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Sonntag, 16. Februar 2014

Sympathische Zeitgenossen: Katzenmänner

Die Maler Gustav Klimt und Pablo Picasso, Mark Twain, Ernest Hemingway (der auf Jamaica ein Heim für Streuner einrichtete) und Heinrich Heine dekorierten sich gern und oft mit Katzen oder / und priesen deren Unabhängigkeit. Viele Schriftsteller und Dichter setzten ihrer Katze ein lyrisches Denkmal. Vermutlich liegt es daran, dass Künstler und Katzen so gut miteinander harmonieren. Die Katze lässt sich ebenso wenig sagen, was sie tun oder wie sie sich verhalten soll, und genauso wenig ist sie bereit, sich unterzuordnen. Schon deshalb gefällt mir das Wesen der Katze besser als das eines Hundes, wenngleich ich zugebe, dass auch Hunde über Charakter verfügen.

Pixabay / Westfale

 Merkwürdig ist ja, dass man im Allgemeinen behauptet, Frauen und Katzen seien das ideale Paar, weil sie beide hinterhältig und trügerisch sanft sein können, um bei der erstbesten Gelegenheit die Krallen auszufahren. Währenddessen hält man die Symbiose Mann und Hund für edel, ehrlich und rechtschaffen. Die meisten Männer scheinen mit Katzen in den Augen der Allgemeinheit kein glückliches Händchen zu haben. Aber auch hier wird mit Klischees gespielt. Ich zumindest kenne einen ausgesprochenen Katzenmann, und das ist mein Vater. Er besaß von klein auf stets Katzen, und als wir eigene in der Familie hatten, konnte man ein Phänomen beobachten, das allen gängigen Klischees Lügen straft: Unsere Kater liebten den Mann in der Familie über alles. Während wir anderen zwar auch gelegentlich gnädigerweise unsere Momente bekamen (schließlich öffneten wir tagtäglich die Dosen für sie), wurde mein Vater mit überlautem Schnurren, spielerischem und manchmal auch blutigem Kräftemessen und Sprüngen auf den Bauch beglückt, wo sich die kleinen pelzigen Sieger dann stundenlang zu einem Schläfchen zusammenrollten

Und ist es nicht irgendwie seltsam, dass gerade durch das Klischee, Männer seien nicht gemacht für Katzen, es einem ganz warm ums Herz wird, wenn man das Gegenteil bewiesen bekommt? Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass Sean Connery zum Dreh von James Bond ein Kätzchen mitnimmt. Oder dass Marlon Brando nur in Gegenwart seiner Katze Text gelernt hat. Das sind doch Kerle, zu denen - rein klischeemäßig - eher ein unterwürfiger Hund passt. Aber anscheinend schätz(t)en Brando und Co. das freie, unberechnenbare Wesen der Katze genauso wie viele Künstler vor ihnen, die für ihre Sensibilität und Freiheitsliebe bekannter waren. Solche Bilder und Anekdoten haben dann doch einen gewissen Überraschungseffekt, oder?

Weniger überraschend dagegen die Tatsache, dass auch Mr. Spock bekennender Katzenmann ist. Schließlich sehen wir ihn in "Star Trek" selten die Contenance verlieren (außer zu Ponfarr-Zeiten^^), er ist intelligent, findet stets die Lösung zum Problem und hat mehrere Leben, wie es eben Katzenart ist. Kein Wunder also, dass sich Schmusetiger wohlfühlen bei ihm.







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