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Sonntag, 24. November 2013

Gute Laune Macher ~ Spongebob Schwammkopf

An sich mag ich Zeichentrickfilme nicht mehr so sehr. Besonders die neuen, in denen die Hauptarbeit der Computer macht und man oft nicht sicher ist, ob die Figuren real oder animiert sind, stoßen auf wenig Anklang. "Avatar" mag noch so toll sein von der Story her - ich finde die Grafik einfach irgendwie bescheiden und austauschbar. Auch Disney ist nicht mehr das, was er mal war. Das liegt nicht unbedingt daran, dass ich kein Fan mehr bin und die Geschichten über die Jahre meiner Meinung nach schwächer und klischeemäßig wurden - ich finde, wenn es schon Zeichentrickfilme sein müssen, sollte man sie auch als solche erkennen.

Eine rühmliche und erwähnenswerte Ausnahme ist für mich "Spongebob Schwammkopf". Als ich die Serie zum ersten Mal sah, war ich fasziniert und nicht selten gerührt. Nicht nur von den liebenswerten Charakteren und den lebensnahen Geschichten, sondern auch vom Konzept, das animierte mit realen Szenen vermischt (etwa dass Spongebob zu einem hundsgewöhnlichen Haushaltsschwamm mutiert, sobald er die sichere Unterwasserwelt von Bikini Bottom verlässt). Das war überraschend, originell und auch charmant frech. In Erinnerung ist mir auch noch der Mann im Gorillakostüm, der Patrick Star und Spongebob von einer Bildschirmseite zur nächsten jagt. Auf so etwas muss man erst mal kommen, und ich glaube, die Macher haben einen schrägen und zugleich etwas schwarzen Humor, der bei kleinen und großen Zuschauern einen Nerv trifft.

Vielleicht können Erwachsene in den Geschichten um Spongebob Schwammkopf, Patrick Star, Thaddäus Tentakel und Mr. Krabs sogar mehr Tiefsinn erkennen als das ursprüngliche Publikum ab 0 Jahren. Der Erfolg der Serie gründet sich gewiss nicht nur auf technische Finessen und witzige, oft absurde Episoden, die teilweise überdreht wirken. Was mir an "Spongebob" so sehr gefällt, ist die Vielseitigkeit der Figuren und vor allem Spongebobs unerschütterlicher Optimismus, seinen Eifer und seine Art, wie er mit den anderen Meeresbewohnern umgeht. In keinem von ihnen vermutet er Schlechtes und betrachtet jeden als Freund - nicht einmal der miesepetrige, eitle Tintenfisch Thaddäus ist vor seinen Avancen sicher. Manchmal setzt er sich mit seiner naiven Grundhaltung ordentlich in die Nesseln, aber am Ende ist er der lachende Gewinner, ohne andere verspottet zu haben oder ihnen das Leben schwer zu machen.

Seinem sonnigen und einfältigen Naturell gemäß ist sein bester Freund Patrick Star, der jeden Spaß von Spongebob mitmacht und nur selten aus der rosa Haut fährt - etwa wenn Spongebobs versprochenes Valentinsgeschenk nicht rechtzeitig ankommt. Dass der arme Thaddäus von den beiden dauergestresst ist, kann man ihm nicht einmal verübeln, hält er sich doch für ein verkanntes Künstlergenie, das von den kichernden Nachbarn nicht gewürdigt wird.

Sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der Spongebob nicht kennt: *Hier* gibt es einen Artikel zur Serie, den ich auf Pagewizz im Rahmen eines Wettbewerbs verfasst habe (er kam nur auf den vierten Platz, aber wie Spongebob sagen würde: Hauptsache, wir sind dabei gewesen.^^).








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