Mit dem deutschen Herz beschäftige ich mich seit November letzten Jahres. Meine beste Freundin spielte die Hauptrolle Ursula von Sternenfels im gleichnamigen Theaterstück. Meine Schwester und ich waren an der Kulissengestaltung beteiligt, und als meine Tante davon erfuhr, borgte sie mir das Buch, das seit vielen Jahren zu ihrer Lieblingslektüre gehört. Es ist übrigens nur noch antiquarisch zu haben, da es wenige Auflagen gibt, wenngleich Adolf Schmitthenner als Heimatromancier ziemlich erfolgreich war (und auch ein bisschen Ähnlichkeit mit Zeitgenosse und Kollege Karl May hat).
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| Als Junkerin auf der Burg (KI) |
"Das deutsche Herz" ist sein bekanntestes Werk und handelt von Friedrich von Hirschhorn, dem letzten Ritter hier in der Gegend am Neckar. Der regionale Bezug war sowohl für meine heimatverbundene Tante als auch für das Theaterstück attraktiv. Sogar mein Wohnort wird im Buch genannt, denn auch er stand wie 106 weitere Dörfer unter der Verwaltung des Ritters.
Friedrich ist ein guter Lehnsherr, daher auch sein Beiname "das deutsche Herz". Er behandelt seine Frau Ursula gut und wie seinesgleichen (nicht selbstverständlich, schon gar nicht um 1600), und er tritt für Religionsfreiheit ein, obwohl er dem evangelischen Glauben angehört. Insofern ziemlich modern und fortschrittlich. Doch er hat Pech, was sein Geschlecht betrifft: die Beußerin von Ingelheim, seine Großmutter, legt einen Fluch auf ihn, nachdem Friedrich ihren Sohn bei einem Fechtkampf tödlich verletzt. Nie soll ein Nachkomme überleben.
Damit nicht genug: Seine Kindheit birgt ein schreckliches Geheimnis, das von seinem Onkel, dem tollen Hans, angezettelt wurde, und das ihn zeitweise von seiner lieben Ursula entfremdet. Es geht drunter und drüber im deutschen Herz, auch politisch. Denn zu Friedrichs Zeit wütet der Dreißigjährige Krieg. Da habe ich ehrlich gesagt nicht viel verstanden, denn das Buch, das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde, hat eine umständliche und recht komplizierte Sprache. Selbst meine Tante meinte, es sei schwer, den Einstieg zu finden. An den Stil habe ich mich nach und nach gewöhnt, doch die politischen Unruhen waren mir zusätzlich zum persönlichen Schicksal Friedrichs fast zu viel.
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| Die zweite Aufführung am 25. Januar |



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