Nachdem wir letztes Jahr unseren Job als Catsitter so verlässlich und verantwortungsbewusst erledigt haben, war klar, dass wir diese Saison wieder als Pflegemamas der Katzengang unseres Cousins angetreten sind. Für uns ist das eine große Ehre und auch ein Spaß, denn die vier Samtpfoten (Leo ist leider nicht mehr dabei) sind alle so süß und echte Charakterköpfe. Und sie wussten auch noch, wer wir sind, denn wie jeder Katzenfan weiß, haben die Tierchen ein unglaublich gutes Gedächtnis.
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| Mit Gizmo, Felix, Maxl und Lilly (KI) |
Etwas mühsam und erschwerend kam hinzu, dass Felix nun aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion täglich eine Pille vor dem Fressen zu sich nehmen muss, die wir mit allen Tricks und Raffinessen versuchten, ihm schmackhaft zu machen, da wir mit dem Nutella nicht so ganz einverstanden waren, das er hingebungsvoll vom Napfrand schleckt und in dem wir seine Medizin verstecken sollten. Kurz und gut, wir machen es immer noch, denn Felix lässt sich nicht bluffen und besteht auf seine süße Vorspeise (soviel zum Gerücht, Katzen wären nicht fähig, Süßes zu schmecken).
Ärger allerdings hat uns allen - Mensch und Tier - die Hitze zugesetzt. In den letzten Wochen gab es fast ununterbrochen über 35°C. Ich bin für die Katzenklos der Hausherren Felix und Gizmo zuständig und war jedesmal nach der Reinigung schweißgebadet. Es ist an sich ohnhin keine Arbeit, um die man sich reißt, aber bei solchen Bedingungen, mit megaschwerem Mineralkatzenstreu und zwei älteren Herren, die nicht immer exakt die Mitte des Klos treffen, war die Bullenhitze nicht eben förderlich. Neben schwitzen habe ich oft gekeucht und gestöhnt, bis die großen Brocken abgetragen waren. Allerdings bin ich froh, dass ich nicht zimperlich bin, was das angeht. Auch wenn unsere Kater Toby und Mikkel leichteres, geruchsneutrales Streu aus Holzpellets haben, das man sogar übers WC entsorgen kann, und ich mir oft wünschte, das wäre dort genauso. Aber ach - ich liebe sie ja auch, den Felix und den Gizmo, und möchte, dass ihre Toiletten keinen Grund zur Beanstandung geben. Katzen sind sehr reinliche Gesellen, und nehmen eine unsaubere Umgebung persönlich.
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| Lilly und ich |
Mein Lieblingspflegekätzchen - wenn ich denn eines haben sollte - ist Lilly. Wir waren verstört und traurig, als unser Cousin vor seinem Urlaub erzählte, dass es ihr nicht gut geht und die Tierärztin vor kurzem einen Tumor im Maul festgestellt hat. Falls es ihr schlechter gehe, sollten wir sie anrufen, damit Lilly nicht leiden muss. Merkmale wären kein Appetit und viel Sabber. Wir haben noch von Mamas Bestand aus Gesundheitsprodukten das pulverisierte Vulkangestein Zeolith, auch bekannt als "der Stein des Lebens". Google meinte auf Nachfrage, dass es auch Tieren hilft und in Japan speziell Katzen damit ein langes Leben von über zwanzig Jahren erreichen. Also nicht lang gefackelt. Bei Antritt unserer "Dienstzeit" mischten wir Lilly und Maxl, den Freigängern, eine Messerspitze Zeolith unters Futter und baten Jesus, sie zu schützen. Das ist jetzt fast drei Wochen her, und Lilly geht es richtig gut! Sie hat sogar zugenommen. Der Geifer wurde weniger und ist fast weg. Vielleicht - so vermuten wir - war der Tumor ein Geschwür, das durch das Zeolith ausgetrocknet und geschrumpft ist. Jedenfalls sind wir mächtig stolz auf Lilly, ihren Appetit und ihr Fell, das altergemäß nicht mehr das weichste ist, aber doch wieder schön durch das Zeolith und unsere tägliche Fellmassage, auf die sie schon schnurrend wartet nach dem Fressen. Was Lilly mir bedeutet, kann ich schwer erklären, denn ich sehe sie ja nicht häufig. Aber ich bin ganz verzückt von ihrem ernsten Gesichtchen, ihrer Lebenserfahrung und Weisheit, mit der sie abends am Teich zu unseren Füßen philosophiert, und ihrer kleinen, zähen Statur. Sie haust, wie ihr Sohn Maxl, hinter und in der Scheune und entfernt sich nie weit vom Grundstück. Unser Cousin sagte, sie tauchte einfach irgendwann auf und ist geblieben. Das macht sie in meinen Augen noch liebenswerter.
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| Rien ne va plus! Gizmo mit dem Roulette |
Den beiden Wohnungskatzen haben wir ein paar Spielsachen besorgt. Wir sind nur morgens und abends für etwa eine Stunde da, so dass wir fanden, sie bräuchten zwischendurch ein wenig Unterhaltung. Vor allem der anhängliche Felix braucht Aufmerksamkeit und Gesellschaft. Auf fruchtbaren Boden sind unsere Bemühungen kaum gefallen; aber wir haben die beiden doch mal am Roulette mit klackenden Bällen erwischt. Und beim Radioeinschalten. Das war ein Schreck! Der lief nämlich einmal, als wir ankamen. Erst eine Nachricht aus Kroatien, sie seien wohl über die Fernbedienung spaziert, ließ uns aufatmen und -lachen.
Es war wieder ein Abenteuer mit den vieren. Der sonst recht scheue Maxl hat uns sogar eine Ratte gebracht, was offenbar ein Geschenk sein sollte; seitdem ist er erstaunlich schmusig und wagemutiger als Gizmo im zwischenmenschlichen Umgang. So, nun ist es wieder Zeit, nach der Meute zu schauen. Unser Cousin hat nämlich seinen Urlaub um einige Tage verlängert...



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