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Dienstag, 10. Juni 2014

Erste Gehversuche mit Acrylfarben

Nachdem wir in unserem KUNSTraum und in Workshops mit verschiedenen Materialien von Bleistift über Kohle und Pastell bis hin zu Gouachefarbe experimentiert haben, war für mich heute die Acrylfarbe dran. Anfangs war ich zögerlich und wusste nicht recht, ob ich es tatsächlich wagen soll: Gouachen basieren auf einer älteren, aber etwa gleichen Rezeptur, in der Ei statt künstliches Bindemittel verwendet wird. Sie sind daher von ähnlicher Konsistenz und waren mir nie sonderlich sympathisch. Irgendwie kamen sie mir bei jedem Arbeiten so störrisch vor, als hätten sie ein Eigenleben und würden darauf bestehen, genau das zu tun, was ich nicht wollte.




 Aber schließlich haben sich meine Spontaneität und mein *Mut* doch bezahlt gemacht, und ich glaube, die Gouache und ich hätten ehemals einen besseren Anfang haben können, wenn ich sie richtig behandelt bzw. mehr verdünnt hätte. Mit den Acrylfarben (Weiß, Gelb, Rot und Schwarz) ging das eigentlich relativ automatisch, da ich zunächst die Fläche grundiert habe. Vorher habe ich mit Kohle im Blinde-Kontur-Verfahren auf meine Malpappen skizziert.




Die Motive dazu fand ich im Atelier und zu meinen Füßen - das letzte Bild zeigt ursprünglich meine gegenwärtig getragenen Flipflops, aus denen eine Art angehöhlte Melone wurde, wahrscheinlich, weil ich die gerade so gerne esse.^^ Insgesamt bin ich zufrieden mit meinen ersten Versuchen, auch wenn ich mir die Melone morgen evtl. noch einmal vornehme. Trotzdem: schon spannend, was da so alles entstehen kann.



Samstag, 29. März 2014

Redlich verdientes Wochenende

Puh! Zwei anstrengende, aber auch erlebnisreiche Tage liegen hinter mir.




Im WIRTHs HAUS fanden gestern und heute Veranstaltungen statt, bei denen ich ein kurzfristig ausgefallenes Teammitglied vertreten habe. Die erste war am Freitagabend eine Lyrik-Lesung der Autorin Marietta Dörtzbach.

Ich bin eigentlich eher für die Raumvorbereitung zuständig, heißt ich achte darauf, dass alles in Ordnung und sauber ist, so wenig wie möglich Staubfussel und Malkleckse auf dem Holzboden des Ateliers kleben, und bei Bedarf und auf Wunsch richte ich kleine Häppchen oder einen meiner berühmt-berüchtigten Ananasigel. Ich bin sozusagen ein Rad im Getriebe, die Fachfrau fürs Grobe und vorläufig vollauf zufrieden damit. Einen ganzen Abend komplett zu organisieren, ist dagegen schon recht verantwortungsvoll. Zum Glück lief alles glatt. Beleuchtung, Deko usw. kamen mit einigen Abstrichen gut an, für das leibliche Wohl war mit Apfelsaft, Bio-Zisch und Salzstangen gesorgt und der Abend selbst war ein richtig tolles Erlebnis für Gedichte- und Lyrikliebhaber, die die ca. 35 Gäste zweifellos waren (Stühle wurden noch etliche mehr hineingetragen als auf dem Foto zu sehen sind).

Es war meine erste Lesung dieser Art, und ich habe es bewundert, wie souverän Marietta ihre doch sehr persönlichen Stücke vorgetragen hat - aus ihrem Notizbuch! Ich fand das echt urig. Und irgendwie auch rührend. Seit dem Teenageralter schreibt sie ihre Gedanken und Gefühle in Versform auf und trotzt damit gelegentlich auch den gut gemeinten Ratschlägen von Literaturprofessoren und - kritikern, die mit der poetischen Umschreibung "Stängelbeinchen" nichts anfangen können (wie prosaisch!).

Eine wirklich bemerkenswerte und sympathische Frau, die Maeggy. Ich werde sie demnächst fragen, ob sie nicht Interesse hätte, ihre Lyrik zu veröffentlichen, denn sie spricht bestimmt vielen aus der Seele.

Kurz nach 22:00 Uhr haben wir dann bereits angefangen, für unser Mal-Seminar am folgenden Tag umzuräumen, damit ich nicht gar so früh aufstehen musste (^^). Das ging von 10:30 Uhr bis spät nachmittags, und ich muss sagen, ich bin jetzt doch ziemlich groggy. Eine gewisse Anspannung ist immer da, auch wenn die Teilnehmer angenehm sind und sichtlich Spaß haben an dem, was man vermittelt. Mir fehlt einfach noch ein bisschen die Routine in dem neuen Konzept, und anfangs ist man froh um jede Unterstützung. Früher habe ich häufig Bastelkurse geleitet, aber das ist schon eine Weile her, und unter uns - wirkliche Freude hatte ich an ihnen nie. Ich bin einfach kein Lehrertyp, und wurde ergo als solcher auch nie wirklich ernst genommen (was evtl. auch auf mein damaliges Alter und mein damit verbundenes Babyface zurückzuführen war).




Unsere Workshops sind daher anders aufgebaut. Es gibt keine negative Bewertung und kein "Mach es so wie ich", sondern jeder malt und zeichnet, wie er kann, entdeckt seinen Stil, darf sich frei bewegen, Kaffeepausen einlegen und sich ungeniert am Imbissbuffet bedienen. Natürlich geben wir Hilfestellung, wenn Fragen zu Maltechniken aufkommen, geben auch Übungen vor, aber es ist völlig okay, wenn die Teilnehmer eigene Ideen verwirklichen, für deren Umsetzung sie zuhause vielleicht nicht die Mittel und den Platz oder die Inspiration haben. Außerdem macht es Spaß, in Gesellschaft zu malen und unmittelbares Feedback zu einem entstehenden Bild zu erhalten.

Ich glaube, ich maße mir nicht zu viel an, wenn ich behaupte, dass unsere *Probanden* glücklich und zufrieden mit ihren ganz eigenen Werken den Heimweg angetreten haben (dass ich bei der Aquarell-Aufgabe im Rahmen des Vorführeffekts ordentlich geschwitzt habe, weiß nur mein Sweater. Hoffe ich.)

Was mich betrifft, so habe ich nach der Aufräumaktion im Atelier erst mal ein wenig Matratzenhorchdienst geschoben.





Pst... wer Bekannte und Freunde zum Tages-Workshop mitbringt, nimmt an diesem zum Einführungspreis von € 50,00 statt € 75,00 teil. Die Freunde ebenfalls.


Sonntag, 10. November 2013

Unser Malkurs ~ ein voller Erfolg!

Freitagnachmittag und den ganzen Samstag war ich sehr beschäftigt - mit Zeichnen und Malen. In diesem Posting habe ich von den Vorbereitungen berichtet, die bereits viel Spaß gemacht haben.

Erstaunlich war, dass am vergangenen Freitag, für den wir das Thema Zeichnen geplant hatten, ganz andere Ergebnisse herauskamen als bei der "Generalprobe".



Wir waren insgesamt zu fünft, und alle Teilnehmerinnen waren total nett, pflegeleicht und richtig enthusiastisch. Zwei davon haben jahrelang keinen Stift oder Pinsel mehr zur Hand genommen, und trotzdem oder gerade deshalb war der Kurs für alle äußerst befriedigend (mit Ausnahme von mir, aber nur über eine kurze Durststecke hinweg. Dazu später mehr...).

Für den ersten Tag stand das Vertrautwerden mit Bleistift, Schraffur und grafischen Formen und Linien an. Dazwischen konnte sich jede an unserem "Kaffeetisch" mit Tee, Kaffee, Keksen und Lebkuchen bedienen. Auch Entspannungsübungen wurden gemacht, weil man mit der Zeit eventuell doch ein wenig verkrampft beim konzentrierten Zeichnen. Ich fand jedes einzelne Bild gelungen, selbst meine. Und das, wo ich eigentlich ziemlich selbstkritisch und streng mit mir bin. Das Schöne und Entspannende an diesem Kurs war, dass es nicht darauf ankam, gut zu sein und so zu zeichnen, wie es normalerweise der "Guru" vorgibt, um ein Lob zu erhalten. Interessant, wie verschieden die Handschriften der einzelnen Künstlerinnen waren, und wie man doch erraten konnte, welches Bild zu wem gehörte, weil jedes seine persönliche Note hatte.



Der Samstag stand ganz im Zeichen von Farbe, verschiedenen Techniken und als Abschluss dem Mischen von Gouache an einer großen Wand. Verblüfft hat mich dabei, wie gut ich mit Aquarell zurechtgekommen bin - ich habe das nie gern gemacht, und die drei mehr oder weniger abstrakten Bilder, die ich am Ende fabriziert hatte, waren doch akzeptabel, auch wenn ich merkwürdigerweise immer beim Motiv von Muscheln hängen geblieben bin. Was das wohl über mich aussagt?^^

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das wir gerichtet haben (Salat und Ravioli mit Trüffelfüllung - Mjamm mjamm!), ging es gestärkt an die Abschlussaufgabe: dem Experimentieren mit Palette an aufgestellten Wänden, die als Staffeleien fungierten. Wir durften mit Grautönen (Schwarz und Weiß) und den Grundfarben Gelb, Rot und Blau arbeiten, wobei wir uns zwischen letzteren für zwei entscheiden sollten.

Ich entschied mich für Gelb und Rot. Es war spannend, wie wortwörtlich vielschichtig eine Palette aus vier Farben sein kann. Meine Resultate enthalten weder ein reines Braun noch ein reines Grün, selbst wenn es so aussieht. Alles gemischt!



Das Malen mit den Gouachefarben stellte mich vor eine Herausforderung, als es ans Eingemachte ging: Irgendwie hatte ich mir die Konsistenz gefügiger vorgestellt, und ich war ein bisschen frustriert über die Zähigkeit, mit der ich zu kämpfen hatte. Nach dem fließenden Aquarellmalen war das schon ein ziemlicher Kontrast. Es könnte aber auch an der Art des Papiers gelegen haben, das ich auf die Wand gespannt hatte, oder ich habe zu pastos angefangen. Den übrigen Teilnehmerinnen hat nämlich die Gouachemalerei noch mehr Spaß gemacht als die Aquarelle. Allerdings habe ich mich ebenfalls mit den Farben anfreunden können und nach einer Kaffeepause und einem tiefen Atemzug ging es dann auch gleich viel besser. Der Vorteil von Gouache liegt darin, dass man nach einer kleinen Trockungsdauer das Bild noch verändern kann, wenn es einem nicht so gut gefällt. Man erhielt zudem auch Inspiration beim Umherschlendern und dem Betrachten der anderen entstehenden Kunstwerke.



Gegen Ende hatte jede Teilnehmerin einen tollen, stressfreien Tag verbracht und ungefähr zehn Bilder zum Nach-Hause-Nehmen, von denen wohl einige bald die Wohnzimmerwände verschönern werden. Und wir hatten es in unserem Kurs doch gar nicht darauf angelegt, schöne Bilder zu malen! (O: