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Samstag, 10. Mai 2014

Fazit zu meiner zweiten Leserunde als begleitende Autorin

Ende April fiel der Startschuss für die Leserunde zu "Vom Ernst des Lebens" auf dem Büchertreff. Insgesamt waren wir (anfangs) zu fünft, und ich war guter Dinge, dass die Sache aufgrund der bereits vorhandenen positiven Meinungen rund laufen würde - was vielleicht naiv war.

Nicht dass es schlimm gewesen wäre, im Gegenteil. Aber zu Beginn doch recht durchwachsen. Während die Teilnehmer sich bei meiner erster Autoren-Leserunde zum "Bildnis des Grafen" sehr neugierig und fragewütig zeigten und auch Hintergrundinfos wie die Idee zur Entstehung und die Geschichte zum Coverfoto wissen wollten oder die Atmosphäre des Romans lobten, hatte ich den Eindruck, dass die Protagonisten Miles und Rupert in "Vom Ernst des Lebens" nicht besonders gut ankamen. Man schoss sich ziemlich auf die zwei und ihre markanten und bisweilen etwas überspitzten Eigenschaften ein und ließ dabei alles andere wie Setting, interagierende Charaktere und den Plot ein wenig außen vor. Vielleicht reagiere ich da zu empfindlich und mimosenhaft (Stichwort *Drama Queen* hehe!), aber ich hatte in der ersten Zeit das Gefühl, man mache sich über meinen Roman lustig. Und irgendwie ist das nicht unbedingt ermutigend, wenn es sich dabei nicht um ein absichtlich witziges Buch und obendrein noch das eigene handelt.




Es wurde später allerdings besser, nachdem sich die Teilnehmer an die Charaktere gewöhnt hatten und an die Geschichte, die doch innerhalb 200 Seiten recht überraschende Wendungen nimmt und vielleicht auch mal nicht ganz der Realität entspricht. Vor allem nicht der des Post-Millenniums - darum habe ich die Handlung in die 1950er Jahre gesetzt.

Erstaunlicherweise sind ja viele Leser eher mit ihrer Lektüre zufrieden, wenn die Ereignisse so ihren Lauf nehmen, wie der Leser es erwartet. Das hat mich erst mal verdutzt, denn andererseits wird oft abfällig von "vorhersehbarer" Handlung und ewig gleichen Mustern gesprochen. Bricht man daraus aus, wird man kritisch hinterfragt ("Wie ist das denn möglich?"). Andererseits muss ich aber sagen, dass Überraschungen in der Runde im Allgemeinen wohlwollend aufgenommen wurden, auch wenn ein "Da musste ich erst mal schlucken" und "Ich war baff" die Folge war.

Jedenfalls hatte ich dann doch Spaß daran, meine Leser *logisch* zu verblüffen, und ich glaube, besonders das Ende, in dem Miles mit dem wahren Grund seiner Abreise nach Paris herausrückt, ist ziemlich nicht so, wie man es nach Miles' Verhalten Rupert gegenüber eigentlich erwartet, aber dann doch wieder plausibel.

In "Vom Ernst des Lebens" muss man, wie in allen meinen Romanen, ein bisschen zwischen den Zeilen lesen, sich vor allem Zeit nehmen und aufmerksam sein, um mitzuverfolgen, wie die Handlung sich entwickelt und wie sich Ereignisse und Informationen auf die Figuren auswirken, denn die haben meist einen direkten Bezug zu deren Verhalten. Auf die Charakterisierung meiner Helden und Antihelden lege ich viel Wert, so dass sie trotz aller Extreme, in die sie hin und wieder fallen, glaubwürdig sind und ihrem Wesen im Großen und Ganzen treu bleiben. Eine Verwandlung von der grauen Maus zu Superman innerhalb eines kurzen Romanes fände ich nicht so prickelnd.

Sehr süß war der Wunsch einer Leserin, den Bildband, den Miles und Rupert als "Hobbyfotografen" veröffentlichen, in echt in Händen halten zu dürfen, weil sie ungewöhnliche Aufnahmen wie rivalisierende Kater auf einem Friedhof machen oder kamerabehängt auf den Obelisk steigen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit der Leserunde und den Bewertungen, die besser ausfielen, als ich gedacht hatte. Es wäre schön gewesen, wenn alle Teilnehmer dabei geblieben wären bis zum Schluss, aber wenn jemandem das Buch nicht gefällt, muss ich akzeptieren, dass es abgebrochen wird. Manchmal - ich gebe es zu - geht mir Rupert mit seinen Eskapaden ja auch auf die Nerven. Trotzdem finde ich bei aller mir angeborenen Bescheidenheit, dass es nicht immer nötig ist, Sympathieträger zu erschaffen, um eine originelle und tiefsinnige Story auf die Beine zu stellen. Und das habe ich - mit Verlaub - in "Vom Ernst des Lebens" getan. (O; Da würde ich es sogar wagen, meine Mitleserinnen zu zitieren, die mir versichert haben, dass der Roman sie noch nachhaltig auf gute Art beschäftigt. Und ganz ehrlich: toll mitgemacht haben alle, sogar die spätere Aussteigerin.






Sonntag, 4. Mai 2014

Oh my Gawd! Ein Award winkt!




Völlig überraschend wurde mein Blog von Jay, dem Betreiber von Bücher wie Sterne, für den "Liebster Blog-Award" nominiert. Ich höre zum ersten Mal davon und hoffe, ich mache es richtig, denn es geht darum, in einer Art Kettenbrief-Aktion unbekannte Blogs bekannter zu machen. Man empfiehlt Blogs auf dem eigenen und stellt den Nominierten Fragen. Diese hier hat Jay gestellt, und ich werde mein Bestes geben, sie zu beantworten. Los geht's!


1. Was hat Dich dazu gebracht zu bloggen?
In erster Linie die Idee, Hintergrundinfos und Leseproben meiner eigenen Romane zu veröffentlichen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen bin ich bei Blogger geblieben und sehr zufrieden mit der Benutzerfreundlichkeit. Da ich nicht besonders viel Ehrgeiz habe, bin ich selbst erstaunt über mein Durchhaltevermögen und meine doch recht große Leserschaft. Inzwischen ist Bloggen ein richtiges Hobby geworden. Ich berichte über alles, was ich für Blog-tauglich halte mit dem Schwerpunkt auf Büchern, Filmen und Rezensionen dazu.

2. Welche Bücherreihe magst Du am liebsten und warum?
Obwohl ich kein großer Fan von Reihen bin, mag ich die Monk-Romane von Anne Perry recht gern und auch die Inspector Rutledge-Bände von Charles Todd. Beide Serien spielen in Zeiten, die mich faszinieren (Viktorianische bzw. Edwardianische Epoche).

3. Was ist Dein Lieblingsessen?
Wenn ich nur eines nennen darf: Hühnerfrikassee. Erinnert mich an meine Oma, die ich sehr mochte.

4. Wenn Du in eine fiktive Welt aus einer Deiner Bücher wechseln könntest, in welche würdest Du vielleicht wechseln?
Meine eigenen Romane sind um die Jahrhundertwende angesiedelt, und ich glaube, da würde ich mal gern in einer Zeitmaschine hinreisen. Die Mode damals war toll.

5. Welche Musikrichtung magst Du am liebsten?
Ich mag Pop, Folk und manchmal Klassik, wenn ich in Stimmung bin. Alles zusammen geht gar nicht.

6. Welche berühmte Persönlichkeit (evtl. auch schon verstorben) würdest Du gerne einmal treffen?
Oscar Wilde. Dann wäre ich nie um eine Antwort verlegen, denn die würde bei jedem Statement von Mr. Wilde lauten: "I wish I had said that."

7. Was ist/war Dein Lieblingsfach in der Schule?
Englisch und Deutsch.

8. Welche Jahreszeit gefällt Dir am besten und warum?
Sommer!!!! Mir kann es nie zu heiß sein. Am liebsten hätte ich immer über 30°C, um mit Flipflops und Shorts rumzulaufen.

9. Welche Autorin/welchen Autor hast Du zuletzt getroffen?
Ein Autorentreffen gehört eigentlich nicht so zu meinem Alltag, aber ich kenne die Schriftstellerin Lilo Beil und  die Lyrikerin Marietta Dörtzbach, beides sehr nette und sympathische Damen.


10. Ein Buch, das Dich sehr bewegt hat und das Du empfehlen kannst?
"Zeit der Nähe" von William Maxwell.

11. Taschenbücher, Hardcover oder ebooks?
Mir egal. Hauptsache lesbar. 


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Meine 11 nominierten Blogs sind folgende:



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Hier sind meine Fragen für euch:

  •  1. Was ist deine liebste Kindheitserinnerung?
  •  2. Wenn du ein Autor wärst, welche Geschichte würdest du schreiben (Genre / Handlung) ?
  •  3. Wenn du für einen Tag in eine andere Haut schlüpfen könntest, wen wärst du gerne?
  •  4. Welches Tier kommt deinem Charakter am nächsten und warum?
  •  5. Wo würdest du am liebsten wohnen?
  •  6. Was ist deine Definition von Glück?
  •  7. Welches Buch / welcher Film hat dich nachhaltig beeindruckt?
  •  8. Was möchtest du unbedingt in diesem Leben noch machen?
  •  9. Hund oder Katze?
  • 10. Dracula oder Frankensteins Monster?
  • 11. Worüber bloggst du am liebsten?

Und so funktioniert die Liebster-Award-Aktion:

1. Setze einen Link zu der Person, die Dich nominiert hat auf deinen Blog.
2. Beantworte elf Fragen, die diese Person Dir gestellt hat.
3. Nominiere auch Du elf Blogger mit weniger als 200 Followern.
4. Stelle ihnen ebenfalls elf Fragen.
5. Informiere die Nominierten über die Weitergabe des Liebster Awards.

Samstag, 3. Mai 2014

Es crackelt, poppt und snappt nicht mehr...

Meine Müslischale ist ohne Rice *You have exactly one minute to enjoy your breakfast* Krispies nicht komplett. Eigentlich verbindet mich mit den Kellogg's Frühstücksflocken weit mehr als nur der morgendliche (und gelegentlich auch abendliche) Genuss.

 

 

Ich bin fast süchtig danach, und der Geschmack und die Konsistenz beschwören angenehme Erinnerungen daran, wie ich beim Wandern in den Waliser Alpen stets eine Mini-Schachtel besagter Reisflocken als Proviant dabei und eine super Zeit hatte. Ist doch auch praktisch im Freien: da fliegen die Dinger nicht in den Sofaritzen herum (sie sind auch dort, wenn man manierlich am Tisch isst). Dass sie nicht schmelzen können und nicht mit Schokolade umhüllt sind, werte ich als ebenso vorteilhaft wie den eher neutralen Geschmack. Morgens ist meine Zunge noch nicht an derb Süßes gewöhnt, dafür aber total an Rice Krispies, die sich mild und knackig in meinen Mund schmeicheln und sich zwischen den Zähnen mit Obst und Spucke zu einer unbeschreiblich leckeren Hafer- / Reis- / Nostalgiesymbiose vermengen.

Lange Zeit habe ich darauf verzichtet, weil sie seit einigen Jahren nur noch in ausgewählten Supermärkten zu haben waren, was ich nicht wusste. Als man mir endlich mal steckte, dass sie bei Edeka zum Standardsortiment gehör(t)en und es sie später auch bei Rewe gab, war das für mich der Frühstückshimmel auf Erden.

Leider kann das anscheinend niemand wirklich nachvollziehen: mit Schrecken musste ich neulich feststellen, dass es alle möglichen gleichen Sorten in verschiedenen Formen im Cerealien-Regal gibt, nur meine einzigartigen Rice Krispies nicht mehr, und das sowohl bei Edeka als auch bei Rewe! Wie das? Sind Rice Krispies tatsächlich in deutschen Gaumen aufgrund ihrer geringen Süße so unbeliebt, dass sie hierzulande nicht mehr vertrieben werden? Ich bin verzweifelt, denn allein für mich wird kein Supermarkt erneut Crackle, Pop und Snap vorübergehend Asyl gewähren. Am liebsten würde ich eine "Save Rice Krispies"-Petition starten (bitte melden, wenn ihr mitmachen wollt (O;), aber ich fürchte, da haben bedrohte Tierarten Vorrang.

Wenn ihr einen Tipp habt, wo ich meine geliebten Krispies herbekommen kann ohne gleich ein Vermögen  inklusive Porto auszugeben, schreibt mir. Das ist kein Scherz. Ich bin dankbar für jeden Hinweis, der mich ihnen näher bringt.




Donnerstag, 1. Mai 2014

"Behind the Candelabra" ~ Liberace mit Michael Douglas und Matt Damon (2013)

Mutig, das Leben des Exzentrikers und Entertainers Liberace für Hollywood zu verfilmen - noch mutiger, die Hauptrollen mit zwei großen Stars zu besetzen, die sich lieben, küssen, einander schmeicheln, streiten und ganz hollywoodlike ihre Hängebacken wegoperieren bzw. das wenig ausgeprägte Kinn richten lassen. Steven Soderbergh hatte den Mut und dazu einen tollen Film abgeliefert, der mich trotz meiner Vorbehalte gegen den m. M. nach eigentlich blassen Matt Damon in der Rolle des jungenhaften Liebhabers der alternden Diva Michael Douglas vorzüglich unterhalten hat!




Den Film wollte ich bereits im Kino sehen, habe ihn dort aber nicht erwischt, da er in unserem Dorf höchstens eine Woche als Matineevorstellung lief. Ich sehe Filme mit Michael Douglas ganz gern, weil er - wie er in "Behind the Candelabra" (Originaltitel) wieder eindrücklich bewiesen hat - ein vielseitiger und überzeugender Charakterdarsteller ist. Mit Matt Damon hatte ich erst Probleme. Die Perücke saß nicht richtig (ok, die von Mr. Douglas auch nicht - es wird aber im Drehbuch offensichtlich, dass Liberace ein Haarteil trägt - ein Schock für den neu eingeführten Liebhaber nach fünf Monaten "wilder Ehe"), und ich mag Mr. Damon nicht besonders gern - irgendwie ist er mir zu sehr netter Kerl von nebenan und ein bisschen langweilig. Tom Hanks-Riege eben.

In "Liberace" musste ich mein Urteil über ihn revidieren. Eine bessere Besetzung als die beiden kerligen Kerle hätte man nicht finden können für dieses leise und doch grelle Biopic des Vorgängers von Siegfried und Roy, oder - Parallelen sind nicht beabsichtigt, drängen sich jedoch auf - des Münchner Paradiesvogels und Modezars Rudoph Mooshammer. Auch Liberace lebt mit Hunden in seiner Villa und pflegt ein enges Verhältnis zu seiner greisen Mutter.

Mir gefiel die Geschichte, weil sie ganz ohne Effekthascherei und Spezialeffekte auskommt (sieht man von den Face-Lifting Exzessen und einem kaum wiederzuerkennenden Rob Lowe einmal ab) und sowohl durch die Performances der Schauspieler als auch dem sorgfältigen Setting von den 1970ern in die 80er Jahre authentisch wirkt. Obwohl ich Michael Douglas so einiges zutraue, war ich verblüfft, mit wie viel Energie und Hingabe er den Las Vegas-Pianist Liberace verkörpert, und wie hemmungslos er mit Matt Damon / Scott Thorson flirtet, in dem Liberace seine große Liebe findet. Als hätte er nie etwas anderes getan.

Fazit: Vermutlich hätte man den Künstler, der sich für ein Genie hielt und dem aufgrund seiner Homosexualität der Wunsch nach einer eigenen Familie verwehrt blieb, auch karikieren oder unsympathisch darstellen können - Michael Douglas und der Regisseur verzichten darauf und schaffen somit einen ganz besonderen, atmosphärischen Film, der durch Warmherzigkeit und eine unaufgeregte und urteilsfreie Erzählweise neugierig auf einen heute vergessenen Showstar macht. Mit in der DVD gibt es noch ein 60minütiges Special zu den Dreharbeiten und dem Leben von Liberace. Angucken!

Bewertung: Glanzvolle
👍👍👍👍





Sonntag, 27. April 2014

Hammer, der Horror! ~ Dracula von 1958



Gelegentlich liebe ich Trash. Das manifestiert sich besonders im Anschauen alter B-Movies wie denen aus der Hammer-Produktion der 1950 - 1960er Jahre. Natürlich mit Peter Cushing. Den finde ich großartig - ob als Van Helsing oder Sherlock Holmes oder auch als Mensch, denn er war offensichtlich ein sehr liebenswerter Mann (was man ihm auf den ersten Blick in sein Habichtsgesicht nicht ansieht).

Dieser Dracula-Film von 1958 markiert Christopher Lees erster Auftritt in der Rolle, die ihn berühmt gemacht hat. Ich muss gestehen, ich finde ihn eher ein bisschen gelackt und affig im Vergleich zu seinen blutsaugenden Kollegen Béla Lugosi oder auch Gary Oldman, der sich immerhin noch die Mühe macht, einen osteuropäischen Akzent zu imitieren. Christopher Lee hatte ihn allerdings hier nicht nötig: das Setting ist in einem fiktiven Dörfchen in Deutschland angelegt (ich nehme an, nahe der tschechischen Grenze - das war den Briten wohl noch exotischer als Transsilvanien). Obwohl die Handlung nicht ausschließlich damit nur sehr lose auf dem Roman von Bram Stoker basiert, halte ich diese Version für absolut gelungen und am unterhaltsamsten von allen Dracula-Filmen, die ich gesehen habe.

Das liegt nicht nur an den üppigen Kulissen in grellen Farben, den oft überzogenen Gesten und der beinahe pathetischen Ernsthaftigkeit, mit der die Schauspieler ihre manchmal für heutige Verhältnisse albernen Texte aufsagen oder weil ich Hammer-Filme generell gut finde, da sie eine eigene Atmosphäre haben. Es ist ziemlich mutig, einen Klassiker so auseinanderzupflücken, dass eine absurde Geschichte entsteht, die dennoch Kult-Status erreicht hat. Zu verdanken ist das neben den aufgeführten Faktoren, denke ich, vor allem dem Trio Peter Cushing, Christopher Lee und Michael Gough, Minas Ehemann (Mina ist eigentlich laut Bram Stoker Jonathan Harkers Verlobte, der in dieser Version mit ihrer Schwägerin Lucy verlobt ist - uff, kompliziert!), der jüngeren Zuschauern vielleicht aus Sleepy Hollow ein Begriff ist, wo er einen der starrköpfigen Dorfältesten spielt.

Das Highlight war für mich natürlich Peter Cushing als Van Helsing in seiner umwerfenden Garderobe wie Pelzkragenmantel und rotem Samtrock. Allein seine scharfe, deutliche Theaterstimme und die britische Aura, die ihn selbst an angeblich Deutscher umgibt, wären in meiner Beurteilung schon fünf Sterne wert. Und der Showdown zwischen ihm und dem bösen Grafen ist wirklich zum Gruseln und so herrlich trashig.

Ich mag auch, dass sich dieser Film nicht so furchtbar ernst nimmt im Gegensatz zu Francis Ford Coppolas Version, in der man sich penibel an die Romanvorlage gehalten hat. Und dass Klischees wie der Knoblauch und das Kreuz im Kampf gegen die Untoten immer noch wirksam sind. Wenn es mir auch leid tat um den vornehmen Jonathan Harker, der schon bald nach der Ankunft in Draculas Schloss in den Vampirmodus verfällt und leider nicht mehr (für die sichtbare Welt) gerettet werden kann, sondern unter Van Helsings barmherzigem Pflock und Pfahl zu Asche werden darf.

Es war gestern genau die Art von Unterhaltung, die ich brauchte. Dazu ein Teller voll mit Liebe gekochtem, unblutigem Hühnerfrikasse, und der Abend war perfekt.

Bewertung: 
👍👍👍👍👍




Bildquelle: Pinterest



Montag, 21. April 2014

Walt Disney ~ Das Dschungelbuch (1967)

Zugegeben und Asche auf mein Haupt: als neulich im Privatfernsehen mein Lieblings-Disney lief, habe ich ihn verpasst. Dabei war das so etwas wie ein Großereignis, trendete es doch auf Twitter und allen möglichen anderen Sozialmediaplattformen. Manche der Diskutierenden haben diesen Film zum ersten Mal gesehen - irgendwie eine merkwürdige Vorstellung, wenn einen Baghira, Balu, Mogli, Shir Khan, Kaa und King Louis schon seit seiner Kindheit begleiten (Oh, ich fühle mich alt!).

"Das Dschungelbuch" muss mein erster Besuch ins Kino gewesen sein. Es kam zu irgendeinem Jubiläum neu heraus und wurde in ausgewählten Lichtspielhäusern gezeigt. Ich war so was von geplättet. Schon der Anfang, als der Panther Baghira zu atmosphärischer Musik auf seinem Routinegang durch den indischen Dschungel streift, hat etwas Magisches. Die Bewegungen der Raubkatzen, die typischen Eigenheiten der Figuren, die Zeichnungen und die Wärme, mit der die Geschichte des Findelkindes Mogli erzählt wird, suchen heute m. M. in der Disney-Fabrik ihresgleichen. Man sagt, "Das Dschungelbuch" sei die letzte Produktion gewesen, die Onkel Walt persönlich überwacht hat, und ich meine, das ist zu sehen und zu spüren.

Am liebsten mochte ich als Kind - anders als die meisten - die Großkatzen. Das lag vermutlich daran, dass ich selbst Katzen hatte und extrem beeindruckt war von der Detailgenauigkeit, mit der die Zeichner die Geschmeidigkeit und Eleganz von Panther und Tiger einfingen. Als Shir Khan zum ersten Mal auftaucht und zum Sprung auf das Reh ansetzt, konnte ich wahrscheinlich zwischen Trick und Realität nicht mehr unterscheiden. Ich war dann doch froh, dass es ihm entwischt und nicht wie Bambis Mama ein so traumatisches Ende findet.

Wenn ich mir den Film heute ansehe, dann lache ich über die Schlange Kaa und die vorwitzigen Affen, und groove mit bei "Ich wär' so gern wie du" von dem Affenkönig und dem Boogie-Beat, mit dem Balu ihn von seiner menschlichen Beute abzulenken gedenkt. Dieses Lied ist eines der wenigen, das ich in Deutsch fast besser finde als in der Originalversion. Ich liebe Balu den Bär, weil ich hin und wieder gern so wäre wie er. Auf den ersten Blick scheint er ein Faulpelz und Tunichtgut, aber eigentlich weiß er genau, worauf es ankommt. Wenn er Mogli seine Lebensphilosophie vermittelt, fühle ich mich mehr denn je angesprochen. Wenn's nur so einfach wäre...




Das Dschungelbuch ist für mich Disneys Meisterwerk. Auch wenn sich alle Disney-Filme mit diesem Prädikat schmücken dürfen, so hat es meiner Meinung nach nur und mit Abstand dieser verdient. Kein Vergleich zum "König der Löwen" in dem es zum Großteil pathetisch und düster zugeht und der Humor in Relation zum Dschungelbuch platt wirkt.

Die Charaktere sind liebenswert (selbst die zerrupften Beatles-Geier, die sich für Mogli als Retter in der Not bewähren und der starrköpfige und vergessliche Colonel Hathi)), man fühlt mit Mogli, der im Dschungel bleiben will und dann doch sein wahres Zuhause in der Menschensiedlung findet - zur großen Erleichterung seines Babysitters Baghira. Das Ende, als sich Balu widerwillig mit dem Ausgang der Geschichte arrangiert und sich den verdutzten Panther unter die Pranke klemmt, um mit ihm zum Dschungel zurückzuschlendern, ist für mich eines der schönsten überhaupt - schon der Gedanke daran beschert mit eine Gänsehaut von Kopf bis Fuß.

Fazit: Ein Klassiker und toller Familienfilm mit großen Gefühlen, witzigen Einlagen und liebevollen Zeichnungen. Überwaltigend! Für mich das Beste, was Disney je auf die Beine gestellt hat!

Bewertung: 


                                 👍👍👍👍👍









Samstag, 19. April 2014

Frohe Ostern!

Etwas Schockierendes: An Ostern wird bei uns kein süßes Lämmchen verzehrt oder sonst irgendwie geschlemmt und auch keine Eier gesucht. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt Ostern im traditionellen Sinn gefeiert haben, aber eigentlich vermisse ich es auch nicht. Somit wird mein Ostern *nur* eine kleine Auszeit von der Routine sein. Ich hoffe mal, dass das Wetter noch besser wird, damit ich mich ein bisschen auf den Balkon setzen und mich sonnen kann.




Ein handgemalter Ostergruß will sich doch noch auf mein Blog schleichen - ich dachte schon beim Entstehen daran, dass es sich dabei um nichts anderes als um ein Ei handeln kann, das für die christliche Symbolik der Auferstehung durchaus einen Sinn macht, was ich bis vor kurzem nicht wusste. Das ausgeblasene Ei ist so leer wie Jesu Grab, das die Jünger drei Tage nach seiner Kreuzigung öffneten. Zumindest könnte man es so interpretieren. Warum man die Eier allerdings bemalt und aufhängt, entzieht sich meiner Kenntnis und scheint eher heidnischen Ursprungs zu sein.


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Ich wünsche allen Lesern und Kollegen ein schönes Fest. Vergesst über all dem Suchen und Schlemmen nicht ganz den Grund, warum Ostern gefeiert wird.


Sonntag, 13. April 2014

Rezension "Die Fackeln der Freiheit" von Diana Gabaldon

Eigentlich wollte ich das Buch bereits nach einem Drittel abbrechen. Da ich jedoch weder Ehre noch Prinzipien habe, und auf der anderen Seite wieder doch (immerhin hatte ich die ersten beiden Teile der Lord John-Reihe gelesen, und das mit großem Vergnügen), habe ich mich nun doch durch den ganzen Wust aus Verschwörungen, süßlichen Kleinkindszenen, unfreiwilliger Komik und mysteriösen "..."-Sätzen und -Fragen geackert.




Die Handlung ist schnell erzählt und wenig interessant oder fesselnd: Lord John holt Jamie Fraser aus seinem "Gefängnis" Helwater, einem Gut in Schottland, aus dem er sich als Gefangener nicht entfernen darf. Er genießt dort gewisse Privilegien und ist in der Lage, seinen kleinen unausstehlichen unehelichen Sohn William zu sehen, der das Imperium einmal erben wird. Als Lord John Grey rätselhafte Papiere in die Hände fallen, deren Inhalt auf Gälisch verfasst ist, bittet er Jamie Fraser um Hilfe und um seine Begleitung nach Irland, um eine in der Luft liegende jakobitische Verschwörung aufzudecken. Wenngleich Jamie Fraser durch seine verschollene und in die Zukunft gereiste Frau Claire weiß, dass jede diesbezügliche Anstrengung zum Scheitern verurteilt ist, nimmt er die Aufgabe an. Auf den restlichen 300 von ca. 550 Seiten wird gekämpft, duelliert, dümmlich gereimt, gebetet, unpassend blumige Vergleiche gezogen und vor allem spekuliert mit diesen unsäglichen unvollendeten Sätzen, aus denen kein noch so aufmerksamer Leser schlau wird.

Meine Meinung: Man soll nicht behaupten, ich hätte es nicht versucht - aber ich verstehe nicht, warum man Diana Gabaldon mit diesem Buch über den grünen Klee lobt und es als "Spiegel-Bestseller" in die Literaturannalen eingegangen ist. Selten habe ich mich so gelangweilt, um nicht zu sagen geärgert über einen Roman. Schlechter Stil, ordinäre Wortwahl, zu wenig Gefühl und zu viele Wiederholung wie der galoppierende Reiter im Galopp haben mir die Vorfreude auf den heiß ersehnten dritten Teil gründlich verdorben. Hinzu kommt, dass man die ersten beiden Lord John-Romane ohne Hintergrundwissen zur Highland-Saga mit Jamie Fraser lesen kann - in diesem werden häufig Andeutungen aus letzterer gemacht, was mich als Nicht-Fraser / Randall-Fan völlig irritiert hat. Empfehlen kann ich "Die Fackeln der Freiheit" nicht, obwohl mir immerhin Lord John trotz seines lüsternen Froschgequakes ein wenig sympathischer wurde und auch Jamie Fraser mich gegen Ende nicht mehr so genervt hat wie zu Beginn - wohl, weil ich mich an seine Perfektion gewöhnt hatte und es mir irgendwie gefiel, wenn ein bisschen Gefühl wenigstens gedanklich gezeigt wurde, sobald Lord John seiner ansichtig wurde (der "prachtvolle Hirsch"-Vergleich war allerdings wie das Gequake recht abtörnend).

Irgendwann habe ich mich schließlich gefragt, ob die Übersetzung zumindest eine "Teilschuld" trägt an der miesen Qualität. Formulierungen und Sätze wie "Du hast aber eine großen Schniedel, Onkel John!", "der haarige Arsch" und "Der leise Hauch von Scheiße", der Jamie Fraser endgültig Gewissheit darüber verschafft, dass er seinen Sohn liebt, fand ich absolut überflüssig und fast schon vulgär und ekelhaft.

Fazit: Wahrscheinlich haben Fans von beiden Reihen ihre Freude an einem Wiedersehen zwischen Lord John Grey und Jamie Fraser, die ein Geheimnis im Stall von Helwater verbindet, hinter das ich nicht gekommen bin. Mich selbst hat Frau Gabaldon leider gar nicht überzeugt. Ich weiß nicht, ob ich einen vierten Teil durchstehe - falls es ihn gibt - obwohl ich den schneidigen John Grey immer noch recht gelungen finde. In jedem Fall war ich erleichtert, dass die letzten 30 Seiten aus Danksagungen, Recherchequellen und Informationen bestanden, die mich noch weniger interessierten als der Roman an sich.


Bewertung: 
👍




Samstag, 12. April 2014

Leserunde Nr. 2

Noch zehn Tage bis zum Start meiner zweiten Online-Leserunde - dieses Mal zu "Vom Ernst des Lebens". Ob ich aufgeregt bin? Schon ein bisschen. Vielleicht nicht mehr gar so hibbelig wie bei der ersten, aber es ist doch immer etwas Besonderes, seinen eigenen Roman mit mehreren Leuten zeitnah zu diskutieren.




Ich bin froh, dass mir der Büchertreff diese Möglichkeit gibt - auch wenn es für Indie-Autoren nicht so einfach ist wie für Autoren von großen Verlagen, eine Leserunde zu organisieren, so war zumindest bei der ersten zum "Bildnis des Grafen" der Aufwand durchaus lohnenswert. Ich hatte sehr viel Spaß mit meinen Meisterdetektiven, und es war toll, zu lesen, wie gut ihnen die Geschichte gefallen hat und wie sehr sie mitgefiebert haben. Das wiegt so manch harsche Kritik wieder auf, der sich ein Autor naturgemäß stellen muss. Nicht, dass ich etwas gegen andere Meinungen habe, doch ich finde, wenn man ein Buch schon verreißen muss, sollte die Kritik sachlich und gut begründet sein und vor allem sollte man es zu Ende gelesen haben, ehe man sich zu persönlichen Beleidigungen versteigt.

Was "Vom Ernst des Lebens" betrifft, so bin ich wie beim "Grafen" recht zuversichtlich und zähle auf die Leseerfahrenheit der Teilnehmer und das allgemein hohe Niveau des Forums. Natürlich wird es Kritikpunkte geben, die eine oder andere Verhaltensweise meiner Protagonisten Miles und Rupert hinterfragt werden und / oder ein verständnisloses Kopfschütteln ernten; ehrlich gesagt, geht es mir heute zuweilen so, wenn ich den Roman so durchblättere. Aber das macht eine Diskussion erst aus, und ich werde auch nicht versuchen, das letzte Wort zu behalten oder alles aufzuklären, was evtl. auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar ist. Ruperts neurotische Ader beispielsweise. Er war für mich das krasse Gegenteil zu Miles, der ihn nach Paris "entführt", um ihn scheinbar davon zu überzeugen, dass die Welt mehr zu bieten hat als Bücher, die Routine des Alltags und ein Leben als Literaturprofessor in Cambridge. Rupert allerdings tickt anders als Miles. Er meidet zwischenmenschliche Beziehungen weitgehend, ist zufrieden mit dem, was er hat und fühlt sich am wohlsten, wenn man ihm seine Ruhe lässt. Durch Miles und Paris ändert sich sein Leben, doch er hat Schwierigkeiten, sich in der "neuen" Welt zurechtzufinden, auch wenn ihm Miles' aufmerksame Freundschaft durchaus schmeichelt.

Es gibt ein paar Stellen im Buch, die ich heute vermutlich anders schreiben würde. Ich glaube, ganz so neurotisch würde ich Rupert nicht mehr anlegen, obwohl ich nach wie vor finde, dass er nach seiner Überzeugung verständlich handelt und auch mit den etwas überzogenen Phobien und Macken menschlicher wirkt als Miles. Der wurde von einigen meiner Leser als "zu begabt" beschrieben - er ist eloquent, überraschend, selbstbewusst, spricht fließend Französisch, weiß immer einen Rat und setzt diesen auch unverzüglich in Taten um. Ein strahlender Held ist Miles allerdings mitnichten. Tief im Inneren bewegt ihn eine traumatische Vergangenheit und eine ungewisse Sicht auf die Zukunft, die ihn vielleicht sogar zu einem größeren Zweifler macht als der von ihm gekidnappte Freund.

Ich bin jedenfalls supergespannt auf unsere Runde und hoffe, dass jeder sich gut während der Lektüre unterhält. Nichts anderes will ein Autor mit seinen Geschichten ja erreichen.




Montag, 7. April 2014

Alfred Hitchcock ~ Rebecca (1940)

Dieser Film nach dem Roman von Daphne du Maurier ist wohl mein Lieblings-Hitchcock, wobei ich mich nicht als Kenner des Regisseurs bezeichnen möchte und nicht alle seine Filme gesehen habe. Ich mag die Geschichte. Knifflig, romantisch, überraschend, anrührend und von einer bitteren Wahrheit ist sie, die der neuen Mrs. de Winter (entzückend in ihrer Rolle als täppisches Lämmchen: Joan Fontaine)  bis fast zum Schluss verborgen bleibt.

 


Es geschieht nicht oft, dass ich mit der weiblichen Hauptfigur empfinde; bei "Rebecca" ist das der Fall. Klar, Laurence Olivier (noch jung und erstaunlich attraktiv) kommt anfangs ziemlich chauvimäßig daher, indem er seiner Monte Carlo-Bekanntschaft verbietet, erwachsen zu werden und sie mit einer Nonchalance und Selbstverständlichkeit herumkommandiert, die der emanzipierten Frau von heute die Nackenhaare aufstellen. Und die Tatsache, dass sich das Lämmchen das alles gefallen lässt und sogar noch dankbar für seinen scheinbar oft rüden Ton ist, gibt Verfechterinnen der Gleichberechtigung sicher den Rest.

Trotzdem. Im Lauf des Films wird klar, warum der melancholische Witwer Maxim de Winter so handelt, und warum er sich nach der schillernden, allseits beliebten Rebecca ein unscheinbares Mäuschen angelt. Die jedoch fühlt sich den Anforderungen auf dem mondänen Anwesen Manderley nicht gewachsen, und vor allem nicht der Konfrontation mit der Hauswirtschafterin Mrs. Danvers (grandios und subtil dämonisch: Judith Anderson), die Maxim de Winters verstorbene Ehefrau Rebecca vergöttert hat und es selbst nach deren rätselhaftem Tod noch tut, indem sie der unsicheren Nachfolgerin das Leben auf Manderley zur Hölle macht.

Erst durch eine Nacht, in der ein gekentertes Segelboot gefunden wird (das ironischerweise Je reviens heißt, wie uns die Romanvorlage verrät), gewinnt das scheue Rehlein / die neue Mrs. de Winter Selbstvertrauen und beginnt Maxims Verhalten zu verstehen, das sie bis hierher als Trauer um den Verlust seiner schönen, begehrenswerten ersten Frau gedeutet hat. Er erzählt ihr von Rebecca, wie sie ihn mit ihrer Schönheit geblendet und dann erpresst hat, als er sich scheiden lassen wollte. Zu spät hat er bemerkt, dass Rebecca nicht lieben kann und ihre Ehe zum Scheitern verurteilt war. In seiner neuen Bekanntschaft (Joan Fontaine bleibt namenlos und wird nur als Mrs. de Winter erwähnt) findet er Qualitäten, die Rebecca völlig abhanden gingen: Mitgefühl, Liebe, eine erfrischende Naivität und Ehrlichkeit. Zu dumm, dass er damit nicht früher vor ihr herausrückt, denn die arme Joan kämpft lange gegen die zwar verblichene, aber immer noch allgegenwärtige Rebecca an und fühlt sich in ihrem Schatten minderwertig und langweilig. Darin unterstützt sie die perfide Haushälterin mit allen Mitteln - bis diese sich selbst in ihrem Wahn, Rebeccas Position an der Seite von Maxim zu verteidigen, eine Grube gräbt.

 

Tama66 /Pixabay

 

Ein psychologisch ausgefeilter und atmosphärisch düsterer Klassiker, den man immer gerne anschaut und der von seiner Aktualität auch nach fast 75 Jahren (Oh Schreck - so alt schon!) nichts eingebüßt hat. Vielleicht wirkt er auf viele Rebeccas altbacken, aber für Zuschauer, die den Wert eines guten Herzens kennen und wissen, dass innere Werte mehr zählen als der bloße Schein, erzählt der Film eine berührende und komplexe Geschichte, die durchaus realistisch in Szene gesetzt wurde. Ach und ganz nebenbei: hübscher und graziler als Joan Fontaine konnte Rebecca auch nicht sein.

Und einen Trend gesetzt hat die kleine Schwester von Olivia de Havilland ebenfalls: die saloppe Strickjacke, die sie häufig im Film trägt, darf in keiner Garderobe einer modebewussten Frau fehlen und ist bis heute noch in vielen Ländern als "Rebecca"-Style bekannt.
 

Mein Lieblingsdarsteller war neben "Shere Khan" George Sanders übrigens Jasper der Cockerspaniel.


Bewertung: volle Punktzahl!

  👍👍👍👍👍






Freitag, 4. April 2014

*Luxus-Problem*

Zum besseren Verständnis: Ich hasse diesen Ausdruck. Nicht nur, weil Luxusprobleme eigentlich gar keine Probleme sind, sondern weil es viele Wörter und Ausdrücke gibt, die ich absolut nicht ausstehen kann, da man sie an jeder Ecke hört und sie mittlerweile zu Phrasen und "Wort-Hülsen" verkommen sind (Googlebots könnten davon wahrscheinlich ein Lied singen, wenn sie musikalisch wären). Obendrein klingt es furchtbar angeberisch und überheblich, das Luxusproblem per se.

 

 

Zurück zu *meinem* Luxusproblem: ich bin klein und schmal und schon immer gewesen. Daher finde ich selten etwas zum Anziehen, das mir auf Anhieb steht, weil ich es meist umändern muss, wenn ich es denn unbedingt haben will. Die Kinderabteilung ist leider keine Alternative mehr - irgendwann wirkt man in den knallbunten Sachen nur noch lächerlich. Und da ich vor kurzem eine abschreckende Reportage über H&M und C&A gesehen habe, kann ich dort auch nicht mehr unbeschwert shoppen gehen, abgesehen davon, dass ich schon von Glück sagen kann, wenn es mal Hosen beim Stadteinkauf in Größe 32 gibt und die auch noch passen.

Heute wollte ich mir ein oder zwei T-Shirts kaufen. Ich habe streng genommen nur eines, das Halbärmel hat (also ein T-Shirt im ursprünglichen Sinn ist), und das muss ab und zu eben gewaschen werden. Also war ich in der Stadt, um auf Beutefang zu gehen. Ich weiß, dass Esprit nicht viel fairer wirtschaftet als die oben genannten Konzerne, aber die Klamotten scheinen mir doch ein wenig hochwertiger zu sein, zumindest ist das mein Eindruck (der vermutlich täuscht). Jedenfalls war ich da und habe mich schon sehr gefreut, dass einige T-Shirts in XS auf Lager waren. Super! Und die Auswahl war nicht ohne. Bestimmt finde ich was, dachte ich und habe mich durch das Angebot gewühlt. Tja. Fehlanzeige. Die Größe hat teilweise zwar gestimmt, aber wieso gibt es in diesem Jahr entweder diese scheußlichen Fotodrucke oder total altbacken wirkende T-Shirts, in denen nur noch die Schulterpolster eingenäht gehören, um daraus ein 80er Jahre-Relikt zu machen? Die Foto- und Grafik-T-Shirts sind nicht viel besser. Meist noch trist schwarz-weiß und formlos. Das Zebra ist offenbar ein beliebtes Motiv, gleich nach der schmollenden Lolita, die in verschiedene Segmente eingeteilt wird oder mit wahlweise sinnigen Facebook-Weisheiten oder *rotzfrechen* Sprüchen ("Your look sucks!") und Pailetten bedruckt und bestickt. Wieder lassen die 80er grüßen.

Da würde ich mir lieber meine eigenen Foto-T-Shirts drucken lassen, so wie ich das als Teenager gemacht habe. Die wären mir allerdings heute peinlich. Ich meine, "I believe in Sherlock Holmes"  ist genau so abgenudelt und out wie jedes Fratzenbuch-Zitat.

Na ja. Bleiben mir halt meine handgearbeiteten Tops, meine Blüschen mit lieblichem Blumenmotiv oder die karierten und dezent gestreiften, die ich schon vor fünf Jahren im Second Hand erstanden habe. Die sind immer noch tragbar und zeichnen mich außerdem als Individualisten aus.








Dienstag, 1. April 2014

Auf ein neues: Gratis-Coupon zum Download von "Vom Ernst des Lebens"

Kein Aprilscherz: für genau fünf Tage (1. April - 6. April) biete ich meinen Roman "Vom Ernst des Lebens" erneut als kostenlosen Download an. Auf dem Büchertreff  haben wir demokratisch über drei meiner "handlicheren" Geschichten abgestimmt, welche zur Auswahl für eine virtuelle Leserunde stehen, und die von Miles und Rupert im Paris der 1950er Jahre  hat das Rennen gemacht.


Liebe Büchertreff-Mitglieder und alle, die die erste Aktion im März verpasst haben: hier könnt ihr den

Couponcode 

 84A39FB5C4


kopieren und ihn dann auf www.xinxii.com einlösen, indem ihr ihn beim Ausloggen (zuerst anmelden, sofern nicht bereits geschehen) in das entsprechende Feld einfügt. "Vom Ernst des Lebens" wird dann gratis auf euren PC geladen. 

 



Ein Termin für unsere Leserunde auf dem Büchertreff steht noch nicht fest, aber ich schätze, dass wir uns auf nach Ostern (Ende April / Anfang Mai) einigen können. Das würde auch sehr gut zur Jahreszeit passen, in der das Buch spielt.

Weitere Interessenten sind herzlich willkommen, an der Runde teilzunehmen! Ich bin gespannt darauf, mich mit euch über meinen Roman auszutauschen (und nicht mehr gar so aufgeregt wie bei meiner Leserunden-Premiere vom "Bildnis des Grafen") und würde mich nach dem Beenden der Lektüre besonders über Rezensionen freuen!





Samstag, 29. März 2014

Redlich verdientes Wochenende

Puh! Zwei anstrengende, aber auch erlebnisreiche Tage liegen hinter mir.




Im WIRTHs HAUS fanden gestern und heute Veranstaltungen statt, bei denen ich ein kurzfristig ausgefallenes Teammitglied vertreten habe. Die erste war am Freitagabend eine Lyrik-Lesung der Autorin Marietta Dörtzbach.

Ich bin eigentlich eher für die Raumvorbereitung zuständig, heißt ich achte darauf, dass alles in Ordnung und sauber ist, so wenig wie möglich Staubfussel und Malkleckse auf dem Holzboden des Ateliers kleben, und bei Bedarf und auf Wunsch richte ich kleine Häppchen oder einen meiner berühmt-berüchtigten Ananasigel. Ich bin sozusagen ein Rad im Getriebe, die Fachfrau fürs Grobe und vorläufig vollauf zufrieden damit. Einen ganzen Abend komplett zu organisieren, ist dagegen schon recht verantwortungsvoll. Zum Glück lief alles glatt. Beleuchtung, Deko usw. kamen mit einigen Abstrichen gut an, für das leibliche Wohl war mit Apfelsaft, Bio-Zisch und Salzstangen gesorgt und der Abend selbst war ein richtig tolles Erlebnis für Gedichte- und Lyrikliebhaber, die die ca. 35 Gäste zweifellos waren (Stühle wurden noch etliche mehr hineingetragen als auf dem Foto zu sehen sind).

Es war meine erste Lesung dieser Art, und ich habe es bewundert, wie souverän Marietta ihre doch sehr persönlichen Stücke vorgetragen hat - aus ihrem Notizbuch! Ich fand das echt urig. Und irgendwie auch rührend. Seit dem Teenageralter schreibt sie ihre Gedanken und Gefühle in Versform auf und trotzt damit gelegentlich auch den gut gemeinten Ratschlägen von Literaturprofessoren und - kritikern, die mit der poetischen Umschreibung "Stängelbeinchen" nichts anfangen können (wie prosaisch!).

Eine wirklich bemerkenswerte und sympathische Frau, die Maeggy. Ich werde sie demnächst fragen, ob sie nicht Interesse hätte, ihre Lyrik zu veröffentlichen, denn sie spricht bestimmt vielen aus der Seele.

Kurz nach 22:00 Uhr haben wir dann bereits angefangen, für unser Mal-Seminar am folgenden Tag umzuräumen, damit ich nicht gar so früh aufstehen musste (^^). Das ging von 10:30 Uhr bis spät nachmittags, und ich muss sagen, ich bin jetzt doch ziemlich groggy. Eine gewisse Anspannung ist immer da, auch wenn die Teilnehmer angenehm sind und sichtlich Spaß haben an dem, was man vermittelt. Mir fehlt einfach noch ein bisschen die Routine in dem neuen Konzept, und anfangs ist man froh um jede Unterstützung. Früher habe ich häufig Bastelkurse geleitet, aber das ist schon eine Weile her, und unter uns - wirkliche Freude hatte ich an ihnen nie. Ich bin einfach kein Lehrertyp, und wurde ergo als solcher auch nie wirklich ernst genommen (was evtl. auch auf mein damaliges Alter und mein damit verbundenes Babyface zurückzuführen war).




Unsere Workshops sind daher anders aufgebaut. Es gibt keine negative Bewertung und kein "Mach es so wie ich", sondern jeder malt und zeichnet, wie er kann, entdeckt seinen Stil, darf sich frei bewegen, Kaffeepausen einlegen und sich ungeniert am Imbissbuffet bedienen. Natürlich geben wir Hilfestellung, wenn Fragen zu Maltechniken aufkommen, geben auch Übungen vor, aber es ist völlig okay, wenn die Teilnehmer eigene Ideen verwirklichen, für deren Umsetzung sie zuhause vielleicht nicht die Mittel und den Platz oder die Inspiration haben. Außerdem macht es Spaß, in Gesellschaft zu malen und unmittelbares Feedback zu einem entstehenden Bild zu erhalten.

Ich glaube, ich maße mir nicht zu viel an, wenn ich behaupte, dass unsere *Probanden* glücklich und zufrieden mit ihren ganz eigenen Werken den Heimweg angetreten haben (dass ich bei der Aquarell-Aufgabe im Rahmen des Vorführeffekts ordentlich geschwitzt habe, weiß nur mein Sweater. Hoffe ich.)

Was mich betrifft, so habe ich nach der Aufräumaktion im Atelier erst mal ein wenig Matratzenhorchdienst geschoben.





Pst... wer Bekannte und Freunde zum Tages-Workshop mitbringt, nimmt an diesem zum Einführungspreis von € 50,00 statt € 75,00 teil. Die Freunde ebenfalls.


Dienstag, 25. März 2014

Ich lese (noch): Diana Gabaldon ~ Die Fackeln der Freiheit

"Es kann nur eine geben: Diana Gabaldon ist die Mutter aller Highlander" verkündet die Brigitte großspurig auf der Rückseite von Frau Gabaldons neuestem Werk "Die Fackeln der Freiheit". Und die aller Wälzer, von denen ich mich durch besagten zurzeit quäle. Mit Ach und Krach habe ich es jetzt zum dritten Teil auf Seite 213 geschafft, und es liegen noch - Schockschwerenot! - geschätzte zwei Drittel vor mir.




Grundsätzlich mag ich die Lord John-Romane, seit ich den zweiten und vorigen Band "Die Sünde der Brüder" zum Weihnachtswichteln vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe. Damals hat jeder von Jamie Fraser und Claire geschwärmt, und mit wie viel Leidenschaft, Gefühl und Geschick Frau Gabaldon ihren Protagonisten sinnliches Leben einhaucht. Dass Jamie und Claire mich im Gegensatz zur millionenfachen Fangemeinde völlig kalt lassen, habe ich gemerkt, als ich mir den ersten Teil der Highland-Saga von meiner Tante auslieh. Auch das Fantasy-Element (Claire kann durch die Zeit reisen und betreibt schamlos Bigamie, falls es einige interessiert, die es noch nicht wissen) hatte für mich eher abschreckenden Charakter, wenn auch die Idee zweifellos originell ist.

"Die Sünde der Brüder" aus der Lord John-Reihe hat mich dagegen richtig gepackt. Ich fand John Grey sympathisch, wenn auch nicht besonders pfiffig, und sein Stiefbruder Percy Wainwright, für den der schwule Lord entbrennt, habe ich derart ins Herz geschlossen, dass ich erleichtert war, ihn am Ende des Romans nicht sterben zu sehen bzw. zu lesen.

Umso mehr habe ich mich auf den Folgeroman gefreut. Leider erfüllt er absolut nicht meine Erwartungen bisher. Mag sein, dass ich in den letzten Jahren ein bisschen anspruchsvoller geworden bin, was Stil und geschriebene Wortwahl betrifft. Als Autor hat man ja gewisse Vorlieben und auch Abneigungen, sei es vom Satzbau, Stilmittel, Interpunktion etc. pp.

Und bedauerlicherweise habe ich an "Die Fackeln der Freiheit" so einiges zu mäkeln. Allem voran die unausgegorenen Gedankengänge mit "...?", die ich für schlechtes Schreiben halte, und die in gefühlt jedem zweiten Satz vorkommen. Als müsste man als Leser ahnen, worauf Frau Gabaldon bzw. ihr ach so toller Highlander Jamie Fraser hinauswollen, wenn ein bedeutungsschweres "Konnte es sein, dass...?" oder ein "Spielte sie darauf an, welche Rolle er - nein, dass konnte nicht sein - oder doch...?" in den Raum geworfen wird. Diese Stilblüten, muss ich sagen, nerven mich an der Geschichte am meisten neben der Tatsache, dass man scheinbar die kilometerlange Highland-Saga gelesen haben muss, um die obskure Animosität zwischen Jamie und Lord John zu ergründen. Liegt es letztendlich nur daran, dass Grey Frauenschwarm Jamie bei einer Art Machtspiel ins Bett zerren wollte, einen Korb kassiert und Jamies Männlichkeit empfindlich gedemütigt hat? Wie auch immer, es interessiert mich nicht sonderlich.

Irgendwie gelingt es Frau Gabaldon in diesem behäbigen, zähen Werk sogar, meine Sympathie für Lord John im Keim zu ersticken. Und der betont männliche Jamie ist meiner Meinung nach ein echter Waschlappen. Fällt ständig in Ohnmacht und murmelt pausenlos Beschwörungsgebete für "Sassenach" Claire und ihren gemeinsamen Sohn, die beide durch das Zeittor verschwunden sind ohne Angaben von Gründen (nicht, dass ich die erfahren möchte).

Ehrlich, ich bin enttäuscht und gelangweilt. Auch sprachlich finde ich den Roman unter aller Kanone, und dabei stören mich nicht einmal die vielen Wiederholungen. Es gibt eine *pikante* Szene zwischen Grey und dem breitknochigen, großen, schweren "ur-teutonischen" Deutschen von Namtzen (was für ein Name und was für ein Klischee der Deutschtümelei!), die so peinlich, steril, hölzern und absolut unsexy ist, dass man sich dafür fremdschämen möchte. Kein Wunder, dass Jamie Frasers Ehre verletzt war, wenn es bei Lord John aus Prinzip klinisch wie beim Arzt zugeht. Unter sinnlich verstehe ich etwas anderes.

Von Spannung und Tempo kann bisher ebenfalls nicht die Rede sein. Eigentlich sollte Jamie mit den Grey-Brüdern nach Irland reisen, um dort als Helfer und Dolmetscher eines irisch-gälischen Geheimcodes einen Hochverräter der Krone dingfest zu machen. Ich glaube, im dritten Teil wird jetzt endlich die Reise angetreten. Aber ehrlich gesagt, ist mir das auch schon ziemlich schnurz.

Eine vollständige Rezension wird es zu diesem Roman an dieser Stelle nicht geben, sofern sich meine Meinung nicht noch grundlegend ändert. Dann habe ich das Buch wahrscheinlich abgebrochen... Das bisher Gelesene hat mich jedenfalls nicht überzeugt und entlockt mir nur einen glanzlosen

👍





Freitag, 21. März 2014

Monty Python's Flying Circus

Momentan huldige ich mal wieder meiner Vorliebe für britischen Humor, indem ich meine Monty Python Flying Circus DVD-Box anschaue. Jeden Abend wohldosiert etwa drei bis vier Episoden. Leider bin ich bald durch - allzu lange konnten die sechs damals jungen Herren ihr Niveau nicht halten, was irgendwie auch verständlich ist. Zudem ist es bestimmt nicht leicht, auf Dauer in einer Gruppe extrovertierter Exzentriker zu arbeiten.

 Ich liebe Monty Python, aber besonders ihre Anfänge. Die folgenden Filme wie "Meaning of Life" (1983) oder "The Life of Brian (1979) sind mir teilweise schon zu verwirrend bzw. zu böse, respektlos und satirisch. Das Schöne am Flying Circus (1969 - 1974)  ist die fast schon naive Originalität und die Nostalgie, die in den erstaunlich zeitlosen Sketchen doch zu spüren ist, einschließlich den Cartoons und Collagen des vorzugsweise unsichtbaren Terry Gilliam. Außerdem mag ich die Typen, und zwar jeden einzelnen. Am meisten den schnuckelig-sonnigen Michael Palin (Bildmitte), der später preisgekrönte Reisedokumentationen machte und das Zwei Meter-Aushängeschild der Truppe, den etwas unheimlichen John Cleese (ausnahmsweise lachend und mit Kochmütze).

Beim Schauen fiel mir auf, dass viele deutsche Komiker sich von der Art Humor beeinflussen ließen und ihn sogar recht schamlos abgekupfert haben. Zu nennen wären da Otto Waalkes in seiner Anfangszeit (circa zeitgleich mit den Pythons), Harald Schmidt und Herbert Feuerstein in ihrer Show "Schmidteinander" und sogar Michael "Bully" Herbig. Alles nicht neu, wenn man Monty Python kennt. Trotzdem sind deren Sketche unverwechselbar und haben in ihrem skurrilen Wortwitz und den Sprachschöpfungen selbst den Internet-Jargon geprägt. "Spam" war ursprünglich eine undefinierbare Zutat eines Imbiss-Lokals, die in jedem Gericht serviert wurde. Ohne Spam kam kein Gast davon.





Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, welches mein Lieblingssketch ist, aber "Salad Days" von Sam *Peckinpa* gehört definitiv dazu. Eric Idles indignierter Abschlusskommentar "Pretty strong meat there" war vor Jahren so eine Art geflügeltes Wort bei uns.

Ich mag auch den Matratzenkauf, in dem der frischgebackene Ehemann an den Eigenarten der Verkäufer verzweifelt und die Kollegen an sich selber. Zum Wegschmeißen! Aber genauso toll finde ich Raymond Luxury Yacht spelled Throatwobbler Mangrove, Dennis Moore mit seinen Lupinen oder Ken Air-Cleaner-System, den tumben Boxer.

Gerade das Absurde und Sinnlose daran ist es, was mich zum Lachen bringt. Der Humor hat keine Botschaft, ist manchmal seeeehr anarchistisch und ganz weit entfernt von political correctness. Ich glaube, heute würde kein Fernsehsender eine solche Serie mehr genehmigen, und wäre es nicht Kult, würde man sie im Nachhinein vermutlich zensieren. Wie gerade die "Poofters" häufig ihr Fett wegkriegen, könnte schon als beleidigend und diskriminierend betrachtet werden. Würde Oliver Pocher heute darüber Scherze machen, bekäme er wohl lebenslang. Trotzdem finde ich das ehrlich gesagt ziemlich erfrischend. Man lacht darüber statt sich aufzuregen oder Andersartige mit Samthandschuhen anzufassen, die stattdessen mit einem Augenzwinkern zur Groteske parodiert werden.

Wer ein wenig bewandert ist in englischen Wortspielen und von Monty Python bisher nur gehört, sie aber noch nicht gesehen hat, sollte das mit dem "Flying Circus" unbedingt nachholen. Herumwälzen auf dem Sofa vor Lachen ist garantiert.







Mittwoch, 19. März 2014

Myself proudly presents...

Weil's so spaßig war, meine Zeichnungen zu durchforsten, präsentiere ich hier zum Zweiten etwas von mir. Diesmal eindeutig Frühwerke, die bereits ein gewisses Potential an Phantasie erahnen lassen.



"Pferd" Christine, 3 Jahre


 

Zu diesem Bild, das aus zugeschnittenem gummiertem Buntpapier besteht, gibt es eine Geschichte. Es ist kein Zufall, dass ich das Pferd erstaunlich realistisch wiedergegeben habe (man beachte die kräftige Hinterhand!). Mein Opa und meine große Cousine waren bzw. sind leidenschaftliche Reiter, daher hatte ich früh das Vergnügen, Bekanntschaft mit Jugol und Erbprinz "Bubi" zu schließen. Einen von beiden habe ich hier wohl porträtiert, ich vermute, es ist Jugol, der Marbacher Zuchthengst, mit dem mein Opa gelegentlich der Nachbarschaft seine Aufwartung machte und mich vorne auf den Sattel sitzen ließ. Ich kann noch meine Oma sehen, wie sie aus dem Haus rennt, die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und entrüstet "Vater!" ruft.^^

Das nächste Bild (Fingerfarben) entstand ein Jahr später. Zunächst einmal scheint es sich um einen Boxkampf zwischen Spiderman und dem Alien zu handeln, doch bei näherem Hinsehen erkennt man, dass meine umsichtige Erzieherin (zu meiner Zeit hieß das noch "Kindergärtnerin") die einzelnen Dinge nach meiner Auskunft und Anweisung beschriftet hat (zum Lesen das Bild großklicken). Es zeigt eine Raupe, die auf ein Haus tritt, um eine Leiter (oder zwei) zu benutzen, die an einen Baum gelehnt ist. Ach süß! 


Christine, 4 Jahre


 

Ich nehme stark an, dass ich von der Raupe Nimmersatt inspiriert wurde, die im Kindergarten eines der Bücher war, aus denen uns vorgelesen wurde. Irgendwie bin ich gerade wider Willen gerührt von mir und meiner kindlichen Vorstellungskraft...





Donnerstag, 13. März 2014

Zeichnen mal anders ( Teil II)

Auch wenn ich gerade zu wenig zu gebrauchen bin, so ist es doch wichtig, kreativ zu sein und weiterhin das Köpfchen anzustrengen. Schon allein darum, weil Ende des Monats in unseren Räumlichkeiten erneut ein Malkurs stattfindet. Dazu braucht man natürlich ein Konzept, das ausgearbeitet sein möchte. Nach einigen freien Maltechniken, die manchmal frech gegen die Regeln verstoßen, haben wir uns eine Aufgabe gestellt, die auf den ersten Blick aussieht wie ein Still-Leben abzumalen (die Vorlage sah so lecker aus, dass ich mich am liebsten darüber hergemacht und sie im Rohzustand verschlungen hätte). Das soll es aber genau genommen gar nicht sein.


Die eigentliche Aufgabe wird darin bestehen, sich mit der Farbenvielfalt der Natur zu beschäftigen. Wo könnte man das in unseren Gefilden besser als im Obst- und Gemüsegarten? Und mal ehrlich, sieht das Foto nicht zum Anbeißen aus? Wie fein und frisch der halbierte Brokkoli wirkt, und wie farbenfroh die Palette von Obst und Gemüse in ihrer Gesamtheit! Die kleinen Makel unterstreichen den Frische-Eindruck eher noch, als dass sie ihn - wie im Supermarkt üblich - beeinträchtigen.

Es kam und kommt uns nicht darauf an, die Platte naturgetreu wiederzugeben. Wir wollten den Effekt der Frische und der Appetitlichkeit herausarbeiten. Dabei bin ich nicht einmal bei dem geblieben, was vor meinen Augen lag. Ich liebe Zwiebeln in sämtlichen Variationen, und die roten Gemüsezwiebeln waren mir in meinem Bild nicht genug, darum habe ich sie kurzerhand um eine monströse Frühlingszwiebel oder ein scharfes Wurfgeschoss bereichert. Die alles dominierenden Brokkoli durften freilich nicht fehlen, und eine Chikoreestaude, an der ich mich versucht habe, sieht eher wie eine Albinobanane aus.



Aber ich finde mein Still-Leben super! Und es hat wider Erwarten erstaunlich viel Spaß gemacht, Gemüse und Obst aufs Papier zu bringen ohne den Anspruch, es auf den ersten Blick als solches zu erkennen. Tatsächlich hätte ich mir fast gewünscht, das Motiv noch ein bisschen abstrakter gestaltet oder Brokkoli-Bäume in eine Dáli-mäßige Landschaft gesetzt zu haben, Christine-Style natürlich. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.


Montag, 10. März 2014

Ta-Taa!!! Der Beweis! Die fotogene Entenmama!

"Die kann ja viel behaupten" werdet ihr vielleicht beim Lesen meines letzten Beitrages gedacht haben. Und damit beziehe ich mich nicht auf meine Frühjahrsmüdigkeit, sondern auf die Entenmama, die wie bereits im letzten Jahr meinen Garten besetzt hat, um dort ihre kleinen Entlein auszubrüten. Das braucht übrigens eine ganze Weile - der Nachwuchs (es waren elf letztes Jahr) schlüpft Mitte Mai. Das war zu süß, als sie flink in einer Reihe hinter der Mama zum Fluss gewatschelt sind. Viel zu flink, um ein Foto zu schießen. Ich habe mich damals gewundert, wie schnell die fußeln können. Und warum die Alte sich ausgerechnet vor der Nase des Katers meiner Untermieterin die Brutstätte gebaut hat, genau wie dieses Jahr. Vielleicht will sie ihn provozieren oder seinen verkümmerten Jagdinstinkt wachkitzeln und ihm ergo ihre Überlegenheit demonstrieren?

Jedenfalls ist es mir nun doch gelungen, einen Schnappschuss zu machen.





Ich wollte nicht allzu nahe ran gehen; sie hat ohnehin bereits Menschenluft gewittert und mich und meine Kamera misstrauisch beäugt. Wer kann's ihr verdenken. Ich hoffe nur, dass sie die Session ohne Konsequenzen für mich und die noch flüssigen Kinder abhakt und nicht verschwindet, um ihre Ruhe zu haben. Im Nest liegen nämlich schon drei riesige Eier...

Samstag, 8. März 2014

Frühjahrsmüde?

Während alle Welt den Frauentag feiert, sich über wärmere Temperaturen freut und schon vom Lenz frohlockt, setzt mir heuer die Frühjahrsmüdigkeit extrem zu, obwohl ich ja versuche, mir nichts anmerken zu lassen.

Selbst auf der Couch flüchte ich mich mal eben in Sekundenschlaf - auch an helllichten Tag! Ich versteh das nicht. Normalerweise bin ich nicht wirklich wetterfühlig und blühe bei Sonnenschein auf wie die Bellis und Primeln, die ich gestern im Vorgarten gesetzt habe (im hinteren Teil brütet seit Neuestem die Ente von letztem Jahr, und nein, das ist keine Ausrede dafür, die Gartenarbeit erst mal sein zu lassen. Ich würde ein Beweisfoto liefern, fürchte aber, die werdende Mama mit meiner Kamera zu vergrätzen). 

Werde ich etwa alt? Das wäre keine besonders befriedigende Erklärung für die andauernde Schlappheit. Immerhin gehe ich weiterhin ohne Klagen oder Zipperlein meinen Pflichten und sportlichen Aktivitäten nach, auch wenn mir das zurzeit ein bisschen schwer fällt. An frischer Luft mangelt es ebenfalls nicht. Ich spaziere fast jeden Tag circa 4 km und habe auch schon feste eingemummelt die Hollywoodschaukel eingeweiht. Aber fragt nicht, wie strapaziös der Frühjahrsputz war, während dem mich auf halbem Weg bzw. nach der ersten Etage die Kräfte verlassen haben.


Meist flirtet mein Bett mit mir, und genau so oft erliege ich der Verführung und krabble wohlig seufzend hinein, um dann für einen längeren Zeitraum als geplant unsichtbar und tot für die Welt zu sein. Ich hoffe, dass dieser Zustand nur vorübergehend ist, auch wenn er jetzt schon ganz schön lange anhält. Fehlende Energie und Antriebslosigkeit sind so ziemlich das Ätzendste, was einem kreativen Kopf passieren kann. Abgesehen davon finde ich, dass ich die Blümchen auf dem kleinen Katzengrab gut ausgewählt habe. Also ist noch nicht alles verloren. Es lässt darauf hoffen, dass ich demnächst wieder anspruchsvolleren Aufgaben gewachsen bin und zumindest meinen Frühjahrsputz beenden kann. 




 

Ich nehme übrigens alle Tipps gegen bleierne Müdigkeit im Kommentarbereich gerne entgegen (außer Wechselduschen!).


Freitag, 7. März 2014

Ein Update von Christines Romanen

Mittlerweile sind sieben meiner Geschichten auf dem Buchmarkt sowohl als Printversion als auch als ebook erhältlich. Zeit für ein Sammel-Update, bei dem ich jeden Roman noch einmal im Bild vorstelle. Die 7 ist für mich eine geheime Glückszahl, aber da ich nicht abergläubisch bin oder sonst eine besondere Affinität zu Zahlen habe, sage ich einfach, dass sie mir gefällt und ich schon ein bisschen stolz auf meine Werke bin. Wenn ich bisher mein Pensum erfüllt habe, soll es mir fürs Erste recht sein.

Wie gesagt, handeln die meisten meiner Bücher von männlichen Protagonisten, wobei hin und wieder natürlich auch Frauen ihr Unwesen treiben. In "Das Bildnis des Grafen" heißt meine Neben-Heroine Lillian Grimby und ist die Schwester des Gärtners.

Ein bisschen perfide und französisch gibt sich Gisèle Levant in "Vom Ernst des Lebens", wobei man ihr zugute halten muss, dass sie für ihr Verhalten durchaus Grund hat.

Weniger prägnant, aber dafür sympathisch naiv benimmt sich das Zimmermädchen Nellie in "Fairlight", deren Liebe zu einer der Hauptfiguren auf wenig Resonanz stößt.

In "Furchtlos zum Himmel" steigt keine einzige Frau mit auf den Berg - sportliche Höchstleistungen waren für das weibliche Geschlecht 1923 noch nicht schicklich, wenn man nicht Elly Beinhorn hieß. Dennoch darf ich sagen, dass die damaligen "Kerle" über eine gehörige Portion Romantik verfügten. Und was das Drama angeht, so ist das auch ohne Frau in vielen Passagen deutlich zu spüren.^^




Dafür geht es in "Ausnahmsweise doppelgleisig" für den Engel Seraphin darum, die Ehe von Dr. Branko Schuster und seiner Noch-Angetrauten Annika zu retten. Ob ihm das gelingt, ist fraglich, denn beide Beteiligten erweisen sich als ziemlich harte Brocken in Sachen Versöhnung. Zu allem Überfluss wirft Annika auch noch ein Auge auf den feschen Engel...

"Ein Spiel zu viel", angesiedelt um 1900, handelt von einer Schauspieler-Truppe auf *Urlaub* im Südwesten Englands. Frauen haben in dem Haufen von fünf jungen Egomanen wenig zu sagen. Vielleicht halten sie sie nur für schmückendes Beiwerk, wenn überhaupt. Tatsache ist, dass dieser Roman - gemeinsam mit "Furchtlos zum Himmel" - kaum eine weibliche Komponente hat bis auf die Wirtstochter Hannah, die für den Anführer Irving schwärmt. Aber irgendwie wäre es bei der Vielzahl von Charakteren ohnehin verwirrend geworden, eine *konventionelle* Liebesgeschichte einzubauen.

"Milan" ist der einzige meiner Romane, in dem aus der Perspektive einer Frau erzählt wird. Auch hier bewege ich mich im Theatermilieu, allerdings spielt "Milan" viel später, nämlich Ende der 1970er Jahre. Die stelle ich mir aus einem seltsamen Grund sehr intellektuell und ein wenig traurig vor (vielleicht aufgrund der damaligen politischen Unruhen und Terroraktionen durch die RAF), und ich glaube, dass der Roman den damaligen Zeitgeist ganz gut widerspiegelt. Im Vordergrund steht allerdings die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach sich selbst und dem Bestreben, ihre Ängste zu überwinden, die sie daran hindern, frei zu sein. Und diese Geschichte verliert wohl nie an Aktualität.


Samstag, 1. März 2014

März-Aktion: Gratis Coupon für "Vom Ernst des Lebens" auf Xinxii

In der ersten Märzwoche (1. - 5.) teste ich ein neues Tool der Selfpublisher-Plattform Xinxii und hoffe dabei auf tatkräftige Unterstützung meiner Blogleser, also von euch! (O:

Meinen Roman "Vom Ernst des Lebens" gibt es in diesem Zeitraum durch die Einlösung eines Gratis-Coupons zum Downloaden.




Was müsst ihr tun, um das Angebot nutzen zu können?

Ganz einfach. Kopiert den Code

84A39FB5C4 

mit Copy und Paste, klickt auf www.xinxii.com oder auf mein Xinxii-Widget oben rechts "Autor auf Xinxii" und meldet euch - natürlich kostenlos - dort an, sofern ihr nicht bereits Mitglieder seid. Den Gutschein-Coupon könnt ihr bequem beim Ausloggen einlösen und meinen Roman über Miles und Rupert im Paris der 50er Jahre auf euren PC laden. Sobald ihr auf Xinxii registriert seid, habt ihr außerdem die Möglichkeit, in weitere Ebooks von mir und anderen Indie-Autoren reinzuschnuppern - das Sortiment ist vielfältig und lässt kaum Wünsche offen. Warum nur Bestseller lesen, die jeder schon kennt?

Sehr freuen würde ich mich über eine anschließende Rezension auf Xinxii, eurem Blog und / oder Amazon.