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Montag, 7. Mai 2018

Rezension "Das Königreich des Sommers" ~ Gillian Bradshaw

Weiter geht's mit dem Kampf zwischen dem edlen Gawain und seiner heimtückischen Mutter Morgas, zwischen Gut und Böse. Und nicht nur das: Gawain, mittlerweile erprobter und geschätzter Krieger in Artus' Heer, ist auf der Suche nach seiner großen Liebe Elidan, um sie um Verzeihung zu bitten für das, was er ihr und ihrem Bruder angetan hat.




Inhalt: Der zweite Teil der Artus-Saga wird diesmal (leider) nicht von Gawain, sondern von dem zweiundzwanzigjährigen Rhys ap Sion erzählt, einem Bauernsohn, dessen Vater Gawain auf seiner Reise zu König Artus im ersten Band begegnet ist und ihn ein Stück begleitet hat. Rhys bietet sich Gawain als Diener an, der davon jedoch nichts wissen will, nur widerwillig sein aufdringliches Angebot annimmt und ihm verspricht, ihn auf Camlann/Camelot einem anderen Krieger zu übergeben, der seine Dienste nötiger braucht. Doch Rhys versteht sich auf weltliche Dinge besser als der häufig entrückt wirkende Gawain, lässt sich weniger gefallen und ist Gawain auch ansonsten eine große Hilfe mit seiner pragmatischen Art.

Gawain ist auf der Suche nach Elidan, deren Bruder er trotz seines Versprechens, ihm nicht zu schaden, über den Jordan geschickt hat. Nun möchte er Abbitte leisten und wenn nicht ihre Liebe zurück-, so doch wenigstens ihre Vergebung erlangen, um reinen Gewissens zu seinem Herrn Artus zurückzukehren. Durchkreuzt werden seine Pläne von niemand geringerem als seiner Hexenmutter und Artus' Halbschwester Morgas. Gemeinsam mit Gawains jüngstem Bruder Medraut, der unter ihrem Bann steht, bringt sie ihren früheren Lieblingssohn in Verruf und seine ehemaligen Freunde gegen ihn auf. Eivlin, ihre Dienerin, verliebt sich in Rhys und muss ihm und Gawain dennoch eine Falle stellen, die vor allem Rhys fast das Leben kostet. Dank seiner Pfiffigkeit und raschen Auffassungsgabe entkommt Rhys mit der unter Morgas' Fluch stehenden Eivlin und findet Zuflucht in einem Kloster. Dort lebt Elidan als Nonne mit ihrem kleinen Sohn Gwyn, der Krieger werden möchte. Aber wird sie Gawain verzeihen können, und wird Gawain erkennen, dass der Junge ihm bis aufs Haar (hier wörtlich, denn Gwyn ist hell, Gawain dunkel) gleicht? Und wer wird Eivlin von Morgas' Fluch erlösen können?


Momentmal /Pixabay


Meinung: Ein kleiner Wermutstropfen war der neue Erzähler für mich schon, nachdem ich mich so sehr an Gawain gewöhnt hatte. Der ist jetzt Ende zwanzig, von zahlreichen Schlachten gezeichnet und ein Held, über den Lieder gesungen werden. Glücklich macht ihn das trotzdem nicht, im Gegenteil. Oft wirkt er melancholisch und bitter und irgendwie larger than life im zwischenmenschlichen Umgang - mal wortgewandt, dann wieder zurückhaltend und im richtigen Augenblick zur Stelle. Nie fährt er aus der Haut, nie ist er unhöflich oder grob - ein richtiger altmodischer Ritter, eben. Und genau das mochte ich sehr an der Figur. Vermutlich hätte mich seine Art in anderen Romanen mit anderen Protagonisten genervt - zu Gawain passt sie perfekt. Seine vielleicht etwas blutleere Charakterisierung wird von Rhys kompensiert, der impulsiv und leidenschaftlich für Eivlin entbrennt und sie sogar durch eine Taufe vom Bösen rettet.

Hier könnte ich mir vorstellen, dass einige Leser, die mit dem Glauben an Gott nichts anfangen können, ein wenig Probleme bekommen: Gut und Böse sind nicht nur vage Licht und Finsternis, sondern konkret Christus und Satan, in deren Namen Taten und Untaten begangen werden. Für mich war "Königreich des Sommers" eine durchaus gelungene und spannende Fortsetzung von "Falke des Lichts", auch wenn ich mir gewünscht hätte, weiterhin aus Gawains Sicht zu lesen, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist.

Fazit:  Kommt nicht ganz an den ersten Teil heran, was aber hauptsächlich an Rhys liegt, der mir als Erzähler nicht ganz so sympathisch war wie Gawain. Inhaltlich top und auf jeden Fall macht "Das Königreich des Sommers" Lust auf den letzten Teil, den ich demnächst anfangen werde.

Bewertung: