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Montag, 24. November 2025

Auffrischung meiner Romane

In den letzten Tagen habe ich mir ernsthaft Gedanken um die Verzaufszahlen meiner Romane gemacht. Wenn ich brutal ehrlich bin, sind die praktisch nicht vorhanden. Trotz Werbung auf Facebook, regelmäßigem Posten und Gewinnspielen auf meinem Blog läuft so gut wie nichts. Das Interesse ist mäßig, und das enttäuscht mich manchmal schon, wobei ich sagen muss, dass ich mittlerweile besser damit umgehen kann als zu Beginn der Veröffentlichungen. 

 



Dennoch finde ich es schade, dass meine Bücher so wenig Leser/innen erreichen. Außer die Biografie über Mama, die vor allem lokale und familiäre Beachtung genießt und darüber hinaus viele fremde Herzen berührt. 

Als neulich eine Freundin zu Besuch war, fragte ich sie, was ich denn noch tun könnte, um meine Bücher mehr in den Fokus zu rücken und zu bewerben. "Frag' doch mal die KI", war ihre Antwort. Hm. Na gut. Das habe ich dann auch getan. Die Tipps, die Gemini ausgespuckt hat, habe ich sorgfältig gelesen und festgestellt, dass ich sie alle schon ausprobiert habe - aber vielleicht nicht ausdauernd genug dabei war. Allerdings sitzt das Geld nicht so locker, dass ich ständig Werbeanzeigen schalten könnte. Eine Idee hat mich trotzdem nicht losgelassen. Die Covergestaltung. Auf die hat er nämlich ordentlich beharrt, der Gemini. Was mich dazu brachte, auf Facebook nachzufragen, wie meine Cover auf potentielle Leser wirken. Das Ergebnis war: Bieder. Altbacken. Und mit dem objektiven Blick einer Unbeteiligten musste ich dem zustimmen. Ich mochte meine Cover bis dato und dachte auch immer an den Spruch "Don't judge a book by its cover", falls es mal wirklich nicht gefallen sollte. Der Inhalt zählt, meinte ich. 

Aber das, ich sehe es ein, ist irgendwie nicht mehr zeitgemäß oder vereinbar mit dem, wie Bücher heute ausgestattet sind. Viele sind richtige Kunstwerke, wenn ich so durch die Buchhandlungen streife. Mit Farbschnitt, Prägung, Glitzer, interativem Menü und so weiter. Damit kann ich als Selfpublisher nicht dienen, aber ich kann meine Cover überarbeiten. Das habe ich getan und viel Spaß dabei gehabt. Weil ich gemerkt habe, dass der erste Eindruck sich gewandelt hat im Lauf der Zeit, in der ich Bücher schreibe.

 


Ich gebe zu, dass mir auch da wiederum die KI ein wertvolles Tool war. Denn durch den Datenschutz und Urheberrecht ist es gar nicht so leicht, ein ansprechendes Cover zu erstellen, wenn man kein Profi ist. Zwar bin ich kreativ und habe auch Hilfe bei der Gestaltung, aber die KI eröffnet doch Möglichkeiten auch für den Hausgebrauch, an die bis vor ein paar Jahren nicht zu denken war. Jedes meiner zehn Bücher hat nun auch einen Untertitel, in dem deutlich wird, um was es in der Geschichte geht. Natürlich gibt's auch noch den Klappentext. 

Es ist halt ein bisschen schwierig, wenn man als Autor/in in verschiedenen Genres unterwegs ist und kein Pseudonym zur Unterscheidung verwendet. Vielleicht liegt da mein Problem, außer der Sichtbarkeit. Wäre ich eine Fantasy- oder Liebesromanautorin, wüsste der Leser eher, auf was er sich einlässt. Ich hoffe, dass die Cover gefallen und auch neugierig machen auf den jeweiligen Inhalt. Denn als ich diesen Sommer meine Romane nach langer Zeit wieder einmal durchgelesen habe (strenggenommen das erste Mal seit Fertigstellung), fand ich sie immer noch originell und unterhaltsam. Selbstverständlich ist das nicht. Lange Zeit habe ich mich für einen bestimmten Roman geniert, und "Milan" hatte ich nur veröffentlicht, weil Mama meinte, er sei es wert. 

 


Die meisten meiner neuen Cover basieren auf Zeichnungen von meiner Schwester und mir. Milan und seine Muse zum Beispiel entstammen ebenso wie die Fairlight-Brüder einer Skizze im jeweiligen Manuskript, und auf meinem Grafen-Buch habe ich endlich Carricks Konterfei, wie es mir schon lange vor dem Gedanke an ein Buchcover vorschwebte. Sogar mit weißer Strähne im Haar.

Wenn ihr sie euch alle einmal anschauen möchtet, folgt dem Link: *Klick*

Und nicht vergessen: in vier Wochen ist Weihnachten. Vielleicht möchtet ihr euch selbst oder Freunde mit einem guten Buch beschenken. Einige meiner Romane sind im Kindle Unlimited-Programm vertreten und können kostenfrei heruntergeladen werden.

 

Dienstag, 9. Juni 2015

Warum *stinkt* Eigenwerbung eigentlich?

In letzter Zeit fiel es mir auf, und darin sind wir uns bestimmt alle einig: Aufdringliche und ständige Werbung nervt. Besonders, wenn sie unerwartet irgendwo am Rand des Bildschirms aufpoppt und nur unter Mühen wieder zu beseitigen ist (oder gar nicht). Merkwürdigerweise sind die aggressivsten Werberiesen ohnehin gut laufende Ketten und Filialen. Trotzdem wird beworben bis zum Erbrechen, und mit den blödesten Sprüchen und absurdesten Versprechungen Kunden angelockt.

 

Pixabay / Bru-nO
 
 
Es gibt aber auch die Art Werbung, die klein unter Bekannten und Freunden anfängt und hofft, zarte und später bunte Blüten zu treiben. Gemeint ist die Werbung der Selfmademen bzw. Selfpublisher, über die recht viele Leser insgeheim die Nase rümpfen, ohne je einen Blick in ihre Werke geworfen zu haben.

Eine tolle Werbemöglichkeit bietet für mich Facebook, was auch der Grund ist, weshalb ich es nicht gänzlich boykottiere (ok, ich pflege auch Kontakte mit netten Leuten, lerne neue Freunde kennen und unterhalte mich hin und wieder auch gern über "Belangloses"). Nicht nur meine Bücher, auch mein Geschäft und meine Tätigkeit bewerbe ich dort. Nicht pausenlos, aber regelmäßig. Weniger aus Spaß an der Freud', sondern weil ich davon leben muss. Es ist ein wenig mühsam, doch auf einer Plattform, auf der sich Millionen tummeln, war das nicht auszuschließen. Trotzdem finde ich es praktisch und unterhaltsam, auf so unkomplizierte Art recht viele Menschen zu erreichen.

Und da bin ich beim Punkt: einige können damit absolut nicht umgehen und reagieren extrem empfindlich. Entweder man wird entfreundet oder gerüffelt, weil man es wagt, ihnen mit Eigenwerbung auf die Nerven zu gehen. Wird man höflich ignoriert, hat man noch Glück gehabt. Obwohl ich selbst viel zu viele Aufforderungen zum "Gefällt mir" erhalte, versuche ich, entspannt damit umzugehen, solange sich diesselben Absender nicht häufen. Ich bilde mir sogar ein, dass wir trotz meinen gelegentlichen Absagen gute Freunde bleiben, soweit das virtuell möglich ist. Denn eines ist von meiner Seite aus sicher: ich will nicht auf Biegen und Brechen die Leute dazu bringen, meine Romane zu lesen, daher denke ich, dass Freunde und Kollegen das ähnlich sehen.

Schließlich steht es jedem frei, Werbeangebote abzulehnen; keiner wird gezwungen, etwas zu kaufen, für das er kein Interesse aufbringt. Doch bevor man das weiß und darüber wettert, könnte man zumindest einen kurzen Blick darauf werfen: es tut garantiert nicht weh. Und vielleicht ist das Angebot gerade das, wonach man schon lange sucht, sei das neuer Lesestoff, eigenwillige Kunst, individuelle Dienstleistungen oder einen biologisch abbaubaren Schimmelpilzvernichter. Viele Kaufentscheidungen werden ja erst in allerletzter Sekunde getroffen.

Ja, ich stehe dazu: Ich möchte etwas verkaufen, wie die meisten Menschen, die etwas zu bieten haben. Dass ich Indieautor bin, macht keinen Unterschied. Natürlich wäre es schön, wenn andere für mich werben würden oder ich mir große Kampagnen leisten könnte wie die großen Verlage für Verlagsautoren. Dann wäre Werbung anscheinend nicht halb so anrüchig. Aber muss ich deswegen mein Licht unter den Scheffel stellen? Bin ich nur sympathisch und "vertrauenswürdig", wenn ich mich mäuschenklein in eine Ecke drücke?

Auf das, was ich geschrieben habe, bin ich stolz. Es hat mir Freude bereitet, es zu erschaffen, und ich teile meine Freude gerne. Schade, wenn man dafür abgewatscht wird, weil man nach Wegen sucht, die Arbeit seiner Hände bekannt zu machen und zu hoffen, dass andere im besten Fall davon profitieren und selbst ein paar vergnügliche Stunden mit der eigenen Idee verbringen. Oder sich gern darüber unterhalten bzw. Fragen dazu haben.

Jedes Produkt, das hergestellt wurde, hat das Recht darauf, beworben zu werden, gleich ob von großen Firmen oder dem kleinen Mann von nebenan. Und wenn niemandem dabei geschadet wird oder Rufmord betrieben ("Meins ist viel besser als..."), sehe ich nichts Verwerfliches an Eigenwerbung.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die meine Arbeit und mich mit Däumchen, Rezensionen, lieben Kommentaren, dem Teilen meiner Beiträge und Werbemöglichkeiten unterstützen!