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Sonntag, 31. März 2013

Das bunteste Osterei



Normalerweise hoppelt der Osterhase bei mir nicht vorbei... auch dieses Jahr nicht. Aber da wir den kältesten März seit 130 Jahren haben und er vermutlich kein Winterfell hat, sei der Hoppelhase hiermit entschuldigt (oder bestätigt seine Abwesenheit nur das, was ich schon immer geargwöhnt habe: dass er mit den Eiern so wenig zu tun hat wie einer der Klitschkos mit einem Tütü und nur die Vorstellung daran amüsant ist?).

Na, wie auch immer - ich habe zur Selbsthilfe gegriffen und mir ein Ei gelegt, weil der Osterhase mich wieder mal von der Liste gestrichen hat. Das ist kein verfrühter Aprilscherz. Seit gestern ist mein fünfter Roman "Ausnahmsweise doppelgleisig" bei Amazon erhältlich und hofft auf viele Leser.

Leicht gemacht habe ich es mir mit der Veröffentlichung nicht. Merkwürdig, dass es mich immer noch Überwindung kostet. So langsam sollte sich doch eine gewisse Abgeklärtheit und Routine eingeschlichen haben, aber ich bin jedesmal vor dem Erscheinen einer meiner Titel furchtbar aufgeregt. Ob sich die ganzen Mühen überhaupt auszahlen? Hat jemand Interesse? Versteht man, was ich sagen will? Sowas fragt man sich dann paradoxerweise.

Es ist auch erstaunlicherweise nicht so einfach, Testleser zu finden. Viele sagen zwar zu und sind geschmeichelt, aber meist fehlt die Zeit für eine gründliche Lektüre des Manuskripts. Doch ich denke, wir haben es trotzdem ganz gut hinbekommen - ich bin halt einmal mehr drübergegangen als bei den anderen Geschichten.

Eine typische Schutzengelgeschichte ist "Ausnahmsweise doppelgleisig" nicht und überrascht mit Wendungen, die man von einem Engel nicht unbedingt erwartet. Ein Engel sollte nach menschlicher Vorstellung fehlerfrei sein, und das ist Seraphin in dem für ihn ungewohnten Terrain ganz und gar nicht. Nicht dass er über die Strenge schlägt oder ein gefallener ist, doch er erregt wider Willen die Aufmerksamkeit seines "Schützlings" und vor allem die von Brankos Kollegen, was ihm beinahe zum Verhängnis wird.

Ich habe es geschrieben, als ich meine wilde Bayern-Phase hatte. Der gemäßigte Dialekt, in dem sich die Protagonisten unterhalten, ist wahrscheinlich erst mal gewöhnungsbedürfig, aber ich wollte sie authentisch haben, und da ich meine Charaktere immer in meinem Kopf reden höre, wäre es mir nicht richtig erschienen, sie auf Hochdeutsch palavern zu lassen.

Allen meinen Freunden, Blog-Lesern, Fans und Followern wünsche ich Frohe Ostern! Falls euch der scheue Hase begegnet, teilt es mir mit, damit ich mit ihm nächstes Jahr ein Hühnchen rupfen kann. Aber ich fürchte fast, das wird nichts mehr. Eher tritt ein Klitschko im Deutschen Fernsehballlet und Tütü auf... oder alle beide beim vollendeten Pas de deux.







Freitag, 29. März 2013

Wahre Schätze ~ Die Märchen von Hans Christian Andersen

Geliebt habe ich sie als Kind. Nichts Schöneres, als sich an Mama oder Papa zu kuscheln und einem Märchen zu lauschen, das in der Phantasie durch Stimme und Illustrationen Wirklichkeit wird. Ich hatte (und habe) eine Ausgabe von Hans Christian Andersen-Märchen, geschenkt bekommen von Tante und Onkel, der man ansieht, wie sehr sie gemocht wurde. Zerlesen, vergilbt, und leider auch mit Spuren von Silberglitter darauf - weil ich sie als respektloser Teenager als Beschwerer meiner künstlerischen Werke zweckentfremdet habe. Der Einband ist satiniert, und trotzdem habe ich nie den Versuch unternommen, die Flecken zu entfernen. Mittlerweile gehören sie zum Buch wie die Seiten darin.





Die Märchen von Hans Christian Andersen haben für mich eine besondere Wirkung seit jeher.

Ich will nichts Schlechtes über die Grimm-Brüder sagen, aber verglichen mit Andersen kommt ihre Sammlung fast bäuerlich und plump daher. Grausam sind die Andersen Märchen zwar oft auch (man denke nur an den armen Tannenbaum, für den Hochmut vor dem Fall kommt!), aber sie sind sprachlich und inhaltlich von einer Brillanz, Bittersüße und Poesie, bei der mir heute noch Tränen über die Wangen laufen. Vor kurzem habe ich behauptet, kein Buch könnte mich zum Schluchzen bringen - und habe völlig die Märchen von Hans Christian Andersen vergessen! Entweder bin ich übermäßig sensibel, oder er trifft heute noch einen Nerv - und nicht nur meinen.

Vielleicht macht den Reiz auch seine tiefe Gläubigkeit aus, die in fast jeder Geschichte auf unnachahmliche, aber nicht kitschige Weise zum Ausdruck kommt. In Andersens Märchen werden die Verlierer zu Gewinnern, die vermeintlich Hässlichen zu Schönen und die Außenseiter und Verachteten zu Akzeptierten und  von G-tt Geliebten.

Ich erinnere mich an Nächte beim Zelten, in denen ich meinen Freundinnen  aus diesem Buch vorgelesen habe. Was haben wir mitgelitten mit der kleinen Seejungfrau in ihrer unerwiderten Liebe zu dem jungen Prinzen, und welche Qualen sie dafür auf sich nimmt! Aufgrund ihrer Einschränkung als Mensch gelingt es ihr trotz gegenseitiger Zuneigung nicht, sein Herz zu erobern, und dennoch geht sie aus ihrem Abenteuer als Siegerin hervor - mit der Aussicht auf eine unsterbliche Seele.

Seine weniger bekannten Geschichten berühren mich besonders stark. Heute noch. Mehr als damals vielleicht, weil ich finde, dass sie nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Meine Lieblingsgeschichten sind "Die Kröte" und "Der Engel". Taschentücher bereithalten!

Besitzt eigentlich noch jemand die oben abgebildete Ausgabe mit Aquarellen von Ruth Koser-Michaëls? Ich habe fast das Gefühl, es gibt sie nicht mehr... zumindest nicht mehr die mit Gerda und der alten guten Zauberfee aus der "Schneekönigin" auf dem Cover.

 

 

Dienstag, 26. März 2013

Aus aktuellem Anlass...

... weise ich heute auf Pessach bzw. das Passafest hin, das dieses Jahr auf den 26. März bis 2. April fällt. Selbst wer mit dem Judentum nichts am Hut hat, wird erstaunt sein, wie viele Parallelen es zu dem christlichen Osterfest gibt.





Es soll ja Leute geben, die nicht einmal mehr über *dessen* Ursprung sicher sind - da hilft das Nachlesen dieses Artikels bestimmt. (O;


Pesach sameach vekascher! und ein frohes und gesegnetes Osterfest!


Bildquelle: Gellinger / Pixabay



Montag, 25. März 2013

The (dark) Side of the Angels


Auf meinem Bücherforum (nicht meins, aber das, auf dem ich mich häufig aufhalte), haben wir im Smalltalk-Bereich eine interessante Diskussion über die Serie "Sherlock". Gerade rätseln wir darüber, inwieweit Sherlock Holmes und sein "Erzfeind" James Moriarty identisch sind. Leider bin ich kein ausgesprochener Kenner der Bücher, so dass ich nicht weiß,  ob die beiden "Uber-Fans" Steven Moffat und Mark Gatiss bei den vielen Andeutungen die Originalfiguren im Hinterkopf haben, aber es ist schon interessant, darüber ein wenig zu phantasieren. 
 
 
shell_ghostcage / Pixabay

 

Es nervt ja schon manchmal, diese subtilen Wortgefechte zu verfolgen und überflüssigerweise auch zu analysieren (was man als Fan eben so tut), aber es kommt mir schon so vor, dass Moriarty als Spiegelbild Sherlocks angelegt wurde, der zwar genauso launenhaftes Kind sein kann wie Moriarty (großartig in der Rolle: Andrew Scott), aber im Gegensatz zu ihm das Gute will. Trotzdem sind beide besessen von Rätseln und sich nicht nur in dieser Hinsicht ähnlich. Sherlock ist "consulting Detective", während sich Moriarty gern als "consulting Criminal" bezeichnet. Und da schließlich jeder Mensch zwei Seiten hat - die eine mehr oder weniger ausgeprägt -, liegt der Schluss nahe, dass Moriarty Sherlocks böse Seite verkörpert, die unterdrückt bzw. vernichtet werden muss.

Sehr gut zum Ausdruck kommen die Gemeinsamkeiten im mysteriösen Showdown auf dem Krankenhausdach in der "Reichenbach"-Folge, die - wie ich finde - großes Kino ist trotz der markigen Sprüche. Moriarty konfrontiert Sherlock mit seiner "gewöhnlichen" Seite ("You're ordinary. I'm disappointed in you.") und provoziert ihn damit prompt ("I may be on the side of the angels, but don't think for one second that I am one of them."). Auch Sergeant Sally Donovan äußert diesbezüglich häufig im Lauf der Serie Bedenken, nämlich dass Sherlock im tiefsten Inneren ein Psychopath ist. Die sind vermutlich gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen, wie man meinen sollte. Langeweile ist ein Motiv, das beide - Sherlock und Moriarty - antreibt und das sie zu Dingen anstiftet, die für Außenstehende unverständlich sind. Und Langeweile kann ein Motivator sein, Schlimmes zu verursachen, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Vielleicht wäre Sherlock gelegentlich ebenso skrupellos wie Moriarty, oder - unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen - der Schurke sitzt nur in seinem Kopf, und Sherlock hat eine verbrecherische Ader und lässt ihr mittels der Fantasiefigur James Moriarty freien Lauf. Andeutungen darüber macht Moriarty genug. Umso tragischer wäre es dann, dass Sherlock springt - denn die Scharfschützen würden folglich ebenfalls nur in seiner Einbildung existieren. Stellt sich die Frage, wie John Watson ihn sehen und sogar von ihm bedroht werden konnte, wenn es wahr wäre und Moriarty tatsächlich Sherlocks Hirngespinst.... und geht Molly Hooper lieber mit dem bösen Buben in Sherlock aus als mit gar keinem? Ist Moriarty Sherlocks imaginärer Feind bzw. das personifizierte Böse in ihm? Fragen über Fragen... Puh, naja. Das ist jetzt mein Hirngespinst, und ich glaube selber nicht wirklich daran. Soweit würden Moffat / Gatiss nicht gehen. Ihre Serie ist schon geheimnisvoll und ominös genug. Komisch nur, dass die Theorie von Moriarty als Sherlocks zweitem Ich sich hartnäckig hält.

Eigentlich ist Andrew Scott ein sehr Netter, glaube ich, der auch Benedict Cumberbatch mag. Aber das ist ja der Vorteil von überzeugenden Filmschurken: privat sind es meist Schmusekätzchen, die keiner Fliege etwas zuleide tun können.


Samstag, 23. März 2013

House MD ~ Staffel 8

Ahm... ok. Wir haben es getan. Uns gestern die achte und letzte Staffel von Dr. House gekauft, obwohl ich die siebte schon sch*** fand und das auch schamlos öffentlich gemacht habe. Aber ach, was tut ein Fanherz nicht alles, selbst wenn es nur ein Ex ist. Wirklich, ich mochte House. Den Typ und die Serie. Was ich damit erlebt habe, ist mir bei keiner anderen Serie vorher passiert. Ich hatte soviel Spaß an den ausgetüftelten Charakteren und Geschichten, in denen der zu behandelnde Patient eigentlich zur Rahmenhandlung wurde, dass ich nicht nur eifrig mitgerätselt, spekuliert und diskutiert, sondern mich auch auf schriftstellerischer Ebene davon habe inspirieren lassen.

Das besondere an der Figur Gregory House war für mich, dass er und all die Figuren um ihn herum im Kern ganz anders waren, als sie nach außen hin schienen. "Everybody lies" traf nicht nur auf die Patienten zu, sondern für jeden - ob Arzt, Patient, Freund oder Liebhaber. Dass das von Fans geforderte "Huddy" in die Binsen geht, war abzusehen und wie ich finde, ein grober Verstoß der Macher, denn die talentierte und im Grunde sympathische Lisa Edelstein zieht gegen den Übergott Hugh Laurie natürlich den kürzeren und erhält in der achten Staffel kurzerhand "House"-Verbot.

In den späteren Staffeln mochte ich Lisa Cuddy zwar nicht mehr so sehr (fing bei ihrer Baby-Manie in Staffel 5 an), aber mir haben die Kabbeleien zwischen ihr und House immer gut gefallen, solange da nichts Ernsthaftes im Busch war. Außerdem fand ich House in der Mentorenrolle extrem gut, in die er bei seinem ersten Team Chase, Foreman und Cameron mehr oder weniger freiwillig geschlüpft ist.

Darum sind für mich die ersten drei Staffeln auch die besten - danach hätte meinetwegen Schluss sein können.

Trotzdem haben wir als Fans nun die komplette Reihe, wenn auch vielleicht nur der Vollständigkeit halber. Das Bonusmaterial auf der letzten Staffel haben wir uns bereits angesehen, und ich war total beeindruckt, mit wieviel Leidenschaft die Leute - Produktion, Schauspieler und Techniker - bei der Sache sind, um etwas zu kreieren, das außergewöhnlich sein sollte und es auch wirklich war. Denn trotz nachlassender Qualität und Quoten im Lauf der Jahre gibt es einen zweiten House bestimmt so bald nicht wieder... ganz zu schweigen von so einem schnuckeligen Doktor wie Robert Chase / Jesse Spencer. (O;




Donnerstag, 21. März 2013

Appetithappen "Ausnahmsweise Doppelgleisig"

In Kürze werde ich meinen fünften Roman veröffentlichen (Termin vermutlich Anfang April), in dem es um Branko Schuster - einen erfolgreichen Münchner Unfallchirurgen - und seinen Schutzengel geht, der sichtbar wird. Von höchster Stelle wurde entschieden, dass Branko himmlischen Beistand nötig hat, da es in seiner Ehe gewaltig kriselt.



 Der Engel Seraphin ist allerdings nicht befugt, in die Geschehnisse einzugreifen bzw. sie zu verändern - er kann nur Impulse geben, um den freien Willen der Menschen nicht zu beeinflussen. So nistet er sich bei dem anfangs skeptischen Branko ein und sorgt für Turbulenzen, die weder von ihm selbst noch von seinem Auftraggeber beabsichtigt waren.

In der folgenden Leseprobe sorgt Seraphin erst einmal für klare Verhältnisse unter Kollegen.

Dienstag, 19. März 2013

Verrückter Traum

Ich gebe zu, es klingt verrückt und wahrscheinlich völlig realitätsfremd, aber dafür sind Träume ja da: Ich möchte irgendwann nach Bora Bora in Französisch-Polynesien, und wenn es mir dort gefällt, also nicht langweilig wird, auch da leben.



Das liegt nicht nur an Tony Marshalls schmachtendem 70er Jahre-Hit (obwohl ich den - man höre und staune - unglaublich toll finde und der mir sogar bei entsprechender Stimmung die Tränen in die Augen treibt!). Nein, ich glaube einfach, dass Bora Bora abseits vom Tourismus eine Reise wert ist. Leider ist das Leben auf der Insel ja auch ziemlich teuer.

Trotzdem. Manchmal stelle ich mir vor, wie es da so wäre: mit Delfinen schwimmen, Sonnenbaden, Fisch essen (ich könnte vehementer Pescetarier werden) und erntefrisches Obst naschen, Kokosnussmilch schlürfen, in Hängematten schaukeln, Sonnenauf- und -untergänge bei einem Glas Wein beobachten. Lange aufbleiben und den Deckenventilator im Schlafzimmer auf Hochtouren laufen lassen. Schwitzen. Weil ich das besser finde als frieren. Die Schafskälte hierzulande geht mir langsam auf den Senkel.

Wenn ich aufstehe (zu einer Zeit, die ich bestimme und nicht der Wecker), gleite ich von meiner Bambushütte statt unter die Dusche ins kühle Nass des Pazifiks direkt zu meinen Füßen. Ich würde ein paar neue Sportarten ausprobieren; schnorcheln und vielleicht auch surfen. Am Strand entlangreiten, im Schatten einer Palme dösen und lesen und so viel mehr... alles ohne Terminplanung oder Erwartungen, denen man gerecht werden sollte. Ach ja, das wäre paradiesisch.

Arbeiten müsste ich natürlich auch. Am besten etwas, das ich mit einem Hobby verknüpfen kann. Oder schreiben, wenn mir danach ist. Fotografieren wäre auch gut und käme mir entgegen. Ich könnte Kalender herstellen; solche, die ich jedes Jahr kaufe, um meiner Sehnsucht ein bisschen Vorschub zu leisten und um meinen Traum nie aus den Augen zu verlieren. Oder ich werde Pfleger für verletzte gestrandete Schildkröten.

Ernsthaft, ich glaube, ich würde mich trotz des Inselcharakters nicht langweilen. Zumindest für eine bestimmte Zeit nicht. Und ich wage zu behaupten, auch nicht danach. Man sagt ja, dass Insulaner glücklicher sind als Binnenbewohner. Irgendwas muss da ja dran sein, wenn es nicht sogar statistisch erwiesen ist.

Und wenn ich es doch täte, mich langweilen, dann würde ich zu meiner Jugendstilvilla nach Melbourne jetten und beim Shoppen in Buchläden und Boutiquen jegliche Hemmungen fahren lassen. Das ist nämlich mein zweiter Traum.

Einen dritten habe ich auch noch. Aber der ist streng geheim... (O;

Bildquelle: Mariamichelle / Pixabay

Samstag, 16. März 2013

Leseprobe: Fairlight


 


Eine kleine Warnung vorab: bei dieser Geschichte geht es teilweise recht derb und drastisch zu. Fans von Liebesromanen nach klassischem Muster, Zartbesaitete und Feelgood-Literatur-Liebhaber werden vermutlich nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen. Ich habe dieses Buch geschrieben, weil mich die ambivalenten Verhältnisse der Upper Class in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts fasziniert haben.

Das Quiz, bei dem es diesen Roman  (ohne Versandkosten innerhalb Deutschlands) zu gewinnen gibt, läuft noch bis morgen. Um 20.00 Uhr werde ich dann Glücksfee spielen und den Gewinner per E-Mail benachrichtigen.



Mittelengland, Herbst 1916

Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust. Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen und die Bewohner des Anwesens genauer zu beobachten… 

Freitag, 15. März 2013

Zuletzt gesehen: Parade's End

Also, ich liebe ja Filme. Und die viktorianisch / edwardianische Epoche (die ich vermutlich verkläre). Und Benedict Cumberbatch. Darum war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir Tom Stoppards Verfilmung des Klassikers von Ford Madox Ford zugelegt habe. Aber um ehrlich zu sein, die sechsteilige Miniserie der BBC stand nun recht lange im Regal, bevor ich mir gestern vornahm, sie anzuschauen. 

 


 

Eines vorweg: Zu richtiger Begeisterung konnte ich mich nicht hinreißen lassen. Kameraführung und besonders die opulente Ausstattung von Kostümen über Räume und Atmosphäre waren für mich als Fan der 1900 - 1920 Jahre natürlich ein Augenschmaus. Jedes Detail war einen zweiten Blick wert und genau so, wie man sich diese Zeit vorstellt. Das hätte man wirklich nicht schöner hinbekommen können, und ich war erstaunt, wie ästhetisch selbst die Landschaftsaufnahmen waren, sei das beim Golfen, beim Zugfahren oder Kutschenzockeln durch die diesigen Yorkshire-Moore. Wäre die Serie für einen Oscar nominiert gewesen, hätte sie vermutlich in der Kategorie "Bestes Setting" einen erhalten.

Die Darsteller dagegen waren eine Enttäuschung. Obwohl Benedict Cumberbatch kürzlich vielleicht zu Recht für seine Rolle als "the last of British Gentlemen" Christopher Tietjens ausgezeichnet wurde, gefällt er mir in anderen Produktionen viel besser. Dabei stand nicht einmal die Optik im Vordergrund (obwohl ich mich erst an sein biederes, untersetztes Aussehen, den ständig sauren Gesichtsausdruck (hat auch nicht viel zu lachen, der arme Mann) und den nuscheligen Yorkshire Akzent gewöhnen musste), sondern vielmehr die für mich gefühlte Emotionslosigkeit aller Figuren. Ich konnte nicht einmal ordentlich Mitleid für Mr. Tietjens entwickeln, der sich von seiner promiskuren Frau Sylvia manipuliert fühlt und sich dennoch aufgrund Konventionen und Traditionen nicht von ihr trennen will oder kann und nicht einmal sicher ist, ob das Kind, für das er sorgt, von ihm ist.

Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs lernt er die Frauenrechtlerin Valentine Wannop kennen und verliebt sich in sie. Aber bis zu Folge Fünf passiert überhaupt gar nichts außer gepflegter Langeweile, und wenn Christopher und Valentine sich endlich mal treffen, platzt ihr Rendezvous durch dumme Zwischenfälle, bevor es überhaupt zur Sache geht. Fand ich irgendwie ziemlich gemein, die Zuschauer so hinzuhalten. Und als es dann soweit ist, wird auch schon der Abspann eingeblendet... Bummer!

Die beiden Frauen mochte ich überhaupt gar nicht. Sylvia war mir zu durchtrieben, und Valentine kam mir viel zu kindlich und altklug vor.

Ein bisschen hat mich die Serie an den Film "Der englische Patient" erinnert, mit dem ich trotz guter Kritiken auch nicht warm wurde. Perfekte Ausstattung, tolle Bilder, gutaussehende Schauspieler, eine ambitionierte Dreiecksgeschichte - aber leider ohne das gewisse Etwas.

Bewertung:


👍👍👍






Bildquelle: Amazon

 

Donnerstag, 14. März 2013

Roman Nr. 5


Demnächst möchte ich "Ausnahmsweise Doppelgleisig" als Roman herausbringen. Ich habe ein bisschen herumexperimentiert, ein Cover gebastelt und die Datei überarbeitet und formatiert. 

Von meinen Testlesern gab es bisher positives Feedback. Trotzdem gehört doch immer eine große Portion Überwindung dazu, das eigene Werk zu veröffentlichen und es somit "zum Abschuss freizugeben". (O; Dass Kritik oft auch wenig sachlich, fast schon persönlich und für den Betreffenden verletzend sein kann, gerade im anonymen Internet, habe ich selbst schon erfahren - und das kann man nicht immer so einfach abschütteln wie Staub von den Füßen.

Hier mal der Klappentext, der auf der Abbildung schlecht lesbar ist:

Der erfolgreiche Unfallchirurg Branko Schuster steht kurz vor seiner Scheidung, als er die Bekanntschaft eines mysteriösen, aber naiven Fremden macht, der sich als Seraphin Engel vorstellt und durch nichts zu vertreiben ist.

 Wohl oder übel nimmt Branko ihn zu sich. Er stellt fest, dass Seraphin Fähigkeiten besitzt, die nicht nur ihn als rationalen Wissenschaftler in Erstaunen versetzen, sondern alle, die Brankos neuen zweiten Schatten kennen lernen - mit bald unangenehmen Folgen für beide...

Die Geschichte ist circa 240 Seiten lang (oder kurz) und es sei verraten, dass das irdische Dasein für Seraphin kein leichtes ist und es bisweilen scheint, als würden er und Branko die Rollen tauschen.

In welches Genre ich "Ausnahmsweise Doppelgleisig" einordnen würde, weiß ich nicht - es unterscheidet sich völlig von meinen bisherigen Sachen, die historisch / kriminalistisch angehaucht, weniger humoristisch sind und auch umfangreicher. Vielleicht am ehesten zu "Erzählung", denn obwohl es um Schutzengel geht, hat die Geschichte wenig mit Lebenshilfe und schon gar nichts mit Esoterik zu tun. Ich finde, selbst oder gerade in Bereichen, die mit Spiritualität zu tun haben, sollte man den Humor und den Blick fürs Wesentliche nicht verlieren.

Und ich bin - wie jedes Mal vor einer Veröffentlichung - ganz schön aufgeregt und freue mich zugleich riesig darauf, das Buch als fertiges Produkt in den Händen halten zu können. Schön wäre es auch, wenn ich mit "Ausnahmsweise doppelgleisig" meine zweite Leserunde organisieren könnte, weil mir die erste echt viel Spaß gemacht hat. Vielleicht wäre diese Geschichte sogar geeigneter, da sie weniger komplex und nicht so lang ist wie "Das Bildnis des Grafen".


Montag, 11. März 2013

Ausnahmsweise Doppelgleisig



Ein paar unveröffentlichte Manuskripte liegen noch in meiner Schublade bzw. verlottern in den Tiefen meiner Festplatte, und irgendwie habe ich neulich aus heiterem Himmel den Nerv gefunden, eine 2008 verfasste Geschichte über einen brillanten Unfallchirurgen und dessen Schutzengel auszugraben, die ich glücklicherweise zu Ende geschrieben habe (keine Selbstverständlichkeit!).

Es war merkwürdig, darin zu stöbern. Mit ca. 240 Seiten ist sie nicht besonders lang, sondern eher kurz für meine Verhältnisse. Aber ich musste an einigen Stellen laut lachen; etwas, das mir bei meinen eigenen Arbeiten extrem selten passiert und mir fast peinlich war. Obwohl die Geschichte teilweise sentimental und auch ernst ist, kommt der Humor nicht zu kurz. Besonders süß finde ich Seraphin, den naiven Schutzengel, der sich zum ersten Mal als "materialisierter" Mensch auf der Erde mit weltlichen Gebräuchen zurechtfinden muss und dabei von einem Fettnapf in den nächsten tappt. 

Hinter "Mehr Informationen" verbirgt sich die Stelle, die mich bisher am meisten amüsiert hat: ein Gespräch zwischen Seraphin und einem weiteren Schutzengel, der jedoch - im Gegensatz zu Seraphin - noch das hundertprozentige Privileg des Engel-Seins besitzt. 

Sonntag, 10. März 2013

Quiz: Mein Roman "Fairlight" zu gewinnen!

Ein Schmankerl für alle Fans von mysteriösen, düsteren Familiengeschichten: Ich verlose ein signiertes Exemplar meines Romans "Fairlight", der von vier ungleichen Brüdern und ihrem despotischen Vater handelt. Die Gewinner werden am 17. März ausgelost und über E-Mail benachrichtigt.




Inhalt: 

 Mittelengland, Herbst 1916

Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust. Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen und die Bewohner des Anwesens genauer zu beobachten…

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beanwortet  bis zum 17. März folgende Frage:

Wie lautet der Titel des ersten veröffentlichten Romans von Christine Wirth?

  1. Fairlight
  2. Das Bildnis des Grafen
  3. Furchtlos zum Himmel
  4. Vom Ernst des Lebens

(Pst... Hinweise gibt's auf meiner Homepage)

Die Antwort schickt bitte unter dem Betreff "Quiz" mit eurer Postanschrift per E-Mail an: chris009@gmx.net.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Einsendeschluss ist der 17. März um 20.00 Uhr.

Weitere Regeln:


- Eure Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben und nur zum Zweck des Gewinnspiels benötigt. Nach der Verlosung werden sie gelöscht. 

- Ich versende deutschlandweit. Ins Ausland verschicke ich nur, wenn das anfallende Porto erstattet wird.

- Falls das Päckchen auf dem Postweg verloren geht, übernehme ich keine Haftung.
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Freitag, 8. März 2013

Inspiriert von George Mallory und Sandy Irvine: "Furchtlos zum Himmel"



Dieser Roman war mein erster "ernsthafter" Versuch, zu schreiben (und ich hoffe, man kann es mehr als nur einen "Versuch" bezeichnen). Die Idee dazu basiert auf den Erlebnissen der Bergsteiger George Mallory und Sandy Irvine, von denen ich bereits berichtet habe.

Damals - etwa 1999 / 2000 - hat mich das Schicksal der beiden am Mount Everest verschollenen Pioniere derart fasziniert, dass ich alles Mögliche über die beiden buchstäblich verschlungen und absorbiert habe - selbst die Reiseroute von 1922 von England mit dem Schiff nach Bombay / Indien und von dort aus über Tibet zum Everest. Und dabei habe ich es mit Reisebeschreibungen gar nicht so. Doch der charismatische George Mallory und sein junger Kamerad Andrew "Sandy" Irvine hatten mich völlig in ihren Bann gezogen. Alles, was mit ihnen zu tun hatte, weckte meine Neugier und bald darauf den Wunsch, ihre Geschichte in ureigener Form niederzuschreiben.

 In erster Linie schreibe ich stets für mich selbst, daher gab es nicht den Druck von außen, der auch gar nicht nötig gewesen wäre: wie aufregend und schön war es, in vergangene Zeiten einzutauchen, in denen Berührungen und offene Zuneigung zwischen erwachsenen Männern noch normal waren und die dennoch ritterlich von romantischer Liebe zu einer einzigen Frau geschwärmt haben. Mein Protagonist Gareth Preston ist so einer - ein Idealist und Romantiker, und trotzdem fortschrittlich in vielen Dingen und ein Mann seiner Zeit. In einer Zeit, in der jemand, der etwas auf sich hielt, den musischen Künsten zugetan war und Freundschaft bis in den Tod pries (der Erste Weltkrieg steckte den Briten noch in den Knochen), und seine schöngeistigen Ideale verklärte.

"Furchtlos zum Himmel" ist im Jahr 1923 angesiedelt und beginnt mit der Überfahrt von Liverpool nach Bombay. An Bord lernt der Leser die verschiedenen Charaktere kennen (alles Männer!). Gareth Preston - zweiter Leiter der zukünftigen Expedition - schließt besonders herzlich Bekanntschaft mit dem Neuling Timothy Milford, dem alle anderen Mitglieder aufgrund seiner Unerfahrenheit im Hochgebirge eher Misstrauen entgegenbringen. Doch Gareth lässt sich nicht beirren, zumal er nicht nur als Mentor glänzen kann: Bald werden die beiden Freunde und gegen alle Unterschiede und Widrigkeiten ein gutes Gespann, denn Timothy Milford erweist sich trotz seiner Jugend als treuer und zuverlässiger Begleiter, der den Älteren nicht in Frage stellt.

Ich habe nicht mit Details gespart, und die Sprache des Ich-Erzählers Gareth Preston ist der Zeit angepasst - vielleicht wirkt sie für heutige Verhältniss ein bisschen schwülstig. Aber ich finde, die Geschichte ist spannend und entführt in eine andere Zeit und eine Welt, die heute ein wenig von ihrer Exotik und an Zauber verloren hat, nachdem jeder einigermaßen gesunde Mensch auf bezahlten Touren den höchsten Berg der Welt erklimmen kann.

Ob es meinen fiktiven Protagonisten gelingt, die Spitze zu stürmen, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten... (O;

Das Buch umfasst 582 Seiten, ist somit mein umfangreichstes und ebenso wie meine anderen Werke auf Amazon erhältlich.

Mittwoch, 6. März 2013

Was haben andere Menschen davon, dass es dich gibt?

Hm... das war die Frage des Tages, gelesen in einer E-Mail an mich. Es ging dabei um ein Seminar, das "Wertevolles Leben" vermittelt und das sich auf Werte besinnt, die in der Geiz ist geil-Mentalität und der steigenden Zahl von Burnout- und Mobbingopfern so gut wie in Vergessenheit geraten sind.

 

Prettysleepy / Pixabay

 

 Gemeint ist mit der Frage nicht, ob man seinen Schatz glücklich machen kann, indem man ihn so wenig wie möglich ärgert oder sich so perfekt ins persönliche Umfeld eingliedert, dass man quasi leuchtet, wenn man einen Raum betritt (wobei das eine bewunderswerte Eigenschaft ist, an der ich noch feilen muss). Es geht um mehr. Um einen Unterschied. Um meine Berufung, in der ich auflebe und Erfüllung finde und dabei andere unterstütze und fördere. Und schon kam ich mir überfordert vor. Wie kann ich andere fördern in ihren Begabungen, wenn ich mit meiner eigenen Unzulänglichkeit zu kämpfen habe? Wenn ich manchmal glaube, dass ich gar keine Berufung habe?

Gut, ich war lange überzeugt, dass Schreiben das ist, was ich am liebsten mache und das ich auch ganz gut kann. Aber in den letzten Jahren hat meine Überzeugung einen empfindlichen Dämpfer verpasst bekommen - zu oft vergleicht man sich mit anderen und fühlt sich dann mies. Dass das nicht der richtige Weg ist, weiß ich. Ich glaube aber, dass ich mir nicht vorwerfen kann, nicht alles probiert zu haben. Faul war ich in der Beziehung nie, habe unermüdlich Verlage angeschrieben, Buchhandlungen kontaktiert und mich bei Selbstkostenverlagen persönlich vorgestellt, ehe mir klar wurde, dass die Aussicht auf eine eventuelle Verfilmung meiner Romane nie seriös sein kann. Zum Glück habe ich dort nie einen Vertrag unterschrieben - selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich den oftmals horrend hohen Selbstkostenzuschuss nie aufbringen können.

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich immer mehr zu der Annahme neige, dass ich mich zu sehr auf eine Sache konzentriert habe. Vielleicht ist es meine "Berufung", mehrgleisig zu fahren. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass mich Schreiben zwar über Jahre ausgefüllt und glücklich gemacht hat, ich mein Pulver aber offenbar verschossen habe und mich zu schnell von Selbstzweifeln übermannen lasse.

Keine Frage, das Gefühl ist wundervoll und oft von Endorphinausschüttungen begleitet, wenn ich Lesern mit meinen Geschichten Freude bereite. Was aber, wenn nichts mehr nachkommt? Muss ich mich unter Druck setzen, weil ich dachte, Schreiben ist für mich das A und O, und mir momentan keine wirklichen Alternativen einfallen wollen? Ich hoffe nicht.

Als professioneller Autor können die wenigsten leben. Der Buchmarkt ist hart umkämpft, und entweder bringt man Massenware, die bereits dutzendmal kopiert wurde (unbefriedigend), oder man entdeckt eine Nische, in der man ewig auf weitere Entdecker wartet (auch nicht so doll). Man braucht ein dickes Fell, um sich zu behaupten, Werbeexperten und -kampagnen und nach Möglichkeit noch einen Agenten wie in Hollywood. Und dann sitzt man den ganzen Tag am Schreibtisch in stickiger Luft und verrenkt sich das Hirn auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Geschichte, auf die die potentielle Leserschaft nur gewartet hat. Für mich ist jetzt allein die Vorstellung ein Alptraum.

Komisch, wie man seine Meinung ändern kann. Früher hätte ich ein Leben am Schreibtisch mit meinen Phantastereien als Himmel auf Erden bezeichnet, und der Ausdruck "Hirn verrenken" wäre mir im Zusammenhang mit kreativem Schreiben nie eingefallen. Wahrscheinlich hätte ich noch die Arroganz besessen, zu lachen, wenn man mir nahegelegt hätte, eine andere Berufung zu wählen.

Ein bisschen traurig macht mich die Frage schon. So sehr ich darüber gegrübelt habe: ich kann nicht mit einem hervorstechenden Talent dienen, das für andere von Nutzen wäre... nicht einmal mehr mit dem Geschichtenerzählen. Jedenfalls nicht auf Knopfdruck, und vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis mich wieder die Muse küsst, die treulose.

Das Seminar werde ich mir trotzdem mal anhören. Schaden kann's nicht. Vielleicht finde ich ja eine in mir verborgen schlummernde Begabung.




Sonntag, 3. März 2013

Buchmesse Neckarsteinach und ein Resümee zur Leserunde "Das Bildnis des Grafen"


 

Gerade komme ich von der Buchmesse in Neckarsteinach bei Heidelberg. Ich wurde von einem guten Freund darauf aufmerksam gemacht, denn obwohl sie in meiner Nähe stattfindet, hätte ich ansonsten gar nichts davon gehört. Er meinte, ich solle mich dort an den Ständen vorstellen und Kontakte knüpfen. Das war nett gemeint, und ich habe mir das Ganze auch angeschaut, bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Buchmesse nicht dafür geeignet ist, meine Romane bekannter zu machen oder einen Verlag zu finden, der sie in die Buchläden bringt. Es werden dort Lokalautoren bei Lokalverlagen präsentiert, nach Möglichkeit mit einer lokalen Geschichte oder in Mundart / Dialekt geschriebenen Gedichten.

Auch über meinen Grafen habe ich schon oft die Frage gehört: "Ach. Interessant. Lokale Geschichte von einem Edelmann hier aus der Gegend?" und fühle mich dann fast fies, wenn ich verneinen muss. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Leute an Lokalgeschichten reizt. Klar, man erkennt seine eigene Umgebung unter Umständen wieder, erfährt Geschichtliches oder (fiktiv) Kriminelles und das kann auch sehr spannend sein - für mich ist es nichts. Darum konnte ich mich auch nicht überwinden, an einem Stand, der "Die Pälzer Biwel" anbot, meine Visitenkarte zu hinterlassen...

Die Leserunde zu "Das Bildnis des Grafen" ist nun fast vorbei - meine fleißigste Posterin hat den Roman heute beendet. Schade eigentlich. Ich habe sie gern begleitet, die kleine, aber feine Runde, und die Gedanken meiner Leser zu verfolgen und gelegentlich zu kommentieren, war eine tolle Erfahrung, vor der ich umsonst soviel Fracksausen hatte am Anfang. Dass ein paar Fragen offen blieben, finde ich ganz gut, denn so kann jeder die psychologische Schauergeschichte auf seine Art auslegen.

Es hat ihr gefallen, und ich glaube, ich habe einen neuen Fan gewonnen.  (O: Und 1899 Hoffenheim hat schon wieder gegen Bayern München verloren...

Bildquelle: litoff.blogspot.com

Donnerstag, 28. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (VI)



Obwohl es mir fernliegt, einzelne Teilnehmer über den grünen Klee zu loben, so muss ich doch sagen, dass mich die Akribie und die Aufmerksamkeit einiger Leser, mit der sie die Geschichte auf sich wirken lassen, sehr beeindruckt. Sie machen sich Notizen zu verschiedenen Stellen, um sie später zur Sprache zu bringen und sie entweder von mir beantworten zu lassen oder von selbst auf des Rätsels Lösung zu kommen.

Eine Teilnehmerin findet besonders Carrick Escaray sympathisch und lässt sich von den Begründungen Renoirs - der mittlerweile neben seiner Tätigkeit als Psychologe zum "Hobbydetektiv" avanciert ist - nicht davon abbringen, zu glauben, dass der Graf nichts mit den Geschehnissen zu tun haben kann, die Valentine in seinen Zustand versetzt haben, der, wie wir jetzt wissen, nicht nur auf ein Kriegstrauma zurückzuführen ist. Ich mag das. Diese Überzeugung, dass Carrick trotz der erdrückenden Beweise gegen ihn nicht der Schuldige ist. Denn wenn wir ehrlich sind, spricht doch vieles, wenn nicht gar alles, gegen ihn. Die Visionen Valentines, in denen der verschollene Graf ihm erscheint, wären vor Gericht schließlich kein schlagendes Argument.

Mit Kapitel 12 geht es nun allmählich wirklich dem Ende zu, und auch hier finde ich es verblüffend, dass das Tempo der Leserunde nicht schneller bzw. nicht vergessen wird, zu den einzelnen Kapiteln eine Meinung zu posten und den zuletzt gelesenen Abschnitt zu analysieren. Ich kenne ganz andere Verhaltensweisen, wobei ich die nicht weniger schätze ("Dein Buch war so spannend, ich musste es in einem Rutsch durchlesen."). Aber dass man sich derart intensiv mit einer Geschichte beschäftigt und immer wieder neue Fragen dazu auftauchen, ist eben der Vorteil einer Online-Leserunde. Die sind auf dem Büchertreff übrigens auch ohne die Teilnahme des entsprechenden Autors unterhaltsam und aufschlussreich. Andere Blickwinkel erweitern ja bekanntlich den Horizont - man muss sich nur darauf einlassen.

Ich freue mich sehr über die Aufmerksamkeit, die meiner Geschichte damit zuteil wird. Vielleicht spicken auch mal andere Bücherwürmer in die Runde und werden durch die Diskussion neugierig auf den "Grafen". Ich würde es jedenfalls werden...

 

 

Dienstag, 26. Februar 2013

Altmodisch

Ich bin altmodisch. Ziemlich sogar. Fast schon beängstigend für mein Alter. Nicht nur in technischen Angelegenheiten, sondern wortwörtlich. In meinem Kleiderschrank (Erbstück von meinem Opa, alt. Aus Holz. Knarrend.) befinden sich Hemden und Hosen, die ich vor zehn Jahren getragen habe und die ich gelegentlich immer noch anziehe, nicht nur, weil ich tatsächlich noch gut reinpasse. Ich stehe immer noch auf Schlaghosen und finde, dass ich in Skinny Jeans bescheuert aussehe und im Allgemeinen zu kurze Beine habe für die heiße Röhre oder das schicke Blazerkostüm. Shoppingsucht? Handtaschentick? Erweiterter Schuhschrank? Fehlanzeige. So etwas habe ich nicht.

Stattdessen gehe ich gern in Museen und überlege, was die ausgestellten Gegenstände zu erzählen hätten, wenn sie reden könnten. Durch wie viele und welche Hände sie wohl gegangen sein mögen. Ein zerrupfter, einäugiger Teddybär kann mich zu Tränen rühren.




Mit neuen Filmen und Musikrichtungen kann ich generell wenig anfangen. Die diesjährige weibliche Oscargewinnerin kenne ich nicht (habe mich aber für Daniel Day-Lewis gefreut, als er sein drittes goldenes Männchen pflücken durfte), und über den Gangnam-Style bin ich als eine der Ewiggestrigen zufällig beim Zappen gestolpert. Fand ich richtig überbewertet, auch wenn's lustig anzuschauen war. Aber warum der Hype um das Gezappel (ok, ich weiß: Gangnam ist schon wieder out.)? Das habe ich von Michael Jackson professioneller in Erinnerung.

Schauspieler der alten Schule wie Errol Flynn, Peter Cushing und Basil Rathbone können sich meiner zeitlich unbegrenzten Wertschätzung erfreuen, während die gerade angesagten entweder gar nicht mein Geschmack treffen oder phasenweise ganz interessant sind, um irgendwann in meine nostalgische Gedankenkiste gestopft zu werden ("Ach ja, das war die Mel Gibson-Phase... komisch, was ich an dem mal fand?!").
 
Ich muss trotz begeisterter Kritiken keine aktuellen Bestseller lesen, weil ich weiß, dass ich lieber Bücher mag, die leise sind und wo die Seiten nicht vor sämtlichen Körperflüssigkeiten triefen (obwohl ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, "Shades of Grey" zu meiner Bettlektüre zu machen - und wenn es nur wäre, dass ich was zu kichern habe vorm Einschlafen). Wer mag, kann das gerne tun.

Denn natürlich hat jede(r) das Recht, zu tun und lassen, was er / sie will. Vielleicht haben es "moderne" Leute in manchen Bereichen einfacher - Leute, die entweder dem Zeitgeist voraus sind und den Trend erschnuppern (der Idealfall!) oder die mit dem Strom schwimmen. Ich maße mir nicht an, das zu beurteilen. Manchmal wäre ich auch gern eine *typische* Frau, die George Clooney bei seiner heutigen Wohltätigkeits-Stippvisite in Baden-Baden zujubelt, Dessous trägt (nicht mehr lange, wenn Herr Clooney in der Nähe weilt), bei IKEA "nur" Teelichter kauft und mit ihren Freundinnen stundenlang telefoniert oder chattet, Dean und Sam aus "Supernatural" anhimmelt und ihrem *Göga* damit auf die Nerven fällt. Aber das kann ich nicht. Ich bin halt altmodisch. Und eigentlich stehe ich dazu.

Bildquelle: Pezibear / Pixabay


Sonntag, 24. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (V)


Über die Hälfte haben wir jetzt geschafft, und ich bin fast ein bisschen traurig, dass sich unsere Runde damit dem Ende entgegen neigt. Es ist toll und ein gutes Gefühl, zu sehen, wie besonders zwei der noch aktiven Teilnehmer sich mit der Geschichte und den Figuren beschäftigen und ihre Schlüsse ziehen, miteinander diskutieren und rätseln, was es mit den Familien Whitehurst und Escaray auf sich hat. Ich habe mich in den letzten Tagen virtuell ein wenig rar gemacht - es scheint mir, dass mich jemand im Internet stalkt, auch wenn das vielleicht nur paranoide Vermutungen sind. Ganz raushalten kann ich mich natürlich nicht, dazu bin ich viel zu neugierig... Interessant finde ich, wie sich der Leser doch schon recht bald ein Bild der jeweiligen Charaktere macht und diese Meinung, unabhängig von dem Handeln der Figur, weitgehend beibehält. 

 




 So fiel mir auf, dass Valentine bei vielen zwiespältige Gefühle hervorruft, während der Graf Carrick Escaray einen unbeirrbar treuen Fan hat und beim nächsten Leser blasiert wie Dorian Gray und ein wenig *over the top* wirkt. Gaspard ist immer noch ein Sympathieträger, jedoch wird nun auch deutlich, dass er Fehler macht und sich häufig von seinen Gefühlen leiten lässt (worüber ein Psychotherapeut erhaben sein sollte).

Manchmal mische ich mich ein, um das Verhalten der Figuren plausibel darzulegen, aber eigentlich möchte ich es meinen Lesern überlassen, das, was sie lesen, zu interpretieren. Schließlich muss sich eine Geschichte in der Regel von selbst erklären. Man hat ja nicht bei jeder Lektüre den Autor in Reichweite.

Für alle Fälle kann man mir Fragen stellen, die ich entweder in Spoiler setze (danke, Büchertreff, für diese ungemein praktische Funktion!) oder ganz zum Schluss beantworten werde, wenn jeder der Teilnehmer fertig ist mit dem Buch.

Wenn mich nicht alles täuscht, sind wir nun etwa bei Kapitel 10. Ab da wird das Geschehen, das solche verheerenden Auswirkungen auf Valentine hatte, Stück um Stück aufgeklärt, denn es beginnt mit einem immer wiederkehrenden Alptraum des jungen Soldaten, der in den weiteren Kapiteln durch Renoirs gesammelte Informationen aus Dokumenten, Berichten von des Grafen nahestehender Personen und eine Hypnosesitzung seine Auflösung erfährt.

Übrigens: Es gibt Orangenhaine in England in herrschaftlichen Gärten (ob sie blühen und Früchte tragen, ist eine andere Frage - aber auch in Großbritannien scheint zuweilen die Sonne), und Autos gehörten um die Zeit der Jahrhundertwende des letzten Jahrtausends schon zum Alltag, besonders in industrieorientierten Gebieten und Großstädten. Telefon in begüterten Haushalten sowieso (es wurde bereits 1876 von Graham Alexander Bell erfunden).


Samstag, 16. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (IV)...


... und eine kurze, klugsch***erische Abhandlung zum Verhalten eines meiner Protagonisten.



Inzwischen sind wir so ungefähr beim fünften Kapitel angelangt (die Kapitel sind recht lang - heute würde ich sie in kürzere Abschnitte unterteilen). Leider sind ein paar der Teilnehmer aufgrund Zeitmangels aus der Runde ausgestiegen... das fand ich sehr schade, schmälert aber nicht die Lust und den Eifer, dabei zu sein. Allerdings muss ich mich häufig bremsen, nachdem ich freundlich ermahnt wurde, nicht zuviel zu erklären, weil man auf die Lösung gern selbst kommen möchte. Absolut verständlich!

Es bleibt spannend, wird aber kompliziert. Neben dem auf mysteriöse Weise verschollenen Titelhelden gibt besonders Valentine Whitehurst meinen lieben Mitlesern Rätsel auf. Vielen erscheint sein Verhalten merkwürdig, oft kindisch, dann wieder sehr erwachsen, ergo unberechenbar. Wenn man die Geschichte zum ersten Mal liest, bekommt man diesen Eindruck ziemlich schnell: Valentine ist sprunghaft, und er wirkt nicht einmal rührend oder sympathisch in seiner Kindlichkeit und den absurden Gedanken, die bis hin zu Wahnvorstellungen reichen. Der junge Mann ist schließlich um die achtzehn Jahre alt - zur damaligen Zeit nicht volljährig, aber streng genommen schon erwachsen.

Vergessen werden sollte jedoch nicht, dass Valentine niemals zuvor von Zuhause weg war, bevor er ins Ausland auf eine höhere Schule geschickt wurde, und dass ihn die Ereignisse im Krieg und auch die Geschehnisse kurz zuvor (die noch im Dunkeln liegen) schwer traumatisiert haben. Er leidet wie viele heimkehrende Soldaten unter einer posttraumatischen Belastungsstörung - eine heute anerkannte Krankheit, deren Erforschung Anfang des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen steckte und bei eben jenen jungen traumatisierten Heimkehrern vom Ersten Weltkrieg als "Bombshell disease" diagnostiziert wurde.

Valentine zeigt typische Symptome dafür: Katatonie, übersteigertes Empfinden, Panikattacken und epileptische Anfälle, sogar Suizidgedanken, die ihm laut eigenen Angaben eine Stimme einflüstert. Wikipedia weiß sogar noch mehr und zählt weitere Verhaltensmuster von Menschen in Valentines Situation auf.


Darüber hinaus möchte ich betonen, dass "Das Bildnis des Grafen" keine reine Kriminalgeschichte ist, sondern mit übersinnlichen Elementen spielt. Ob Valentines ambivalente Beziehung zu dem Grafen Carrick Escaray verstandesmäßig geklärt werden kann, bleibt abzuwarten (und ich hoffe, meine Leser sind weiterhin begierig darauf zu erfahren, wie es weitergeht).


Freitag, 15. Februar 2013

Wie schreibe ich einen Roman?

Naja, entweder ganz altmodisch mit Stift und Papier oder am PC, sagen die Pragmatiker und Prosaiker. Aber ein bisschen mehr gehört schon dazu. Am wichtigsten ist die Idee (möglichst eine, die nicht jeder hat), Phantasie  und die Begeisterung, die ein Autor für sein unter seinen Händen entstehendes Werk empfinden sollte.

Gehe ich von mir selbst aus, so bin ich momentan recht froh, an nichts "ernsthaft" zu arbeiten, denn meine Begeisterung schlägt nicht selten in so etwas wie Besessenheit um (ich mag das Wort nicht und schon gar nicht die Bedeutung dahinter, finde aber kein passenderes), und ich beschäftige mich rund um die Uhr mit meinen Charakteren und der Geschichte, die nicht nur Emotionen wecken soll, sondern auch einigermaßen logisch und nachvollziehbar aufgebaut sein möchte.

Insofern ist Schreiben außer Kunst manchmal ebenso eine richtige Herausforderung, um nicht zu sagen Schwerstarbeit (Spaß macht es trotzdem, sonst wäre es ja sinnlos, überhaupt anzufangen).



Bru-nO /Pixabay



Daher sind ein paar Tipps bestimmt hilfreich. Ein *Klick* führt zu meinem Artikel, in dem ich berichte, was man außer Schreibutensilen noch so braucht. Und das ist nicht unbedingt ein Doktortitel.



Sonntag, 10. Februar 2013

George Mallory und Andrew "Sandy" Irvine

Männergeschichten, Abenteuer, Drama und Freundschaft üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus. Den Grundstein dafür hat vermutlich neben Karl May der Bergsteiger George Herbert Leigh Mallory gelegt (1886 -1924, rechts im Bild - links Sandy Irvine), der in seiner Heimat Großbritannien so etwas wie eine Legende ist und zu Lebzeiten womöglich noch berühmter war. Nicht zuletzt war sein Schicksal und die vorangegangene, mehrmonatige Reise nach Tibet eine Quelle der Inspiration, die mich zum Schreiben eines Romans bewogen hat. 

 


 1924 brach George Mallory zu einer Expedition zum Mount Everest auf, von der er nie mehr zurückkehrte, als er sich gemeinsam mit dem zweiundzwanzigjährigen Andrew Irvine am Morgen des 8. Juni aufmachte, den Gipfel zu erklimmen. Fast genau fünfundsiebzig Jahre nach seinem rätselhaften Verschwinden fand eine deutsche Expedition den gut erhaltenen Leichnam Mallorys knapp unterhalb des "Second Step". Sein Gefährte Irvine bleibt verschollen.

Viele Alpinisten und Experten vermuten, dass George Mallory vor Sir Edmund Hillary den Everest bezwungen hat - im Gegensatz zu diesem von der Nordflanke aus, die unter Experten als die unwegsamere Route gilt. Beweise hierfür wird es wohl nie geben und die Spekulationen nie abreißen, aber es spricht doch einiges für eine erfolgreiche Erstbesteigung.

Heute Abend um 19.30 Uhr läuft im ZDF eine Dokumentation über die beiden tapferen Pioniere. Bin richtig gespannt darauf. 

 



Mein Bericht auf Pagewizz über George und Sandy wurde mit der "Editor's Choice" geadelt, auf die ich sehr stolz bin.



Freitag, 8. Februar 2013

Ein Plädoyer für Wassermänner


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Keine Angst, ich werde nicht esoterisch. Mit Astrologie habe ich nichts mehr am Hut, seit ich mich als Teenager damit ein bisschen beschäftigt und festgestellt habe, dass die den Tierkreiszeichen zugeordneten Eigenschaften auf wenige bis gar keine Bekannten zutreffen, und wenn doch, war / ist das vermutlich Zufall. Was ich bin, werde ich hier nicht verraten (man könnte Schlüsse ziehen…), aber jedenfalls kein Wassermann. Das ist in folgender Hinsicht bedauerlich:

Ich liiiiebe den Wassermann als Fabelwesen, und besonders den kleinen naseweisen von Otfried Preußler. Da kann das langweilige Einhorn einpacken.

In der Grundschulbibliothek im Keller habe ich mir - kaum des Lesens mächtig - dieses Buch immer und immer wieder ausgeliehen, um in die Unterwasserwelt des kleinen Wassermanns zu tauchen, seine irgendwie heute unspektakulären Abenteuer zu erleben und vor allem: die unbeschreiblich eigenwilligen und liebevollen Zeichnungen zu bewundern. Den heimelig-muffeligen Geruch des kartonierten Einbands habe ich immer noch im Gedächtnis und manchmal sogar in der Nase.

In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir das Buch als Erwachsene gekauft (ich habe es früher nie besessen - irgendwie war der Kick größer, in die Bücherei zu gehen und nachzusehen, ob der Wassermann gerade verfügbar für mich war), aber heute hat es eine prosaische EAN-Nummer hinten und einen wasserabweisenden Schutzeinband.

Es wird dennoch immer einen Ehrenplatz einnehmen, denn wie gesagt, ich bin verrückt nach Wassermännern (wobei mir auffällt, dass ich ganz viele kenne - astrologisch betrachtet)  und wäre ab und zu gern selbst einer. Oder eine Wasserfrau.



Dienstag, 5. Februar 2013

Eindrücke Leserunde "Das Bildnis des Grafen" (II)



Aaah! Ich bin so glücklich und geschmeichelt und asdfghjkl (*keineWortehabevorBegeisterung*)!!!

Nach dem zweiten Kapitel des Grafen vergleicht man meinen Roman mit den Meistern Oscar Wilde und Edgar Allan Poe!!! Ich bin zwar kein ausgesprochener Kenner von beiden (tatsächlich habe ich keine einzige Gruselstory von Letzterem gelesen - sollte ich dringend nachholen), aber es freut mich ungemein, dass meine altmodische Schreibe (die ich übrigens nicht im Alltag oder meinen moderneren Geschichten verwende) nun nach einigen Startschwierigkeiten so gut ankommt. 




Auch Meinungen darüber, dass die Charaktere einzigartig, somit keine Kopien von anderen Autoren seien und trotzdem nachvollziehbar und verständlich, haben mich schier an die Decke schweben lassen vor Glück. Als Everybody's Darling kristallisiert sich der Psychologe Gaspard heraus, während Valentine scheinbar keinen leichten Stand unter meinen Lesern hat. Macht aber nichts; ich hatte ihn nicht als Sympathieträger angelegt, und bisweilen kann er sogar recht durchtrieben sein.

Nach all den Enttäuschungen bezüglich meiner Romane habe ich irgendwie ein bisschen mehr positives Feedback aber auch verdient. Stelle ich mal in aller mir angeborenen Bescheidenheit  fest. Kritik, wenn sie denn berechtigt ist, kann mich jetzt nicht mehr schrecken.

Manchmal denke ich, meine Leser trauen sich vielleicht gar nicht recht, mir den Marsch zu blasen. (O; Also, wenn einer von euch wunderbaren Bücherwürmern das hier liest: ich bin offen für alles.


Montag, 4. Februar 2013

Na sowas! Gary Oldman war mal jung!

Wenn der Name Gary Oldman fällt, denkt man zuerst an einen verzottelten, tätowierten Sirius Black aus den erfolgreichen Harry Potter-Filmen oder an einen mittelalterlichen Schauspieler, der Blockbuster wie Batman oder den Spionagethriller "Tinker Tailor Soldier Spy" um seine differenzierte Charakterstudie bereichert.

Weniger bekannt sind seine Rollen in Independentfilmen, so wie die des Rosenkranz in Tom Stoppards "Rosencrantz & Guildenstern are dead", in dem er gemeinsam mit Tim Roth eine höchst eigene Interpretation des Hamlets-Intimus zum Besten gibt, die von Kritikern mit dem Wortwitz von Monty Python oder dem legendären Komikerduo Laurel & Hardy verglichen wird.

 


 Dieser Film gehört zu meinen absoluten Favoriten. Nicht nur aufgrund der Wortspiele und der fast kammerspielartigen Atmosphäre auf Schloss Helsinör, sondern vor allem wegen der Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, die sich auch privat seit Beginn ihrer Schauspielkarrieren kennen und schätzen. Man merkt, dass sie gute Freunde sind und beim Drehen im Karstgebirge von Jugoslawien (bekannt aus den "Winnetou"-Filmen) viel Spaß hatten.

Fragt man Mr. Oldman nach seinen persönlichen Lieblingsfilmen, so wird "Rosencrantz & Guildenstern are dead" garantiert in der Liste auftauchen.





Samstag, 2. Februar 2013

Leserunde "Das Bildnis des Grafen" ~ Erste Eindrücke





Puh. Es scheint, dass ich mir umsonst einen Kopf so groß wie ein Heißluftballon gemacht habe, was meine "Feuerprobe" betrifft: die supersüßen Leute, die mitlesen, sind bis jetzt begeistert und vor allem gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht und können es kaum abwarten, weiterzulesen. Ich finde, das ist das größte Kompliment, das einem Autor gemacht werden kann. Nichts Schlimmeres als langweiliges Gelaber, das am Ende zu nichts führt (sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form).

Ich lese pflichtbewusst mit und kann es manchmal gar nicht glauben, dass ich das geschrieben habe und wieviel Spaß ich damit hatte. Schon komisch, irgendwie.

Wenn man mich fragt, woher ich die Idee für "Das Bildnis des Grafen" hatte, kann ich das gar nicht wirklich beantworten. Es war einfach in mir und wollte raus, und vieles kam mir auch erst im Prozess des Schreibens. Allerdings war der "Graf" recht störrisch und nicht - wie normalerweise - an einem Stück geschrieben. Zwei Jahre habe ich gebraucht, bis das Manuskript fertig war, die sechsmonatige Pause mit eingerechnet, in der mich auf halber Strecke der Mut verließ.

Schade, dass ich immer noch einige unfertige Sachen herumliegen habe, die es evtl. wert wären, daran weiterzuarbeiten. Doch mittlerweile ist - wie man so sagt - zuviel Wasser den Bach runtergeflossen, um alte Dinge wieder vorzukramen.

Jedenfalls macht mir die Leserunde sehr viel Freude, denn es ist ein gutes Gefühl, wenn andere auch Spaß haben an den Geschichten, in die man wirklich viel Herzblut fließen hat lassen und Energie gesteckt hat. Und besonders gut gefällt mir, dass ich ein bisschen den "Besserwisser" spielen darf (ohne zuviel zu verraten, natürlich) und auch Fragen zur Entstehungsgeschichte und das Drumherum auftauchen.