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Mittwoch, 20. August 2025

Review "Das Kanu des Manitu" von Michael Bully Herbig (2025)

Im Prinzip bin ich kein Fan von Parodien. Auch nicht von denen, bei denen das Original (in dem Fall die Karl May-Filme der 1960er Jahre) unerreichbar ist. Da können sie noch so gut gemacht sein; ich kann einfach nicht darüber lachen. Aber Papa kann's. Vom "Schuh des Manitu" war er total begeistert, als er während eines Männerabends mit Kumpels vor fast fünfundzwanzig Jahren ins Kino ging. Ich habe mir den Film danach auch angeschaut, aber festgestellt, dass der Humor etwas zu derb war für meinen Geschmack. Ich weiß nicht, ob es mehreren weiblichen Zuschauern so geht, doch die Witze gingen mir oft ein bisschen unter die Gürtellinie. Und damit meine ich nicht nur den schwulen Zwillingsbruder Winnitouch. Trotzdem musste ich bei vielen Szenen lachen, vor allem bei denen des Scenestealers Santa Maria (Sky Dumont). Der kam als Ölprinz im Kanu leider etwas zu kurz.

 



Inhalt: Apahachi und Ranger sollen von einer Bande und deren Anführerin (eine endlich passend mürrische Jessica Schwarz) dingfest gemacht werden, um ihnen das Kanu des Manitu zu besorgen, das angeblich unsterblich macht und seinerzeit von Apahachis Vater in einer Höhle im See versteckt wurde. Doch die Aufgabe erweist sich als knifflig: Ranger kann nicht schwimmen, hat eine Tochter, die plötzlich auftaucht und sich in Dimitri (Rick Kavanian), den Mittelmäßigen verliebt, und außerdem befindet sich Apahachi in einer Identitätskrise...

 

 

Warten vor dem proppenvollen Cinedome

 

Meinung: Der erste Teil von 2001 hatte Highlights für mich, die vor allem der starken Leinwandpräsenz des Bösewichts Santa Maria zu verdanken waren ("Jetzt gehen alle noch mal aufs Klo, und dann reiten wir los!"). Und trotzdem fand ich den zweiten Teil besser. Vielleicht, weil Bully ein bisschen gereift ist, ohne auf wirklich alberne Gags zu verzichten. Schon der Geheimjodler am Anfang war ein Knaller. Und ich mochte den Griechen lieber als im "Schuh". Rührend, wie er sich verliebt hat und Rangers Tochter Mary (eine irgendwie süße und tatkräftige Jasmin Schwiers) beim Synchronschwimmen umwirbt. 

Die Aktion im See, namentlich die Bergung des Kanus, und die Landschaftsaufnahmen aus Spanien, den USA und Mexiko waren richtig gelungene Extras, die dem Film internationales Flair verliehen haben. Über den filmischen Aufwand und die originellen Einfälle konnte ich oft nur staunen. Natürlich gab es den einen oder anderen Flachwitz, aber bei weitem nicht so viele wie im ersten Teil, die größtenteils auf männlichen und wenig subtilen Humor zugeschnitten waren. 

Was natürlich auch interessiert: wie löst Bully die Kritik der Woken, die ihm kulturelle Aneignung vorwerfen, indem er in ein *Räusper* "Indianer"-Kostüm steigt (eigentlich traurig, dass es soweit gekommen ist)? Wahrscheinlich meint man, dass den Bully das nicht wirklich schert und er wie gehabt sein Ding durchzieht - provokant und respektlos. Aber er schafft es tatsächlich, am Ende mit chaplinesker Referenz zu überraschen. Nicht mit einem Zwinkern im Auge, sondern mit einer Ernsthaftigkeit, die wohl keiner von Apahachi und seinem Erfinder erwartet hätte. Und Achtung: auch wenn der Abspann unendlich lang geht: danach erfährt man noch ein wichtiges Detail. Also durchsitzen. So wie Ranger und Apahachi.

Fazit: Empfehlenswert. Nicht nur für die große Fangemeinde der Bully-Crew.

 

Bewertung:  🤠🤠🤠🤠 und ein halber 🤠

 

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