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Freitag, 17. April 2015

Tom Hiddleston wäre mein Carrick Escaray!

Jeder Autor träumt mehr oder weniger davon, dass sein Buch nach Hollywood verkauft wird und ein Film entsteht, was ja in den Köpfen der Erfinder auch irgendwie der Fall ist. Ohne Kopfkino und meiner Phantasie und der visuellen Vorstellung der Protagonisten könnte ich nicht schreiben, und ich bin sicherlich nicht die einzige Autorin, der es so geht.

Im Herbst kommt nun ein "Goth-Gruselschocker" in die Kinos, nämlich Crimson Peak von Gulliermo del Toro, mit Tom Hiddleston in der Hauptrolle. Die Bilder vom Set und Promofotos erinnern mich sehr stark an meinen Roman "Das Bildnis des Grafen", und ich hätte mir sooo gewünscht, dass der schmucke und charismatische Hauptdarsteller in die Rolle meines englischen Grafen geschlüpft wäre anstelle in die des nicht minder mysteriösen Thomas Sharpe.

Denn es ist irgendwie witzig: Das Porträt, das in der Galerie des Schlosses hängt, stelle ich mir genau so vor wie Tom Hiddleston im Film aussieht. Natürlich fehlt die weiße Strähne, eines der markanten Merkmale von Carrick, aber das wäre ja im Nu erledigt. Witzig auch, dass Tom Hiddleston in diesem Film dunkle Haare hat, wo er ursprünglich hell ist, und dass er bereits mit Jeremy Irons zwei Filme bzw. Serien gedreht hat, der - wie vielleicht aufmerksame Leser meines Blogs bereits wissen - das Vorbild war für den französischen Psychologen Gaspard Renoir, der versucht, das Geheimnis hinter dem Bildnis zu ergründen.

Leider wäre Mr. Irons mittlerweile ein bisschen zu graue Eminenz vom Dienst für Gaspard, aber auch das wäre nichts, was sich in der Filmindustrie nicht beheben ließe. Allerdings bin ich nicht sicher, ob man ihm mit Mitte Sechzig noch einen Endvierziger abnehmen würde. Andererseits - wirklich jung sah er ja nie aus, und dieses Elegische und Schwermütige hat er immer noch.

Bliebe von den Hauptfiguren nur noch Valentine Whitehurst, der traumatisierte junge Soldat, wegen dem Gaspard überhaupt erst in Yorkshire auftaucht. Der Schauspieler, den ich damals vor Augen hatte, war schon beim Schreibprozess nicht mehr im passenden Alter, aber bestimmt ließe sich jemand finden - kein Schönling, sondern jemand, der Arroganz, Sprunghaftigkeit und Verletzlichkeit unter einen Hut bringen kann. Vielleicht würde der Regisseur genau den richtigen auswählen. Ach ja, von was man als Autor so träumt...