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Dienstag, 18. August 2026

Catsitter zum zweiten...

 Nachdem wir letztes Jahr unseren Job als Catsitter so verlässlich und verantwortungsbewusst erledigt haben, war klar, dass wir diese Saison wieder als Pflegemamas der Katzengang unseres Cousins angetreten sind. Für uns ist das eine große Ehre und auch ein Spaß, denn die vier Samtpfoten (Leo ist leider nicht mehr dabei) sind alle so süß und echte Charakterköpfe. Und sie wussten auch noch, wer wir sind, denn wie jeder Katzenfan weiß, haben die Tierchen ein unglaublich gutes Gedächtnis.

 

Mit Gizmo, Felix, Maxl und Lilly (KI)

 

Etwas mühsam und erschwerend kam hinzu, dass Felix nun aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion täglich eine Pille vor dem Fressen zu sich nehmen muss, die wir mit allen Tricks und Raffinessen versuchten, ihm schmackhaft zu machen, da wir mit dem Nutella nicht so ganz einverstanden waren, das er hingebungsvoll vom Napfrand schleckt und in dem wir seine Medizin verstecken sollten. Kurz und gut, wir machen es immer noch, denn Felix lässt sich nicht bluffen und besteht auf seine süße Vorspeise (soviel zum Gerücht, Katzen wären nicht fähig, Süßes zu schmecken). 

Ärger allerdings hat uns allen - Mensch und Tier - die Hitze zugesetzt. In den letzten Wochen gab es fast ununterbrochen über 35°C. Ich bin für die sanitäre Einrichtung der Hausherren Felix und Gizmo zuständig und war jedesmal nach der Reinigung schweißgebadet. Es ist an sich ohnehin keine Arbeit, um die man sich reißt, aber bei solchen Bedingungen, mit megaschwerem Mineralkatzenstreu und zwei älteren Herren, die nicht immer exakt die Mitte des Klos treffen, war die Bullenhitze nicht eben förderlich. Neben schwitzen habe ich oft gekeucht und gestöhnt, bis die großen Brocken abgetragen waren. Allerdings bin ich froh, dass ich nicht zimperlich bin, was das angeht. Auch wenn unsere Kater Toby und Mikkel leichteres, geruchsneutrales Streu aus Holzpellets haben, das man sogar übers WC entsorgen kann, und ich mir oft wünschte, das wäre dort genauso. Aber ach - ich liebe sie ja auch, den Felix und den Gizmo, und möchte, dass ihre Toiletten keinen Grund zur Beanstandung geben. Katzen sind sehr reinliche Gesellen, und nehmen eine unsaubere Umgebung persönlich.

 

Lilly und ich 

 

Mein Lieblingspflegekätzchen - wenn ich denn eines haben sollte - ist Lilly. Wir waren verstört und traurig, als unser Cousin vor seinem Urlaub erzählte, dass es ihr nicht gut geht und die Tierärztin vor kurzem einen Tumor im Maul festgestellt hat. Falls es ihr schlechter gehe, sollten wir sie anrufen, damit Lilly nicht leiden muss. Merkmale wären Probleme beim Fressen und viel Sabber. Wir haben noch von Mamas Bestand aus Gesundheitsprodukten das pulverisierte Vulkangestein Zeolith, auch bekannt als "der Stein des Lebens". Google meinte auf Nachfrage, dass es auch Tieren hilft und in Japan speziell Katzen damit ein langes Leben von über zwanzig Jahren erreichen. Also nicht lang gefackelt. Bei Antritt unserer "Dienstzeit" mischten wir Lilly und Maxl, den Freigängern, eine Messerspitze Zeolith unters Futter und baten Jesus, sie zu schützen. Das ist jetzt fast drei Wochen her, und Lilly geht es richtig gut! Sie hat sogar zugenommen. Der Geifer wurde weniger und ist fast weg. Vielleicht - so vermuten wir - war der Tumor ein Geschwür, das durch das Zeolith geschrumpft ist. Jedenfalls sind wir mächtig stolz auf Lilly, ihren Appetit und ihr Fell, das altergemäß nicht mehr das weichste ist, aber doch wieder schön durch das Zeolith und unsere tägliche Fellmassage, auf die sie schon schnurrend wartet nach den Mahlzeiten. Was Lilly mir bedeutet, kann ich schwer erklären, denn ich sehe sie ja nicht häufig. Aber ich bin ganz verzückt von ihrem ernsten Gesichtchen, ihrer Lebenserfahrung und Weisheit, mit der sie abends am Teich zu unseren Füßen philosophiert, und ihrer kleinen, zähen Statur. Sie haust, wie ihr Sohn Maxl, hinter und in der Scheune und entfernt sich nie weit vom Grundstück. Unser Cousin sagte, sie tauchte einfach irgendwann auf und ist geblieben. Das macht sie in meinen Augen noch liebenswerter.

 

Rien ne va plus! Gizmo mit dem Roulette

 

Den beiden Wohnungskatzen haben wir ein paar Spielsachen besorgt. Wir sind nur morgens und abends für etwa eine Stunde da, so dass wir fanden, sie bräuchten zwischendurch ein wenig Unterhaltung. Vor allem der anhängliche Felix braucht Aufmerksamkeit und Gesellschaft. Auf fruchtbaren Boden sind unsere Bemühungen kaum gefallen; aber wir haben die beiden doch mal am Roulette mit klackenden Bällen erwischt. Und beim Radioeinschalten. Das war ein Schreck! Der lief nämlich einmal, als wir ankamen. Erst eine Nachricht aus Kroatien, sie seien wohl über die Fernbedienung spaziert, ließ uns aufatmen und -lachen. 

Es war wieder ein Abenteuer mit den vieren. Der sonst recht scheue Maxl hat uns sogar eine Ratte gebracht, was offenbar ein Geschenk sein sollte; seitdem ist er erstaunlich schmusig und wagemutiger als Gizmo im zwischenmenschlichen Umgang. So, nun ist es wieder Zeit, nach der Meute zu schauen. Unser Cousin hat nämlich seinen Urlaub um einige Tage verlängert...

 

 

Montag, 19. Januar 2026

Knitz "Pilzi" Columbus

 Alle unsere Katzen waren und sind etwas ganz Besonderes, egal, wie lang oder kurz wir sie in der Familie hatten - es wird keine(r) vergessen, und ich bin auch sicher, dass wir sie eines Tages alle wiedersehen. Die ganze liebenswerte Bande, die jetzt schon in Mamas himmlischem Garten herumtollt: Oskar, Boris & Ivanka, Moritz, Gino, Columbus & Joschi. Obwohl ich mit letztgenanntem eine besonders innige Beziehung hatte, möchte ich diesen Artikel unserem Pilzi widmen, der eher durch ein Unglück zu uns kam und zu so einem großen Glück für uns wurde.

 

Der ca. fünf Wochen alte Knitz in meinem Zimmer

 Knitz war in mehrerer Hinsicht eine Premiere für uns. Er war das erste und einzige schwarzweißgetigerte Kätzchen, das wir hatten, in einem entzückenden gestreiften Body und mit entsprechendem Käppchen auf. Er wurde von unserer damaligen Angestellten gebracht, nachdem sein Brüderchen auf dem Bauernhof von einem Pferdefuß erwischt worden war und Knitz dieses Schicksal erspart bleiben sollte. Er sollte auch die Lücke füllen, die der spurlos verschwundene Joschi hinterlassen hatte (aber zwei Jahre später zu unserer großen Freude und Überraschung wieder zurückkehrte). Ich war nicht sehr begeistert. Warum, weiß ich nicht mehr. Mir ist aber in Erinnerung, dass ich das obige Foto aufgenommen habe, als ich allein mit ihm zuhause war und ihn aus seinem Karton-Refugium im Esszimmer mit in mein Zimmer trug, wo er neugierig alles mit tappernden Schrittchen erkundete. Ich habe sehr geweint, als ich ihn beobachtet habe, und Abbitte geleistet, dass ich ihn nicht sofort willkommen geheißen habe. Er war so süß und goldig und ein zähes und widerstandsfähiges Kerlchen! Viel zu früh getrennt von seiner Mama, bekam er bei uns das Fläschchen. Mama hat sich sehr darum gekümmert, dass er gut gedieh und es ihm an nichts fehlte. Als Herbstkätzchen hatte er häufig Schnupfen (der damals noch nicht so ernst und effektiv behandelt wurde wie heute), doch es ging ihm gut; der Schnupfen hat ihn erst sehr viel später mehr beeinträchtigt. 

Ein paar Mal wurde er beim Tierarzt vorstellig, der ihm eine Vitaminspritze gab und beim ersten Besuch die "ermutigenden" Worte sprach: "Wenn Sie ihn ein Jahr haben, ist es lang." 

 

Im Garten im Rittersbruch

Wir hatten dreizehn Jahre miteinander, in denen wir so viel Spaß mit dem charakterstarken und etwas spröden Columbus hatten. Columbus ist sein richtiger Name, weil er ein kleiner Entdecker war, doch knitz war er auch, so dass sich die Bezeichnung als Rufname durchgesetzt hat. Auch wenn er liebevolle und viele Kosenamen hatte. Und ein tolles Leben. Wie alle unsere Katzen bis auf Toby und Mikkel war er Freigänger, entfernte sich aber nie weit vom Haus (zumindest tagsüber). Trotz seiner Unabhängigkeit zog es ihn zu Papa hin, der seine wichtigste Bezugsperson wurde, mit ihm spielte bis die Hände bluteten (bei Knitz' spitzen Krallen nach ca. fünf Sekunden), und auf dessen Bauch er in der Mittagspause schlief. Und der ihn nach dem Umzug in die Grabengasse auch mal spaßhalber an die Linde warf, wo er sich wie mit Saugnäpfen an den Stamm krallte und wieder zurückkam, um den Spaß von vorn beginnen zu lassen. 

Einmal bekamen ihn wohl böswillige und grausame Kinder in die Hände, denn er verlor einen Teil seines Schwanzes, nachdem er sich verletzt mit letzter Kraft auf unsere Terrasse geschleppt hatte und dort jämmerlich weinte. Mit meinem Fahrrad habe ich Hilfe geholt, das daraufhin gestohlen wurde, weil ich es in der Eile nicht abgeschlossen habe. Das war mir dann aber fast egal. Hauptsache, Knitz wurde geholfen. Eigentlich wollte der Tierarzt den Schwanz abnehmen, doch Mama hat Protest eingelegt. Seitdem hatte er einen kleinen Knick im Schwanz, der ihn in seinen Aktivitäten und uns nie gestört hat. 

 

Auf dem Twingo in der Grabengasse
 

Es gibt einige Geschichten über Knitz, die uns zum Lachen bringen. Weil er so schlau und gewitzt war, nannten wir ihn auch Knitzi Kniggings, nach Prof. Higgins aus "My Fair Lady". Eine dieser Anekdoten habe ich in meinem Buch "Shalom Mamele" erzählt, doch es gibt viele mehr. 

Zum Beispiel als er einer Passantin auf High Heels wie im Bann hinterhergefußelt ist und aus dem Laden die Klänge von "Je T'aime" erschallten. Ich war nicht dabei, doch es wurde mir so plastisch geschildert, dass ich die Szene förmlich vor mir sehe. Vermutlich hat Knitz die Frau von hinten mit Nicole verwechselt, die die Haare ähnlich trug. 

Mit Joschi, der wie gesagt wieder auftauchte, wurde der dominante Knitz nie wirklich warm, so dass der gutmütige Joschi, obwohl er die älteren Rechte hatte, sich ihm untergeordnet und wenn Knitz schlief, seine Nähe gesucht hat, indem er sich leise dazugelegt hat. Das war sehr rührend. Sie hielten zusammen, wenn es darum ging, das Revier zu verteidigen. Da hat sich Joschi meist hinter Knitz versteckt, um im Notfall eingreifen zu können. Ich weiß nicht, ob das je nötig war, musste aber lachen, als ich ihre Taktik mal beim Nachbarskater beobachten konnte. 

 

Knitz und Joschi halten ein Nickerchen

 

 Beide waren wie Familienmitglieder, selbst für die Eltern. Knitz verschwand irgendwann in die Nacht hinaus, und Nicole, die ihm die Tür öffnete, meinte später, gehört zu haben, wie er "Auf Wiedersehen" sagte. Er kam nicht wieder. Wir haben ihn lange gesucht, mit Handzetteln und Anschlagsblättern (damals waren wir noch nicht bei Facebook oder Tasso), ob er vielleicht wegen seiner Neugier versehentlich eingesperrt worden war. Wir waren von ihm gewohnt, dass er regelmäßig im Haus und im Laden war, so dass wir bald die Hoffnung aufgaben. 

Vermisst haben wir ihn sehr lange, und selbst jetzt kommen mir die Tränen. Er war ein großer und wichtiger Zeil in meinem Leben, weil er mir gezeigt hat, dass nicht nur schwarze und getigerte Katzen liebenswert sind. Der rote Toby ist ihm ein bisschen ähnlich im Körperbau, vom Temperament und mit den großen Ohren, und manchmal denke ich, es steckt ein Teil Knitz in ihm, der uns sagen will, dass er uns ebensowenig vergisst wie wir ihn. Und Mikkel erinnert uns in vieler Hinsicht an Joschi.

 

Dienstag, 3. Juni 2025

Katze fürs Leben ~ Stefanie Zweig

 Meine Tante liest viel. Noch viel mehr, seit ihr langjähriger Partner, mein Onkel, recht überraschend im Frühling starb. Abends liest sie im Bett, bis ihr die Augen zufallen, sagt sie. Und sie liebt Katzen. Leider hatten sie und mein Onkel keine mehr, nachdem sie älter wurden, und nun kommt keine Katze mehr ins Haus. Dafür liest sie dann gern Tiergeschichten. Ich habe ihr einige Bücher von mir ausgesucht, von denen ich annahm, sie könnten ihr gefallen. Eins dieser Bücher habe ich jetzt selbst gelesen, nämlich "Katze fürs Leben" von Stefanie Zweig.

 


Inhalt: Die Siamkatze Cleo verirrt sich auf der Flucht vor ihren Besitzern in das gemütliche und katzenkompatible Haus der Therapeutin Julia, die sie sich als neues Personal aussucht. Bald ist auch der Therapeutin mit menschlichen Fehlern klar, dass sie mit "Sissi" eine perfekte Symbiose eingegangen ist: Sissi entpuppt sich als weise, manchmal knallharte Kollegin, die die mitunter hilflose Julia nach besten Kräften unterstützt und ihr auch mal zeigt, wie man die Krallen ausfährt. Nicht nur die Patienten profitieren von der neuen Psychologin - auch Julia verändert sich...

 

MaruRodriguez76 / Pixabay

Meinung: Anfangs hatte ich fast einen Widerwillen gegen die etwas eingebildete und merkwürdig erzählende Siamkatze, die ihren ursprünglichen, lieblosen Dosenöffnern ausbüxt und eine Therapeutin findet, die zwar ahnungslos im Umgang mit Samtpfoten ist, aber ihr mithilfe eines katzenkundigen Patienten immerhin den Namen "Sissi" verpasst. Puh, dachte ich. Wie kitschig. Und wie kitschig manche Sätze, bemüht und irgendwie komisch. Besonders grinsen musste ich bei diesem Satz: "Schlimm war nur, dass bei uns fortan die Fleischeslust nur noch für besondere Tage galt". Der war unmissverständlich missverständlich... es geht darin um die Ernährung, nicht um das, was man gemeinhin unter Fleischeslust versteht. Ansonsten habe ich mich jedoch an ihre blumigen Wortschöpfungen und Formulierungen bald gewöhnt und fand sie mit der Zeit sogar irgendwie goldig. Dass Sissi ein eigenwilliges Wesen ist, merkt man bereits ihrer Sprache an. Und das ist ein ziemlich origineller Kniff. 

Gemessen daran, dass Stefanie Zweig eine Bestsellerautorin ist, die vor allem über ihre Kinderheimat Afrika und über die historische Rothschildallee geschrieben hat, in der sie danach wohnte, ist "Katze fürs Leben" sicher nur eine kleine "Schnurre" gewesen (Mann, jetzt muss ich mich selbst beglückwünschen für das originelle Wort!), aber sie hat mich doch erreicht, selbst wenn es ein bisschen gedauert hat und ich mit Sissi erst spät, mit Julia gar nicht warm geworden bin. Die Geschichte ist unterhaltsam und kurzweilig; genau das Richtige, wenn man den Kopf abschalten will. Und da ich noch mehr Tierbücher habe, hat sie in mir die Lust geweckt, dort auch mal wieder reinzulesen.

 

Bewertung:  😺😺😺😺

 

 

Montag, 17. April 2023

Oskar der Familienvater ~ Cefischer

Einige meiner Kinder-und Jugendbücher sind wahre Schätze und werden sorgfältig aufbewahrt. In die wenigsten schaue ich noch hinein geschweige denn lese sie durch, doch Oskar möchte ich an dieser Stelle einfach mal einen Artikel widmen. Geschenkt bekam ich ihn, weil wir damals einen Kater desselben Namens hatten, unser erster. Zwar war er schwarz und nicht gestreift wie der Buchheld, doch eine Familie hatte er zeitweise auch, die im Hasenstall in der Garage genächtigt hat. Eigentlich Oskars Schlafplatz, wenn das Wetter schlecht war. Da hat er ganz schön dumm aus dem Fell geguckt. Ähnlich wie Cefischers Kater, der häufig aber auch ganz schön gewitzt war. Vor allem, wenn es ums (Achtung Triggerwarnung!) Trinken, Rauchen und Spielen ging. Oder um die konventionelle Kindererziehung zu umgehen. Ich habe es geliebt!

 


 Oskar hat eine fünfköpfige Kinderschar und eine rassige Kätzin zur Frau ("Mutti"), der er treu ist, selbst wenn er gern mal einer anderen hinterherschaut. Aber immer sehr subtil und so, dass die Gattin nichts davon merkt. Ähnlich verhält es sich mit seinen anderen Lastern, denen er frönt, wenn sie nicht zugegen ist bzw. er glaubt, davonzukommen. Umgekehrt ist aber auch die Kätzin mit allen Wassern gewaschen, und nicht selten tappt er beduselt in eine ihrer (raffiniert weiblichen) Fallen. Denn das Rasseweib nimmt zwar das Familienleben sehr ernst, ist aber durchaus emanzipiert. Die Erziehung und Freizeitgestaltung der fünf Racker wird ebenbürtig aufgeteilt. Kein Wunder, dass Oskar da schnell überfordert ist... doch bei allen Querelen ist er ein gutmütiger und gerechter, manchmal etwas begriffsstutziger Vater, der viel mit seinen frechen Kindern unternimmt. Und sich sogar einen Hund kauft.

Ich habe immer viel über die liebevoll gezeichneten Comicstrips gelacht, die in den 1950er Jahren bis in die 1960er in der Frankfurter Illustrierten erschienen sind. Ein bisschen erinnert mich Oskar auch an meinen Opa Karl, der zwar kein Casanova war wie Oskar, aber auch gern geraucht hat und draußen noch meist einen Hut trug (wie Oskar). Außerdem liebte er Katzen. Ich glaube, das Buch hätte ihm gefallen, wenn er es gekannt hätte.

Ich jedenfalls konnte Stunden mit Oskar zubringen und über seine Streiche und Einfälle lachen. Das Buch kam häufig mit in den Urlaub, weil ich nicht einmal in der Fremde auf Oskar verzichten wollte. Und irgendwie hatte ich laut meiner Kinderlogik dann ja auch unseren Kater mit dabei, der daheim blieb. 

Politisch korrekt ist der gewitzte Familienkater Oskar schon lange nicht mehr - allein die bereits erwähnten Eigenschaften, ein unverbrämter Chauvinismus und die fragwürdige Kindererziehung sorgen dafür, dass seine Alltagsgeschichten trotz seiner damaligen Beliebtheit nicht mehr aufgelegt werden und vermutlich nur noch antiquarisch erhältlich sind. Oder zu fast unerschwinglichen Preisen.

 Was ihn mir auch besonders lieb macht, sind die ausdrucksstarken und ansprechend rundlichen Zeichnungen mit sparsamer Farbgebung (da Zeitungen damals vorwiegend schwarzweiß gedruckt wurden), die Carl Ernst Fischer / Cefischer mit dem Mund malte, nachdem er bei einem Bombenangriff 1944 beide Arme verloren hatte. Mit Oskar hat er sich einen Alter Ego erschaffen, der so liebenswert ist, dass ich es schade finde, sein Werk in Vergessenheit geraten zu lassen. Daher lege ich das Buch jedem Katzen- und Retrofan ans Herz.

Wie gesagt, für mich ist dieses Buch ein Schatz. Ich habe die unten verlinkte Sonderausgabe von Bertelsmann, doch wer sich schlau macht, findet im Internet noch einige Perlen und Abenteuer des allzu menschlichen Katzenkaters.




Samstag, 1. April 2023

Wann wird's mal wieder richtig Frühling?

 Es fing so gut an. Pünktlich am 21. März, dem kalendarischen Frühlingsanfang, schien die Sonne und blühten die Krokusse und Minitulpen in unserem Garten. Damit hatte es sich dann aber weitgehend. Die folgenden Tage waren ein Mix aus Sonne (wenig), Hagelschauer (mehrmals) und Regen und Sturm (heftig und oft).

 

Blumenpracht am 21. März

 Und dabei sehne ich mir so sehr nach wärmeren Temperaturen. Genau wie meine beiden Katerchen, die trotz Nieselregen nach draußen drängen und dann ganz enttäuscht und verärgert mit nassem Fell und gerümpfter Nase ins Trockene zurückkehren. Immerhin grünt es im Hof jetzt explosionsartig durch den übermäßigen Niederschlag, so dass ihr über den Winter eher trostloses "Gehege" wieder interessanter und lebendiger wird mit Regenwürmern, Insekten und Vögeln. Ich mag es, den zweien zuzusehen, wie sie lustige Sprünge zum Besten geben und sich balgen oder Verstecken spielen. Den Solarbrunnen von letztem Jahr haben wir in den vergangenen Wochen aus dem Winterschlaf geweckt, und er tut seine Dienste, so gut er eben kann. 

Apropos solare Energie: Seit Anfang März haben wir sechzehn Module auf dem Dach, von denen "überflüssig produzierter" Strom ins Netz eingespeist wird und uns somit eine Kleinigkeit dazuverdienen lässt. Die Produktion ist selbst bei sonnenlosen Tagen aktiv. Eine clevere Sache bei den steigenden Heizkosten, auch wenn der lärmige Einbau von den vielen Handwerkern für den seniblen Mikkel mit so viel Stress verbunden war, dass er und Toby für einen Tag umgezogen sind, um dem Krach von Bohrern und dem geschäftigen Treiben im ganzen Haus zu entkommen. Allerdings muss man sagen, dass die Firma Enpal und ihre Mitarbeiter fix und zuverlässig in weniger als einer Woche das Kind geschaukelt hatten. Kann ich nur empfehlen!

 

Am Brunnen vor dem Tore...

 Nicht nur deswegen wünsche ich mir, dass es bald richtig Frühling wird. Der Winter war lange genug da. Unsere Linde treibt gerade erst schüchtern die Knospen aus - vielleicht ahnt sie, dass noch nicht der geeignete Zeitpunkt ist, ihr grünes Kleid anzulegen, das uns im Sommer so wohltuend Schatten und ein angenehmes Klima selbst bei über 30°C beschert. Als Trost bleiben mir die unübersehbaren Vorboten des Frühlings, wie der wunderschöne Magnolienbaum in der Nachbarschaft. Ich hatte gestern einen eher miesen Tag, doch auf dem Weg zum Einkaufen konnte ich nicht an der Blütenpracht vorbei, ohne ein Foto zu knipsen. 


Faszinierend!


Selbst das Haus dahinter sieht aus wie in einem Märchen. Ein frontales Foto davon habe ich mir dann aber doch verkniffen. Und ein Aprilscherz. Mir wollte irgendwie auch keiner einfallen; zudem sind in diesen Zeiten, glaube ich, die wenigsten zu Scherzen aufgelegt. In den April geschickt worden bin ich nämlich auch schon lange nicht mehr. Oder ich bin einfach abgeklärter geworden.




Freitag, 16. Dezember 2022

Vorweihnachtlicher Schnee - wie schee!

 Allen Klimavorhersagen zum Trotz (und vielleicht auch aufgrund der Gasknappkeit... ) haben wir heuer mal Minusgrade mit Schnee vor Weihnachten, der länger liegenbleibt als nur einen Tag. Das freut mich sehr, denn wenn schon Winter, dann ist eine weiße Pracht das höchste der Gefühle. Naja, ganz so weiß ist sie schon nicht mehr, aber immerhin noch da. 

 

Still erleuchtet jedes Haus...

Für Toby und Mikkel ist der Schnee eine relativ neue Erfahrung. Letztes Jahr gab es eher wenig, und sie durften auch nur auf den Balkon nach draußen. Nun hüpfen sie im Hof herum und sind nicht wirklich so begeistert wie ich von dem selten auftretenden, kalten Element. Mikkel sucht recht schnell wieder die häusliche Wärme, während Abenteurer Toby stundenlang unter dem Stuhl sitzen kann und dort auf die Nachbarskatze wartet, um sie mit wutentbrannt dickem Schwanz zu vertreiben (was mir mitunter leidtut, denn "Kätzi" war vor zwei Jahren ein gern gesehener Gast und würde sich offenbar mit den beiden feschen Buben gern befreunden).


Polarfüchsle


Vermutlich hat Toby als Rotschopf den dichteren Pelz, in dem er länger im Freien ausharren kann als der graugetigerte Mikkel. Jedenfalls sind beide gern bei Dunkelheit draußen - was das Aufpassen schwierig macht. Zudem ist es so kalt, dass man sich warm einmummeln muss - selbst der Stadtbummel oder der kurze Gang zur Post ist momentan kein Vergnügen. Und dennoch - es fühlt sich weihnachtlicher an als sonst. Irgendwie gehört Schnee einfach zum Fest, das wissen ja schon diverse Songs, allen voran Bing Crosby. Wäre schön, wenn noch mal eine Ladung runterkäme, damit es so richtig heimelig wird in der Stube. 

Allerdings sollte sie - die Stube also - schön warm sein, und das ist dieses Jahr durch den Krieg mit Russland leider keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich schade, dass man hiesigen Biogas-Höfen keine Unterstützung zukommen ließ all die Jahre. Wenn ich recht informiert bin, gibt es deutschlandweit so einige. Hätte man sich früher um  alternative Energiequellen bemüht, hätten wir jetzt nicht das Dilemma in so einem Ausmaß.

 

Mikkel findet's nicht so prickelnd.


Aber ich will nicht rumnörgeln, denn das hilft ja auch nicht weiter. Positiv ist jedenfalls das Wetter, das ich genieße - und für mich als absoluter Sommermensch ist das schon etwas Besonderes. Da macht dann auch das Plätzchenbacken viel mehr Spaß. 

Inzwischen ist die dritte Fuhre weg - und das sind jedesmal zweieinhalb und drei Blech voll. Ich backe übrigens keine konventionellen "Ausstecherlen", auch wenn das Rezept ähnlich ist. Ich verwende zwei Sorten Dinkelmehl und weniger Zucker als angegeben, walze den Teig superdünn aus und lasse die Kekse knusprig braun brutzeln, weil meine Familie sie so am liebsten mag - und ich auch. 😋


Dienstag, 12. Juli 2022

Neue Freiheit Nr. 2

 Nachdem meine beiden Katerchen Mikkel und Toby den Balkon zum Outdoor-Katzenreich erklärt haben (auf dem Geländer zwischen den Pflanzkästen hat jeder von ihnen mittlerweile seinen eigenen Logenplatz, der vor allem abends fleißig genutzt wird), wurde Ende letzten Monats endlich auch der Vorgarten katzensicher gemacht. Nach Jahrzehnten ohne Begrenzung zur Straße gibt es nun wieder einen Zaun, der auch den direkten Nachbarn ausnehmend gut gefällt und nach ihren Worten den Garten aufwertet, der vorher ein bisschen vernachlässigt gewirkt hat. 

 

Interessantes unter dem Balkon.

 Und wir sind happy nicht nur für die Burschis, sondern auch deswegen, weil der Bereich vor dem ehemaligen Laden nun einen etwas privateren Anstrich bekommen hat, der schon lange fällig war. Mussten wir uns doch vor allem im Sommer über ungebetene nächtliche Gäste unter der Linde wundern, die häufig ihren Müll im Garten ließen oder den Baum sogar als Pinkelplatz nutzen, wenn nebenan Straßenfeste bis spät in die Nacht stattfinden.

 

Bull of the Woods

 

An schönen Tagen fußeln Mikkel und Toby bereits am Morgen eifrig nach draußen. Mir kommen sie dabei oft vor wie kleine Jungs, die am Tag vorher ein faszinierendes Spiel erfunden haben und es so bald wie möglich weiterspielen möchten. Denn obwohl wir dachten, es wäre ihnen bald langweilig, immer im selben Stück "Urwald" herumzustreifen, ist das nicht der Fall.


Mikkel geschickt beim Steine "schurcheln".


Wir sorgen zwar für einiges an Abwechslung und Neues im Garten wie eine Vogeltränke (keine Sorge, es kam noch kein gefiederter Freund zu Schaden, und das wird auch so bleiben), ein improvisierter Katzenpool und Kartontunnels, aber das Schönste für beide ist es, im Freien zu balgen oder sich gegenseitig hinter Farnen und zwischen Sträuchern zu erschrecken. Da immer jemand von uns dabei ist, haben wir oft viel zu lachen, wenn sie ihre Eskapaden und Luftsprünge aus dem Stand zum Besten geben. Sogar Passanten bleiben stehen, um ihnen eine Weile zuzusehen oder Leckerlis vorbeizubringen. 

Trotz Zaun kommt man leichter ins Gespräch mit Leuten als vorher, die neugierig näherkommen, einfach nur zuschauen oder auch Interesse am Gebäude bekunden, das sie nur als ehemaliges Bastelgeschäft kennen (und das gibt es bereits seit fast zehn Jahren nicht mehr in dieser Form).

 


 

Heute neu hinzugekommen zu unserem Katzenwundergarten ist ein solarbetriebener Krugbrunnen, der bis jetzt allerdings wider Erwarten keine große Beachtung findet. Ich freue mich trotzdem darüber, denn ein Brunnen im Garten wollte ich schon lange haben. Und dieser ist von der Größe und Handhabung einfach (und) toll und außerdem sehr dekorativ, ohne kitschig zu sein.



 Es ist eine richtige Aufgabe und völlig anders, Wohnungskatzen zu unterhalten im Vergleich zu unseren vorigen Freigängern, die sich ihre Abenteuer selbst gesucht haben, vorzugsweise in der Dunkelheit. Aber wir sind uns einig, dass wir Toby und Mikkel einen geschützten Raum bieten möchten, auch um unserer Nerven willen. 

Mit dem Vorgarten und seinen Verstecken zum Toben und Ausruhen haben wir einen ordentlichen Coup gelandet und hoffen, dass es so bleibt. Schließlich möchte Mensch und Tier im Sommer an die frische Luft, und es käme mir nicht richtig vor, die Burschis an der Tür kratzend im Haus zu lassen, während wir unter der Linde unseren Sommerkaffee schlürfen oder Eis essen.




Dienstag, 26. April 2022

Happy Birthday, Mikkel & Toby!

 Unsere Purzelchen (aus denen mittlerweile "die Burschis" geworden sind) feiern dieser Tage ihren ersten Geburtstag. Wann genau, wissen wir leider nicht, da das Datum nicht schriftlich festgehalten ist bzw. sie aus Katzenwürfen stammen, die auf der Straße gefunden wurden. Anfang Juli kamen sie dann über die Tierpersion und mithilfe einer lieben Freundin zu uns.

 

Muskelpäckchen Mikkel

Erstaunlich ist, wie unterschiedlich sie sich entwickelt haben. War Mikkel zu Beginn noch ein wenig strubbig, tolpatschig und kleiner als Toby und an dessen Rockzipfel, so ist er heute ein stattlicher, athletischer Kerl mit großem Katerkopf und breiten Pratzen. Er liebt es, possierlich mit seiner Stoffmausi zu spielen, auf dem Schaukelstuhl zu schlafen oder über Umwege auf die Sauna und in den Zwischenraum der offenen Decke zu springen, um dort stundenlang unsichtbar zu bleiben, bis ein schmeichelndes "Mikkel!" in Kombination mit dem Geraschel der Leckerli-Tüte ihn wieder hervorlockt. Überhaupt verfügt er über eine enorme Sprungkraft. Ein zwei-Meter-Kartonstapel bewältigt er ohne Hilfsmittel außer den Krallen. Und sein Revier durchstreift er majestätisch wie ein König.


Toby, das Goldmännchen


Bei Toby hatten wir lange die Befürchtung, dass er nicht genug frisst, da er im Vergleich zu Mikkel sehr zart und leicht ist und sich feinsinnig wählerisch gibt. Selbst mit zwölf Monaten sieht er noch wie ein Kätzchen aus mit den großen Ohren und dem spitzen Gesicht. Wir glauben inzwischen, dass eine Abessinier in ihm steckt - zumindest teilweise. Das erklärt auch seine unbändige Neugier, die uns manchmal ein paar Nerven kostet - etwa, wenn er wie ein roter Blitz nach draußen entwischt ist. Glücklicherweise hören beide sehr gut auf ihre Namen und fühlen sich in fremdem Territorium etwas überfordert, so dass sie wieder umkehren. Trotzdem möchten wir den Vorgarten durch einen Zaun katzensicher machen, weil der Balkon scheinbar nicht mehr ausreicht.

 

Rundumaussicht auf dem Balkon

 

Nach zehn Monaten mit den beiden können wir es uns ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Auch wenn ihre Sehnsucht nach Unbekanntem nicht so leicht zu stillen ist (was man gut verstehen kann und ich es mir dennoch nicht so stressig vorgestellt hatte), würden wir sie auf keinen Fall hergeben. Vielleicht gelingt es uns ja, ihren ohnehin recht großen Wirkungsbereich noch zu erweitern. Schließlich sollen die beiden glücklich und zufrieden sein. Oder, wie es in der Werbung so treffend hieß: "Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch."


Der Lieblingsplatz



Dienstag, 10. August 2021

Mikkel und Toby ~ die herzallerliebsten Purzelchen

 Etwas mehr als fünf Wochen sind sie nun bei uns, die neuen Hausgenossen. Und wir haben schon eine Menge erlebt. Lustiges, vor allem, denn die beiden spielen, balgen und kuscheln so schön miteinander, dass wir oft alle nur dasitzen und ihnen zugucken. Langweilig wird es nie, und manchmal herrscht sogar fast zu viel Action für meine Verhältnisse.


Der kleine Charmeur

Als Überraschung entpuppt sich Mikkel, der immer noch scheuer und zurückhaltender ist als sein Kumpel Toby. Aber sobald er Vertrauen gefasst hat, erweist er sich als ein richtiger Schmusebär und pocht auf Streicheleinheiten und Körperkontakt, anders als Toby, der immer noch quengelt, wenn man ihn hochnimmt, aber ansonsten der Waghalsige des Duos ist. Trotz der Tatsache, dass Toby neugieriger ist und auch vor kurzem als Erster den Balkon erkundet hat, hat er etwas Gemütliches und eine Gelassenheit, die Mikkel noch ein bisschen fehlt. Andererseits sind gerade ihre unterschiedlichen Charaktereigenschaften reizvoll.

Bisher hatten wir hauptsächlich Einzelkatzen, daher ist es zauberhaft zu sehen, wie lieb die beiden miteinander umgehen. Unsere letzten kamen eher "notgedrungen" zusammen und haben sich nie so wirklich gut vertragen. 

Umso schöner, dass beide in der zunächst fremden Umgebung und Situation einen guten Freund hatten, an den sie sich kuscheln konnten und können.

 

Toby schläft gern...

 

Mittlerweile gehen sie im Haus eigene Wege, doch für die Nacht kehren sie ins Atelier zu ihren POÄNG-Schlafstühlen oder dem Hängesessel zurück, die von uns Menschen nur noch mit Bedacht besetzt werden, um die Purzelchen nicht zu verärgern. Apropos Hängesessel: Mikkel ist die erste Katze, die ich kenne, die freiwillig und genießerisch schaukelt. Vielleicht fährt er auch gern Auto, dann wäre der Tierarztbesuch nicht ganz so stressig.


...Mikkel auch. In schaukelnden Höhen.

 Insgesamt sind sie schon ziemlich gewachsen, was man allerdings nur sieht, wenn man die ersten Fotos betrachtet. Irgendwie kommen sie mir immer noch sehr klein und zart vor mit ihren jetzt drei Monaten. Zäh zwar, wenn man sie beim Herumpurzeln beobachtet, aber doch schutzbedürftig. Da wir in der verkehrreichen Innenstadt wohnen und das Haus als ehemaliges Ladengeschäft groß ist und zwei Stockwerke hat, nehmen wir uns vor, sie als Wohnungskatzen zu erziehen (wobei Toby schon vom Duft der weiten Welt infiziert ist). Doch auch mein katzenerprobter Cousin riet mir dazu, der eigentlich immer Freigänger hatte und seine beiden Kater nun ausschließlich im Haus hält. 

Es wäre schön, wenn man den Hof katzensicher machen könnte, damit sie dort stromern und spielen können. Denn die wärmenden Strahlen der Sonne und darin baden mögen beide, bisher mit einer Glastür dazwischen.

 


Ein bisschen problematisch ist die Sache mit den Katzenklos. Vielleicht waren sie beide noch zu klein, um mit acht bzw. neun Wochen von der Mama getrennt zu werden, denn was zunächst gut geklappt hat, scheint nicht mehr ganz so einfach: nach ausgiebigem Toben oder Schlafen vergessen sie mitunter, wo ihre Toiletten stehen. Da sie es nicht mit Absicht machen und uns nach einem Malheur ernst anschauen, schimpfen wir nicht, doch es ist schon ein wenig irritierend, weshalb das Geschäft manchmal danebengeht. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mit unseren früheren ähnliche Herausforderungen hatten. Aber ich denke, sie lernen es mit der Zeit. 



Wir tun unser Bestes, um ihnen ein Katzenparadies auf Erden zu bieten, und es wird anerkannt und geschätzt. Und Joschi und Knitz gucken schnurrend vom Himmel herunter und grinsen breit, weil wir wieder ein paar Kätzchen zum Verwöhnen gefunden haben, die perfekt zu uns passen.