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Sonntag, 5. November 2017

Thor - Tag der Entscheidung " Thor - Ragnarok"

Am vergangenen Donnerstag war ich mal wieder im Kino. Eher mit wenig Erwartung, dass der Film gut ist: es war eine Marvel-Produktion, und von denen bin ich - von zwei oder drei Ausnahmen - nicht allzu begeistert. Zu viel Spektakel, Krach und zähflüssige Längen, die mich unruhig im Sitz hin und her rutschen lassen, weil ein dringendes Bedürfnis sich meldet.




Trotzdem habe ich "Thor - Tag der Entscheidung" eine Chance gegeben. Die beiden ersten Teile um den nordischen Donnergott habe ich ebenfalls gesehen, und der Vollständigkeit halber musste der dritte auch noch sein. Außerdem: Tom Hiddleston. Ich mag ihn einfach zu sehr, um die Gelegenheit verstreichen zu lassen, ihn auf der großen Leinwand anzuschmachten... (O; Und es war nicht nur Mr. Hiddleston, der den Film für mich zu einer positiven Überraschung hat werden lassen.

Über die Handlung kann und will ich nicht viel erzählen. Denn die war praktisch kaum vorhanden. Worum es ging, wurde eigentlich erst in den letzten zehn Minuten des Films klar, und das war auch gut so. Jedenfalls hat mir schon die Eröffnungsszene mit Thor in der Unterwelt ein herzhaftes Lachen entlockt, auch wenn sie ein bisschen sehr gruselig war. Aber die Selbstironie, die Thor-Chris Hemsworth konsequent durchzieht, war für mich ein echtes Highlight. Hätte ich ihm so gar nicht zugetraut. Sein etwas unbeholfener Besuch beim elegant die Treppe hinabschwebenden Uberzauberer Dr. Strange gehört ebenso dazu wie die weinerliche Trauer um den Hammer Mjölnir, der ihm abhanden kommt, genauer gesagt von seiner älteren Halbschwester Hela (Cate Blanchett)  in einem Duell zu Brei zerquetscht wird.

Überhaupt, die gute Hela. Als Göttin des Todes ist ihr schwer beizukommen, da sie ja praktisch unverwüstlich ist. Doch bevor es zum fulminanten Showdown kommt, wird der Zuschauer mit unzähligen Witzen und Gags bei Stange gehalten, die sich teilweise nur dem eingefleischten Marvel-Fan erschließen (und ich denke mit Schaudern an das unheimliche Nerd-Lachen des Typen hinter mir).

 Aber auch ich hatte meinen Spaß. Etwa wenn Loki Thor zeigt, wohin er Allvater Odin alias Anthony Hopkins verbannt hat, oder als Thor auf einem Müllplaneten landet, der von dem abgefahrenen "Grandmaster" Jeff Goldblum regiert wird. Weniger toll fand ich den Auftritt von "Hulk" Mark Ruffalo. Irgendwie wirkte er fehl am Platz, obwohl er nach dem albernen Gladiatoren-Kampf ein ganz passables Teammitglied  abgegeben hat, das auch ein paar coole Sprüche zum besten geben durfte ("Ich hab' mir Asgard prächtiger vorgestellt.") und ein Duran Duran-T-Shirt trug. Die große Überraschung war für mich der Gott des Unheils, der hinterlistige Loki, der in diesem Film nicht gar so hinterlistig agiert wie gewohnt und damit ein paar Zuschauer herbe enttäuscht hat. Ich persönlich fand es ganz gut, dass man ihm - nachdem Thor ihm ins (tatsächlich vorhandene!) Gewissen geredet hat, eine "change of heart" gegönnt hat, die ihn hat erkennen lassen, dass Familie (vorläufig) wichtiger ist als List und Tücke. Wer weiß, wie lange der Edelmut anhält bei Lokis Wankelmut. Oder ob er nicht doch nur vorgetäuscht war.

Milder Spoiler: Zumindest besinnt er sich am Ende eines guten besseren und steht Thor zur Seite. Der Deal mit Dr. Strange geht so oder so nicht auf: da Asgard vernichtet wird, muss Loki nun gemeinsam mit dem neuen Allvater Thor auf Midgard Asyl beantragen, das ihm sicher gewährt wird. Dumm gelaufen!

Fazit: Schrilles Popcornkino, das erstaunlicherweise meine Art von Humor getroffen und mir einen unterhaltsamen Abend beschert hat. Ein bisschen zu viel Chris Hemsworth vielleicht, der aber eine überzeugende und witzige One-Man-Show abliefert und von seinen Mitspielern von Mensch über versoffene Walküre bis zu den Göttern kongenial unterstützt wird. Nach dem für mich eher abtörnenden, weil lärmigen Trailer doch ein gelungener dritter Teil der Thor-Saga.

Bewertung: 
 👍👍👍 und ein halber 👍




Dienstag, 8. Dezember 2015

Der Weiße Hai auf Wal(f)isch: "Im Herzen der See" Review

Über diesen Film bin ich gestolpert, als ich auf einem meiner Spaziergänge am Kino vorbei ging und dort das Plakat hängen sah. Klang erst mal verlockend: ein historischer Männerstreifen, der die Vorlage zu Herman Melvilles Klassikers "Moby Dick" erzählt und sich im Jahr 1820/21 wohl tatsächlich so ereignet hat.

Die Schauspieler (Chris Hemsworth, Cillian Murphy und ein paar andere) waren an meiner Entscheidung, den Film anzuschauen, nicht maßgeblich beteiligt. Aber ein oder zwei attraktive Kerlchen außer den computeranimierten Walen hätte "Im Herzen der See" durchaus vertragen können, um mich bei Stange zu halten. Ganz ehrlich: ich fand ihn trotz zahlreicher actionreicher Walkämpfe und unfreiwilligem Kannibalismus so tranig wie das Walöl, nach dem die "Essex" mit ihrer Mannschaft in See stach. Spätestens, als der erste arme Wal sein Leben lassen musste, war mir klar: das ist nicht mein Film - selbst der in der Vorschau eindringliche Spot über die Überlegenheit der Natur änderte daran nichts. Und da zog sich das überdramatisierte Gedöns noch über zwei Stunden hin.

Der Inhalt: Der Romanautor Herman Melville sucht Inspiration für sein neues Buch, und besucht zu diesem Zweck den einzig noch Lebenden der Katastrophe, der die Walfischbarkasse "Essex" entgegensegelte. Mr. Nicholson, damals noch ein Junge, ist ein verstockter alter Mann, gebeutelt von Trunksucht und unverarbeiteter Erinnerung an das, was vielen Schiffskameraden das Leben kostete: der riesenhafte weiße Wal, der die Jäger zu Gejagten über tausende von Seemeilen machte. Auch als Mr. Melville nach drei Tagen erschöpfenden Erzählens dessen Haus verlässt, fühlt sich Mr. Nicholson nicht besser, aber Ben Whishaw alias Herman Melville hat die Grundzüge seines Meisterwerks in der Tasche, das zu den Klassikern der Weltliteratur zählt. Und wir wissen immerhin, wer sich hinter Ismael verbirgt (aber nutzt uns das wirklich etwas, sofern dies nicht als Millionärsfrage auf dem heißen Stuhl gestellt wird?).





Meine Meinung: Obwohl ich Filme mit historischem Hintergrund wirklich mag und mich auch menschliches Verhalten in Extremsituationen interessiert, hätte ich mir "Im Herzen der See" sparen können.

Die Schauspieler agierten durch die Bank hölzern, und so etwas wie eine emotionale Connection zwischen mir und den sich abstrampelnden Männern kam nicht einmal im Keim auf. Selbst Szenen, die darauf abzielten, Emotionen zu vermitteln, wie der Abschied der beiden langjährigen Freunde Owen Chase und Matthew Joy, der schwer verletzt auf einer Pazifikinsel zurückblieb, haben bei mir ihre Wirkung verfehlt. Nur der harpunierte Wal, wie gesagt, da musste ich schon mit den Tränen kämpfen. Zum Glück hat der heldenhafte Chase (Hemsworth) aus dem "Abenteuer" seine Lektion gelernt, und auch der blasse und aufgeblasene Captain (dessen Namen - im Film und in Echt - mir entfallen ist), erfährt eine Minute der Läuterung. Und die epische Musik im Abspann mit dem Donnern war es wert, noch ein bisschen länger als nötig das Sitzfleisch zu strapazieren.

Trotzdem: wer gemeingefährliche Raubfische mit Sinn für Strategie mag und charakterstarke Figuren, sollte entweder bei Steven Spielberg "Der Weiße Hai" bleiben oder der grandiosen Moby Dick-Verfilmung mit Gregory Peck als obsessiver Käpt'n Ahab.


Bewertung: 
👍👍




Freitag, 20. September 2013

Thor. Hammermäßig oder der Versuch einer Rezension

Ganz ehrlich: Sobald sich der Herbst ankündigt und es kein Wetter mehr ist, um draußen etwas zu unternehmen, ohne sich in unschmeichelhafte Michelinmännchen-Anoraks zu werfen, mutiere ich zur Couch-Potato. Und das Schlimmste: ich bilde mich nicht, indem ich es mir mit einer Tasse Tee und einem guten Buch gemütlich mache, nein. Ich flacke vor dem Fernseher!

Furchtbar, was dann alles angeguckt wird. Die Terror-Teenies auf Sat.1 waren bisher die Krönung, und trotzdem finde ich das gestellte, nach dem gleichen Muster ablaufende Format ganz interessant... was mich zur Überleitung meines eigentlichen Themas bringt, sowohl die Terror-Kids als auch das widerwillig Interessante.

Ich habe mir "Thor" mit Chris Hemsworth, Anthony Hopkins und Tom Hiddleston angeschaut. Eigentlich ein ganz untypischer Film für mich: Aufwändiger Hollywoodblockbuster mit viel Action, viel Computereffekten, wenig Dialog und wenig Tiefe auf den ersten und auch zweiten Blick. Chris Hemsworth wurde vermutlich ausgewählt, weil der Regisseur Kenneth Branagh inzwischen zu alt ist, um seine Eitelkeit auf der Leinwand zu befriedigen (Mann, bin ich fies! Trotzdem - er sieht ihm irgendwie ähnlich, oder?)

Jedenfalls fand ich den Film überraschenderweise recht gelungen. Schrilles, unterhaltsames Popcorn-Kino, fast so wie "Pirates of the Caribbean". Hauptsächlich war das Anthony Hopkins als Odin und Tom Hiddleston als Loki zu verdanken. Komisch, dass mir die zwielichtigen bis fiesen Gestalten in Film und Literatur oft viel besser gefallen. Mit der nordischen Göttersage kenne ich mich zwar nicht aus, aber das war auch kein Manko - erstens lernt man ein bissl was darüber, und zweitens hat sich Kenneth Branagh vieles ausgedacht - Loki und Thor sind in der Sage keine Brüder; noch nicht mal entfernte Verwandte. Macht aber gar nix. Der Dramaturgie hat der böse, listige Adoptivbruder des etwas tumben Thor gut getan. Ein bisschen eigenartig wirkte der Kontrast von Hemsworth' ausgeprägt australischem Englisch und Hiddlestons etwas halbseidener "british stiff upper lip". Andererseits hat das auch wieder zu den Charakteren gepasst, die sie jeweils verkörpern.

Die Idee, dass Thor auf die Erde *verbannt* wird, fand ich ebenfalls gut. Klar, wenn Halbgötter sich auf der Erde zurechtfinden müssen, kommt es zu klischeehafter Situationskomik, aber gestört hat sie mich nicht. Was ich dagegen nicht mochte, war die seltsame Liebesbeziehung zwischen Thor  Tarzan  und Jane. Die war überflüssig. Aber ich mag auch Nathalie Portman nicht. Sie ist für mich mit Keira Knightley identisch, die meiner Ansicht nach auch eine bessere Figur in Hochglanzmagazinen als in Filmen machen würde.

Loki alias Tom Hiddleston war allerdings Klasse! Es war der erste größere Auftritt von ihm, den ich gesehen habe, und er hat mich dann doch überzeugt. Spätestens nach seinem erst weinerlichen und dann wüsten Gekreische, als er Odin vorwirft, stets Thor bevorzugt zu haben und Loki als Druckmittel gegen die Eisgiganten zu benutzen (hieß das Volk so? Ich fand es ziemlich unlogisch, dass Loki von Frostbeulen abstammt, wenn er der Überlieferung nach der Gott des Feuers sein soll. Naja, Schwamm drüber), war mir klar, dass ich mir bestimmt auch den zweiten Teil ansehe, der Ende Oktober ins Kino kommt.

Alles nicht neu, aber manchmal brauchen auch alte Geschichten neue Aufgüsse. Außerdem wiederholt sich alles irgendwann wieder, besonders die Klassiker. Und wenn sie in so poppigem Gewand und mit einem echt finsteren, aber auch tragischen Schurken verpackt werden, vergebe ich als Anti-Blockbuster-Fan großzügig vier Sterne.






👍👍👍👍