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Samstag, 23. November 2024

Die KI (Künstliche Intelligenz) - ein witziges Spiel

 Sie ist in aller Munde, und auch häufig in Apps im Einsatz: die KI. Obwohl sie für mich als Kunstschaffende und Autorin ein wertvolles Tool wäre, habe ich sie bisher kaum genutzt. Wie man Texte mit ChatGPT "veredelt", erschließt sich mir bis heute nicht, und ich will es auch gar nicht wissen. Was mir allerdings gut gefällt, ist die Bildbearbeitung von Porträts. Sicher wird sie gern zur Covergestaltung genutzt, und hätte es sie früher gegeben oder ich eher davon gewusst, hätte ich sie bestimmt das eine oder andere Mal verwendet.

 

 

Dieses Foto ist ein Beispiel, was so eine App alles möglich macht. Es zeigt mich im typischen Hollywood-Divenlook der 1950er Jahre (Audrey Hepburn?), und auch, wenn es ein wenig steif und unecht wirkt, finde ich es recht gelungen. Besonders fasziniert hat mich ein Versuch mit Mamas Foto als junges Mädchen, das ich durch die KI gejagt habe. Das Ergebnis war so schön, dass ich für einen Moment sprachlos war, denn es zeigt Mama nicht so, wie sie auf dem Foto aussieht (im geblümten Sommerkleid und in die Kamera lächelnd), sondern so, wie ich sie noch als ganz junge Mutter in Erinnerung habe, mit ihren schelmischen Grübchen und ihrem wunderschönen Mund, der so charakteristisch für sie ist. Dass sie kein Kleid mehr anhatte, habe ich der KI verziehen, muss das Bild hier jedoch etwas zurechtstutzen, um nicht so viel nackte Haut zu zeigen.

 


Fast habe ich weinen müssen, weil es so lebendig wirkt und Mamas Wesen so gut eingefangen hat. Ich kann jetzt verstehen, dass die KI ein beliebtes Werkzeug ist bei Kulturschaffenden, die sich scheuen, reale Menschen abzubilden und sie stattdessen mithilfe von speziellen Apps bzw. Programmen verfremden. Oft erscheint das Ergebnis ganz anders. Doch wie gesagt, Mama sieht sich dermaßen ähnlich, nur um ein paar Jahre älter (auf dem Foto unten ist sie siebzehn). Andere, die sie nicht persönlich kennen, hätten es jedoch nie bemerkt. Und das ist irgendwie das Verblüffende an KI. Auch bei Texten - wurde mir gesagt - sind die Ergebnisse sehr gut formuliert; besser vielleicht, als ein linguistisch gebildeter Geist es hinbekommen hätte. Kein Wunder, dass Schriftsteller verärgert sind und gerichtlich gegen KI-Schreiberlinge vorgehen, die durch eine schlichte Angabe für ihr Programm deren Stil kopieren.


Das Originalfoto

 

Wie weit entwickelt die KI mittlerweile ist, überrascht mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich die verschiedenen Funktionen meiner App ausprobiere. Allerdings nur zu privaten Zwecken. Dass ich sie kommerziell nutze, kann ich mir momentan nicht vorstellen, und doch spiele ich nach anfänglicher Skepsis gern damit. Wohlgemerkt, ich möchte nicht mehr damit machen. Ein Cover irgendwann vielleicht, wenn ich mal wieder schreiben sollte und mir eine Gestaltung sichern möchte, die lizenzfrei und trotzdem ansprechend ist. Dafür ist die KI ein wirklich gutes Hilfsmittel. Ich weiß, dass sie in anderen Bereichen inzwischen viel weiter ist und auch dort eingesetzt wird, wo es "einfache" Leute wie ich gar nicht für möglich halten würden oder es überhaupt bemerken. Das macht mir ein bisschen Angst für die Zukunft, in der die KI und Roboter die menschliche Schöpferkraft allmählich in den Hintergrund drängen könnten. 


Das bezauberndste Lachen


Ich bin kein Freund von KI, weil ich finde, dass Kunst Kunst bleiben muss - handgemacht und individuell. Die Handschrift des Künstlers muss sichtbar sein. Ich erinnere mich an ein Experiment mit einer unvollendeten Symphonie von Beethoven - Fachleute meinten, der KI-Komposition fehle trotz ihrer Perfektion die Seele. Vielleicht kann man das so sagen, aber wenn ich ehrlich bin, hat für mich das KI-Porträt von Mama Seele - ihre ganz eigene, schöne. 



Samstag, 9. März 2019

Review "The Machine" (2013)

Tja, es hat mich wieder mal erwischt: nach Benedict Cumberbatch, JJ Feild und Mads Mikkelsen darf sich nun Toby Stephens meiner heißen Fangirl-Begeisterung erfreuen... da er hauptsächlich Theaterschauspieler ist und kein Hollywoodsuperstar, sind die Filme rar gesät, die man hierzulande auf DVD kaufen kann. Was mich sogar dazu verleitet hat, einen Science-Fiction-Streifen anzusehen, ein Genre, dem ich normalerweise so gar nichts abgewinnen kann.




Inhalt: England, in naher Zukunft. Der Informatiker Vincent McCarthy arbeitet an einem geheimen Projekt, das sich zum Ziel setzt, überlegene Menschmaschinen mit künstlicher Intelligenz zu erschaffen, um im (erfundenen) drohenden Krieg mit Fernost diese als Waffen einzusetzen. Testobjekte sind unheilbar verwundete Soldaten, die scheinbar verschwinden, jedoch in geheimen Bunkern des britischen Militär als Maschinen "weiterleben", bis der Prototyp perfektioniert ist. Als Vincents neue Assistentin Ava (Caity Lotz) unerwartet lebensgefährlich verletzt wird, beschließt Vincent, aus ihr eine denkende Maschine zu machen. Doch er hat andere Pläne mit ihr als sein Chef Thomson. Seine Tochter Mary hat das Rett-Syndrom, und er hofft, sie durch seine Arbeit heilen zu können.

Die Maschine / Ava erweist sich als Glücksgriff für Vincent, jedoch nicht für das Militär. Sie denkt nicht nur, sie fühlt. Zuneigung zu ihrem Meister. Schlecht für das Militär, schlecht für die Menschheit. Emotionale Maschinen sind eine ernstzunehmende Bedrohung und führen zur Ausrottung der Menschheit, meint Vincents Vorgesetzter, und ganz unrecht hat er damit wohl nicht. Vincent muss Avas "Bewusstsein" schweren Herzens wieder ausschalten. Als die restlichen Roboter einen Aufstand proben, kommt es zum Tumult. Vincent rettet die gespeicherten Daten von Ava und der mittlerweile an den Folgen einer OP verstorbenen Mary, die fortan gesund und munter auf einer Backup-Diskette weiterexistiert und die nun die ihrer Identität und Empfindungen beraubte Maschine nach gemeinsamer Flucht Mama nennt, denn Ava ist sie ja nun auch nicht mehr.




Meinung: Zugegeben, das Ganze klingt ein bisschen wirr. Ich bin kein Fan von Dystopien und der Entwicklung von künstlicher Intelligenz, und trotzdem hat mich der Film gut unterhalten. Besonders die erste Hälfte war oft humorvoll und berührend. Toby Stephens ist beeindruckend und richtig sexy in Henley-Shirts als der Einzelgänger Vincent, dem jedes Mittel recht ist, um ein Heilmittel für seine Tochter zu finden.

Und sein brummelndes "Don't be afraid. It's ok. Let go", ist wohl die heißeste Liebeserklärung, die man einem Roboter machen kann. (O; Auch Caity Lotz mochte ich, denn die Maschine ist nach der Einspeicherung von Avas Daten kein tougher und mordlustiger Cyborg, sondern wirkt in manchen Situationen komisch und hilflos, fast überfordert. Menschlich halt. Süß, als sie Vincent fragt, ob er wiederkommt und er verspricht, mit ihr ein paar Puzzlespiele zu lösen und Musik zu hören. Ebenso die Geschichte mit dem Sonnenuntergang, der später noch einmal in Szene gesetzt wird. Da kam fast ein wenig Romantik auf, was für das Genre doch eher ungewöhnlich ist.

Das Ende fand ich ein wenig meh, weil überstürzt und eigenartig, denn ganz ehrlich: lohnt sich ein Leben auf der Festplatte, wenn man jederzeit nach Lust und Laune wieder runtergefahren werden kann? Wird Vincent noch den Cybersex revolutionieren, nachdem er mit der Maschine weit und breit der einzige Mensch ist? Oder gibt es eine Fortsetzung, in der Vincent sich selbst zur Maschine umoperiert? Egal, mir hat's gut gefallen, obwohl ich den Film ohne den Hauptdarsteller nie angeschaut hätte. Für Sci-Fi-Nerds und Blade Runner-Fans ist er aber definitiv eine Empfehlung wert!



Bewertung: 
👍👍👍👍