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Sonntag, 11. August 2019

Lokalmatador ~ Ich und meine Püppchen in der Zeitung!

Ende Juli kam die überraschende Anfrage meiner lokalen Zeitung, ob ich nicht Lust hätte, ein Interview zu meinen Häkelpüppchen zu geben. Ich war zunächst verblüfft, habe mich aber riesig darüber gefreut. Mit der jungen und frischen Journalistin verbindet mich eine Freundschaft, die schon recht lange andauert, so dass ich zwar ein bisschen aufgeregt war, als sie mit einem Großdruck von Seth Numrich und meinem Mini-Major fürs Foto ankam, aber ich immerhin gewiss war, dass sie sich - anders als unbedarfte Reporter - mit meiner Geschichte rund um die Häkelfigürchen auskennt.


Sabina und ich


Das war ein großes Plus, denn unser Interview ging fast eine Stunde lang, in der ich manchmal selbst nicht recht schlau wurde aus meinem Geschwafel. Zum Glück ist meine Freundin Sabina eine aufmerksame Zuhörerin. Tonaufnahmen hat sie keine gemacht, sondern sich alles in Stichworten liebenswert altmodisch auf einen kleinen Block notiert. Herausgekommen ist ein super informativer und langer Artikel, der beinahe alles wiedergibt, was mir so eingefallen ist. Ich hätte wohl noch mehr erzählen können, so unglaublich hat sich die Geschichte meiner Kreationen entwickelt und so viele kleine Anekdoten gibt es über sie.

Der Artikel ist nun - welche Ehre - in der Wochenendausgabe meiner Zeitung zu lesen. Eine halbe Seite groß, mit Bildern und dem Link zu meinen Etsy Shop. Es ist das erste Mal, dass ich mit einem Thema, das mein eigenes ist, in der Öffentlichkeit erscheine. Ziemlich aufregend, und ich habe halb erwartet, dass mich von nun an jeder in der Stadt anspricht... naja, es ist vielleicht besser, wenn es nicht so ist. Ich denke jedenfalls, dass es nicht allzu lange dauert, bis der volksnahe Bürgermeister auf mich zukommt und einen ganz speziellen Wunsch äußert... (O;

Hier ist der Link zum Bericht:
Meine Püppchen sind auch Therapie




Dienstag, 27. Februar 2018

Turn: Washington's Spies (AMC, 2014 - 2017) Review

Allmählich wird es Zeit, dass ich von meiner absoluten Lieblingsserie "Turn" berichte, die mich seit vier Jahren begleitet und durch die ich erstens eine Menge Freunde und Gleichgesinnte kennengelernt habe, und die mich zweitens auf vielerlei Ebenen inspiriert hat. Püppchen der Charaktere wurden und werden von mir noch fleißig gehäkelt, und sogar die Schauspieler freut's, wenn sie ihren kleinen Doppelgänger in den sozialen Medien sehen. Überhaupt, der Cast ist eine Wolke - privat und  beruflich. Alle glänzen in ihren Rollen, und selbst den Bösen kann man nicht wirklich böse sein. Allerdings bekam der Schurke John Graves Simcoe alias Samuel Roukin tatsächlich Morddrohungen über Twitter. Dafür hat er - ganz nach Simcoe-Art - nur ein verächtlich-fieses Kichern und Retweets übriggehabt.

Fast alle Figuren in "Turn" sind historisch verbürgt, ebenso wie der lange in Vergessenheit geratene Spionagering, um den der Autor und Produzent Alexander Rose und sein Team Craig Silverstein und Barry Josephson eine außergewöhnliche Serie gestrickt haben.

Der Grund, warum ich mich bis dato gescheut habe, Turn zu rezensieren, ist der, dass die Spionage um George Washington im Unabhängigkeitskrieg der USA recht kompliziert ist und ich sie eigentlich mehrmals durchsuchten musste, um zu verstehen, um was es im Einzelnen geht (keine Angst, es gibt keine Spoiler, und ich versuche, mich kurz zu fassen).


♬America the Beautiful ♫


1776: Erzählt wird die Geschichte des anfangs neutralen und unfreiwillig in die Politik hineingezogenen Farmers Abraham Woodhull (toll und ein wenig unterschätzt: Jamie Bell), der gemeinsam mit seinen Kindheitsfreunden Ben Tallmadge, Caleb Brewster und der Tavernenbesitzerin Anna Strong den Kern des Culper-Rings bildet. Samuel Culper ist sein Deckname, der bis zuletzt von der Gegenseite - den Rotröcken - unentdeckt bleibt. Und dass, obwohl er dem Chef des britischen Geheimdienstes Major John André (JJ "Bombe" Feild) sogar seine Aufwartung macht und auf einem seiner berüchtigten Feste das Tanzbein schwingt eine frivole Ballade und danach eine traurige Anekdote zum Besten gibt.

Die Nachlässigkeit des feschen Majors wird im Finale von Staffel 3 schwer geahndet, was keine große Überraschung ist, versteht er sich doch mehr als künstlerisches Allroundgenie und verliebt sich obendrein noch in Peggy Shippen, die schönste Frau von Philadelphia, die er in geheimer Mission zu seinem Rivalen Benedict Arnold schickt. Leider läuft die Aktion aus dem Ruder und macht aus dem cleveren Strategen André einen romantischen Narr. Für mich als JJ Feild / André-Fan eine enttäuschende Charakterentwicklung, aber dramaturgisch wohl unumgänglich und durchaus sinnvoll.

Auf den ersten Blick gar keinen Sinn für Romantik hat dagegen John Graves Simcoe, von Samuel Roukin mit Spaß und Verve weitaus böser dargestellt, als es der echte Simcoe je war. Auf jede Szene mit ihm habe ich mich gefreut, denn einen unheimlicheren, hinterhältigeren Schurken habe ich im TV noch nie gesehen. Trotzdem gelingt es ihm, nachvollziehbar zu bleiben. Wie Abe ist auch er in Anna Strong (Heather Lind) verliebt, doch als er feststellt, dass seine Zuneigung unerwidert bleibt, verfolgt er mit aller Härte eigene Ziele oder die seiner Auftraggeber und Vorgesetzten. Bis auf die von "Oyster Major" Edmund Hewlett (Burn Gorman), in Simcoes Augen ein schöngeistiger Schwächling.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht neben den Spionen auf beiden Seiten vor allem auch die Familie Woodhull und ihre Probleme. Hier wird es nicht mehr patriotisch, sondern auch sehr amerikanisch. Judge Richard Woodhull (Kevin R. McNally, bekannt als Steuermann aus "Piraten der Karibik") hält seinen Zweitgeborenen Abraham für unfähig und zieht ständig Vergleiche zum ersten, während eines Aufruhrs früh verstorbenen Sohn Thomas heran. Obwohl seit Kindertagen in Anna verliebt, musste Abraham dessen Verlobte Mary heiraten, um wenigstens in einer Sache beim Vater punkten zu können. Ihre Ehe ist zweckmäßig und mit dem süßen Thomas "Sprout" (die entzückenden Zwillinge Cabell und Ellis Chase) erst einmal zufriedenstellend für den Vater. Doch das ändert sich, als er erfährt, in welche Widrigkeiten sein Sohn involviert ist und auf wessen Seite er mittlerweile steht. Auch Mary entgleitet dem Patriarchen, denn nach anfänglicher Skepsis unterstützt sie ihren Gatten tatkräftig auf seiner delikaten Mission... und wird zur skrupellosen Kampfmaschine.

Apropos. Das dürfte neben dem blind vor Liebe unvorsichtigen Abgang von Major André mein einziger Kritikpunkt sein: die Gewalt und Brutalität wird oft in krassen Nahaufnahmen minutenlang zelebriert. Vieles, was man sehen muss, bietet Stoff für Alpträume, veranschaulicht aber auch die Sinnlosigkeit eines Krieges. Positiv dabei fiel mir auf, dass die Engländer durchaus nicht die "Bösen" per se sind. Beide Seiten haben ihre guten und schwachen Momente und bieten keine Schwarz/Weiß-Malerei - selbst der harmlos erscheinende Abe wird irgendwann von Mordlust getrieben, und das nicht nur, weil er ums Überleben des Rings kämpft.

Im für mich sehr tränenreichen, weil so klugen und tief zu Herzen gehenden Finale der vierten Staffel schreibt er einen Brief an seinen Sohn, in dem er die weiteren, oft verblüffenden Lebensläufe der Weggefährten aufzählt und seine eigene Rolle im Krieg erklärt, auf die er im Rückblick nicht besonders stolz ist. Und *schnüff* er bittet Thomas, ihm zu zeigen, wie schön es auf der anderen Seite ist, wenn sie sich endlich wiedersehen... ein besseres Ende hätte man sich für Turn nicht wünschen können. Wer sich nun fragt, wieso, dem kann ich nur raten: ansehen!

Vorsicht: Das Video enthält Spoiler.




Fazit: Eine wirklich spannende und emotionale Zeitreise in die amerikanische Geschichte, in der neben dem Spionagering auch persönliche Schicksale, Intrigen und eine wunderbare Kulisse und fesche Uniformen und Kostüme nicht zu kurz kommen. Für Geschichtsfans und Liebhaber von anspruchsvoller Unterhaltung eine absolute Empfehlung!


Bewertung:
👍👍👍👍👍




Samstag, 29. Juli 2017

Major John André (not) at your service

Der kleine Major John André aus den USA ist gerade auf einem Besuch in Deutschland, um sich von seiner Erfinderin, also mir, aufhübschen zu lassen. Wer wollte ihm einen Hauch männlicher Eitelkeit verübeln, nachdem er doch zu twitterweitem Ruhm gelangt ist und auch in historischen Parks und bei Kollegen im Mittelpunkt steht. Da muss die Frisur sitzen und das Köpfchen hocherhoben sein.


Auf du junger Wandersmann...


Am 17. Juli hat ihn seine Mama auf die Reise per Express geschickt, doch nach den berechneten fünf Geschäftstagen war er immer noch nicht bei mir. Ich dachte mir zuerst, dass er als Königstreuer wohl einen Abstecher nach Heidelberg zu William und Kate machen wollte (die auf dem Neckar ruderten) und war erst beunruhigt, als Holly mir mitteilte, dass er scheinbar in Frankfurt am Zoll feststeckt. Was tun? Erst mal habe ich die Sendeverfolgung ermittelt und festgestellt, dass er als "verdächtige" Ware bereits Frankfurt und Speyer passiert hatte und sein derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt war. Panik! Das Püppchen ist meiner Freundin sehr wichtig, und selbst mir tat es in der Seele weh, daran zu denken, dass ihm als verdächtige Ware am Zoll evtl. der beknopfte Bauch aufgeschlitzt worden war.

Besuche und Anrufe von Post- und Zollamt, dazwischen Nachrichten an die besorgte Holly, hielten mich zwei Tage auf Trab. Und das, wo ich so ungern telefoniere! Gestern jedenfalls konnte ich ihn am Binnenzollamt Bruchsal abholen - ca. zwei Stunden Fahrt hin und zurück. Zum Glück ging dort alles glatt. Der Fehler lag im Formular (wie so oft). Holly, eher unbedarft mit Überseesendungen, hatte keine korrekten Angaben gemacht und ihn versehentlich als Handelsware mit einem Wert von 50 Dollar deklariert. Wir haben alles aufgeklärt (Kommentar der Zollbeamtin: "Ich muss das ja nicht verstehen."), und endlich durfte ich einen etwas miefigen, grauen, platten Major mit nach Hause nehmen. Unser Wiedersehen habe ich mir etwas anders vorgestellt.

Daheim habe ich ihn erst mal gründlich gewaschen und ihn somit vom Duft der großen weiten Welt befreit. Fast ein bisschen schade, hafteten doch so viele berühmte Handabdrücke an ihm. Ich habe mich allerdings gefragt, welches Parfüm der gute Seth Numrich benutzt...


Wie ein begossener Pudel schaut er aus nach dem Bad, der Arme!


 

In zeitnaher Absprache mit Holly wurde dann sein wackeliger Kopf wieder geradegerückt (ich gehe besser nicht ins Detail, wie das geschehen ist), und seine Frisur neu gestaltet, aber nicht zu sehr anders als der vorige Blondschopf. Alles in allem ging die Spa-Behandlung recht schnell, leise und unkompliziert über die Bühne, was wieder einmal beweist, dass der kleine John André ein echter Profi in Sachen geheimer Mission ist - zumindest nachdem wir ihn aus den Fängen des Feindes befreit hatten. (O;

Am Montag geht es zurück nach Virginia, wo am 12. August die Final-Party von Turn:Washington's Spies stattfindet. Da darf er natürlich nicht fehlen! Und ich hoffe, Holly freut sich genauso wie ich über ihren wieder blitzeblank geputzten und aufrechten Hauptmann...


"I'm the king of the world!"

  

Ein bisschen wird es mir schon schwerfallen, mich ein zweites Mal von ihm zu trennen. Obwohl er verglichen mit meinen weiteren Püppchen fast ein wenig simpel gestrickt - pardon! -gehäkelt ist, hat er doch einen gewissen Charme, dem man ziemlich bald erliegen kann. Vielleicht liegt es aber auch an seiner unbändigen Abenteuerlust und seinem selbstbewussten Heldenmut. Beides soll Männer ja bekanntlich attraktiv machen. Travel safe, Major André!



Freitag, 5. Mai 2017

Die Püppchen-Mama im Fangirl-Himmel

Fans der US-Serie "Turn - Washington's Spies" werden meine Aufregung verstehen, wenn sie sich die Fotos im Beitrag ansehen und die Abenteuer meines kleinen Major John André halbwegs verfolgt haben, der mittlerweile sogar einen eigenen Twitter-Account hat, auf dem er von seinen Reisen berichtet.

"Gotcha!"


 

Unter anderem besucht er mit seiner Adoptivmama Holly des öfteren die Drehorte der Serie in Colonial Williamsburg und ist dort bereits zu einem den Schauspielern fast ebenbürtigen Bekanntheitsgrad aufgestiegen.

Am ersten Mai sind beide wieder dorthin gefahren in der Hoffnung, ein paar der Hauptdarsteller zu treffen, die gestern den allerletzten Drehtag hatten. Die lange Wartezeit wurde belohnt: nach zwei Stunden trafen His Excelleny George Washington (Ian Kahn) ein, sein Adjutant und André-Gegenspieler Ben Tallmadge (Seth Numrich), dessen Kumpel Caleb Brewster (der sehr herzliche Australier Daniel Henshall, der sein Püppchen-Doppelgänger über Twitter kennengelernt hat) und später auch der John André-Kollaborateur Benedict Arnold (Owain Yeoman).


"Haven't seen that one before, have I?"

 

 Eigentlich war ich nie wirklich ein Fan von Ben / Seth - irgendwie war er mir zu glatt und zu hübsch - aber seit dem Selfie oben bin ich es! Denn kaum hatte er das Püppchen entdeckt und als John André erkannt, riss er es der völlig überrumpelten Holly aus der Hand, nahm sein Smartphone und schickte ein Foto von sich und dem kleinen Major an seinen leider seit Staffel 3 nicht mehr anwesenden Kollegen JJ Feild!!! Dieses Selfie wurde danach noch einmal von Hollys Smartphone aufgenommen, damit die Fans und natürlich meine Freundin auch etwas davon haben.

Ich habe fast geheult vor Rührung, als Holly es mir erzählt hat... alle waren begeistert und entzückt von meinem kleinen Major, der ja nun fast am Ziel seiner Reise war, nämlich seinem großen Vorbild vorgestellt zu werden. Das beweisen auch die Fotos, die ich mit freundlicher Genehmigung von Holly hier poste.


"Phew! I'm safe. Holly won't let him capture me again."


Schon ziemlich verrückt, denn ich habe nicht wirklich daran geglaubt, dass die Schauspieler mal mit einer meiner "Turn"- Kreationen auf Tuchfühlung gehen. Wenn ich die Bilder betrachte, regt sich schon ein bisschen Stolz auf meine Arbeit und Bewunderung für meine Freundin, die als Besitzerin meines Püppchens zur Premiere der vierten und letzten Staffel gehen wird und sich das Treffen mit den Stars mehr als verdient hat!


"Pointing with fingers is not polite, General."


 

Holly und der kleine Major setzen auf jeden Fall ihre Reisen ins historische Amerika fort, wobei André demnächst vermutlich einen Zwischenstopp in Europa machen muss, um sich divenmäßig die kunstvolle Frisur richten zu lassen, die nach zwei Jahren Sturm- und Drangzeit doch etwas in Unordnung geraten ist. Eigentlich hatte ich ihm auch angeboten, sich ein bisschen mehr herauszuputzen, nachdem er nun so berühmt ist, aber er meinte, Abzeichen und Epauletten seien ihm auf seiner abenteuerlichen Mission nur hinderlich.


"Look at that sneaky traitor smile!"




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Freitag, 20. November 2015

Mini Major André in Colonial Williamsburg / Virginia

Meine Amigurumis führen ein aufregendes Leben. Das aufregendeste derzeit hat ohne Zweifel mein kleiner Major John André aus der Spionage-TV Serie "Turn - Washington's Spies", der im September in die USA zu seiner Adoptivmama Holly gereist ist.




Seitdem sind die beiden unzertrennlich und fahren so oft es ihre knapp bemessene Zeit zulässt ins eine Stunde entfernte Williamsburg, dem Hauptdrehort der Serie. Es gibt dort eine Art musealen Park, in dem man die frühe Geschichte Amerikas hautnah erlebt. Gebäude im Stil der Kolonialzeit, weitläufiges Gelände, Pferdekutschen und überall Schauspieler / bedeutende Persönlichkeiten aus der Geschichte in entsprechenden Kostümen und Uniformen kann man dort bewundern und sich mit ihnen auf Fotos verewigen, wenn man Glück hat.

Der kleine Major hat zwar immer noch nicht sein Vorbild, den großen Major André aka JJ Feild getroffen, aber auf seine Art ist er bereits ein Star in Colonial Williamsburg. Wie mir Holly berichtet, trägt er zu vielen Gesprächen unter Besuchern bei und wird sogar von den Schauspielern gebeten, sich mit ihnen knipsen zu lassen.




Ich platze fast vor Stolz und finde, dass er sich wirklich sehr gut macht inmitten den Blauröcken. Leider kenne ich mich in der Geschichte Amerikas nicht allzu gut aus und kann daher keine Angaben machen zu den berühmten Staatsmännern, die darauf bestanden haben, mit meinem kleinen André aufs Bild zu kommen. Es sind Col. Innes und der Marquis Lafayette, der im Unabhängigkeitskrieg als Franzose an der Seite der Amerikaner gekämpft und dem man vor dem Weißen Haus ein Denkmal gesetzt hat. So kommt der "Feind" Major John André doch noch zu späten Ehren... und wer hätte gedacht, dass mein kleines Kerlchen eine Art Maskottchen in Williamsburg wird?




Fotos mit freundlicher Genehmigung von Holly, 19. November 2015


Freitag, 2. Oktober 2015

*Meine* kleinen Amigurumis: Große Weltenbummler

Wie bereits erwähnt, sind ein paar meiner Häkelpüppchen in der letzten Zeit auf Reisen gewesen bzw. immer noch in der großen weiten Welt unterwegs. Um mich nicht ganz aus den Augen zu verlieren, haben sie mir freundlicherweise mit Erlaubnis ihrer neuen Gastgeberinnen ein paar Impressionen von ihren Abenteuern geschickt.




Sherlock und Bilbo haben einen Auftrag zu lösen gehabt, der sie nach Portugal an die Algarve und von dort nach Spanien führte. Ob sie ihn bereits zu Bilbos Zufriedenheit erledigt haben, der Klient und Reisegefährte zugleich war, weiß ich noch nicht, doch es würde mich nicht überraschen, wenn die beiden trotz Sherlocks Superhirn und Bilbos Weltgewandtheit noch eine Weile an dem Nüsschen zu knabbern haben... alles ist sehr rätselhaft und mystisch da unten. Gut, dass sie nicht komplett alleine unterwegs waren und immer auf hilfsbereite Einheimische stießen, die ihnen auch mal großzügig ein Boot zur Verfügung gestellt haben, mit dem sie von der Insel aufs Festland rudern konnten. Es scheint ziemlich stürmische See gewesen zu sein...




Eine weitere spannende Sache war die fast unglaubliche Geschichte des Majors John André, der sich in der historischen US-Serie "Turn" trotz seiner englischen Herkunft zum Publikumsliebling hochgedient hat. Sein Darsteller JJ Feild ist daran nicht ganz unschuldig, denn wie ich mich mittlerweile mit eigenen Augen überzeugen konnte, spielt er den "Erzfeind" mit einer Raffinesse und einem Charme, dem vor allem weibliche Zuschauer nicht widerstehen können - auch US-amerikanische nicht. (O; 

Dass mein Foto des Amigurumi-Majors auf Twitter so gut ankam, war dennoch eine Überraschung und sorgte vor allem dafür, dass das Werk meiner Hände in die Hände eines Turn-Fans gelangte, der auch noch in der Gegend wohnt, in der im Spätherbst an der dritten Staffel gedreht wird.


In Chesterfield / Virginia

Obwohl  ich mich gemeinhin leicht von meinen selbstgemachten Dingen trenne, fiel es mir gerade beim Major ein bisschen schwer, der - wie Bilbo - ein Prototyp war. Zwar habe ich bereits einen Nachfolger gehäkelt, aber irgendwie tat der Abschied schon ein wenig weh, als ich daran dachte, wie weit seine Reise sein wird. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, hat er sein neues Zuhause erreicht, und es ist schön, zu sehen und zu lesen, wie meine Twitter-Bekanntschaft sich über das Püppchen freut, das ja vielleicht in JJ Feilds Hände als kleines Fan-Souvenir wandern wird.

Aber selbst wenn es das nicht tut, so freut es mich ungemein, wenn andere sich über meine verrückten Einfälle freuen. Eigentlich gibt es kaum etwas Schöneres. Und ein Abschiedsschmerz über Wolle, Knöpfe und Füllwatte ist sowieso albern und beim Anblick von strahlenden Gesichtern und begeisterten Zeilen via Social Media schnell vergessen.


Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sabrina und Holly

Sonntag, 20. September 2015

Ein Rotrock reist durch Raum und Zeit...

Meine aus Film und Fernsehen inspirierten Häkelpüppchen, die ich in der Freizeit anfertige, erweisen sich als äußerst reiselustig und haben dabei eine Menge zu erzählen.

Sherlock Holmes und Bilbo Beutlin sind gerade dabei, das Rätsel um einen in Portugal verschwundenen Ring zu lösen und halten mich bei ihrem Abenteuer in Bild und Text auf dem Laufenden - vielen Dank an Sabrina und ihren Papa! Jeden Tag freue ich mich auf Nachricht von ihnen und bewundere sie am Flughafen, in Orten mit höchst exotisch klingenden Namen, beim Garnelenpuhlen und Wein verkosten; das ist fast, als hätte ich einen Adventskalender im September. (O:


Bilbo und Sherlock vor ihrer Reise


 

Nun geht auch mein historischer Rotrock Major John André auf Reisen - und das, obwohl ich ihm tatsächlich eine kleine Träne nachgeweint habe. Ein Ersatz ist aber bereits vorhanden.

Sein Ziel heißt Chesterfield in Virginia / USA. Zum Glück sind die Animositäten zwischen Amerikanern und Briten heute weitgehend passé. Ich hätte ihm sonst verboten, dort erneut aufzukreuzen, hat man ihn doch anno 1780 mit gerade mal dreißig Jahren wegen Verrats zum Tod am Strang verurteilt.

Die Geschichte, die dem Grund seiner Reise vorausgeht, ist folgende: Vor kurzem hatte ich - stolz wie Oskar auf meine neueste Kreation - ein Foto auf Twitter gepostet, das den Major im Garten zeigt. Innerhalb von kurzer Zeit hatte das Foto einige Retweets und Favoriten und tatsächlich Anfragen, ob man ihn denn irgendwo erwerben könne. Mit einer so großen Nachfrage habe ich nicht gerechnet, war aber umso stolzer, dass er bei den Fans der Serie "Turn - Washington's Spies" so gut ankam. Einem davon habe ich ihn über meinen Etsy-Account verkauft - den habe ich noch, auch wenn ich momentan keine Artikel im Shop anbiete.




Kurz und gut, der Major hat nach ein paar wenigen 140 Zeichen-Nachrichten den Besitzer gewechselt. Erstaunlich übrigens, wie schnell und unkompliziert das mit Paypal auch im entfernten Ausland geht. Gleich am nächsten Tag habe ich ihn reisefertig gemacht, ihm ein letztes Goodbye-Bussi auf den blonden Schopf gedrückt und ihn zur Post gebracht.

Der absolute Clou der Geschichte ist der, dass der Fan, der ihn bestellt hat, nahe der Drehorte wohnt, an denen im Spätherbst die dritte Staffel der Serie weiter gefilmt wird (in der der Major vermutlich das Zeitliche segnet - *sniffle*). Nachdem ich ihn versendet und der Empfängerin mitgeteilt hatte, er sei unterwegs, schrieb sie mir zurück, dass sie vorhat, *meinen* selbst gehäkelten Rotrock JJ Feild zu überreichen, wenn sie ihn im Rahmen der Dreharbeiten treffen sollte!!! Wie aufregend ist das denn?! Das Fangirl in mir ist beinahe explodiert vor Freude.

Und selbst, wenn er es nicht in Mr. Feilds männlich-kräftige Hände schaffen sollte, so ist durch mein Amigurumi doch eine originelle Idee ins Rollen gekommen, genau wie die von Sabrina und ihrem Vater. Ich finde das richtig schön.