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Sonntag, 20. Dezember 2020

Unsere kleine Farm (Little House on the Prairie) ~ Lieblingsserie seit Jahren endlich auf Blu Ray!

Auf Weihnachten hin habe ich mir ein besonderes Geschenk gemacht. Eine Blu Ray-Box voller Kindheitserinnerungen nämlich. "Unsere kleine Farm" hat mich von klein auf begleitet, ähnlich wie Bonanza. Und bis heute kann ich mich dem Zauber der Serie nicht entziehen, vielleicht sogar im Gegenteil. Vieles, was ich als Kind zwar schön fand, aber nicht wirklich verstanden habe, wirkt auf mich nun noch schöner und wahrer als damals. Zu Recht ist die Serie ein Klassiker, der fast fünfzig Jahre nach der Erstausstrahlung immer noch in ausgewählten Fernsehprogrammen läuft und nostalgische Erwachsene und Kinder glücklich und nachdenklich macht mit den berührenden, tiefsinnigen Geschichten rund um die gnadenlos sympathische Siedlerfamilie Ingalls (Michael Landon als patenter und warmherziger Pa, Karen Grassle als mitfühlende Ma, Mary Sue Anderson als die kluge Mary, Melissa Gibert als vorwitzige Laura und das liebenswert täppische Nesthäkchen Carrie, das von den Zwillingen Lindsay und Sidney Greenbush verkörpert wird).



Ich konnte es natürlich nicht abwarten und habe sofort nach Erhalt der Box angefangen, in Erinnerungen zu schwelgen. Die Abende werden zu Nächten, in denen ich mich mitfreue und mitleide, wenn Pa und Ma und ihre süßen Mädels von den Wäldern Wisconsins aufbrechen auf die Suche nach einem Zuhause, das sie in der kleinen Siedlung Walnut Grove in Minnesota finden. Dort erleben sie allerhand Abenteuer, werden aber auch vor Herausforderungen gestellt, die sie mit dem Glauben an das Gute und ihr Vertrauen zu Gott meistern. Die Folgen sind so vielschichtig, universell und abwechslungsreich, dass sich jeder Zuschauer in einer der Figuren wiederfinden kann und die eine oder andere Situation ähnlich erlebt hat. Da wäre zum Beispiel Lauras erster Liebeskummer oder die von Spielen ausgeschlossene Olga, die ein zu kurzes Bein hat, um das sich Pa Charles kümmert, indem er Olga einen Spezialschuh anfertigt, mit dem sie endlich keine Außenseiterin mehr sein muss. Ach, das war so schön anzusehen, wie sie ihm in stummer Dankbarkeit in die Arme fällt, nachdem sie ihre ersten Schritte mit dem neuen Schuh getan hat.

Auch die übrigen Bewohner von Walnut Grove sind meist wohlwollend und herzlich. Da ist der Sägewerkbetreiber Hanson, der sich einen freundlichen Uhrenwettstreit mit Doc Baker liefert, die moralisch korrekte Witwe Synder, die sich in den rauhbeinigen Isiah Edwards verliebt und mit ihm in den Mittagspausen ganz undamenhaft einen bechert, die geltungssüchtige Kolonialwarenhändlerin Hariett Oleson und ihr gutmütiger Mann Nels mit deren verwöhnten Bälgern Nellie und Willie, die Mary und Laura aufgrund ihrer einfachen Herkunft sticheln und triezen, sowie immer wieder neu auftauchende renommierte Gaststars, die einem trotz eines kurzen Auftrittes schnell ans Herz wachsen. Etwa Ernest Borgnine als Jonathan, der sich als Lauras Schutzengel herausstellt, als sie ihren kleinen verstorbenen Bruder in den Bergen sucht und ihn gegen sich selbst für Gott eintauschen möchte, weil Pa sich immer einen Jungen gewünscht hat. 

Die spirituell angehauchten Episoden sind wohl meine favorisierten, doch auch der Alltag der Ingalls ist alles andere als eintönig oder langweilig, oft sogar dramatisch, und nicht immer nimmt alles ein gutes Ende. Obwohl die Serie im späten 19. Jahrhundert spielt und von vielen vielleicht als spießig, altmodisch oder (zu Unrecht) "Heile-Welt-Vorgaukelei" abgetan wird, finde ich ihre Botschaft von Nächstenliebe und Respekt und Würde für jeden Menschen heute wichtiger denn je.

 

Patchwork gibt's bei den Ingalls nur auf Stoffen

 

Zwar kann ich mich schwer entscheiden, wen ich eigentlich am liebsten mag und am interessantesten finde im Ingalls-Universum (die Olesons als Kaufmannsfamilie waren mir nie so unsympathisch wie sie konzipiert waren, auch wenn ich ihren sagenhaften Ruf als reichste Bürger der Stadt nie wirklich nachvollziehen konnte), aber ich glaube, es sind doch Pa Charles und Ma Caroline. Vielleicht, weil ich als Kind immer dachte, dass sie meinen Eltern so ähnlich sind. Und irgendwie sind sie es tatsächlich. Wie Pa hat auch mein Vater in einem Sägewerk gearbeitet und ist ein patenter Handwerker, während meine Mutter in allem das Gute sieht und sich nicht unterkriegen lässt. 

Ma verlässt sich in vielen Angelegenheiten auf Pa, doch wenn es hart auf hart geht, steht sie ihren Mann. Das mag ich an ihr besonders. Sie ist keine toughe Tussi oder wehleidige Zicke wie die meisten aktuellen weiblichen Serienfiguren, sondern packt mit an, ohne dabei ihren femininen Charme einzubüßen. Außerdem ist sie unglaublich hübsch durch ihre positive Ausstrahlung. Obwohl sich Michael Landon und Karen Grassle offenbar hinter der Kamera nicht ganz so gut verstanden wie davor, kann man kaum glauben, dass sie nicht auch in echt das Dreamteam der Fernsehgeschichte waren / sind. Die Kinder sind mit der Serie übrigens großgeworden und gründen in späteren Staffeln ihre eigenen "little houses."

Apropos Dreamteam und Über-Pa Charles Ingalls: Dass Michael Landon - Hauptdarsteller, Autor, Regisseur und Produzent vieler Episoden - nicht so perfekt war wie in seinen Serien, sondern eigenwillig und bisweilen auch rücksichtslos seine Vorstellungen durchgesetzt hat und ein Mensch mit Fehlern war, kann man ihm meiner Meinung nach nicht vorwerfen. Was für mich zählt, ist sein Werk; das, was er der Nachwelt hinterlassen hat. Etwas einzigartig Schönes, das viele Menschen glücklich macht und ihnen Hoffnung gibt. Und das macht ihn für mich irgendwie tatsächlich zu einem Engel auf Erden.

 

Bildquelle: Pinterest


Mittwoch, 20. November 2013

*Glücks-Bringer*

Die Themenwoche der ARD bietet mir heute meinen Aufhänger zum Beitrag. Was ist eigentlich Glück, und wann sind wir bzw. bin ich besonders glücklich?

Abgesehen vom Offensichtlichen (Liebe, Familie, Gesundheit, Kreativität, Freude, Spaß und Erfolg haben, gutes Essen auf dem Tisch...) sind das bestimmte Erinnerungen, die entweder ein vertrauter, angenehmer Geruch hervorruft oder ein Lied zu einer denkwürdigen Gelegenheit, das Streicheln und Schnurren einer Katze, das Betrachten von Fotos, und auch Musik und Filme. Besitz eher weniger.





Läuft seltenerweise z. B. gerade "His Latest Flame" im Radio, fangen meine Füße zu zucken an. Obwohl der Text ein schwerer Schlag ist für den armen Elvis, springen meine Endorphine auf und ab wie wild und manchmal bin ich so ergriffen von seiner Stimme, dass ich kaum Luft bekomme.^^ Ich finde, dieser Song ist das Beste, was der King je abgeliefert hat, und das will für einen Fan wie mich eine Menge heißen.

Sehnsüchte und Glücksgefühle weckt "Bora Bora" von Tony Marshall. Wie er das Flair der Insel eingefangen hat, finde ich überhaupt nicht kitschig oder schwülstig, sondern einfach nur zum Heulen schön. Wahrscheinlich will ich deswegen auch irgendwann mal dort hin (und bin dann enttäuscht, dass ich mir den Strand nicht zum Zimmer nehmen kann). Schlager sind an sich nicht so mein Ding, aber dieser trifft mitten in mein mitunter extrem sentimentales Herzchen.

Dann wären da noch eindeutige *Glücksmacher* von meinen Lieblingsinterpreten Chris Issak und Buddy Holly - sicher bin ich nicht die Einzige, die bei "Dancin'" verschwenderisch Hormone ausschüttet - glücklicher Natur, versteht sich. Dazu trägt auch der hypnotische Rhythmus bei. Man kann sich fast in eine Art Trance tanzen.

Ein Zufall ist es wahrscheinlich nicht, dass an Chris Isaak auch ein echt guter Elvis-Imitator verloren gegangen ist.




Wissenschaftlich erwiesen ist übrigens, dass das Hauptthema von "Pirates of the Caribbean" die meisten Zuhörer glücklich macht. Es spielt scheinbar nicht einmal eine Rolle, ob sie die Filmtrilogie (für mich immer drei Teile - der vierte zählt nicht!) mit dem täppischen Capt'n Sparrow gesehen haben oder nicht. Irgendeine geheime Zutat hat die Melodie, die jeden zum Grinsen bringt. Da hat der Komponist Hans Zimmer sozusagen buchstäblich einen Glückstreffer gelandet. Vielleicht sollte man sich mit "He's a Pirate" als Motivations-Song in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen berieseln lassen.

Gute Filme und Serien gehören ebenfalls zum Glück - jedenfalls zu meinem. Auf die dritte Sherlock-Staffel muss ich ja leider bis Anfang 2014 warten *schnüffi*, und so habe ich neulich beschlossen, meinen Kanada-Export von "Little House on the Prairie" (Unsere kleine Farm) nach Jahren mal wieder anzuschauen. Allein der Gedanke, dass jetzt erst mal für eine Weile was Gescheites im Fernsehen bzw. auf  DVD läuft, macht mich glücklich. Ich liebe die sympathische Pionierfamilie Ingalls, und ich mag die tiefsinnigen Geschichten, die alles andere vorgaukeln als heile Welt, dabei aber immer eine optimistische Grundstimmung vermitteln, ohne ins Moralinsaure abzudriften.

Michael Landon war schon früh so etwas wie ein Vorbild für mich, und wenn ich jetzt im "reifen" Alter das auf mich wirken lasse, was er zu Lebzeiten geschaffen hat, dann muss ich sagen, war er seiner Zeit weit voraus und auf seine Art ein Pionier. Ein philosophischer nämlich - amerikanische Mentalität hin oder her!

Ach ja - natürlich bin ich auch glücklich, wenn ich eine Geschichte zu Ende gebracht habe. Meistens. Es passiert auch, dass ich traurig bin, weil ich meine Figuren und die Zeit, in die ich sie gesetzt habe, nun verlassen muss. Aber das ist eher selten der Fall. Oft überwiegt doch das gute Gefühl, etwas begonnen und beendet zu haben.

Und bevor ich es vergesse, werde ich selbst ein bisschen philosophisch: Glück hat viel mit Dankbarkeit zu tun.










Donnerstag, 17. Januar 2013

Eine Lanze für Fanfiction brechen. Oder wie alles begann...

Da ich ein sehr visuell geprägter, beobachtender und Medien interessierter Mensch bin (mit Medien meine ich Bücher und Filme - Technologie weniger… setzt mich vor ein IPad, und ich rätsle stundenlang, wo zum Henker eigentlich den Anschaltknopf ist), waren meine ersten Gehversuche in Richtung Schriftstellerei die des Fanfiction-Schreibens. Ich war ungefähr zehn oder elf und ein großer Fan von Michael Landon und seinen Serien “Bonanza” und “Unsere kleine Farm” (und nein, ich werde nicht rot und stehe dazu, beides auf DVD zu besitzen und immer noch gelegentlich anzusehen).

Mit einer Freundin fing ich an, kurze Geschichten zu Bonanza zu schreiben, sowie später zum bayerischen “Tatort” mit den Kommissaren Ivo Batic und Franz Leitmayr. Meinen Fanfiction-Höhepunkt erreichte ich mit dem Verfassen eines “House MD”-Epos, von dem einige Teile online stehen.
 


Ich weiß, dass Fanfiction von “kultivierten” Lesern häufig als “Schund” oder “niveaulos” belächelt wird, doch wer sich die Mühe macht, auf www.fanfiction.net ein paar Stories zu lesen, wird feststellen, dass es dort - wie bei richtigen Büchern - Geschichten gibt, die wahnsinnig gut geschrieben sind und emotional bewegen, unabhängig davon, ob es sich um Harry Potter oder Sherlock Holmes handelt.

Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß mit meiner Fanfiction, in der ich mal so richtig die Sau rauslassen konnte. (O;

Mein OTP (Own True Pairing) war übrigens weder Huddy noch Hilson… und das Weiterentwickeln der bereits vorgegebenen Figuren war / ist eine gute Übung, um nicht einzurosten, wenn einem partout keine eigenen Charaktere einfallen wollen.

Link: Mein Fanfiction-Bericht für Dummies