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Sonntag, 28. Juni 2026

Den Himmel gibt's echt ~ Die erstaunlichen Erlebnisse eines Jungen zwischen Leben und Tod - Todd Burpo mit Lynn Vincent

Bei Büchern, die einen realen Hintergrund haben, fällt es mir immer ein wenig schwerer, Rezensionen zu schreiben. Und gerade bei diesem war ich doch sehr hin und hergerissen. Ich fand es im Regal einer Bekannten, und da mich seit Mamas Heimgang der Himmel unglaublich interessiert, habe ich es mir ausgeliehen. Obwohl mehr ein Büchlein, ist es keine leichte Kost und auch nichts zum Schmunzeln. Aber es macht nachdenklich. Und irgendwie habe ich den kleinen Colton auch beneidet um die Selbstverständlichkeit, mit der er seine ungewöhnlichen Erlebnisse schildert; sehr zur Verwunderung seiner Eltern, dem Pastorenehepaar Todd und Sonja. 

Inhalt:  „Den Himmel gibt’s echt“ (Originaltitel: Heaven is for Real) ist ein christliches, biografisches Buch von Todd Burpo und Lynn Vincent aus dem Jahr 2010. Es erzählt die wahre Geschichte des vierjährigen Colton Burpo, der während einer Notoperation wegen eines Blinddarmdurchbruchs eine Nahtoderfahrung hat. Monate nach seiner Genesung beginnt Colton, seinen Eltern beiläufig von Erlebnissen während der Operation zu erzählen. Er berichtet, dass er seinen Körper verlassen habe und im Himmel gewesen sei. Seine Eltern sind zunächst skeptisch, doch Colton nennt Details, die er unmöglich wissen konnte: Er beschreibt exakt, was seine Eltern in getrennten Räumen taten und beteten, während er operiert wurde. Außerdem berichtet er von einer Begegnung mit seiner durch eine Fehlgeburt verstorbenen Schwester und seinem Urgroßvater, der dreißig Jahre vor Coltons Geburt starb, und erkennt ihn später auf einem alten Foto wieder, auf dem der Uropa noch ein junger Mann ist. Er darf zudem mit anderen Kindern und Frauen in die Zukunft schauen und sieht seinen Vater Todd an der Seite der Engel gegen die "Monster" kämpfen, wie von Johannes in der Offenbarung prophezeit. Auch das Aussehen von Jesus (für das sich beide Elternteile merkwürdigerweise brennend interessieren) lässt wenig Fragen offen.

Das Buch beschreibt, wie diese Offenbarungen das Leben und den Glauben der Familie Burpo sowie ihrer Kirchengemeinde tiefgreifend verändern. Für Todd Burpo werden die kindlichen Schilderungen zu einer Bestätigung seines eigenen Glaubens und einer Botschaft der Hoffnung, dass der Himmel tatsächlich existiert.

 

Vielleicht das richtige Bild... CharlVera / Pixabay

Meinung: Ich war, wie gesagt, ein bisschen zwiegespalten beim Lesen. Am Ende war es doch sehr beeindruckend, wie ein knapp vierjähriges Kind von Jesus, seinem Pferd, Regenbögen, Engeln und verstorbenen Menschen erzählt, die im Himmel alle jung sind, Flügel haben und sich auf diejenigen freuen, die noch auf der Erde sind und, sofern sie Jesus angenommen haben, bald nachkommen. Dann wiederum kam mir das ein wenig zu simpel vor. Nichts gegen kindliche Sicht, und ich glaube auch, dass Erwachsene den Glauben zu kompliziert machen (was auch Papa Todd immer wieder auffällt), aber Colton erzählt vom Himmel so, wie die Menschen es erwarten. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wie es dort aussieht, ob es auch eigene Häuser für die Verstorbenen gibt, was sie dort machen. Ob sie ihren Hobbies nachgehen, die sie auf Erden gehabt hatten oder ob es ganz neue Dinge zu erleben gibt. Gibt es Handel im Himmel? Ist er der Erde ähnlich, nur ohne Sünde? Farbenfroher soll er sein, ja. Das wirkt auf mich aber immer so furchtbar abstrakt. Vermutlich fehlen Zurückkehrenden für einen Blick in den Himmel die Worte - erst recht einem Vierjährigen. 
 
Erstaunlich fand ich, dass Colton den Uropa nur anhand eines alten Fotos erkannt hat - nicht als älteren, sondern als sehr jungen Mann. Und dass Jesus anders aussieht als auf den meisten Abbildungen von Künstlern - er soll kürzeres Haar haben und blaugrüne Augen. Aber ganz ehrlich: ist das so wichtig? Mich hätten andere Fragen mehr interessiert. Was zum Beispiel hat Colton im Himmel gemacht außer Jesus und Johannes den Täufer zu treffen und bei der Endschlacht zuzuschauen? Ist Zeit existent? Ein wenig kam die Andeutung darüber auf, doch sie scheint anders zu funktionieren als die irdische. Laut Colton war er nur drei Minuten im Himmel, und hatte für diese relativ kurze Spanne doch viel zu erzählen.
 
Das Buch wurde im Jahr 2014 verfilmt. Vielleicht schaue ich mir das mal an. Bewundert und tatsächlich auch beneidet habe ich Colton jedenfalls, der jedem im Brustton der Überzeugung mitteilt, dass es den Himmel wirklich gibt. Ohne dass er viel Aufhebens oder Worte darum macht. Wir Erwachsenen haben da hin und wieder doch unsere Zweifel. Aber sagt Jesus nicht: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nie das Himmelreich schauen." ? Gerade deshalb hat mir das Buch Trost gegeben und auch geholfen.

 
Bewertung: 💫💫💫💫 
 
 

Donnerstag, 25. Juni 2026

Der Junge, der Träume schenkte ~ Luca de Fulvio

Das Buch habe ich aus dem Tauschregal im Schwimmbad geholt und mit wenig Begeisterung angefangen. Der Titel und das Cover fand ich nichtssagend, bestenfalls kitschig, wusste aber noch, dass der Roman bei seinem Erscheinen vor mehr als zehn Jahren zum Bestseller wurde. Also gab ich ihm eine Chance (voreingenommen, ich weiß...). 

 

 

 Inhaltsangabe: New York im Jahr 1909: Die junge Italienerin Cetta geht mit ihrem neugeborenen Sohn Natale (Christmas) nach Amerika, um in der Lower East Side der Armut zu entkommen. Doch der Big Apple erweist sich als gnadenloser Schmelztiegel voller Gewalt, Gangs und Prostitution. Inmitten dieser rauen Kulisse entfaltet sich über zwei Jahrzehnte ein fesselndes Drama um Gewalt, Überlebenskampf, Hoffnung und die Geburtsstunde des Radios und modernen Kinos.

Christmas Luminita ist der Angelpunkt der Geschichte. Geboren unter den denkbar schlechtesten Bedingungen als Sohn einer Prostituierten, wächst er in den Straßen von Manhattan auf. Obwohl er sich mit Kleinkriminalität durchschlagen muss, besitzt er ein unschätzbares Talent: Charisma und die Gabe, mitreißende Geschichten zu erzählen. Er gründet (zunächst als Bluff) die Bande der „Diamond Dogs“ und entdeckt im Laufe der Jahre die Macht der neuen Medien. Mit der Erfindung des Radios versucht er, den vom harten Alltag gezeichneten Menschen das zurückzugeben, was New York ihnen geraubt hat: ihre Träume. 

Nicht zuletzt möchte er durch die neuen Medien auch seinen eigenen Traum erfüllen, selbst wenn er unerreichbar scheint: die Liebe von Ruth Isaakson gewinnen. Ruth ist das krasse Gegenteil von Christmas – zumindest auf dem Papier. Sie stammt aus einer wohlhabenden, angesehenen jüdischen Familie und wächst behütet auf. Ihr Leben gerät aus den Fugen, als sie als Dreizehnjährige Opfer eines grausamen Überfalls wird. Dieses traumatische Ereignis hinterlässt tiefe psychische und physische Narben und isoliert sie von ihrer Umwelt. Als sich die Wege von ihr und Christmas durch seine Rettungsaktion kreuzen, entsteht trotz der unüberbrückbaren gesellschaftlichen Barrieren eine tiefe, zarte Verbindung, von der Ruth glaubt, sie nicht verdient zu haben. Sie kämpft darum, ihre eigene Stärke und Würde nach dem Trauma zurückzugewinnen. Dazu distanziert sie sich auch örtlich so weit wie möglich von Christmas. Ohne zu ahnen, dass ihr ehemaliger Peiniger zufällig denselben Weg gen Westen nimmt...

 


 

Meinung: Merkwürdigerweise habe ich beim Lesen etwas erlebt, was mir noch nie passiert ist: Nach anfänglichen Schwierigkeiten mochte ich die Geschichte und die Figuren und habe viel schneller gelesen, als ich es für möglich gehalten hätte. Der Mittelteil war trotz mancher Längen und überflüssigen Details wie die seitenlange Beschreibung des Aufstellens einer Funkantenne superspannend, doch gegen Ende habe ich mich ein bisschen gelangweilt. Von der respektlosen Gangstersprache voller Klischees gegenüber Juden, Iren, Schwarzen und Italienern habe ich mich nicht schrecken lassen und konnte sie als das nehmen, was sie ist: ein Stilmittel des Autors, um die Bandenkriminalität authentisch darzustellen. Aber ich wage zu behaupten, dass dieses Stilmittel heute im Zug der Woke-Bewegung nicht mehr durchgehen würde, ohne dem Autor Rassismus zu unterstellen - wenn es nicht schon vorher im Lektorat gestrichen werden würde. Allein das böse N-Wort kommt mehrmals vor. Und mir kam auch der Gedanke, dass man über real existierende Schauspieler und namhafte Produzenten der 1920er Jahre wohl nicht mehr so unbedarft fiktiv schreiben darf wie de Fulvio.

Ich habe jedenfalls etwas ganz anderes erwartet als das, was zwischen den gut 780 Seiten steckt, und war demzufolge doch positiv überrascht von der Erzählkunst und der Verknüpfung zwischen New York und Hollywood, und auch von den kleinen bittersüßen Momenten, die mich zum Nachdenken gebracht haben wie Mrs. Baileys Vogel im Käfig, der die ihm sich bietende Freiheit nicht annehmen konnte.

Fazit: Ein gewaltiges, sehr bildhaftes und phasenweise schonungsloses Buch, das zeigt, wie aus Armut und Elend durch die Kraft der Phantasie und der Liebe Hoffnung wachsen kann.

 

Bewertung: 💫💫💫 und ein halber 💫 

 

Montag, 8. Juni 2026

Meine Eltern

 

Meine Eltern 
 
 Mama und Papa haben sich gefunden
Und früh im Leben sich gebunden
Sie liebten sich sehr
Streit gab es selten, Lieb' umso mehr
 
 

 
 
Durch Höhen und Tiefen fast 60 Jahre
Mama schnitt Papa auch mal die Haare
Sie waren füreinander geschaffen
Lachen und Leben waren die Waffen
 
Gegen die, die Harmonie ihnen neiden
 Dabei blieben sie immer bescheiden
Voller Demut, Glauben und Glück
Denk' ich an ihre Zweisamkeit zurück
 
 

 
💖Wir vermissen dich sehr, Mama!💖
 
Text und Bilder: Christine Wirth