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Mittwoch, 9. Februar 2022

Meine Zeichnung "Draußen im Feld"

 Da letzten Sonntag unsere Wandertour aufgrund von Dauerregen und Sturmböen zum ersten Mal seit Karfreitag 2021 ausfiel (meh!), habe ich mal wieder zu Blei- und Buntstiften gegriffen. Obwohl wir im KUNSTraum mehrere Techniken anbieten, drücke ich mich immer ein bisschen vorm Zeichnen, ich weiß nicht warum.

Früher habe ich nämlich ausschließlich mit Bleistift skizziert, und das nicht mal schlecht. Vielleicht traut man sich später gerade deshalb nicht mehr - man könnte es ja verlernt haben und sich blamieren. Was Blödsinn ist. Selbst wenn es nicht mehr so gelingt wie früher, muss man eben wieder üben.



Jedenfalls war ich mutig und habe einfach angefangen, mit einer vagen Idee im Kopf, die nicht einmal besonders spektakulär war. Gefreut hat es mich, dass ich auf Anhieb zufrieden war mit dem Ergebnis. Es war jedoch deutlich, dass die Skizze nicht fertig war. Nun stellte sich die Frage: schwarzweiß ausarbeiten oder farbig? Farbe verwende ich im KUNSTraum relativ oft, so dass eine Schwarzweiß-Zeichnung verlockend schien, entweder mit Schraffur oder / und Kohle  veredelt.



Entschieden habe ich mich letztendlich doch für die Kolorierung, und zwar sehr dezent, da das Motiv an sich illustrativen Charakter hat und von pastös deckenden Kreiden oder Gouachefarben erschlagen werden würde. Wie so oft habe ich hinterher gedacht, ich hätte es lassen sollen, aber ich glaube, durch die Farbe gewinnt das Bild etwas mehr an Tiefe. Und man erkennt mehr von der Landschaft. 

Falls es jemand erwerben möchte, es steht auch zum Verkauf. Besonders toll würde es sich in Kinderzimmern machen oder als Geschenk für einen Jäger. In echt sieht es bunter aus als auf den vergleichsweise blassen Fotos.



 

Weitere Bilder von mir findet ihr unter meinem Instagram-Account ChrisArt

Ich freue mich über Follower und besonders auch Interessenten, die mich gern anschreiben können und meine Zeichnungen und Gemälde bei sich zuhause zu einem günstigen Preis aufhängen möchten. Noch sind sie erschwinglich... 😁



Montag, 8. Februar 2021

Galerie und "Mein Rollladenshop" mit drei "L"

Seit im WIRTHs HAUS aufgrund Corona keine Raumvermietung, keine Veranstaltungen und keine Workshops mehr stattfinden können, haben wir unsere Räumlichkeiten ein wenig verändert bzw. den Platz für uns vergrößert. 


Ein Teil des neuen spacigen Ateliers

 

Das Atelier zog in Raum II, wo Nicole sich nun nach Belieben ausbreiten und austoben kann mit Farbe, Pinsel und Leinwänden, und das sieht richtig toll aus und freut mich sehr für sie, da es hinter der Eingangstür im vorderen Bereich recht eng war. 

Da insgesamt mehr Platz ist, haben wir alle drei Bereiche, d.h. Raum I, II und das Art Café, zu einer Galerie verwandelt, die man auch als Laufkunde besichtigen und besuchen kann (unter Einhaltung der Hygienekonzepte). Es lohnt sich auf jeden Fall. Wer möchte, kann beim Anschauen und dem Versinken in die Farbenpracht der vielseitigen Bilder auch einen Kaffee oder Cappuccino schlürfen.

 

Im Art Café mit den originellen Lockdown Friends

 

Unser Online-Rolloshop konnte durch den Umzug des Ateliers auch ein bisschen großzügiger und übersichtlicher gestaltet werden unter Einsparung von Ecken und Wänden. Das gefällt mir besonders gut, denn jetzt komme ich ohne weiteres auch an die kleinsten oder hochgelegenen Zubehörteile, ohne mich verrenken zu müssen. Zwar hat unser Lager immer noch den typischen Werkstatt-Charme, aber es soll ja auch kein Verkaufsraum sein. Und irgendwie war bei uns ohnehin das meiste bisher provisorisch, selbst als wir unser Ladengeschäft noch hatten. Obwohl wir natürlich bemüht sind, eine heimelige Atmosphäre zu schaffen und uns das immer gut gelungen ist. 

 Ich bin allerdings jedesmal heimlich amüsiert, wenn Kunden aus der Umgebung vorbeikommen, um quasi "vor Ort" einzukaufen. Es irritiert dann doch sehr, eine Art Depot zu betreten statt einen Verkaufsraum mit ausgepreister Ware. Und die urige Schreinerwerkstatt - seit Jahrzehnten unverändert - hat schon viele erstaunte und bewundernde Blicke geerntet. Ich glaube aber, dass die meisten Kunden das ungezwungene Ambiente zu schätzen wissen. Besonders, wenn sie erkennen, dass jemand Ahnung hat von der Materie. Und der Großteil bestellt sowieso übers Internet.


Guten Tag! Ich bin Ihre virtuelle Assistentin.

Die Arbeit im Shop macht mir erstaunlich viel Spaß, obwohl sie nicht viel mit Kreativität zu tun hat. Vielleicht, weil ich etwas Nützliches tue, nachdem ich lange Zeit keine richtige Beschäftigung hatte und ich nicht recht wusste, was mit mir anfangen. Überfordern tut mich der Job nicht; in der Regel wird am Montag vom Hersteller angeliefert, und wenn es gut läuft, sind wir innerhalb von zwei bis drei Tagen fertig und die verpackten Rollos an den Endkunden verschickt. Kleinere Bestellungen, die über die ganze Woche laufen, sind im Nu erledigt. Zeit für andere Dinge oder kleine Pausen und eine Tasse Kaffee gibt es eigentlich immer. Und wir sind froh und dankbar, dass wir den Shop haben. Ohne ihn wären wir nicht so gut durch die Krise gekommen. Man merkt eben doch, dass in Zeiten des Lockdowns viel zuhause getan wird bzw. man verstärkt online einkauft.

 

*Klick dich zum Shop*

Für uns hat sich der Rolloshop wirklich als Segen entpuppt, auch wenn ich technisch nicht versiert bin und noch nie einen Rollladen eingebaut habe. Aber dafür sind ja die Männer da... (O; Wobei wir Mädels auch ganz stolz sind, dass wir die mitunter recht schweren Rollladenpanzer stemmen können. Eine Art "Work"-Workout machen, ohne ins Fitness Studio gehen zu müssen, sozusagen.

Trotz Lockdown freuen uns immer auf (mit Maske versehene) Besucher, selbst da das "WIRTHs HAUS" momentan offiziell für Raumvermietungen bis auf Weiteres geschlossen ist. Es ist es schön, wenn hin und wieder jemand vorbeikommt, ein bisschen mit uns plaudert und sich an den Bildern erfreut. 

Die können übrigens auch im Internet bewundert und erworben werden auf der  

Seite von Nikky





Montag, 25. August 2014

Fleißarbeit in Pastell

Wenn ich gerade nicht schreibe, schlafe oder arbeite, greife ich gern mal zu Farben und Papier. In unserem recht neu gestalteten offenen Atelier im WIRTHs HAUS bietet es sich geradezu an, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren, dazwischen ein Käffchen zu schlürfen und kritisch oder - noch besser - wohlwollend die eigenen Werke zu betrachten.

Manchmal - ich gebe es zu - bin ich in vielerlei Hinsicht *zu* kritisch und fast perfektionistisch. Beim Malen empfinde ich diesen Druck, es besonders gut zu machen, seltsamerweise nicht. Vielleicht, weil ich es als Hobby betrachte, bei dem ich entspannen und ab und zu sogar meditieren kann.




Ein Bild, das dazu verführt hat, war mein zuletzt entstandenes mit Pastellkreiden. Eigentlich ziehe ich Aquarellfarben den Kreiden vor, doch ich muss sagen, es hatte etwas, sich lange und ausgiebig mit den Formen und der ungewöhnlichen Farbkombination zu befassen.

Dem Motiv liegt eine pilzförmige Schablone zugrunde, die ich zugeschnitten habe. Zunächst habe ich diese Schablone mit Bleistift kreuz und quer aufs Papier übertragen und anschließend überlegt, wie ich dem Motiv Tiefe verleihen kann. Was sich anhört wie eigenes Mandala-Zeichen, war letztendlich viel mehr, denn trotz meiner "Mal sehen, wohin es mich führt"-Einstellung wollte ich, dass das Bild einen künstlerischen Touch hat und vor allem, dass es mir gefällt.



Unsere Kaffee-Ecke im "Eine Art Café"


Erstaunt war ich von der Leuchtkraft der Pastellkreiden, die erst so richtig zur Geltung kommt, wenn man mehrere Schichten übereinander malt. Verwischt habe ich nur stellenweise - ich mag es, wenn man die Striche noch sieht, und außerdem vermeide ich gern das Trockenheitsgefühl, das die Kreide auf den Fingerspitzen hinterlässt. Ich war mehrere Stunden mit dem Ausarbeiten des Bildes beschäftigt und konnte meine Vorstellungskraft und Fantasie für diese Zeit auf Reisen schicken. So entstanden aus einem "Pilz" völlig verschiedene Figuren, je nachdem, wie die Fläche bemalt wurde. Und trotzdem steckt eine Menge Überlegung in diesem Bild. Ich finde, es würde sich sehr gut in einem Kinderzimmer machen. Oder in einer Kirche... (O;

Unsere Malkurse für Einsteiger, bei denen man ebenfalls ein solches Kunstwerk oder ganz aktuell Sonnenblumenbilder in verschiedenen Techniken herstellen kann, finden jeden letzten Samstag im Monat von 10.30 Uhr - 16.30 Uhr statt.





Dienstag, 10. Juni 2014

Erste Gehversuche mit Acrylfarben

Nachdem wir in unserem KUNSTraum und in Workshops mit verschiedenen Materialien von Bleistift über Kohle und Pastell bis hin zu Gouachefarbe experimentiert haben, war für mich heute die Acrylfarbe dran. Anfangs war ich zögerlich und wusste nicht recht, ob ich es tatsächlich wagen soll: Gouachen basieren auf einer älteren, aber etwa gleichen Rezeptur, in der Ei statt künstliches Bindemittel verwendet wird. Sie sind daher von ähnlicher Konsistenz und waren mir nie sonderlich sympathisch. Irgendwie kamen sie mir bei jedem Arbeiten so störrisch vor, als hätten sie ein Eigenleben und würden darauf bestehen, genau das zu tun, was ich nicht wollte.




 Aber schließlich haben sich meine Spontaneität und mein *Mut* doch bezahlt gemacht, und ich glaube, die Gouache und ich hätten ehemals einen besseren Anfang haben können, wenn ich sie richtig behandelt bzw. mehr verdünnt hätte. Mit den Acrylfarben (Weiß, Gelb, Rot und Schwarz) ging das eigentlich relativ automatisch, da ich zunächst die Fläche grundiert habe. Vorher habe ich mit Kohle im Blinde-Kontur-Verfahren auf meine Malpappen skizziert.




Die Motive dazu fand ich im Atelier und zu meinen Füßen - das letzte Bild zeigt ursprünglich meine gegenwärtig getragenen Flipflops, aus denen eine Art angehöhlte Melone wurde, wahrscheinlich, weil ich die gerade so gerne esse.^^ Insgesamt bin ich zufrieden mit meinen ersten Versuchen, auch wenn ich mir die Melone morgen evtl. noch einmal vornehme. Trotzdem: schon spannend, was da so alles entstehen kann.



Mittwoch, 22. Januar 2014

Zeichnen mal anders



Ganz unbegabt bin ich nicht, was Zeichnen und Malen angeht, obwohl ich es in den letzten Jahren ziemlich vernachlässigt habe, nicht nur zugunsten des Schreibens, sondern auch aus Faulheit. Natürlich zeigt sich eine ungeübte Hand beim Ehrgeiz, ein perfektes Porträt oder Tiere und Gegenstände in korrekter Perspektive zu zeichnen. Meist war ich dann nach den ersten fünf, maximal zehn Minuten frustriert und fand meinen kläglichen Versuch nur noch reif für den Papierkorb, möglichst in kleinsten Fetzen, damit niemand sonst ihn sieht.

In den letzten Tagen habe ich das Zeichnen auf neue Weise erfahren. In Vorbereitung auf unseren Kurs im Februar haben wir uns vorgenommen, von "innen heraus" statt von außen etwas aufs Papier zu bringen, mitunter sogar beidhändig und "blind". Da war es nötig, von Vorstellungen abzurücken, die dazu führen, dass man immer zur gleichen, bevorzugten Farbpalette greift, die gleichen Formen und Schnörkel zeichnet und überhaupt bestrebt ist, ein Bild zu fabrizieren, das allgemeines wohlwollendes Kopfnicken der Betrachter einheimst. Man wundert sich, wie sehr beide Hände miteinander korrespondieren, wenn sie gleichzeitig beschäftigt sind, so dass es kleiner Tricks bedarf, mit der linken ein anderes Muster zu gestalten oder Linien zu ziehen als mit der rechten, die die Arbeit automatisch spiegelverkehrt ausführt. Probiert es mal. Ihr werdet staunen.

Zuerst hatte ich Schwierigkeiten, mich auf etwas einzulassen, das nicht in Grundzügen steht bzw. geplant wird ("Ich zeichne jetzt ein Haus!") oder das völlig meiner Arbeitsweise widerspricht. Und plötzlich wurde es doch extrem spannend, zu beobachten, was sich mit mal langsamen und dann wieder schnellen Strichen von Kreiden und Kohlestiften entwickelte, ohne dass ich willentlich etwas dazu beisteuerte. Vieles gefiel mir anfangs nicht so sehr, und ich hätte das Bild gern weggelegt oder unwiderruflich entsorgt. Aufgeben wollte ich aber auch nicht gleich, also habe ich mich ausgetobt. Über zwei Stunden lang an je einem Bild, mit Kaffeepausen dazwischen, aus verschiedenen Blickwinkeln und Drehen des Papiers, manchmal sachte und dann wieder mehr kraftvoll und fast aggressiv, ohne Rücksicht auf Verluste. Schön war auch das Gefühl, mal ganz für mich zu sein, allein mit Sam Cookes "Wonderful World" und meinen Experimenten. In eine andere Welt einzutauchen und sich auf nichts anderes zu konzentrieren. Das ist fast wie Geschichten erfinden.




Das Bild oben ist eine Kombination aus allen Aufgaben, die wir uns gestellt haben bzw. ich mir vornahm. Ein paar Schnörkel und gefällige Ornamente überleben trotz aller Bemühungen, aber das ist eben meine persönliche Note. Die wollte ich allerdings bewusst verändern, ausbrechen aus alten Mustern und Gewohnheiten. Im Resümee ist mir das auch recht gut gelungen, und ich bin schon ein bisschen stolz. Normalerweise zeichne und male ich nämlich ziemlich akkurat und naturgetreu. Wenn ich Farbe verwende, dann meist bunte. Hier habe ich mich zurückgehalten und mich mehr auf das besonnen, was mir weniger entspricht: Dezente Mischtöne, nur gelegentliche Farbtupfer und Akzente. Und selbst die kommen mir noch ein bisschen zu üppig daher.

Im nächsten Bild - einem erdachten Wohlfühlort - habe ich mich besser lösen können, denn es wirkt weniger zeichnerisch und beinahe schon wie ein Gemälde, wenngleich auch hier nur mit Kreiden, Kohle und Wasser zum Vermischen gearbeitet wurde. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob der nicht noch ein kleines Finish braucht. Aber da ich mich bereits gut und zufrieden fühle beim Betrachten, ist die Aufgabe wohl einigermaßen gelöst. 

Eines wurde mir klar, als ich beide Bilder habe entstehen lassen: man sollte sich Zeit lassen beim Arbeiten, den Mut haben, Skizzen zu übermalen und vor allem jedem Werk eine Chance geben. Denn keine Kunst ist schlecht. Nur eben nicht jedermanns Geschmack. Und es hat etwas Befriedigendes und Befreiendes, sich selbst überraschen zu können mit Dingen, zu denen man sich nicht fähig geglaubt hat.





Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ich hyper-aquarelliere!

Im Rahmen der Malkurse, die im November angelaufen sind und abwechselnd als Tages- oder  Wochenseminar in unserem ehemaligen Laden stattfinden, habe ich ein neues Hobby für mich entdeckt: Das Malen mit Aquarellfarben. Ich dachte bisher immer, dass das nichts für mich ist. Man hat keine oder kaum Kontrolle über den Farbverlauf, kann nichts verbessern und wenig nachträglich bearbeiten, und außerdem haftet in meiner Vorstellung dem Aquarellieren irgendwie etwas Spießiges an - Ölmalerei ist viel cooler. Dachte ich. Daran habe ich mich bisher allerdings nicht gewagt.



Mittlerweile hat sich meine Meinung geändert. Vielleicht ist Aquarellieren und Landschaftsmalerei spießig - aber es macht einen Mordsspaß. In unserem Atelier habe ich ein wenig mit Farben und auch Aquarellstiften experimentiert und war erstaunt, wie schön und ansprechend meine Werke geworden sind, obwohl ich weder viel Zeit in die Bilder investiert habe noch von dem Ehrgeiz beseelt war,  meine Zimmerwände mit eigenem Gekleckse zu behängen.






Ich liebe es eigentlich, ganz lange an einem Bild zu sitzen, eventuell mich auch über Tage hinweg damit zu beschäftigen. Bei der Aquarellmalerei bleibt einem in der Hinsicht dazu in der Regel nicht viel Spielraum, und man muss recht zügig malen, was aber durchaus seinen Reiz hat. Oft sah man die Effekte erst ganz zum Schluss, wenn das Wasser auf dem Papier vollständig getrocknet war.




Und gerade der Überraschungseffekt ist es, der das Malen mit Aquarell für mich so spannend macht. Zuerst wollte ich ja abstrakt gehen, aber es hat sich dann doch herauskristallisiert, dass Pastelltöne und Motivmalen mehr meine Sache sind. Ich könnte gerade ein Bogen nach dem anderen bemalen, so viel Freude habe ich daran. Denn obwohl ich mich momentan auf Landschaften eingeschossen habe, kann ich anderes ja immer noch versuchen und mich überraschen lassen.



Montag, 14. Oktober 2013

Erste Trockenübungen zum Malkurs im November.

Wie bereits im Sommer berichtet, verändert sich das Konzept unseres Ladens. Allzu viel verraten kann ich an dieser Stelle noch nicht, da wir jeden Tag eifrig dabei sind, daran zu basteln bzw. die Neuerungen zu besprechen. Heute ging's zum ersten Mal ans Eingemachte: unsere Künstlerabteilung soll ausgebaut werden und ein Atelier entstehen, in dem Interessierte, die zu Hause nicht den Platz haben, auf Staffeleien ihrer Phantasie freien Lauf lassen können, oder - was wir heute geprobt haben - an einem Seminar teilnehmen. Diese Seminare werden sich bewusst von Malkursen in der VHS unterscheiden. Wer ein atemberaubend naturgetreues Blumenbild für die Wohnzimmerwand malen möchte, kann sich getrost dort anmelden.

Nein, es geht um etwas anderes. Darum, sich überhaupt zu *trauen*, einen Stift und Pinsel in die Hand zu nehmen und sein Talent zu entdecken - wie immer das aussehen mag. Vielleicht lachen jetzt einige, aber selbst ich habe das lange nicht getan - und ich habe früher gern gemalt und gezeichnet, bis ein Tiefpunkt in meinem Leben mir jegliche Spontaneität und den Mut, nicht perfekt zu sein, schlagartig genommen hat.



In erster Linie geht es darum, sich wohlzufühlen und in der Gemeinschaft von anderen mitzuwerkeln statt gegeneinander. Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und das Be- und Verurteilen aus der Schulzeit abzulegen (Das kannst du aber besser!). Das ist gar nicht so leicht wie man denkt, aber sehr viel entspannender als zu glauben, man müsse jetzt Wunder was aus dem Ärmel schütteln respektive aufs leere Blatt zaubern, damit alle Beifall klatschen. Ich war lange so geprägt, gleich in welchen Bereichen, und durch meinen bereits erwähnten Tiefpunkt hatte ich gar keine Lust mehr, irgend etwas anzufangen. In Sachen Kreativität war ich wie gelähmt durch den falschen Gedanken "Ach, lass es. Kriegst du doch nicht hin."

Ich muss sagen, es war schön heute. Wir haben mit Bleistift gerade Linien und Wellen gemalt (mit vollem Körper- bzw. Armeinsatz), und waren erstaunt über die unterschiedlichen Ergebnisse und wie die Persönlichkeit des Einzelnen durch die Bilder sichtbar wurde. Besonders schön war für mich, dass es doch ganz gut geklappt hat und kein bisschen anstrengend war. Meine Bilder sind nicht weltbewegend, aber sie anzufertigen, hat mir sehr viel mehr Spaß gemacht als erwartet. Vor allem, weil auch noch genug Zeit zum Scherzen und Diskutieren war und das bewusst langsame Zeichnen etwas Meditatives hatte, das ich total genossen habe. Trotzdem ging es lustig zu in unserer Runde mit Wasser, Kaffee und Keksen.




Ganz ausgereift ist das Konzept noch nicht, aber ich bin sicher, wir kriegen das hin.