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Dienstag, 27. Februar 2018

Turn: Washington's Spies (AMC, 2014 - 2017) Review

Allmählich wird es Zeit, dass ich von meiner absoluten Lieblingsserie "Turn" berichte, die mich seit vier Jahren begleitet und durch die ich erstens eine Menge Freunde und Gleichgesinnte kennengelernt habe, und die mich zweitens auf vielerlei Ebenen inspiriert hat. Püppchen der Charaktere wurden und werden von mir noch fleißig gehäkelt, und sogar die Schauspieler freut's, wenn sie ihren kleinen Doppelgänger in den sozialen Medien sehen. Überhaupt, der Cast ist eine Wolke - privat und  beruflich. Alle glänzen in ihren Rollen, und selbst den Bösen kann man nicht wirklich böse sein. Allerdings bekam der Schurke John Graves Simcoe alias Samuel Roukin tatsächlich Morddrohungen über Twitter. Dafür hat er - ganz nach Simcoe-Art - nur ein verächtlich-fieses Kichern und Retweets übriggehabt.

Fast alle Figuren in "Turn" sind historisch verbürgt, ebenso wie der lange in Vergessenheit geratene Spionagering, um den der Autor und Produzent Alexander Rose und sein Team Craig Silverstein und Barry Josephson eine außergewöhnliche Serie gestrickt haben.

Der Grund, warum ich mich bis dato gescheut habe, Turn zu rezensieren, ist der, dass die Spionage um George Washington im Unabhängigkeitskrieg der USA recht kompliziert ist und ich sie eigentlich mehrmals durchsuchten musste, um zu verstehen, um was es im Einzelnen geht (keine Angst, es gibt keine Spoiler, und ich versuche, mich kurz zu fassen).


♬America the Beautiful ♫


1776: Erzählt wird die Geschichte des anfangs neutralen und unfreiwillig in die Politik hineingezogenen Farmers Abraham Woodhull (toll und ein wenig unterschätzt: Jamie Bell), der gemeinsam mit seinen Kindheitsfreunden Ben Tallmadge, Caleb Brewster und der Tavernenbesitzerin Anna Strong den Kern des Culper-Rings bildet. Samuel Culper ist sein Deckname, der bis zuletzt von der Gegenseite - den Rotröcken - unentdeckt bleibt. Und dass, obwohl er dem Chef des britischen Geheimdienstes Major John André (JJ "Bombe" Feild) sogar seine Aufwartung macht und auf einem seiner berüchtigten Feste das Tanzbein schwingt eine frivole Ballade und danach eine traurige Anekdote zum Besten gibt.

Die Nachlässigkeit des feschen Majors wird im Finale von Staffel 3 schwer geahndet, was keine große Überraschung ist, versteht er sich doch mehr als künstlerisches Allroundgenie und verliebt sich obendrein noch in Peggy Shippen, die schönste Frau von Philadelphia, die er in geheimer Mission zu seinem Rivalen Benedict Arnold schickt. Leider läuft die Aktion aus dem Ruder und macht aus dem cleveren Strategen André einen romantischen Narr. Für mich als JJ Feild / André-Fan eine enttäuschende Charakterentwicklung, aber dramaturgisch wohl unumgänglich und durchaus sinnvoll.

Auf den ersten Blick gar keinen Sinn für Romantik hat dagegen John Graves Simcoe, von Samuel Roukin mit Spaß und Verve weitaus böser dargestellt, als es der echte Simcoe je war. Auf jede Szene mit ihm habe ich mich gefreut, denn einen unheimlicheren, hinterhältigeren Schurken habe ich im TV noch nie gesehen. Trotzdem gelingt es ihm, nachvollziehbar zu bleiben. Wie Abe ist auch er in Anna Strong (Heather Lind) verliebt, doch als er feststellt, dass seine Zuneigung unerwidert bleibt, verfolgt er mit aller Härte eigene Ziele oder die seiner Auftraggeber und Vorgesetzten. Bis auf die von "Oyster Major" Edmund Hewlett (Burn Gorman), in Simcoes Augen ein schöngeistiger Schwächling.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht neben den Spionen auf beiden Seiten vor allem auch die Familie Woodhull und ihre Probleme. Hier wird es nicht mehr patriotisch, sondern auch sehr amerikanisch. Judge Richard Woodhull (Kevin R. McNally, bekannt als Steuermann aus "Piraten der Karibik") hält seinen Zweitgeborenen Abraham für unfähig und zieht ständig Vergleiche zum ersten, während eines Aufruhrs früh verstorbenen Sohn Thomas heran. Obwohl seit Kindertagen in Anna verliebt, musste Abraham dessen Verlobte Mary heiraten, um wenigstens in einer Sache beim Vater punkten zu können. Ihre Ehe ist zweckmäßig und mit dem süßen Thomas "Sprout" (die entzückenden Zwillinge Cabell und Ellis Chase) erst einmal zufriedenstellend für den Vater. Doch das ändert sich, als er erfährt, in welche Widrigkeiten sein Sohn involviert ist und auf wessen Seite er mittlerweile steht. Auch Mary entgleitet dem Patriarchen, denn nach anfänglicher Skepsis unterstützt sie ihren Gatten tatkräftig auf seiner delikaten Mission... und wird zur skrupellosen Kampfmaschine.

Apropos. Das dürfte neben dem blind vor Liebe unvorsichtigen Abgang von Major André mein einziger Kritikpunkt sein: die Gewalt und Brutalität wird oft in krassen Nahaufnahmen minutenlang zelebriert. Vieles, was man sehen muss, bietet Stoff für Alpträume, veranschaulicht aber auch die Sinnlosigkeit eines Krieges. Positiv dabei fiel mir auf, dass die Engländer durchaus nicht die "Bösen" per se sind. Beide Seiten haben ihre guten und schwachen Momente und bieten keine Schwarz/Weiß-Malerei - selbst der harmlos erscheinende Abe wird irgendwann von Mordlust getrieben, und das nicht nur, weil er ums Überleben des Rings kämpft.

Im für mich sehr tränenreichen, weil so klugen und tief zu Herzen gehenden Finale der vierten Staffel schreibt er einen Brief an seinen Sohn, in dem er die weiteren, oft verblüffenden Lebensläufe der Weggefährten aufzählt und seine eigene Rolle im Krieg erklärt, auf die er im Rückblick nicht besonders stolz ist. Und *schnüff* er bittet Thomas, ihm zu zeigen, wie schön es auf der anderen Seite ist, wenn sie sich endlich wiedersehen... ein besseres Ende hätte man sich für Turn nicht wünschen können. Wer sich nun fragt, wieso, dem kann ich nur raten: ansehen!

Vorsicht: Das Video enthält Spoiler.




Fazit: Eine wirklich spannende und emotionale Zeitreise in die amerikanische Geschichte, in der neben dem Spionagering auch persönliche Schicksale, Intrigen und eine wunderbare Kulisse und fesche Uniformen und Kostüme nicht zu kurz kommen. Für Geschichtsfans und Liebhaber von anspruchsvoller Unterhaltung eine absolute Empfehlung!


Bewertung:
👍👍👍👍👍




Dienstag, 3. Oktober 2017

Die BBC-Serie "The Living and the Dead" ~ Grusel für Fortgeschrittene

An und für sich bin ich für Serien und Filme, in denen ich die Schauspieler nicht kenne oder nicht mag, nicht so sehr zu haben. Aber ich liebe Geschichten aus dem Viktorianischen, und wenn es dabei noch um Grusel und unheimliche Phänomene geht, ist mein Interesse unweigerlich geweckt. So auch bei "The Living and the Dead" mit Colin *Merlin* Morgan als Nathan Appleby und Charlotte Spencer als seine Frau Charlotte. Leider gibt es nur eine Staffel mit sechs Folgen, aber die hat es in sich!

Inhalt: Somerset, England, 1894: Der Psychologe und Farm-Neuling Nathan Appleby kehrt nach dem Tod seiner Mutter in das elterliche Anwesen Shepzoy zurück, um die dortige Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen. Angestellte fürchten um ihren Job, doch er behält die Belegschaft komplett und sorgt mit seiner ehrgeizigen Frau dafür, dass sogar eine Eisenbahnstrecke nahe Shepzoy erschlossen wird. Es gibt Arbeit für alle, und die neuen Besitzer geben sich Mühe, zu lernen. Besonders Charlotte blüht als Gutsherrin auf. Doch mit der Familie Appleby zieht das Böse in die kleine Gemeinde. Das behaupten zumindest die Bewohner, und ganz von der Hand zu weisen ist ihre Befürchtung nicht. Unheimliche Dinge geschehen mit der Tochter des Reverends, die plötzlich von Geistern besessen zu sein scheint und in Absencen mit der Stimme von Nathans Sohn aus erster Ehe spricht. Der kleine Gabriel ertrank beim Spielen, als Nathan keine Zeit für ihn hatte. Seitdem plagen ihn Schuldgefühle und Vorwürfe.

Charlotte hofft, seiner Melancholie mit dem Ortswechsel ein Ende zu setzen, doch Nathan steigert sich immer mehr in die Vorstellung hinein, dass Gabriel ihm etwas sagen möchte und ihn sucht. Als er eine Zeichnung findet, die "einen Engel mit einem leuchtenden Buch" zeigt, ist er überzeugt, eine geheime Botschaft erhalten zu haben und begibt sich weiter auf Geistersuche. Tatsächlich erscheint ihm eine junge Frau mit einem Tablet aus dem Jahr 2016 (das Nathan 1894 natürlich nicht zu benennen wusste), die jedes Mal auf rätselhafte Weise verschwindet, sobald er mit ihr reden will. Nicht nur die jetzt schwangere und pragmatische Ehefrau leidet darunter; alte, morbide Geschichten kommen zutage, die sich in Shepzoy ereigneten und über die seinerzeit diskret das Mäntelchen des Schweigens gebreitet wurde. Die Ereignisse der Vergangenheit werden zur Gefahr für jeden der Bewohner, die nun um ihr Leben bangen oder gar zum Selbstmord getrieben werden. Das Dorf wendet sich gegen die Applebys, das Personal kündigt, und am Ende hat Nathan keinen größeren Wunsch, als wieder mit Gabriel vereint zu sein... aber ist das so einfach, wie es scheint?

Meinung: Beeindruckend atmosphärisches Setting, die passende schaurige Musik, schöne Bilder und wirklich tolle Darsteller in einer originellen und raffinierten Handlung haben mich zu einem Fan der kurzen, aber feinen und sorgfältig inszenierten Serie gemacht. Anfangs ist der Aufbau etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man bedenkt, wie rasant das Tempo einer Serie heute eigentlich ist, um die Zuschauer bei Laune zu halten. In Shepzoy drehen sich die Räder noch langsamer, und vielleicht ist das sogar beabsichtigt: das Personal steht Veränderungen und Fortschritt mit Misstrauen gegenüber; Charlotte, die fotografiert und Zugmaschinen einführt, daher unter Generalverdacht. Und irgendwann beginnt man zu verstehen, dass die Menschen damals in einer ähnlichen Situation des Umbruchs waren wie wir heute, in der die Technik den Ton angibt. Sozialkritisch ist "The Living and the Dead" also auch noch!





Besonders berührend fand ich die Episode mit dem Bergarbeiter-Buben Charlie, der von den roten Brüdern geholt wird, weil man ihn damals offenbar vergessen / er den Weg nicht gefunden hat. Teilweise konnte ich allerdings ein leichtes Unbehagen nicht abschütteln, etwa wenn Nathan mit einen Ouija-Brett hantiert oder die Pfarrerstochter Harriett hypnotisiert. Das war mir ein bisschen zu klischeehaft und letzteres außerdem zum Fremdschämen.

Die letzten beiden Folgen heben dann die Zeit vollständig auf. Erst war es merkwürdig, bis man die Zusammenhänge erkennt und einer dieser Aha!-Effekte einsetzt, die ich an Geschichten so sehr schätze. Wirklich eine super durchdachte Story, die man nicht nur zu Halloween anschauen kann.


Bewertung:
👍👍👍👍



Sonntag, 22. Januar 2017

Hannibal, die Serie (2013-2015)

Eine Weile hat es gedauert, bis ich mit "Hannibal" warm wurde. Trotz Mads Mikkelsen. Obwohl ich Serien nicht konsumiere, schaue ich mir gern welche an, da es - wie schön! - Fortsetzungen gibt. Wenn einem Figuren und Geschichte gefallen und zum Mitdenken und Interpretieren anregen, kann es (fast) nichts Unterhaltsameres geben.




Hannibal ist so eine Serie. Sie hat einige Gemeinsamkeiten zu "Sherlock", der allerdings für meinen Geschmack bereits in der dritten Staffel stark nachgelassen hat. Auch in Hannibal geht es um die Beziehung zweier Außenseiter, die voneinander nicht lassen können. Das Interessante für mich dabei sind weder die grotesken Fälle noch die inflationären Splatter-Elemente (durch die Hannibal Lecter gelegentlich seine Zuneigung zu FBI-Profiler Will Graham ausdrückt), sondern vielmehr der psychologische Aspekt, der schon allein durch Hannibals Beruf als ehemaliger Chirurg und praktizierender Psychologe gegeben ist. Doch ein Klient bringt seine kühle Professionalität ins Wanken: als Will Graham (Hugh Dancy), von seiner Arbeit beim FBI überfordert, bei Hannibal Therapiestunden nehmen muss, erkennt Hannibal einen Seelenverwandten in dem welpenhaft plüschigen, oft missverstandenen, aber um die Ecke denkenden Will, der sich selbst als Asperger-Autist beschreibt. Seine damit einhergehenden Fähigkeiten sind es, die das FBI auf ihn aufmerksam machten, da er ein hohes Maß an Beobachtung und Empathie besitzt und sich in die Denkweise eines Killers / Verbrechers hineinversetzen kann. Hannibal ist fasziniert.

Seine Faszination geht so weit, dass er eine Freundschaft zu Will anstrebt, die diesem gar nicht behagt - ahnt er doch als Einziger von Hannibals dunkler Seite, die ihn in fiebernden und wirren Alpträumen verfolgt. Er ist von dem charismatischen Psychotherapeuten wider Willen beeindruckt und unfähig, sich dessen manipulativem Einfluss zu entziehen. Wenn man Mads Mikkelsen seinen Hannibal spielen sieht, kann man ihm das auch kaum verdenken.

Nach außen hin kultiviert, elegant und souverän, besitzt Hanni-Mads eine Anziehungskraft, die er nicht nur bei Will skrupellos einsetzt, sondern bei allen, die ihm beim Erreichen seiner Ziele nützlich sein können. Anders als Will werden die übrigen Opfer allerdings selten bis gar nicht verschont.





Vielleicht ist die Serie hauptsächlich "Sick-Shit", mit den sehr kontroversen Themen und Gemetzeln, und bisweilen geht mir der übertrieben werbeästhetische Anspruch des Erfinders Bryan Fuller auf den Senkel und stiehlt Zeit, aber ganz ehrlich - "Hannigram" macht für mich die Serie sehenswert. Ich finde es recht mutig, eine solch ungewöhnliche Beziehung  in einer Fernsehserie zu porträtieren, selbst wenn es nie zu eindeutig körperlicher Intimität kommt. Mads Mikkelsen meistert die Gradwanderung vom unnahbaren Narzissten über den "antisozialen Gesellschaftsmensch" zum besitzergreifenden Welpen-Beschützer mit Bravour und einem unschlagbar charmanten Akzent.

In jeder Szene zwischen den beiden Männern flirrt die Luft vor Spannung. Es muss gar nicht viel passieren oder gezeigt werden, um zu verdeutlichen, dass es in Hannibal um eine zerstörerische Liebe geht, die keine Zukunft hat und die dennoch berührt, etwa wenn Hannibal zu epischen Klängen seine Gefühle für Will offenbart. Irgendwie tun einem dann beide leid, denn trotz Hannibals wüsten Neigungen bleiben sowohl er als auch Will nachvollziehbare Charaktere in ihrem Handeln.

Leider sieht es momentan für die Serie düster aus - die dritte Staffel war die vorläufig letzte, obwohl eine Miniserie nach den Motiven von Thomas Harris' "Das Schweigen der Lämmer" angedacht wird. Vielleicht war das Thema zu blutig-brisant und wurde zu ernst genommen, vielleicht haben sich viele Zuschauer geekelt (ich mich oft auch), aber ich hoffe sehr, dass es in nicht allzu ferner Zeit eine Fortsetzung gibt, in der beide Protagonisten das dramatische Finale überlebt haben.









Freitag, 30. Januar 2015

Musikalische Untermalung beim Kreativ-Sein

Mit Musik geht alles besser, sagt man ja so. Aus meiner Erfahrung kann ich das hundertprozentig unterschreiben. Lästige Hausarbeiten, Bügeln und Geschirrspülen gehen leichter von der Hand, wenn nebenher das Radio läuft oder die Lieblings-CD. Momentan bin ich an einer kleinen Spielerei bzw. als Co-Autorin bei einer Fantasy-Geschichte tätig. Der Einstieg war recht einfach; wenn man eine zündende Idee hat, setzt man sie im Normalfall mit Leidenschaft in die Tat um. Was aber, wenn man irgendwann mittendrin hängt und feststellt, dass es vielleicht an der nüchternen Umgebung liegt, in der man arbeitet? Wir waren ein bisschen verzweifelt, als uns klar wurde, dass es einfach zu ruhig ist im Zimmer und wir beide gern mit Musik im Hintergrund schreiben.

Allerdings - etwas Aufregendes und Modernes durfte es nicht sein, damit die Grundstimmung nicht verloren geht. Mehr die orchestral-epische Schiene. Etwas, das zu unserer Geschichte passt, die geheimnisvoll ist und von einer fremden Welt handelt. Also die YouTube-Kanäle nach epischer Instrumentalmusik abgeklappert. Es gibt dort eine Menge davon. Eigentlich viel zu viele, um die Musik zu finden, die einem vage im Kopf herumschwirrt. Häufig nervt das total Bombastische, ein andermal stört der Mönchsgesang im Hintergrund. Bis ich auf einen Soundtrack stieß, der genau das ist, was wir suchten.






Ich kenne die Serie nicht einmal, aber die Musik hat mich sofort gepackt, auf emotionaler und kreativer Basis. Unaufdringlich und trotzdem unglaublich atmosphärisch und gänsehauterzeugend, bietet sie einen üppig und wunderschön gewebten Klang-Perserteppich und schickt die Fantasie auf Reisen in vergangene Zeiten und in gigantische Landschaften und Szenen, die vor dem inneren Auge entstehen. Egal, ob man auf dem Sofa relaxt, vor dem Schreibtisch sitzt oder den Pinsel schwingen möchte.

Ich habe mir den Soundtrack ganz altmodisch auf Tonträger schicken lassen, doch er ist auch als Download erhältlich und eine lohnende investition für jeden, der eine Schwäche hat für epische, folkloristische Orchestralmusik so wie ich. Und vielleicht auch für andere.




Mittwoch, 23. Juli 2014

Heißer Serien-Tipp: "In Treatment"

 *Schnüffi* Nach vier Wochen musste ich Dr. Paul Weston und seine Patienten ziehen lassen - die dritte und letzte Staffel wurde fertiggeguckt, und das beinahe in Rekordzeit. Ehrlich, die Serie, so unspektakulär wie sie anfangs scheint, hat mich völlig in ihren Bann gezogen. Das lag vor allem an Gabriel Byrne als krisengeschütteltem und doch überzeugendem Psychologen, aber auch an den verschiedenen "Patienten", die einem mehr oder weniger ans Herz wachsen. Ein merkwürdiges Phänomen war das: im Lauf der Sitzungen entwickelt man für die meisten, auf den ersten Blick absurd oder bockig reagierenden Patienten tatsächlich trotz ihrer Macken Sympathien, sei das ein überarbeiteter CEO, eine alternde Schauspiel-Diva oder ein sich fehl am Platz fühlender indischer Großvater.

 



Inhaltlich gibt die Serie so wahnsinnig viel her, dass eine Kurzbeschreibung hier den Rahmen sprengen würde. Neugierige und Spoiler-Fans dürfen sich jedoch gern auf Wikipedia schlau machen.

Leider wird es keine vierte Staffel geben, obwohl die Quoten recht hoch waren: Gabriel Byrne wollte die Aufmerksamkeit nicht, die ihm mit der Serie plötzlich zuteil wurde (Aw, er sieht nicht nur toll aus, er ist auch noch bescheiden!). Die dritte Staffel ist außerdem schon vier Jahre her. 

Mein persönlicher Favorit unter seinen Fällen war der Teenager Sophie. Ich glaube, zwischen den beiden Schauspielern hat einfach sofort die Chemie gestimmt, und es ist schön und *cozy*, zu sehen, wie wohl sich Sophie bald in Pauls Praxis fühlt. So wohl, dass sie sogar eine Pizza dorthin bestellt und in ihm einen Vaterersatz sieht; einen Vater, der ihr zuhört und sie ernst nimmt. Oder ihm auf Spanisch ein ungewöhnliches Kompliment macht. Sie ist zudem die einzige Patientin, für die die Gespräche mit Paul zu einem offensichtlichen Happy End führen: in der zweiten Staffel bewertet sie Paul auf dessen verwaister Internetseite mit den Worten: "He saved my life".

Die meisten anderen Fälle nehmen - nicht selten aufgrund Pauls persönlicher Anteilnahme - einen nicht ganz so glücklichen Verlauf. Aber es gibt in der Tat einen fast humorvoll-wehmütigen Fall in der dritten Staffel, in dem Paul zwar seiner Intuition vertrauen konnte, sich aber völlig von Sunil (besagter indischer Großvater) aufs Glatteis hat führen lassen, was ihn so verärgert, dass er zunächst nicht wertschätzen kann, dass er Sunil auf subtile Weise geholfen hat, sein Ziel zu erreichen. Diese Seite mag ich auch an Paul: er kann, vor allem außerhalb seiner Sprechstunden, deftig irisch fluchen und auch Unsicherheit und Verwundbarkeit zeigen. Fast bittersüß sind die etwas unbeholfenen Szenen mit Max, seinem Sohn, der nach der Scheidung der Eltern beschließt, zu seinem Vater auszureißen und mit ihm zu wohnen. Davon hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht, doch Pauls Privatleben wird meist nur kurz im Vorspann angerissen und dann später von seiner Mentorin Gina respektive ihrer Nachfolgerin Adele zerpflückt.

Und letztlich waren es oft verschwindend kleine Szenen, bei denen mein Herz einen Sprung gemacht hat vor Rührung. Der Tod von Pauls Vater beispielsweise, und wie Paul unter seinem Nachlass seine Uhr findet und umbindet, obwohl sie nicht einmal geht. Pauls Antwort zu Sophies Vermutung, dass er wohl tief graben muss, um etwas Liebenswertes in ihr zu finden.

Die Serie gibt es nicht in deutscher Synchro oder mit deutschen Untertiteln (ich habe gesehen, dass sie aktuell wohl im Schweizer Fernsehen läuft), aber wenn ich ehrlich bin, würden fremde Stimmen das Ganze nicht so glaubwürdig machen wie das Original. In den therapeutischen Sitzungen spielen besonders Mr. Byrnes tiefe Stimme und der ruhige Tonfall eine wichtige Rolle, die mit der hart klingenden Synchronisation verloren gehen.

Wirklich schade, dass es nicht mehr Staffeln gibt. So charismatisch ich Mr. Byrne als Filmschauspieler finde, mit Dr. Paul Weston wurde ihm eine Serienrolle auf den Leib geschneidert. Kein anderer hätte das besser hinbekommen, die Gratwanderung zwischen Traurigkeit und Empathie, Warmherzigkeit und Unzufriedenheit, und dem Wunsch, anderen helfen zu wollen, sich zu investieren und doch frei und unabhängig zu sein. Eine bemerkenswerte Serie, die für anspruchsvolle Zuschauer mit Intelligenz, Herz und Englischkenntnissen ein absoluter Geheimtipp ist!




Samstag, 21. Juni 2014

In Treatment ~ Preisgekrönte US-Serie mit Gabriel Byrne

 Als jemand, der zwar gerne Serien schaut, aber mitnichten ein Junkie selbiger ist, ist es nie leicht, eine Serie zu finden, an der ich dranbleibe bzw. die mich interessiert. Am liebsten mag ich natürlich TV-Shows, in denen meine Lieblingsdarsteller ihr Können beweisen und möglichst oft zu sehen sind. Außerdem sollten sie einige Qualitätsansprüche erfüllen wie knifflige Puzzles, psychologische Raffinesse, kein Schenkelklopfer-Humor, Drama und einer gewissen Tiefe nicht entbehren, soweit die bei Serien möglich und nötig ist; berieseln lasse ich mich anderswo. Alle diese Kriterien finde / fand ich in einer guten Mischung bei "Sherlock", "House MD" und dann doch mehr in Klassikern und Evergreens wie "Bonanza" und "Unsere kleine Farm". Letztere zwei tragen zu Unrecht das Label *Heile-Welt-Serie*, denn es geht dort in vielen Episoden ordentlich ans Eingemachte.

 


Neu entdeckt habe ich "In Treatment" aus dem Jahr 2008 mit Gabriel Byrne, der seit Jahren zu meinen Favoriten unter den Schauspielern zählt und für mich nicht nur aufgrund seines guten Aussehens den noch so schlechtesten Film sehenswert macht. In besagter Serie, die auf einem israelischen Format basiert, spielt er den Psychologen Paul Weston (und das - aw! - immer noch mit dem charmanten irischen Akzent), und ich war spätestens nach der dritten Episode hin und weg und hätte mich sofort freiwillig therapieren lassen von einem so attraktiven Doktor (geschmunzelt habe ich ja über die obligatorische Kleenex-Box auf dem Tisch zwischen Seelenklempner und Patient).

Jede Episode ist ca. 25 Minuten kurz, und es passiert nicht viel außer Patientengespräche, in denen Paul ziemlich gefordert, manchmal provoziert und - surprise, surprise! - sogar von einer sexy Endzwanzigerin begehrt wird, die ihn und seine Eheprobleme bald durchschaut. Actionfans werden meine Begeisterung nicht so wirklich nachvollziehen können. Dr. Paul Weston hört zu, stellt Fragen und kreuzt in einer typischen Handbewegung die Finger vor dem Mund. Man ist sozusagen mittendrin in den Sitzungen und erlebt trotz des ruhigen und kammerspielartigen Aufbaus der Serie einige Überraschungen. Die Patienten lernt der Zuschauer in den ersten Folgen einzeln in Pauls Sprechzimmer kennen. Sie tauchen zu einem späteren Zeitpunkt (der nächsten Sitzung nach ca. vier Folgen) wieder auf, um von ihren Fortschritten oder Rückschlägen zu erzählen. Nicht immer ist Paul dabei so neutral, wie man es von einem professionellen Psychiater erwartet. Tatsächlich lässt er am Ende einer anstrengenden Woche Frust bei seiner Mentorin und früheren Ärztin Gina ab (Diane Wiest, die freundliche Avon-Beraterin aus "Edward mit den Scherenhänden"), denn auch Seelenklempner sind nur Menschen.




In Deutsch ist die Serie meines Wissens nach nicht erhältlich, obwohl ich recherchiert und herausgefunden habe, dass sie eine Zeit lang auf 3sat lief - vielleicht mit Untertiteln. Eigentlich ist es ja auch viel schöner, dem melodiösen Akzent von Mr. Byrne zu lauschen; irgendwie macht ihn das als Psychiater noch anziehender.^^

Die zweite und dritte Staffel stehen jedenfalls schon auf meinem Wunschzettel. Ich will unbedingt wissen, wie es mit der rebellischen sechzehnjährigen Sophie (toll gespielt von der Australierin Mia Wasikowska) weitergeht, die mit zwei durch einen Autounfall verursachten Gipsarmen in Pauls behaglich-wohnliche Praxis kommt und der die Mutter und Sozialarbeiter Selbstmordtendenzen attestieren, die sie vehement abstreitet. Bin gespannt, ob Dr. Weston sie knacken kann, bevor sie ihn mit einer unvorhergesehenen Aktion in Teufels Küche bringt oder vielleicht gar nicht mehr zum vereinbarten Termin erscheint. Teenager sind ja bekanntlich unberechenbar, Weltschmerz hin oder her. Apropos unberechenbar: bei der heißen Laura (Melissa George) wird es nicht lange dauern, bis sie Paul um den kleinen Finger gewickelt hat...

Für mich ein wirklicher Geheimtipp mit überzeugenden Schauspielern und lebensnahen Geschichten. Schade, dass "In Treatment" nach der dritten Staffel eingefroren wurde. Andererseits ist das Konzept auf Dauer wahrscheinlich nicht der Quotenrenner gewesen.

EDIT am 26. Juni: Hier ist übrigens meine Lieblingsszene (Spoileralarm!): *Klick*



Mittwoch, 21. Mai 2014

The name's Sherlock Holmes. And the address is 221 B Baker Street.


Was fasziniert mich eigentlich an dem neuen, hypermodernen Format der BBC-Serie "Sherlock" (Start der dritten Staffel in Deutschland am 29. Mai auf der ARD), die derzeit als eine der weltbesten Serien gilt?

Man könnte meinen, der letzte Abschnitt und das darin enthaltene Prädikat erklären es schon, doch  das ist bei weitem nicht der Fall. Ich habe einen recht eigenen Geschmack und finde häufig Dinge, die die meisten cool finden, uncool und umgekehrt. Zudem bin ich eher altmodisch und wurde mit der Reinkarnation des viktorianischen Meisterdetektivs zunächst überhaupt nicht warm. Allein die Idee fand ich absurd. Zu sehr waren Holmes und Watson im ausgehenden 19. Jahrhundert verwurzelt, in dem noch nicht einmal ein Visionär wie seinerzeit Leonardo daVinci an Smartphones, IPads und Internet zu denken wagte. Auch bin ich nicht unbedingt großer London-Fan oder Experte in Sachen Arthur Conan Doyle.

Ausschnitte aus den Spätnachtwiederholungen haben mich nie wirklich vom Sofa gerissen, im Gegenteil. Ich hatte irgendwie keinen Bezug zu dem, was da auf dem Bildschirm in scheinbar atemberaubender Geschwindigkeit vor mir flimmerte, verstand jeden zweiten Satz nur halb oder gar nicht und wollte mir nicht einmal die Mühe machen, die technischen Spielereien zu würdigen, die ich in nicht gar so ausgefeilter Form bereits in "House MD" gesehen hatte. Die Protagonisten - obwohl in ihrer ambivalenten Beziehung zueinander angelehnt an House / Wilson respektive klassischer Holmes / Watson - fand ich nichtssagend und außerdem viel zu jung. Mein Sherlock Holmes-Bild haben gestandene Gentlemen wie Basil Rathbone und Peter Cushing geprägt. Der *kleine* Holmes war dagegen eher frech, mitunter sogar zum Fremdschämen peinlich und impertinent, etwa als er auf Nikotinentzug übertrieben inhalierend an einem Klienten schnüffelt, der eben noch eine Kippe im Gesicht stecken hatte. Heute gehört diese Szene zu meinen absoluten Highlights, gemeinsam mit dem unfreiwilligen Tanz  aus The Blind Banker. Und natürlich dem Mind Palace.

Im Forum habe ich mich schließlich mal zu Wort gemeldet im entsprechenden Thema und meine nicht gerade überschwängliche Meinung zur Serie kundgetan. Das einzige, was ich bis dahin wirklich gelungen fand, war die extra komponierte Musik wie das etwas schrullige Sherlock-Theme und besonders das Gänsehaut erzeugende, bittersüß anmutende "The Woman". Das war toll. Eine moderne Serie, die auf angesagte Popsongs verzichtet und dafür orchestrale Musikgeschichte schreibt, ist schon einen näheren Blick wert. Allerdings hatte ich keine Ahnung, weshalb jeder so begeistert an der Theorie zum "Reichenbachfall" mitgerätselt hat. Man legte mir nahe, die DVDs zu kaufen, um die Serie an einem Stück sehen zu können und am besten noch in O-Ton. Das war mir ohnehin lieber, habe ich doch auch meinen gehassliebten House nur in der Originalfassung angeschaut, da die deutsche Synchro nicht selten bemüht witzig aufbereitet und somit völlig sinnentfremdet wird. Nichts gegen Synchronisation, aber das Original bleibt doch meist unerreicht.

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mir die DVDs tatsächlich besorgt. Und ich mochte das, was ich sah und hörte, auf Anhieb. Allen voran die samtige Stimme von Benedict Cumberbatch. Kaum zu glauben, wie mich die beeinflusst hat. Der deutsche Sprecher Tommy Morgenstern macht einen guten Job, aber eine Stimme gehört zu einem einzigen Menschen und macht ihn in meinen Augen glaubwürdig. Plötzlich wurde die Serie viel interessanter und lebendiger. Auch Nebenfiguren wie die mütterliche Mrs. Hudson und der hochnäsige Mycroft Holmes erschienen im neuen Licht.

Die Serie hat es sogar geschafft, mein Interesse für den klassischen Holmes wieder zu wecken. Ich las ein paar Geschichten und fand es danach erheiternd, Parallelen und Referenzen in der BBC-Produktion aufzustöbern, die oft nur angedeutet werden. Doch gerade die geschickt versteckten Verbeugungen vor Holmes-Erfinder Conan Doyle und auch die mitunter offen gezeigte kindische und kindliche gezeigte Seite am Genie Holmes geben der Serie einen authentischeren Touch als jede Verfilmung zuvor.

Dass Benedict Cumberbatch nicht nur ein charismatischer Sherlock mit einer sexy Stimme, sondern privat auch ein sympathischer und attraktiver Mann ist, gibt einen für mich nicht unerheblichen Bonus... (O;





Montag, 30. September 2013

Gepflegte Langeweile ~ Brideshead Revisited

Dieses Postermotiv war das Netteste, was die Serie von 1981 mir zu bieten hatte, sieht man von Jeremy Irons (rechts im Bild) einmal ab. Mein Urteil ist wirklich gnadenlos schlecht, was mich einigermaßen verblüfft. Ich liebe diese Zeit und so genannte *Sittengemälde*, was "Brideshead" eindeutig ist, und ja, die Bilder sind super, und auch an der Ausstattung und den Schauspielern gibt's bis auf wenige Ausnahmen nichts zu mäkeln. Wenn bloß nicht diese betuliche Tranigkeit wäre!
 
 
 


 

Insgesamt gibt es an die sechs oder acht Folgen in Spielfilmlänge (mir kommt's länger vor), in denen rein gar nichts passiert. Wen interessieren schon die Problemchen der Upper Class, zu der Charles Ryder (Jeremy Irons) und sein bemitleidenswert erzkatholischer Intimus Lord Sebastian Flyte (Anthony Andrews) zählen? Mich nicht. Einfach nur furchtbar langweilig. Ich werde die Serie wohl abbrechen, nachdem ich mich mühsam zum Ende der zweiten Folge gequält habe. Obwohl mir Charles eigentlich recht sympathisch ist und ich Männerfreundschaften sehr interessant finde, werde ich mit den Charakteren nicht warm. Sebastian und sein komischer Bär gehen mir auf die Nerven, aber das ist noch gar nichts gegen die latent schwule Gesellschaft, in der sich Bär und Mann bewegen. Scheinbar sind alle Studenten in Oxford homosexuell und mehr oder weniger heimlich in ihresgleichen verliebt. So jedenfalls klingt es, wenn man Charles Ryder in blumigen Ausdrücken über den kindischen Lord sinnieren hört. Nicht falsch verstehen - ich mag England um die Edwardianische Epoche herum, und ich mag es auch, wenn Männer offen zu ihren Gefühlen stehen. Aber dieses Schwülstig-Verklemmte, das in der Serie und vielleicht auch in der Buchvorlage dominiert, ist echt zu viel des Guten.

Und nebenbei bemerkt: Die Väter der beiden - dargestellt von den lorbeerbekränzten Recken Sir Laurence Olivier und Sir John Gielgud (Mr. Ryder senior) wirken wie Karikaturen auf mich, und ich kann von Glück sagen, dass beide nur kurze Auftritte haben.

Merkwürdig, wie anders und glaubwürdiger ich dagegen den Großen Gatsby fand. Auch da ging es um die Oberschicht, und trotzdem war das Thema interessant und unterhaltsam aufbereitet. Etwas, das ich von "Brideshead" leider nicht sagen kann. Haben die beiden denn nun oder haben sie nicht...? Natürlich muss es nicht zwangsläufig so sein. Freundschaft kommt in den unterschiedlichsten Facetten, so dass ich selbst Sebastians Eifersucht ein bisschen nachvollziehen kann und verstehe, weshalb er Charles von seiner ach so makellosen Familie fernzuhalten versucht. Dass Charles Schwester Julias Charme erliegen wird - weil sie ihn an ein weibliches Pendant von Sebastian erinnert - ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Ehrlich gesagt, das weiß ich genau. Ich habe die Serie vor grauer Urzeit gesehen, und bin jetzt umso enttäuschter, weil ich sie damals wirklich gern gesehen habe und sie eine große Inspiration war. So ändern sich die Meinungen und Geschmäcker. Trotzdem - ich weiß nicht, warum das so war. An Jeremy Irons allein lag es doch bestimmt nicht. Nicht einmal der reißt mich aus meiner Trance beim Anschauen. Ich glaube, vor ein paar Jahren wurde ein Film nach dem Roman gedreht, der offenbar zu der klassischen Literatur gehört. Versteh' ich nicht. Für mich ist "Brideshead" der Stoff, aus dem die Langeweile ist. Naja... Langweile und Klassiker gehören ja offenbar zusammen. Darum gibt es von mir einen einsamen gelangweilten klassischen Stern. Sorry, Mr. Irons.


👍