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Mittwoch, 1. Juli 2026

Leseprobe "Fairlight"

 "Fairlight? Dann wird das nächste Anwesen Fairlight House sein, oder? Ja, es stimmt, man erzählt sich so einiges über den kauzigen Alten und seine Brut. Erwachsene Söhne, allesamt ledig. Der Jüngste ist wohl schwachsinnig. Mich soll's nicht wundern bei der Familie. Regelrechte Eigenbrötler. Wo hat man so etwas schon erlebt?"

"Es mag Ihnen ungewöhnlich scheinen, doch sehen Sie sich um“, erwiderte John Raeburn mit einem müden Grinsen. "Mindestens zehn Meilen bis zur nächsten Stadt, kein idealer Ort für Brautschauen, geschweige denn für eine Frau."

"Ja“, pflichtete Thorpe eifrig bei und knipste sein charmantestes Lächeln an. Er war ein im klassischen Sinne gutaussehender Mann und wusste um seine Anziehungskraft auf die holde Weiblichkeit, was er jedoch zu befangen und wohlerzogen war, auszureizen. Infolgedessen war er mit vierunddreißig Jahren der begehrteste Junggeselle in ganz Huddersfield.

"Die Lady Clayton soll es hier so unerträglich gefunden haben, dass sie freiwillig aus ihrem tristen Dasein schied, und sie war bei Gott keine zartbesaitete Seele. Wenn nur die Hälfte wahr ist von dem, was man munkelt, muss das eine wirklich verrückte Sippschaft sein."

Edward kicherte. "Genie und Wahnsinn liegen ja oft nahe beieinander. Oder wie Shakespeare so schön formuliert: 'Der Wahnsinn hat Methode.' Wenn Sie meine Meinung hören wollen, Gentlemen, die haben nicht nur Lady Claytons Leiche im Keller. Schade um die Frau. Ein Fluch soll seitdem auf dem Haus liegen, naja, das übliche Getratsche."

Ein donnerndes Krachen, verursacht durch ein weiteres Schlagloch, beendete die müßige Konversation abrupt, Vaughan fluchte deftig und machte ebenso sinnlose wie verzweifelte Anstalten, das Lenkrad aus der Verankerung zu reißen. Weiß der Himmel, was er damit bezweckte, dachte Raeburn mit einem Anflug von Zorn. Nicht zum ersten Mal fühlte er sich an einen kleinen linkischen Buben erinnert, der aus Trotz oder Ärger über seine eigene Unfähigkeit denselben an unschuldigen Opfern, im konkreten Fall an dem schmucken Phaeton, ausließ. Ein Kindskopf, dieser Vaughan. Und so ein unbeherrschtes Subjekt wollte approbierter Doktor werden. Raeburn kam sich vor wie auf einer Narrengesellschaft, Thorpe war nicht unbedingt ein ernsthafterer Zeitgenosse, ein Dandy. Doch vielleicht wurde er, Raeburn, mit Ende Vierzig langsam alt. Fest stand jedenfalls, dass sie sich verspäten würden, und zwar um wenigstens einen vollen Tag. Es gab wenig, was der Doktor so sehr hasste wie Unpünktlichkeit.

Den Kollegen amüsierte die Situation offenbar; er lachte und klopfte Vaughan auf die Schulter. "Nicht aufregen, Edward, alter Knabe. Sie ruinieren Dr. Sedgleys Eigentum."

"Das ist nicht mehr nötig." 

 


 

Die raue Stimme, die von oben erscholl, ließ die drei zusammenzucken, Edward schrie leise auf. Spielend das Gefälle einer rutschigen Anhöhe nehmend, tänzelte ein prächtiger Rappe auf den Pfad, ein nervöses, schäumendes Tier, das von einem fast zierlich gebauten Mann meisterlich in Schach gehalten wurde. Er mochte Anfang Dreißig sein, vielleicht etwas jünger. Seine zerrissene Uniform war schmutzbespritzt, ebenso die hohen Füße seines verausgabten Pferdes, dessen Nüstern vom schnellen Lauf rot glühten. Auffallend waren die schlanken Hände und die bogenförmig geschwungenen Brauen des Reiters, die ihm ein merkwürdig trauriges und zugleich listiges Aussehen verliehen. Apart und nahezu hübsch war auch das von spärlichen Bartstoppeln eingerahmte, jungenhafte Gesicht mit den feinen Zügen, in dem die haselnussbraunen Augen irgendwie manisch glänzten. Er trug das dunkle Haar im Nacken kurz und an den Seiten länger, wie die Mehrheit der Herren seines Alters; ein starker Kontrast zu seinem übrigen, eher ungepflegten Äußeren. Das spöttische Lächeln, mit dem er die Gestrandeten bedachte, drückte auf beunruhigende Art Mitleid aus. Er schien Gefallen daran zu finden, sie einzuschüchtern. Eine kurze Musterung genügte, um den ängstlichen Vaughan zum Stottern zu verleiten, welcher beherzt zu einer Erwiderung auf den Kommentar ansetzte und ehrfürchtig verstummte, als der Reiter das – wie ihm vorkam – haushohe Ross bedrohlich auf ihn zulenkte und in schallendes Gelächter ausbrach. Edward spürte, wie ihm der Schweiß den Kragen hinunterrann und errötete. Rasch betupfte er seine Stirn mit einem Taschentuch und bezog Deckung hinter dem Heck des Autos. Thorpe fasste sich als erster.

"Was ist nicht nötig, Sir?"

Der Soldat wandte sich Thorpe überrascht zu, offenes Unverständnis über das Nachhaken des Gentlemans bekundend. Er postierte sein Pferd so, dass es sich wenige Zentimeter vor dem jungen Arzt versammelte. Dann beugte er sich vor, in der Absicht, direkt an dessen Ohr zu sprechen.

"Den Wagen zu ruinieren. Er ist bereits ruiniert. Von Technik verstehe ich nicht viel, aber ich glaube, ich erkenne das Geräusch einer gebrochenen Vorderradachse, wenn ich es höre."

Die Worte entlockten Vaughan, dem Übeltäter der Misere, ein abgrundtiefes Stöhnen.

"Ist er krank?" erkundigte sich der Reiter, nonchalant in Edwards Richtung nickend. "Das täte mir leid."

"Er ist nicht krank“, ließ sich Raeburn vernehmen. "Besäßen Sie die Freundlichkeit, uns die Straße nach London zu zeigen? Ich fürchte, wir haben uns gründlich verfahren."

"Oh, damit wollen Sie nach London? Ich gäbe mein letztes Hemd, um das zu sehen. Sind Sie Mechaniker, Zauberkünstler oder beides in einer Person?"

Souverän ignorierte Raeburn die letzte zynische Frage, der Mann war ihm entschieden zu neugierig. Er hatte sich noch nicht einmal vorgestellt.

"Möglicherweise gibt es in der Nähe ein Wirtshaus, wo wir die Achse austauschen könnten."

Wieder lachte der Fremde. "Wissen Sie, wo Sie sind? Hier gibt es weit und breit nichts außer Wald und Flur."

Thorpe wagte einen Vorstoß. "Was ist mit dem Fairlight Anwesen? Wohnt dort niemand?"

Ein strenger Zug bildete sich um die schmalen Lippen des Soldaten. Er versetzte dem Tier einen rohen Schlag mit den Zügeln und riss es um die Hinterhand. 

"Das ist mein Ziel. Wenn Sie möchten, begleiten Sie mich", erbot er sich, plötzlich die Höflichkeit selbst.


Montag, 9. März 2026

"Ein Spiel zu viel" als kostenloser Download

 Anlässlich des neuen Covers, das nun doch noch einige Veränderungen durchlaufen hat, möchte ich auf eine Aktion aufmerksam machen, die bei "Shalom Mamele" höchst erfolgreich war: der kostenlose Download meines Buches auf Amazon. Ich würde mich sehr freuen, wenn Irving & Co. annähernd so viele interessierte Leser/innen gewinnen würde wie meine Biografie über Mama. 

 

 

"Ein Spiel zu viel" erzählt die Geschichte einer Theaterschauspiel-Clique im Jahr 1902, deren Anführer Irving Van Sander einen perfiden Plan ausklügelt, um seinen Geliebten Galen Asquith nicht teilen zu müssen, wie er befürchtet. Was an sich ziemlich merkwürdig wirkt - erst einmal. Denn Galen hat keinen neuen Partner, doch durch einen Kollegen erfährt Irving von seinem ehemaligen Adoptivvater, der ihn aufnahm, als man Galen als Baby in den Londoner Docks ausgesetzt hatte. Allein das ist dem eifersüchtigen und narzisstischen Irving ein Dorn im Auge; gemeinsam mit seinen Freunden Dashiell, Christopher und seinem jüngeren Bruder Orest reist er nach Dorset, wo Mr. Blake als Farmer nach dem Ausstieg als Inspector von Scotland Yard seinen Vorruhestand genießt. 

Irving schickt den ahnungslosen Orest zu ihm, um Kontakt herzustellen und mehr über Raphael Blake herauszufinden. Außerplanmäßig nimmt Orest nach mehreren Treffen Galen mit zu ihm, ohne zu wissen, wie die Beziehung zwischen dem überspannten Schauspieler und dem unerschütterlichen Mr. Blake geartet ist. Blake selbst erkennt Galen nicht, den er tot glaubt. Galen indes erinnert sich sehr wohl an ihn, ist sich aber nicht sicher, ob im Guten oder im Schlechten. Immerhin gab es nach ihm Blakes leiblicher Sohn Zachary, der ihm Blakes Gunst seiner Ansicht nach entzogen hat... und der im Burenkrieg in Afrika sein Leben ließ - allerdings nicht in Ausübung seiner Pflicht als Soldat. 

 Insgesamt ist "Ein Spiel zu viel" recht episch angelegt und auch etwas verzwickt; das ist eine Spezialität von mir, die ich nicht ablegen kann. 😇 

Im markierten Link könnt ihr die bereitgestellte Leseprobe abrufen, die wie immer ziemlich lang ist auf Amazon. Wenn euer Interesse geweckt ist an einer Geschichte um Charakterköpfe, Geheimnisse, Psychologisches und Historisches und auch den Dreh einer Gruppendynamik, dann zögert nicht, es herunterzuladen, denn die Zeit ist bis zum 12. März begrenzt. Ich freue mich sehr darüber und verdiene keinen Cent daran... 😏

 

 

Donnerstag, 5. März 2026

Fairlight ~ eine Überlegung

 Wie ihr wisst, ist es für Selfpublisher nicht so einfach, ein Buch zu promoten. Es braucht einen langen Atem und Geduld, und beides habe ich nicht im Überfluss. Umso mehr freut es mich, wenn meine Romane gut ankommen und trotz einem vielleicht etwas sperrigen Thema begeisterte Rezensionen erhalten. So wie "Fairlight". Tatsächlich hat dieser Roman zwar nicht allzu viele Bewertungen, dafür aber im Durchschnitt die besten von allen meinen zehn Büchern. Was mich überrascht, denn... es geht um Abgründe. Abgründe, die zum Zeitpunkt des Schreibens noch in die Buchwelt passten bzw. es noch keine Trigger-Warnungen gab, weil man nicht jede Befindlichkeit berücksichtigte und den Lesern/Verbrauchern mehr Selbständigkeit und Stabilität zutraute. Und den Schriftstellern freiere Hand ließ, ohne woke Zensur.

 


"Fairlight" handelt in erster Linie davon, sich von Zwängen und festgefahrenen Gewohnheiten zu befreien, die für den psychisch belasteten Florey nicht zu durchbrechen sind, obwohl er unglücklich ist und sich nach Freiheit sehnt. Dasselbe gilt für seinen älteren Bruder Francis. Der ist - wie Florey - beileibe kein Sympathieträger. Oft wirkt er roh, unberechenbar und animalisch. Doch er hat einen weichen Kern, und natürlich einen Grund für seine Wesensart. Sein Bruder ist sein Ein und Alles. Dabei überschreitet Francis Grenzen, die auf den ersten Blick befremdlich anmuten. Vielleicht werden seine Motive nicht einmal gegen Ende ganz klar; eine Leserin schrieb mir, er hätte wenig Verständnis bei ihr hervorgerufen. Im Gegenteil. Am Schluss empfand sie fast so etwas wie Abscheu. Das kann ich verstehen. Denn Francis ist machtlos gegen seine Gefühle. Er kontrolliert und beschützt, gibt den harten Geschäftsmann auf Fairlight, ist misstrauisch gegenüber den Besuchern, feindselig und impulsiv, und zuweilen auch grausam. Seine Emotionen, die er selten zeigt, konzentrieren sich dafür in überbordenden Maß auf Florey, der sie zwar schätzt, aber nicht einordnen kann. So wie Francis von allen, die mit ihm zu tun haben, schwer einzuordnen ist.

 

 

 Geschwisterliebe und verbotene sexuelle Begierden sind kein Thema, das ein Wohlgefühl hervorruft. Ich hatte damals meine düstere, etwas morbide Phase und würde meine Phantasie in dieser Richtung heute etwas zügeln. Dennoch gefällt mir die Geschichte aus psychologischer Sicht immer noch. Francis' Liebe reicht weit in die Vergangenheit, in der er jemanden verloren hat, mit dem er schlimme Zeiten durchmachen musste, der ihm Halt gab und das Gefühl, gebraucht zu werden. Das alles ist ziemlich komplex, und wie fast jedes meiner Bücher sollte man "Fairlight" aufmerksam lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen. 

Die Besucher, denen Francis unterwegs begegnet und die er ins Anwesen einlädt, weil sie aufgrund einer Wagenpanne nicht mehr weiterfahren können, sind so etwas wie ein Wink des Schicksals für die Brüder. Mit ihrer Anwesenheit, und ganz besonders mit der von John Raeburn, ändert sich einiges auf Fairlight. Es scheint, als ob Francis das beabsichtigt hat, und trotzdem fällt es ihm schwer, Florey seine eigenen Entscheidungen treffen zu lassen, der sich Dr. Raeburn nach einiger Zeit öffnen kann. Veränderungen ängstigen ihn im Allgemeinen, doch er erkennt in dem Fremden bald einen Freund, dessen Geduld und Umgang mit ihm zwar strapaziert werden, aber unerschöpflich und von schmeichelhaftem Interesse sind. Eitel und launisch sind nämlich beide Brüder, doch Florey verzeiht man seine schlechten Eigenschaften vermutlich eher, weil er hilfloser wirkt als der "bossy" Francis. 

Die Geschichte erzählt die einer dekadenten Familie, zu der nicht nur die beiden gehören, sondern zwei weitere Brüder und ein despotischer Vater, der nicht nur eine Leiche im Keller hat. Kein einfaches Buch also, aber wie schrieb eine Rezensentin so treffend: 

"Diese Geschichte ist für mich ein Crescendo. Ein Pferd, das erst gezähmt werden muss, bevor man den wilden Ritt wagen kann. Ich liebe es."

Würdet ihr einen solchen Ritt wagen? Oder sind die Themen zu düster und zu pikant? Zur Beschreibung und Bestellung des Buches: *Klick*

 

Dienstag, 6. Januar 2026

Furchtlos zum Himmel ~ Leseprobe.

 Weshalb ich dieses Buch einige Zeit nicht mochte, verstehe ich nicht mehr, seit ich es im letzten Sommer von vorne bis hinten durchgelesen habe. Über 590 Seiten in weniger als einer Woche, so spannend und toll fand ich es. "Klar", werden viele sagen. "Du bist schließlich die Autorin." So klar ist das gar nicht. Denn man selbst ist mit seinen Werken in der Regel am kritischsten.

 


Diese Geschichte ist unter meinen älteren zu finden, so dass mich mein wohlwollendes Gesamturteil vom letzten Jahr verblüfft hat. Denn vieles, was man in jugendlichem Überschwang fabriziert, ist einem oft später peinlich. 

Wie akribisch, wie ausführlich und auch dramatisch ich diese Reise mit dem verbundenen Wagnis beschrieben habe, ohne in Person oder Zeit dabeigewesen zu sein, das ist schon erstaunlich. Da war ich in der Tat von mir beeindruckt... 

Die Leseprobe verlinke ich hier mal: *Klick* 

Ich wünsche viel Spaß und würde mich unheimlich freuen, wenn der doch recht lange Ausschnitt von diesem außergewöhnlichen Männerabenteuer Lust auf mehr macht...

 

Freitag, 2. Januar 2026

Fairlight ~ Leseprobe

 Seit "Fairlight" ein so tolles neues Cover hat, mag ich es noch mehr als vorher. Die Idee, beide Brüder auf den Umschlag zu drucken, fand ich grandios. Zwar sehen beide Männer nicht unbedingt so aus, wie ich sie mir vorstelle, doch sie kommen dem schon recht nahe. Eine Freundin meinte, sie sähen wie Brüder aus, ohne dass sie den Inhalt des Romans kannte. Das hat mich natürlich sehr gefreut!

Der folgende Text ist eine Leseprobe, denn die habe ich in letzter Zeit etwas vernachlässigt. Der neunzehnjährige Florey besucht seinen durch Stacheldraht verletzten Bruder Francis, dem es ein Dorn im Auge ist, dass Florey sich mit einem der zufälligen Besucher auf Fairlight House angefreundet hat. Dafür hat er durchaus seine Gründe... doch die kann er dem Bruder nicht erklären, ohne ihn zu verunsichern.

 

 

Leise wie eine Katze stahl sich Nellie Whitcombe in den Stall und die Leiter hinauf; Finnigan schaufelte sinnlos einen Ballen Heu nach dem nächsten von einer Ecke in die andere, die beiden Paddys waren nirgends zu sehen. Sie atmete auf; den rohen Stallknechten begegnete sie mit Bedacht. Ihre Witze trafen nicht unbedingt den Nerv eines weiblichen Geschöpfes. Sie mochte nicht so verzärtelt wirken wie die feinen Stadtdamen, doch auch sie besaß Gefühle, die schnell verletzt wurden. Zwar war auch Francis mitunter ein regelrechter Kindskopf, aber dabei vom Liebreiz eines Jungen, nie beleidigend oder grob, während Jones und O’Teale mit Vorliebe Anspielungen auf ihren mageren Körper in gehässiger Manier zum besten gaben, die sie nicht selten Hals über Kopf in ihre Kammer flüchten ließen, wo sie stundenlang ihre vermeintliche Unattraktivität betrauerte.

Oben auf dem Speicher lag, halb verdeckt von Stroh, der kleine Eugene. Obwohl nur wenige Jahre jünger als sie, löste sein Anblick wie immer mütterliche Instinkte in ihr aus. Sachte rüttelte sie an seiner Schulter. Florey schlug nach ihr, wie man eine lästige Fliege vertreibt; er war noch nicht vollständig wach.

"Master Eugene!"

"Hm?"

"Master Francis will Sie sehen. Er sagt, es tut ihm leid."

Flink war Florey auf den Beinen. "Geht es ihm gut?"

Nellie zuckte die Achseln. Francis zog es, wie alle Fairlights, vor, still vor sich hinzuleiden.

 


Die abenteuerliche Mischung der Gerüche aus Blut, Eiter, Salbe und scharfem Whisky in Francis' Zimmer veranlasste Florey dazu, zum Fenster zu rennen und es sperrangelweit aufzureißen, bevor er sich auf den Bruder konzentrierte. Er sah so verletzlich aus in dem großen Bett, ein wenig wie tot. Die Scheu vor Kranken ließ Florey an die Tür zurückweichen. Es verstörte ihn, seinen großen Bruder in solch einer Lage zu sehen; seine Welt geriet ins Wanken, als er Francis' bleiches, eingefallenes Gesicht betrachtete.

"Florey“, lächelte Francis; plötzlich blitzte der alte Francis hervor, ein schelmischer, sorgenverbergender Gefährte, mit dem man Pferde stehlen konnte. "Komm her zu mir und mach' nicht so ein Gesicht, als läge ich im Sterben."

Die Schranke in Floreys Denken brach; ungestüm warf er sich auf Francis, umhalste ihn und weinte laut.

"Was ist denn? Nicht... lass das Weinen. Sonst weine ich mit und hasse mich dafür."

"Oh, Francis! Bestimmt straft mich Gott, weil ich Dobbs' Bekehrungsgerede satt habe und weil ich so schlecht bin! Ich will nie mehr etwas tun, das dir nicht gefällt."

Das Gewicht des Knaben auf der Brust schmerzte; Francis bedeutete ihm, sich aufzusetzen. Er schaute ihn emphatisch an und strich ihm das Haar aus dem Gesicht. "Das ist Blödsinn. Ich liebe dich so wie du bist, das weißt du doch. Du sollst dich nicht ändern. Ich bin derjenige, der Abbitte leisten muss. Es tut mir leid, dich geschlagen zu haben. Es ist nur – verflucht, ich habe solche Schmerzen, Florey, ich möchte mit dem Schädel an die Wand, nur um sie für eine Sekunde zu vergessen. Wenn ich zu heftig reagiere, liegt das nur daran, verstehst du? Außerdem, Florey, und das ist sehr, sehr wichtig, was ich dir jetzt sage, deshalb spitz' die Ohren: bitte gehe nicht mehr mit diesem Raeburn alleine irgendwo hin. Du würdest mir das Herz brechen. Ich hatte Angst um dich, als ihr weg wart."

"Du hattest Angst? Wegen Dr. Raeburn?"

Francis nickte, in seinen Augen flackerte es.

"Das musst du nicht. Er ist wirklich nett –"

Ein ungehaltenes Zischen ließ Florey verstummen, er streichelte die Hand seines Bruders und wartete darauf, dass Francis sich beruhigte. Schließlich schluckte dieser und schloss die Augen.

"Ich weiß, dass er nett ist. Gerade deshalb musst du aufpassen. Nette Menschen sind selten das Vertrauen eines anderen wert. Sie verfolgen eine eigennützige Absicht, wenn sie sich freundlich gebärden. Bitte gib mir dein Versprechen, Florey."

"Welches Versprechen? Ehrlich, Francis, ich verstehe dich nicht ganz..."

Francis ballte die Hände zu Fäusten; er hatte schon damit angefangen, ihm Florey abspenstig zu machen, dieser Raeburn. Da kannte er sich wohl aus. Francis schalt sich einen Narren; der Name hätte ihm gleich zu Beginn etwas sagen müssen. Aber Raeburn war kein auffälliger Familienname, und es war neblig gewesen, so dass Francis nicht in der Lage gewesen war, das Gesicht des Doktors zu manifestieren. Zudem lagen sechzehn Jahre dazwischen. Die markante Stimme und die einfühlsamen Hände allerdings ließen keinen Zweifel offen. Wahrscheinlich hatte Francis ein bisschen mit dem Feuer spielen wollen. Kleine Sünden bestraft der Herr sofort, wie Pfarrer Dobbs – um Bibelsprüche nie verlegen - so schön zu sagen wusste. War es eine Sünde, drei Fremden Obdach zu gewähren? In Zukunft würde er niemanden mehr aufnehmen. Flehend nahm er Floreys Hände in die seinen.

"Es ist egal, ob du es verstehst oder nicht! Ich möchte nicht, dass du weiteren Umgang mit ihm pflegst."

Aus Rücksicht auf Francis' desolate Verfassung tendierte Florey zur Kapitulation.

"In Ordnung. Du musst dich nicht aufregen. Ich liebe dich, Francis." Er beugte sich vor, um den Bruder auf die Stirn zu küssen; in diesem Moment betrat Thorpe schwungvoll den Raum.

"Oh, ich – ich gedachte nicht –"

"Sie stören nicht“, half ihm Francis. "Ich warte seit einer Ewigkeit auf einen von euch elenden Kurpfuschern. Haben Sie Morphium dabei?"

 

Freitag, 19. Dezember 2025

Das Bildnis des Grafen: Carrick Escaray und sein treues Pferd Gospodin

An früherer Stelle habe ich bereits von meinen Erfahrungen bei der Bilderstellung mit KI berichtet. Meine Cover entstanden so, meist mit einer handgezeichneten Vorlage als Basis. Dasselbe habe ich nun mit meinen Grafen ausprobiert, nur so als Spielerei. Und ich bin derart begeistert von den Ergebnissen, dass ich sie hier teilen möchte. 

 


 

Auf dem Foto ist Carrick wohl noch etwas jünger als wie zur Zeit, in der der Roman spielt. Aber schon immer hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Gospodin, der bereits weit über zwanzig Jahre alt ist, als Dr. Renoir und Valentine seine Bekanntschaft machen. Gospodin nimmt dem Psychologen einen Teil seiner Arbeit ab und erleichtert den kommunikativen Zugang zu dessen jungen Patienten. Das fällt sogar Dr. Renoir auf. Während sie das Moor durchqueren, wird Gospodin zu einem wichtigen Partner, der Valentine das erste Mal seit langer Zeit zum Sprechen ermutigt. 

Pferde spielen in "Das Bildnis des Grafen" und in "Fairlight" eine kleine, aber feine Rolle. Nach Katzen und Löwen sind sie meine Lieblingstiere von klein auf. Ihre Kraft und Schönheit haben mich immer fasziniert, und nicht zuletzt war ich durch eine pferdebegeisterte Verwandtschaft schon als kleines Mädchen in Ställen und bin um geduldige und standfeste Pferdebeine herumgewuselt.

 Carrick und Gospodin sind ein eingespieltes Team, doch im Roman sieht man sie nur ein einziges Mal zusammen, in dem sie Notiz voneinander nehmen, und selbst dann ist Valentine sich nicht sicher, nur geträumt zu haben. Im Stall begrüßen sich Herr und "Herr" herzlich, wobei Valentine zum ersten Mal bemerkt, dass Gospodin kein junger Spund mehr ist und Anzeichen von Gebrechlichkeit zeigt, die sonst nicht in Erscheinung treten. 

Es geht ohnehin ein bisschen unheimlich zu auf Escaray Hall. Beide Besucher - Dr. Renoir und Valentine - können oft ihren Augen und Ohren nicht trauen und schieben die unerklärlichen Vorkommnisse auf ihre traumatischen Kriegserfahrungen. Sie ahnen nicht, dass das Schloss des Grafen nicht so verlassen ist, wie es scheint... oder sitzen sie doch einem Spuk auf?

 


Hier ist besagte Stelle als Leseprobe:  

Bevor er sich den Tod holte, würde er das Pferd versorgen und dann wieder ins Haus schlüpfen. Wie dumm er war. Bestimmt träumte er, selbst da dieser Traum realistischer ausfiel als die Halluzinationen, das Inferno der Granaten und der permanenten Artillerie, von der er halb taub wurde. Am Gatter der geräumigen Box, die Valentine für Gospodin vorsah, lungerte die Silhouette eines rauchenden Gentleman herum. Der Wallach spielte verrückt, er warf den Kopf auf und ab und tänzelte auf ihn zu, wobei er gefährlich mit der Hinterhand ins Schlittern geriet. Auf einmal bemerkte Valentine dessen Gebrechlichkeit, seine steifen Beine und die Stichelhaare im stumpfen Fell. Skrupel plagten ihn, weil er den greisen Gaul so zur Eile angespornt hatte. Aber er war ihm gar nicht so hinfällig, mitleiderregend erschienen, ganz im Gegenteil, er selbst hätte ein gemächlicheres Tempo vorgezogen. Seit er abgestiegen war, war der Wallach in Sekundenschnelle gealtert. Der Herr, sich bewusst, dass Rauchen im Stall einer Sünde gleichkam, trat gewissenhaft seine Zigarette aus, wandte sich dann dem Klepper zu und fasste nach der Kandare, um ihn in seiner Ausgelassenheit zu bremsen. 

 „Was ist denn? Du tust so, als sähest du mich zum ersten Mal seit hundert Jahren wieder. Wirst dir noch die Beine brechen ... Ist ja gut, mein Alter ...“Er streifte mit den Lippen das ausdrucksvolle Pferdegesicht, schmuste mit ihm wie mit einem lieben Freund. Die markante Strähne in seinem Haar drapierte sich wie ein Zeichen der Solidarität über das schaumbeflockte, genüsslich zuckende Maul. Da das Nasenbein des Tieres ebenfalls weiß gesprenkelt war, wurde Valentine die Harmonie zwischen Herr und Ross plastisch vor Augen geführt. Es verband ihn wohl weit mehr mit dem Gaul als der bloße Nutzen eines Reittiers. Schließlich blickte er auf und winkte Valentine zu sich heran, der am Eingang wie angenagelt war.

„Danke, dass du ihn ein bisschen bewegst. Das tut ihm gut.“

 

 

 

Dienstag, 25. November 2025

Das ideale Cover!

Möchte mein Glück mit euch teilen, denn ich habe das perfekte Cover für meinen Roman "Ein Spiel zu viel" gefunden! Und zwar mit Irving Van Sanders Porträt. Erstaunlich ist der Fund in zweierlei Hinsicht: Es handelt sich bei dem Bild um einen Schauspieler in einem Theater (Opernhaus), und außerdem sieht er fast genauso aus, wie ich mir Orests großen Bruder vorstelle. Wer seine Personenbeschreibung liest, wird verblüfft sein. Und er hat auch zwei Gesichter, wie das die Maske impliziert. Ich bin echt happy! Ein bisschen herumgeschraubt habe ich noch, damit es meiner Vorstellung mehr entspricht. 

 


Früher hätte ich gesagt, ein Nackenbeißer... so sahen doch immer die Kerle auf Groschenromanen aus, die eine ihnen zu Füßen liegende vollbusige Blondine anschmachten und umgekehrt.😏 Aber nun finde ich es total cool und absolut passend. So ändert sich der Geschmack. 

Besser noch gefällt mir die Printbuchausgabe, doch ich habe vergessen, einen Screenshot zu machen, und die neuen Ausgaben werden erst in den nächsten Tagen sichtbar sein auf Amazon, so dass ich mich mit der ebook-Ausgabe zufriedengeben muss. Ich kann's kaum erwarten, bis sie zu bestellen sind. 

Nachfolgend noch die tolle Rezension von Petra vom Witch-Journal . Ihr hat das alte Cover auch sehr gut gefallen, doch ich bin sicher, sie stimmt mir zu, dass dieses mindestens ebenso Lust macht, das Buch zu lesen: 

 

Mr. Blakes Schäfchen / Pixabay, ELG21

 

Petras und Jaspers Meinung zu "Ein Spiel zu viel": 

Christine Wirth hat einen faszinierenden Roman geschaffen, dessen Story super umgesetzt wurde und den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Dieses Buch ist mehr als nur eine Lektüre – es ist ein tiefes Eintauchen in eine Geschichte, die man noch lange mit sich herumträgt. Die Autorin entführt uns in ein spannendes Netz aus Intrigen, in dessen Zentrum das schlechte Spiel steht, das der mysteriöse Irving treibt. Die Geschichte ist so komplex und vielschichtig, dass der Leser tief in das Geschehen eintaucht. Man spürt, dass sich Christine Wirth sehr intensiv mit der Story auseinandergesetzt hat, denn jeder Handlungsstrang ist sorgfältig verwoben und logisch aufgebaut.

Ein besonderes Highlight ist die malerische Kulisse: Die Landschaften an der Südwestküste Englands werden so lebendig beschrieben, dass man sie unmittelbar vor dem geistigen Auge sehen kann. Die raue Schönheit der Küste verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre. Ebenso überzeugend sind die Charaktere, die jeder ein eigenes Leben zu haben scheinen. Sie sind hervorragend eingesetzt und verleihen der gesamten Handlung Tiefe und Glaubwürdigkeit. Man fühlt mit ihnen mit, leidet und hofft mit ihnen. Der Schreibstil von Christine Wirth ist flüssig, bildhaft und äußerst fesselnd. Er trägt dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Das zum Buch prima passende Cover rundet das Gesamtbild ab und lädt förmlich zum Lesen ein. Ein großartiges Buch, das man uneingeschränkt empfehlen kann. Von solchen tiefgründigen und atmosphärischen Büchern wünscht man sich als Leser gern mehr! Vielen Dank, liebe Christine.





 

 

 

Freitag, 7. November 2025

"Shalom Mamele" im neuen Gewand

Es war abzusehen: mein "Bestseller" Shalom Mamele erhält ein neues Cover. Das fiel mir tatsächlich schwer, denn das Foto von Mama, das sie vor den (unsichtbaren) Triberger Wasserfällen zeigt, ist mein absolutes Lieblingsbild von ihr. Genauso möchte ich sie wiedersehen, wenn wir uns im Himmel begegnen: jung, verschmitzt, humorvoll und warmherzig. Denn all das, was sie sich ihr ganzes Leben lang bewahrt hat, ist auf diesem Foto vereint. Nicht, dass das auf anderen Fotos nicht der Fall wäre, aber ich mag ihren Gesichtsausdruck, der einem beinahe verschwörerisch zuzwinkert. 

 

Im Sommer 2022. Ohne KI. Liebe dich sehr, Mama! 

Und dann hab' ich die KI für Bildbearbeitung entdeckt und war geflasht von den Möglichkeiten auf einen Klick. Was dazu geführt hat, dass zunächst das Ebook und das Taschenbuch einen anderen Anstrich bekam. Wortwörtlich. Denn Farbe ist ein größerer Hingucker als eine Schwarzweißaufnahme, so schön sie auch ist. Das Cover zeigt jetzt Mama als "reife" Frau, die ihr kleines Ich im Arm hält. Beide sitzen auf einer bunten Blumenwiese mit Margariten, Klatschmohn und Kornblumen im Sonnenuntergang, und ich glaube, das gefällt Mama sehr! Ist sie doch so eine große Naturfreundin.

 

 

Ehrlich, ich habe geweint, als ich das Ergebnis der beiden Fotos nach der gewünschten Komposition sah. Und war auch verblüfft, wie ähnlich sich Mama sieht, sowohl als Kind als auch Erwachsene. Denn das genau zu treffen, ist für die KI dann doch oft etwas tricky. Sogar das geliehene Schildkröt-Püppchen vom Kindergarten hatte Platz auf dem Cover. Ich bin echt gespannt auf das Original. Autorenexemplare habe ich mir erst bestellt und muss also noch ein Weilchen warten, bis ich die Bücher in den Händen halten kann. 

Auf mein Lieblingsbild wollte ich dennoch nicht verzichten. Wie erstaunt war ich, als ich feststellte, dass Kolorieren zu den leichtesten Übungen der KI gehört... ich weiß, dass Mamas selbstgenähtes Blazerkostüm dunkelgrün war, und mehr brauchte meine künstliche Intelligenzbestie nicht zu wissen. Die Schrift, die irgendwie an Bücher der 1970er Jahre erinnert (was dann ja auch passend ist) und eine Vignette habe ich hinzugefügt, und fertig war das neue Cover für die gebundene Ausgabe. 

 



Edel sieht sie aus, oder? Ich werde ein paar der Exemplare wieder ins Bücherland bringen, und ich durfte sogar meinen Grafen dort auslegen. Er scheint allerdings durch seinen Umfang etwas abzuschrecken. Aber ach, ich freue mich, dass die netten Mädels mir die Möglichkeit geben. Leider liegen meine Romane ja nicht in jeder Buchhandlung aus. 


 

Donnerstag, 5. Juni 2025

Buchverlosung / Gewinnspiel

Ihr Lieben, ich feiere meine 9100 Follower auf Facebook mit einem Gewinnspiel. Verlost wird eines meiner Bücher, das ihr euch aussuchen dürft. Kommentiert mit dem Titel, der euch interessiert. Zur Auswahl stehen: 

 


 "Shalom Mamele", "Das Bildnis des Grafen", "Milan", "Fairlight", "Vom Ernst des Lebens", "Ausnahmsweise doppelgleisig", "Ein Spiel zu viel", "Furchtlos zum Himmel", "Affettuoso" & "Camera Obscura". 

 
Die jeweilige Buchbeschreibung findet ihr auf
 


  Die Verlosung findet am Sonntag, den 8. Juni statt. Der Gewinner wird benachrichtigt. 
 
🍀🍀🍀 Allen Teilnehmern viel Glück!🍀🍀🍀 
 
 

Montag, 12. Mai 2025

Danke!

Mein Blog als Tagebuch hat seit Mamas Heimgang einen etwas traurigen Tenor angenommen. Das tut mir leid, nicht zuletzt für mich selbst. Ich bin eigentlich ein fröhlicher und kreativer Mensch, dem es Freude macht, etwas zu erschaffen, woran andere ebenfalls Freude haben. Sei das ein Buch, eine Anekdote oder eine Unterhaltung, die für alle angenehm und inspirierend verläuft. Von Mama habe ich eine positive Einstellung zum Leben mitbekommen, die jetzt auf eine harte Probe gestellt wird.



  

Umso erstaunter und auch dankbar bin ich, wenn ich in der letzten Zeit meine Statistiken betrachte. An manchen Tagen hat mein Blog fast 200 Besucher. Häufig gelesen werden dabei die Berichte über Mama, und wie wir ohne sie zurechtkommen müssen. Vielleicht gibt es mehr Menschen in einer ähnlichen Situation, als ich es mir denken kann. Kommentare werden selten abgegeben - die meisten hat ohnehin mein Mamele verfasst, wenn ihr ein Artikel besonders gut gefiel. Später anonym, damit es nicht so auffiel. Goldig. 💖 Es hat mir nichts ausgemacht, im Gegenteil. 

Auch wenn ich nicht viel von meinen anderen Lesern und Leserinnen höre, so möchte ich mich von Herzen bedanken für euer Interesse an meinem Blog! Es ist nicht mehr so einfach, Themen zu finden, und da ich weniger lese, schreibe ich auch weniger Rezensionen. 

Vor kurzem sahen wir uns alte Tatort-Folgen mit Hansjörg Felmy als Kommissar Haferkamp an - das wäre vielleicht einen Artikel wert. Ich mochte seine Ex Ingrid, gespielt von Karin Eickelbaum. Bis auf eine oder zwei Folgen fanden wir sie durchweg spannend, obwohl die Verbrechen eher im kleinen Stil begangen wurden. Originell war auch der Einfall, die gewitzte Ex häufig als Sidekick einzusetzen, wenn der Kommissar auf konventionelle Weise nicht weiterkam. Und dass die beiden sich nach ihrer Scheidung besser verstanden als vorher. Sie hat mich ein bisschen an Mama erinnert. Es gibt zwanzig Felmy-Folgen, was für damalige Tatort-Kommissare viel war, die in den 1970ern noch öfter wechselten als später. Trotz seiner anfänglich biederen Art wurde uns Haferkamp sehr sympathisch. Meinetwegen hätten es mehr sein dürfen.

 

Bild: TV Spielfilm

 

Ansonsten hangeln wir uns von einem Tag zum nächsten. Manchmal unternehmen wir Tagestouren, das sind meine Highlights der Woche. Nicht zu vergleichen mit unseren Wanderungen, doch zur Stärkung packe ich dann auch hin und wieder so was wie ein Picknick zusammen, das wir dann auf einer Bank verzehren, wenn wir ein bisschen ausruhen müssen. Ende April sind wir nach Ludwigsburg zum "Blühenden Barock" gefahren. Das war wirklich schön, denn wir hatten auch ein Superwetter mit fast 30°. Da war das Spazierengehen fast anstrengend. Ein Karussell für Erwachsene gab es im Schlosspark, das aus dem 18. Jahrhundert rekonstruiert wurde, mit Kutschgondeln und lebensgroßen Pferden. Ich bin kaum hochgekommen, obwohl es eine Trittleiter gab. Dass man den Steigbügel benutzen konnte wie bei richtigen Pferden, daran habe ich nicht gedacht. Ich war froh, als ich oben saß, und noch froher, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ein Erlebnis der besonderen Art. In früheren Zeiten haben sich auf diese Pferde tatsächlich die vornehmen Herren gesetzt, während unter der Plattform Strafgefangene das Karussell angekurbelt haben.

 


Dieses Foto hat der freundliche Herr an der Kasse für mich gemacht. Mein Lächeln fällt etwas verkrampft aus, und als ehemalige Reiterin hätte ich mich gern lässiger positioniert. Aber es war echt nicht so leicht, einen ausbalancierten Sitz zu erwischen.

Danke fürs Lesen und für eure Treue. Abonnenten habe ich nicht, auch keine Follower, aber dennoch freut es mich sehr, nicht ins Leere zu schreiben.





Freitag, 24. Januar 2025

"Das Bildnis des Grafen" ~ neues, selbstgestaltetes Cover

Es musste sein: der Graf bekommt sein... Moment ... siebtes neues Kleid. Manchmal schäme ich mich, dass ich so unbeständig bin, was meine Cover angeht, sind sie doch oft in Farbe und Design ein Erkennungsmerkmal für den Autor. Das gilt allerdings eher bei weiß-grau-schwarz-blutigroten Thrillern, die - wie ich finde - immer gleich aussehen, so dass man mittlerweile genau hingucken muss, um seinen Lieblingsschriftsteller ausfindig zu machen. 😏

Jedenfalls habe ich mich für ein Cover entschieden, das nicht nur unheimlich und mystisch wirkt und somit zum Inhalt passt, sondern mir auch so gut gefällt, dass ich in der Buchhandlung sofort danach greifen würde (unter uns: mich würde schon allein der Titel neugierig machen).

 

 

Das Haus könnte Escaray Hall oder Whitehurst Manor sein, wobei letzteres ja eher eine nüchterne Architektur vorzuweisen hat; etwas, das Escarays Butler als einen der vielen Gründe zur Missgunst interpretiert. 

Was mich besonders freut, ist, dass es auch bei meinen Freunden und Bekannten auf Wohlwollen stieß. Schrift, Layout und eben auch das Foto seien sehr gut gewählt und würden das Gruselige im Roman unterstreichen. Auch die Rückseite kann sich sehen lassen. Oft hat man beim Klappentext das Problem, dass einige Buchstaben mit dem Hintergrund verschwimmen, wenn man keine grelle Schriftfarbe wählen möchte. Hier ist alles paletti, und das auf Anhieb. Ich hatte wirklich keinen großen Aufwand, und trotzdem ist das Buch jetzt perfekt für mich. Um den Klappentext zu lesen, Bild anklicken:



An dieser Stelle bedanke ich mich bei sananthropis auf Pixabay, wo ich das Foto gefunden und anschließend etwas abgeändert habe. Diese Plattform ist einfach eine Supersache für Autoren, die ihre Artikel und Romane mit lizenzfreien Bilder versehen, um sie zu einem Blickfang zu machen. Gern würde ich dort auch ein paar meiner Fotos hochladen und zur Verfügung stellen, aber ich fürchte, Handyfotos sind nicht genehmigt.






Mittwoch, 27. März 2024

"Shalom Mamele" im "Bücherland"!

Gerade bin ich emotional ein wenig überwältigt. Mein Buch "Shalom Mamele" hat in der lokalen Buchhandlung am Kirchplatz ein eigenes Schaufenster bekommen. Und das kurz vor Ostern, das mit Pfingsten Mamas Lieblingsfest ist. Ich habe es heute Nachmittag fotografiert und war so glücklich über die schöne Gestaltung und Dekoration. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ein Buch von mir im Selbstverlag so toll in einer Buchhandlung präsentiert wird. 💕💕💕


Im Bücherland

 

Ich hatte es zuerst bei der christlichen Bücherstube vorgestellt, weil das Thema gut in deren Sortiment passt - vieles dreht sich ja um unseren Glauben und unser Vertrauen in Gott. Ich hatte da auch sehr positive Resonanz, besonders von einer Verkäuferin, mit der ich später per Du war, weil sie meinte, sie kennt mich nun so gut, dass es sich falsch anfühlt, "Sie" zu mir zu sagen. Auch hat sie mir eine ganz liebe und tolle Rezension auf Amazon geschrieben - nur leider konnten sie mein Buch aus technischen Gründen nicht auslegen. Ich muss Cornelia trotzdem mal wieder einen Besuch abstatten, denn sie ist echt eine Nette und meinte, wir könnten mal zusammen einen Kaffee oder Tee trinken; das Angebot will ich unbedingt annehmen. 

Da ich weiß, dass das "Bücherland" gern Autoren und Künstler aus der Region unterstützt, bin ich dorthin gegangen mit meinem Anliegen, und siehe da, man bot mir sogar ein Schaufenster an, wenn ich ein Plakat drucken lassen würde! Schließlich hat das Buch einen lokalen Bezug und auch Mama ist keine Unbekannte am Ort durch das Ladengeschäft, das wir jahrzehntelang nur wenige Meter vom Bücherland entfernt betrieben. Ich habe mich sooo gefreut, weil "Das Bildnis des Grafen" bei seinem Erscheinen eher widerwillig ausgelegt wurde und man es auch bald in die untersten Regale verbannte, wo ich es nach ein paar Wochen entdeckt und wieder mitgenommen habe. 

Natürlich finde ich es dennoch ein bisschen schade, dass ausgerechnet dieses Buch von mir ein größeres Forum bekommt. Nicht falsch verstehen. Ich bin sehr dankbar und ich weiß, dass Mama im Himmel vor Freude in die Hände klatscht - aber ich wünschte, sie könnte es noch hier tun und ich hätte das Buch anders geschrieben; nicht mit ihr in der schmerzlichen Vergangenheitsform. Ich musste vor Rührung über das liebevoll gestaltete Schaufenster, aber auch vor Wehmut und Schmerz über den erlittenen Verlust, von dem sich meine Familie noch nicht erholt hat, nach dem Verlassen der Buchhandlung bitterlich weinen. 


An unserer Werkstattwand


Ich bin so froh, dass ich mich überwunden habe, zu fragen. Mir wurde sogar der Vorschlag unterbreitet, eine Lesung zu geben, um das Buch einem interessierten Publikum vorzustellen, doch das habe ich dankend abgelehnt. Lesungen sind etwas, vor dem ich mich im Autorenleben bisher gedrückt habe, obwohl ich früher in der Grundschule im Vorlesen eine der Besten war und auch bevorzugt aufgerufen wurde. Im Teenageralter ging das beispielhafte Artikulieren verloren, und ich habe die Souveränität, vor mir unbekannten Zuhörern zu lesen, bis heute nicht wiedererlangt. Zudem wäre dieses Buch zu emotional für eine Lesung. Vielleicht müsste ich losheulen, und das wäre ein bisschen peinlich für alle Beteiligten. Ich höre von einigen Leuten und auch von Freunden von Mama, dass sie an manchen Stellen weinen mussten oder sich scheuen, einen Blick reinzuwerfen, aus Angst, es könne sie gefühlsmäßig überwältigen. Dafür habe ich auch vollstes Verständnis, und ich möchte niemanden zwingen, das Buch zu lesen. Allerdings habe ich es in Mamas großem Freundeskreis verschenkt und würde mich doch sehr über die eine oder andere Rezension auf Amazon freuen von denen, die dort angemeldet sind. Oder wenigstens eine Sternebewertung, das ist in einer Sekunde erledigt

"Shalom Mamele" ist als Taschenbuch und Hardcover im Bücherland in Sinsheim erhältlich. Wer den Weg über den Burgplatz nicht scheut, kann sein Exemplar auch gern von mir signieren lassen. Ich freue mich über jeden Leser und jedes Feedback!

 

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Donnerstag, 29. Februar 2024

Signierte Hardcover-Ausgaben von "Shalom Mamele"

Mein persönlichstes Buch gibt es in drei verschiedenen Formaten auf Amazon. Das schönste ist meiner Ansicht nach das Hardcover. Es ist griffig und sieht irgendwie besonders wertvoll aus. Durch die farbigen Abbildungen (es gibt auch Schwarzweißfotos im Buch, doch der farbige Teil war mir wichtig) ist es mit € 25,95 nicht gerade ein Schnäppchen, aber dafür hat man eine wirklich außergewöhnliche Lektüre, die anrührt und auch zum Nachdenken anregt. Im Schlussteil findet man sogar ein Süßspeisenrezept aus Mamas umfangreicher Koch- und Backsammlung.

 


Unsere Geschichte bzw. Mamas ist keineswegs "banal", wie in zwei Rezensionen auf Amazon behauptet wird. Der Rezensent beider Texte ist mir bekannt, daher hat mich seine Kritik wenig getroffen, die er sofort auf gleich zwei Konten kundgetan hat - in Worten, die unter die Gürtellinie gehen. Vor allem, wenn man bedenkt, vor welchem Hintergrund ich dieses Buch verfasst habe. Aber sei's drum. 

Mittlerweile überwiegen die guten Bewertungen von "Shalom Mamele", denn meine Leser haben in der Regel kein Herz aus Stein. Außerdem kann ich in aller Bescheidenheit sagen, dass es auch vom Layout gut gelungen ist. Das Feedback, das ich erhalte, sagt mir ebenfalls, dass es richtig und auch wichtig war, meine doch sehr persönlichen Erinnerungen mit Mama zu veröffentlichen. Ich weiß, dass auch sie selbst sich darüber freut bzw. mich ermutigen würde, das Buch zu bewerben. Was spräche dagegen, es in einer Buchhandlung auszulegen? Eine Buchhändlerin jedenfalls sagte mir, es sei das schönste und liebevollste Buch, das sie seit langem gelesen hat. Nach dem Gespräch waren wir per Du, weil sie das Gefühl hatte, mich zu gut zu kennen, um mich zu siezen... vielleicht tut sich in der Richtung ja noch etwas; es würde mich sehr freuen, mal ein Buch von mir irgendwo ausliegen zu sehen.


 

Eine Freundin von Mama meinte, man sieht schon allein auf den ausgewählten Bildern, was für eine besondere Frau sie war. Ich füge immer im Stillen ein korrigierendes "Ist" hinzu, denn in der Vergangenheitsform von Mama zu reden, schmerzt sehr. Zumal sie ja immer noch da ist, wenn auch nicht sichtbar.

Das Hardcover könnt ihr auch über mich beziehen, auf Wunsch mit Signatur und Widmung. 

Und natürlich freue ich mich über Kommentare hier auf meinem Blog, Diskussionen, Reaktionen und weitere Rezensionen auf Amazon



Montag, 18. Dezember 2023

Gewinnspiel / Buchverlosung "Das Bildnis des Grafen"

Bis zum 23. Dezember verlose ich ein Restexemplar des "Grafen", das den jungen Mann von hinten vor der Moorlandschaft zeigt. Mir persönlich gefällt dieses Cover am besten, doch für die Neuauflagen wurden andere gewählt. Diese Ausgabe ist nun also nicht mehr erhältlich. 



Die Teilnahmebedingungen sind folgende: Schreibt mir, was euch zum Thema Erster Weltkrieg einfällt, der ja die Hintergrundstory des Romans bildet. Da der WW1 nun doch schon ein Weilchen her ist, könnt ihr natürlich nicht aus eigener Erfahrung schreiben. Ich bin daher auch mit genannten Büchern oder Filmen zufrieden. Da gibt es doch so einige.

Vielleicht - und das wäre schön - habt ihr aber auch Familiengeschichten aus dieser Zeit, die überdauert haben, die ihr mir gern schildern dürft. Ich persönlich habe meinen Uropa im Ersten Weltkrieg verloren - er fiel vermutlich in Verdun und kehrte nie zurück. Für meine Oma war das zeitlebens fast traumatisch, da sie ihn sehr geliebt hat, so klein wie sie war. 

Es ranken sich jedoch auch allgemeine und herzerwärmende Geschichten um den Ersten Weltkrieg - etwa das gemeinsame Weihnachtsfest von Feinden in den Schützengräben. Auch dazu gibt es meines Wissens nach einen Film. 

Ich bin jedenfalls gespannt auf eure Kommentare und Antworten. Am besten schreibt ihr sie mir auf meine Autorenseite, doch ihr könnt auch hier den Kommentarbereich nutzen, wenn ihr nicht bei Facebook seid. 

Eure Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Am 23. Dezember wird der Gewinner ermittelt.

Viel Glück allen Teilnehmern! 🍀🍀🍀


Sonntag, 10. Dezember 2023

Neuauflage: "Das Bildnis des Grafen"

Auch wenn mir momentan aufgrund meiner Trauer nicht danach ist, die Werbetrommel zu rühren, bin ich doch sehr glücklich über die gelungene Neuauflage meines Debütromans. Im letzten Artikel habe ich auf eine Aktion aufmerksam gemacht, über die die "alten" Ausgaben von "Das Bildnis des Grafen" zu Sonderpreisen verkauft wurden. Das Printbuch ist mittlerweile nur noch begrenzt vorrätig, denn genau wie das Ebook erstrahlt der Graf nun in neuem Glanz.

 


Zu verdanken ist das meiner lieben Kollegin Sonja Ziehr, die sich neben dem Schreiben auch mit ansprechender Covergestaltung befasst und sie anbietet. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für deine Ideen und Tipps! Die Schrift gefällt mir megagut, und das gespenstische Haus könnte Valentines Versteck im Garten sein, in dem ihm Carrick begegnet - Escaray Hall selbst ist nämlich ein ziemlich weitläufiges Anwesen. 😉 

Neben der neuen Version des Covers wurde auch ein bisschen an den Preisen geschraubt. "Das Bildnis des Grafen" kann mit Kindle Unlimited kostenfrei gelesen oder zu € 2,99 als Download angefordert werden. Für einen über 500 Seiten starken Wälzer ein bescheidener Einsatz. 

Natürlich gibt es für altmodische Leser wie mich auch die Druckedition, die ein anderes Cover hat, das hoffentlich ebenso attraktiv wirkt, wenn auch etwas monochrom durch die fehlende Farbe - leider war das Kleid fürs Ebook dem Printbuch um einige Nummern zu klein, so dass ich mich für ein Panoramabild entschieden habe, das dem Ebook optisch recht nahe kommt, denn auch hier sieht man ein Spukhaus in einer Mondnacht. Folgend die Rückseite mit Klappentext:



Nachdem meine letzte Aktion leider nicht besonders gut gelaufen ist und auch das Jahr 2023 gelinge gesagt bescheiden war für mich, hoffe ich nun, mehr Leser/innen zu erreichen. Denn nach all dem, was ich durchgemacht und auch keinen Grund habe, Weihnachten und Silvester zu feiern (nicht, dass mir an letzterem viel läge), wäre es das größte Geschenk für mich zu sehen, dass Interesse an einer kriminalistischen Gruselgeschichte besteht, die in dieser Form wohl noch nicht niedergeschrieben wurde.

 Erst neulich besuchte mich die Frau des besten Freundes von Papa, die das Buch gelesen hatte und sich mit mir darüber austauschen wollte (Glücksmoment!). Unter anderem fragte sie mich ganz erstaunt, wie man denn auf so ein Thema käme, denn das wäre so besonders ungewöhnlich und dennoch gut recherchiert. Das Ende mochte sie besonders, das sie vor Spannung nicht abwarten konnte und daher fast die ganze Nacht hindurch gelesen hat. Da hüpft das Autorenherz vor Freude. Und ganz ehrlich: Es widerstrebt mir selbst, Persönliches oder gar Selbstmitleid in Werbung unterzubringen. Aber ich soll ein bisschen nett zu mir sein und an mich denken, wenn es mir schlecht geht; das habe ich vom Trauerratgeber gelernt, und es tut mir wirklich gut. Bis ich mich von Mamas tragischem Verlust erholt habe, geht sicherlich noch eine lange Zeit ins Land. 

 


Der Verkauf meiner Bücher wäre ein Trostpflaster. In das Ebook könnt ihr selbstverständlich kostenfrei reinschnuppern. Ich bin gern bereit, mich mit meinen Lesern über die Geschichte auszutauschen und auch eine Online-Leserunde auf einem Bücherform zu begleiten, was mir immer viel Spaß gemacht hat, solange ich noch ein Forenleben hatte. Auch als Geschenk eignet sich der Roman gut - besonders für jene, die gern in eine Welt eintauchen, die zwar real, aber auch ein bisschen spooky ist. Und das passt doch ganz gut für Weihnachten. 

 


Samstag, 2. Dezember 2023

Adventsaktion: "Das Bildnis des Grafen", aber kein Jahresrückblick

 Traditionellerweise resümiere und philosophiere ich zu dieser Zeit des Jahres ein bisschen über das vergangene bzw. über den Sinn von Weihnachten. Dieses Jahr verzichte ich darauf. Alles ist so unglücklich und schmerzlich für mich und meine Familie gelaufen, dass mir Freude, Spaß und Heiterkeit unsagbar fern scheinen und man sich fragt, ob sie überhaupt je wiederkommen. 

 

Ich weine jeden Tag.


Weihnachten fällt daher auch flach. Mama hat immer den Adventskranz so toll aufgehübscht, mit einfachen Mitteln wie Tannenzweige und dem Arrangieren unserer bereits vorhandenen Weihnachtsdeko. Daran zu denken, macht traurig, denn es wird das erste Weihnachten ohne sie. Ich kann es nicht begreifen, warum sie uns so früh genommen wurde. Und dann habe ich das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, Erwartungen und Wünsche zu haben, da sie doch nicht erfüllt werden. Mama hat so fest daran geglaubt, mit Hilfe ihres guten Hirten lebenssatt und alt zu werden. Sie war so überzeugt und auf ihre Weise auch so robust und vital, dass wir durch ihren Heimgang im September völlig durcheinander und fassungslos waren. Bis jetzt können wir es nicht verarbeiten, dass wir glauben, Gott hat uns im Stich gelassen. Denn es ist nicht nur der unersetzliche Verlust, sondern auch die Art, wie es dazu kam. Ob das je besser wird mit der Zeit und man nicht mehr ständig daran denken muss? Es kommt mir manchmal wie eine Strafe vor, doch ich weiß nicht, wofür. Verständnislosigkeit, Perspektivlosigkeit und Trauer sind momentan die vorherrschenden Empfindungen. Ein optimistisches Vorwärtspreschen ins Jahr 2024 ist deshalb gecancelt.

Trotzdem möchte ich wie jedes Jahr an die phänomenale Bedeutung von Weihnachten erinnern, als Gott in Gestalt eines Menschen - als Baby in der Krippe in Bethlehem - auf die Erde kam und seitdem denen Rettung und ewiges Leben verspricht, die an ihn glauben und seine Botschaft weitererzählen. Mama hat das von ganzem Herzen getan und wurde dafür reich beschenkt von Ihm. Und das wiegt mehr als jedes Geschenk der Welt. Die gibt es dieses Jahr nämlich auch nicht. Keiner von uns ist in Stimmung, und merkwürdigerweise macht einem der Verlust eines geliebten Menschen aufs Neue klar, wie unwichtig materielle Güter sind. 

Für euch als meine Freunde, Fans und Follower habe ich dennoch ein Geschenk. Mein Roman "Das Bildnis des Grafen" wird derzeit als Ebook zu sagenhaften  € 2,99 angeboten, die 500 Seiten dicke Printausgabe für sensationelle € 5,55. 



Da heißt es zugreifen, am besten mehrfach für alle, die gern unheimliche Krimis aus vergangenen Zeiten lesen ("historisch" darf man ja nicht mehr sagen, wenn es ein fiktionales Werk ist... oder? 😜) Um die Aktion nutzen zu können, klickt auf den unten stehenden Link von Amazon und schwupps in den Warenkorb damit. Ihr würdet mir eine große Freude machen - die einzige, die ich dieses Jahr habe. 



Montag, 13. März 2023

Spendenaufruf für das Plüsch Tierheim

Da vor einigen Tagen das Geschäftskonto des Plüsch Tierheims gehackt wurde und Versandlabels im Wert von über 20.000 €uro gedruckt wurden, die das Unternehmen nun unverschuldeteterweise zurückzahlen muss, habe ich mich entschlossen, zu helfen, wo ich kann. 

 

Stilleben mit Feige, 42 x 59 cm, € 30,00

 

 Meine Bilder auf Instagram  

 verkaufe ich zugunsten einer Spendenaktion für das Plüsch Tierheim zu sensationellen Niedrigpreisen. Die kleinformatigen kosten € 20,00, die großen € 30,00 plus deutschlandweiter Versand € 5,00. 

Ihr findet eine noch größere Auswahl in unserem Atelier vor Ort am Burgplatz in Sinsheim. Wer in der Nähe ist, kann auf einen Kaffee vorbeikommen und in hunderten Originalen stöbern. Wer sich die Bilder per Post verschicken lassen möchte, kann über mein Blog oder Facebook Kontakt aufnehmen.

  Ich freue mich sehr über Interessenten und jedes verkaufte Kunstwerk! Die Hälfte des Erlöses geht an das Plüsch Tierheim, das unbedingt bestehen bleiben soll.


Donar, 42 x 59 cm, € 30,00

Vielen Dank für eure Hilfe, mit der ihr drei Parteien glücklich macht (mich, das Plüschtierheim und euch selbst).


Dienstag, 17. Januar 2023

Video "Leseprobe Vom Ernst des Lebens"

 Da ich doch ein bisschen Spaß am Videodreh gefunden habe, kommt hier mein nächstes zu meiner Geschichte über Miles und Rupert. Es ist ein "Short", weil weniger als eine Minute lang. Eigentlich also ein sogenannter Teaser. 

 


 

Hier besuchen die beiden den Onkel des Hotelpagen Julien, der einen Buchladen betreibt und sich bereiterklärt, ihnen zu helfen, einen Fotoband über Paris zu veröffentlichen, nachdem sein Neffe die Idee hatte. Nichts Spektakuläres also, aber ich kann mich erinnern, dass eine Leserin die Beschreibung der Örtlichkeiten sehr gut gefiel und sie sofort den charakteristischen Duft von Raouls heimeligem Lädchen zu erschnuppern glaubte.

 

 


 

Wenn euch das Filmchen neugierig gemacht hat (was ich hoffe), so könnt ihr "Vom Ernst des Lebens" hier (*Klick*`) als Print und ebook erwerben. Natürlich freue ich mich wie immer über Feedback, entweder hier oder auch als Rezension.



Dienstag, 3. Januar 2023

Ein Jubiläum: Zehn Jahre "I solve crimes and blog about it"!


 Sapperlot! Wo ist nur die Zeit geblieben? Ich kann es selbst kaum glauben, doch vor geschlagenen zehn Jahren habe ich dieses Blog begonnen. Mit wenig Hoffnung, dass ich es lange hegen und pflegen werde. Und nun ist es schon soooo lange her, dass ich den ersten, noch etwas unbeholfenen Beitrag veröffentlicht habe. 

 

Geburtstagstorte von anno dazumal

 

 Damals ging es mir psychisch nicht sonderlich gut; eine schlimme Phase von Depressionen und Selbstzweifeln war gerade erst überwunden, und ich war froh, ein paar Sätze schreiben zu können, denn beim Versuch, einen Bericht für ein Autorenportal anzufertigen oder den Anfang einer Geschichte zu verfassen, brach ich nicht selten frustriert in Tränen aus und den guten Vorsatz ab. Die kurzen und eigentlich nur persönlich relevanten Blogartikel dagegen fielen mir nach einigen Tagen schon nicht mehr so schwer. Und ich brauchte keine Kritik erwarten und schrieb nur, wenn mir danach war und nicht wie früher jeden Tag mehrere Stunden, in denen ich mich letztendlich selbst unter Druck bis zum Burn-Out gesetzt habe.

Dennoch war es nach dem ersten enthusiastischen Jahr manchmal nicht leicht, dranzubleiben und relativ regelmäßig zu posten. Eigentlich bin ich bei den meisten Angelegenheiten, die einen konstanten Rhythmus verlangen, eher der flatterhafte Typ. Habe ich keinen Spaß mehr, lasse ich es in der Regel bleiben und versauern. An meinem Blog jedoch habe ich Spaß, und außerdem liebe ich es, wie vielschichtig es sich entwickelt hat, und vor allem, dass meine Artikel - je zahlreicher sie werden - häufig gelesen werden und evtl. auch eine Hilfe sind, sei das bei Rezensionen zu Buch und Film oder Erfahrungen, die ich gemacht habe und gern weitergebe. Im Dezember hatte mein Blog über 3000 Aufrufe. Das dürfte neuer Monatsrekord sein. Vielen Dank dafür! 💗

 

Heute bin ich zum Glück ausgeglichener.

 

Bei der Gelegenheit halte ich eine kurze Rückschau auf das vergangene Jahr und muss sagen, dass ich im Herbst und Winter wieder viel zu wenig gelesen habe. Ich hatte es mir fest vorgenommen. Und irgendwie ist doch etwas dazwischengekommen, waren andere Dinge wichtiger. Vor allem meine Familienidylle, die 2022 ein wenig erschüttert wurde von einem unerwarteten Ereignis, auf das wir alle lieber verzichtet hätten. Da war es plötzlich nötig, zwei Haushalte in Schuss zu halten. Das klingt erst mal nicht spektakulär, doch Freizeit bleibt in so einer Ausnahmesituation kaum, geschweige denn die Muße und die Nerven für Ablenkungen. 

Inzwischen ist die größte Klippe umschifft, und ich hoffe, dass ich 2023 mehr Bücher lesen und an dieser Stelle rezensieren kann. Das dürfte mein einziger Neujahrsvorsatz sein, wenn ich überhaupt welche habe. Doch, einen noch. Ich möchte wieder mehr Sport treiben, denn auch das hat nachgelassen. Vielleicht aus Zeitmangel, und ganz bestimmt auch aus Bequemlichkeit. Zu Weihnachten bekam ich einen Gutschein fürs Schwimmbad geschenkt; den werde ich demnächst anfangen einzulösen, zusätzlich zum Hüpfen auf dem einst eingestaubten Trampolin.


Hier irgendwo sitze ich und blogge.


Gern hätte ich zu meinem Blog-Jubiläum eine Sonderaktion gestartet, aber ganz ehrlich: mir fällt nichts Gescheites ein. Meine Buchverlosungen waren - die für mich etwas schmerzhafte Wahrheit - weitgehend ein Flop, so dass ich in Zukunft darauf verzichte. Das heißt, zumindest vorerst. Es wäre toll, wenn ich mal etwas Neues nachlegen könnte, denn ich merke doch, dass ältere Selfpublisher-Veröffentlichungen wenig Chancen haben, dauerhaft Leser und Leserinnen zu finden, auch wenn ich meine Romane immer noch sehr mag und ihnen eine größere Leserschaft wünsche. 

So bleibt mir zu sagen, dass ich mich riesig freue, wenn ihr meine Artikel weiterhin so fleißig lest, damit ich 2033 auch noch unter den Bloggern bin (falls bloggen bis dahin noch in Mode bzw. möglich ist). Und irgendwann kommt sicher auch mal wieder eine Aktion von mir. Ich verschenke ohnehin am liebsten etwas ohne bestimmten Anlass... in dem Sinne auf weitere fröhliche Blogger-Jahre!