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Donnerstag, 16. Mai 2024

Oscar-Jubiläum oder das Golden Hollywood der 1930 / 40er Jahre

Durch den Artikel meiner Facebook-Freundin Dagmar Seifert, deren Beiträge ich sehr schätze, habe ich es erfahren: Der Academy Award der Filmindustrie - besser bekannt als "Oscar" - wurde am 16. Mai 1929 zum ersten Mal vergeben. Das inspiriert mich zu einem Blogbericht, in dem ich mal ausschließlich meiner cineastischen Begeisterung fröne. 

Was wäre ein Leben ohne Filme, ohne das Eintauchen in andere Welten, das Mitfiebern für die Protagonisten und Darsteller, die uns sympathisch oder unsympathisch sind. Schauspieler und Filmleute sind große Künstler. Besonders jene, die sich unaufdringlich und liebenswert als Marke verkaufen wie Charlie Chaplin in der Rolle des Tramp.

 

 

 

Auf meinem Lieblingsradiosender läuft hin und wieder ein Lied mit dem Titel "Hollywood von gestern". Ich glaube, es stammt aus den 1970er Jahren. Folglich war die Golden Era der großen Filmstars noch gar nicht sooo sehr von gestern. Zumindest verglichen mit jetzt. Jedesmal, wenn ich es höre, werde ich als Fan der alten Schauspielgarde und den Filmen von damals ein bisschen sentimental. Ich finde, dass der Glamour der Filmindustrie längst verblasst ist, und das gelegentlich schade. Es mag der Tatsache geschuldet sein, dass ich alte Dinge mit einer Mischung aus Respekt und Wehmut betrachte, aber ganz ehrlich: früher waren die meisten Filme besser und die Schauspieler markanter. Irgendwie origineller, ohne sich an etwas messen oder sich verbiegen zu müssen.

Hedy Lamarr zum Beispiel, die als Emigrantin aus Österreich nicht nur Hollywoods erster Nackedei war (ein Skandal!), sondern im Privatleben auch Erfinderin. Auf eine Entdeckung von ihr geht die heutige Technologie des Internets zurück. Wie genau, kann man sicher auf Wikipedia nachlesen. Merkwürdigerweise mag ich einige Schauspielerinnen aus dieser Zeit, ohne mich zu erinnern, einen Film mit ihnen gesehen zu haben, allein aufgrund ihres charakteristischen und unverwechselbaren Aussehens, das sie zu Hollywood-Ikonen gemacht hat. Zu nennen sind da die aparte Ehefrau von Humphrey Bogart, Lauren Bacall und Veronica Lake mit ihrem verführerischen Schlafzimmerblick, halb verborgen von ihrem Seitenpony, der einen frisurtechnischen Trend auslöste. 

Viele meiner Lieblingsschauspieler hatten ihren Karrierehöhepunkt in den Dreißiger und Vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Und irgendwie hatten selbst die Männer viel Glamour um sich, ohne übertrieben feminin zu wirken. Und es waren noch echte, kernige Kerle, die trotzdem oft zu ihrer verletzlichen Seite in Filmrollen standen. 

Errol Flynn ist bis heute meine Nummer Eins auf diesem Gebiet. Unvergessen als Robin Hood und dem unfreiwilligen Piratenkapitän Peter Blood, mit der zierlichen Olivia de Havilland an seiner Seite. Sie galten als das Traumpaar jener Zeit, und in der Tat waren sie auch off-screen ineinander verliebt. Der eher derbe Flynn hatte aber eigenwillige Wege, das zu zeigen. Und die unbedarfte, junge Olivia verstand die mehr oder weniger subtilen Zeichen einer Schlange in ihren abgelegten Unterröcken als einen gründlich missglückten Scherz.

Erst, als es schon zu spät war, gestand er ihr verbal und betrunken seine Liebe. Das ist eine Geschichte, die mich bis heute rührt. Kurz darauf starb Errol Flynn mit 50 an einem Herzinfarkt, während Olivia das gesegnete Alter von 104 Jahren (1916-2020) erreichte. Ob die Verbindung gehalten hätte, ist eher anzuzweifeln, aber ach... sie waren schon ein verflixt hübsches Paar!

Überhaupt, die Celluloid-Männer von damals! Echte Schnitten! Natürlich hat man sie in Filmen und auf Fotos entsprechend ausgeleuchtet, damit sie ein fast überirdischer Glanz umgibt. Der erste war wohl Rudolph Valentino, der mit seinem frühen Tod eine Massenhysterie verursachte, und in seine Fußstapfen trat optisch bald darauf der junge Gary Cooper. Von einem Valentino-Phänomen ist mir bei ihm zwar nichts bekannt, aber weibliche Fans hatte und hat er auch nicht wenige. Er übernimmt in späteren Jahren Charakterrollen und die des aufrichtigen Amerikaners, und ich glaube, er war auch im wirklichen Leben so. Ein bisschen konservativ, steif und verlegen, aber mit dem Herz am rechten Fleck. So wie James Stewart, nur für mich persönlich attraktiver.

Der Cineast hat ihn eher als knorrigen, einsamen und wortkargen Helden in Erinnerung, und beliebt und gefragt bleibt er bis zu seinem Tod Anfang der 1960er. Mein Lieblingsfilm mit ihm ist "Der Galgenbaum" und zeigt ihn - schon von seiner Krankheit gezeichnet - als einsiedlerischen Arzt, der sich einer jungen blinden Einwanderin aus Schweden (Maria Schell) annimmt.

Weitere Schauspieler des Golden Hollywood, die ich immer wieder gerne sehe, sind Gregory Peck und Basil Rathbone. Sie haben das Kino der 1930/40 entscheidend geprägt mit ihren Rollen und ihrer imposanten Erscheinung. Leider kann man das von den heutigen Hollywoodstars nicht mehr behaupten. Vielleicht war halt früher doch alles besser. Oder wenigstens einiges.

Jedenfalls herzlichen Glückwunsch zum 95. Jubiläum, Oscar!

 

Bildquelle: Pixabay

 



Sonntag, 5. November 2017

Thor - Tag der Entscheidung " Thor - Ragnarok"

Am vergangenen Donnerstag war ich mal wieder im Kino. Eher mit wenig Erwartung, dass der Film gut ist: es war eine Marvel-Produktion, und von denen bin ich - von zwei oder drei Ausnahmen - nicht allzu begeistert. Zu viel Spektakel, Krach und zähflüssige Längen, die mich unruhig im Sitz hin und her rutschen lassen, weil ein dringendes Bedürfnis sich meldet.




Trotzdem habe ich "Thor - Tag der Entscheidung" eine Chance gegeben. Die beiden ersten Teile um den nordischen Donnergott habe ich ebenfalls gesehen, und der Vollständigkeit halber musste der dritte auch noch sein. Außerdem: Tom Hiddleston. Ich mag ihn einfach zu sehr, um die Gelegenheit verstreichen zu lassen, ihn auf der großen Leinwand anzuschmachten... (O; Und es war nicht nur Mr. Hiddleston, der den Film für mich zu einer positiven Überraschung hat werden lassen.

Über die Handlung kann und will ich nicht viel erzählen. Denn die war praktisch kaum vorhanden. Worum es ging, wurde eigentlich erst in den letzten zehn Minuten des Films klar, und das war auch gut so. Jedenfalls hat mir schon die Eröffnungsszene mit Thor in der Unterwelt ein herzhaftes Lachen entlockt, auch wenn sie ein bisschen sehr gruselig war. Aber die Selbstironie, die Thor-Chris Hemsworth konsequent durchzieht, war für mich ein echtes Highlight. Hätte ich ihm so gar nicht zugetraut. Sein etwas unbeholfener Besuch beim elegant die Treppe hinabschwebenden Uberzauberer Dr. Strange gehört ebenso dazu wie die weinerliche Trauer um den Hammer Mjölnir, der ihm abhanden kommt, genauer gesagt von seiner älteren Halbschwester Hela (Cate Blanchett)  in einem Duell zu Brei zerquetscht wird.

Überhaupt, die gute Hela. Als Göttin des Todes ist ihr schwer beizukommen, da sie ja praktisch unverwüstlich ist. Doch bevor es zum fulminanten Showdown kommt, wird der Zuschauer mit unzähligen Witzen und Gags bei Stange gehalten, die sich teilweise nur dem eingefleischten Marvel-Fan erschließen (und ich denke mit Schaudern an das unheimliche Nerd-Lachen des Typen hinter mir).

 Aber auch ich hatte meinen Spaß. Etwa wenn Loki Thor zeigt, wohin er Allvater Odin alias Anthony Hopkins verbannt hat, oder als Thor auf einem Müllplaneten landet, der von dem abgefahrenen "Grandmaster" Jeff Goldblum regiert wird. Weniger toll fand ich den Auftritt von "Hulk" Mark Ruffalo. Irgendwie wirkte er fehl am Platz, obwohl er nach dem albernen Gladiatoren-Kampf ein ganz passables Teammitglied  abgegeben hat, das auch ein paar coole Sprüche zum besten geben durfte ("Ich hab' mir Asgard prächtiger vorgestellt.") und ein Duran Duran-T-Shirt trug. Die große Überraschung war für mich der Gott des Unheils, der hinterlistige Loki, der in diesem Film nicht gar so hinterlistig agiert wie gewohnt und damit ein paar Zuschauer herbe enttäuscht hat. Ich persönlich fand es ganz gut, dass man ihm - nachdem Thor ihm ins (tatsächlich vorhandene!) Gewissen geredet hat, eine "change of heart" gegönnt hat, die ihn hat erkennen lassen, dass Familie (vorläufig) wichtiger ist als List und Tücke. Wer weiß, wie lange der Edelmut anhält bei Lokis Wankelmut. Oder ob er nicht doch nur vorgetäuscht war.

Milder Spoiler: Zumindest besinnt er sich am Ende eines guten besseren und steht Thor zur Seite. Der Deal mit Dr. Strange geht so oder so nicht auf: da Asgard vernichtet wird, muss Loki nun gemeinsam mit dem neuen Allvater Thor auf Midgard Asyl beantragen, das ihm sicher gewährt wird. Dumm gelaufen!

Fazit: Schrilles Popcornkino, das erstaunlicherweise meine Art von Humor getroffen und mir einen unterhaltsamen Abend beschert hat. Ein bisschen zu viel Chris Hemsworth vielleicht, der aber eine überzeugende und witzige One-Man-Show abliefert und von seinen Mitspielern von Mensch über versoffene Walküre bis zu den Göttern kongenial unterstützt wird. Nach dem für mich eher abtörnenden, weil lärmigen Trailer doch ein gelungener dritter Teil der Thor-Saga.

Bewertung: 
 👍👍👍 und ein halber 👍




Donnerstag, 15. Januar 2015

Neujahrsvorsätze ade (Warning: Mecker-Post)!

Ehrlich gesagt, ich verstehe sowieso nicht, warum man sie sich jedes Jahr aufs Neue vornimmt, die guten Vorsätze. Aber vielleicht ist es ein bisschen so ein Zwang der menschlichen Natur, weil es keinen geeigneteren Zeitpunkt gibt, um mit schlechten Gewohnheiten zu brechen. Könnte ich mir vorstellen. Meine letzten jedenfalls habe ich wieder nicht halten können, dabei waren sie gar nicht so unmöglich utopisch; zumindest ein paar davon nicht.


Pixabay / nickgesell

 

Allein der Wunsch, wieder öfter ins Kino zu gehen, ließ sich nach einem viel versprechenden Auftakt nicht realisieren. Mein Filmgeschmack ist weitgehend anders als der des hiesigen Programms und der Mehrheit der Zuschauer. Wenn ich mir Familien-, Migranten- oder *humorige* Betroffenheits-Filme wie "Honig im Kopf" von und mit Til Schweiger ansehen müsste, würde ich alternativ lieber einen Handstand mit Überschlag machen. Und leider kamen von der Sorte viel zu viele Filme dieses Jahr. Insgesamt habe ich es 2014 zwei mickrige Male auf einen roten Chintzstuhl geschafft. Vielleicht sollte ich mir für die Zukunft vornehmen, ein Programmkino zu betreiben, das jedes Wochenende "Lawrence von Arabien" zeigt.^^

Lesen, ja. Das habe ich mir auch vorgenommen, weil es mit dem Schreiben derzeit ein wenig hapert. Romane wie auch Filme können da eine gute Inspiration sein, doch auch hier schraube ich meine Ansprüche anscheinend zu hoch. Früher konnte mir der Schmöker nicht dick genug sein. Letztes Jahr war ich froh, dass ich mich mal zu einer Leserunde aufraffen konnte. Das Buch selbst war zwar eine ziemliche Enttäuschung, aber der gute Wille zählt, und es hat mir im Endeffekt richtig gefallen, mal wieder mitreden zu können. Inzwischen bin ich an einem weiteren kleinen Roman, den mir meine Tante letzte Woche geschenkt hat. Einer dieser Tierromane, die seit "Ein Kater namens Bob" wie Pilze aus dem Boden schießen. Bisher ist er ganz nett, zugegeben, auch wenn der Erzähler mit seiner selbstherrlichen Art nervt und die Scottish Fold "Norton" ein solcher Wunderkater ist, dass ich dem Autor die biografische Glaubwürdigkeit nicht so ganz abnehme. Und dann nennt man die Neuauflage des Buches auch noch "Klappohrkatze"! Als wäre Bob nicht schon ein kräftiges Zugpferd, muss auch noch Til Schweiger Pate stehen. Naja. Die Marketingstrategen halt.

Was meine weiteren Vorsätze und Erwartungen betraf, so ist die Bilanz nicht allzu rosig. Ich hatte mir vorgenommen, wieder entspannter zu sein, lustiger und aktiver. Nicht dass ich faul wäre, aber bestimmt gäbe es das eine oder andere, das mir mehr Spaß bringen und mein Leben wieder abwechslungsreicher machen würde. Eine neue Sportart oder eine neue Fremdsprache lernen. Öfter zu verreisen. Die finanziellen Mittel für ein paar Extravaganzen haben. Mich nicht von anderen beeinflussen zu lassen und mich deswegen mies zu fühlen.

Das sind Dinge, die häufig schwer durchführbar sind, wenn man es mal soweit hat kommen lassen. Manchmal denke ich auch, diese ganzen Facebook-Weisheiten von wegen "Be yourself!" und Veränderungen sind überbewertet. Früher hat man das von selbst und ganz normal gemacht, ohne ständig mit der Nase darauf gestoßen zu werden. Wahrscheinlich ist es das, was es den meisten Leuten so schwer macht, Veränderungen an sich und anderen zu akzeptieren, sich entweder beschwingt den Gegebenheiten anzupassen oder ihnen bewusst zu trotzen und dennoch kein schlechtes Gewissen zu haben. Und das ist vielleicht der nächste Vorsatz nach einem halben Jahr Facebook, das sich, unter uns, nicht wirklich lohnt (Korrektur: mein Fehler! Ich werbe einfach nicht clever genug): ich halte mich ab jetzt zurück und logge mich nicht jeden Tag dort ein. Mal sehen, wie lange ich den Vorsatz halten kann...