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Samstag, 29. Juli 2017

Major John André (not) at your service

Der kleine Major John André aus den USA ist gerade auf einem Besuch in Deutschland, um sich von seiner Erfinderin, also mir, aufhübschen zu lassen. Wer wollte ihm einen Hauch männlicher Eitelkeit verübeln, nachdem er doch zu twitterweitem Ruhm gelangt ist und auch in historischen Parks und bei Kollegen im Mittelpunkt steht. Da muss die Frisur sitzen und das Köpfchen hocherhoben sein.


Auf du junger Wandersmann...


Am 17. Juli hat ihn seine Mama auf die Reise per Express geschickt, doch nach den berechneten fünf Geschäftstagen war er immer noch nicht bei mir. Ich dachte mir zuerst, dass er als Königstreuer wohl einen Abstecher nach Heidelberg zu William und Kate machen wollte (die auf dem Neckar ruderten) und war erst beunruhigt, als Holly mir mitteilte, dass er scheinbar in Frankfurt am Zoll feststeckt. Was tun? Erst mal habe ich die Sendeverfolgung ermittelt und festgestellt, dass er als "verdächtige" Ware bereits Frankfurt und Speyer passiert hatte und sein derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt war. Panik! Das Püppchen ist meiner Freundin sehr wichtig, und selbst mir tat es in der Seele weh, daran zu denken, dass ihm als verdächtige Ware am Zoll evtl. der beknopfte Bauch aufgeschlitzt worden war.

Besuche und Anrufe von Post- und Zollamt, dazwischen Nachrichten an die besorgte Holly, hielten mich zwei Tage auf Trab. Und das, wo ich so ungern telefoniere! Gestern jedenfalls konnte ich ihn am Binnenzollamt Bruchsal abholen - ca. zwei Stunden Fahrt hin und zurück. Zum Glück ging dort alles glatt. Der Fehler lag im Formular (wie so oft). Holly, eher unbedarft mit Überseesendungen, hatte keine korrekten Angaben gemacht und ihn versehentlich als Handelsware mit einem Wert von 50 Dollar deklariert. Wir haben alles aufgeklärt (Kommentar der Zollbeamtin: "Ich muss das ja nicht verstehen."), und endlich durfte ich einen etwas miefigen, grauen, platten Major mit nach Hause nehmen. Unser Wiedersehen habe ich mir etwas anders vorgestellt.

Daheim habe ich ihn erst mal gründlich gewaschen und ihn somit vom Duft der großen weiten Welt befreit. Fast ein bisschen schade, hafteten doch so viele berühmte Handabdrücke an ihm. Ich habe mich allerdings gefragt, welches Parfüm der gute Seth Numrich benutzt...


Wie ein begossener Pudel schaut er aus nach dem Bad, der Arme!


 

In zeitnaher Absprache mit Holly wurde dann sein wackeliger Kopf wieder geradegerückt (ich gehe besser nicht ins Detail, wie das geschehen ist), und seine Frisur neu gestaltet, aber nicht zu sehr anders als der vorige Blondschopf. Alles in allem ging die Spa-Behandlung recht schnell, leise und unkompliziert über die Bühne, was wieder einmal beweist, dass der kleine John André ein echter Profi in Sachen geheimer Mission ist - zumindest nachdem wir ihn aus den Fängen des Feindes befreit hatten. (O;

Am Montag geht es zurück nach Virginia, wo am 12. August die Final-Party von Turn:Washington's Spies stattfindet. Da darf er natürlich nicht fehlen! Und ich hoffe, Holly freut sich genauso wie ich über ihren wieder blitzeblank geputzten und aufrechten Hauptmann...


"I'm the king of the world!"

  

Ein bisschen wird es mir schon schwerfallen, mich ein zweites Mal von ihm zu trennen. Obwohl er verglichen mit meinen weiteren Püppchen fast ein wenig simpel gestrickt - pardon! -gehäkelt ist, hat er doch einen gewissen Charme, dem man ziemlich bald erliegen kann. Vielleicht liegt es aber auch an seiner unbändigen Abenteuerlust und seinem selbstbewussten Heldenmut. Beides soll Männer ja bekanntlich attraktiv machen. Travel safe, Major André!



Freitag, 2. Oktober 2015

*Meine* kleinen Amigurumis: Große Weltenbummler

Wie bereits erwähnt, sind ein paar meiner Häkelpüppchen in der letzten Zeit auf Reisen gewesen bzw. immer noch in der großen weiten Welt unterwegs. Um mich nicht ganz aus den Augen zu verlieren, haben sie mir freundlicherweise mit Erlaubnis ihrer neuen Gastgeberinnen ein paar Impressionen von ihren Abenteuern geschickt.




Sherlock und Bilbo haben einen Auftrag zu lösen gehabt, der sie nach Portugal an die Algarve und von dort nach Spanien führte. Ob sie ihn bereits zu Bilbos Zufriedenheit erledigt haben, der Klient und Reisegefährte zugleich war, weiß ich noch nicht, doch es würde mich nicht überraschen, wenn die beiden trotz Sherlocks Superhirn und Bilbos Weltgewandtheit noch eine Weile an dem Nüsschen zu knabbern haben... alles ist sehr rätselhaft und mystisch da unten. Gut, dass sie nicht komplett alleine unterwegs waren und immer auf hilfsbereite Einheimische stießen, die ihnen auch mal großzügig ein Boot zur Verfügung gestellt haben, mit dem sie von der Insel aufs Festland rudern konnten. Es scheint ziemlich stürmische See gewesen zu sein...




Eine weitere spannende Sache war die fast unglaubliche Geschichte des Majors John André, der sich in der historischen US-Serie "Turn" trotz seiner englischen Herkunft zum Publikumsliebling hochgedient hat. Sein Darsteller JJ Feild ist daran nicht ganz unschuldig, denn wie ich mich mittlerweile mit eigenen Augen überzeugen konnte, spielt er den "Erzfeind" mit einer Raffinesse und einem Charme, dem vor allem weibliche Zuschauer nicht widerstehen können - auch US-amerikanische nicht. (O; 

Dass mein Foto des Amigurumi-Majors auf Twitter so gut ankam, war dennoch eine Überraschung und sorgte vor allem dafür, dass das Werk meiner Hände in die Hände eines Turn-Fans gelangte, der auch noch in der Gegend wohnt, in der im Spätherbst an der dritten Staffel gedreht wird.


In Chesterfield / Virginia

Obwohl  ich mich gemeinhin leicht von meinen selbstgemachten Dingen trenne, fiel es mir gerade beim Major ein bisschen schwer, der - wie Bilbo - ein Prototyp war. Zwar habe ich bereits einen Nachfolger gehäkelt, aber irgendwie tat der Abschied schon ein wenig weh, als ich daran dachte, wie weit seine Reise sein wird. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, hat er sein neues Zuhause erreicht, und es ist schön, zu sehen und zu lesen, wie meine Twitter-Bekanntschaft sich über das Püppchen freut, das ja vielleicht in JJ Feilds Hände als kleines Fan-Souvenir wandern wird.

Aber selbst wenn es das nicht tut, so freut es mich ungemein, wenn andere sich über meine verrückten Einfälle freuen. Eigentlich gibt es kaum etwas Schöneres. Und ein Abschiedsschmerz über Wolle, Knöpfe und Füllwatte ist sowieso albern und beim Anblick von strahlenden Gesichtern und begeisterten Zeilen via Social Media schnell vergessen.


Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sabrina und Holly