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L. Greene, P. Roberts, D. Blocker, M. Landon & all those pretty horses |
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"Hast du dir auch die Hände gewaschen und desinfiziert?" |
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Der schöne Adam. Oder auch der George Clooney der 1860er |
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L. Greene, P. Roberts, D. Blocker, M. Landon & all those pretty horses |
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"Hast du dir auch die Hände gewaschen und desinfiziert?" |
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Der schöne Adam. Oder auch der George Clooney der 1860er |
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Alltagsmenschen?! |
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Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse... |
Einerseits ist es nämlich offenbar Frau Lechners Anliegen, blasse, liebenswerte, leicht übergewichtige ältere Personen in unauffälligen Farben zu zeigen, die aus der Zeit gefallen zu sein scheinen und die Nostalgie "besserer" Tage heraufbeschwören, wogegen ja auch nichts zu sagen ist.
Andererseits wurde mir klar, wie wenig die Betonskulpturen mit der Gegenwart zu tun haben. Nicht einen Rolator oder Rollstuhl habe ich gesehen, keine Schwarzen, keinen "Anderen." Klar, ein Transgender oder Mitglieder aus anderen Randgruppen sind vielleicht dabei; solche, denen man es nicht sofort ansieht. Ist ja Interpretationssache, wie alles in der Kunst. Aber an der Oberfläche sind alle gleich, lächeln buddha-ähnlich vor sich hin und sind mit sich und der Welt zufrieden, kurz: jede Figur strahlt eine fast biedere Heiterkeit aus. Den vielgerühmten Individualismus sucht man vergebens. Und die Stadt jubelt. Alle sind Alltagsmenschen, alle finden sich in den Figuren wieder. Das ist schön und freut mich. Ehrlich.
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Frau Hanel und ich |
Aber wenn wir noch ehrlicher sind, gibt es solche Bilderbuch-"Alltagsmenschen" nur noch wenige oder höchstens in Büchern und Filmen. Oder bis Mitte Oktober in meiner Stadt. Solange sie nicht den Vandalen anheimfallen.
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Alexander Selkirk, das Vorbild für Robinson. Foto: JTMorkis / Pixabay |
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Bild: grebmot / Pixabay |
Angeregt durch eine wirklich schöne Ausgabe von 1984 habe ich beschlossen, einen Klassiker anzufangen, den ich schon lange lesen wollte, bin ich doch großer Südsee-Fan und mag Bücher und Filme zum Thema historische Schiffe. Ich bin nun auf Seite 40 und hin und hergerissen. Einerseits machen mir die Schachtelsätze und das rasante Erzähltempo ein wenig zu schaffen, andererseits finde ich es erstaunlich und lehrreich, wie die Menschen im 17. Jh. gelebt haben und was für Weltanschauungen sie hatten - ganz anders als heute.
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oskripacuk / Pixabay |
Auch was man bereits auf
wenigen Seiten alles erfährt, macht mich staunen. Ich hatte z.B. nicht
gewusst, dass es auch Sklaven unter Weißen gab, die sowohl von Weißen
als auch von Schwarzen "gehalten" wurden, oder dass die schwarzen
Sklaven als wertvoller erachtet wurden und mit Schmuck und Perlen
erkauft, während die weißen meist von Freibeutern gekapert und häufig auf ensprechenden Märkten in Hafenvierteln verschachert wurden.
Robinson
selbst ist bisher kein wirklicher Sympathieträger, im Gegenteil. Er
weidet sich am Todeskampf eines Löwen, den er vom Wasser aus erschießt
und ihm danach - wenn er ihn dummerweise schon nicht braten kann - das Fell abzieht.
Auch seine Ausdrucksweise würde modernen Menschen die Haare zu Berg
stehen lassen. Es ist von Negern und Mohren die Rede (da gab es
offenbar tatsächlich einen Unterschied); etwas, das heute schwer
geahndet wird. Wobei ich finde, dass man es mit der political correctness in einigen Bereichen übertreibt. Ich bin nicht sicher, ob man Klassiker diesbezüglich generell
unverändert lässt oder ob meine Edition doch schon etwas angestaubt ist -
denn nebenbei: was wäre Schillers Mohr ohne seine Schuldigkeit getan zu haben? Mir würde nicht einmal das politisch korrekte Synonym einfallen...
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Valiphotos /Pixabay |
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DesCor / Pixabay |
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Pixabay |
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"Vernünftig ausgeben. Zwei Packungen Klopapier, verstanden?" |
Meinung: Lang lang ist's her, dass dieser Film zu meinen Top-Favoriten zählte, auch wenn er nach wie vor einen ganz eigenen Charme hat und - abgesehen von Mercouri, die mich in ihrer Penetranz wirklich genervt hat - bis in die Nebenrollen der türkischen Polizisten und Geheimagenten grandios besetzt ist. Die Bilder sind toll und atmosphärisch, teilweise erstaunlich historisch und fangen das Flair des Mittelmeerraums in der 1960ern ein. Fast wirken einzelne Szenen von der Bevölkerung und von maroden Häusern wie in einem alten Reisemagazin. Ein bisschen primitiv und angestaubt auch, nicht nur die Bilder, sondern auch die Methoden, mit denen der Geheimdienst seine Pflicht erfüllt. Ich musste schmunzeln, als Arthur vom Geheimdienst angewiesen wird, wie er seine Meldungen betreffs der Tätigkeit der Gangster übermitteln muss: in einer leeren Zigarettenschachtel, die er auf die Straße wirft und die dann von einem VW Käfer aufgesammelt wird. Da würde selbst der junge Connery-Bond den Kopf schütteln, oder? Sei's drum, es war irgendwie nett und garantiert wanzenfrei.
Ein Highlight ist natürlich die Szene des raffinierten Diebstahls, die minutenlang ohne Musik oder Dialog gedreht wurde. Da hält man als Zuschauer unweigerlich den Atem an und bangt mit Julio, der nicht nur aufgrund seiner athletischen Fähigkeiten ausgewählt wurde, sondern dem es zudem noch zum Vorteil gereicht, dass er stumm ist und somit nicht aufschreien kann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Das war schon sehr clever und schweizerisch gedacht von Walter. Überführt werden die sympathischen Ganoven dann doch trotz aller Akribie und Arthurs widerwilliger Hilfe, nämlich von einem Spatz. Und so sagt der Geheimdienstchef Ali Tufkan beim Treffen mit der Bande mit einem süffisanten Grinsen, dass ihm ein kleines Vögelchen etwas gezwitschert hätte. Jetzt wissen wir, wo die Redewendung herkommt... (O;
Fazit und Bewertung: Früher habe ich "Topkapi" geliebt. Oft angeschaut auch, denn die Dialoge kenne ich selbst nach Jahren noch. Aber wenn ich ehrlich bin, hat sich mein Geschmack anscheinend ein wenig geändert, oder es war in der Tat *nur* Herr Schell, der meine Faszination für den Film ausgelöst hat. Kein Zweifel, der Film ist unterhaltsam und zu Unrecht mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Doch die Machart und die markigen Sprüche sind schon sehr speziell und nicht das, was man zeitlos nennen würde. Zumindest für mich schien der Film an einigen Stellen etwas altbacken, was aber auch daran liegen mag, dass es schon ewig her ist, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Trotzdem gebe ich gute
💫💫💫💫
Eigentlich hatte ich diesen Film aus der Kategorie "typische Psychothriller aus den 1990/2000ern" bereits aussortiert, um ihn zum Verkauf anzubieten. Warum, wurde mir jetzt wieder klar.
Inhalt: Die achtjährige Tochter des New Yorker Psychologen Nathan Conrad (irgendwie creepy in der Rolle: Michael Douglas) wird von Sean Bean und Komplizen entführt. Zur Freigabe wollen die Gangster kein Geld in Millionenhöhe, sondern eine Zahl aus dem Kopf von Elizabeth (ein bisschen nervig wie immer, dann aber auch wieder überzeugend: Brittany Murphy), einer jungen Frau, die nach einer scheinbar grundlosen Attacke auf einen Mann in der Psychiatrie sitzt und vor sich hindämmert. Conrad hat acht Stunden Zeit, ihr den Code zu entlocken, sonst wird er seine Tochter Jessie nie wiedersehen. Der Anfang ist schwierig, doch Elizabeth fasst Vertrauen zu Nathan (warum auch immer), und er hat bessere Karten als der Kollege (Oliver Platt), dessen Freundin ebenfalls entführt wurde - weil auch er Kontakt zu Elizabeth hat und sie ursprünglich seine Patientin ist. Im Gegensatz zum Kollegen erweist sich Conrad trotz aller Druckmittel cool und patent. Am Ende gelingt es ihm, den Spieß umzudrehen und in einem Westernmäßig inszenierten Showdown den Kopf der Bande zu überwältigen. Es ist wahrscheinlich kein Megaspoiler, wenn ich an dieser Stelle verrate, dass Sean Bean ein Ende findet, das an Horror kaum zu überbieten ist.
Inhalt: Winnie the Pooh kennt jedes Kind. Weniger bekannt ist die Biografie seines Schöpfers Alan A. Milne (dargestellt von Domhnall Gleeson), der im Ersten Weltkrieg ein Shellschock-Trauma erleidet und seitdem von einer Schreibblockade heimgesucht wird. Nach der Geburt des Sohnes Christopher Robin, den alle Billy Moon nennen, entschließt sich die kleine Familie aufs Land zu ziehen, wo sie das Kindermädchen Olive "Nou" (wunderbar: Kelly MacDonald) engagieren. Sie wird Christophers beste Freundin.
Als Milnes Frau Daphne genug hat von der Untätigkeit ihres Mannes und vorübergehend zurück nach London reist, nähern sich Vater und Sohn allmählich einander an, die bis dahin ein eher distanziertes Verhältnis hatten. Bei Spaziergängen im nahegelegenen Wald erwecken sie Christophers Stofftiere zum Leben und erfinden Geschichten über und mit ihnen. Abends liest Milne seinem Sohn selbstverfasste Gedichte vor und wird gefragt, ob er nicht auch ein Buch für ihn - Billy Moon - schreiben könnte. Fortan werden die Geschichten im Wald in Schrift und Bild mit der Hilfe eines befreundeten Zeichners dokumentiert. Nach der Veröffentlichung wird "Winne the Pooh" ein Bestseller und Christopher Robin eine Art erster Harry Potter, so groß ist der Medienrummel um ihn. Das einzige, was ihm hilft, mit der Situation fertigzuwerden, ist sein Trost, dass er nicht Christopher Robin, sondern Billy Moon ist. Doch bald fühlt er sich überfordert und manipuliert, zumal seine geliebte Nou den Haushalt verlässt, um zu heiraten, nicht ohne zuvor den Eltern die Leviten zu lesen.
Milne schwört reumütig, niemals wieder eine Geschichte über Winnie the Pooh und seinen Sohn zu schreiben, aber der Schaden ist bereits angerichtet. Christopher Robin fühlt sich ungeliebt und unverstanden ohne sein Kindermädchen. Im Internat wird er aufgrund seines Starruhms gemobbt und verspottet. Als er seine Schulbildung beendet, gehen Daphnes schlimmste Befürchtungen und Prophezeiung seit der Geburt des Sohnes in Erfüllung: er meldet sich zum Militär und zieht in den zweiten Weltkrieg. Mit der Nachricht, er sei verschollen und vermutlich gefallen, stürzen die Eltern in Verzweiflung.
Meinung: Zunächst war ich ein bisschen enttäuscht, dass der kleine Christopher Robin (Will Tiltson) nicht wie der in der Disney-Verfilmung aussah. Das war aber bald vergessen, denn er hat süße Grübchen und macht seine Sache wirklich gut. Gemeinsam mit dem ätherisch und fast zerbrechlich wirkenden Domhnall Gleeson dominiert er den Film, wandert mit ihm durch beeindruckend inszenierte Fantasiewelten und nennt seinen Vater (fast hippiemäßig) liebevoll Blu wie seine Mutter Daphne. Er hilft ihm, sein Kriegstrauma zu überwinden, da die Streifzüge durch den Wald häufig ein jähes Ende finden, etwa durch einen Bienenschwarm oder eine freundschaftlich angehauchte Balgerei. Ganz toll fand ich die Szenen, in denen Skizzen und Realbilder geschickt miteinander verwoben werden. Überhaupt, technisch ist der Film erstaunlich und perfekt. Die psychologische Komponente kam mir dennoch und trotz der guten schauspielerischen Leistungen irgendwie zu kurz. Mir schien, als könne man sich nicht richtig entscheiden, ob nun der Vater oder der Sohn im Mittelpunkt steht. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, warum Christopher Robin wirklich so verbittert war, dass er auch später nie Tatiemen aus dem Verkauf des Produkts "Winne the Pooh" angenommen hat und ob der Bär ihm tatsächlich derart die Kindheit ruiniert hat. Für mich sah Milnes Handeln jetzt nicht nach grob fahrlässiger Kindesmisshandlung aus. Allerdings tat mir der Kleine schon leid, etwa bei einem Telefongespräch zwischen dem Vater in den Staaten und Christopher zuhause in England, das ohne dessen Wissen für die Öffentlichkeit aufgezeichnet wurde.
Interessant und für mich neu waren die Hintergrundinfos wie z.B. der Bär zu seinem Namen kam oder dass Pooh schon zu Lebzeiten ein Megastar war und nicht erst von Walt Disney groß rausgebracht wurde. Es ist bis heute das beliebteste Kinderbuch der Welt. Und ich mochte die mir bis dahin unbekannten Schauspieler in ihren Rollen, allen voran Domhnall Gleeson, der mich optisch oft an eine Mischung zwischen Benedict Cumberbatch und David Bowie als Thin White Duke erinnert hat.