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Montag, 18. April 2016

Die Amigurumi-Mama ~ Häkelpüppchen à la Christine

Etwas, das mir zurzeit sehr viel Spaß macht, ist mein kleines Häkel-Hobby. Ich kaufe mir keine Fachzeitschriften, um besonders knifflige Häkelschriften zu erlernen (die ich ohnehin nicht lesen kann - auch die einfache nicht), sondern tüftle eigene Entwürfe aus, die ich in mein Mini-Notizbuch packe, um sie bei Bedarf eines zweiten Püppchens nach derselben Vorlage nachzuarbeiten.


John und Sherlock in edlem Zwirn


Dieses kleine Büchlein ist bald vollgekritzelt, und ich bin am Überlegen, ob ich die Anleitungen nicht mal ins Reine schreibe, damit ich irgendwann nicht immer rätseln muss, was dies oder jenes Geschnörkel und Durchgestrichene eigentlich bedeutet, das ich während des Häkelns hastig notiert habe, um die einzelnen Schritte später ja nicht zu vergessen.


Richard Sharpe in noch edlerem Zwirn


Am liebsten sind mir Aufträge und Wünsche von Leuten, die mir etwas völlig Neues vor die Nase legen, das sie gerne als kleines Maskottchen hätten. So zum Beispiel der königliche Scharfschütze Richard Sharpe alias Sean Bean aus der historischen TV-Serie, von der ich zuvor nie etwas gehört habe. Da freue ich mich dann wie Schneekönig auf das Ergebnis und bin auch ordentlich herausgefordert. Glücklicherweise ist es dank Google kein Hexenwerk, sich Bilder zu beschaffen, nach denen man die Kostüme so weit wie möglich detailgetreu fertigen kann. Und auch der Ausdruck - so minimalistisch er ist bei den Püppchen - soll authentisch sein und Persönlichkeit verleihen.





Selbst vor Fantasy- und Comicfiguren wie Loki und Dr. Strange aus den Marvel-Verfilmungen schrecke ich nicht zurück. Die sind allerdings ziemlich aufwendig zu machen und nehmen gut und gerne eine ganze Woche in Anspruch - zumal Häkeln nicht meine einzige Beschäftigung ist. Es freut mich sehr, dass meine "Kunden" meine Arbeit, Zeit und Phantasie zu schätzen wissen, die ich in jedes Püppchen investiere. Sie sind meist zwischen 25 und 30 cm groß und freuen sich darauf, in die große weite Welt zu ziehen wie Major John André, der mittlerweile zu einer festen Größe in Colonial Williamsburg geworden ist. Die Schausteller und -spieler reißen sich um ein Souvenir mit ihm... siehe folgendes Foto.


Der Marquis de La Fayette, Mini-Major und Holly in Virginia / USA


Wer seinen Film- und Serienliebling im handlichen und knuddeligen Taschenformat gern bei sich zuhause hätte, darf sich bei mir melden. (O:




Montag, 27. April 2015

Der große Bruder vom kleinen Amor

In meinem Bekanntenkreis hat es sich allmählich herumgesprochen, dass ich die verrückte Amigurumi-Tante bin. Manche fragen mich, ob ich ihnen ein Maskottchen in Form ihres Lieblingstieres häkeln würde oder allgemein einen Glücksbringer. Ich bin dann sehr geschmeichelt und gebe mein Bestes; auch wenn das Chinchilla einer Freundin mehr Ähnlichkeit mit einer Ratte hatte. Sie (die Freundin!) war immerhin taktvoll genug, die Schönheit des buschigen Schwanzes zu bewundern... (O; Vielleicht starte ich irgendwann einen dritten Versuch in Sachen Flauschmaus, denn leider ist der zweite mit Effektgarn gründlich misslungen.




Am liebsten entwerfe ich Fabelwesen mit meinem Stempel darauf, so wie meine Wassermänner und -frauen oder den kleinen blondgelockten Amor. Das Besondere an den menschlichen Maskottchen ist für mich der Ausdruck ihrer Gesichter, die ich individuell gestalte. Mein kleiner Amor hat jetzt einen Bruder bekommen, der gestern fertig wurde. Er ist zwar knapp ein halbes Jahr später entstanden, mit seiner etwas abgeklärten Mimik unter halbgeschlossenen Lidern aber eindeutig der ältere.




Ist er nicht herzig, wie er da auf seinem Liebespfeil sitzt, jederzeit bereit, selbigen durch die Luft schwirren zu lassen? Ich musste jedenfalls nach der Fotosession schnell in Deckung gehen, damit er mich nicht trifft. Sonst hätte ich mich glatt in den kleinen Nackedei verliebt...




Donnerstag, 29. Mai 2014

Almost done

Den Vatertag  / Christi Himmelfahrt habe ich dazu genutzt, an meinem Mobile weiterzuwurschteln. Ein bisschen bringe ich dafür fast so viel Begeisterung auf wie für das Schreiben. Gewütet habe ich in unserem Atelier, denn dort habe ich viel Platz und Ruhe. Die *menschlichen* Wasserbewohner sind nun fertig - die Mädels habe ich mit einem aufgestickten Lidstrich versehen, und natürlich geizen sie nicht mit weiblichen Reizen, was zu heiteren Lachanfällen in meiner Familie geführt hat. Die Mädchen werden übrigens lieber angefasst als die Kerls, da sie sich ergonomisch und mit angenehmer Haptik in die Hand schmiegen. Ich glaube zumindest, dass das der Grund ist für ihre Beliebtheit (O;

Recht tricky sind die Haare. In der Regel werden sie bei Häkelfiguren eingeknüpft, aber das lässt wenig Spielraum für verschiedene Stylings, und so habe ich die Grundfrisur mithilfe von Stecknadeln aufgefädelt, angenäht und anschließend individuell ausgeschmückt und eventuelle Lücken in der Kopfhaut mit Zusatzfäden aufgefüllt.




Ziemlich aufwändig, doch wenn man Routine entwickelt hat, geht es. Zeitraubender als einzelne Fäden einknüpfen ist die Prozedur jedenfalls nicht. Und wenn die Arbeit Spaß macht, gehört ein wenig Mühe manchmal dazu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und ich muss sagen, irgendwie bin ich auch stolz darauf. Vielleicht sollte ich eine Anleitung verfassen und sie für weitere Entwürfe archivieren, die dann in frühestens zehn Jahren als "Christines verrücktes Handarbeitsbuch" auf den Markt kommen.

Im Ernst, ich habe schon einige Amigurumis entworfen, dabei aber nie daran gedacht, die einzelnen Herstellungsschritte aufzuschreiben oder ich war einfach zu faul. Sollte ich mal machen. Immerhin habe ich mir bereits ein spezielles Notizbuch gekauft.

Das Foto habe ich gleich im Atelier geknipst, nachdem die letzte Schönheit (zweite von links) gekrönt wurde. Jetzt muss ich die Algen noch ordentlich fixieren, und danach gehts ans Häkeln der Unterwasserwelt, in der sich meine Meermädels und -buben tummeln. Das Ausbalancieren des Mobiles überlasse ich dann geschickteren Händen...





Mein Verbrauch an Material beschränkt sich auf vier Plastikkrönchen von Tilda, einen kompletten Knäuel Altrosa "Bravo" der Firma Schachenmayr für drei Puppen (viel - das hat mich überrascht!), ein viertel Knäuel in Bravo-Rosa für den blassen Herrn ganz links, ein paar Reste in Lindgrün und Hellgrün für die Algen, Stickgarn in Schwarz, Braun und Rot, weißer Filz für die ausdrucksvollen Frauenaugen und den Strahlemund des blonden Meermanns, Filz in Blau und Türkis für die Iris, leichtes Rouge für die Nippel, und vom blauen Effektgarn habe ich tatsächlich noch so viel übrig, dass es für einen kleinen Fisch reichen könnte.