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Dienstag, 18. August 2026

Catsitter zum zweiten...

 Nachdem wir letztes Jahr unseren Job als Catsitter so verlässlich und verantwortungsbewusst erledigt haben, war klar, dass wir diese Saison wieder als Pflegemamas der Katzengang unseres Cousins angetreten sind. Für uns ist das eine große Ehre und auch ein Spaß, denn die vier Samtpfoten (Leo ist leider nicht mehr dabei) sind alle so süß und echte Charakterköpfe. Und sie wussten auch noch, wer wir sind, denn wie jeder Katzenfan weiß, haben die Tierchen ein unglaublich gutes Gedächtnis.

 

Mit Gizmo, Felix, Maxl und Lilly (KI)

 

Etwas mühsam und erschwerend kam hinzu, dass Felix nun aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion täglich eine Pille vor dem Fressen zu sich nehmen muss, die wir mit allen Tricks und Raffinessen versuchten, ihm schmackhaft zu machen, da wir mit dem Nutella nicht so ganz einverstanden waren, das er hingebungsvoll vom Napfrand schleckt und in dem wir seine Medizin verstecken sollten. Kurz und gut, wir machen es immer noch, denn Felix lässt sich nicht bluffen und besteht auf seine süße Vorspeise (soviel zum Gerücht, Katzen wären nicht fähig, Süßes zu schmecken). 

Ärger allerdings hat uns allen - Mensch und Tier - die Hitze zugesetzt. In den letzten Wochen gab es fast ununterbrochen über 35°C. Ich bin für die sanitäre Einrichtung der Hausherren Felix und Gizmo zuständig und war jedesmal nach der Reinigung schweißgebadet. Es ist an sich ohnehin keine Arbeit, um die man sich reißt, aber bei solchen Bedingungen, mit megaschwerem Mineralkatzenstreu und zwei älteren Herren, die nicht immer exakt die Mitte des Klos treffen, war die Bullenhitze nicht eben förderlich. Neben schwitzen habe ich oft gekeucht und gestöhnt, bis die großen Brocken abgetragen waren. Allerdings bin ich froh, dass ich nicht zimperlich bin, was das angeht. Auch wenn unsere Kater Toby und Mikkel leichteres, geruchsneutrales Streu aus Holzpellets haben, das man sogar übers WC entsorgen kann, und ich mir oft wünschte, das wäre dort genauso. Aber ach - ich liebe sie ja auch, den Felix und den Gizmo, und möchte, dass ihre Toiletten keinen Grund zur Beanstandung geben. Katzen sind sehr reinliche Gesellen, und nehmen eine unsaubere Umgebung persönlich.

 

Lilly und ich 

 

Mein Lieblingspflegekätzchen - wenn ich denn eines haben sollte - ist Lilly. Wir waren verstört und traurig, als unser Cousin vor seinem Urlaub erzählte, dass es ihr nicht gut geht und die Tierärztin vor kurzem einen Tumor im Maul festgestellt hat. Falls es ihr schlechter gehe, sollten wir sie anrufen, damit Lilly nicht leiden muss. Merkmale wären Probleme beim Fressen und viel Sabber. Wir haben noch von Mamas Bestand aus Gesundheitsprodukten das pulverisierte Vulkangestein Zeolith, auch bekannt als "der Stein des Lebens". Google meinte auf Nachfrage, dass es auch Tieren hilft und in Japan speziell Katzen damit ein langes Leben von über zwanzig Jahren erreichen. Also nicht lang gefackelt. Bei Antritt unserer "Dienstzeit" mischten wir Lilly und Maxl, den Freigängern, eine Messerspitze Zeolith unters Futter und baten Jesus, sie zu schützen. Das ist jetzt fast drei Wochen her, und Lilly geht es richtig gut! Sie hat sogar zugenommen. Der Geifer wurde weniger und ist fast weg. Vielleicht - so vermuten wir - war der Tumor ein Geschwür, das durch das Zeolith geschrumpft ist. Jedenfalls sind wir mächtig stolz auf Lilly, ihren Appetit und ihr Fell, das altergemäß nicht mehr das weichste ist, aber doch wieder schön durch das Zeolith und unsere tägliche Fellmassage, auf die sie schon schnurrend wartet nach den Mahlzeiten. Was Lilly mir bedeutet, kann ich schwer erklären, denn ich sehe sie ja nicht häufig. Aber ich bin ganz verzückt von ihrem ernsten Gesichtchen, ihrer Lebenserfahrung und Weisheit, mit der sie abends am Teich zu unseren Füßen philosophiert, und ihrer kleinen, zähen Statur. Sie haust, wie ihr Sohn Maxl, hinter und in der Scheune und entfernt sich nie weit vom Grundstück. Unser Cousin sagte, sie tauchte einfach irgendwann auf und ist geblieben. Das macht sie in meinen Augen noch liebenswerter.

 

Rien ne va plus! Gizmo mit dem Roulette

 

Den beiden Wohnungskatzen haben wir ein paar Spielsachen besorgt. Wir sind nur morgens und abends für etwa eine Stunde da, so dass wir fanden, sie bräuchten zwischendurch ein wenig Unterhaltung. Vor allem der anhängliche Felix braucht Aufmerksamkeit und Gesellschaft. Auf fruchtbaren Boden sind unsere Bemühungen kaum gefallen; aber wir haben die beiden doch mal am Roulette mit klackenden Bällen erwischt. Und beim Radioeinschalten. Das war ein Schreck! Der lief nämlich einmal, als wir ankamen. Erst eine Nachricht aus Kroatien, sie seien wohl über die Fernbedienung spaziert, ließ uns aufatmen und -lachen. 

Es war wieder ein Abenteuer mit den vieren. Der sonst recht scheue Maxl hat uns sogar eine Ratte gebracht, was offenbar ein Geschenk sein sollte; seitdem ist er erstaunlich schmusig und wagemutiger als Gizmo im zwischenmenschlichen Umgang. So, nun ist es wieder Zeit, nach der Meute zu schauen. Unser Cousin hat nämlich seinen Urlaub um einige Tage verlängert...

 

 

Donnerstag, 14. August 2025

Ferienjob Catsitter ~ verantwortungsvoll, aber supertoll!

 Seit fast zwei Wochen versorgen wir fünf Katzen, während deren Halter im Urlaub ist. Zwei davon sind Wohnungskater, die anderen drei halten sich hauptsächlich draußen und in der anliegenden Scheune auf. Ich war zuerst etwas verunsichert, ob ich der Aufgabe gewachsen bin. Zwar haben wir selbst Mikkel und Toby, doch für fremde Katzen zu sorgen, ist eine andere Sache. Man muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Füttern und Klo sauber halten reicht nicht. Unsere Pflegekatzen sind Ansprache und Zuwendung gewöhnt, sowohl die drinnen als auch die "Wilden".

 

Mit der kleinen alten Dame Lilly.

Der erste Tag war auch tatsächlich etwas holprig in dem Bemühen, die richtige und rationelle Reihenfolge zu finden, doch wer uns sehr geholfen hat, war Felix. Er erinnert vom Wesen her an unseren Toby: charmant, zutraulich und wortgewaltig, hat er uns den Einstieg so gut erleichtert wie er konnte. Sein WG-Kumpel Gizmo gehört dagegen zur schüchternen Sorte wie Mikkel. Das finden wir jedoch nicht weniger liebenswert, und manchmal hat Zurückhaltung und Distanziertheit ja auch ihren Grund und etwas Positives. Der Halter meinte zu uns, es sei ok, wenn wir die Näpfe füllen; Gizmo würden wir vermutlich selten bis nie zu sehen bekommen. Wir fanden das zwar schade, aber verständlich, wenn er zu Fremden kein Vertrauen fasst. Umso mehr hat er schon am dritten Tag überrascht, als er im Wohnzimmer saß und sich malerisch von der Abendsonne bescheinen ließ, ohne sich um uns zu kümmern.

 

Gizmo

 Zu nahe kamen wir ihm nicht und haben uns erst mal um unsere Aufgaben und Felix gekümmert, der sich bald auf unseren Besuch zu freuen schien. Oft fing er uns schon am Treppenabsatz oder unten im Erdgeschoss ab. Das Haus gehörte übrigens Oma Lisbeth. Jetzt wohnt einer ihrer Enkel darin, das macht die Besuche noch einmal besonders besonders. 😊 In der ersten Zeit saßen wir oft mit Felix am Küchentisch und hatten feuchte Augen, überwältigt von Erinnerungen und auch Felix, von dem wir uns schwer trennten, da er so offensichtlich Gesellschaft und Streicheleinheiten schätzt. Die Vorstellung, er sitzt da noch und vermisst menschliche Geschäftigkeit, nachdem wir fortwaren, ist vielleicht zu menschlich gedacht für unabhängige Katzen, und trotzdem konnten wir sie nicht abschütteln. Zumal Felix erstaunlich menschenbezogen ist.

 

Der Charmeur Felix

 

Es ist für alle Katzen das erste Mal, dass der gewohnte Mensch für längere Zeit außer Haus ist, und dafür - das haben wir ihnen lobend erklärt - machen sie es wirklich gut. Keine unangenehmen Überraschungen, Protest oder sonst irgendwelche Aktionen haben wir feststellen und beseitigen müssen. Im Gegenteil; selbst der scheue Gizmo wurde zutraulicher und ließ sich sogar zu Gesprächen und zum Schmuse-Modus verleiten. Es sind ganz besondere Katzencharaktere, jeder einzelne. Obwohl wir es vorher bereits wussten, beweisen Felix und Co. wieder aufs Neue, dass jedes Tier eine einzigartige Persönlichkeit hat. Selbst die Wilden sind uns gewogen, die nach den beiden an der Reihe sind mit der Fütterung.

 Jeden Abend sitzt die kleine Lilly mit uns am Teich und lauscht unseren Gesprächen. Sie ist sicher fast zwanzig Jahre alt und einfach rührend! Sie kommt uns auch sehr weise vor. Wenn wir uns mit Lilly beschäftigen, wundert es uns, weshalb wir nur eine Katze hatten in unserer Haustierlaufbahn, während alle anderen Kater waren. Man sagt, dass Katzen oft einfühlsamer sind als ihre männlichen Artgenossen. Auf Lilly trifft das auf jeden Fall zu. 

 

Quad-Lilly
 

 Wir waren sehr verblüfft, als sie spürte, dass wir traurig waren und versuchte, uns zu trösten. Mit Köpfeln, Schmusen und dem Teilen ihres Futters, das sie uns vor die Füße legte, brachte sie uns auf andere Gedanken. Von den beiden anderen kennen wir leider die Namen nicht; doch auch sie kommen uns gelegentlich besuchen. Der eine dem ernsten Gesicht nach ein Nachfahre von Lilly und scheu, der andere schwarzweiß getigert und lautstark. 

 Gizmo haben wir übrigens mit Katzengras und einem Baldriankissen geködert. Vor allem Ersterem konnten weder er noch Felix widerstehen. Da er scheinbar etwas von einem Perser in sich und einen sehr dicken Pelz hat, kommt ihm die Verdauungshilfe offenbar zugute. Allerdings passen wir auf, dass sie sich nicht übernehmen. Beide sind schon etwas älter und haben eine Routine entwickelt, wo Veränderungen nicht mehr so leicht sind. Da sind Katzen uns Menschen doch ziemlich ähnlich. Aber man merkt, dass ihnen durch die neuen Entdeckungen nicht langweilig wird.

 

Mjam Mjam...

 

Gäbe es Catsitter als Berufsbezeichnung, die offiziell anerkannt wird, hätte ich wohl meine Berufung gefunden. Vormittags und abends verbringen wir mindestens eine Stunde mit den kleinen Tigern, und wir wissen jetzt schon, dass wir alle fünf vermissen werden, wenn der Urlaub unseres Cousins vorbei ist...