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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ich hyper-aquarelliere!

Im Rahmen der Malkurse, die im November angelaufen sind und abwechselnd als Tages- oder  Wochenseminar in unserem ehemaligen Laden stattfinden, habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt: Das Malen mit Aquarellfarben. Ich dachte bisher immer, dass das nichts für mich ist. Man hat keine oder kaum Kontrolle über den Farbverlauf, kann nichts verbessern und wenig nachträglich bearbeiten, und außerdem haftet in meiner Vorstellung dem Aquarellieren irgendwie etwas Spießiges an - Ölmalerei ist viel cooler. Dachte ich. Daran habe ich mich bisher allerdings nicht gewagt.



Mittlerweile hat sich meine Meinung geändert. Vielleicht ist Aquarellieren und Landschaftsmalerei spießig - aber es macht einen Mordsspaß. In unserem Atelier habe ich ein wenig mit Farben und auch Aquarellstiften experimentiert und war erstaunt, wie schön und ansprechend meine Werke geworden sind, obwohl ich weder viel Zeit in die Bilder investiert habe noch von dem Ehrgeiz beseelt war,  meine Zimmerwände mit eigenem Gekleckse zu behängen.






Ich liebe es eigentlich, ganz lange an einem Bild zu sitzen, eventuell mich auch über Tage hinweg damit zu beschäftigen. Bei der Aquarellmalerei bleibt einem in der Hinsicht dazu in der Regel nicht viel Spielraum, und man muss recht zügig malen, was aber durchaus seinen Reiz hat. Oft sah man die Effekte erst ganz zum Schluss, wenn das Wasser auf dem Papier vollständig getrocknet war.




Und gerade der Überraschungseffekt ist es, der das Malen mit Aquarell für mich so spannend macht. Zuerst wollte ich ja abstrakt gehen, aber es hat sich dann doch herauskristallisiert, dass Pastelltöne und Motivmalen mehr meine Sache sind. Ich könnte gerade ein Bogen nach dem anderen bemalen, so viel Freude habe ich daran. Denn obwohl ich mich momentan auf Landschaften eingeschossen habe, kann ich anderes ja immer noch versuchen und mich überraschen lassen.



Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent, Advent...



Während das diesjährige Chanukka-Fest bereits seit dem 28. November bis zum 5. Dezember gefeiert wird, zündet man die erste Kerze im christlichen Kulturkreis erst heute an.

Dieses Jahr habe ich keinen Adventskalender (*Sniffle*), dafür aber zwei Kränze! (O: Einen fürs Wohnzimmer (siehe Bild, auf dem ein ruhiger Hintergrund angebracht gewesen wäre) und einen runden für den Esstisch (der vielleicht später noch zu Ehren kommt). Beide sind selbstgemacht, und ich finde sie beide total niedlich, auch wenn der kleinere schon einige Jahre auf dem Buckel hat und fast altbacken wirkt. Der abgebildete wurde ein wenig aufpoliert, mit frischen Tannenzweigen, Candy Canes und Patchwork-Anhänger einer lieben Kundin, die jedes Jahr zu Weihnachten eine nette selbstgefertigte Kleinigkeit vorbeibringt.

Heuer haben wir sogar seit Ewigkeiten mal wieder einen Baum... nämlich den, der zu Dekorationszwecken die Jahre zuvor im Laden stand.

Ich bin kein Fan von künstlichen Christbäumen, aber der Umwelt zuliebe drücke ich zu diesem Anlass zwei Augen zu. Außerdem muss ich immer an den armen kleinen Tannenbaum von Hans Christian Andersen denken, sobald Anfang des neuen Jahres die ausgedienten verkrüppelten, nackigen Bäumchen die Gehwege versperren. Da ist mir ein langlebiger doch lieber, den man bei Bedarf einfach im Keller oder Speicher verstauen kann.



Samstag, 30. November 2013

Die Nachwirkungen des Auffahrunfalls am 27. November

Einen Tag nach dem Unfall sollten wir uns am Morgen auf dem Revier zur Zeugenvernahme melden und außerdem festmachen, ob wir Anspruch auf Schmerzensgeld erheben. Letzteres haben wir nicht getan, auch wenn das viele nicht verstehen.

Ich bin mehr als froh, dass der Unfall für uns relativ glimpflich ausging und möchte ihn eigentlich auch schnell vergessen. Das wäre durch elend lange Behördengänge nicht möglich.

  Leider fand ich bisher weder eine Meldung in der Lokalzeitung noch im Internet. Es würde mich schon interessieren, wie hoch der Sachschaden war, denn der ist sicherlich keine Lappalie. Viel wichtiger ist mir jedoch, dass es dem Fahrer, der mich versehentlich auf die Motorhaube nahm, nach einem erlittenen Schleudertrauma wieder besser geht, wie uns der Polizist auf dem Revier versichert hat. Er sagte außerdem, dass es nach den bereits protokollierten Zeugenaussagen erstaunlich sei, wie wenig uns passiert ist. Hätte ich langsamer reagiert oder wäre nur einen halben Meter weiter vorn gewesen, hätte es aus sein können mit mir.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich kaum erinnern kann, wie ich reagiert habe, außer dass ich die Hände in Richtung Motorhaube ausgestreckt und mich (wahrscheinlich) so kräftig und intuitiv abgestoßen habe, dass ich seitlich nach hinten auf die Straße fiel, weg vom Auto. Das wurde von dem Kleinbus nach dem Aufprall ungefähr noch zehn Meter weiter geschubst und kam erst dann zum Stillstand. Nicht auszudenken, wenn es mich mitgeschleift hätte...

Mein linker Ellenbogen bzw. meine Pobacke zieren phthaloblaue Flecken, aber das ist tatsächlich alles, womit ich angeben Schmerzensgeld verlangen könnte. Ich kann sogar bereits auf meiner Wii Konsole sporteln und Schwimmen gehen.
 

Klar, manchmal zieht es ein bisschen im unteren Rücken, wenn ich mich ungeschickt bzw. abrupt bewege oder lange gelegen habe, aber hey, das vergeht. Ich bin ja selber platt, dass ich ohne Knochenbrüche und / oder innere Verletzungen aus der Geschichte rausgekommen bin. Neben meiner Reaktionsschnelligkeit und einem scheinbar hollywoodreifen Abgang aus der Gefahrenzone hat mich nämlich - so einfältig das klingt - tatsächlich eine höhere Macht vor Ärgerem bewahrt, so dass ich wenig Körperkontakt mit dem außer Kontrolle geratenen Auto hatte. Mir wurde schon ein wenig flau, als mir durch die Worte des Polizeibeamten bewusst wurde, wie knapp ich einer wirklich ernsten Gefahr entronnen bin, und das ohne größere Anstrengung - jedenfalls habe ich es in dem Moment der Angst so empfunden. Es gibt ja diesen Spruch "Über sich selbst hinauswachsen", und ich glaube, das habe ich mithilfe der Engel um mich herum auch getan. Man hat mir praktisch Flügel verliehen, und das war garantiert kein nach Bullenpisse schmeckender Powerdrink.

Schwieriger gestaltet sich jetzt das Unterwegs-Sein als Fußgänger. Am liebsten würde ich jedem Autofahrer, der anhält, um mich die Straße überqueren zu lassen, vorbeiwinken und erst dann gehen, wenn weit und breit kein fahrbarer Untersatz mehr zu sehen ist.

Ein bisschen verliert man das Vertrauen in die Konzentration der Autofahrer, wenn man in einen solchen Unfall verwickelt war. Nicht, dass ich traumatisiert wäre, aber ich bin doch aufmerksamer und vorsichtiger im Straßenverkehr.





Mittwoch, 27. November 2013

Von einer Armee Schutzengel umgeben...

... war ich heute. Ich kann selbst noch nicht richtig glauben, was mir vor wenigen Stunden erst passiert ist und vor allem, dass ich und meine Begleitung nicht mehr als ein paar blaue Flecke davongetragen haben.




Auf unserem Spaziergang gingen wir über eine Ampel, und ein Autofahrer hält, um uns passieren zu lassen. Ich denke erst (komischerweise) ob wir ihn vorbeifahren lassen sollen, doch er hält, weil wir als Fußgänger Grün haben. Ich lächle ihm zu und will gerade die Hand heben und mich bedanken, als ich merke, dass das Auto einen Satz nach vorne macht - direkt auf uns zu.

Ihr könnt euch kaum vorstellen, an wie viele Dinge gleichzeitig ich da gedacht habe. Erst mal: "Warum fährt er wieder, wenn wir die Straße noch nicht überquert haben?" Dann: "Wo ist meine Begleitung (die ich, wie mich selbst, schreien höre)?" Und ich sehe das Licht des Autos unmittelbar vor mir und strecke die Hände aus, während mir durch die Wucht des Aufpralls die Mütze vom Kopf fliegt. Und dann geht alles so schnell, dass mir irgendwie die Worte fehlen. Ich werde angefahren, falle hin und denke noch "Nur weg vom Wagen."

Auf der Straße liege ich nur kurz und rapple mich wieder auf. Nichts tut weh, alles lässt sich bewegen. Ich habe nicht einmal wirklich Schmerzen gespürt, als ich gefallen bin. Meine Begleitung nimmt mich in den Arm, und ich versichere, dass ich ok bin. Der Fahrer des Wagens steigt aus und will den Notarzt rufen, ebenso wie eine Zeugin, die ihre Adresse für eine eventuelle polizeiliche Befragung notiert. Ich bin kein bisschen benommen, stehe auch nicht unter Schock und sage, dass ich keinen Krankenwagen brauche. Überall auf der Straße liegen Scherben.

Als die benachrichtigte Polizei eintrifft, wird das Bild klarer: ein Kleinbus ist auf den PKW aufgefahren. Der Fahrer des PKWs klagt über Nackenschmerzen. Sein Heckfenster ist völlig kaputt, und beide involvierte Wagen sehen ziemlich schlimm aus.

Der Polizist nimmt unsere Personalien auf und bittet uns, morgen nochmal für den Bericht aufs Polizeirevier zu kommen, falls wir uns doch verletzt hätten. Mein Tokus tut im Nachhinein ein bisschen weh und mein Ellenbogen ist aufgeschürft, aber soweit sind wir beide in Ordnung. Meine Begleitung, die rechtzeitig ausweichen konnte, meinte, ich sei wie ein Stuntman gefallen. Muss wohl so gewesen sein.

Ich brauche jetzt erst mal Zeit und Pause, das alles zu rekapitulieren. Merkwürdig, wie surreal eine solche Situation ist. Und komisch auch, dass wir uns kurz zuvor darüber unterhalten haben, wie dankbar man für jeden Tag sein darf.

Das ist *mein* Schutzengel-Erlebnis.


Bildquelle: Pinterest


Sonntag, 24. November 2013

Gute Laune Macher ~ Spongebob Schwammkopf

An sich mag ich Zeichentrickfilme nicht mehr so sehr. Besonders die neuen, in denen die Hauptarbeit der Computer macht und man oft nicht sicher ist, ob die Figuren real oder animiert sind, stoßen auf wenig Anklang. "Avatar" mag noch so toll sein von der Story her - ich finde die Grafik einfach irgendwie bescheiden und austauschbar. Auch Disney ist nicht mehr das, was er mal war. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich kein Fan mehr bin und die Geschichten über die Jahre meiner Meinung nach schwächer und klischeemäßig wurden - ich finde, wenn es schon Zeichentrickfilme sein müssen, sollte man sie auch als solche erkennen. 

 

AngieJohnston / Pixabay


Eine rühmliche und erwähnenswerte Ausnahme ist für mich "Spongebob Schwammkopf". Als ich die Serie zum ersten Mal sah, war ich fasziniert und nicht selten gerührt. Nicht nur von den liebenswerten Charakteren und den lebensnahen Geschichten, sondern auch vom Konzept, das animierte mit realen Szenen vermischt (etwa dass Spongebob zu einem hundsgewöhnlichen Haushaltsschwamm mutiert, sobald er die sichere Unterwasserwelt von Bikini Bottom verlässt). Das war überraschend, originell und auch charmant frech. In Erinnerung ist mir auch noch der Mann im Gorillakostüm, der Patrick Star und Spongebob von einer Bildschirmseite zur nächsten jagt. Auf so etwas muss man erst mal kommen, und ich glaube, die Macher haben einen schrägen und zugleich etwas schwarzen Humor, der bei kleinen und großen Zuschauern einen Nerv trifft.


Vielleicht können Erwachsene in den Geschichten um Spongebob Schwammkopf, Patrick Star, Thaddäus Tentakel und Mr. Krabs sogar mehr Tiefsinn erkennen als das ursprüngliche Publikum ab 0 Jahren. Der Erfolg der Serie gründet sich gewiss nicht nur auf technische Finessen und witzige, oft absurde Episoden, die teilweise überdreht wirken. Was mir an "Spongebob" so sehr gefällt, ist die Vielseitigkeit der Figuren und vor allem Spongebobs unerschütterlicher Optimismus, seinen Eifer und seine Art, wie er mit den anderen Meeresbewohnern umgeht. In keinem von ihnen vermutet er Schlechtes und betrachtet jeden als Freund - nicht einmal der miesepetrige, eitle Tintenfisch Thaddäus ist vor seinen Avancen sicher. Manchmal setzt er sich mit seiner naiven Grundhaltung ordentlich in die Nesseln, aber am Ende ist er der lachende Gewinner, ohne andere verspottet zu haben oder ihnen das Leben schwer zu machen.

Seinem sonnigen und einfältigen Naturell gemäß ist sein bester Freund Patrick Star, der jeden Spaß von Spongebob mitmacht und nur selten aus der rosa Haut fährt - etwa wenn Spongebobs versprochenes Valentinsgeschenk nicht rechtzeitig ankommt. Dass der arme Thaddäus von den beiden dauergestresst ist, kann man ihm nicht einmal verübeln, hält er sich doch für ein verkanntes Künstlergenie, das von den kichernden Nachbarn nicht gewürdigt wird.

Sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der Spongebob nicht kennt: *Hier* gibt es einen Artikel zur Serie, den ich auf Pagewizz im Rahmen eines Wettbewerbs verfasst habe (er kam nur auf den vierten Platz, aber wie Spongebob sagen würde: Hauptsache, wir sind dabei gewesen.^^).









Mittwoch, 20. November 2013

*Glücks-Bringer*

Die Themenwoche der ARD bietet mir heute meinen Aufhänger zum Beitrag. Was ist eigentlich Glück, und wann sind wir bzw. bin ich besonders glücklich?

Abgesehen vom Offensichtlichen (Liebe, Familie, Gesundheit, Kreativität, Freude, Spaß und Erfolg haben, gutes Essen auf dem Tisch...) sind das bestimmte Erinnerungen, die entweder ein vertrauter, angenehmer Geruch hervorruft oder ein Lied zu einer denkwürdigen Gelegenheit, das Streicheln und Schnurren einer Katze, das Betrachten von Fotos, und auch Musik und Filme. Besitz eher weniger.





Läuft seltenerweise z. B. gerade "His Latest Flame" im Radio, fangen meine Füße zu zucken an. Obwohl der Text ein schwerer Schlag ist für den armen Elvis, springen meine Endorphine auf und ab wie wild und manchmal bin ich so ergriffen von seiner Stimme, dass ich kaum Luft bekomme.^^ Ich finde, dieser Song ist das Beste, was der King je abgeliefert hat, und das will für einen Fan wie mich eine Menge heißen.

Sehnsüchte und Glücksgefühle weckt "Bora Bora" von Tony Marshall. Wie er das Flair der Insel eingefangen hat, finde ich überhaupt nicht kitschig oder schwülstig, sondern einfach nur zum Heulen schön. Wahrscheinlich will ich deswegen auch irgendwann mal dort hin (und bin dann enttäuscht, dass ich mir den Strand nicht zum Zimmer nehmen kann). Schlager sind an sich nicht so mein Ding, aber dieser trifft mitten in mein mitunter extrem sentimentales Herzchen.

Dann wären da noch eindeutige *Glücksmacher* von meinen Lieblingsinterpreten Chris Issak und Buddy Holly - sicher bin ich nicht die Einzige, die bei "Dancin'" verschwenderisch Hormone ausschüttet - glücklicher Natur, versteht sich. Dazu trägt auch der hypnotische Rhythmus bei. Man kann sich fast in eine Art Trance tanzen.

Ein Zufall ist es wahrscheinlich nicht, dass an Chris Isaak auch ein echt guter Elvis-Imitator verloren gegangen ist.




Wissenschaftlich erwiesen ist übrigens, dass das Hauptthema von "Pirates of the Caribbean" die meisten Zuhörer glücklich macht. Es spielt scheinbar nicht einmal eine Rolle, ob sie die Filmtrilogie (für mich immer drei Teile - der vierte zählt nicht!) mit dem täppischen Capt'n Sparrow gesehen haben oder nicht. Irgendeine geheime Zutat hat die Melodie, die jeden zum Grinsen bringt. Da hat der Komponist Hans Zimmer sozusagen buchstäblich einen Glückstreffer gelandet. Vielleicht sollte man sich mit "He's a Pirate" als Motivations-Song in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen berieseln lassen.

Gute Filme und Serien gehören ebenfalls zum Glück - jedenfalls zu meinem. Auf die dritte Sherlock-Staffel muss ich ja leider bis Anfang 2014 warten *schnüffi*, und so habe ich neulich beschlossen, meinen Kanada-Export von "Little House on the Prairie" (Unsere kleine Farm) nach Jahren mal wieder anzuschauen. Allein der Gedanke, dass jetzt erst mal für eine Weile was Gescheites im Fernsehen bzw. auf  DVD läuft, macht mich glücklich. Ich liebe die sympathische Pionierfamilie Ingalls, und ich mag die tiefsinnigen Geschichten, die alles andere vorgaukeln als heile Welt, dabei aber immer eine optimistische Grundstimmung vermitteln, ohne ins Moralinsaure abzudriften.

Michael Landon war schon früh so etwas wie ein Vorbild für mich, und wenn ich jetzt im "reifen" Alter das auf mich wirken lasse, was er zu Lebzeiten geschaffen hat, dann muss ich sagen, war er seiner Zeit weit voraus und auf seine Art ein Pionier. Ein philosophischer nämlich - amerikanische Mentalität hin oder her!

Ach ja - natürlich bin ich auch glücklich, wenn ich eine Geschichte zu Ende gebracht habe. Meistens. Es passiert auch, dass ich traurig bin, weil ich meine Figuren und die Zeit, in die ich sie gesetzt habe, nun verlassen muss. Aber das ist eher selten der Fall. Oft überwiegt doch das gute Gefühl, etwas begonnen und beendet zu haben.

Und bevor ich es vergesse, werde ich selbst ein bisschen philosophisch: Glück hat viel mit Dankbarkeit zu tun.










Samstag, 16. November 2013

Das Buch im Buch: Leseprobe "Fairlight"

Im Bücherforum ging es vor kurzem um "Das Buch im Buch." Soll heißen, welches Buch von Protagonisten in einem Roman gelesen oder vom Autor erwähnt wird. Ich fand die Idee so originell, dass ich gleich mal recherchiert habe, ob so etwas in meinen eigenen Romanen auch vorkommt.

Und siehe da, in fast allen meinen Werken wird Bezug auf Klassiker der Literatur genommen. In "Fairlight" spielt sogar ein Gedicht von Robert Browning eine Schlüsselrolle. Ich mag solche auf den ersten Blick unbedeutenden Details, die sich später doch als wichtig erweisen und beim Leser einen Aha-Effekt auslösen.


 


Unter "Weitere Informationen" gibt es die Leseprobe, in der sich Morgan Thorpe als Hobbydetektiv beweist und einiges aus der Vergangenheit der rätselhaften Fairlight-Sippe aufdeckt.

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Mittwoch, 13. November 2013

Walt Disney's Arielle, die Meerjungfrau

Lasst uns über Disney sprechen. Jeder hat einen Lieblingsfilm aus der Zeichentrickfabrik, der ihn als Kind besonders beeindruckt hat und den man auch als Erwachsener immer wieder sehen kann. 
 
 

 
 
 Eins vorweg: Arielle ist es bei mir nicht. Ich liebe das Dschungelbuch wie verrückt, und ich weiß, dass für mich kein besserer Disney mehr kommen kann. In diesem Film stimmt einfach alles bis auf den letzten Quadratzentimeter Gänsehaut am Schluss: Story, Zeichnungen, Figuren und die Musik (die mir in Disney-Filmen nicht selten auf die Nerven geht). Vielleicht poste ich mal einen Extra-Beitrag zu meinem All-Time-Favourite - gestern war "Arielle" dran.

Ich weiß nicht, was viele an dem unglücklich verliebten Meermädchen finden. Ich fand sie komisch, oft verblüffend dilletantisch gezeichnet und ziemlich bockig und einfältig obendrein. In der Hinsicht hat sie famos zu ihrem auserwählten Prinzen Eric gepasst, für den als reales optisches Pendant offenbar Mel Gibson herhalten musste. Selten habe ich zwei in meinen Augen so unsympathische Zeichentrickfiguren erlebt (nichts gegen echte Mr. Gibsons!!!), und aus dem Dritten im Bunde, dem ekelhaft schlabbernden sabbernden Bobtail des Prinzen, hätte ich nicht nur einmal am liebsten Hundegrütze gemacht (nichts gegen echte Hunde!!!).

Gefallen hat mir der Kapellmeister Sebastian. Eigentlich hat er für mich den Film gerettet. Nicht nur, dass er dem undankbaren Job als Arielles Aufpasser mit einem weichen Kern in der harten Schale nachgegangen ist, er hat auch für einige schmissige Nummern gesorgt, die im Ohr bleiben. Besonders "Küss sie doch" und der Schlachtgesang des Kochs oder "Unter dem Meer" sorgen für gute Laune und haben selbst mir ein Grinsen entlockt.





Meine Lieblingsfigur war aber tatsächlich der weise "Daddy" Triton. Er liebt seine aufmüpfige und tolldreiste Tochter über alles und nimmt ihretwegen ein großes Opfer auf sich, indem er den Vertrag mit der Meerhexe (Klasse, die Ursel!) auf seine Kappe nimmt. Das war sehr großherzig von ihm. Auch, dass er Arielle und Eric ihr Glück gönnt, nachdem - wie bei Disney-Filmen halt so üblich - der Showdown (der mich - Zufall? -  an den zweiten Teil von "Pirates of the Caribbean" erinnert hat) ein zuckriges Happy End eingeleitet hat.

In Hans Christian Andersens Märchen  geht die Geschichte weniger glimpflich aus. Trotzdem wird die Seejungfrau für ihre Tapferkeit und ihren Großmut belohnt, als sie selbstlos auf den Prinzen verzichtet. Wenn man sich an die Vorlage erinnert oder sie durch "Arielle" erst kennen lernt, dann würde ich sagen, haben sogar die grottigen Figuren und teilweise zu albernen Szenen im Film ihre Berechtigung...

Außerdem in eigener Sache: Ich wollte als Kind nie Prinzessin, dafür aber eine Meerjungfrau sein. Noch ohne Arielle-Einfluss, Gucci-Täschchen und Wikinger-Prinz.

Fazit: Nette Unterhaltung für die Kleinen, dank Gruselfaktor Ursula in Begleitung Erwachsener empfehlenswert.


Bewertung:
👍👍👍
 







Sonntag, 10. November 2013

Unser Malkurs ~ ein voller Erfolg!

Freitagnachmittag und den ganzen Samstag war ich sehr beschäftigt - mit Zeichnen und Malen. In diesem Posting habe ich von den Vorbereitungen berichtet, die bereits viel Spaß gemacht haben.

Erstaunlich war, dass am vergangenen Freitag, für den wir das Thema Zeichnen geplant hatten, ganz andere Ergebnisse herauskamen als bei der "Generalprobe".



Wir waren insgesamt zu fünft, und alle Teilnehmerinnen waren total nett, pflegeleicht und richtig enthusiastisch. Zwei davon haben jahrelang keinen Stift oder Pinsel mehr zur Hand genommen, und trotzdem oder gerade deshalb war der Kurs für alle äußerst befriedigend (mit Ausnahme von mir, aber nur über eine kurze Durststecke hinweg. Dazu später mehr...).

Für den ersten Tag stand das Vertrautwerden mit Bleistift, Schraffur und grafischen Formen und Linien an. Dazwischen konnte sich jede an unserem "Kaffeetisch" mit Tee, Kaffee, Keksen und Lebkuchen bedienen. Auch Entspannungsübungen wurden gemacht, weil man mit der Zeit eventuell doch ein wenig verkrampft beim konzentrierten Zeichnen. Ich fand jedes einzelne Bild gelungen, selbst meine. Und das, wo ich eigentlich ziemlich selbstkritisch und streng mit mir bin. Das Schöne und Entspannende an diesem Kurs war, dass es nicht darauf ankam, gut zu sein und so zu zeichnen, wie es normalerweise der "Guru" vorgibt, um ein Lob zu erhalten. Interessant, wie verschieden die Handschriften der einzelnen Künstlerinnen waren, und wie man doch erraten konnte, welches Bild zu wem gehörte, weil jedes seine persönliche Note hatte.



Der Samstag stand ganz im Zeichen von Farbe, verschiedenen Techniken und als Abschluss dem Mischen von Gouache an einer großen Wand. Verblüfft hat mich dabei, wie gut ich mit Aquarell zurechtgekommen bin - ich habe das nie gern gemacht, und die drei mehr oder weniger abstrakten Bilder, die ich am Ende fabriziert hatte, waren doch akzeptabel, auch wenn ich merkwürdigerweise immer beim Motiv von Muscheln hängen geblieben bin. Was das wohl über mich aussagt?^^

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das wir gerichtet haben (Salat und Ravioli mit Trüffelfüllung - Mjamm mjamm!), ging es gestärkt an die Abschlussaufgabe: dem Experimentieren mit Palette an aufgestellten Wänden, die als Staffeleien fungierten. Wir durften mit Grautönen (Schwarz und Weiß) und den Grundfarben Gelb, Rot und Blau arbeiten, wobei wir uns zwischen letzteren für zwei entscheiden sollten.

Ich entschied mich für Gelb und Rot. Es war spannend, wie wortwörtlich vielschichtig eine Palette aus vier Farben sein kann. Meine Resultate enthalten weder ein reines Braun noch ein reines Grün, selbst wenn es so aussieht. Alles gemischt!



Das Malen mit den Gouachefarben stellte mich vor eine Herausforderung, als es ans Eingemachte ging: Irgendwie hatte ich mir die Konsistenz gefügiger vorgestellt, und ich war ein bisschen frustriert über die Zähigkeit, mit der ich zu kämpfen hatte. Nach dem fließenden Aquarellmalen war das schon ein ziemlicher Kontrast. Es könnte aber auch an der Art des Papiers gelegen haben, das ich auf die Wand gespannt hatte, oder ich habe zu pastos angefangen. Den übrigen Teilnehmerinnen hat nämlich die Gouachemalerei noch mehr Spaß gemacht als die Aquarelle. Allerdings habe ich mich ebenfalls mit den Farben anfreunden können und nach einer Kaffeepause und einem tiefen Atemzug ging es dann auch gleich viel besser. Der Vorteil von Gouache liegt darin, dass man nach einer kleinen Trockungsdauer das Bild noch verändern kann, wenn es einem nicht so gut gefällt. Man erhielt zudem auch Inspiration beim Umherschlendern und dem Betrachten der anderen entstehenden Kunstwerke.



Gegen Ende hatte jede Teilnehmerin einen tollen, stressfreien Tag verbracht und ungefähr zehn Bilder zum Nach-Hause-Nehmen, von denen wohl einige bald die Wohnzimmerwände verschönern werden. Und wir hatten es in unserem Kurs doch gar nicht darauf angelegt, schöne Bilder zu malen! (O:


Freitag, 8. November 2013

Schmerzlicher Blick in die Vergangenheit



 

In meiner Stadt gab es bis zum Jahr 1938 reges jüdisches Leben. Damals war sie noch kleiner als heute, doch sogar die noch kleineren Nachbarsorte hatten ihre eigenen Synagogen - ein jüdischer Friedhof findet sich ebenfalls nicht weit entfernt, der allerdings nur noch in Bruchstücken bzw. stark verwitterten Grabmälern vorhanden ist.

Demnächst jährt sich wieder die unselige Kristallnacht, die dafür sorgte, dass alles, was die Gemeinden an Kultur und Wissen durch die jüdischen Mitbürger bereicherte, buchstäblich über Nacht verschwand. Nicht nur war das ein düsteres Kapitel unserer jüngsten Geschichte; es hat Deutschland unleugbar ärmer an Vielfalt gemacht. 





 

Ich war auf dem Synagogenplatz, um Fotos zu machen, weil ich es wichtig finde, dass man nie vergisst, welches Verbrechen an der Menschheit hier begangen wurde - blind und taub gegen jede Form von Nächstenliebe, Zivilcourage  und Vernunft. Da ich selbst mich dem Judentum sehr verbunden fühle, war es emotional nicht leicht, mir den Schrecken zu vergegenwärtigen, den die Leute empfunden haben mussten, als sie Zeuge davon wurden, wie ihre Gotteshäuser in Flammen aufgingen. In allen betroffenen Städten stand damals ironischerweise die Feuerwehr einsatzbereit neben den niederbrennenden Synagogen, um das Überspringen des Feuers auf benachbarte *arische* Grundstücke zu verhindern.

Heute stehen auf dem Platz Bürogebäude, ein Friseurgeschäft und heruntergekommene Asylantenwohnblocks. Die Überbleibsel dessen, was ihn über ein Jahrhundert ausgemacht und sich bis vor fünfundsiebzig Jahren wie selbstverständlich ins Stadtbild eingefügt hat, wirkt jetzt beinahe exotisch. Mich hat das sehr nachdenklich und traurig gestimmt.




 

Irgendwie gab es mir Trost, dass die Gedenktafel darauf hinwies, dass sich die Gemeinde mit Beschämung und Trauer an diese Zeit erinnert. Und dass in größeren Städten Synagogen wieder aufgebaut wurden und werden. Schade nur, dass wir wohl nie wieder die Selbstverständlichkeit erreichen, friedlich und ohne Misstrauen und Vorurteile Seite an Seite zu leben.



Montag, 4. November 2013

Der Gewinner in der Kategorie Längster Filmtitel...

... dürfte "Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunter kam" sein, aus dem Jahr 1995 mit dem damals total angesagten linkisch-charmanten Hugh Grant (wer einen längeren kennt, belehre mich bitte im Kommentarbereich eines Besseren).

Ein großartiger Film mit einer herzerwärmenden Botschaft und liebenswerten, schrulligen Charakteren von Morgan der Bock über den kriegsgeschädigten Johnny (ich sage nur *Bomb Shell*) und den wortkargen, aber tatkräftigen und rüstigen Zwillingen Tumber Tom I und Tumber Tom II bis hin zu dem streitlustigen Reverend Jones, der 82 ist, aber von allen auf Mitte Sechzig geschätzt wurde. Und Wahnsinn, wie knackig Mr. Grant mal aussah in Hosenträgern und Knickerbockers!

Die Handlung: Im Jahr 1917 kommen die beiden Engländer George Garrad und Reginald Anson nach Wales, um dort das Land und den Hügel Ffynnon Garw (sprich: Finnengarow) zu vermessen. Um in der Karte eingezeichnet zu werden, muss der Hügel (der eigentlich Garth Hill heißt und somit tatsächlich ein "Hügel" geblieben ist) mindestens tausend Fuß hoch sein. Es fehlen jedoch etwa zwanzig zum Eintrag. Die Waliser - überzeugt davon, dass die "Fremden" sie zum Narren halten - sind in ihrer Ehre und ihrem Stolz gekränkt und beschließen, dass die Schmach so nicht hingenommen werden kann.

Trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten und Unterschiede raufen sie sich zusammen und setzen die Landvermesser mit unlauteren Mitteln fest, um gemeinsam daran zu arbeiten, ihren geliebten Berg höher zu schaufeln, damit er neu vermessen und eingetragen werden kann. Währenddessen kommt der schüchterne Reginald der resoluten Betty näher und überwindet seine Kriegsneurose, die ihn bislang an einer Beziehung gehindert hat.




Meinung: Simpel, die Story, sollte man meinen. Ist sie auch. So simpel, dass sie wieder genial ist. Dazu tragen vor allem die tollen Schauspieler bei und die authentische Atmosphäre, gleich, ob das nun die walisischen Bewohner mit ihren Macken oder das stimmige Setting betrifft. Man hat sofort das Gefühl, in dem ollen Zweitakter der beiden Kartografen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Wales zu reisen.

Sehr nett finde ich auch die Idee, die Geschichte in Rückblenden von dem alten Mann erzählen zu lassen, der seinerzeit als Junge seinen Opa fragte, wo die lange Bezeichnung "Der Engländer der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunter kam" eigentlich ihren Ursprung hat.

Die zarte Liebesgeschichte zwischen der forschen Betty und Reginald hat etwas Rührendes, und man ist froh, dass der vom Krieg traumatisierte Bub jemanden findet, der "auf ihn aufpasst", denn irgendwie scheint Hugh Grant mit jeder Geste und der hilflosen Mimik an mütterliche Instinkte zu appellieren.

Unerwähnt lassen möchte ich nicht die wirklich zauberhaft folkloristisch anmutende, ins Ohr gehende Musik von Stephen Endelman. Sie ist nämlich der fünfte Stern in meiner Bewertung. Na schön, der viereinhalbste.

Fazit: Immer wieder schön und ein Ausnahmefilm für Cineasten, die mehr Wert auf Charaktere und Aussagekraft legen als auf Ka-Boom und überspannte Dramatik. Wer's noch nicht kennt, unbedingt nachholen.


Bewertung: 

👍👍👍👍👍



 
 

Bildquelle: Pinterest

Samstag, 2. November 2013

Pflanze einen Baum!

Ein bisschen neidisch war ich ja schon, als ich erfuhr, dass mein Papa einen Baum in Israel gepflanzt und dafür eine Urkunde bekommen hat. Immerhin sollte man das einmal im Leben getan haben, einen Baum pflanzen. Das wusste schon der alte Luther.

Gerade habe ich auf Hase Hatschis wunderbarem Berlin-Blog gelesen, wie ich ganz ohne Mühe und Schweiß genau das tun kann und obendrein einen Beitrag für die Umwelt leiste.  Ich habe mich für eine elegante Robinie entschieden, weil ich - unter uns - diesen Baum dem Namen nach nicht kannte.

Tolle Sache und auf jeden Fall wert, sie weiterzuverbreiten!

Hier ist der Link dazu: I plant a tree.

Mein Blog hat eine Robinie gepflanzt.


Also, in die Hände gespuckt, Ärmel hochgekrempelt und den virtuellen Spaten gezückt!


Hund oder Katze?

Beides scheint offensichtlich in den wenigsten Fällen zu gehen. Wer treu ergebene Hunde mag, kann mit unabhängigen, selbstbestimmenden Katzen wenig anfangen und umgekehrt genauso. Was mich angeht, so bin ich bekennender Katzen-Liebhaber. Mein ganzes Leben war bestimmt von schmusigen, launischen, charakteristischen Katern, bis vor bald zwei Jahren mein 22 Jahre alter Hosenmann Joschi starb. Obwohl man mich häufig versucht hat (mit verboten knuddeligen Babykittens), bin ich bis dato standhaft geblieben.



Ich schaffe es einfach nicht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ein neuer Kater seinen Platz einnimmt. Klar, es wäre ein ganz anderer, mit Joschi nicht zu vergleichen, und bestimmt würde er mein Herz im Sturm erobern, wie das so Katzenart ist. Aber ich hatte den Joschi so lange, habe ihn so geliebt und so viel mit ihm erlebt, dass es mir nicht leicht fällt, einen neuen Stubentiger ins Haus zu holen. Zumal der im wörtlichen Sinn einer bleiben müsste. Ich wohne mitten in der Stadt, was für kleine Katzen nicht der ideale Spielplatz ist. Meine beiden älteren Kater hatten bereits Erfahrung und waren nach dem Umzug schlau genug, fahrende Autos zu meiden.

Witzigerweise bin ich Hunden allerdings nicht mehr so ganz abgeneigt, seit ich Tigra kenne. Sie ist ein spanisches Windhundmädel und sieht etwa so aus:





Ein guter Freund hat sie vor einem schlimmen Schicksal bewahrt und mit nach Deutschland genommen, wo er sie jetzt verhätschelt und mit Zuneigung und Kartoffelschalen und Keksen überschüttet - sie frisst wirklich alles!

Ich mag sie irgendwie. Sie hat einen rührenden Blick und sieht immer traurig aus, obwohl sie es eindeutig nicht ist. Erstaunlicherweise glaube ich, dass sie mich auch mag. Gestern ist sie von ihrer Decke aufgestanden, als ich das Zimmer betrat und hat mich schwanzwedelnd begrüßt, obwohl wir uns am selben Tag schon gesehen hatten. Ich muss sagen, da war ich teils ein bisschen stolz und teils ein bisschen verwirrt. Denn eigentlich merken Hunde sofort, dass ich ihnen gern aus dem Weg gehe und verbellen mich dafür, besonders die Westies und andere Terrier-Arten...^^

Bildquelle Hund: Compi-Service / Pixabay





Dienstag, 29. Oktober 2013

"Sherlock verliebt" ~ Sena Jeter Naslund

Bisher ist mein selbstauferlegter Lesemarathon ein echter Erfolg. Erstens mal bleibt der Fernseher aus, und zweitens lese ich in Gesellschaft. Nicht das gleiche Buch, aber es ist irgendwie kuschelig und gemütlich zu zweit auf dem Sofa mit einer Kanne Tee und einer wunderbar duftenden Yankee-Candle.




Das erste neu gekaufte Buch, das ich nun schneller fertig gelesen habe als erwartet (weil ich ja ein bisschen aus der Übung bin), ist "Sherlock verliebt". Es war so spannend und originell, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte!

Inhalt: Endlich wird die Fan-Gemeinde des berühmtesten Detektivs aller Zeiten darüber aufgeklärt, was es mit Sherlock Holmes' lebenslanger Reserviertheit gegenüber Frauen auf sich hatte.

Der alte Witwer Watson kehrt nach dem Tod seines Freundes Holmes in die gemeinsame Wohnung in der Baker Street zurück. Heimgesucht von geisterhaften Visionen des verstorbenen Freundes versucht er, seinem Leben einen Sinn zu geben, indem er beschließt, eine Biografie über Sherlock Holmes zu verfassen. Seine Recherchen werden von anonymen Drohbriefen und einem Eindringling in das Apartment 221b durchkreuzt, der es offenbar auf Notizen und Tagebücher abgesehen hat. Doch Watson ist durch die Widerstände umso entschlossener, sein Werk zu Ende zu bringen und Holmes ein Denkmal zu setzen. Beim Stöbern in alten Dokumenten werden in Watson allmählich wieder Erinnerungen an ungelöste Fälle lebendig. Darunter auch die an jenen jungen Musiker, dem die beiden Freunde einst bis nach Bayern an den Hof Ludwig II. folgten. War Victor Sigerson Sherlock Holmes' große Liebe?

Meinung: Anfangs hatte ich enorme Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Sie ist - wie die meisten Originalgeschichten - aus Watsons Sicht geschrieben, aber zuweilen gerade zu Beginn ein wenig konfus. Einige Sätze musste ich zweimal lesen, um sie zu verstehen. Doch je weiter die Handlung sich entwickelt, desto mehr habe ich gestaunt über die eingeflochtenen Referenzen zu den Originaltexten und über das Geschick der Autorin, beinahe unerträgliche Spannung aufzubauen und reale Persönlichkeiten mit fiktiven zu vermischen, ohne dass es albern wirkt. Auch die Charakterisierungen der Figuren - historisch oder fiktiv - sind gut getroffen.

Traurig und rührend waren die Passagen, in denen Watson sich an Holmes' Anwesenheit in der Baker Street erinnert, wehmütig die jetzt verstummte Geige betrachtet und teilweise Holmes' Gewohnheiten adaptiert, wie das Aufbewahren des Tabaks im persischen Hausschuh. Auch das Ende ist kein glückliches, geht dafür aber unter die Haut.

Über den wahren Grund, weshalb sein Freund Frauen gegenüber stets distanziert blieb und der Identität des Musikers, der zugleich fingerfertig im Violinspiel und der Zauberei und zudem ein wahrer Verkleidungskünstler ist (klingelt's?), tappt Watson bis zuletzt im Dunkeln. Als er Besuch von einer Dame in Rot erhält, die Holmes-Fans durchaus ein Begriff ist, wird ihm klar, dass Holmes ihm trotz der Vertrautheit zwischen ihnen zeitlebens ein Geheimnis verschwiegen hat.

Fazit: Lesenswert, nicht nur für Sherlock Holmes-Fans. Um wirklich Spaß am Roman zu haben, schadet es allerdings nicht, Vorkenntnisse über den Meisterdetektiv zu besitzen. Zuerst wollte ich vier Sterne vergeben, doch das Ende war so überraschend und bittersüß, dass mir die volle Punktzahl angemessen scheint.


Bewertung: 

👍👍👍👍👍





Sonntag, 27. Oktober 2013

Lesen! Lesen! Lesen!

Mein Blog bringt es an den Tag: In der kälteren Jahreszeit lese ich zu wenig, blogge zu viel und verbringe unnötige Stunden vor dem Fernseher *schäm*. Das soll sich jetzt ändern. Ich hätte es ja vorher nie für möglich gehalten, aber ich plane jetzt eine "Pflicht-Leserunde".

Statt abends faul vor der Glotze abzuhängen, werde ich versuchen, mindestens eine Stunde zu lesen. Vor ein paar Tagen habe ich in der Stadtbibliothek ausrangierte Bücher ergattert, die recht interessant klingen. "Es scheint die Sonne noch so schön" habe ich vor Jahren im Sommerurlaub gelesen und war begeistert.




Angefangen habe ich mit "Sherlock verliebt", mit dem ich bisher ein bisschen Probleme habe, obwohl ich die Grundidee originell finde. Nach Holmes' Tod lebt der alte Dr. Watson in der Baker Street (und schläft auch in Holmes' Bett!) und wird vermeintlich vom Geist des Verstorbenen heimgesucht. Um sich abzulenken, will er eine Biografie über Sherlock Holmes und der Zeit an seiner Seite schreiben. Nebenbei bemerkt: zwischen den Zeilen lese zumindest ich mehr als *nur* eine lebenslange Freundschaft... manchmal kommt mir Watson vor wie der trauernde Witwer.

Der Stil der Autorin wird hochgelobt, da sie dem des Urhebers der Protagonisten treu geblieben sein soll. Mir erschließt sich das nach 70 Seiten noch nicht. Zwar fand ich einige Passagen und die Charakterisierung Holmes' durchaus gelungen, andere dagegen sind m. M. nach wirr und wenig nachvollziehbar. Etwa wenn Watson Besuch von einem ehemaligen "Mitarbeiter" von Holmes erhält, den Watson sofort als zurückhaltend einstuft, obwohl nichts an seinem Auftreten darauf schließen lässt. Da hat Holmes wohl ein Erbe hinterlassen, das Watson zu dessen Lebzeiten selten bis nie gezeigt hat.

Oder - ein grober Schnitzer - Holmes bezeichnet Irene Adler verächtlich als "das Weibsbild" (!), während er von ihr im Original von Arthur Conan Doyle mit widerwilligem Respekt als "The Woman" redet. Auch stören mich einige überflüssige Kommas (pingelig, ich weiß), und erstaunlicherweise die Tatsache, dass der Roman noch in der alten Rechtschreibung übersetzt wurde.

Amüsant ist das Buch allemal. So, wie ich es verstehe, spielt der Tod des Kinis im Jahr 1886 eine Schlüsselrolle, und es ist schon ziemlich clever, den großen Detektiv auf den bis heute ungelösten Fall anzusetzen. Dass er aber auf Ludwig II. stehen soll, wäre selbst für eine altehrwürdige Ikone eine gewagte These, daher vermute ich, es geht um jemand anderen.

Heute Abend darf ich den Münchner Tatort nicht verpassen, aber spätestens übermorgen bin ich schlauer.



Donnerstag, 24. Oktober 2013

The Age of Aquarius (O;

Knapp zehn Tage nach dem Adieu seines Vorgängers stellt sich mein neuer kleiner Wassermann vor. Ich muss sagen, ich finde ihn sehr knuffig - fast goldiger als den ersten, obwohl er vielleicht noch nicht ganz fertig ist, dafür aber sozusagen frisch geschlüpft.





Die Augen sind nun vollständig aus Filz, und er hat eine etwas andere Plunderhose an als der erste, ein bisschen peppiger mit bunten Akzenten. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich ihn nicht - wie sein Vorbild im Buch - in eine Jacke statt eine Weste stecken soll. Ob man's glaubt oder nicht: an der Jacke bin ich am längsten gesessen. Die Ärmel einzunähen, war mir heute Abend einfach zu viel G'schäft...

Und sein Seetang gehört eventuell ein wenig gestutzt. Da er aber 2013 geboren wurde und nicht 1956 wie das Original, darf er ruhig ein bisschen moderner aussehen, oder?

Ich mag ja gerade den zeitgenössischen Charme der Zeichnungen so sehr im "kleinen Wassermann"... mal sehen, morgen bei Tageslicht sieht die Sache eventuell anders aus. Er braucht auf jeden Fall noch rote Lippen (charakterisch für den Wasser-Bub) und die Andeutung einer Nase, die beim zweidimensionalen Wassermann ziemlich ausgeprägt ist. Leider habe ich meinen Rotstift verlegt und muss ihn erst wieder finden, um sein Gesicht noch ein wenig auszuarbeiten.


 


Montag, 21. Oktober 2013

My body is a Wonderwork...

Anfang Oktober habe ich davon berichtet, dass ich zurzeit "gezwungen" bin, meine Brille statt Kontaktlinsen zu tragen. Der Grund war - wie ich meinte - eine Bindehautentzündung. Allerdings ging sie bis heute nicht zurück, bzw. ich hatte einen kleinen Fleck in der Iris entdeckt, den ich für eine Verletzung hielt. Aufgrund meiner Ärztephobie und weil ich keine nennenswerten Beschwerden hatte, wollte ich warten, bis sie von selbst heilt. Aber wie das so ist - je länger ein ungewohnter Zustand anhält, desto unruhiger wird man.

Heute habe ich mir das in die Hose gerutschte Herz gefasst und einen Termin beim Augenarzt vereinbart und durfte gleich vorbeikommen. War ein bisschen eigenartig. Das Wartezimmer funktioniert nach dem Amt-Prinzip, und bis ich gerafft habe, dass ich eine Nummer abreißen muss, die aufgerufen wird, war ein Patient vor mir dran, der mich zwar freundlicherweise in die praxiseigenen Mysterien einweihte, aber doch vor meiner Nase ins Sprechzimmer entschwand, obwohl ich länger gewartet habe. Naja, ich hatte Zeit. Ein bisschen Bammel auch. Die Käseblätter im Wartezimmer waren ganz durchweicht von meinem Angstschweiß.

Der Garagen ähnlichen Praxis hätte eine Feng-Shui-Runderneuerung gut getan, aber wichtig ist, dass der Arzt gut ist, und er war auch recht nett. Nachdem ich ihm mein Problem erklärt hatte, untersuchte er meine Augen und war dann ziemlich baff. Er konnte nicht glauben, dass ich mich vor Höllenqualen nicht in die Praxis gewunden habe, denn was die Entzündung verursacht hat, war ein Fremdkörper in der Hornhaut. Das tut normalerweise sakrisch weh (leide ich an dem höchst seltenen CIPA-Syndrom?) und hätte mich viel früher dazu verleiten müssen, einen Doktor aufzusuchen. Denn mittlerweile ist mein Körper eifrig dabei, Blutgefäße zu bilden, die den organischen Fremdkörper (kleines Insekt oder Ästchen) zersetzen bzw. "dauen" (seine Worte. Das bedeutet soviel wie dass der Körper den Fremdkörper in körpereigene Substanz umwandelt). In einer Woche wären meine Beschwerden von selbst wieder vergangen, da der Selbstheilungsprozess fast schon abgeschlossen ist. Faszinierend!




Da hätte ich mir die unangenehme Prozedur des Entfernen des *dauten* Dings (doch kein CIPA!) und die fünf Euro für die rezeptpflichtige Augensalbe sparen können. (O; Ich bin trotzdem erleichtert, dass es nichts Ernstes war und ich jetzt Gewissheit habe.

Samstag, 19. Oktober 2013

Halloween Klassiker ~ Sleepy Hollow (1999)

Bald steht es wieder vor der Tür, buchstäblich. Das Grauen am letzten Tag des Monats. Halloween geht mir - wenn ich ehrlich bin - ziemlich am A**** vorbei. Erstens bin ich zu alt für "Trick or Treat", und zweitens nicht sonderlich scharf auf Süßigkeiten und Gruselfratzen vor meiner Haustür. Wenn sie auftauchen und ich mich vom ersten Schock erholt habe, zeige ich mich aber in der Regel großzügig: in meinem Schrank finden sich immer irgendwelche Reste, die bei uns keiner haben wollte. (O;

Gruseln tue ich mich dagegen hin und wieder ganz gern, gerade im Dunkeln, auf dem Sofa aneinandergekuschelt. Darum wird bei mir am 31. bestimmt wieder "Sleepy Hollow" laufen, entweder im Fernsehen oder auf DVD (was mir mehr Spaß macht, denn die Vorteile liegen klar auf der Hand: Originalton und keine Werbepausen).



Ziemlich abgefahren ist die Geschichte ja schon. Ich bin auch kein Fan von Hexen, deren aus Ekelzutaten gebrautem Frühschoppen und Magie, gleich ob schwarz oder weiß. Einmal im Jahr drücke ich aber ein Auge zu. Ich mag die düstere Atmosphäre, die den für seine Zeit (1799) unkonventionellen Constable Ichabod Crane gleich zu Beginn seiner Ankunft in dem verschlafenen Loch gefangen nimmt, und die Tatsache, dass die Handlung auf einer Legende beruht, die ihren Ursprung in Deutschland bzw. Hessen hat und nach Amerika übergeschwappt ist, um dort kleinen Kindern den Schlaf zu rauben. Der kopflose Reiter hat dort in etwa den gleichen Stellenwert wie bei uns der Nachtkrabb. Das gibt der Story irgendwie etwas Episches.

Die Figuren sind bis zu den Nebenrollen und Gastauftritten grandios besetzt. Goldig, wie Johnny Depp aus dem Hasenfuß Ichabod Crane einen felsenfest entschlossenen Ermittler macht, der aufgrund der unerklärlichen Ereignisse in Sleepy Hollow auch gerne mal in Ohnmacht fällt. Trotzdem bleibt er am Ball bzw. rollenden Kopf - nicht zuletzt, weil er sich in Katrina verliebt, der Tochter eines höhergestellten Beamten, der unter Verdacht gerät, die Morde zu begehen, die Crane auflösen soll. Sie hilft dem Constable bei seinen weiteren Recherchen, gemeinsam mit einem Jungen, dessen Vater auf mysteriöse Weise den Kopf verlor - wie so viele Bewohner des Dorfes vor ihm.

Mein absoluter Favorit ist aber - wie könnte es anders sein? - Christopher Walken als Hesse / kopfloser Reiter. Er spricht keinen Ton (wie auch, ohne Mund), und selbst als ihm Ichabod verzweifelt seinen Schädel zuwirft, der im Zeitraffer wieder an seinen Hals wächst (Grusel pur!), entweicht nur ein undefinierbares Gegrunze seinen neu geformten Strichlippen, ehe er sich die Übeltäterin schnappt und auf seinem Daredevil zum Tor der Unterwelt prescht, um die Lebenden nicht weiter zu behelligen bzw. heimzusuchen.

Die einzige Enttäuschung ist die Tatsache, dass Chris Walken im scharfen Ritt gedoubelt wurde. Obwohl er ein so toller Tänzer ist und daher bestimmt ein guter Reiter wäre, hat er Angst vor Pferden und saß daher meist auf einer Attrappe. Naja, passt ja auch wieder...

Fazit: Gelungener Gruselspaß und ein Muss für die lange Halloween-Nacht




👍👍👍👍👍




Bildquelle: Pinterest



Dienstag, 15. Oktober 2013

Leb wohl, kleiner Wassermann!

Vergangenes Wochenende war Stadtfest (verrückt, was sich in einer Kleinstadt bei derlei Veranstaltungen durch die Hauptstraße und die Fußgängerzone quetscht und tummelt - mich eingeschlossen!). Wir hatten unseren etwas abseits liegenden Laden geöffnet, und verhältnismäßig wenige Kunden - doch es gibt immer was zu tun, so dass der verkaufsoffene Sonntag kein allzu großes Opfer war. 




Ein älteres Ehepaar bekundete besonderes Interesse an meinem Amigurumi-Regal, bis sie sich schließlich für meinen Wassermann entschieden haben.

Komischerweise habe ich ihm ein bisschen nachgetrauert: ich habe bei der Herstellung versäumt, eine Anleitung von ihm niederzuschreiben, so dass ich ihn nicht 1:1 nachhäkeln kann. Aber gefreut habe ich mich trotzdem. Die Frau ging so liebevoll mit dem Wassermann um, als würde er tatsächlich durch Kiemen atmen. Als ihr Mann ihn in den Korb legte, meinte sie: "Ganz vorsichtig mit dem Zipfelmützchen!" Das ist angenäht, es kann also nicht viel passieren *grins*. Trotzdem fand ich das sehr süß. So weiß ich, dass mein Wassermann-Bub in gute Hände gekommen ist. Demnächst wird an einem Nachfolger gearbeitet...




Montag, 14. Oktober 2013

Erste Trockenübungen zum Malkurs im November.

Wie bereits im Sommer berichtet, verändert sich das Konzept unseres Ladens. Allzu viel verraten kann ich an dieser Stelle noch nicht, da wir jeden Tag eifrig dabei sind, daran zu basteln bzw. die Neuerungen zu besprechen. Heute ging's zum ersten Mal ans Eingemachte: unsere Künstlerabteilung soll ausgebaut werden und ein Atelier entstehen, in dem Interessierte, die zu Hause nicht den Platz haben, auf Staffeleien ihrer Phantasie freien Lauf lassen können, oder - was wir heute geprobt haben - an einem Seminar teilnehmen. Diese Seminare werden sich bewusst von Malkursen in der VHS unterscheiden. Wer ein atemberaubend naturgetreues Blumenbild für die Wohnzimmerwand malen möchte, kann sich getrost dort anmelden.

Nein, es geht um etwas anderes. Darum, sich überhaupt zu *trauen*, einen Stift und Pinsel in die Hand zu nehmen und sein Talent zu entdecken - wie immer das aussehen mag. Vielleicht lachen jetzt einige, aber selbst ich habe das lange nicht getan - und ich habe früher gern gemalt und gezeichnet, bis ein Tiefpunkt in meinem Leben mir jegliche Spontaneität und den Mut, nicht perfekt zu sein, schlagartig genommen hat.



In erster Linie geht es darum, sich wohlzufühlen und in der Gemeinschaft von anderen mitzuwerkeln statt gegeneinander. Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und das Be- und Verurteilen aus der Schulzeit abzulegen (Das kannst du aber besser!). Das ist gar nicht so leicht wie man denkt, aber sehr viel entspannender als zu glauben, man müsse jetzt Wunder was aus dem Ärmel schütteln respektive aufs leere Blatt zaubern, damit alle Beifall klatschen. Ich war lange so geprägt, gleich in welchen Bereichen, und durch meinen bereits erwähnten Tiefpunkt hatte ich gar keine Lust mehr, irgend etwas anzufangen. In Sachen Kreativität war ich wie gelähmt durch den falschen Gedanken "Ach, lass es. Kriegst du doch nicht hin."

Ich muss sagen, es war schön heute. Wir haben mit Bleistift gerade Linien und Wellen gemalt (mit vollem Körper- bzw. Armeinsatz), und waren erstaunt über die unterschiedlichen Ergebnisse und wie die Persönlichkeit des Einzelnen durch die Bilder sichtbar wurde. Besonders schön war für mich, dass es doch ganz gut geklappt hat und kein bisschen anstrengend war. Meine Bilder sind nicht weltbewegend, aber sie anzufertigen, hat mir sehr viel mehr Spaß gemacht als erwartet. Vor allem, weil auch noch genug Zeit zum Scherzen und Diskutieren war und das bewusst langsame Zeichnen etwas Meditatives hatte, das ich total genossen habe. Trotzdem ging es lustig zu in unserer Runde mit Wasser, Kaffee und Keksen.




Ganz ausgereift ist das Konzept noch nicht, aber ich bin sicher, wir kriegen das hin.

Freitag, 11. Oktober 2013

Biografie Benedict Cumberbatch ~ Marc Halupczok

Den baldigen Kinostart von "The fifth Estate" (Biopic über Wikileaks-Gründer Julian Assange) und "Der Hobbit - Smaugs Einöde" nehme ich zum Anlass, diesen großartigen, charismatischen  Schauspieler mit der deutschsprachigen Biografie von Marc Halupczok etwas näher zu beleuchten.
 
 

 

Beschreibung Amazon:
Brillanter Wissenschaftler, Meisterdetektiv, intergalaktischer Terrorist und Drache in Mittelerde.

Benedict Cumberbatch kam scheinbar aus dem Nichts wir dürfen live dabei sein, um ihn bei seinem unaufhaltsamen Weg an die Spitze zu begleiten.

Ruhm und Ansehen sind ihm gewiss, denn auch in kleineren Rollen schafft es der britische Gentleman, mächtig Eindruck zu hinterlassen. In Großbritannien ist sein Name längst Synonym für die Rolle, mit der ihm
den internationalen Durchbruch gelang Sherlock Holmes. In der TV-Serie brillierte er und erweckte diesen hochgradig leistungsfähigen Soziopathen zum Leben.

Doch kam Benedict Cumberbatch tatsächlich aus dem Nichts? Und wer ist dieser Mensch, der das britische Understatement mit dieser grandiosen Gelassenheit zur Schau stellt, nur um im nächsten Moment vor Emotionen zu explodieren?

Marc Halupczok zeichnet den Weg des Mimen in dieser Biografie nach, von den bescheidenen Anfängen als Theaterschauspieler zum preisgekrönten TV- und Filmstar. Unterstützt wird die Biografie von zahlreichen
großformatigen Bildern. Das perfekte Buch für den Liebhaber und Kenner!

Meinung:
Ein bisschen zu vollmundig, das Versprechen von Amazon. Gerade mal 125 Seiten stark, hat man diese fundierte Biografie recht schnell durchgelesen. Als großer Fan dieses vielseitigen Schauspielers und Ausnahmetalents habe ich allerdings auch nicht allzu viele Überraschungen und Offenbarungen erwartet. Wer einen Einblick über Cumberbatchs berufliches Schaffen gewinnen möchte, wird nicht enttäuscht.

Chronologisch aufgelistet und kurz kommentiert werden Inhalte von Theaterstücken, Radiosendungen und Fernsehrollen, die Benedict vor dem internationalen Durchbruch als Sherlock in der gleichnamigen BBC-Serie angenommen und gespielt hat.

Es mag überraschen, dass er 2003 an der Seite von "Dr. House" Hugh Laurie dessen Sohn in einer britischen Sitcom verkörperte - der wahre Fan hat "Fortysomething" (deutscher Titel "Dr. Slippery") schon längst auf DVD. Leider kamen mir in diesem Zusammenhang Hintergrundinformationen wie Privates, die Beziehung zu Kollegen und Anekdoten im Allgemeinen über den zurückhaltenden, aber sehr eloquenten Benedict Cumberbatch zu kurz. Dafür werden einige Dinge erwähnt (u. a. ein unangenehmer Zwischenfall in einer Londoner Parfümerie), die holprig geschrieben sind und auf die der Autor besser verzichtet hätte, wenn er schon nicht selbst dabei war.

Bewunderswert ist Benedicts Bescheidenheit trotz des durchschlagenden Erfolges in den letzten Jahren und seine Selbstironie (ich musste lachen, als er die private Filmaufnahme zu seinem ersten Tandemsprung beschreibt), die in Interviewausschnitten deutlich wird. Auch seine Einstellung zum Leben und die ihm gebliebene Bodenständigkeit verdienen Respekt und machen mir den Mann sympathisch. Ein wichtiger Auslöser, der zu dieser Einstellung führte, ist die Entführung in Südafrika bei Dreharbeiten im Jahr 2005, bei der er und zwei Kollegen nur knapp mit dem Leben davongekommen sind. Allerdings wird nicht näher darauf eingegangen - schade. Die Ehrlichkeit, mit der der Schauspieler über dieses einschneidende Erlebnis einer britischen Tageszeitung berichtet hat, wäre mehr als eine Seite im Buch wert gewesen. Zu den Bildern und Fotos muss gesagt werden, dass ich mir da eine sorgfältigere und bessere Auswahl gewünscht hätte - aber das ist natürlich Geschmacksache. Teilweise wird mir auch zu sehr auf Benedicts "exotischem" Aussehen herumgeritten.

Fazit:
Für unbedarfte Fans und Neueinsteiger eine passable informative Quelle, die einem vor allem den Schauspieler bzw. seine Arbeit näher bringt. Der faszinierende Mensch hinter den Rollen bleibt im Buch ein wenig blass - nicht nur im bildlichen Sinn.

Bewertung: Für mich persönlich würde ich die Biografie bei zwei Sternen ansetzen, doch für den "durchschnittlich" Interessierten bietet sie einiges an solider Info und erhält daher gnädige drei Sterne.



👍👍👍




Dienstag, 8. Oktober 2013

Heureka! Es ist da!

Mit fast dreiwöchiger Verspätung hat mich heute mein neues Buch erreicht. Das habe ich indirekt Benedict Cumberbatch zu verdanken, über den ich mir eine deutschsprachige Biografie bestellt habe, an der offensichtlich noch gefeilt wurde, ehe sie auf den neuesten Stand gebracht wurde und jetzt im Oktober erschienen ist.




 

Mit 490 Seiten ist das Buch nach "Vom Ernst des Lebens" und "Ausnahmsweise doppelgleisig" wieder mal ein richtiger Wälzer! Das Cover sieht so aus wie oben abgebildet (ich war mir nicht sicher, welches Bild verwendet wird), und sogar das Autorenfoto auf der letzten Seite, das mich auf einer Löwenstatue vor der Alten Pinakothek in München zeigt, ist trotz Anmahnung gut herausgekommen.

Ich bin immer noch tierisch aufgeregt, sobald ich ein eigenes Werk in den Händen halte, was sicher jeder nachvollziehen kann. Wahnsinn, wie viel Arbeit, Schweiß und vor allem Spaß am Tun darin steckt. Da ich die Geschichte erst kürzlich überarbeitet und mir vor allem am Format und dem Layout fast die Zähne ausgebissen habe, genieße ich momentan einfach, es bei mir stehen zu haben statt reinzulesen. Komplett ist mein Regal noch nicht - ich sollte wirklich mal alle meine Bücher auf einen Schlag bestellen und sie nicht verschenken oder verkaufen.^^

Die Biografie von Benny hat sich dagegen nicht wirklich gelohnt. Als notorisches Cumberbabe wusste ich den Großteil des mitunter eigenartigen Inhalts (auf einige allzu detailierte Infos hätte ich gut verzichten können - wer will schon erfahren, dass er als Jobber in einer Edel-Parfümerie schwer verschnupft das neu erworbene Eau de toilette von Schauspielkollegen Richard E: Grant versehentlich mit seinem Rotz (Zitat des Autors!) veredelt hat?), und die Fotos kenne ich auch bereits samt und sonders - ich finde sie nicht einmal wirklich toll. Da gibt es auf Tumblr bessere. Teilweise wirkt es eher wie ein Girlie-Fanbuch, obwohl der Autor angeblich männlichen Geschlechts ist.





Montag, 7. Oktober 2013

Warum ich meine Brille nicht mag...

Ich bin kurzsichtig. Ziemlich sogar. Das wurde relativ spät entdeckt, und seitdem wundere ich mich, wie ich unfallfrei durch die Schule und mir fremde Städte kam. Mit achtzehn bekam ich meine Brille, die ich bis heute besitze. So sieht sie aus:



Ziemlich hip, möchte man meinen. Harry Potter-Style. Aber ich verrate jetzt ein Geheimnis: ich trage sie kaum und konnte mich nie an sie gewöhnen. Vor allem draußen in freier Wildbahn war sie für mich ein echter Horror. Weniger, weil sie nicht kleidsam wäre, sondern einfach, weil sie mich dann extrem beeinträchtigte und ich das Gefühl hatte, sie immer zu verlieren. Darum war ich froh, als ich mir Kontaktlinsen anpassen lassen konnte. Anfangs bin ich zwar stundenlang zu "I did it my way" in der Früh vor dem Handspiegel gesessen und habe mit den glitschigen Dingern herumgepfriemelt, aber mittlerweile kann ich sie - die Macht der Gewohnheit - notfalls ohne Spiegel einsetzen.

Zur Zeit laboriere ich an einer Augenentzündung und muss zwangsläufig auf meine alte Brille zurückgreifen, um die Hornhaut zu schonen.  Die Kommentare von Freunden und Bekannten, die mich nur *oben ohne* kennen, bleiben dann natürlich nicht aus. Die Bemerkung "Du siehst aus wie eine Lehrerin" schmeichelt mir kein bisschen. Vielleicht bin ich da empfindlich, weil meine bebrillten Lehrerinnen alle keine guten und dafür sehr streng waren - außer meine erste in der ersten und zweiten Klasse. Manche halten das ja für ein Kompliment. Ich find's irgendwie doof, vor allem, wenn man es mehrmals täglich verdauen muss. Überhaupt. Was man nicht alles zu hören bekommt, wenn man mit einem ungewohnten Accessoire auftritt. Seit vier elenden Tagen renne ich damit herum, und heute habe ich zum ersten Mal ein ermutigendes "Hey, die steht dir echt gut!" zu Ohren bekommen.

Samstag, 5. Oktober 2013

Passend zur Jahreszeit: Der Club der toten Dichter

Bisher war dieser Film über ein Jungeninternat in Neuengland in den 1950er Jahren einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag die Schauspieler (grandios: der junge Robert Sean Leonard und sein Best Buddy Ethan Hawke!), die Geschichte, den Gänsehaut erzeugenden Schluss mit der Dudelsack-Untermalung und sogar Robin Williams, den ich als Komiker so gar nicht komisch finde.



 

Gestern lief "Der Club der toten Dichter" auf ZDFNeo. Ich weiß nicht, ob es an der deutschen Fassung lag oder daran, dass "Carpe Diem" überstrapaziert wurde, dass ich ihn auf einmal nicht mehr so mochte. Vieles kam mir zu plakativ vor, u. a. der Schauspieler, der Knox Overstreet spielt (den ich süß fand, früher). In seiner Schwärmerei zur Parodie einer High School-Cheerleaderin, die klischeebehaftet und zu allem Übel mit einem fäusteschwingenden Muskelprotz verbandelt ist, wirkt er einfach nur peinlich. Kann man nicht mal stehen lassen, dass das Mädel schwülstigen Gedichten nichts abgewinnen kann? Mir kam es so vor, als hätte sie Knox nur deshalb erhört, weil er - durch den Lehrer Keating ( Robin Williams) mit dem "Carpe Diem"- Virus infiziert - hartnäckig um sie wirbt und dabei verzweifelt aufdringlich wirkt. Quasi aus Mitleid. Egal, was Keating über Frauen und Gedichte sagt (übrigens auch ein böses Klischee): So einen würde ich gleich in den Wind schießen.

Und die deutschen Stimmen der Jungs klangen richtig blöde. Übertrieben großspurig und dramatisch. Klar, sie sind siebzehn, da sind Buben so. Zumindest hier. Nicht unbedingt in Neuengland. Ich kann mich erinnern, dass sie in der Originalfassung allesamt erwachsener und weniger laut scheinen.

Gestört hat mich auch die aufgeregte Performance von Neil Perry als "Puck" - unter schauspielerischem Talent verstehe ich etwas anderes. Wahrscheinlich war wieder die Synchro schuld, denn Robert Sean Leonard ist an sich ein professioneller Theaterdarsteller und war es schon damals mit Anfang Zwanzig. Goldig sah er aus, richtig herzzereißend im unterlegenen Clinch mit dem verbohrten Vater, der nur das Beste für seinen Sohn wollte und ihn letztlich zu einer folgenschweren Entscheidung treibt. Da musste ich wirklich schlucken.

Traurig fand ich, dass mir zum ersten Mal klar wurde, wie schwer es Neues hat, vor Altem - in diesem Fall der Tradition des alterwürdigen Internats und des veralteten Schulsystems - zu bestehen oder gar ohne Aggression dagegen anzugehen. Mr. Keating hat nichts Falsches getan.

Das weiß er auch, sonst würde er die Schule nicht mit dem heiteren Lächeln eines weisen Buddhas und inbrünstig hervorgestoßenen "O Captain, mein Captain!"- Rufen im Rücken verlassen, und dennoch wird sich nichts ändern in Welton und an den vorbestimmten Anwalts- und Ärztekarrieren der Schüler. Vielleicht spricht die Klasse noch mit großer Ehrfurcht vom schrulligen Querdenker, aber bald wird sie die Hierarchie wieder einholen. Das hat sie eigentlich bereits, als ausnahmslos alle Schüler mehr oder weniger freiwillig Keatings "Strafversetzung" unterschrieben haben.




Ein nachdenklich stimmender, aber nicht besonders ermutigender Film für Individualisten und Weltverbesserer. Weil ich ihn im Original einer Fünf-Sterne-Wertung für würdig erachte, ziehe ich nur einen Stern ab. Und jetzt mach' ich Carpe Diem. Cheerio!


Bewertung:
👍👍👍👍




  



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Winter wird's... *schnüffi*.

Ein bisschen weit vorgegriffen für Anfang Oktober. Und dennoch werden die Nächte jetzt wieder frostig, die Tage kürzer und das Laub auf den Bäumen spärlicher und auf den Wegen dichter. Selbst in meiner Wii Fit-Konsole wirbelt es seit gestern herum.



Viele denken jetzt mit Freude an wohlig warme Stricksocken, leckere Kürbis-Suppe, Kerzenlicht und lauschige Abende vor dem Kamin bzw. dem Fernseher oder hinter ihren Büchern, die vielleicht in den Sommermonaten zu kurz gekommen sind. Und dann dauert es ja auch nicht mehr lange bis Weihnachten - das Wichtelfieber hat bereits um sich gegriffen, zumindest online. Kaum versieht man sich, gilt es, Listen anzufertigen, Plätzchen zu backen  und Adventskalender und Geschenke für die Lieben zu besorgen und zu basteln.

Insofern hat die kalte Jahreszeit sicherlich positive Seiten. Aber ich kann mir nicht helfen: ich hätte am liebsten das ganze Jahr über Sommer, wo ich barfuss oder in Flipflops und Shorts ins Schwimmbad schläppeln kann und mir keine großen Gedanken machen muss, was ich tagsüber anziehe und nachts im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster ungeniert die Laken durchschwitze. Klingt komisch, ist aber so. Außerdem feiert meine Familie kein Weihnachten, nicht im traditionellen Sinn mit Geschenken und Tannenbaum. Einerseits ist es ganz entspannend, sich dem Konsumstress zu verweigern und einfach faul zu sein; andererseits gäbe es schon ein paar Dinge, die ich mir wünsche - manchmal auch ein bisschen weihnachtliche Stimmung oder schnöde materielle Geschenke. Allerdings muss ich von Büchern vorerst Abstand nehmen, oder mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wächst wie einst der Turm zu Babel. In diesem Jahr habe ich so wenig gelesen wie selten vorher. Dafür gab es ein paar literarische Schmankerln, die in englischer Sprache erschienen sind und mir in meinen Mußestunden schon Spaß gemacht haben, auch wenn sie bis auf zwei oder drei Ausnahmen storytechnisch nicht besonders anspruchsvoll und zuweilen auch fast unerträglich *sappy* und / oder vorhersehbar waren.

Ein paar Kisten voll von deutschsprachigen Büchern, CDs und DVDs habe ich dieses Jahr rigoros aussortiert. Ich finde es trotz meiner Hoarder-Neigung immer sehr befreiend, Platz zu schaffen und sie somit zu überlisten. Vergangenes Wochenende hatte ich einen kleinen Flohmarkt im Hof organisiert und erstaunt festgestellt, dass Bücher nicht so begehrt waren wie Filme und Musik. Ich bin seit Jahren auf Trödel- und Flohmärkten unterwegs - meine sehr gut bis wie neu erhaltenen Bücher waren bisher meist der Renner. Bedeutet das letztlich doch, dass das ebook auf dem Vormarsch ist? Täte mir irgendwie leid. So wie der Rückzug des Sommers. Aber zum Glück kommt der ja wieder.


Bildquelle: suju / Pixabay