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Samstag, 1. April 2023

Wann wird's mal wieder richtig Frühling?

 Es fing so gut an. Pünktlich am 21. März, dem kalendarischen Frühlingsanfang, schien die Sonne und blühten die Krokusse und Minitulpen in unserem Garten. Damit hatte es sich dann aber weitgehend. Die folgenden Tage waren ein Mix aus Sonne (wenig), Hagelschauer (mehrmals) und Regen und Sturm (heftig und oft).

 

Blumenpracht am 21. März

 Und dabei sehne ich mir so sehr nach wärmeren Temperaturen. Genau wie meine beiden Katerchen, die trotz Nieselregen nach draußen drängen und dann ganz enttäuscht und verärgert mit nassem Fell und gerümpfter Nase ins Trockene zurückkehren. Immerhin grünt es im Hof jetzt explosionsartig durch den übermäßigen Niederschlag, so dass ihr über den Winter eher trostloses "Gehege" wieder interessanter und lebendiger wird mit Regenwürmern, Insekten und Vögeln. Ich mag es, den zweien zuzusehen, wie sie lustige Sprünge zum Besten geben und sich balgen oder Verstecken spielen. Den Solarbrunnen von letztem Jahr haben wir in den vergangenen Wochen aus dem Winterschlaf geweckt, und er tut seine Dienste, so gut er eben kann. 

Apropos solare Energie: Seit Anfang März haben wir sechzehn Module auf dem Dach, von denen "überflüssig produzierter" Strom ins Netz eingespeist wird und uns somit eine Kleinigkeit dazuverdienen lässt. Die Produktion ist selbst bei sonnenlosen Tagen aktiv. Eine clevere Sache bei den steigenden Heizkosten, auch wenn der lärmige Einbau von den vielen Handwerkern für den seniblen Mikkel mit so viel Stress verbunden war, dass er und Toby für einen Tag umgezogen sind, um dem Krach von Bohrern und dem geschäftigen Treiben im ganzen Haus zu entkommen. Allerdings muss man sagen, dass die Firma Enpal und ihre Mitarbeiter fix und zuverlässig in weniger als einer Woche das Kind geschaukelt hatten. Kann ich nur empfehlen!

 

Am Brunnen vor dem Tore...

 Nicht nur deswegen wünsche ich mir, dass es bald richtig Frühling wird. Der Winter war lange genug da. Unsere Linde treibt gerade erst schüchtern die Knospen aus - vielleicht ahnt sie, dass noch nicht der geeignete Zeitpunkt ist, ihr grünes Kleid anzulegen, das uns im Sommer so wohltuend Schatten und ein angenehmes Klima selbst bei über 30°C beschert. Als Trost bleiben mir die unübersehbaren Vorboten des Frühlings, wie der wunderschöne Magnolienbaum in der Nachbarschaft. Ich hatte gestern einen eher miesen Tag, doch auf dem Weg zum Einkaufen konnte ich nicht an der Blütenpracht vorbei, ohne ein Foto zu knipsen. 


Faszinierend!


Selbst das Haus dahinter sieht aus wie in einem Märchen. Ein frontales Foto davon habe ich mir dann aber doch verkniffen. Und ein Aprilscherz. Mir wollte irgendwie auch keiner einfallen; zudem sind in diesen Zeiten, glaube ich, die wenigsten zu Scherzen aufgelegt. In den April geschickt worden bin ich nämlich auch schon lange nicht mehr. Oder ich bin einfach abgeklärter geworden.




Freitag, 16. April 2021

2. Leserunde zu "Das Bildnis des Grafen" (06. - 28. April 2021) ~ Teil II

Gerade legen wir eine Pause ein. Weiter geht es am Sonntag oder Montag, da einige Teilnehmer weder Zeit noch Muße haben, um Dr. Renoir auf seiner Reise zum Schlüssel des Geschehens und zu Valentines Trauma zu begleiten, das aufgeklärt werden muss. Leider haben zwei Teilnehmer aus triftigen Gründen permanent die Leserunde verlassen, was mir sehr leid tut. Momentan sind wir zu fünft, mich eingeschlossen. 

 


Ich denke, bis Kapitel 6 hat nun jeder gelesen. Dieses Kapitel bringt vor allem mehr Klarheit in Bezug auf Valentines familiäre Verhältnisse und lässt den bis dahin eher passiv wirkenden Renoir offensiv und fast rebellisch handeln, indem er einen befreundeten Kollegen aus Paris zur Unterstützung holt. Die Polizei hegt kein Interesse an Escarays Verschwinden und der Aufklärung des zweifachen Mordes, obwohl Renoir auf persönliche Gründe seines jungen Patienten verweist. Doch damit stößt er beim selbstgefälligen Inspektor auf taube Ohren, daher muss nun der Anthropologe Armand de Langlade sein Können beweisen und die Leichen exhumieren und anhand von Messungen identifizieren. Es bleibt also spannend. 

Dummerweise bin ich ziemlich nervös, ob und wie der Roman überhaupt ankommt. Letztes Wochenende hatte kaum jemand gepostet, und ich war ein wenig beunruhigt. Albern, ich weiß. Es läuft jetzt besser, aber ich will nicht ständig posten oder mit Info klugscheißern, die evtl. auf die Nerven geht. Ein Missverständnis gab es diesbezüglich, das mir sehr arg war. Manchmal ist der Umgangston im Internet mehrdeutig. In einer realen Diskussion hätten wir bestimmt nicht aneinander vorbeigeredet. Schwamm drüber, es hat sich alles geklärt.


Foto: Pixabay

Allerdings gebe ich zu, dass ich nicht mehr so selbstbewusst bin wie am Anfang. Das liegt nicht an teilweise kritischen Beiträgen oder Fragen, die ein wenig knifflig sind; mit dem, dass Bücher im Allgemeinen und das eigene im Speziellen Geschmacksache sind, muss ein Autor rechnen. Dennoch habe ich gerade den Eindruck, dass der Geschichte vielleicht doch etwas fehlt, worauf meine Leser/innen gehofft haben. Eine starke weibliche Hauptfigur zum Beispiel (denn Lilian ist wirklich nicht tough und auch kein Hauptcharakter). 

Oder sie hat zu viel "Religiösität", da beide Familien - Whitehurst und Escaray - jüdisch sind. Dazu ist ein bisschen Hintergrundwissen nötig, das erst später ausführlich zur Sprache kommt. 

Ich bin froh, dass meine Leserin aus Italien an der Runde teilnimmt, die das Buch erst kürzlich gelesen und für gut befunden hat. So habe ich Rückhalt, auch wenn es da und dort Kleinigkeiten gibt, die ihr nicht so gefallen. Aber das ist ja normal und ok.

Eigentlich bin ich nicht so empfindlich bzw. eine Dramaqueen, doch ich kann mich nicht erinnern, dass meine anderen Autoren-Leserunden und auch die, an denen ich "nur" als Leser teilgenommen habe, einen eher zähen Verlauf genommen haben so wie diese. Vielleicht ist es aber nur meine persönliche Empfindung oder ich steuere auf meine Tage zu... jedenfalls freue ich mich auf nächste Woche. Hoffentlich sind dann alle wieder gut drauf und haben sich erholt. Real Life ist ja auch nicht einfach.



Dienstag, 31. März 2015

Kein verfrühter Aprilscherz: Facebook Resümee, und warum ich eine Pause einlege.

Obwohl ich mich ja lange dagegen gewehrt habe, bin ich nun seit über einem halben Jahr regelmäßig auf Facebook aktiv. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei meine Autorenseite, die ich in der Tat mit viel Herzblut pflege, auf der ich Leseproben poste und so manchen themenverwandten Psychotest, der mir in meiner Chronik begegnet. Und es macht mir sogar Spaß, mich in gewissen (selbst ausgewählten!!!) Gruppen rege zu beteiligen bzw. auch Sinn und Unsinn zu posten, wo es erlaubt ist oder lieb zu kommentieren (böse Kommentare oder solche zu schrecklichen Tragödien im Tagesgeschehen erspare ich mir, das sollen andere machen, die sich auf diese Art Luft verschaffen mögen). 

Ich habe schnell *Freunde* gewonnen, verschollen Geglaubte gefunden, und natürlich freue ich mich über Anfragen / Gefällt mir der eigenen Beiträge / putzige Tiervideos und über brandaktuelle und seltene Bildchen meiner Lieblingsstars. 

 

Pixabay / EsaRiutta


Und da wäre ich bereits beim Knackpunkt: ich bin zu häufig auf Facebook, genau wie ich es anfangs befürchtet habe. Plagt mich die Langeweile, logge ich mich eben kurz mal ein. Das geht fix und zu jeder Zeit. Ist auch nichts dabei, schließlich erfährt man auf diese Art das Allerneueste von ganz vielen verschiedenen Leuten mit verschiedenen Meinungen. Aber für mich ist das auf Dauer nicht das Gelbe vom Ei (Ostern naht!). 

Manchmal wächst mir die Flut von Informationen über den Kopf oder deprimiert mich - leider bin ich seit ein paar Jahren psychisch nicht mehr so belastbar wie früher. Und ehrlich gesagt, das andere ist doch eigentlich nur Zeit-Totschlag. Zudem lenkt es mich vom Wesentlichen und meiner Arbeit ab.

Teilweise wundere ich mich auch, wie manche User sich entblößen oder Banalitäten posten, um sie dem Rest der weiten Facebook-Welt mitzuteilen. Und wie schnell man sich nach einer Freundschaftsbestätigung in einer obskuren oder für einen selbst völlig uninteressanten Gruppe findet. Von Spam und unerwünschten Markierungen will ich gar nicht erst anfangen. 

Notorische Jammerlappen und ewige Nörgler gehören leider auch zu meiner Freundesliste und tragen nicht unbedingt zur Verbesserung des Betriebsklimas bei. Ich frage mich dann schon, ob es nicht gescheiter wäre, ihnen zu kündigen, selbst wenn ich sie eigentlich ganz gern mag und weiß, dass es im Grunde sympathische Menschen sind, die durch das Mitteilen ihrer Probleme aufblühen - sowas soll es geben. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind jedoch kein Ersatz für ein persönliches Gespräch mit einem guten Freund, der sich das Problem in aller Seelenruhe anhört und, sofern gewünscht, gut gemeinte, individuelle Lösungen anbietet. Vielleicht sollte man das überdenken, ehe man praktisch Fremde tagtäglich damit behelligt und dann noch hofft, bei allen Mitleid einzuheimsen Verständnis zu wecken.

Die Chatfunktion habe ich schon länger deaktiviert, weil ich Facebook ursprünglich nicht für Privatgespräche nutzen wollte, wenngleich es ganz nett und praktisch ist, hin und wieder von "richtigen" Freunden zu hören, die man schon länger aus anderen Foren kennt, die dieselben Interessen haben oder die man nicht oft persönlich sieht.

Trotzdem habe ich beschlossen, in Kürze dasselbe mit meinem Konto zu tun. Deaktivieren nämlich. Wahrscheinlich nicht für immer, aber doch eine Zeitlang, in der ich lediglich als Administrator unter anderem Namen bzw. auf anderen Konten fungiere. Meine Autorenseite bleibt demnach erhalten und aktiv, doch das "Hauptkonto" verschwindet fürs Erste, zumindest für ein paar Wochen. Ich hoffe, meine FB-Freunde bleiben mir trotzdem gewogen - ein bisschen stolz bin ich schon auf sie.^^ Und komplett aufgeben werde ich Facebook nicht. Dazu ist es wohl schon zu spät. Also, wer mich evtl. vermisst im Selfie-Camp: I'll be back.







Dienstag, 1. Juli 2014

Mal Hü, mal Hott und Sapperlot! Deutschland im Viertelfinale

Kaum eine Stunde vergeht, in der ich derzeit nicht über Fußball-Schlagzeilen stolpere. Und das in merkwürdig ambivalenter Form.

 

jorono / Pixabay

"Das verstehen wir nicht, Jogi Löw!", "Was war das denn für ein Freistoß? - Thomas Müller erntet Spott und Häme", "Warum wir wackeln - zehn Analysen der deutschen Elf".

Oder: "Unsere Ballkünstler am Zaubern", "Warum wir Weltmeister werden müssen", "Der Titel ist Deutschland sicher!"

Bei einer so wankelmütigen Presse und ebensolchen Fans macht Jogi Löw zu Recht ein skeptisches Gesicht (aber wann macht er das eigentlich nicht?). Ehrlich, trotz Millionengage und Ruhm würde ich mit ihm oder seinem Team nicht tauschen mögen.

Ich gebe zu, das gestrige Spiel Deutschland - Algerien habe ich verfolgt und fand es ebenfalls nicht berauschend, und die Hopser von Müller auch ziemlich albern. Grazie und undurchschaubare Tricks habe ich allerdings auch nicht erwartet. Tatsächlich waren für mich die wechselnde Bandenwerbung und vor allem Jogis offensichtliche Aufregung am Spielfeldrand ungleich interessanter. Man sieht ihn ja sonst eher mit stoischer oder - wie gesagt - skeptischer Miene. Meiner Meinung hat der algerische Torwart eine mindestens genauso beeindruckende Leistung gezeigt wie der ständig gepriesene deutsche Keeper, und dennoch ist das kein Grund, dessen Stürmer- und Verteidigerkollegen niederzumachen, wenn sie das gegnerische Tor nicht treffen oder einen Sieg einfahren, bei dem das Ergebnis beruhigender ist als der steinige Weg dahin (Stichwort Xavier Naidoo).

Deutschland hat das Viertelfinale erreicht - was wollen Fans und Presse mehr? Für geschmeidigen und tänzerischen Fußball und extrem raffinierte Aktionen war das deutsche Team nie bekannt, das ist kein Geheimnis und wohl zu einem Teil Mentalitätssache. Muss man es zu etwas hochstilisieren, dessen Ansprüchen das Teutonentum nur höchst selten gerecht wird? Spielerische Eleganz, Leichtigkeit und ausgefeilte Strategien klingen toll im Fachjargon, aber nur weil die Mannschaft noch recht jung ist, bedeutet das nicht automatisch, dass sie diese "Zauberkünste" auf Kommando aus dem Ärmel schüttelt. Außerdem hat jeder (oder auch elf Männeken im Kollektiv) mal einen schlechten Tag.

 

heibe /pixabay



Obwohl es mir letztendlich egal ist, wer den Titel und den ollen Pokal holt, bin ich jetzt, nach dem frühzeitigen Ausscheiden von Portugal, für mein Heimatland (trotzdem wird mich niemand "Schland" röhren oder sogar flüstern hören...). Wegen Jogi und seinem Friseur. Und weil ich der unkenden und launischen Pressefritzen und Fans einfach überdrüssig bin.





Freitag, 4. April 2014

*Luxus-Problem*

Zum besseren Verständnis: Ich hasse diesen Ausdruck. Nicht nur, weil Luxusprobleme eigentlich gar keine Probleme sind, sondern weil es viele Wörter und Ausdrücke gibt, die ich absolut nicht ausstehen kann, da man sie an jeder Ecke hört und sie mittlerweile zu Phrasen und "Wort-Hülsen" verkommen sind (Googlebots könnten davon wahrscheinlich ein Lied singen, wenn sie musikalisch wären). Obendrein klingt es furchtbar angeberisch und überheblich, das Luxusproblem per se.

 

 

Zurück zu *meinem* Luxusproblem: ich bin klein und schmal und schon immer gewesen. Daher finde ich selten etwas zum Anziehen, das mir auf Anhieb steht, weil ich es meist umändern muss, wenn ich es denn unbedingt haben will. Die Kinderabteilung ist leider keine Alternative mehr - irgendwann wirkt man in den knallbunten Sachen nur noch lächerlich. Und da ich vor kurzem eine abschreckende Reportage über H&M und C&A gesehen habe, kann ich dort auch nicht mehr unbeschwert shoppen gehen, abgesehen davon, dass ich schon von Glück sagen kann, wenn es mal Hosen beim Stadteinkauf in Größe 32 gibt und die auch noch passen.

Heute wollte ich mir ein oder zwei T-Shirts kaufen. Ich habe streng genommen nur eines, das Halbärmel hat (also ein T-Shirt im ursprünglichen Sinn ist), und das muss ab und zu eben gewaschen werden. Also war ich in der Stadt, um auf Beutefang zu gehen. Ich weiß, dass Esprit nicht viel fairer wirtschaftet als die oben genannten Konzerne, aber die Klamotten scheinen mir doch ein wenig hochwertiger zu sein, zumindest ist das mein Eindruck (der vermutlich täuscht). Jedenfalls war ich da und habe mich schon sehr gefreut, dass einige T-Shirts in XS auf Lager waren. Super! Und die Auswahl war nicht ohne. Bestimmt finde ich was, dachte ich und habe mich durch das Angebot gewühlt. Tja. Fehlanzeige. Die Größe hat teilweise zwar gestimmt, aber wieso gibt es in diesem Jahr entweder diese scheußlichen Fotodrucke oder total altbacken wirkende T-Shirts, in denen nur noch die Schulterpolster eingenäht gehören, um daraus ein 80er Jahre-Relikt zu machen? Die Foto- und Grafik-T-Shirts sind nicht viel besser. Meist noch trist schwarz-weiß und formlos. Das Zebra ist offenbar ein beliebtes Motiv, gleich nach der schmollenden Lolita, die in verschiedene Segmente eingeteilt wird oder mit wahlweise sinnigen Facebook-Weisheiten oder *rotzfrechen* Sprüchen ("Your look sucks!") und Pailetten bedruckt und bestickt. Wieder lassen die 80er grüßen.

Da würde ich mir lieber meine eigenen Foto-T-Shirts drucken lassen, so wie ich das als Teenager gemacht habe. Die wären mir allerdings heute peinlich. Ich meine, "I believe in Sherlock Holmes"  ist genau so abgenudelt und out wie jedes Fratzenbuch-Zitat.

Na ja. Bleiben mir halt meine handgearbeiteten Tops, meine Blüschen mit lieblichem Blumenmotiv oder die karierten und dezent gestreiften, die ich schon vor fünf Jahren im Second Hand erstanden habe. Die sind immer noch tragbar und zeichnen mich außerdem als Individualisten aus.








Samstag, 8. März 2014

Frühjahrsmüde?

Während alle Welt den Frauentag feiert, sich über wärmere Temperaturen freut und schon vom Lenz frohlockt, setzt mir heuer die Frühjahrsmüdigkeit extrem zu, obwohl ich ja versuche, mir nichts anmerken zu lassen.

Selbst auf der Couch flüchte ich mich mal eben in Sekundenschlaf - auch an helllichten Tag! Ich versteh das nicht. Normalerweise bin ich nicht wirklich wetterfühlig und blühe bei Sonnenschein auf wie die Bellis und Primeln, die ich gestern im Vorgarten gesetzt habe (im hinteren Teil brütet seit Neuestem die Ente von letztem Jahr, und nein, das ist keine Ausrede dafür, die Gartenarbeit erst mal sein zu lassen. Ich würde ein Beweisfoto liefern, fürchte aber, die werdende Mama mit meiner Kamera zu vergrätzen). 

Werde ich etwa alt? Das wäre keine besonders befriedigende Erklärung für die andauernde Schlappheit. Immerhin gehe ich weiterhin ohne Klagen oder Zipperlein meinen Pflichten und sportlichen Aktivitäten nach, auch wenn mir das zurzeit ein bisschen schwer fällt. An frischer Luft mangelt es ebenfalls nicht. Ich spaziere fast jeden Tag circa 4 km und habe auch schon feste eingemummelt die Hollywoodschaukel eingeweiht. Aber fragt nicht, wie strapaziös der Frühjahrsputz war, während dem mich auf halbem Weg bzw. nach der ersten Etage die Kräfte verlassen haben.


Meist flirtet mein Bett mit mir, und genau so oft erliege ich der Verführung und krabble wohlig seufzend hinein, um dann für einen längeren Zeitraum als geplant unsichtbar und tot für die Welt zu sein. Ich hoffe, dass dieser Zustand nur vorübergehend ist, auch wenn er jetzt schon ganz schön lange anhält. Fehlende Energie und Antriebslosigkeit sind so ziemlich das Ätzendste, was einem kreativen Kopf passieren kann. Abgesehen davon finde ich, dass ich die Blümchen auf dem kleinen Katzengrab gut ausgewählt habe. Also ist noch nicht alles verloren. Es lässt darauf hoffen, dass ich demnächst wieder anspruchsvolleren Aufgaben gewachsen bin und zumindest meinen Frühjahrsputz beenden kann. 




 

Ich nehme übrigens alle Tipps gegen bleierne Müdigkeit im Kommentarbereich gerne entgegen (außer Wechselduschen!).


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Winter wird's... *schnüffi*.

Ein bisschen weit vorgegriffen für Anfang Oktober. Und dennoch werden die Nächte jetzt wieder frostig, die Tage kürzer und das Laub auf den Bäumen spärlicher und auf den Wegen dichter. Selbst in meiner Wii Fit-Konsole wirbelt es seit gestern herum.



Viele denken jetzt mit Freude an wohlig warme Stricksocken, leckere Kürbis-Suppe, Kerzenlicht und lauschige Abende vor dem Kamin bzw. dem Fernseher oder hinter ihren Büchern, die vielleicht in den Sommermonaten zu kurz gekommen sind. Und dann dauert es ja auch nicht mehr lange bis Weihnachten - das Wichtelfieber hat bereits um sich gegriffen, zumindest online. Kaum versieht man sich, gilt es, Listen anzufertigen, Plätzchen zu backen  und Adventskalender und Geschenke für die Lieben zu besorgen und zu basteln.

Insofern hat die kalte Jahreszeit sicherlich positive Seiten. Aber ich kann mir nicht helfen: ich hätte am liebsten das ganze Jahr über Sommer, wo ich barfuss oder in Flipflops und Shorts ins Schwimmbad schläppeln kann und mir keine großen Gedanken machen muss, was ich tagsüber anziehe und nachts im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster ungeniert die Laken durchschwitze. Klingt komisch, ist aber so. Außerdem feiert meine Familie kein Weihnachten, nicht im traditionellen Sinn mit Geschenken und Tannenbaum. Einerseits ist es ganz entspannend, sich dem Konsumstress zu verweigern und einfach faul zu sein; andererseits gäbe es schon ein paar Dinge, die ich mir wünsche - manchmal auch ein bisschen weihnachtliche Stimmung oder schnöde materielle Geschenke. Allerdings muss ich von Büchern vorerst Abstand nehmen, oder mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) wächst wie einst der Turm zu Babel. In diesem Jahr habe ich so wenig gelesen wie selten vorher. Dafür gab es ein paar literarische Schmankerln, die in englischer Sprache erschienen sind und mir in meinen Mußestunden schon Spaß gemacht haben, auch wenn sie bis auf zwei oder drei Ausnahmen storytechnisch nicht besonders anspruchsvoll und zuweilen auch fast unerträglich *sappy* und / oder vorhersehbar waren.

Ein paar Kisten voll von deutschsprachigen Büchern, CDs und DVDs habe ich dieses Jahr rigoros aussortiert. Ich finde es trotz meiner Hoarder-Neigung immer sehr befreiend, Platz zu schaffen und sie somit zu überlisten. Vergangenes Wochenende hatte ich einen kleinen Flohmarkt im Hof organisiert und erstaunt festgestellt, dass Bücher nicht so begehrt waren wie Filme und Musik. Ich bin seit Jahren auf Trödel- und Flohmärkten unterwegs - meine sehr gut bis wie neu erhaltenen Bücher waren bisher meist der Renner. Bedeutet das letztlich doch, dass das ebook auf dem Vormarsch ist? Täte mir irgendwie leid. So wie der Rückzug des Sommers. Aber zum Glück kommt der ja wieder.


Bildquelle: suju / Pixabay


Sonntag, 22. September 2013

Teilnehmen oder (ein) Teil nehmen?

Auch wenn es aus aktuellem Anlass anstehen würde und der Post-Titel es impliziert: Hier geht es nicht um die Bundestagswahl. Eher um die Qual der Wahl, der man ausgesetzt ist, wenn man zur schreibenden Zunft gehört. Dass ich dennoch zur Urne gepilgert bin, um im wahlpflichtigen Alter als mündiger Bürger meine Pflicht zu tun und meine Stimme abzugeben, ist eine Selbstverständlichkeit, um die ich nicht viel Aufhebens zu machen brauche ("Aufhebens um etwas machen" - schon die zweite Kuriosität in diesem Text).

Ich gebe zu, ich bin mitunter von gestern. Eine von denen, die noch die alte Rechtschreibung gelernt und sich lange gegen die neuen Regeln gesträubt haben. Auch war ich ein großer Scharf-S-Fan, das nun bis auf wenige Ausnahmen (nämlich bei langem Vokal) ausgedient hat. Richtig einleuchten wollte mir das nie - was für einen Autor freilich nicht eben günstig ist. Glücklicherweise habe ich jemanden kennengelernt (kennen gelernt?), der mir das *ss* und das *ß* sehr gut erklärt hat, als mir klar wurde, dass ich die neuen Regeln befolgen möchte. Schließlich will man nicht verstaubt erscheinen, und für einen Klassiker hat (noch) keines meiner Bücher das Zeug.





Einige Regeln sind aber nach wie vor verwirrend. Die der Zusammen- und / oder Getrennt-Schreibung, zum Beispiel. Ich weiß nicht, warum man dazu übergegangen ist, fast alles auseinander zu schreiben, und weshalb es dann doch wieder Ausnahmen gibt, die man lernen muss. Auch die Großschreibung von "Es tut mir Leid" (weil ich dir Leid angetan habe) oder "Er hat Recht" (Das Recht ist auf seiner Seite) erscheint mir merkwürdig. Ist das überhaupt noch aktuell, oder darf man mittlerweile wieder minimieren ohne den Rotstift zu kassieren? Warum wird aus Greuel *Gräuel*? Stammt es von Grau ab?

"Schnäuzen" finde ich auch furchtbar, allein schon deshalb, weil sich jedesmal (jedes Mal!) beim Lesen eine dicke schnaufende Walross-Antje vor mein inneres Auge hievt. Da macht es keinen Unterschied, ob sich ein zierliches elfenhaftes Wesen oder ein seehundartiger Herr die Nase putzt... sorry, das ist einfach respektlos und fast unfreiwillig komisch.

"Hab' ich es dir nicht eingebläut?" Hallo? Weil der Betroffene sonst sein blaues Wunder erlebt? Ich verstehe ja, dass aus dem Substantiv *Aufwand* das Adverb *aufwändig* werden soll, wenn die Reform einer gewissen Logik folgt - die mir häufig leider verschlossen bleibt - , obwohl mir "aufwendig" viel sympathischer ist. Aber an manche Regeln kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Manchmal kommt mir das wie eine Vergewaltigung der deutschen Sprache vor, die, wie wir alle aus der Schule wissen, ohnehin schwer ist. Warum wurde das "H" aus "rau" verbannt? Es ist doch ohnehin stumm und hat demzufolge nichts verbrochen.

Ach ja. Es ist halt so. Und irgendwie wäre es auch öde, wenn alles immer gleich bliebe. Wie gesagt, mit dem Doppel-S habe ich mich angefreundet. Und ich will nicht sagen, dass die Rechtschreibre-reform sinnlos wäre. Verwirrend schon, aber sinnlos? Eigentlich nicht. Trotzdem bin ich froh, dass ich kein Deutschlehrer geworden bin. Ich könnte "Schnäuzen" nicht mit meinem Sinn für Ästhetik vereinbaren.

Bildquelle: geralt / Pixabay

Dienstag, 27. August 2013

Mir ist kalt...

... den Satz kennt man ja aus Film und Fernsehen. Meist steht es dann nicht gut um den Betreffenden. Heute geht es mir genauso. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der *heiße* Hochsommer, den ich so sehr mag, mal wieder viel zu kurz war ( jaja, ich sollte nicht meckern - trotzdem hätte es für meine Begriffe öfter Tage über 30°C geben können), oder ob ich etwas ausbrüte. Tatsache ist, ich fühle mich elend - körperlich. Was schon lange nicht mehr der Fall war.

Tatsächlich kann ich mich an ein ähnliches Krankheitsgefühl mit Temperatur, rauem Hals und morgendlichen, sehr lästigen Hustenanfällen gar nicht erinnern. Ich weiß nicht einmal, wann ich meinen letzten Schnupfen hatte. Selbst in den Wintermonaten oder zu periodischen Grippeattacken konnte ich nie mitjammern und schniefen, was mir manchmal selber komisch vorkam - auch wenn ich entsprechend mit Nahrungsergänzung vorsorge, die sich bewährt hat. Und jetzt nur ein kleiner Wetterumschwung, und schwupps bin ich im Eimer. Sehr ominös.

Vielleicht hat es außerdem etwas mit Stress zu tun. Und mit der Erkenntnis, dass spätestens Ende August wieder die Christstollen und Spekulatius in den Supermärkten ausliegen (ich hab sie schon gesehen, gestern!). Verrückt. Warum verkauft man die weihnachtlichen Süßigkeiten eigentlich nicht gleich übers ganze Jahr. Ich kenne zumindest einen, der sich darüber freuen und Christstollen auch zum Mittagessen verzehren würde. Der hat aber - unter uns - auch nicht wirklich alle Tassen im Schrank.




Vielleicht muss ich doch auswandern. Nach Bora Bora oder Hawaii. Irgendwohin, wo immer die Sonne scheint, und wo man nicht so hektisch lebt wie hier und den Augenblick genießen kann. Einfach mal nichts tun, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Das haben wir Mitteleuropäer im Allgemeinen verloren und verlernt. Wir haben es so eilig, dass wir bald wie in Australien Weihnachten draußen im Garten feiern können.

Darum werde ich mir jetzt eine Tasse Tee kochen, mich ein bisschen entspannen und von der Südsee träumen und später evtl. eine Runde "Go Vacation" im Seeresort absolvieren. Prima zum Ablenken und eine meiner momentanen Lieblingszeitverschwendung, die (bisher) nicht langweilig wird - besonders zu zweit mit den eigens erstellten Miis spielen macht riesigen Spaß, auch wenn die Steuerung zunächst ein bisschen störrisch daherkommt. Man kann sich ja steigern, in jeder Beziehung... und hoffentlich bald wieder fit werden.




Mittwoch, 5. Juni 2013

Sherlock vs. Holmes

Zur Zeit bin ich im Sherlock Holmes-Fieber, und das dank Benedict Cumberbatch und der BBC-Serie schon seit November 2012. Die Sonderedition mit allen Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle wartet noch darauf, gelesen zu werden, aber zum Glück gibt's ja auch handlichere Taschenbuchausgaben, an die ich mich nun gewagt habe - natürlich im englischen Original. Ich mag Sherlock Holmes und seine weisen Sprüche wie "To a great mind, nothing is little".

Er ist zuvorkommend, höflich, einfühlsam - aber auch manchmal fast kindisch, impertinent und von sich selbst so überzeugt, dass es schon mehr als Arroganz sein könnte. Oft geht er damit selbst dem phlegmatischen Watson auf die Nerven, der ihn eigentlich bewundert für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Detektiv.

Gestern habe ich mir seit langem mal wieder eine der Uralt-Verfilmungen mit Basil Rathbone und Nigel Bruce zu Gemüte geführt, nämlich "The Hound of the Baskervilles" von 1939.

Basil Rathbone ist für mich einer der ganz Großen, und er wird es immer sein als Schurke und Errol Flynn-Gegenspieler in Filmen wie "Unter Piratenflagge" und "Robin Hood".

Als Sherlock Holmes - fast tut es mir leid, zu sagen - ist er m. M. nach charakterlich nicht so sehr geglückt. Angesichts der äußeren Erscheinung und der markanten "Adlernase" hätte Sir Arthur ganz bestimmt verzückt die Hände zusammengeschlagen, doch was Holmes' Art und Macken angeht, wirkt Mr. Rathbone zu brav und zu vornehm. Natürlich hat er damit der Figur Sherlock Holmes seinen Stempel aufgedrückt (auch diverse Nachfolger-Holmses wie Peter Cushing und Jeremy Brett schwimmen in Basils Fahrtwasser), doch der literarische Holmes kann auch mal völlig aus der Reihe tanzen und sich einen feuchten Kehricht scheren um viktorianische Konventionen.

Geprägt durch Sir Rathbones Bild in den Filmen fand ich es dann auch merkwürdig zu lesen, dass Sherlock Holmes während einer Kundenkonsultation ungeniert und demonstrativ den Klienten angähnt, um seine Langeweile zu betonen, oder dass er ungehemmt kichert, wenn ihn etwas amüsiert. Wie ein Spürhund auf alle viere geht und eifrig an Dingen schnüffelt, um eine Fährte aufzunehmen. Sieht man das Basil je tun? Verliert er je die Contenance?

Nicht, dass ich seine Verdienste als Sherlock Holmes schmälern möchte. Wirklich dran am Original ist er aber nicht. Von Nigel Bruce als cholerischem Sidekick Dr. Watson rede ich lieber nicht. Nicht missverstehen. Ich finde beide Schauspieler klasse, nur: Watson ist kein Typ, der so rasch in die Luft geht wie Mr. Bruce, der für solche Rollen offenbar prädestiniert war.

Da sind mir die beiden Herren aus der Serie doch näher dran an Sir Arthurs Hirngespinst und Nemesis. Martin Freeman, der den traumatisierten, zurückgekehrten Soldaten mit einer gewissen Leidensfähigkeit verkörpert, die ihn trotzdem nicht am Leben verzweifeln lässt, ist alles andere als ein Hitzkopf. Das ist auch gut so, denn dafür neigt Sherlock-Cumberbatch zu Schnellschüssen und Impulsivität, auf die Watson-Freeman ausgleichend einwirken kann (vorausgesetzt, er möchte es). Irgendwie sind da die Rollen genau vertauscht im Vergleich zu Rathbone / Bruce. Vielleicht hat man die beiden letzteren einfach nicht gegen den Strich besetzen wollen, zumal Sherlock Holmes als distinguierter Gentleman besser kommt als ein aufgeblasener Kindskopf. Schön, dass Benedict Cumberbatch beides sein darf... ich glaube, seine Ambivalenz macht gerade den Erfolg und den Reiz der Serie aus.




Was Robert Downey Jr. und Jude Law betrifft, kann ich mir kein Urteil erlauben; die Filme habe ich nicht komplett gesehen und es eigentlich auch nicht vor. Aber das Video ist köstlich! Und heute Abend schaue ich mir evtl. den nächsten Holmes-Oldie meiner etwas zu Unrecht verstaubten Collection an. Denn eines muss ich zugeben: Basils Morgenrock ist eleganter als Benedicts.^^