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Dienstag, 17. Januar 2023

Video "Leseprobe Vom Ernst des Lebens"

 Da ich doch ein bisschen Spaß am Videodreh gefunden habe, kommt hier mein nächstes zu meiner Geschichte über Miles und Rupert. Es ist ein "Short", weil weniger als eine Minute lang. Eigentlich also ein sogenannter Teaser. 

 


 

Hier besuchen die beiden den Onkel des Hotelpagen Julien, der einen Buchladen betreibt und sich bereiterklärt, ihnen zu helfen, einen Fotoband über Paris zu veröffentlichen, nachdem sein Neffe die Idee hatte. Nichts Spektakuläres also, aber ich kann mich erinnern, dass eine Leserin die Beschreibung der Örtlichkeiten sehr gut gefiel und sie sofort den charakteristischen Duft von Raouls heimeligem Lädchen zu erschnuppern glaubte.

 

 


 

Wenn euch das Filmchen neugierig gemacht hat (was ich hoffe), so könnt ihr "Vom Ernst des Lebens" hier (*Klick*`) als Print und ebook erwerben. Natürlich freue ich mich wie immer über Feedback, entweder hier oder auch als Rezension.



Montag, 8. März 2021

Rezension "Giovannis Zimmer" ~ James Baldwin

 

Ohne zu wissen, dass es sich bei dem Buch um einen Klassiker handelt, habe ich es aufgrund der Thematik und des ansprechenden Covers gekauft. Anfangs fühlte ich mich stilistisch und auch thematisch sehr an André Acimans "Ruf mich bei deinem Namen" erinnert.

 


 Auch dieses ist mit ca. 200 Seiten nicht besonders lang, aber ungewöhnlich poetisch, und handelt von zwei jungen Männern, die einander begehren. 

 Handlung: Der Amerikaner David - Ich-Erzähler des Romans - wächst ohne Mutter, dafür mit dem vergnügungssüchtigen, schwach wirkenden Vater und dessen unverheirateter Schwester auf. Er beschreibt seine Kindheit und Jugend in den 1940er Jahren mit blumigen, aber beeindruckenden Sätzen als problematisch und schuldbeladen. Hauptsächlich deswegen, weil er als Teenager mit einem Jungen geschlafen hat; ein Makel in seinen Augen, von dem er sich nicht reinwaschen kann. So bald wie möglich verlässt er die Familie und zieht nach Paris, wo es ihn in einschlägige Clubs und zu Männern zieht, obwohl er sich sagt, heterosexuell zu sein. Durch seinen ältlichen Gönner Jacques lernt er den Italiener Giovanni kennen, der für den ebenfalls schwulen Guillaume als Barkeeper arbeitet, und hinter dem eigentlich Jacques her ist. Eigentlich sind beide - Jacques und Guillaume - hinter den dort schwärmenden jungen Männern her. Doch David ist es, der Giovanni bekommt. Trotz seiner Verlobten Hella, die nach Spanien gereist ist, um über Davids und ihre Beziehung nachzudenken.

Sie verbringen einige Monate zusammen, in denen David abermals von Schuld geplagt wird und Giovanni sich vom charmanten, etwas überheblichen Sonnyboy zu einem ständig weinenden, schwachen Etwas entwickelt, als er erkennt, dass David ihn nicht wirklich liebt. Als Hella zurückkommt, findet David nicht den Mut, ihm zu sagen, dass er abreisen und Giovanni verlassen wird. Endlich überwindet er sich und stellt Giovanni vor vollendete Tatsachen - mit folgenschweren Konsequenzen.

Meinung: Zuerst mochte ich das Buch. Stil und Protagonisten sind beeindruckend und manchmal sogar so originell, dass ich beim Lesen abwechselnd erstaunt oder versonnen vor mich hinlächeln musste. Doch je weiter man liest, desto deprimierender und verkopfter wird "Giovannis Zimmer", und desto unsympathischer werden einem David und Giovanni. Ersterer kann seinen Schuldkomplex nicht überwinden und empfindet am Ende nicht einmal mehr etwas für Hella, die er bald unansehnlich findet. Letzterer ist ein schwacher Charakter, dem ich mehr Glück gegönnt hätte, der aber nach Davids Entscheidung, sich von Giovanni zu trennen, den fatalen Fehler begeht, sich dem lüsternen Guillaume auszuliefern und daraufhin empfindlich gedemütigt auf spontane Rache sinnt. 

Da "Giovannis Zimmer" als hochgelobter und berühmtester Roman Baldwins gewürdigt wird, entging mir vermutlich unter den ganzen philosophischen Betrachtungen und der emotionslos geschilderten Liebe beider Protagonisten etwas Wichtiges, das es mir unmöglich macht, in die Würdigung miteinzustimmen. Schade eigentlich, denn der Anfang war vielversprechend. Mir persönlich war zu wenig Gefühl und zu wenig Handlung, dafür zu viel Geschwafel zwischen den Seiten. Ich hätte mir etwas mehr Interaktion gewünscht, oder etwas, das die Zuneigung der beiden irgendwie persönlich macht. Über Giovannis Zimmer findet der Leser heraus, dass es klein und schmutzig ist und Giovanni es mit allen Mitteln verändern möchte, seit David es mit ihm teilt. Die Metapher fand ich schön, aber leider lieblos abgehandelt. 

Fazit: Nicht so meins. Vielleicht liegt es daran, dass mir als Frau Gefühl gefehlt hat, ein bisschen mehr Details und mehr Einsicht in Davids Psyche, die mir rätselhaft geblieben ist - mehr als Schuld und Zerrissenheit scheint darin kein Platz zu haben. Insgesamt wohl zu Recht zu seiner Zeit (1956) ein gewagtes Werk und Befreiungsschlag zugleich und heute ein Klassiker, hat mich der Roman nicht vom Hocker reißen können.

Bewertung:

 💫💫💫



Mittwoch, 17. April 2019

Mein Sous zum Brand von Notre Dame

Gruselig war's. Kaum wurde der Brand des Unesco-Kulturerbes entdeckt, war ich live dabei. Über Facebook. Und las Kommentare wie "Hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie es aussieht." Ach nee, dachte ich, das haben die bald unter Kontrolle. Pustekuchen. Flammen schlugen immer höher, und als der dünne Spitzturm brach, war das wie ein Aufschrei. Ich war fassungslos. Fast am Weinen. Die Kathedrale habe ich zweimal besucht, einmal als Austauschschülerin in Paris, dann als Erwachsene während eines Wochenendtrips dorthin, der mich zu "Vom Ernst des Lebens" inspiriert hat.


Quelle: Christine, damals 14 und Kulturmuffel

Ein bisschen haben mich die Besucher damals genervt. "Du musst unbedingt das Rosenfenster fotografieren!" hieß es, und ich dachte mir, dass es schon so oft geknipst worden sein muss, dass mein Bild nur langweilig werden kann. Wurde es auch, und viel zu dunkel, weil man während des Schüleraustausches in Kirchen und Museen nicht mit Blitz fotografieren durfte und das Smartphone noch nicht erfunden war. Auch mein Außenporträt ist kein Meisterwerk, aber immerhin ein Beweis: ich war da. Und daher nehme ich mir das Recht heraus, zu trauern um ein Gebäude, das jahrhundertelang die Menschen zum Staunen gebracht, erfreut und getröstet hat. Mich lange nicht, denn Notre Dame ist weit weg, ich bin kein Kirchgänger und eigentlich eher pragmatisch veranlagt, was Gebäude betrifft, solange ich nicht selbst darin wohne.

Trotzdem verstehe ich die Trauer der Franzosen und Pariser, und ja, ich verstehe auch die Bereitschaft, Millionen zum Wiederaufbau zu spenden. Architektonische Meisterwerke wie Notre Dame prägen ein Volk, gehören zur Kultur. Kein Erdenbewohner seit 1345 hat Paris je ohne die Kathedrale erlebt bis zum 15. April 2019. Und plötzlich ist sie innerhalb weniger Stunden zerstört, eine scheinbar unverwundbare Trutzburg, ein wunderschönes Beispiel der Gotik und Tempel des christlichen Glaubens. Da kann man schon mal an eine Symbolik denken, die mit den abendländischen Werten und deren Untergang zu tun hat. Das fand ich aber übertrieben, ebenso wie sofort aufbrandende Verschwörungstheorien und die Empörung über die millionenschweren Spenden, die in den Wiederaufbau fließen sollen.


Wird es je wieder so sein? Quelle: kirkandmimi / pixabay


 

Die Tragödie von Notre Dame hat das Land erschüttert, und die Welt nahm Anteil. Ist die Aussicht auf eine baldige Rekonstruktion nicht ein Trost, der gewährt werden kann und vielleicht auch sollte? Natürlich könnte man mit den Spenden, die mein mathematisches Vorstellungsvermögen weit übersteigen, etwas für die Menschen tun. Menschen, die leiden und in Not sind. Menschen sind immer mehr als Stein, Holz und Blei.

Und trotzdem, irgendwie kommt es mir richtig vor, Notre Dame erhalten bzw. rekonstruieren zu wollen. Die Erklärung ist vielleicht naiv und simpel, aber nichtsdestoweniger wichtig. Für die Pariser ist sie das Herz ihrer Stadt, und für alle Anreisenden und Touristen eine Station, in der sie Ruhe finden können. Und auch ein wenig Ehrfurcht vor der Vergangenheit und der Vergänglichkeit. Denn dass nichts von Menschenhand für die Ewigkeit hält, hat uns der Montag vor zwei Tagen deutlich bewiesen.




Samstag, 23. April 2016

Welttag des Buches: "Vom Ernst des Lebens" für € 0,99 !

Zwar wieder ein bisschen spät, aber ich habe daran gedacht und mir eine Aktion zum Welttag des Buches überlegt, der doch gebührend gewürdigt werden sollte:

Von heute bis Ende April könnt ihr meinen Roman "Vom Ernst des Lebens" zu einem Schnäppchenpreis von nur 0,99 Cent auf Amazon herunterladen.





Inhalt (Kurzbeschreibung Amazon): London, 1958

Der lebenslustige, weltgewandte Miles Mayhew bedrängt den introvertierten, menschenscheuen Rupert Grayson dazu, mit ihm nach Paris zu fahren. Beide kennen sich, wenn auch nicht besonders gut, aus der gemeinsamen Studienzeit in Oxford, wo Miles bereits Gefallen an dem gegensätzlichen Rupert gefunden hatte.

Miles scheint vor etwas zu fliehen, denn er bricht überhastet auf und lässt sich im Pariser Hotel unter Pseudonym eintragen. Zudem gibt er sich und seinen unfreiwilligen Begleiter als Brüder aus.

Rupert, der zum ersten Mal im Ausland ist, sind Paris und die französische Lebensart verhasst, während Miles sich sofort willkommen fühlt. Überraschenderweise ist es jedoch Rupert, der einen engeren sozialen Kontakt zum Bistrobesitzer Thierry knüpft, der verzweifelt um seinen Lebensunterhalt kämpft, da die Gäste ausbleiben.

Miles – aus wohlhabender Familie stammend und sehr spendabel – beschließt, ihm um Ruperts willen zu helfen und das Bistro zu einem Anziehungspunkt zu gestalten. Mithilfe des Hotelpagen und dessen Onkel renovieren sie die Gaststätte.

Die Freundschaft zwischen Miles und Rupert vertieft sich. Im Lauf der Zeit hilft Miles Rupert zu entdecken, was wirklich in ihm steckt, und genauso ermutigt Rupert Miles auf seine Weise, mehr von sich preiszugeben. Er erkennt, dass die Fröhlichkeit häufig nur als Selbstschutz dient, denn auch Miles hat seine empfindsamen, aber auch dunklen Seiten, die er jedoch eisern unter Kontrolle hält.


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In diesem Roman war es mir wichtig, zu zeigen, wie unterschiedlich Freunde sein können. Miles und Rupert sind weder Seelenverwandte noch Sandkastenfreunde, und dennoch profitieren beide von der jeweiligen Beziehung zueinander. Es gibt ernste, tiefgründige Szenen, die die Zeit berücksichtigen, in der das Buch spielt, aber auch humorvolle und fröhliche. Vor allem ist "Vom Ernst des Lebens" eine Charakterstudie der beiden ungleichen Männer, die durch die gemeinsam verbrachte Zeit lernen, dass man den Ernst des Lebens gar nicht so ernst nehmen muss.





Viel Spaß beim Erkunden des nostalgischen Paris und seiner Gäste!




Samstag, 10. Mai 2014

Fazit zu meiner zweiten Leserunde als begleitende Autorin

Ende April fiel der Startschuss für die Leserunde zu "Vom Ernst des Lebens" auf dem Büchertreff. Insgesamt waren wir (anfangs) zu fünft, und ich war guter Dinge, dass die Sache aufgrund der bereits vorhandenen positiven Meinungen rund laufen würde - was vielleicht naiv war.

Nicht dass es schlimm gewesen wäre, im Gegenteil. Aber zu Beginn doch recht durchwachsen. Während die Teilnehmer sich bei meiner erster Autoren-Leserunde zum "Bildnis des Grafen" sehr neugierig und fragewütig zeigten und auch Hintergrundinfos wie die Idee zur Entstehung und die Geschichte zum Coverfoto wissen wollten oder die Atmosphäre des Romans lobten, hatte ich den Eindruck, dass die Protagonisten Miles und Rupert in "Vom Ernst des Lebens" nicht besonders gut ankamen. Man schoss sich ziemlich auf die zwei und ihre markanten und bisweilen etwas überspitzten Eigenschaften ein und ließ dabei alles andere wie Setting, interagierende Charaktere und den Plot ein wenig außen vor. Vielleicht reagiere ich da zu empfindlich und mimosenhaft (Stichwort *Drama Queen* hehe!), aber ich hatte in der ersten Zeit das Gefühl, man mache sich über meinen Roman lustig. Und irgendwie ist das nicht unbedingt ermutigend, wenn es sich dabei nicht um ein absichtlich witziges Buch und obendrein noch das eigene handelt.




Es wurde später allerdings besser, nachdem sich die Teilnehmer an die Charaktere gewöhnt hatten und an die Geschichte, die doch innerhalb 200 Seiten recht überraschende Wendungen nimmt und vielleicht auch mal nicht ganz der Realität entspricht. Vor allem nicht der des Post-Millenniums - darum habe ich die Handlung in die 1950er Jahre gesetzt.

Erstaunlicherweise sind ja viele Leser eher mit ihrer Lektüre zufrieden, wenn die Ereignisse so ihren Lauf nehmen, wie der Leser es erwartet. Das hat mich erst mal verdutzt, denn andererseits wird oft abfällig von "vorhersehbarer" Handlung und ewig gleichen Mustern gesprochen. Bricht man daraus aus, wird man kritisch hinterfragt ("Wie ist das denn möglich?"). Andererseits muss ich aber sagen, dass Überraschungen in der Runde im Allgemeinen wohlwollend aufgenommen wurden, auch wenn ein "Da musste ich erst mal schlucken" und "Ich war baff" die Folge war.

Jedenfalls hatte ich dann doch Spaß daran, meine Leser *logisch* zu verblüffen, und ich glaube, besonders das Ende, in dem Miles mit dem wahren Grund seiner Abreise nach Paris herausrückt, ist ziemlich nicht so, wie man es nach Miles' Verhalten Rupert gegenüber eigentlich erwartet, aber dann doch wieder plausibel.

In "Vom Ernst des Lebens" muss man, wie in allen meinen Romanen, ein bisschen zwischen den Zeilen lesen, sich vor allem Zeit nehmen und aufmerksam sein, um mitzuverfolgen, wie die Handlung sich entwickelt und wie sich Ereignisse und Informationen auf die Figuren auswirken, denn die haben meist einen direkten Bezug zu deren Verhalten. Auf die Charakterisierung meiner Helden und Antihelden lege ich viel Wert, so dass sie trotz aller Extreme, in die sie hin und wieder fallen, glaubwürdig sind und ihrem Wesen im Großen und Ganzen treu bleiben. Eine Verwandlung von der grauen Maus zu Superman innerhalb eines kurzen Romanes fände ich nicht so prickelnd.

Sehr süß war der Wunsch einer Leserin, den Bildband, den Miles und Rupert als "Hobbyfotografen" veröffentlichen, in echt in Händen halten zu dürfen, weil sie ungewöhnliche Aufnahmen wie rivalisierende Kater auf einem Friedhof machen oder kamerabehängt auf den Obelisk steigen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit der Leserunde und den Bewertungen, die besser ausfielen, als ich gedacht hatte. Es wäre schön gewesen, wenn alle Teilnehmer dabei geblieben wären bis zum Schluss, aber wenn jemandem das Buch nicht gefällt, muss ich akzeptieren, dass es abgebrochen wird. Manchmal - ich gebe es zu - geht mir Rupert mit seinen Eskapaden ja auch auf die Nerven. Trotzdem finde ich bei aller mir angeborenen Bescheidenheit, dass es nicht immer nötig ist, Sympathieträger zu erschaffen, um eine originelle und tiefsinnige Story auf die Beine zu stellen. Und das habe ich - mit Verlaub - in "Vom Ernst des Lebens" getan. (O; Da würde ich es sogar wagen, meine Mitleserinnen zu zitieren, die mir versichert haben, dass der Roman sie noch nachhaltig auf gute Art beschäftigt. Und ganz ehrlich: toll mitgemacht haben alle, sogar die spätere Aussteigerin.






Samstag, 12. April 2014

Leserunde Nr. 2

Noch zehn Tage bis zum Start meiner zweiten Online-Leserunde - dieses Mal zu "Vom Ernst des Lebens". Ob ich aufgeregt bin? Schon ein bisschen. Vielleicht nicht mehr gar so hibbelig wie bei der ersten, aber es ist doch immer etwas Besonderes, seinen eigenen Roman mit mehreren Leuten zeitnah zu diskutieren.




Ich bin froh, dass mir der Büchertreff diese Möglichkeit gibt - auch wenn es für Indie-Autoren nicht so einfach ist wie für Autoren von großen Verlagen, eine Leserunde zu organisieren, so war zumindest bei der ersten zum "Bildnis des Grafen" der Aufwand durchaus lohnenswert. Ich hatte sehr viel Spaß mit meinen Meisterdetektiven, und es war toll, zu lesen, wie gut ihnen die Geschichte gefallen hat und wie sehr sie mitgefiebert haben. Das wiegt so manch harsche Kritik wieder auf, der sich ein Autor naturgemäß stellen muss. Nicht, dass ich etwas gegen andere Meinungen habe, doch ich finde, wenn man ein Buch schon verreißen muss, sollte die Kritik sachlich und gut begründet sein und vor allem sollte man es zu Ende gelesen haben, ehe man sich zu persönlichen Beleidigungen versteigt.

Was "Vom Ernst des Lebens" betrifft, so bin ich wie beim "Grafen" recht zuversichtlich und zähle auf die Leseerfahrenheit der Teilnehmer und das allgemein hohe Niveau des Forums. Natürlich wird es Kritikpunkte geben, die eine oder andere Verhaltensweise meiner Protagonisten Miles und Rupert hinterfragt werden und / oder ein verständnisloses Kopfschütteln ernten; ehrlich gesagt, geht es mir heute zuweilen so, wenn ich den Roman so durchblättere. Aber das macht eine Diskussion erst aus, und ich werde auch nicht versuchen, das letzte Wort zu behalten oder alles aufzuklären, was evtl. auf den ersten Blick wenig nachvollziehbar ist. Ruperts neurotische Ader beispielsweise. Er war für mich das krasse Gegenteil zu Miles, der ihn nach Paris "entführt", um ihn scheinbar davon zu überzeugen, dass die Welt mehr zu bieten hat als Bücher, die Routine des Alltags und ein Leben als Literaturprofessor in Cambridge. Rupert allerdings tickt anders als Miles. Er meidet zwischenmenschliche Beziehungen weitgehend, ist zufrieden mit dem, was er hat und fühlt sich am wohlsten, wenn man ihm seine Ruhe lässt. Durch Miles und Paris ändert sich sein Leben, doch er hat Schwierigkeiten, sich in der "neuen" Welt zurechtzufinden, auch wenn ihm Miles' aufmerksame Freundschaft durchaus schmeichelt.

Es gibt ein paar Stellen im Buch, die ich heute vermutlich anders schreiben würde. Ich glaube, ganz so neurotisch würde ich Rupert nicht mehr anlegen, obwohl ich nach wie vor finde, dass er nach seiner Überzeugung verständlich handelt und auch mit den etwas überzogenen Phobien und Macken menschlicher wirkt als Miles. Der wurde von einigen meiner Leser als "zu begabt" beschrieben - er ist eloquent, überraschend, selbstbewusst, spricht fließend Französisch, weiß immer einen Rat und setzt diesen auch unverzüglich in Taten um. Ein strahlender Held ist Miles allerdings mitnichten. Tief im Inneren bewegt ihn eine traumatische Vergangenheit und eine ungewisse Sicht auf die Zukunft, die ihn vielleicht sogar zu einem größeren Zweifler macht als der von ihm gekidnappte Freund.

Ich bin jedenfalls supergespannt auf unsere Runde und hoffe, dass jeder sich gut während der Lektüre unterhält. Nichts anderes will ein Autor mit seinen Geschichten ja erreichen.




Dienstag, 1. April 2014

Auf ein neues: Gratis-Coupon zum Download von "Vom Ernst des Lebens"

Kein Aprilscherz: für genau fünf Tage (1. April - 6. April) biete ich meinen Roman "Vom Ernst des Lebens" erneut als kostenlosen Download an. Auf dem Büchertreff  haben wir demokratisch über drei meiner "handlicheren" Geschichten abgestimmt, welche zur Auswahl für eine virtuelle Leserunde stehen, und die von Miles und Rupert im Paris der 1950er Jahre  hat das Rennen gemacht.


Liebe Büchertreff-Mitglieder und alle, die die erste Aktion im März verpasst haben: hier könnt ihr den

Couponcode 

 84A39FB5C4


kopieren und ihn dann auf www.xinxii.com einlösen, indem ihr ihn beim Ausloggen (zuerst anmelden, sofern nicht bereits geschehen) in das entsprechende Feld einfügt. "Vom Ernst des Lebens" wird dann gratis auf euren PC geladen. 

 



Ein Termin für unsere Leserunde auf dem Büchertreff steht noch nicht fest, aber ich schätze, dass wir uns auf nach Ostern (Ende April / Anfang Mai) einigen können. Das würde auch sehr gut zur Jahreszeit passen, in der das Buch spielt.

Weitere Interessenten sind herzlich willkommen, an der Runde teilzunehmen! Ich bin gespannt darauf, mich mit euch über meinen Roman auszutauschen (und nicht mehr gar so aufgeregt wie bei meiner Leserunden-Premiere vom "Bildnis des Grafen") und würde mich nach dem Beenden der Lektüre besonders über Rezensionen freuen!





Dienstag, 23. Juli 2013

Gewinnspiel: Vom Ernst des Lebens

Ich habe die Spendierhosen angezogen (langsam werden sie ein bisschen eng^^), und verlose wieder einmal einen meiner Romane. Diesmal handelt es sich um "Vom Ernst des Lebens", die Geschichte der beiden ehemaligen Oxfordkommilitonen Rupert Grayson und Miles Mayhew - beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht, und doch verbindet sie eine Freundschaft, die sich auf einer für Rupert ominösen Reise nach Paris vertieft. Denn dort lernen die zwei nicht nur, wie man als Engländer im Ausland punkten kann (oh, bin ich böse!), sondern auch gegenseitiges Verständnis. Besonders Miles, der selbstbewusste, rede- und weltgewandte Gentleman, entdeckt Qualitäten in dem Bücherwurm und angehenden Professor Rupert, die er diesem anfangs nicht zugetraut hätte.

Kurzbeschreibung Amazon:

London, 1958: Der lebenslustige Miles Mayhew bedrängt seinen ehemaligen Oxford-Kommilitonen Rupert Grayson in einer Spontanaktion, für unbestimmte Zeit gemeinsam nach Paris zu reisen. Rupert, der sich lieber hinter Büchern vergräbt und Kontakte scheut, hält zwar wenig davon, kann jedoch nicht ablehnen. Miles scheint vor etwas zu fliehen, denn er checkt im Pariser Hotel unter falschem Namen ein und gibt Rupert als seinen Bruder aus. Dieser macht sich seine eigenen Gedanken über Miles’ Flucht aus England, da Miles nicht darüber reden möchte und sich recht geheimnisvoll gibt. Nach und nach vertieft sich ihre Freundschaft; Miles hilft Rupert, mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln, während Rupert auf seine zurückhaltende Art dem Freund Dinge aus dessen Vergangenheit entlockt, die Miles lieber verschwiegen hätte…



Ich werde oft gefragt, ob "Vom Ernst des Lebens" von mehr als nur Freundschaft zwischen zwei Männern handelt. Normalerweise würde ich sagen: Finde es heraus. Doch da ich weiß, dass einige Leser nichts mit sogenannter "Gay Romance" am Hut haben, kann ich das wohl verneinen. Gelegentlich gibt es Hinweise darauf, dass Rupert mehr in Miles sieht als nur einen Freund - besonders, da dieser einen recht ungezwungenen Umgang mit Rupert pflegt. Aber er tut das ohne die Absicht, den eher ängstlichen und zurückhaltenden Freund zu etwas zu zwingen. Es ist einfach Miles' Art, seine Wertschätzung auszudrücken. Überdies ist er in einer "expliziten" Szene betrunken und besorgt um Rupert.

Geschrieben habe die Geschichte innerhalb von acht Wochen. Es war meine bestimmt schnellste, die ich je an meine Festplatte verfüttert habe, noch völlig inspiriert von einem Wochenendtrip nach Paris. Meine Begeisterung für Bücher, Filme, Kino und vergangene Zeiten kommt in "Vom Ernst des Lebens" ebenfalls zum Tragen.

Die Charaktere hatte ich genau vor Augen, und ob man es glaubt oder nicht - ich kenne zumindest einen Miles und ganz viele Ruperts, wenngleich Rupert ein wenig überspitzt wirkt, fast wie eine Karikatur. Von Miles würde sich der eine oder andere bestimmt gern eine Scheibe abschneiden, was Spontaneität und Tatkraft angeht. Er fackelt nicht lange, und sagt auch mal, was er denkt, wobei er weitgehend diplomatisch bleibt. Es gibt solche Menschen, nicht nur in Romanen. Beinahe unerträgliche heitere, unternehmungslustige Zeitgenossen, deren Charisma und Optimismus man bewundert und auf die man bisweilen sogar ein bisschen neidisch ist, weil ihnen alles zu gelingen scheint.

Trotzdem ist Miles kein Übermensch. Er hat Fehler und vor allem Ängste, hinter die Rupert erst mit der Zeit kommt.

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Was müsst ihr tun, um die beiden auf ihrem denkwürdigen Trip begleiten zu können?

Ganz einfach: Schreibt an

chris009@gmx.net unter dem Betreff "Quiz" bis zum 3. August, von welchem begnadeten Schauspieler, Tänzer und Entertainer der Hotelpage Julien schwärmt. Lieferadresse nicht vergessen!

Um 20.00 Uhr am Stichtag wird das Los entscheiden. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und würde mich nach dem Beenden der Lektüre riesig über eine Rezension auf Amazon und eurem Blog (sofern vorhanden) freuen!


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Die unvermeidlichen Regeln:

- Eure Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben und nur zum Zweck des Gewinnspiels benötigt. Nach der Verlosung werden sie gelöscht.
- Ich versende deutschlandweit. Ins Ausland verschicke ich nur, wenn das anfallende Porto erstattet wird.
- Falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht, übernehme ich keine Haftung.



Donnerstag, 2. Mai 2013

Mein Mai-Buch



Diese Geschichte habe ich nach einem Wochenendtrip nach Paris geschrieben. Ich finde die Stadt sehr inspirierend und auf charmante Weise altmodisch. Viele Plätze, die ich dort besucht habe, hätten in den 1950er Jahren, in denen "Vom Ernst des Lebens" angesiedelt ist, schon genauso aussehen können - das verwitterte Karussell unter Montmartre, die Straßenlaternen, die Brücken über der Seine, Bistros und Lokale, in denen wir gegessen haben.

Im Prinzip geht es in der Geschichte um das Erwachsenwerden. Rupert, ein scheuer, fast schon misanthropischer Bücherwurm, wird von seinem Ex-Kommillitonen Miles "heimgesucht" und ohne weiteres Getue und Fragen über den Kanal mit nach Paris genommen. Miles - charakterlich das genaue Gegenteil von Rupert - lebt sich in Frankreich schnell ein, und selbst Rupert, der sich zunächst gegen den unfreiwilligen Urlaub sträubt, gewinnt an Selbstvertrauen, als beide dem Bistrobesitzer Thierry dabei helfen, seinen Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Doch der Umgang mit dem charismatischen, weltgewandten Miles hat für Rupert nicht nur Vorteile. Bald schon fühlt er sich zu ihm hingezogen - auf eine Art, die ihm bisher fremd war und die ihn in Verwirrung stürzt; umso mehr, da er glaubt, Beweise zu erhalten, dass Miles noch stärker für ihn empfindet als Rupert für ihn.

Von der Seitenanzahl ist "Vom Ernst des Lebens" mit 200 Seiten meine kürzeste und geradlinigste Erzählung. Ich muss gestehen, dass mir Rupert im Nachhinein ein wenig zu neurotisch daher kommt - andererseits hat er vermutlich auch allen Grund dazu. Meine Lieblingsfiguren sind die Delaroches - Bekannte von Thierry, die bei der Methamorphose des "Bambi's" zum "Olde Vic" kräftig mitanpacken. Raoul, ein Buchhändler und passionierter Handwerker, gehört mehr zur schweigsamen Sorte, während sein Neffe Julien quirlig und zu allen Schandtaten bereit ist.

Der Roman konzentriert sich trotz der relativ vielen Nebenfiguren auf das Verhältnis von Miles und Rupert, die unterschiedlich sind wie Tag und Nacht und doch beide voneinander profitieren und lernen, sich durch die gemeinsame Reise besser zu verstehen - sich selbst und den anderen.