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Donnerstag, 15. August 2013

Danke!

Ich fühle mich heute einfach danach: Ich möchte Danke! sagen, und zwar zu all den Fans meiner Romane, die selbige und mich durch den Büchertreff kennen gelernt haben. Da wäre Dani, die mir so freundlich und tatkräftig ihre Hilfe angeboten hat, als ich auf dem BT noch ein Frischling war.

Meine herzlichsten Grüße und Küsse gehen ebenfalls an

Mareike die Strandläuferin, Pandämonium, Mara, Diana / Vicidog und Floxine, der Gewinnerin meines letzten Quiz. Und natürlich an alle Teilnehmerinnen unserer Leserunde im Februar, an die ich immer noch gern denke. Ihr habt super mitgemacht!




Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es für mich bedeutet, dass ihr nicht nur einen meiner Romane gelesen habt bzw. lesen wollt. Ich weiß, meine Geschichten sind weder Mainstream noch leicht verdauliche Kost, geschweige denn, dass sie sich in ein festgelegtes Genre kategorisieren lassen, daher weiß ich euer Interesse, eure Begeisterung und wunderschönen Rezensionen meiner Bücher doppelt zu schätzen.

Die Mehrheit von euch wünscht sich ja eine Fortsetzung von "Vom Ernst des Lebens" (ist das wirklich ein fieser Cliffhanger am Ende?), und ich würde euch das gerne erfüllen. Leider fühle ich mich derzeit nicht in der Lage dazu - in meinem beruflichen Leben und in RL im Allgemeinen geht es momentan drunter und drüber, und irgendwie sind mir Miles und Rupert schon ziemlich entglitten - wahrscheinlich übern großen Teich. Ich möchte es aber im Auge behalten - schließlich soll man nie Nie sagen. Schon gar nicht, wenn man damit anderen eine kleine Freude machen kann.

Ich hoffe, es ist okay, dass ich euch auf meinem Blog ein Denkmal setze. Falls jemand Einwände hat, bitte vortreten. (O:

Bildquelle: pixel2013 / Pixabay



Mittwoch, 6. März 2013

Was haben andere Menschen davon, dass es dich gibt?

Hm... das war die Frage des Tages, gelesen in einer E-Mail an mich. Es ging dabei um ein Seminar, das "Wertevolles Leben" vermittelt und das sich auf Werte besinnt, die in der Geiz ist geil-Mentalität und der steigenden Zahl von Burnout- und Mobbingopfern so gut wie in Vergessenheit geraten sind.

 

Prettysleepy / Pixabay

 

 Gemeint ist mit der Frage nicht, ob man seinen Schatz glücklich machen kann, indem man ihn so wenig wie möglich ärgert oder sich so perfekt ins persönliche Umfeld eingliedert, dass man quasi leuchtet, wenn man einen Raum betritt (wobei das eine bewunderswerte Eigenschaft ist, an der ich noch feilen muss). Es geht um mehr. Um einen Unterschied. Um meine Berufung, in der ich auflebe und Erfüllung finde und dabei andere unterstütze und fördere. Und schon kam ich mir überfordert vor. Wie kann ich andere fördern in ihren Begabungen, wenn ich mit meiner eigenen Unzulänglichkeit zu kämpfen habe? Wenn ich manchmal glaube, dass ich gar keine Berufung habe?

Gut, ich war lange überzeugt, dass Schreiben das ist, was ich am liebsten mache und das ich auch ganz gut kann. Aber in den letzten Jahren hat meine Überzeugung einen empfindlichen Dämpfer verpasst bekommen - zu oft vergleicht man sich mit anderen und fühlt sich dann mies. Dass das nicht der richtige Weg ist, weiß ich. Ich glaube aber, dass ich mir nicht vorwerfen kann, nicht alles probiert zu haben. Faul war ich in der Beziehung nie, habe unermüdlich Verlage angeschrieben, Buchhandlungen kontaktiert und mich bei Selbstkostenverlagen persönlich vorgestellt, ehe mir klar wurde, dass die Aussicht auf eine eventuelle Verfilmung meiner Romane nie seriös sein kann. Zum Glück habe ich dort nie einen Vertrag unterschrieben - selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich den oftmals horrend hohen Selbstkostenzuschuss nie aufbringen können.

Nun bin ich an einem Punkt, an dem ich immer mehr zu der Annahme neige, dass ich mich zu sehr auf eine Sache konzentriert habe. Vielleicht ist es meine "Berufung", mehrgleisig zu fahren. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass mich Schreiben zwar über Jahre ausgefüllt und glücklich gemacht hat, ich mein Pulver aber offenbar verschossen habe und mich zu schnell von Selbstzweifeln übermannen lasse.

Keine Frage, das Gefühl ist wundervoll und oft von Endorphinausschüttungen begleitet, wenn ich Lesern mit meinen Geschichten Freude bereite. Was aber, wenn nichts mehr nachkommt? Muss ich mich unter Druck setzen, weil ich dachte, Schreiben ist für mich das A und O, und mir momentan keine wirklichen Alternativen einfallen wollen? Ich hoffe nicht.

Als professioneller Autor können die wenigsten leben. Der Buchmarkt ist hart umkämpft, und entweder bringt man Massenware, die bereits dutzendmal kopiert wurde (unbefriedigend), oder man entdeckt eine Nische, in der man ewig auf weitere Entdecker wartet (auch nicht so doll). Man braucht ein dickes Fell, um sich zu behaupten, Werbeexperten und -kampagnen und nach Möglichkeit noch einen Agenten wie in Hollywood. Und dann sitzt man den ganzen Tag am Schreibtisch in stickiger Luft und verrenkt sich das Hirn auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Geschichte, auf die die potentielle Leserschaft nur gewartet hat. Für mich ist jetzt allein die Vorstellung ein Alptraum.

Komisch, wie man seine Meinung ändern kann. Früher hätte ich ein Leben am Schreibtisch mit meinen Phantastereien als Himmel auf Erden bezeichnet, und der Ausdruck "Hirn verrenken" wäre mir im Zusammenhang mit kreativem Schreiben nie eingefallen. Wahrscheinlich hätte ich noch die Arroganz besessen, zu lachen, wenn man mir nahegelegt hätte, eine andere Berufung zu wählen.

Ein bisschen traurig macht mich die Frage schon. So sehr ich darüber gegrübelt habe: ich kann nicht mit einem hervorstechenden Talent dienen, das für andere von Nutzen wäre... nicht einmal mehr mit dem Geschichtenerzählen. Jedenfalls nicht auf Knopfdruck, und vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis mich wieder die Muse küsst, die treulose.

Das Seminar werde ich mir trotzdem mal anhören. Schaden kann's nicht. Vielleicht finde ich ja eine in mir verborgen schlummernde Begabung.




Montag, 21. Januar 2013

Mein literarisches Highlight des Jahres 2012

 
Kurzbeschreibung Amazon:
 

Völlig überraschend trifft Elio seine erste große Liebe: Der Harvard-Absolvent Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der italienischen Riviera zu Gast, wo er ein Buch abschließen will. Oliver ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Die Zuneigung ist gegenseitig, doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt. In einem kurzen Sommer zwischen Obsession und Angst, Verlangen und Verzweiflung suchen zwei Menschen nach dem Augenblick der absoluten Erfüllung.

 




Meine Meinung:

Eigentlich bin ich kein Freund von Liebesgeschichten. Trotzdem hat mich dieses Buch auf eine Empfehlung hin neugierig gemacht. "Ruf mich bei deinem Namen" ist das erste Buch, das ich nach einer mehrmonatigen Leseflaute zur Hand genommen habe - und es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Ruhig, unaufgeregt, gefühlvoll und ohne eine Spur von Pathos oder Bewertung einer erblühenden Liebe zwischen zwei jungen Männern, versteht es André Aciman, die Verwirrung und die Begierde des jugendlichen Ich-Erzählers in eine Geschichte zu verwandeln, die noch lange im Leser nachhallt. Besonders schön fand ich neben der poetischen Sprache und den verzweifelt-leidenschaftlichen Beschreibungen, dass keiner der beiden Protagonisten einen Stempel aufgedrückt bekommt, der sie für die Gesellschaft in den 1980er Jahren, in denen die Erzählung angesiedelt ist, brandmarken würde. Es gibt kein "schwul" oder "bi", sondern einzig die Emotionen zweier Menschen, die sich unwiderstehlich zueinander hingezogen fühlen und die darüber doch sehr unsicher sind.

Oliver, der amerikanische Gast, gibt sich dem Professorensohn Elio zunächst spröde gegenüber, doch nach und nach entdeckt Elio Gemeinsamkeiten, von denen er glaubt, auch Oliver müsse sie bemerken. Beide lieben Gedichte, sind Außenseiter, unsicher und schüchtern, wenngleich der gut aussehende Oliver diese Eigenschaften mit Sarkasmus, zahllosen Affären in der Stadt und Lassier-Faire überspielt. In seiner Begierde nach dem sieben Jahre älteren Mann fühlt sich Elio verletzt und zugleich wertlos und "falsch". Er beginnt eine Affäre mit der Nachbarstochter, um Oliver zu vergessen und sich zu beweisen, dass er "nicht gegen die Natur" ist, doch Oliver bekommt er nicht aus dem Kopf. Als es ihm schließlich gelingt, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen und mit ihm zu schlafen, verliert er sich in einem Strudel aus Selbsthass und Zerrissenheit. Für Oliver scheint es nicht mehr als ein Spiel zu sein, doch kurz vor seiner Abreise in die Staaten gesteht er Elio, ihn von Anfang an begehrt zu haben. Sehr lebendig geschildert sind die oft ein wenig kryptischen Gespräche zwischen den beiden und das, was sie miteinander verbindet. Erinnerungen an Kleinigkeiten und Orte, die nur für Liebende eine besondere Bedeutung haben.

Ihre Wege trennen sich, doch ganz aus den Augen verlieren sie sich nie. Oliver heiratet, gründet eine Familie und kehrt irgendwann zu Elios Familie als Feriengast zurück, doch Elio lebt mittlerweile in den Staaten, so dass sich nur ein kurzes Telefongespräch ergibt. Als sie sich später wieder treffen, weigert sich Elio, Olivers Einladung anzunehmen, da die Begegnung mit seiner Frau zu schmerzhaft wäre. Doch es zeigt sich, dass auch Oliver den italienischen Jungen nie so recht vergessen konnte. Gänsehaut hatte ich beim Schluss:

"Ich bin wie du", sagte er. "Ich weiß noch alles."

Ich stutzte sekundenlang. Wenn du noch alles weißt, hätte ich gern gesagt, und wenn du wirklich bist wie ich, dann wirst du dich, wenn du morgen abreist, ehe du die Tür des Taxis zuschlägst, wenn du dich schon von allen anderen verabschiedet hast und es in diesem Leben nichts mehr zu sagen gibt, nur dieses eine Mal mir zuwenden, vielleicht auch nur im Spaß oder als Nachgedanke - ein Gedanke, der mir alles bedeutet hätte, als wir zusammen waren - und wirst mir, wie damals, ins Gesicht sehen, meinen Blick festhalten und mich bei deinem Namen rufen."

Fazit: Ein wirklich lesenswertes, wunderbares Buch, das nachdenklich stimmt und ganz sicher noch mehrmals von mir gelesen wird! Ich bin restlos begeistert von der Melancholie und dem Einfühlungsvermögen, das Aciman in dieses feine, nie vulgär wirkende Werk gesetzt hat.

Bewertung:  

👍👍👍👍👍



Donnerstag, 10. Januar 2013

Aus wessen Sicht schreibe ich einen Roman?

Mein ehemaliges Sorgenkind ~ die Erzählperspektive
 

Zugegeben: über Erzählperspektiven und wen ich als Erzähler einsetze, habe ich mir bis vor kurzem wenig bis gar keine Gedanken gemacht.

 


Bis meine Korrektorin meinte, es sei sinnvoll, nur aus der Sicht jener Personen zu berichten, mit denen man während des Lesens am vertrautesten wird, sprich: den Hauptcharakteren. Hatte man es nicht gerade mit dem etwas aus der Mode gekommenen, auktorialen Erzähler zu tun, müsse man unbedingt darauf achten.

Unter diesem Gesichtspunkt nahm ich mir verschiedene Bücher vor und beschloss, mich einmal peinlich genau der Verwendung der Erzählperspektive zu widmen. Und siehe da: Daniela hatte recht!

*Klick* auf den obigen Link, um meine damals recht neuen Erkenntnisse zu teilen.


Sonntag, 6. Januar 2013

Literarische Vorbilder habe ich nicht - oder doch?


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Würde man mir die Frage nach Vorbildern unter Autoren stellen, käme ich ins Straucheln. Fantasy-Schriftsteller wie J. R. R. Tolkien, C. S. Lewis und Joanne K. Rowling haben Beachtliches geleistet, scheiden für mich als Idole jedoch aus, weil ich an Fantasy ungefähr so brennend interessiert bin wie das Kanickel an einem saftigen Steak.

Beeinflusst hat mich - glaube ich - kein Schriftsteller auf Dauer. Als ich anfing, längere Geschichten zu schreiben, habe ich Philippe Djian gelesen, und wohl auch dessen frechen und frivolen Stil ein wenig imitiert. Der Ich-Erzähler kam mir dabei sehr gelegen. Das schönste Kompliment für mich damals war der Kommentar eines Freundes, der mich fragte, wie um Himmels Willen ein Mädel sich in die Psyche eines Mannes denken kann.

Oh, und vorher gab es meine eigene “Malina”-Version von Ingeborg Bachmann; ziemlich deprimierender Stoff. Von einem Extrem ins andere, sozusagen.

Beide Geschichten sind jedoch Frühwerke bzw. Übungsstücke und werden wohl in meiner Schreibtischschublade bleiben.

Meine detailreiche, erzählerische Ader haben ein wenig später Oscar Wilde und Taylor Caldwell ausgegraben.

Aber wirklich faszinierend und packend fand ich Nacht ohne Gesicht von Rennie Airth. Dieser Kriminalroman gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Protagonisten, Zeitrahmen, Handlung, Stil - hier passt einfach alles. Der Nachfolger war dann, wie so häufig, leider nicht mehr ganz so gut und der Zeitsprung vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg zu groß. Trotzdem warte ich immer noch auf eine Fortsetzung der Reihe mit Inspector Detective John Madden.