24. Mai 2013

Rezension "The Adventures of Sherlock Holmes"

 

 
Weil ich gerade so drin bin im Sherlock Holmes-Fieber, kommt hier mein Review zu den Kurzgeschichten, mit denen ich begonnen habe, den literarischen Sherlock kennen zu lernen. Eines muss ich ja trotz aller Genauigkeit und Raffinesse, mit der die neue BBC-Serie entwickelt wurde, kritisch anmerken: Sherlock Holmes ist kein "Soziopath" im engeren Sinn und schon gar kein Asperger-Kandidat, denn gerade in den Kurzgeschichten zeigt er erstaunlich viel Mitgefühl und Verständnis. Irgendwie wurde er da von diversen Regisseuren und Drehbuchautoren um der Dramatik Willen ein wenig missverstanden. Sei's drum. Ich liebe die Figur - trotz ihrer Angeberei und der Besserwisserei. Oft hat er ja tatsächlich recht, der gute Holmes. Umso sympathischer, wenn er mal daneben liegt oder den Fall nach seiner eigenen Vorstellung löst, die nicht ganz frei ist von Objektivität. Und ich bin schon mit Begeisterung am Lesen der ersten chronologischen Geschichte "A Study in Scarlet", in der er und Watson kurzentschlossen eine Wohngemeinschaft gründen...

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Diese Ausgabe besitze ich als Taschenbuch. Gereizt hat mich dabei das Cover und das Vorwort der Macher der BBC-Serie, durch die ich die Romanfigur Sherlock Holmes erst wirklich entdeckt habe. Als Fan der Serie ist es besonders interessant, die Referenzen aufzuspüren, die in der modernen TV-Fassung subtil und der Neuzeit angepasst transferiert werden (für Insider: Five Pips in "The Great Game" und das vegetarische Restaurant in "The Hound of the Baskervilles".
Inhalt: In diesem Buch finden sich 12 Kurzgeschichten um den eigenbrötlerischen Privatdetektiv Sherlock Holmes und seinem Gehilfen Dr. John Watson, die 1891/92 im berühmten "Strand"-Magazine erschienen sind. Teilweise ist Watson in den Geschichten bereits verheiratet, zieht jedoch für die Dauer der Lösung des jeweiligen Verbrechens zu Holmes in die Baker Street, um ihn besser unterstützen zu können. Die Fälle erscheinen auf den ersten Blick häufig banal (Beispiel: Eine junge Frau fragt um Rat, ob sie einen gutbezahlten Job als Gouvernante bei einem merkwürdigen Gentleman annehmen soll), entpuppen sich jedoch meist als perfides Verbrechen und /oder psychologisch gut durchdachte Einblicke in seelische Abgründe, die dem Meisterdetektiv Holmes natürlich nicht verborgen bleiben. Kleinigkeiten sind es, die ihn auf die richtige Fährte führen, und die im aufmerksamen Leser einen nachhaltigen Aha-Effekt auslösen.

Meinung: Hauptsächlich las ich das Buch, weil ich - wie bereits erwähnt - ein Riesenfan der BBC-Serie "Sherlock" bin. Und ich wurde oft überrascht von Arthur Conan Doyle. Mein Augenmerk lag nämlich nicht nur auf den raffiniert aufgebauten Fällen und deren Lösungen, sondern auch auf den darin agierenden Protagonisten, allen voran natürlich Holmes und Dr. Watson. Während letzterer als Erzähler und Beobachter eher im Hintergrund bleibt, fielen mir besonders die vielen Facetten des in Verfilmungen / Serien eher kühl oder egozentrisch dargestellten Holmes positiv auf. Er lacht gerne, kann kindisch sein, hat Spaß an Verkleidungen und ist ein Mann von außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen. Besonders weibliche Klienten behandelt er zuvorkommend und verständnisvoll. In "Scandal in Bohemia" zollt er der mysteriösen, ihm ebenbürtigen Irene Adler Respekt, indem er sie ehrfürchtig in Zukunft nur "The Woman" nennt, und in "The Adventures of the Copper Beeches" hofft Watson gar auf eine Partie für Sherlock Holmes in Gestalt der forschen Violet Hunter. Allerdings ist es kein Geheimnis, dass Sherlock Holmes Junggeselle bleiben muss - schließlich ist er mit seiner Arbeit verheiratet und hätte für das "Normale" gar keine Zeit.

Die Freundschaft zwischen Holmes und Watson hat einige markante und sogar warmherzige Momente, die mir sehr gut gefallen haben, wie z. B. das gemeinsame Weihnachtsessen in "The Adventure of the Blue Carbuncle". Holmes bezieht Watson wie selbstverständlich in seine Fälle mit ein, und Watson hilft, so gut er kann, auch wenn er sich meist von Sherlock Holmes erklären lassen muss, wie er auf die Lösung des Falles kam.

Fazit:
Die wenige Seiten langen Geschichten sind alle lesenswert (ein wenig gewöhnungsbedürfig ist das heute etwas veraltete Englisch), doch mein Lieblingsfall war "The Adventure of the Speckled Band", das nicht nur gewohnt clever konstruiert war, sondern auch mit Hilfe einer gruseligen Atmosphäre und dem düsteren Setting ein "Baskerville"-ähnliches Feeling heraufbeschwört. Zeitlos und spannend.
 

Bewertung:
👍👍👍👍👍