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Sonntag, 28. Juni 2026

Den Himmel gibt's echt ~ Die erstaunlichen Erlebnisse eines Jungen zwischen Leben und Tod - Todd Burpo mit Lynn Vincent

Bei Büchern, die einen realen Hintergrund haben, fällt es mir immer ein wenig schwerer, Rezensionen zu schreiben. Und gerade bei diesem war ich doch sehr hin und hergerissen. Ich fand es im Regal einer Bekannten, und da mich seit Mamas Heimgang der Himmel unglaublich interessiert, habe ich es mir ausgeliehen. Obwohl mehr ein Büchlein, ist es keine leichte Kost und auch nichts zum Schmunzeln. Aber es macht nachdenklich. Und irgendwie habe ich den kleinen Colton auch beneidet um die Selbstverständlichkeit, mit der er seine ungewöhnlichen Erlebnisse schildert; sehr zur Verwunderung seiner Eltern, dem Pastorenehepaar Todd und Sonja. 

Inhalt:  „Den Himmel gibt’s echt“ (Originaltitel: Heaven is for Real) ist ein christliches, biografisches Buch von Todd Burpo und Lynn Vincent aus dem Jahr 2010. Es erzählt die wahre Geschichte des vierjährigen Colton Burpo, der während einer Notoperation wegen eines Blinddarmdurchbruchs eine Nahtoderfahrung hat. Monate nach seiner Genesung beginnt Colton, seinen Eltern beiläufig von Erlebnissen während der Operation zu erzählen. Er berichtet, dass er seinen Körper verlassen habe und im Himmel gewesen sei. Seine Eltern sind zunächst skeptisch, doch Colton nennt Details, die er unmöglich wissen konnte: Er beschreibt exakt, was seine Eltern in getrennten Räumen taten und beteten, während er operiert wurde. Außerdem berichtet er von einer Begegnung mit seiner durch eine Fehlgeburt verstorbenen Schwester und seinem Urgroßvater, der dreißig Jahre vor Coltons Geburt starb, und erkennt ihn später auf einem alten Foto wieder, auf dem der Uropa noch ein junger Mann ist. Er darf zudem mit anderen Kindern und Frauen in die Zukunft schauen und sieht seinen Vater Todd an der Seite der Engel gegen die "Monster" kämpfen, wie von Johannes in der Offenbarung prophezeit. Auch das Aussehen von Jesus (für das sich beide Elternteile merkwürdigerweise brennend interessieren) lässt wenig Fragen offen.

Das Buch beschreibt, wie diese Offenbarungen das Leben und den Glauben der Familie Burpo sowie ihrer Kirchengemeinde tiefgreifend verändern. Für Todd Burpo werden die kindlichen Schilderungen zu einer Bestätigung seines eigenen Glaubens und einer Botschaft der Hoffnung, dass der Himmel tatsächlich existiert.

 

Vielleicht das richtige Bild... CharlVera / Pixabay

Meinung: Ich war, wie gesagt, ein bisschen zwiegespalten beim Lesen. Am Ende war es doch sehr beeindruckend, wie ein knapp vierjähriges Kind von Jesus, seinem Pferd, Regenbögen, Engeln und verstorbenen Menschen erzählt, die im Himmel alle jung sind, Flügel haben und sich auf diejenigen freuen, die noch auf der Erde sind und, sofern sie Jesus angenommen haben, bald nachkommen. Dann wiederum kam mir das ein wenig zu simpel vor. Nichts gegen kindliche Sicht, und ich glaube auch, dass Erwachsene den Glauben zu kompliziert machen (was auch Papa Todd immer wieder auffällt), aber Colton erzählt vom Himmel so, wie die Menschen es erwarten. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wie es dort aussieht, ob es auch eigene Häuser für die Verstorbenen gibt, was sie dort machen. Ob sie ihren Hobbies nachgehen, die sie auf Erden gehabt hatten oder ob es ganz neue Dinge zu erleben gibt. Gibt es Handel im Himmel? Ist er der Erde ähnlich, nur ohne Sünde? Farbenfroher soll er sein, ja. Das wirkt auf mich aber immer so furchtbar abstrakt. Vermutlich fehlen Zurückkehrenden für einen Blick in den Himmel die Worte - erst recht einem Vierjährigen. 
 
Erstaunlich fand ich, dass Colton den Uropa nur anhand eines alten Fotos erkannt hat - nicht als älteren, sondern als sehr jungen Mann. Und dass Jesus anders aussieht als auf den meisten Abbildungen von Künstlern - er soll kürzeres Haar haben und blaugrüne Augen. Aber ganz ehrlich: ist das so wichtig? Mich hätten andere Fragen mehr interessiert. Was zum Beispiel hat Colton im Himmel gemacht außer Jesus und Johannes den Täufer zu treffen und bei der Endschlacht zuzuschauen? Ist Zeit existent? Ein wenig kam die Andeutung darüber auf, doch sie scheint anders zu funktionieren als die irdische. Laut Colton war er nur drei Minuten im Himmel, und hatte für diese relativ kurze Spanne doch viel zu erzählen.
 
Das Buch wurde im Jahr 2014 verfilmt. Vielleicht schaue ich mir das mal an. Bewundert und tatsächlich auch beneidet habe ich Colton jedenfalls, der jedem im Brustton der Überzeugung mitteilt, dass es den Himmel wirklich gibt. Ohne dass er viel Aufhebens oder Worte darum macht. Wir Erwachsenen haben da hin und wieder doch unsere Zweifel. Aber sagt Jesus nicht: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nie das Himmelreich schauen." ? Gerade deshalb hat mir das Buch Trost gegeben und auch geholfen.

 
Bewertung: 💫💫💫💫 
 
 

Freitag, 24. Oktober 2025

Gedicht vom Paradies


 
Im Paradies kuscheln der Löwe und das Lamm
Es gibt kein Bad Hair Day und keinen Kamm
Menschen streicheln Bären, Wölfe und Tiger
Auf Reisen steigen sie weder in Busse noch Flieger
 
 

 
 Sie beamen sich von Ort zu Ort
Bewegen sich wie Engel fort
Die Zeit, man sagt sie gibt's dort nicht
Doch jeder hat sie, ohne Pflicht 
 
In größter Harmonie sind wir vereint
Ob Mensch ob Tier, und keiner weint
Alle Wesen dieser Erde
sehnen sich dass dies bald werde
 
 
 
 


Dienstag, 11. Juni 2024

"Durchbrüche - Von Flügelklammern zu Adlerschwingen" ~ Susanna Hugsinger

Von diesem Buch weiß ich bereits seit seiner Entstehung. Die Autorin ist eine gute Freundin meiner Mutter, die im Buch sogar eine Schlüsselrolle spielt. Als "Susanna" mir die fertige Biografie zum Lesen vorbeibrachte, war ich zunächst ein bisschen verunsichert. Interessierte mich das überhaupt? Und würde ich ehrlich genug sein, meine nicht so positive Meinung bei Nichtgefallen kundzutun? Fragen, die einem bei Autoren und Autorinnen im Bekanntenkreis so durch den Kopf gehen. Doch "Durchbrüche" hat mich wirklich überrascht und von der ersten Seite an gefesselt.

 

congerdesign / Pixabay

Inhalt: In kurzweiligem Stil erzählt Susanna Hugsinger ihr bewegtes Leben von den Nachkriegsjahren bis heute. Ihre Kindheit als jüngste von drei Töchtern und als Liebling des Vaters ist geprägt von katholischer Frömmigkeit und Fürsorge, aber auch vom Hunger nach Anerkennung, mangelndem Selbstbewusstsein und dem Gefühl, nicht frei sein zu dürfen. Deutlich vor Augen geführt wird das der kleinen Susanna, als ihr Vater den jungen Hühnern im Vorgarten Flügelklammern anlegt, damit sie nicht davonfliegen können. 

Als Teenager interessiert sie sich bald für Jungs, in die sie sich oft heftig, aber unglücklich verliebt. Sobald sie einen Partner hat, glaubt Susanna, findet sie den Schlüssel zum Beenden der innerlichen Leere und den Minderwertigkeitskomplexen. Die Suche nach dem Mann fürs Leben führt sie nach etlichen Enttäuschungen zu Volker, dem Vater ihrer zukünftigen Kinder. Anfangs zärtlich und aufmerksam, entpuppt er sich als unberechenbar, manipulierend und psychopathisch. Jahrelang kämpft Susanna um eine "normale" Beziehung, nicht zuletzt der Kinder wegen. Auch ist sie bemüht, den harmonischen Schein der Familie nach außen hin aufrecht zu halten, was sie zusätzlich Kraft kostet und an ihrer Gesundheit zehrt. Ihren Job als Lehrerin macht sie gern, da er sie ablenkt, doch häufig fühlt sie sich auch dort überfordert. Ihre Sinnsuche beschränkt sich nun nicht mehr auf die große Liebe, sondern weitet sich aus in Bereiche der Esoterik, der Reinkarnation und dem Okkultismus. Aber statt Erleichterung bringt jeder Versuch Verwirrung und neu entfachte Ängste.

Nachdem sie feststellt, dass ihre Ehe nicht mehr zu retten ist, reicht sie schweren Herzens die Scheidung ein. Damit sind ihre Probleme jedoch noch lange nicht gelöst - im Gegenteil. Plötzlich wird ihr das Sorgerecht für die geliebten Kinder entzogen. Kann sie sie zurückgewinnen? Und was hat eigentlich Gott mit ihrem Leben zu tun, der sie immer wieder auf ihrem steinigen Weg zu begleiten scheint, obwohl sie sich seit langem von ihm abgewandt hat?

 


Meinung: Spannend wie ein Psychothriller, liest sich "Durchbrüche" mit einer Leichtigkeit, die im krassen Kontrast zu dem steht, was die Autorin schildert. Missbrauch, Minderwertigkeitskomplexe und ein "durchgeknallter" Ehemann sind nicht gerade Themen für ein Feel-Good-Buch. Und doch ist Susanna Hugsingers Buch eine Ermutigung für Menschen, die sich im Hamsterrad gefangen fühlen, denn nach vielen Misserfolgen findet sie einen Weg, der sie nicht enttäuscht. Und die große Liebe. Sogar in zweifacher Ausführung, wenn ich das so sagen darf. Und ganz allmählich werden aus den Flügelklammern Adlerschwingen, wobei sie betont, dass ihre Alltagsherausforderungen zwar nicht unbedingt leichter werden, sie aber einen Hafen in Gott hat und sich endlich komplett angenommen und geliebt fühlt. 

Während eines Besuches erzählte mir "Susanna" einmal, dass sie mit ihrer aufgeschriebenen Biografie das Evangelium, die frohe Botschaft Gottes, verkünden will. Das ist ihr total gut gelungen!

Viele Passagen gingen mir ans Herz; besonders die abenteuerliche und pfiffige Flucht vor dem Ehemann hat mich sehr beeindruckt. Trotz aller Schwierigkeiten verliert Susanna in ihrem Buch nie den Humor, obwohl ihr in den aktuell erlebten Situationen sicherlich nie danach zumute war und sie auch ehrlich zugibt, dass sie oft am Ende ihrer Kräfte war. Trotzdem gibt ihre Biografie Hoffnung und Mut. 

Was mir auch sehr gefallen hat, waren die Beschreibungen der Jahrzehnte. Vor allem die wilden 68er, von denen sie durch Volker und ihrem Beruf eher widerwillig beeinflusst wurde, hat sie toll beschrieben. Da wurde so richtig ein bisschen die Hippie-Ära mit ihrer intellektuellen Revolution gegen Autoritäten lebendig. 

Dass ich die Autorin persönlich kenne, spielt bei meiner Beurteilung des Buches keine Rolle, dem ich begeisterte fünf Sterne gebe. Eine klare Leseempfehlung!

Zur Bestellung des Buches geht es hier: *Klick*


Kevinsphotos / Pixabay

 

 Bewertung: 💫💫💫💫💫


Samstag, 27. April 2024

Ich lese gerade: "Der Himmel - was uns dort wirklich erwartet" - Randy Alcorn

Über den Himmel habe ich seit Mamas Heimgang einige Bücher gelesen. Es ist mein Wunsch, mir möglichst genau vorzustellen, wie es ihr in einer Dimension geht, die wir als irdische Menschen noch nicht erreicht haben. Vielleicht ein etwas unbescheidener Wunsch, für den man Geduld braucht,  aber dennoch... Trotz verschiedener Lektüre und sogar der Schilderung eines Bekannten, der für vier Stunden im Himmel sein durfte und dessen Fazit es war, dass er nun keine Angst mehr vor dem Tod hat, weil dort alles viel schöner und unbeschreiblicher war, als man es je weiterzählen könnte, wollte ich mehr erfahren. 

Ich möchte mir gern vorstellen, dass Mama einen großen, wunderbaren Garten und ein tolles Haus hat, in dem sie mit unseren Katzen wohnt, Menschen trifft, die sie liebt und alles das tut, was ihr hier schon Freude bereitet hat und dass sie auf uns wartet, bis wir wieder als Familie vereint sind. Und kann sie dort Pellkartoffeln essen und Bier trinken? Hat sie schöne Kleider? Wie sieht sie aus? 

Warum weiß man eigentlich so wenig über das ewige Leben? Und was sagt die Bibel dazu? Soll alles geheimnisvoll und geistlich, also immateriell, dort sein? Gibt es Raum und Zeit?

 

 

Der Pastor Randy Alcorn räumt mit diffusen Mythen auf und schafft es, mir mit biblisch untermauerten Textstellen Trost zu spenden. Denn man ist keineswegs körperlos (auch wenn der himmlische Körper nicht aus Fleisch und Knochen besteht) oder hat keine Erinnerungen mehr an das vorige Leben. 

Es geht meist um die Entstehung des neuen Himmels und der neuen Erde bei Jesu Wiederkehr (die Offenbarung), mit der Gott seinen Plan vom Paradies vollenden möchte. Und der besteht darin, Gemeinschaft mit den Menschen auf der Erde zu haben; einer Erde, auf der es keinen Krieg und kein Leid, also keine Sünde mehr geben wird. Doch davor steht der sogenannte "Zwischenhimmel", ein Ort, an dem die Verstorbenen, die Jesus als ihren Retter angenommen haben, darauf warten, dass Gott die Erde erneuert und befreit. Randy Alcorn beschreibt den Zwischenhimmel eindrücklich als einen wunderschönen Ort, in dem es auch Zeit gibt. Immerhin fragen die Märtyrer Gott in der Offenbarung, *wann* diejenigen bestraft werden, die sie getötet haben. Und sie erhalten Antwort. 

Randy Alcorn sagt - und das finde ich logisch - dass Gott unsere Bedürfnisse kennt und uns selbst aus Erde gemacht hat, weswegen wir dem Irdischen stark verbunden sind, aber auch eine bewusste oder unbewusste Sehnsucht danach empfinden, unserem Schöpfer nahe zu sein. Ein endgültiges Zuhause zu finden, in dem wir frei sind von Sorgen und Nöten. 

Der Autor ermutigt den Leser, sich konkrete Vorstellungen vom Himmel zu machen. Das gefällt Gott, meint er. Denn Gott möchte unsere zukünftige himmlische Heimat nach unseren Wünschen gestalten, damit unsere Wohnung perfekt ist, wenn wir dort ankommen. Schließlich war Jesus im irdischen Leben Zimmermann... (O:

Über unsere irdischen Haustiere im Himmel sagt Alcorn wenig, doch er ist der Überzeugung, dass es für Gott eine Kleinigkeit ist, uns im neuen Zuhause unsere alten irdischen tierischen Weggefährten wiederzugeben, wenn sie uns gutgetan haben auf der Erde, und wir gut für sie gesorgt haben, wie von Gott vorgesehen. 

 

Alan Frjings / Pixabay

 

Eine Kernaussage des Buches ist auch, dass die Bibel und Jesus viel mehr über den Himmel berichten, als sogar die meisten Theologen und Christen annehmen. Von denen fürchtet übrigens ein nicht unbeträchtlicher Teil, dass es im Himmel "langweilig" sei. Auch das wird beleuchtet und widerlegt. Im Himmel gibt es durchaus Kultur, Unterhaltung und das, was wir hier auf Erden schätzen - wenn es frei von Sünde ist (was an sich schon größter Vorstellungskraft bedarf). Viele von Menschen erdachte Ideen und Erfindungen entstehen aus dem göttlichen Funken, so dass man sie wahrscheinlich auch im Zwischenhimmel und der anschließenden neuen Erde noch kennt. Kein Telefon, Internet oder sonstigen technischen Schnickschnack, doch auch ohne das wird es uns nicht langweilig werden.

Randy Alcorn nimmt die Bibel wörtlich, und nicht als ein Buch voller Metaphern, die wir Menschen nicht verstehen. Natürlich bleibt dennoch vieles ungeklärt, denn Gott will noch einige Überraschungen für uns bereithalten. Das heißt jedoch nicht, dass er uns im Himmel mit Dingen und Regeln überwältigt, die wir nicht kennen oder die für unseren Verstand nicht zu fassen sind, der dann freilich erweitert wird. Selbst lernen dürfen wir noch (auch wenn wir viel klüger sein werden als hier), kreativ sein und sogar arbeiten. Mit dem Unterschied, dass dort alles Spaß macht.

Bisher gefällt mir das über 400 Seiten starke Buch sehr gut. Der Umfang zeigt auch, wie intensiv sich der Autor mit dem Himmel beschäftigt, und dass es über ihn viel zu sagen gibt. Auch Fragen, die man sich oft stellt, werden erläutert und soweit es möglich ist beantwortet. Letztendlich sind Gottes Gedanken und Pläne zwar weit höher als unsere begrenzte Fantasie, aber das heißt nicht, dass wir sie in Bezug auf den Himmel nicht einsetzen dürfen. 

 

So sieht mein Himmel aus! Michelle_Raponi / Pixabay

 

Für mich eine mutmachende Lektüre; vermutlich die ausführlichste zu diesem doch eher geheimnisvollen Thema. 

Im Bekanntenkreis, in dem ich das Buch zur Sprache bringe, habe ich festgestellt, dass es zudem ein umstrittenes ist, und Vertrauen in Gottes Zusage, dass er das Beste für uns bereithält, besser als der Wunsch, zu wissen, was auf uns zukommt. Sicher stimmt das, und trotzdem bin ich in meiner aktuellen Situation froh, dass es dieses Buch gibt.



Montag, 7. Juni 2021

Filme in Zeiten von Corona (VIIII): "Johnny" (2010)

 Ok. Dieses Review wird schwierig. Denn erstens wollte ich den Film eigentlich nicht anschauen, weil er von einem an Leukämie sterbenden Kind handelt, zweitens erwies er sich als eine emotionale Tour de Force und drittens war er zu gut, um nicht darüber zu schreiben. Klingt sonderbar? Ist es irgendwie auch. Und trotzdem möchte ich ihn hier vorstellen in der Hoffnung, dass er viele (nicht nur gläubige) Zuschauer findet. Mich hat er berührt wie selten ein Film.



Inhalt: Der aufgeweckte und bibelfeste Johnny ist Waisenjunge, seit er denken kann. Vermitteln lässt er sich aufgrund seiner Krankheit nicht, obwohl er sich nichts sehnlicher wünscht als eine Familie. Statt aber mit seiner Situation zu hadern oder in Selbstmitleid zu versinken, findet er einen Sinn im Leben: Gott - davon ist er überzeugt - hat ihn, wie alle Menschen, für eine besondere Mission auserwählt. Er ist freundlich, pfiffig und liebevoll mit seinen Freunden und hat immer Zeit für sie. 

Als sich sein Zustand verschlechtert, überweist ihn sein Arzt Dr. Miller (Lee Majors) an den Kollegen und Freund Drew Carter (Mel Fair), der das Besondere an Johnny erkennt und die Gelegenheit sozusagen beim Schopf packt: Er könnte ihn mit nach Hause nehmen und seiner Frau (Musetta Vander) damit über den Verlust des eigenen Sohnes hinweghelfen, der bei einem Autounfall starb, an dem die Mutter beteiligt war. Meint er zumindest. Doch Julia ist voller Schuldgefühle und Verbitterung und wirft ihrem Mann Rohheit vor, will er doch anscheinend, dass Robbie ersetzt wird und die Eltern und die kleine Kayla (Aubyn Cole) mit einer weiteren familiären Tragödie fertigwerden müssen. Wird Johnny dennoch seine Aufgabe erfüllen können?

Meinung: Natürlich kann er. Klischee und Tränendrücker, sagen jetzt bestimmt einige. Und haben mit dem zweiten recht. Die Klischees werden verblüffend geschickt vermieden, was vor allem dem großartigen Jerry Phillips zu verdanken ist und den Worten, die ihm der Drehbuchautor in den Mund legt. Obwohl erst elf / zwölf Jahre alt, weiß Johnny, dass Gott ihn bedingungslos liebt und man nicht gut sein muss oder möglichst viele gute Taten tun, um Gott zu gefallen. Man muss ihn nur machen lassen, seine eigenen Talente nutzen, nach ihm fragen und ihn zum Kumpel haben. Das tut Johnny, und auf diese Weise erobert er seine Mitmenschen - selbst die, die ihn anfangs nicht mögen oder ihn in der Pause auf der neuen Schule zusammenschlagen. Als Johnny in der Klasse von Gott erzählt, applaudiert der Rowdy, der die Prügelei angezettelt hat und entschuldigt sich später bei ihm mit der Begründung, dass er es mutig findet, wenn jemand so vertraut über Gott spricht, was er noch nie zuvor gehört hätte. Johnny selbst nimmt die Entschuldigung gelassen an.

Ein Spruch, den Lee Majors seinem Kollegen Drew Carter mit auf den Weg gibt, hat mir gut gefallen: "Jesus ist ein Gentleman, Drew. Wenn du ihm nicht öffnest, kommt er nicht herein." Johnny ist offen für Jesus, zu dem er eine innige Beziehung hat - selbst inniger als die zu seiner neuen Familie, die ihn - Überraschung - letztlich doch komplett akzeptiert und adoptiert.

Geweint habe ich viel während des Films. Leicht anzusehen war er nicht, wirklich nicht. Es gibt eine Szene, in der Julia in Robbies Zimmer, das sie unverändert gelassen hat seit dessen Tod, Johnnys Football auf dem Schoß hält und sich mit ihm wiegt, während Johnny im Krankenhaus um sein Leben kämpft. Dieser Schlüsselmoment und auch der Brief der kleinen Schwester Kayla bringen mich jetzt noch fast zum Heulen. Damit möchte ich nicht sagen, dass zu dick aufgetragen wurde - ich fand den Film so wahr, dass es mir einfach mehrmals fast das Herz gebrochen hat. Und außerdem ist Johnny trotz seinem besonderen und tiefen Glauben ein Kind, das Spaß hat am Leben und auch Angst vorm Sterben, wenngleich er sicher ist, dass Jesus ihn abholt.

Gefehlt hat mir ein bisschen der herzliche Kontakt zur neuen Familie Carter. Abgesehen davon, dass Johnny mit Julia eine harte Nuss knacken muss, war eigentlich nur Kayla diejenige, die sich Zeit genommen hat für ihn. Oder aber die Filmdauer reichte nicht aus für entsprechende Szenen. Und wenn ich genau darüber nachdenke, war das vielleicht sogar beabsichtigt und kein Manko. 

 


 

Der Trailer wird dem Film nicht so ganz gerecht. Es lohnt sich, sich selbst ein Urteil zu bilden und "Johnny" anzusehen, der sehr ungewöhnlich wirkt und trotzdem authentisch. Ich werde es vermutlich nicht mehr tun, dazu war er emotional zu anstrengend, aber lege ihn uneingeschränkt jedem ans Herz, der sich nicht berieseln, sondern anrühren lassen möchte von Johnny und seiner Sicht auf die Welt, die so schön wäre, wenn alle Menschen sich lieben und einander verzeihen würden wie von Gott gedacht.


Bewertung: 💫💫💫💫💫

 


Freitag, 10. Mai 2013

Was Jesus tut...

Ich war lange nicht bloggen, und das hat seinen Grund. Heute vor einer Woche ist für mich die Welt still gestanden. Meine beste Freundin und (Seelen-)Schwester, mit der ich viele Interessen und Albernheiten teile, bekam eine Diagnose vom Arzt, die mich umgeworfen hat: eine große Geschwulst im Bauch, sofortige Überweisung ins Krankenhaus, nichts Genaues weiß man nicht. Das durfte nicht sein! Das durfte nicht passieren. Nicht uns! Doch im Krankenhaus schmiss man mit schlimmen Verdachtskrankheiten geradezu um sich, ohne zu bedenken, wie niederschmetternd das für die Betroffenen ist. Schlimmster und dringendster Verdacht: Bösartiger Tumor am Darm trotz verblüffend optimaler Blutwerte und einer fast jungfräulichen Anamnese.

 

AstralEmber / Pixabay


N. wurde zur Chefsache erklärt - mit einem prominenten Professor wurde eine Riesen-OP geplant. Natürlich nicht, ohne alle fürchterlichen Konsequenzen in Betracht zu ziehen. Ich war am Boden. Sie ist einer der Menschen, die ich am meisten liebe, und der Gedanke, sie zu verlieren, hat mich innerlich zerrissen.


Aber was konnte ich tun, hilfloser Mensch, der ich bin? Geholfen hat mir der Healing Code von Alex Loyd und Ben Johnson. Als ich zuerst vor einigen Monaten davon hörte, war ich mehr als skeptisch, aber ich habe in dieser harten Woche erfahren, was er bewirkt.

Nicht nur der Code war es, der mich davor bewahrt hat, zu verzweifeln und den Mut zu verlieren. Es waren Menschen, die für N. gebetet haben und für mich und die Familie da waren. Die ermutigende Worte fanden. Und über allen von G'tt eingefädelten Begegnungen hat er uns so wunderbar und gut geführt, dass ich nach allen Zweifeln, die ich vor dem Vorfall hatte, nun wirklich und wahrhaft weiß, dass G'tt exisiert und die Menschen liebt und nicht verloren gibt. Man muss nach ihm fragen, das ist alles. Dankbar sein für
seine Schöpfung. Schade, dass wir eigentlich nur in Notsituationen nach ihm verlangen, so wie ich jetzt in dieser. Ich glaube zwar schon lange an G'tt, aber so lebendig und nah wie in der letzten Woche habe ich Jesus noch nie erfahren. Vielleicht habe ich ihn sogar vernachlässigt, nicht mehr so ernst genommen.

Insofern war dieses Erlebnis für mich nicht nur ein Wunder. Es war eine Besinnung auf das, was ich wertschätzen darf und sollte. Meine Freunde, Familie, das Leben, die Liebe, einfache Freuden. Dass ich einiges ändern sollte in meinem Leben und neu ordnen. Und dass Angst nie hilfreich ist und man sie zertreten muss, wenn sie einen zu ergreifen droht. Solche Situationen gab es in der Woche mehr als genug, und ich habe oft den Kopf hängen lassen und manchmal auch vor Angst geheult.

Dann habe ich den Healing Code gebetet, zu G'tt gestammelt (mittlerweile bin ich durch die Übung ein etwas eloquenterer Gesprächspartner (o; ), und die beiden alten Kirchenlieder "Großer Gott wir loben dich" und "Lobe den Herren" gesungen. Gerade letzteres traf mich mitten ins Herz, weil der Text so passend war. Beim Singen wurde ich ruhiger und weniger nervös - ebenso wie beim Beten des Healing Codes, für den ich mir ein entsprechendes Gebet ausgedacht habe.

Vor kurzem war die OP. Sie ist gut verlaufen. Tief im Inneren habe ich trotz der medizinischen Unkenrufe nichts anderes erwartet; auch wenn die Ärzte uns im Vorfeld wenig Mut gemacht haben. G'tt freut sich, wenn man ihn in vollem Vertrauen und in Ehrlichkeit fordert. Der "Tumor" hat sich als gutartige Zyste herausgestellt - etwas, das gar nicht so ungewöhnlich ist und fast ein Routineeingriff.

Mal sehen, ob wir, - N. und ich - über die Erlebnisse ein Buch schreiben, wenn sie wieder zuhause ist und sich von den Strapazen der schmerzhaften und unnötigen Prozeduren und dem Eingriff erholt hat. Romane füllen könnte man damit auf jeden Fall.