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Freitag, 28. Februar 2025

Ein neues Leben ~ Gedicht für Mama

 

Für mein Mamele 
 
Irgendwann bin ich wieder bei dir.
Ohne dich ist alles so anders hier.
Geborgenheit und Mitgefühl
Das war immer dein Stil.
 
 
💕💕💕💕💕

 
Beides fehlt mir in der Welt
Schau ich hinauf zum Himmelszelt.
Da ist etwas, was wir nicht kennen
Und es darum kaum benennen.
 
Doch ahne ich, du bist dort angekommen
Wo Schmerz und Leid die Kraft genommen.
Wenn ich lachend dich umarmen kann
Dann fängt ein neues Leben an.
 
 

Mittwoch, 26. Februar 2025

Mein Bär

Dieses Gedicht ist für Hans, meinen Teddybär. Ich bekam ihn als Vierzehnjährige von meiner Oma Lisbeth geschenkt, nachdem ich ihr sagte, dass ich keinen klassischen Bär mit Gelenken und Brummstimme habe. Vorab durfte ich ihn in einem Clemens-Katalog aussuchen und wusste sofort: Der mit der Maske soll es sein. Seitdem begleitet mich Hans. 

Er war mit im Schüleraustausch in Paris, und er hat mich getröstet, wenn ich Kummer hatte. Gespielt habe ich naturgemäß nicht viel mit ihm. Aber ich würde ihn nicht hergeben, auch wenn ich mich von anderen Kuscheltieren längst getrennt und nur noch eine Handvoll habe, die entweder im Regal sitzen oder im Schrankfach schlafen. Nicht zuletzt ist er eine liebe Erinnerung an Oma Lisbeth, die mit ihrer fröhlichen und selbstironischen Art die Heldin meiner Kindheit war.

 

Mein Bär
 
Der Bär und ich, wir kennen uns schon lange
Begleiter, Freund und Tröster ist er.
Wenn ich traurig war, lag er sanft an meiner Wange.
Sein staubiges Fell roch nach Heimat und mehr.
 
 
 

 
 
Meine Kindheit ging vorbei, der Bär blieb, ihm war's einerlei.
Nun sitzt er stumm auf dem Regal, ernst und gelassen
Und manchmal krieg' ich ihn zu fassen
Dann denke ich, die Zeit, sie ändert sich.
Der Bär hat kein Problem mit der Vergangenheit
Er tröstet mich
Mit gleichbleibender Freundlichkeit.

 

Montag, 17. Februar 2025

Eden ~ ein Gedicht (wie immer ohne KI - ausgenommen der Bildhintergrund)

 

Eden
 
Im Garten Eden, da fühl' ich mich zuhaus'
Viele meiner Lieben gehen dort ein und aus
Mama ist dort, und Joschi und Knitz,
Lasst mich euch sagen, das ist kein Witz
Sie haben ein neues sorgenfreies Leben
das ihnen der Schöpfer hat gegeben
 
Sie warten auf mich, geduldig und froh
Und glücklich sind sie sowieso
Sie lachen und spielen den ganzen Tag,
ein jeder tut dort, was er mag.
 
 

 
Es gibt kein Gendern und kein Streit,
dafür Vielfalt und Liebe in Ewigkeit
Was für ein Segen, dass ich daran glaube
Denn bin ich erst dort, kommt zu mir eine Taube
Mit einem Ölzweig im Schnabel sagt sie Willkommen
Die anderen sind da, wo du sie vernommen
 
Für immer vereint in der himmlischen Stadt
Wo jeder seinen Frieden hat.
Das wär' zu schön, um wahr zu sein?
Dann komm doch mit, Gott lädt dich ein.
 
 

Donnerstag, 13. Februar 2025

Roman und Silvanus ~ Tolle Gerichte zaubern mit dem Römertopf.

 Seit Mama nicht mehr da ist, koche ich öfter als früher. Das ist notwendig, weil Papa sonst nichts Gescheites isst und er ohnehin ziemlich abgenommen hat in den letzten Monaten, die so schwer für uns waren. Vielleicht tue ich ihm da unrecht, aber er würde sich ein Brot schmieren und gut is(s). Das Kochen stellt mich und meine Schwester vor Herausforderungen. Gesund und abwechslungsreich soll das Essen sein, so wie wir es von Mama gewohnt sind, die ja Ernährungsberaterin war (und im Himmel bestimmt immer noch ist). 


Roman trage ich auf Händen.

Im Zuge des Aussortierens von Mamas Sachen (was uns immer noch schwerfällt - aber sie hat jetzt viel schönere Dinge, mit denen sie sich umgibt und an denen sie Freude hat) stieß ich auf ihre Römertöpfe, mit denen sie vor der Ernährungsumstellung durch Dr. Weiss mehrmals in der Woche Fleisch zubereitet hat. Das war, als Mama und Papa jung verheiratet waren. Ich kann mich nicht mehr an die Zeit erinnern, als es très chic war, mit dem Römertopf zu kochen, aber Papa hat davon geschwärmt, wie zart besonders das Geflügel war, das darin geschmort wurde. 

Mama besitzt zwei Römertöpfe - eine rohen (Roman) und einen glasierten (Silvanus - nach dem römischen Gott der Landwirtschaft. Die Namen habe ich ihnen gegeben). Beide standen Jahrzehnte geduldig und unbenutzt im Schrank. Mir gefiel die Idee, dass schon die alten Römer mit so etwas geschlemmt hatten, und unter uns: ein findiges Völkchen waren sie, die Römer. Progressiv und erfindungsreich. So ist es auch kein Wunder, dass die Zubereitung im Römertopf  nicht nur gesund und schonend ist. Bei sachgerechtem Wässern vor Gebrauch brennt auch nichts an. Fleisch und Gemüse werden durch die abgegebene Feuchtigkeit der Keramik schön saftig und bissfest. Verkochtes, das ist ein Fremdwort für Roman und Silvanus. 


Rinderrouladen mit Kartoffeln.


Nachdem ich die tiefgefrorenen Rinderrouladen als Premierenrömertopfgericht auf den Tisch gebracht hatte, waren alle so begeistert von Geschmack und Aussehen, dass mir Frank für das zweite Gericht ein Biohuhn anvertraut hat mit der Bitte, es schön kross zu braten wie seinerzeit seine Oma. Obwohl ich das Rezept in einem alten Kochbuchklassiker aus den 1960er Jahren (erstanden auf Ebay) nachgelesen habe, wurde es nicht wirklich knusprig. Das war eine kleine Enttäuschung, und ich hätte mir sehr gewünscht, die Oma noch fragen zu können, wie sie es gemacht hat. Oder Mama, die bestimmt auch gewusst hätte, wo der Fehler lag. 

Der zweite Versuch mit Hähnchenschenkeln gelang etwas besser, allerdings immer noch suboptimal. Ich gebe aber nicht auf. Irgendwann präsentiere ich ein knackiges Brathuhn, besser als von jeder Imbissbude.

Ich bin echt froh, dass ich Roman nicht weggegeben und stattdessen seine Qualitäten entdeckt habe. Nach der langen Zeit im dunklen Schrank hat er das mehr als verdient. Und ich traue mich endlich an mehr Fleischgerichte heran als nur Hackbraten. Selbstverständlich kann man auch Fisch und vegetarische Gerichte im Römertopf zubereiten. Als nächstes habe ich mir Forelle blau vorgenommen, bin mir aber nicht ganz sicher, ob ich das emotional auf die Reihe kriege...


Silvanus kann auch Brot backen.

Die Reinigung hatte ich mir viel komplizierter und aufwendiger vorgestellt, als sie tatsächlich ist. Im Kochbuch wird ein spezieller Schwamm empfohlen, der jedoch vom Markt verschwunden ist (und das, wo ich erstaunt bin, wie viele Menschen noch mit dem Römertopf hantieren und ihn als treuen Küchenbegleiter nutzen - die Römertopfgruppe auf Facebook hat über 20 000 Mitglieder!). Macht nichts, denn Wasser und eine Spülbürste erfüllen den Zweck ebenso gut. Ganz aus der Mode geraten ist der Römer trotz Schnellkochtopf und Thermomix übrigens keineswegs. Roman (mit den Verzierungen und dem Schriftzug der Firma Bay) ist für ca. sechzig Euro immer noch erhältlich.

Ich bin total happy mit meiner neuen Kocherrungenschaft und wünschte nur, ich könnte Mama davon erzählen und mit ihr zusammen Rezepte ausprobieren. Sie würde laut lachen, dass ich nach fast fünfzig Jahren etwas von ihr gefunden habe, was schon lange in Vergessenheit geraten ist. Typisch Ninchen, hör' ich sie sagen. 



Sonntag, 9. Februar 2025

Ein Gedicht für Mama

 

Für Mama. 
 
Manchmal, wenn ich nach Hause komme denk' ich, du wärst da. 
Und möchte so gern glauben, es wär' wahr.
Das Haus ist leer, du bist fort
an einem wunderschönen Ort.
Ich fühl' mich fremd, will bei dir sein
Und bin im Herzen wieder klein.
Das Kind, das ich einst war, macht mir jeden Tag aufs Neue klar:
Ich sehne mich nach dir,
nach deiner Liebe, die so ganz besonders war.
 
 

 
Das ist sie immer noch, denn sie kann nicht vergehen.
Und dennoch wünsche ich mir nichts mehr, als dich im Himmel wiederzusehen.
Dass deine Arme mich umschließen
und du mir sagst:
Es ist kein Traum, alles ist wahr. Es werden keine Tränen fließen.
Komm mit, hier darfst du alles sein, 
selbst wieder Kind
Weil wir im Herzen alle Kinder Gottes sind. 
 
 
Miss you so much, Mamele! 💕💕💕