I solve crimes and blog about it
Translate
Donnerstag, 30. Juli 2026
"Der dunkle Garten" ~ Tana French
Montag, 9. März 2026
"Ein Spiel zu viel" als kostenloser Download
Anlässlich des neuen Covers, das nun doch noch einige Veränderungen durchlaufen hat, möchte ich auf eine Aktion aufmerksam machen, die bei "Shalom Mamele" höchst erfolgreich war: der kostenlose Download meines Buches auf Amazon. Ich würde mich sehr freuen, wenn Irving & Co. annähernd so viele interessierte Leser/innen gewinnen würde wie meine Biografie über Mama.
"Ein Spiel zu viel" erzählt die Geschichte einer Theaterschauspiel-Clique im Jahr 1902, deren Anführer Irving Van Sander einen perfiden Plan ausklügelt, um seinen Geliebten Galen Asquith nicht teilen zu müssen, wie er befürchtet. Was an sich ziemlich merkwürdig wirkt - erst einmal. Denn Galen hat keinen neuen Partner, doch durch einen Kollegen erfährt Irving von seinem ehemaligen Adoptivvater, der ihn aufnahm, als man Galen als Baby in den Londoner Docks ausgesetzt hatte. Allein das ist dem eifersüchtigen und narzisstischen Irving ein Dorn im Auge; gemeinsam mit seinen Freunden Dashiell, Christopher und seinem jüngeren Bruder Orest reist er nach Dorset, wo Mr. Blake als Farmer nach dem Ausstieg als Inspector von Scotland Yard seinen Vorruhestand genießt.
Irving schickt den ahnungslosen Orest zu ihm, um Kontakt herzustellen und mehr über Raphael Blake herauszufinden. Außerplanmäßig nimmt Orest nach mehreren Treffen Galen mit zu ihm, ohne zu wissen, wie die Beziehung zwischen dem überspannten Schauspieler und dem unerschütterlichen Mr. Blake geartet ist. Blake selbst erkennt Galen nicht, den er tot glaubt. Galen indes erinnert sich sehr wohl an ihn, ist sich aber nicht sicher, ob im Guten oder im Schlechten. Immerhin gab es nach ihm Blakes leiblicher Sohn Zachary, der ihm Blakes Gunst seiner Ansicht nach entzogen hat... und der im Burenkrieg in Afrika sein Leben ließ - allerdings nicht in Ausübung seiner Pflicht als Soldat.
Insgesamt ist "Ein Spiel zu viel" recht episch angelegt und auch etwas verzwickt; das ist eine Spezialität von mir, die ich nicht ablegen kann. 😇
Im markierten Link könnt ihr die bereitgestellte Leseprobe abrufen, die wie immer ziemlich lang ist auf Amazon. Wenn euer Interesse geweckt ist an einer Geschichte um Charakterköpfe, Geheimnisse, Psychologisches und Historisches und auch den Dreh einer Gruppendynamik, dann zögert nicht, es herunterzuladen, denn die Zeit ist bis zum 12. März begrenzt. Ich freue mich sehr darüber und verdiene keinen Cent daran... 😏
Freitag, 19. August 2022
Leseprobe "Ein Spiel zu viel" (III)
Manchmal gönne ich mir den Spaß und lese in meine eigenen Bücher rein. Viele davon sind nun nicht mehr ganz taufrisch, und trotzdem gefallen mir meine Geschichten en gros noch immer.
"Ein Spiel zu viel" ist kein einfaches Buch. Es geht um Eifersucht, Verlustangst, das Verselbständigen einer Gruppendynamik und um einen Vater und seinen Adoptivsohn, die nach Jahren wieder aufeinandertreffen - der Vater Raphael Blake dabei ohne Ahnung, dass es sich um seinen unangepassten, ein wenig psychotischen Sohn handelt, der diesen durch eine Verkettung von Umständen wiedersieht und der mittlerweile als Theaterschauspieler ein Pseudonym angenommen hat.
Bei der Einordnung des Genres habe ich mich seinerzeit etwas schwergetan. Es ist am ehesten vermutlich ein historischer Psycho-Thriller der unblutigen Art, in dem fünf junge Schauspieler einen Trip nach Sherborne im Südosten des Landes machen, wobei Irving Van Sander, der "Anführer" der Clique, damit eine recht perfide Absicht hegt. Der "Landurlaub" stellt sich als wenig erholsam für alle Beteiligten heraus, denn Irving sinnt auf Rache für seinen Liebhaber Galen und fürchtet zugleich, ihn an Raphael Blake zu verlieren.
Von Blakes leiblichem Sohn Zachary, der seinen verschollenen Bruder aus Gründen schon lange sucht, erfuhr Irving, dass Galen dessen Adoptivsohn war und von Blakes Frau misshandelt und verstoßen wurde. Blake selbst glaubt, er sei tot.
Das Cover hat sich mittlerweile geändert und sieht so aus: *Klick*
Hier kommt die Leseprobe, in der Raphael zum ersten Mal vage dämmert, wen er möglicherweise als Gast bei sich aufgenommen hat.
Samstag, 4. April 2020
Filme in Zeiten von Corona (III): "Sag kein Wort" (2001)
Eigentlich hatte ich diesen Film aus der Kategorie "typische Psychothriller aus den 1990/2000ern" bereits aussortiert, um ihn zum Verkauf anzubieten. Warum, wurde mir jetzt wieder klar.
Inhalt: Die achtjährige Tochter des New Yorker Psychologen Nathan Conrad (irgendwie creepy in der Rolle: Michael Douglas) wird von Sean Bean und Komplizen entführt. Zur Freigabe wollen die Gangster kein Geld in Millionenhöhe, sondern eine Zahl aus dem Kopf von Elizabeth (ein bisschen nervig wie immer, dann aber auch wieder überzeugend: Brittany Murphy), einer jungen Frau, die nach einer scheinbar grundlosen Attacke auf einen Mann in der Psychiatrie sitzt und vor sich hindämmert. Conrad hat acht Stunden Zeit, ihr den Code zu entlocken, sonst wird er seine Tochter Jessie nie wiedersehen. Der Anfang ist schwierig, doch Elizabeth fasst Vertrauen zu Nathan (warum auch immer), und er hat bessere Karten als der Kollege (Oliver Platt), dessen Freundin ebenfalls entführt wurde - weil auch er Kontakt zu Elizabeth hat und sie ursprünglich seine Patientin ist. Im Gegensatz zum Kollegen erweist sich Conrad trotz aller Druckmittel cool und patent. Am Ende gelingt es ihm, den Spieß umzudrehen und in einem Westernmäßig inszenierten Showdown den Kopf der Bande zu überwältigen. Es ist wahrscheinlich kein Megaspoiler, wenn ich an dieser Stelle verrate, dass Sean Bean ein Ende findet, das an Horror kaum zu überbieten ist.
Meinung: Obwohl ich Michael Douglas ganz gern sehe und ihn für einen tollen Schauspieler halte, hätte ich mir als Erstes eine andere Besetzung gewünscht. Gefunkt hat es zwischen Douglas und Murphy gar nicht - ihr Verhältnis als Arzt und Patientin war trotz Händchenhalten und tröstenden Umarmungen so klinisch und karg wie die unglaublich versiffte Anstalt, in der Elizabeth untergebracht war (Ehrlich, *das* sollte eine Einrichtung aus dem 21. Jahrhundert sein?!).
Und ständig tanzte mir Harrison Ford vor Augen, der in den zwei besagten Jahrzehnten den Archetyp des aufrechten, guten und gewitzten Amerikaners gepachtet hatte und wahrscheinlich eine bessere Figur als Psychiater abgegeben hätte. Im Vergleich mit Mr. Ford war Michael Douglas meiner Meinung nach die klassische Fehlbesetzung. Dazu gehörte auch die jovial-anbiedernde "Guter-Onkel-Masche", mit der er Patienten jeden Geschlechts und Frau und Tochter umgarnt. Fand ich echt zu plakativ für einen Psychologen, beinahe schon gruselig. Apropos Frauen: die müssen neben tough vor allem sexy sein. Sowohl die ermittelnde Polizistin als auch die zur Untätigkeit verdammte Mrs. Conrad im Bett mit Gipsbein sahen aus wie einem Hochglanzmagazin entsprungen, mit den weiblichen Kurven an den richtigen Stellen. Da bekam ich fast ein bisschen Komplexe. Die Zeiten haben sich zum Glück auch in Hollywood ein wenig geändert.
Die Story an sich ist temporeich und auch ziemlich originell. Was sich hinter der Zahlenkombination verbirgt, derer Sean Bean & Co. habhaft werden wollen, und wie es zudem dazu kam, da musste ich tatsächlich den Hut ziehen. Allerdings gab es für mich auch einige Lücken im Plot, etwa woher die Gauner wussten, dass Elizabeth sich die Zahl gemerkt hatte. Vielleicht bin ich bei der Szene aber auch einfach mal kurz eingenickt oder war für kleine Mädchen.
Jedenfalls bin ich von Michael Douglas ein besseres und subtileres Spiel gewöhnt.
Bewertung: Kein Reißer, obwohl ich mir vorstellen kann, dass es viele Fans dieser Art Filme gibt, auch wenn sie ein bisschen angestaubt wirken. Ich meine mich zu erinnern, dass mich "Sag' kein Wort" beim ersten Mal Anschauen recht gut unterhalten hat, daher
Dienstag, 11. Februar 2020
"Ein Spiel zu viel" ~ Leseprobe ~ (II)
Vor der Veröffentlichung hatte ich lange überlegt, in welchem Genre die Erzählung am besten aufgehoben wäre - und bin mir bis heute nicht ganz schlüssig. Historisch verbürgte Elemente werden weniger beleuchtet, dafür die Beziehung der fünf jungen Männer untereinander und ihre jeweiligen Charaktere. Ein zentraler Punkt in der Geschichte ist die Verbindung des impulsiven Galen zu dem charismatischen "Anführer" der Truppe, Irving Van Sander, und wie sie sich wandelt, als Galen etwas über ihn herausfindet, das lange Zeit ein Geheimnis bleibt und die bis dahin mehr oder weniger harmonische Gruppendynamik verändert.
Insofern bezeichne ich den Roman gern als historischen Psycho-Thriller, auch wenn es keinen Serienmörder im engen Sinn oder allzu blutige Szenen gibt. Vielmehr handelt der Roman von Verlustängsten und wohin sie jemanden treiben können, der sich seiner selbst nicht sicher ist und Bestätigung in der seelischen und physischen Abhängigkeit Anderer sucht. Oder wozu man fähig ist, wenn man jemanden nicht loslassen kann.
In der ausgewählten Leseprobe kehrt Galen zum zweiten Mal zu seinem früheren Adoptivvater Raphael Blake zurück, nachdem er einige persönliche Sachen geholt hat, um für einen längeren Zeitraum bei ihm zu wohnen und eine Schuld abzuarbeiten. Beide wissen nicht eindeutig um die Identität ihres Gegenübers, da sie durch unglückliche Umstände recht früh wieder voneinander getrennt wurden und Galen als Sechsjähriger in den Gassen Londons verschwand. Erst nach und nach lernen sie sich besser kennen. Wenn das der eifersüchtige Irving wüsste...
Mittwoch, 3. Oktober 2018
Leseprobe "Ein Spiel zu viel" (I)
![]() |
| Pixabay, PublicDomainPictures |
Samstag, 22. Juli 2017
Keine Nacht dir zu lang ~ Barbara Vine
Inhalt: Suffolk, Anfang der 1990er Jahre: Der 25-jährige Tim Cornish - gutaussehend, aber wenig an Beziehungen zu Mädchen oder Herzensangelegenheiten überhaupt interessiert - belegt einen "Creative Writing"-Kurs. Sein schwuler Dozent bietet ihm eine Wohngemeinschaft mit seinem Untermieter Dr. Ivo Steadman an. Für Tim eine Offenbarung, denn er fühlt sich sofort von dem etwas älteren Mann angezogen. Gegen seine Gewohnheit lässt er alle Schüchternheit fahren und küsst ihn schon beim ersten Treffen auf den Mund. Seine Gefühle werden erwidert. Nach ernsthaften Zweifeln über die Existenz seiner sexuellen Begierden meint Tim, die wahre Liebe endlich gefunden zu haben. Die kühlt allerdings ab, als Ivo sich in den nächsten Wochen als etwas herablassend ihm gegenüber herausstellt und ihm während eines gemeinsamen Essens fast beiläufig seine Gefühle offenbart. Er liebe Tim und wolle nie mehr ohne ihn sein. Tim, an seine Freiheit gewöhnt, fühlt sich plötzlich gefangen.
Auf einer von Ivo beruflich bedingten Kreuzfahrt durch Alaska und einem Aufenthalt ohne ihn in Seattle kommt ihm der Gedanke, sich von Ivo zu trennen. Isabel, zunächst nur eine Reisebekanntschaft, verstärkt diesen Wunsch. Im Gegensatz zu Ivo engt sie ihn nicht ein, sie ist gebildet wie Ivo, ohne dabei lehrerhaft zu sein und ihn wie ein launisches Kind zu behandeln (das Tim strenggenommen allerdings auch ist). Seine Liebe zu Isabel und die Verzweiflung und Angst vor einem eifersüchtigen Ivo treiben ihn zu einem Schritt, über den er später tiefe Reue empfindet. Zuhause angekommen, beginnt er, sich die Geschehnisse von der Seele zu schreiben - und wird dabei immer wieder von Ivo verfolgt.
Meinung: Dieser Roman zählt erstaunlicherweise zu den weniger beliebten der Autorin, was für mich nicht wirklich nachvollziehbar ist. Der kluge Aufbau der Geschichte, ein angenehmer und hin und wieder humorvoller Stil, Spannung bis zuletzt, und die Aha-Erlebnisse im letzten Drittel sind die Zutaten, die mich über einem Buch die Zeit vergessen lassen. Auch mochte ich den an der Oberfläche kühlen Ivo sehr, obwohl er tatsächlich etwas arrogant und vielleicht fast so narzisstisch wirkt wie der Haupterzähler Tim Cornish. Der sieht aus wie ein junger Robert Redford (eine Umschreibung, die mich ein bisschen gestört hat), und hatte daher schon im Vorfeld schlechte Karten bei mir. Ein bisschen zäh war der Mittelteil, in dem sich Tim in seiner Liebe zu Isabel irgendwie zum Deppen macht und sich in Alkohol und Selbstmitleid suhlt.
Auf einen Punkt, der von vielen Kritikern angeprangert wird, möchte ich eingehen: ganz sicher hat die Autorin mit "Keine Nacht dir zu lang" kein Plädoyer für Heterobeziehungen schreiben wollen. Dafür ist die Geschichte zu komplex, zu vielschichtig und zu wenig analytisch bzw. beurteilend im Hinblick auf die Beziehungen Ivo/Tim und Tim/Isabel. Wie Tim selbst in seiner Beichte sagt, würde er der wahren Liebe kein geschlechtliches Label aufdrücken wollen. Die Überraschung darüber, warum er sich letztendlich in beide verliebt hat, ist Barbara Vine gut gelungen. Ich dachte in diesem Augenblick: das war's, Peng! Die Story ist erzählt. Und trotzdem gab es noch einige weitere Wendungen und unausgesprochene Geheimnisse, auf die ich nie gekommen wäre.
![]() |
| arvid97 / Pixabay |
Psychologisches Geschick, seelische Abgründe und eine auf den ersten Blick gewöhnliche und doch so originelle Dreiecksbeziehung haben den Roman zu einem großen Lesevergnügen für mich gemacht.
Bewertung:
Sonntag, 15. September 2013
Roman Nr. 6
Eigene Exemplare muss ich allerdings erst ordern - so neu ist das Buch noch. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Cover der hier abgebildeten Printausgabe authentisch ist. Gefallen tun mir beide.
Das Genre lautet nun "Historisch / Fiktiv". Zugegeben, besonders aussagekräftig ist das erst mal nicht. Ich würde es trotzdem als historischen Psychothriller bezeichnen, denn es geht in der Hauptsache darum, wie sich eine Gruppendynamik drehen kann und wie abhängig die Clique - in diesem Fall ein paar weltfremde Schauspieler - von ihrem Anführer werden kann.
In "Ein Spiel zu viel" führt die Unstimmigkeit der Truppe zu einer dramatischen Wende der Ereignisse. Was wie ein harmloser Sommerurlaub beginnt, endet mit Konsequenzen für alle Beteiligten.
Wichtig sind mir dabei auch Charakterstudien der einzelnen Figuren und ihre Beziehung zueinander. Ich liebe es, mich mit menschlichen Abgründen und ihren Ursprüngen zu befassen und Charaktere zu erfinden, die ihre Macken haben und zuweilen völlig verrückt wirken. Bei den Schauspielern konnte ich mir zudem hin und wieder ein gewisses Maß an fast übertriebener Dramatik erlauben, das mir riesig Spaß gemacht hat.









