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Freitag, 5. Mai 2017

Die Püppchen-Mama im Fangirl-Himmel

Fans der US-Serie "Turn - Washington's Spies" werden meine Aufregung verstehen, wenn sie sich die Fotos im Beitrag ansehen und die Abenteuer meines kleinen Major John André halbwegs verfolgt haben, der mittlerweile sogar einen eigenen Twitter-Account hat, auf dem er von seinen Reisen berichtet.

"Gotcha!"


 

Unter anderem besucht er mit seiner Adoptivmama Holly des öfteren die Drehorte der Serie in Colonial Williamsburg und ist dort bereits zu einem den Schauspielern fast ebenbürtigen Bekanntheitsgrad aufgestiegen.

Am ersten Mai sind beide wieder dorthin gefahren in der Hoffnung, ein paar der Hauptdarsteller zu treffen, die gestern den allerletzten Drehtag hatten. Die lange Wartezeit wurde belohnt: nach zwei Stunden trafen His Excelleny George Washington (Ian Kahn) ein, sein Adjutant und André-Gegenspieler Ben Tallmadge (Seth Numrich), dessen Kumpel Caleb Brewster (der sehr herzliche Australier Daniel Henshall, der sein Püppchen-Doppelgänger über Twitter kennengelernt hat) und später auch der John André-Kollaborateur Benedict Arnold (Owain Yeoman).


"Haven't seen that one before, have I?"

 

 Eigentlich war ich nie wirklich ein Fan von Ben / Seth - irgendwie war er mir zu glatt und zu hübsch - aber seit dem Selfie oben bin ich es! Denn kaum hatte er das Püppchen entdeckt und als John André erkannt, riss er es der völlig überrumpelten Holly aus der Hand, nahm sein Smartphone und schickte ein Foto von sich und dem kleinen Major an seinen leider seit Staffel 3 nicht mehr anwesenden Kollegen JJ Feild!!! Dieses Selfie wurde danach noch einmal von Hollys Smartphone aufgenommen, damit die Fans und natürlich meine Freundin auch etwas davon haben.

Ich habe fast geheult vor Rührung, als Holly es mir erzählt hat... alle waren begeistert und entzückt von meinem kleinen Major, der ja nun fast am Ziel seiner Reise war, nämlich seinem großen Vorbild vorgestellt zu werden. Das beweisen auch die Fotos, die ich mit freundlicher Genehmigung von Holly hier poste.


"Phew! I'm safe. Holly won't let him capture me again."


Schon ziemlich verrückt, denn ich habe nicht wirklich daran geglaubt, dass die Schauspieler mal mit einer meiner "Turn"- Kreationen auf Tuchfühlung gehen. Wenn ich die Bilder betrachte, regt sich schon ein bisschen Stolz auf meine Arbeit und Bewunderung für meine Freundin, die als Besitzerin meines Püppchens zur Premiere der vierten und letzten Staffel gehen wird und sich das Treffen mit den Stars mehr als verdient hat!


"Pointing with fingers is not polite, General."


 

Holly und der kleine Major setzen auf jeden Fall ihre Reisen ins historische Amerika fort, wobei André demnächst vermutlich einen Zwischenstopp in Europa machen muss, um sich divenmäßig die kunstvolle Frisur richten zu lassen, die nach zwei Jahren Sturm- und Drangzeit doch etwas in Unordnung geraten ist. Eigentlich hatte ich ihm auch angeboten, sich ein bisschen mehr herauszuputzen, nachdem er nun so berühmt ist, aber er meinte, Abzeichen und Epauletten seien ihm auf seiner abenteuerlichen Mission nur hinderlich.


"Look at that sneaky traitor smile!"




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Mittwoch, 27. April 2016

Agentenkram aus dem Hochglanzherrenmagazin: The Night Manager (BBC / AMC, 2015)

Keine Angst, der Titel des Beitrags klingt schlimm, aber die Serie ist es ganz und gar nicht. Was sich in der Mini-Serie zwischen Tom Hiddleston und Hugh Laurie entwickelt, ist große Schauspielkunst und ein noch größeres Vergnügen, wenn man James Bond mag, der bekanntermaßen in teurer Kleidung und exotischen Locations am besten zur Geltung kommt. Und obwohl ich kein 007-Kenner bin, habe ich mich bisher - durch die Hälfte der Serie - prächtig unterhalten.

Inhalt so far: Jonathan Pine (Tom Hiddleston), Ex-Soldat, sehnt sich nach einem ruhigeren Leben und hat es mehr oder weniger als Nachtportier in einem Hotel in Kairo gefunden. Dort sucht ihn eine geheimnisvolle Dame auf, die ihn bittet, Dokumente zu kopieren, die streng geheim sind. Pine kann es nicht lassen: er liest die Akten und geht mit der Schönen ins Bett. Wenige Tage später ist sie tot, ermordet von den Männern des Gangsterbosses und Wirtschaftmoguls Richard Onslow Roper (erst unfreiwillig komisch, dann subtil einschüchternd: Hugh Laurie). Pine trauert und lässt sich nach Zermatt versetzen. Die britischen Behörden bekommen Wind von der Geschichte, werden auf Pine aufmerksam und setzen ihn mit neuer Identität und einer kriminellen Vorgeschichte auf Roper an, um diesem das schmutzige Handwerk zu legen.

Meinung: Von der Geschichte war ich zuerst nicht sonderlich angetan, außer von Tom Hiddleston und den schönen, exklusiven Drehorten wie die Schweiz, Mallorca und Ägypten. Ein kleiner Downer war auch die Art, mit der Hugh Laurie den steinreichen und gefährlichen Waffenhändler spielt: der erste Eindruck von ihm ist der eines zweitklassigen Mick Jagger-Imitators in einer Agentenparodie: enge, rote Hosen, eine junge, freizügige Frau im Arm, rotzige Sprüche und eine polierte Tonsur, die in "House M.D." diskret mit einem Haarteil kaschiert wurde. So wirklich ernst konnte ich ihn nicht nehmen - anfangs. 

Aber ab der intensiven Szene der (von Pine inszenierten) Entführung seines kleinen Sohnes hat sich mein Urteil verbessert. Da blitzt ein bisschen Dr. House durch, der auch im Umgang mit Jonathan Pine nicht mehr ganz verschwindet. Er gibt sich bewusst patriarchisch-väterlich, als er durch seine Informanten erfährt, dass Pine eine enge Beziehung zu seinem Vater hatte, der in Belfast bei einem Einsatz getötet wurde, und erklärt Pine zu einem Mitglied der "Familie" - sicherlich kommt es da noch knüppeldick hinter der freundlichen Fassade.

Pine bleibt auf seinem Anwesen in Mallorca (supertolle, großzügige Architektur, da möchte frau sofort einziehen und Tom Hiddleston als Sonnenöl-Eincremehilfe am Pool und im Bett sitzen haben!), und beobachtet das Kommen und Gehen der "Familie", teils mit skeptischen, teils mit waidwunden Blicken. Besonders Frauen vertrauen sich ihm an, und so kommt es auch, dass Ropers giraffenlange Geliebte Jed mit ihm anbandelt, die ebenfalls ein Geheimnis hat.





Fazit: Ich bin erst mit der ersten Disc der Staffel durch, freue mich aber wie Schneekönig auf die kommenden Folgen. Das liegt - ich gestehe - vor allem an Tom Hiddleston. Der Mann hat etwas an sich, das über Talent und gutes Aussehen hinaus geht. In dem Cast, der an sich superb besetzt ist, leuchtet er unter all den zwielichtigen Gestalten des Roper-Universums wie eine kleine Sonne, auch wenn er als Jonathan Pine hin und wieder den toughen Verbrecher und kaltblütigen Geschäftsmann mimt, um Roper an der Nase herumzuführen. Bisher eine absolute Empfehlung!