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Donnerstag, 5. März 2015

Adieu, Anton! ~ Oder wie der Graf ein neues Kleid bekam

Eines muss ich gestehen: ich bin leider ein Gewohnheitstier. Ich mag das, was sich bewährt hat und vor allem das, was mir über lange Zeit gefällt. Für Experimente bin ich zwar generell zu haben, aber eigentlich schneide ich seit einer Weile alte Zöpfen ungern ab (uncool, ich weiß, aber wenigstens ehrlich).




Neulich machte mich eine Freundin darauf aufmerksam, dass das Cover meines Romans "Das Bildnis des Grafen" wenig aussagekräftig wirkt. Auf dem Cover der Printausgabe sieht man einen Jungen namens Anton zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der sich in das Jugendporträt meines Titelhelden verwandelt hat, und auf das ich recht stolz war. Eigene Cover zu entwerfen, ist trotz der Vielfalt der Angebote online nicht einfach. Glücklicherweise habe ich graphisch ein recht gutes Händchen (denke ich), so dass ich überzeugt davon war, es sei total gelungen. Doch bei näherer Überlegung kam ich immer mehr zu dem Schluss, dass es stimmt: irgendwie ist das Cover langweilig. Außerdem erscheint das Foto in der Originalgröße ein bisschen verpixelt, und das war etwas, das seit jeher meine Freude am Buch etwas getrübt hat.

Daher habe ich heute beschlossen, zwei meiner Bücher einen neuen Anstrich zu verpassen, und zwar genanntes und "Vom Ernst des Lebens". Auch bei diesem Roman war die Pariser Reiseimpression durch die Größe leicht verschwommen - etwas, das nun dank des angepassten Fotos, geschossen vom Dach einer Kathedrale - nicht mehr der Fall ist. Ich habe vergessen, einen Screenshot des neuen Covers zu machen, doch beim "Grafen" habe ich daran gedacht. Es gibt einen Eindruck des Inneren des Schlosses wieder und den Blick auf die Galerie, auf der sogar - man höre und staune - das Porträt eines Adeligen hängt. Das war aus dem Grund witzig und passend, weil das Bildnis des verschollenen Grafen eine wichtige Rolle spielt, wie der Romantitel betreits erahnen lässt.





Auf der Rückseite wird es neben der Kurzbeschreibung auch eine kleine Biografie mit Autorenfoto geben. Tatsächlich weiß ich nie genau, was ich über mich erzählen soll, ohne dass es zu weitschweifig oder zu persönlich wird, was ich auch bei anderen Leuten nicht besonders schätze, die ich nur durch ihre Arbeit bzw. ihre Kunst kenne oder interessant finde.




Aber ich finde, der Klappentext macht neugierig und das Cover und der Einband insgesamt passen nun viel besser zur Geschichte. Ein bisschen gruselig und düster, geheimnisvoll und irgendwie auch nostalgischer als es mein Anton je vermitteln konnte. Wenn ich ihm auch trotzdem nach ein bisschen nachtrauere, das gebe ich zu. Genau genommen war er die Inspiration zum Grafen, und ich habe nun fast ein schlechtes Gewissen, dass ich ihn völlig aus dem Projekt bzw. dem Roman verbannt habe. Aber immerhin befindet der Gute sich noch auf der Kindle-Ausgabe. Die neue Taschenbuchausgabe wird in wenigen Tagen erhältlich sein.