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Dienstag, 22. April 2025

Weitere Gedichte aus meiner Feder

Das erste Gedicht ist für Toby, der sich als vehementer Freiheitskämpfer entpuppt. Anders als sein Bruder Mikkel will er ständig Neues erleben, die Umgebung erkunden und am liebsten den ganzen Tag bei jedem Wetter draußen sein. Es tut uns sehr leid, dass wir ihm diesen Wunsch nicht erfüllen können, da wir in einer extrem verkehrsreichen Gegend wohnen und beide Bürschchen keine Freigänger-Erfahrung haben. Aber auch im anderen Fall wäre es für uns nicht mehr so selbstverständlich wie früher, unseren Katzen Freigang zu gewähren. Wenn ich daran denke, wie unbekümmert wir Knitz und Joschi selbst in der Innenstadt laufen ließen, muss ich mich heute wundern. Und uns bewundern. Aber es war einfach eine andere Zeit: langsamer, nicht so verrückt, und es gab mehr Scheunen, in denen sie auf Mäusejagd gingen und somit weitgehend der Straße fernblieben (soweit ich das beurteilen kann).

Toby
 
Mein Toby, das ist ein ganz Schlauer
Ständig liegt er auf der Lauer
Nach einem Weg, der in die Freiheit geht
Wenn ihm der Wind ums Näschen weht
 
Doch ist er erst einmal ganz draußen
Bekommt er großes Muffensausen
Die Freiheit ist dann viel zu mächtig
Da fühlt sich Toby mittelprächtig
 
 
Freiheit oder nicht, das ist keine Frage!

 
 Er sucht das Tor, das ihm vertraut
Wo Bruder Mikkel ihm laut nachmiaut:
Der Toby macht auf dicke Hose
Dabei öffnet man doch nur zuhaus die Dose!
 
So spricht Mikkel, der es besser weiß
Die Sicherheit hat ihren Preis
Toby will das nicht recht glauben
Die Freiheit, die muss doch was taugen
 
 
Hier ist's doch auch Gutsein!
 
 
 Ach Goldmann, das kann ich gut verstehen
Doch vielleicht kannst du's irgendwann auch sehen:
Die Freiheit die macht oft anstrebt
Zuweilen auch daneben geht.
 
 
Das nächste Gedicht handelt von schlaflosen Nächten, auf vorwiegend heitere Weise. Ich habe oft Gedanken, die mich nicht schlafen lassen, und von denen ich weiß, dass sie nichts bringen außer weitere Schlaflosigkeit. Trotzdem kann man sie nicht abstellen; das kennt sicher jeder.
 
 
Gute Nacht!

Gute Nacht sagt man so leicht
Doch häufig dann der Schlaf nicht reicht
Man wälzt sich hin, man wälzt sich her
 
Es fällt aus dem Bett der Teddybär
Die Decke ist auch viel zu warm
Oder man umklammert deinen Arm
Der wird lahm
 
Taub leider auch
Das ist bei Umklammerungen Brauch
Im Halbschlaf man dann pinkeln geht
Und sich das ganze Zimmer dreht
 
 

 
 
Schnell wieder in die Heia, Schäfchen zählen
Sich mit fiesen Gedanken quälen
Bis die Schäfchen hilflos straucheln
Und die Gehirnzellen raucheln
 
Die Lösung ist die Flasche Bier
So hofft man, doch die wurde getrunken um Vier (am Nachmittag, natürlich)
Irgendwann, so kurz nach Ach
Ist man plötzlich wieder wach
Und die Uhr zeigt schon halb sieben
Wo ist die gute Nacht geblieben?



Dienstag, 15. April 2025

Witzgedichte

Ein schlummerndes Talent habe ich vor kurzem in mir entdeckt. Ich kann dichten! Manchmal etwas holprig, aber ich finde das nicht schlimm, macht der Stil doch deutlich, dass ich frei von KI meine geistigen Ergüsse niedertippe. Und das erstaunlicherweise innerhalb weniger Minuten am Smartphone. Ich teile sie dann in meinem FB-Account, finde aber, dass ein paar es durchaus wert sind, auch im Blog Beachtung zu finden. Einige meiner Gedichte erzielen immerhin weit über hundert Likes. Das beliebteste bisher ist 

 

Die Reise ins Ich 

Wenn ich nun die Augen schließe
Und mich sanft verführen ließe
Von meinen Gedanken
Ohne Schranken
Wo würde ich landen?

 



 

In meinem Kopf, Herz oder Bauch
Vielleicht in manchen Abgründen auch
Die mir bisher fremd gewesen
Weil man sie nur hielt für Thesen
Oder wollte sie nicht lösen

Es gibt sie versteckt in mir
Und ganz sicher auch in dir
Doch ist da jemand, dem sie nicht verborgen
Der uns kennt und unseren Morgen
Wozu also sich sorgen?

Was mich bringt zu dem Schluss
Ohne Bedauern, Enttäuschung und Verdruss
Die Reise ins Ich
Ist philosophisch interessant
Aber für mich nicht relevant

 

Was mich beim Dichten selbst überrascht, ist der oft unbeabsichtigt tiefere Sinn. Aber meine Favoriten sind die echt albernen, z. B. das über meinen Teddybär, der sich in einen Präriehund verwandelt. Auch dieses Gedicht könnte beim Lesen zwischen den Zeilen einen ernsten Hintergrund enthalten. Wie passt man sich an fremde Sitten und Kulturen an? Meinem Teddy ist das im Gedicht besser gelungen als mir. 

Hier kommt es: 

 

In der Prärie

War ich noch nie
Drum hab ich meinen Bär genommen
Um nicht zu reisen so beklommen
Ganz allein so weit
Ging über meine Möglichkeit

Die Lage wurd' alsbald prekär
Er hielt sich für 'nen Präriebär
Nun habe ich ihn schon recht lang
Mir wurde um ihn etwas bang
Wie willst du denn hier überleben
Bei der Hitze, und das Land so eben!

Da hinten seh ich Berge
Es leben dort nach Tolkien Zwerge
Die haben Schätze ohne Ende
Was kümmert mich das flach' Gelände?
Gastfreundlich sind sie zwar nicht
Doch ich mach' ein Knuddelbärgesicht 

 



 

Du kommst jetzt mit, sag' ich sehr streng
Da macht es auf einmal Peng!
Der Bär, einst nett und rund
Verwandelt sich zum Präriehund
Ich heule jetzt mit den Kojoten
Sprach er und schüttelt in einer Drohgebärd' die Pfoten

Geschwind eilt er über die Weite
Bevor ich weiter mit ihm streite
Jetzt wart' ich einsam und verlassen
Am Lagerfeuer, um die Meute abzupassen
Zu deren Anführer man ihn erkoren
So hab ich meinen Bär verloren

Mit Marshmellows will ich ihn fangen
Die locken auch herbei die Schlangen
Hilfe, ruf' ich wie von Sinnen
Da kommen mein Bär und die Meute von hinnen
Was folgt, ist das Präriegesetze
Das man besser nicht verletze

Nach dieser unschönen Geschicht'
Erkennt mein Bär die notwendige Pflicht
Seinen Menschen zu bewahren
Vor weiteren Wildwest-Gefahren
Lass uns heimkehr'n, sagt er dominant
Die Prärie ist nicht dein Land



Weitere Gedichte werde ich hier nach und nach einstellen. Irgendwann starte ich dann eine Karriere als Poetin.